Studentische Dienstpflicht
Maschinen der deutschen Lustwaffe
(Scherl-
1000 PS.
Bilderdienst/RLM.-M.)
Die Rangabzeichen der Freiwilligen Feuerwehr
Der Reichsminister des Innern hat die Bildung eines „Amtes für Freiwillige Feuerwehren" verfügt, das alle Fragen, die den inneren technischen Dienst und den Geschäftsbetrieb der Freiwilligen Feuerwehren betreffen, einheitlich felbständig regelt. — Unser Bild zeigt verschiedene für das ganze Reich jetzt vereinheitlichte Rangabzeichen für Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr. Oben die Schulterstücke (von
links) für den Anwärter, Truppmann, Obertruppmann, Hcmpttruppmann, Truppführer bzw. Obertruppführer; unten (von links) für den Haupttruppführer, Zugführer, Oberzugführer, Hauptzug- führer, den Kreisführer, Bezirksführer und den Abschnittsinspekteur. Das Stoffabzeichen rechts oben wird vom Anwärter bis zum Obertruppführer auf- wärts getragen. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Reichsstudentenführer Dr. Scheel hat einen Aufruf erlassen, in dem es heißt: „Bevor Ihr als Soldaten in der Wehrmacht das Reich verteidigt, ollt Ihr auf Befehl der nationalsozialistischen Volks- ührung Eure berufliche Ausbildung zum Abschluß bringen oder das Studium nach Möglichkeit so weit vortreiben, daß es nach dem Kriege erfolgreich beendet werden kann. Ein Teil von Euch tritt daher auf der inneren Front zum Ein- atz für Deutschland an. Um die Einheit dieses Ein- atzes in umfassender Form sicherzustellen, habe ich befohlen, daß die Studentische Dienst- pflicht eingeführt wird." „Der Rang", so agt der Aufruf weiter, „ben ein jeder von euch einnimmt, entscheidet sich durch die Leistung, die er vollbringt. Für untaugliche Schmarotzer ist in unsren Reihen kein Platz. Wir werden sie mit aller Schärfe aus unserer kämpfenden Gemeinschaft zu entfernen wissen."
Der Studentischen Dienstpflicht sollen alle Studenten des ersten bis einschließlich dritten Semesters unterliegen. Rur die älteren und die Semester, die im Rahmen der Kameradschaftserziehung selbst Dienste leisten, sind von der Dienstpflicht befreit. Im übrigen wird die Dienstpflicht erfüllt in besonderen „D i e n st g e m e i n s ch a f t e n der Deutschen Studentensckiaft", die je etwa 30 bis 40 Mann fachgruppenweise zusammenfassen. Der Einsatz ist vor
allem auch bei sog. Stoßarbeiten vorgesehen, z. B. beim Entladen von Kohlenzügen oder Lebensmitteltransporten, in der Land- oder Hauswirtschaft, soweit das möglich ist, im Reichsluftschutzbund, im Roten Kreuz, in der Technischen Nothilfe, in der NSV. und in den Ernährungsämtern bei der Ausgabe von Lebensmittelkarten und Bezugscheinen usw. Aus den Erfassungshalbtagen, die vier bis sechs Stunden bauern und an denen auch Vertreter der Altherrenschaft und Dozentenschaft teilnehmen, werden die jungen Studenten über ihre besonderen Pflichten gegenüber dem Volk und an den Hochschulen unterrichtet werden.
Gleichzeitig hat der Reichsstudentenführer angeordnet, einen studentischen Krieaspr o P a- aandaeinsatz aufzubauen, der wissenschaftliche Forschungsarbeit leisten soll, aufgebaut mit dem Ziel, die Geschichte und Kultur aller Völker einschließlich des englischen nach Argumenten gegen England zu durchforschen. Die erarbeiteten Argumente werden der deutschen Propaganda zur Verfügung gestellt. Der Kriegspropagandaeinsatz soll im Mittelpunkt der studentischen Wissenschafts, arbeiten der Universität stehen. — Als Beauftragter des Reichsstudentenführers für den studentischen Kriegspropagandaeinsatz wurde Dr. Haus B äh.r bestellt.
Beginn der Polizeistunde vereinzelt auch auf später als 1 Uhr festgesetzt worden ist, werden in dem Runderlaß als nicht berechtigt angesehen. Die zuständigen Behörden werden ersucht, die Polizeistunde, sofern dies nicht bereits geschehen ist, im Rahmen der eben bezeichneten Linie, keinesfalls aber auf später als 1 Uhr, festzusetzen.
Keine Härten beim Knegszuschlag zur Einkommensteuer.
Der Reichsminister der Finanzen stellt in einem Bescheid über den Kriegszuschlag zur Einkommensteuer für 1939 klar, daß es der Zweck der Begrenzung des Kriegszuschlags auf 15 v. H. des Einkommens fei, Härten z u vermeiden, die durch eine übermäßige Belastung des Einkommens entstehen könnten. Einkommen im Sinne dieser Vorschriften ist das Einkommen im Veranlagungs- Zeitraum (Kalenderjahr). Ist ein Erhebungszeitraum kürzer als das Kalenderjahr, so beträgt der Kriegszuschlag zur Einkommensteuer für jeden Kalendermonat, der im Erhebungszeitraum endet, ein Zwölftel des Jahresbetrages. Dieser Vorschrift gemäß kommen als Kriegszuschlag aut Einkommensteuer für den ersten Erhebungszeitraum, das Kalenderjahr 1939, nur vier Zwölftel, nämlich für die Monate September bis Dezember, in Betracht. Bei dieser Höhe des Kriegszuschlags zur Einkommensteuer können die Härten, die § 3 Absatz 2 der Kriegswirtschaftsordnung mit der Begrenzung auf 15 d. H. verhindern will, von vornherein nicht e n t st e h e n. Der Kriegszuschlag zur Einkommensteuer für 1939 kann im Höchstfall der ganzen Einkommenssteuerregelung überhaupt, also
Reue Erpressung an Irland.
Eine neue englische Verordnung, mit der die Regierung Chamberlain rund 40 000 Iren im Alter von 21 bis 28 Jahren, also Bürger eines nicht- englischen selbständigen Staates, in England zurückhalten will, um sie zu Rekruten für den englischen Krieg zu pressen, hat ein höchst inter- essantes Gegenstück. Im Juli vergangenen Jahres peitschte nämlich die Regierung Chamberlain das „Gesetz zur Verhütung von Gewalttätigkeiten" mit überstürzter Eile durch alle drei Lesungen des Unterhauses. Das Gesetz richtete sich offiziell gegen die Anfchläge der IRA., in Wirklichkeit aber gab es dem Innenminister unbeschränkte Vollmacht, in England ansässige Iren ganz naeh Belieben als staatsgefährlich zu verhaften. Diese selben Iren sollen jetzt also gezwungen werden, für England zu bluten. Damals im Juli vergangenen Jahres waren die nach der Westküste Englands abgehenden Züge und die Dampfer nach Irland wochenlang von fliehenden Iren überfüllt; sie wußten aus der langen Leidensgeschichte Irlands nur zu gut, was ihnen auf Grund jenes Gesetzes bevorstand und handelten danach. Zehntausende andere aber, es leben heute mehr Iren außerhalb des Staates Eire als auf der grünen Insel selbst — konnten nicht fliehen, weil sie sonst ihre Existenz hätten auf» geben müssen, da die Heimat noch nicht aufnahmefähig genug ist. Ein großer Teil dieser zurückgebliebenen fremden Staatsbürger, die sich vor einem halben Jahre nicht retten konnten, wird jetzt von England einfach als willkommene Beute für die Rekrutierung betrachtet.
Es kümmert sich dabei überhaupt nicht um die ausdrückliche Erklärung des irischen Staatspräsidenten de V a l e r a vom 4. September 1939 über die völlige Neutralität des Staates Eire. Es kümmert sich dabei auch nicht um das völlig gewandelte staatsrechtliche Verhältnis Irlands zu England. Noch im Weltkriege kämpfte zwar das Haupt der irischen Partei im Unterhause, Redmond, auf englischer Seite in Frankreich und bezahlte seine Hoffnung, auf diese Weise seinem Vaterlands die Freiheit erringen zu können, 1917 mit seinem Leben. Aber noch während er sich diesen Illusionen hingab, verteidigte in der Heimat selbst sein Nachfolger, der heutige Staatspräsident de Valero, in dem blutigen Osterausstand von 1916 als Kommandant eines befestigten Gebäudes in Dublin feinen Stutzpunkt solange, bis die aefamte Besatzung gefallen war. Tatsächlich wollte schon damals die überwiegende Mehrheit der Iren von dem englischen Krieg gegen Deutschland nichts wissen; dazu hatte nicht wenig beigetragen, daß König Georg V. am 18.9.1914 Einspruch gegen das irische Homerule- Gesetz (Gesetz über selbständige Regierung im eigenen Lande) erhoben hatte.
Heute wirkt es einigermaßen komisch, wenn Chamberlain gegenüber einem selbständigen Irland durchsetzen will, was schon Lloyd George gegenüber einem unselbständigen Irland nicht erreicht hatte, nämlich die Auferlegung der allgemeinen Wehrpflicht, die bekanntlich in England selbst nicht be- teht. Lloyd George mußte damals ein starkes De- atzungsheer während des Krieges in Irland unterhalten und außerdem versuchen, den Ausfall von mehr als einer halben Million irischer Rekruten durch Kolonialtruppen wettzumachen. Seitdem hat Irland den Eid aus den englischen König vor sieben Jahren ebenso abgeschafft wie den britischen Generalgouverneur vor vier Jahren. Irland unter- hält eine eigene Armee. Die letzten englischen Soldaten haben schon vor einem Jahre Irland verlassen müssen, und kein englischer Soldat darf heute noch die grüne Insel in Uniform betreten. 1938 folgte dann die Zurückziehung der englischen Kriegsschiffe aus denjenigen drei irischen Häfen, die 1921 von Churchill selbst zu britischen Flottenstützpunkten ausersehen worben waren; vergeblich hatte er vor zwei Jahren eine Garantie dafür verlangt, daß Irland im Kriegsfall tatsächlich neutral bliebe. Will Irland nicht einen Präzedenzfall schaffen, der für seine Existenz höchst gefährlich werden kann, so wird es bei einem bloßen Protest gegen die Zwangs- refrutierung von 40 000 irischen Staatsbürgern nicht stehen bleiben können.
Die deutsche Gegenblockade tut ihre Wirkung.
Entbehrungen und Rohstoffmangel in England wie in Frankreich.
Brüssel, 10.Ian. (DNB.) Die Einfüh- rung der Lebensmittelkarten in England hat in Frankreich naturgemäß einen seyr peinlichen Eindruck erweckt, da man bisher die ftanzöfische Oeffentlichkeit in dem Glauben gelassen hatte, daß England dank seiner Flotte in jeder Beziehung unverletzlich sei. 2He Pariser Presse bemüht sich deshalb auch krampfhaft, ihren Lesern diese bittere Enttäuschung über die Widerstandsfähigkeit der angeblich unbesiegbaren Westmächte als „eine selbstverständliche Kriegserscheinung" darzustellen und die französische Oeffentlichkeit glauben zu machen, daß es fick hier nur um eine „Vorsichtsmaßnahme" handele. Als besondere Beruhigungspille weisen die Blätter darauf hin, daß das englische Königspaar als erstes das Beispiel gegeben und sich der neuen Regelung unterworfen habe. Die Königin von England, so schreibt der „Petit Parisien", habe sofort nach Einführung der Lebensmittelkarten eine neue Speisekarte ausgestellt, auf der ganze zwei Gänge (!) verschwunden seien. Das Blatt fügt allerdings nicht hinzu, aus wieviel Gängen das bisherige Menü bestand.
Der rechtsgerichtete Abgeordnete Fernand Laurent erklärt im „Jour", daß die Einführung der Lebensmittelkarten in England zu ernsten lieber» legungen Anlaß gebe. Das französische Publikum, so fügt das Blatt aus durchsichtigen Gründen hinzu, werde sich ebenso wie das englische mit derselben Ruhe der Notwendigkeit solcher Maßnahmen unterwerfen. Es werde ebenso wie die Engländer an die harten Anstrengungen der Kriegsflotte denken, die die Freiheit der Meere sicherstellen.
Wie es mit dieser Freiheit der Meere bestellt ist, weiß jeder, der Gelegenheit gehabt hat, in den letzten Wochen in Frankreich zu reifen. Nach Aus- 1 sagen neutraler Persönlichkeiten ist es nicht mehr : möglich, auch nur einen einzigen Bogen Briefpapier zu erstehen. Die Briefe, die im neutralen Ausland aus Frankreich eintreffen, sind Zum größten Teil auf ganz gewöhnlichem Packpapier : geschrieben, und die letzte Anordnung der französi- - schen Behörden, wonach Altpapier nicht mehr ' wie früher weggeworfen, sondern durch amtliche > Stellen gesammelt werden soll, zeugt von dem - Rohstoffmangel, der auf allen Gebieten in Frank- . reich herrscht. Die Einführung der fleischlosen i Tage, die unauffällig ausgedehnt worden sind und - sich jetzt schon auf die Hälfte der Woche erstrecken, wird sich voraussichtlich in Zukunft auch auf »ei«
Dornier DO 17.
Verwendungszweck: Fern- aufklärer. Der Fernaufklärer erkundet auf große Entfernungen feindliches Gebiet und schafft die für den Angriff von Kampfflugzeugen (Bombern) notwendigen Zieldarstellungen. Er fliegt einzeln und in großer Höhe. Besatzung: Flugzeugführer, Beobachter, Funker und Schütze. Kennzeichen: Schulter-Decker, freitragend Einzieh-Fahrgestell, doppeltes Seitenleitwerk, 2 Motoren zu je rund
für den Zahler der höchsten Einkommensteuer in Großdeutschland, nur vier Zwölftel von 50 v. H. von 55 v. H. des Einkommens, also 9,16 v. H. d e s Einkommens betragen. Mithin kann im ersten Erhebungszeitraum des Kriegszuschlags der Zahler der höchsten Einkommenssteuer nur den höchsten friedensmäßigen Steuersatz von 55 v. H. zuzüglich des Kriegszuschlages von für ihn 9,16 v. H., insgesamt also 64,16 v. H des Einkommens entrichten. Die Höchstgrenze von 65 v. H. des Einkommens, die in der Kriegswirtschaftsverordnung vorgesehen ist, wird für den ersten Erhebungszeitraum nid) erreicht.
Zuchthaus- und Gefängnisstrafen wegen Verführung Zugendlicher.
Berlin, 10. Jan. (DNB.) Im Verfolg der Aufdeckung eines größeren Komplexes homofexuel- lerDerfehlungenund DerführungJu- g e n d l i ch e r auf diesem Gebiet sind durch die Jugendschutzkammer beim Landgericht Dresden und durch das Landgericht Böhmisch-Leipa in letzter Zeit zahlreiche Personen rechtskräftig zu längeren Zuchthaus- und Gefängnisstrafen verurteilt worden. Rudolf Gärtner erhielt 5 Jahre Zuchthaus, gegen Dr. Walter Brand, Rupert Glaas, Dr. Josef Suchy, Wilhelm Zimmermann, Dr. Ernst Leibl, Ernst Plischke, Justin Siegert, Anton Pleyer, Friedrich Wagner- Poltrock, Professor Anton Purkl, Professor Waldemar Fritsch, Professor Karl May wurden Gefängnisstrafen von 8 Monaten bis zu 3 Jahren erkannt. Die Verfahren gegen eine Reihe weiterer Personen mußten auf Grund inzwischen eingetretener Verjährung eingestellt werden.
nach wie vor das Deutsche Reich und das Protektorat ein.
Die vergangenen, für dieses Land so geschichtlichen Monate standen im Zeichen harter Arbeit und des Kampfes; es wird auch im neuen Jahr f kein anderes Programm für dieses Land geben. ; Der Slowakische Staat will an der Seite Groß- deutschlands Baustein fein bei der gerechten Neuordnung Europas und durch rastlose aufbauende Arbeit zur Konsolidierung im Donauraume seinen Teck beitragen.
(Sm Heiratsrekordjahr im Deutschen Reich.
Ueber eine Million Geburten mehr als in Frankreich.
Berlin, 10. Jan. (DNB.) Im dritten Vierteljahr 1939 wurden nach einem Bericht des Stattstischen Reichsamtes im alten Reichsgebiet 33806 Ehen mehr geschlossen als im dritten Vierteljahr 1938. Die K r i e g s e h e s ch l i e ß u n g e n haben nach Meldungen der Großstädte weiter stark zugenommen. Für das ganze Jahr 1939 st daher im alten Reichsgebiet mit einer Gesamtzahl von rund 740 000 Eheschließungen zu rechnen, das sind 96 000 mehr als im Vorjahr. Damit wurde im Jahr 1939 die Rekordzahl des Jahres 1934 (740 161) wieder erreicht. Die erneute Zunahme der Eheschließungen und insbesondere die außerordentlich starke Häufung von Kriegs- trauungen feit September find ein ficht- barer Ausdruck d e s Vertrauens des ge- samten deutschen Volkes in feine Führung im Frieden wie im Kriege.
Als ein Beweis des starken Lebenswillens des deutschen Volkes ist auch die Z u n a h m e d e r G e. burtenhäusigkeit anzusehen, die sich von Vierteljahr zu Vierteljahr noch verstärkt. In den ersten drei Vierteljahren von 1939 wurden-' im alten Reichsgebiet allein 58 165 und einschließlich der Ostmark 91 084 Kinder mehr geboren als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Nach den weiteren im Stattstischen Reichsamt bisher vorliegenden Teilergebnissen wird sich für das Deutsche Reich einschließlich des Sudetenlandes, des Memellandes und der ehemaligen Freien Stadt Danzig im Jahre 1939 ein Lebendgeborenenzahl von 1640 000 ergeben. Damit wäre das zur Erhaltung der Volks- und Wehrkraft des Deutschen Reiches (cchne Ostgebiete) erforderliche Mindestgeburtensoll im abge- (aufenen Jahre erreicht worden. 1640 000 Le- benbgebarene im Deutschen Reich (ohne Ostgebiete uni) Protektorat) das sind über eine Million Kinder mehr als in Frankreich (612000) und rund 300 000 Kinder mehr, als in Frankreich und Großbritannien zusammen im Jahre 1938 geboren wurden!
Fremdenverkkhrsdienst auch für Kriegsbeschädigte urd Mitärurlauber.
Das amtliche Organ „Der Fremdenverkehr" weist daraufhin, daß der Fremdenverkehrs arbeit jetzt neue Aufgaben gestellt sind. Dazu gehöre besonders auch die Betreuung der Militärurlauber. Sie besteht neben der Hilfe bei Beschaffung von Lebensmittelkarten in der Unterweisung und Beratung über die örtlichen Zustände und Verhältnisse, sowie in Führungen. Militärurlauber sollten grundsätzlich xu allen Veranstaltungen künstlerischer und unterhaltender Art m i n d e st e n s 5 0 v. H. Ermäßigung erhalten. Besonders rührige Der- kehrsstellen würden es sich angelegen fein lassen, von den Veranstaltungen jeweils eine Anzahl Freikarten für die Urlauber zu erhalten. Vor allem sei darauf zu achten, daß den Feldgrauen die Tage in der Heimat möKichst zu ihrer freien Verfügung stehen. Ein Hetzen von Veranstaltung zu Veranstaltung wäre falsch. Das Wochenprogramm der städtischen Darbietungen sei den Urlaubern zu überreichen und ihnen zu überlassen, wohin sie gehen wollten. Wenn der Urlauber die Möglichkeit bekomme, zu besonders ermäßigtem Preis oder vielleicht auf Freikarte eine Theatervorstellung oder ein Darietö besuchen zu können, so werde er davon gern Gebrauch machen. Besonders vielgestaltig könne ferner die Kultur- pflege für d i e Kriegsbeschädigten aus- gebaut werden. Soweit sie rtidyt ans Krankenbett und Zimmer gebunden sind, könnten gemeinsame Spaziergänge mit zwanglosen Führungen, Besuche von Museen, aber auch von Theatern und Konzerten, wie es vielfach jetzt schon geschche, systematisch durchgeführt werden.
Bevorzugte Bewältigung des Kohlen- und Güterverkehrs.
Reiseverkehr eingeschränkt.
B erlitt, 10. Jan. (D71B.) Im Interesse einer bevorzugten Bewältigung des kohlen- und Güterverkehrs hat die Reichsbahn mit dem heutigen Mitt- woch einige Personen -und Schnellzüge a u s f a l l e n lassen. Durch diese Einschränkung des Reisezugdienstes sollen Lokomotiven und Lokomotiv-
personal für die zur Zeit lebenswichtigeren Aufgaben der Versorgung der Wirtschaft und derGrohstädte frei gemacht werden und damit Schwierigkeiten, die durch den Frost bedingt sind, überwunden werden. Die Reisenden werden gebeten, vor Antritt ihrer Fahrt sich bei den Ankunftsstellen der Reichsbahn über den Ausfall von Zügen zu unterrichten. Durch diese Maßnahmen werden der Berufsverkehr sowie der Wehrmachtsurlauberverkehr nicht betroffen. Um so mehr muß die Erwartung ausgesprochen werden, daß die Oeffentlichkeit die Maßregel durch den Verzicht auf alle überflüssigen und nicht dringenden Reisen unterstützt.
Polizeistunde dem (frnfl der Zeit entsprechend.
Berlin, 10. Jan. (DNB.) Ein Runderlaß des Reichsführers ff und Chefs der deutschen Polizei regelt einheitlich für das ganze Reich die Frage der Polizeistunde für die Dauer b e 5 Krieges und stellt fest, daß die Festsetzung und Handhabung der Polizeistunde dem Ernst der Zeit entsprechend von den zuständigen Behörden zum großen Teil neu geregelt worden ist, und zwar derart, daß die Polizeistunde in Landgemeinden und Städten bis zu 10 000 Einwohne r n nicht später als 23 Uhr, in größeren Städten nicht später als 24 Uhr und in Großstädten um 1 Uhr beginnt. Fälle, in denen der
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