Ausgabe 
10.10.1940
 
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Aus der Giadi Gießen

Frauen undMädel für den Kolonialdienst

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4.

MAIZENA

Das ist es

was dem Kinde schmeckt: der Maizena-Pudding, der Drei, die Suppe und die vielen

sind, stellen an die körperliche Widerstandskraft der dort lebenden Europäer erhöhte Anforde­rungen-, es ist daher nicht jeder, der in der Heimat im allgemeinen gesund ist, auch tro­penoerwendungsfähig) ;

daß sehr gründliche und eingehende Fachkennt- nisse verlangt werden bzw. eine abgeschlossene Berufsausbildung, aut der die Ausreisenden, falls sie nach der Heimat zurückkehren müssen, ihre Lebensexistenz aufbauen können, z. B. a) die Abschlußprüfung der Kolonialen Frauen­schule Rendsburg nach genügender praktischer Vorbildung, b) die Staatsprüfung im land­wirtschaftlichen Hauswerk, c) das Diplom der anerkannten ländlichen Haushaltspflegerin, d) das Hortnerinnen-Examen sind anzuraten: daß die vorherige Ableistung eines Mütterschul-

mitMalzena zubereiteten Spet- sen.Sie gehören zu üen täglichen kleinen Freuden des Kindes.

»Aur ein kleiner Pickels

Eine kleine Blüte am Naseneingang ist lästig. Aber niemand nennt diesen Schönheitsfehler eine Krankheit; das wäre lächerlich Und doch an einer solchen, anfangs anscheinend harmlosen, klei­nen Blüte ist schon mancher gestorben.

Das Gefährliche eines Gesichtsfurunkels wurde mir recht zum Bewußtsein gebracht, als ich einmal über den Ozean fuhr Die Flotte der Vereinigten Staaten manövrierte gerade in unserer Nähe. Da wurden von einem der Kriegsschiffe Flaggensignale gegeben, die die anderen Schiffe beantworteten, und dann senkte sich das Sternenbanner auf allen Pan­zerschiffen, Kreuzern und Torpedobooten auf Halb­mast. Was war geschehen? Die ganze Flotte der Vereinigten Staaten hatte Trauer angelegt wegen eines Pickels an der Nase. Admiral'Brown war wegen einer solchen kleinen Blüte an Blutvergif­tung gestorben.

Ein Abszeß, Eitergeschwür oder Furunkel, der im Nacken, Rücken, in der Gürtelgegend, am Gesäß oder an einer anderen behaarten Körperstelle sitzt, ist selbst dann nicht gefährlich, wenn es unzweck­mäßig behandelt wird. Es ist nur lästtg und schmerzhaft. Todesfälle sind unbekannt. Oft ist auch eine operative Oeffnung durch Schnitt angezeigt Aber wesentlich ernster ist die Sache, wenn es sich um einen Lippen- oder Gesichtsfurunkel handelt. Er entsteht zumeist dadurch, daß ein Mitesser aus einer vielleicht schon durch wiederholten Druck entzünde­ten Talgdrüse mit einem schmutzigen Instrument oder Fingernagel ausgequetscht wird Oder ein Härchen wurde entfernt, das aus einem Nasenloch hexvorragte. Dadurch wird leicht eine Infektion hervorgerufen.

Admiral Brown mußte sterben, weil er eine Blüte am Naseneingang mit einer schmutzigen Stecknadel öffnete und das Sekret ausdrückte. Die benachbarte Haut war dadurch gereizt und mit Eiterkokken in­filtriert worden, die in die Blut- und Lymphbahn eindrcmgen. Dadurch war aus dem unschuldig schei­nenden Blütchen in ganz kurzer Zeit eine tödliche Krankheit, eine Blutvergiftung und Gehirnhautent­zündung geworden. Es schwellen dann die Augen des Kranken an, ein ernstes Anzeichen, daß die, In­fektton in die hinter dem Auge liegenden Gewebe­teile eingedrungen ist und bald das Gehirn erreicht haben wird. Der Pattent ist dabei meistens ganz munter und ahnt gär nicht, wie nahe er seinem Ende ist.

Wer einen solchen Gesichtsfurunkel bekommt, darf das Geichwürchen nicht durch Druck reizen, darf auch nicht selber schneiden womöglich gar mit einem alten Rasiermesser auch nicht aufstechen. Am besten ist es, gar nichts zu tun und alles einem Wort aufsuchenden Arzt zu überlassen. M. W.

Dornotizen.

Tageskalender für Donnerstag.

am Opfersönntaq ist im gan- am Standort zu belassen sind. Wenn die Nutzungs­zen Reich ein großer Tisch ausgestellt, der uns alle berechtigten der Aufforderung des Pflanzenschutz- vereint in dem Gedanken an die großen und wirk- amtes nicht nachkommen, kann dl ries selbst oder lichen Opfer die täglich und stündlich von unseren durch Beauftragte die notwendigen Maßnahmen auf Soldaten gebracht werden, und die wir in der Kosten des Säumigen durchfuhren.

Frauenwerk:

5. daß nur ein kerngesunder Körper für den Kolonialdienst geeignet ist, worüber em sehr eingehendes tropenärtliches Zeugnis verlangt wird (Formulare dazu werden von der Bun­desleitung des Reichskolonialbundes an zuge- (offene Bewerberinnen ausgegeben Als gesund­heitliche Vorbedingungen gelten ein sehr gutes Nervensystem und gesunde Zahne. Das tropische Klima an und für sich, sowie die besonderen Krankheiten, welche in den Tropen verbreitet

kursus verlangt wird;

8. daß selbstverständlich nur reichsdeutsche, arische Frauen und Mädel für eine Tätigkeit in den Kolonien zugelassen werden.

Berufe, die am meisten für die Kolonien in Frage kommen, sind Haustöchter und Hausgehilfinnen, Säuglings- und Kinderpflegerinnen und Kinder­gärtnerinnen, jedoch mir für den Unterricht der ersten vier Grundschuljahre, da die Kinder vom 5 Schuljahr ab auf Schulen und Schülerheime gehen, kaufmännische Angestellte und Verkäufe­rinnen nur in beschränkter Anzahl, soweit männ- liche Arbeitskräfte nicht ausreichen, technische Assi- stenttnnen, Schneiderinnen und Friseusen in be­grenzter Zahl, Lehrerinnen (Bewerbungen auf dem Dienstweg bei ihrer vorgesetzten Behörde), Schwe­stern (Erkundigungen beim Deutschen Roten Kreuz, Schwesternschaft für Deutsche über See, Berlin-Lich- terfelde-West, Hindendurgdamm 134).

Wenn man am Sonntag gemütlich um den Fa- milienttsch sitzt und sich auf den noch unbekannten Inhalt der dampfenden Schüssel freut, die Mutter gleich hereinbringt, dann werden wohl auch manche Betrachtungen darüber angestellt, warum es heute, ausgerechnet am Sonntag,bloß" Eintopf gibt.

Es ist ja nun mal so, und das ist auch richttg, daß man auch über längst bekannte und sogar lieb- gewordene Gepflogenheiten hin und wieder nach­denkt, und das hat beim Eintopfessen besondere

Heimat nur einigermaßen weitmachen können,! wenn wir dem unermüdlichen WHW.-Helfer, der! uns am Opfersonntag mit seiner Sammelliste auf-1 sucht, einen recht hohen Betrag mitgeben. Wir wollen nicht nur eine einfache Spende geben und glauben, daß wir damit unsere Pflicht, mindestens I dem Sammler gegenüber, getan haben, nein, wir I wollen ein wirkliches Opfer bringen und auch ein-1 mal einen Betrag geben, den wir sonst an diesem! Sonntag für irgendeinen Genuß oder eine Extra­freude ausgegeben hätten. Der Verzicht auf eine solche Sonntagsfreude fällt leicht, wenn wir uns den tiefen uno verpflichtenden Sinn des Wortes Opfer erst recht klargemacht haben.

Also denke am nächsten Opfersonntag, am 13. Ok­tober, daran: Der Frontsoldat sieht auf dein Opfer! Und bemesse danach deine Spende!

Srandplättcken mit Rattengift.

Englische Flugzeuge haben wiederholt sogenannte Branoplättchen abgeworfen. Das sind kleine Film-! streifen in der Größe eines Zigarettenbildchens. Sie sehen aus wie die bekannten Rollfilmstreifen, ent­weder farblos und durchsichtig oder schwarz. Sie haben in der Mitter ein rundes Loch und darüber ein Mullstreifchen oder ein Wattebäuschchen, das mit einer Art Büro-Stanzklammer an dem Film­plättchen befestigt ist. In diesem Mullstreifen be­findet sich ein kleines rundes Scheibchen gelber Phosphor, das nur Bruchteile eines Grammes wiegt und etwas kleiner ist als ein Pfennigstück. Dieser Phosphor ist wachsweich und sehr giftig. Man hat ihn früher als Rattengift verwendet. Er

Da die Kolonialfrage in den Vordergrund rückt, kommen immer zahlreicher Anfragen von Frauen und Mädeln die sich für den Kolonialdienst ausbllben lasten wollen. Jede Bewerberin für den Kolonial- dienst muß sich darüber klar sein, daß viele An­forderungen an sie gestellt werden. Sie muß wissen:

J daß sie mit ihrem Hinausgehen in die Kolo­nien eine wichtige Aufgabe des Deutschtums zu vertreten hat, und daher mit dem nötigen Ernst an diesen Schritt Herangehen muß: daß draußen sittlicher Ernst und beste Charak­tereigenschaften verlangt werden:

daß sie um, der Aufgabe willen hinausgeht, aber nicht um Reichtümer zu erwerben (wie sich die Gehaltsverhältnisse gestalten werden, wie die Gelder für die Ausreise und die evtl. Heimreise nach einigen Jahren Kolonialdienst aufgebracht werden, ist jetzt noch nicht zu über­sehen, wird aber fraglos in durchaus tragbarer Form geregelt werden, wie es auch früher der Fall gewesen ist): .

daß bei den jüngeren Jahrgängen die Ablei­stung des Arbeitsdienstes und vorherige Zu­gehörigkeit zum BDM. Bedingung ist, bei den anderen die Mitgliedschaft im Deutschen

leuchtet im Dunkeln und entzündet sich von selbst durch die Einwirkung des Lustsauerstoffes und von Wärme. Die Verpackung des Phosphors in feuchte Watte ober Mull hat den Zweck, seine vorzeitige Entzündung zu verhindern. Erst wenn die Watte! trocken geworden ist, verbrennt der Phosphor und entzündet zugleich das aus Zelluloid bestehende Filmplättchen, welches sich natürlich nicht, wie ge­legentlich angenommenn wird, von selbst entzünden kann. Das ganze Plättchen brennt bann einige Se- funben lang unter Entwicklung einer bis 70 cm hohen Stichflamme Man ioll diese Brandplattcken einsammeln und in ein Gefäß mit Wasser werfen, aber auf keinen Fall in die Hosentasche stecken. Wegen der erwähnten Giftigkeit ist möglichst auch jede Berührung mit dem Phosphor zu vermeiden, und keinesfalls dürfen Kinder durch das harm­lose Aussehen verleitet mit dem Phosphor spie­len.

Frostgeschädigte Saumschulbestände sind zu vernichten.

Der Reichsstatthalter in Hessen Landesregie- rung hat auf Grund der Verordnung zur Schäd­lingsbekämpfung eine Verordnung erlassen, die, mit sofortiger Wirkung in Kraft tretend, bestimmt, daß die infolge von Frostschäden pflanzunwurdig ge­wordenen Baumschulbestände von den Nutzungs­berechtigten nach den Weisungen des Pflanzen­schutzamtes und seiner Beauftragten zu vernichten ober bis zur Freigabe burch bas Pflanzenschutzamt

Gießener Konzert-Ring: 20 Uhr Orchesterkonzert im Stabttheater. Gloria-Palast (Seltersweg): ,Zub Süß". Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): Der Tiger von Eschnapur".

Orchesterkonzert im Stadttheater.

Arn heutigen Donnerstag finbet bas erste Konzert der Arbeitsgemeinschaft Gießener Konzertverein- Stadttheater-NSG.Kraft durch Freude" als erstes Konzert desGießener Konzertring 1940/41" statt. Solist ist der bekannte Berliner Pianist Conrad Hansen. Das Städtische Orchester spielt unter der Leitung von Professor Stefan Temesväry die Coriolan"-Ouvertüre von Beethoven, mit Conrad Hansen das Klavierkonzert in b-moll von Peter Tschaikowsky und die Zweite Symphonie in D-dur von Brahms. Das Konzert ist für den KdF.-Kon- zertring und als Platzmiete-Konzert die Nr. 1 der Gruppe A.

Ortszeiten für den 11. Oktober.

Sonnenaufgang 7.44 Uhr, Sonnenuntergang 18.39 Uhr. Monduntergang 2.20 Uhr, Mondaufgang 16.47 Uhr.

Opfersonntag.

Drei gute Gründe:

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Oie hervorragenden Eigensdiaffen der «Astrd* sind das Ergebnis eines besonderen Wissens vom Tabak,seiner Auswahl,BehandlungundMischun^. (m Hause Kyriazi ist dieses Wissenin der dritten

Generation vom Vater auf den Sohn vererbtÄ als Familientradition lebendig. Das zufriedene ^Ästra-Schmunzeln** des bedächtigen Rauchers beweist es: Reich und voll ist ihr Aroma. Man merkt es nicht, wie leicht sie Ist. Rauchen SieAstra** <jann schmunzeln Sie oud)l

KY8IAZI *

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