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Regel widersprechenden Maßnahmen ihre wahre Einstellung dekouvriert. Ihr Vorgehen wird aber verständlich, wenn man weih, dah diese Mahnahmen im engsten vorherigen Ein­vernehmen mit dem englisch-französi­schen General stab getroffen wurden und dah die belgischen und niederländischen Truppen sich niemals als etwas anderes betrachtet haben, als die Vorhut der englisch-französischen Angriffsarmee.

8. Unterlagen, die der Reichsregierung vorliegen, beweisen, daß die Vorbereitungen Englands und Frankreichs auf belgischem und niederländischem Gebiet für ihren Angriff gegen Deutschland b e - reits weitgehend fortgeschritten sind. So sind bereits seit längerer Zeit im Geheimen alle Hindernisse an der belgischen Grenze nach Frankreich, die einem Einmarsch der englisch- französischen Angriffsarmee entgegenstehen könnten, fortgeräumt Flugplätze in Belgien und den Niederlanden sind von englischen und franzö­sischen Offizieren erkundet und chr Ausbau ver­anlaßt worden. Transportmaterial wurde von Belgien an der Grenze bereitgestellt und feit kurzer Zeit sind Vorkommando s von Stäben und Truppenteilen der englisch-französischen Armee in verschiedenen Teilen Belgiens und der Niederlande angekommen. Diese Tatsachen und wei­tere Meldungen, die sich in den letzten Tagen häu­fen, erbringen den einwandfreien Beweis, daß der englisch-französische Angriff gegen Deutschland un­mittelbar bevor steht, und daß dieser Vor­stoß an der Ruhr über Belgien und die Niederlande erfolgen wird.

Das Bild der belgischen und niederländischen Ein­stellung, die sich aus diesen unwiderleglichen Tat­sachen ergibt, ist eindeutig und klar. Beide Län­der haben sich vom Ausbruch des Krieges an und entgegen den von ihren Regierungen nach außen hin abgegebenen Erklärungen insgeheim auf feiten Englands und Frankreichs ge- st'e l l t, also auf Seite der Mächte, die sich zum Angriff gegen Deutschland entschlossen und ihm den Krieg erklärt haben. Obwohl der Herr belgische Außenminister verschiedentlich von deutscher Seite in allem Ernst auf diese Haltung hingewiesen wurde, hat sich nicht das Geringste geändert. Vielmehr hat der belgische Verteidigungsminister kürzlich in der belgischen Kammer öffentlich Erklärungen abge­geben, die in nicht mißzuverstehender Weise das Eingeständnis enthalten, daß zwischen den General­stäben Belgiens, Frankreichs und Englands alle zum gemeinsamen Vorgehen gegen Deutschland notwendigen Maßnah­men vereinbart worden sind.

Wenn trotzdem Belgien und die Niederlande nach außen auch weiterhin eine Politik der Unabhängig­keit und Neutralität proklamieren, so kann das im Lichte der feststehenden Tatsachen nur als ein Ver­such angesehen werden, über die wahren Absichten der belgischen und niederländischen Politik hinweg­zutäuschen.

Die Reichsregierung kann bei dieser Lage jedoch nicht mehr bezweifeln, daß Belgien und die Niederlande entschlossen sind, den bevor­stehenden englisch-französischen Angriff nicht nur zu dulden, sondern nach jeder Richtung hin zu begünstigen und daß die von den Ge­neralstäben der beiden Länder mit dem englisch- französischen Generalstab getroffenen Abmachungen ausschließlich diesem Zwecke dienen. Der von bel­gischer und niederländischer Seite vorgebrachte Ein­wand, daß diese Entwicklung nicht ihrer Absicht ent­spreche, sondern daß sie einfach infolge ihrer Hilf­losigkeit England und Frankreich gegenüber gezwun­gen gewesen seien, diese Haltung einzunehmen, kann nicht als stichhaltig anerkannt werden. Sie ändert aber vor allem, für Deutschland nichts an der ge­gebenen Sachlage.

Die Reichsregierung ist nicht gewillt, in diesem dem deutschen Volke von England und Frank­reich aufgezwungenen Existenzkampf der Angriff Englands und Frankreichs tatenlos abzn- warten und den Krieg über Belgien und die Niederlande in deutsches Gebiet hinein­tragen zu lassen. Sie hat deshalb den deut­schen Truppen nunmehr den Befehl er­teilt. die Neutralität dieser Länder mit allen militärischen Machtmitteln des Rei­ches ficherzu stellen.

Belgien und Holland ausgefordert, keinen Widerstand zu leisten.

Die Reichsregierung hat dieser Mitteilung noch folgendes hinzuzufügen:

Die deutschen Truppen kommen nicht als Feinde des belgischen und des nieder­ländischen Volkes, denn die Reichsregierung hat diese Entwicklung weder gewollt noch herbeige- führt. Die Verantwortung dafür fällt auf England und Frankreich, die den Angriff gegen Deutschland auf belgischem und niederländischem Territorium in alten Einzelheiten vorbereitet haben, und auf die belgischen und niederländischen Regierungsstellen, die dieses geduldet und begünstigt haben.

Die Reichsregierung erklärt ferner, daß Deutsch­land nicht die Absicht hat, durch diese Maß­nahme die Souveränität des König­reichs Belgien und des Königreichs der Niederlande noch den europäischen oder außer­europäischen Besitzstand dieser Länder jetzt oder in Zukunft anzutasten.

Die Königlich Belgische und die Königlich Nieder­ländische Regierung aber haben es heute noch in der Hand, das Wohl ihrer Völker in letzter Stunde sicherzustellen, indem sie dafür sorgen, daß den deutschen Truppen keinerlei Wider­stand entgegengesetzt wird. Die Reichsregierung fordert die beiden Regierungen hiermit auf, unver­züglich die hierfür erforderlichen Befehle zu er­teilen. Sollten die deutschen Truppen in Belgien oder den Niederlanden auf Widerstand stoßen, so wird dieser mit allen Mitteln gebro­chen werden. Für die sich daraus ergebenden Fol­gen und für das bann unvermeidliche Blutvergießen würden die Königlich Belgische und die Königlich Niederländische Regierung ausschließlich die Ver­antwortung zu tragen haben.

Berlin, 9. Mai 1940.

Memorandum der Reichsregierung an die luxemburgische Regierung

Memorandum.

Die Reichsregierung ist zuverlässig darüber un­terrichtet, daß Englands und Frankreich in Verfolg ihrer Politik der Kriegsausweitung beschlossen haben, Deutschland in nächster Zeit über belgisches und niederländisches Gebiet anzugreifen. Belgien und die Niederlande, die unter Bruch ihrer Neutra­lität insgeheim seit langem aus der Seite der Geg­ner Deutschlands stehen, wollen diesen Angriff nicht nur nicht verhindern, sondern 6 e g ü n fti g e n. Die Tatsachen, die den Beweis hierfür erbringen, sind im einzelnen in einem Memorandum bargelegt, das der Königlich Belgischen und der Königlich Nieder­ländischen Regierung überreicht wird und in Ab­schrift hier beigefügt ist.

Zur Abwehr des bevorstehenden Angriffs haben die deutschen Truppen nunmehr den Befehl erhalten, die Neutralität dieser beiden Länder mit allen Macht­mitteln des Reiches s i ch e r z u st e l l e n. Die von Frankreich und England im Ein­verständnis mit Belgien und den Niederlanden beschlossene Offensive wird auch das luxemburgische Staatsgebiet mit erfaf f en. Die Reichsregierung ist daher gezwungen, die von ihr zur Abwehr des An­griffs eingeleiteten militärischen Operationen

auch auf das luxemburgische Gebiet zuer st recken.

Der Großherzoglich Luxemburgischen Regierung ist bekannt, daß die Reichsregierung bereit war, die Neutralität und Integrität Lu­xemburgs zu respektieren unter der Voraus­setzung, daß auch die übrigen Nachbarmächte des Großherzogtums die gleiche Haltung einnehmen würden. Die Verhandlungen über entsprechende Ver­einbarungen zwischen den beteiligten Mächten, die im Sommer 1939 unmittelbar vor dem Abschluß zu stehen schienen, sind damals von Frankreich ab­gebrochen worden. Dieser Abbruch der Verhandlun­gen durch Frankreich findet in den jetzt 'non ihm gemeinsam mit den übrigen Gegnern DeuHchlands gefaßten militärischen Beschlüssen, eine Erklärung, die keiner weiteren Beleuchtung bedarf.

Die Reichsregierung erwartet, daß die Groß­herzoglich .Luxemburgische Regierung der jetzt durch die alleinige Schuld der Gegner Deutschlands ge­schaffenen Lage Rechnung trägt und die notwen­digen Maßnahmen trifft, damit die luxemburgische Bevölkerung der deutschen Aktion keinerlei Schwierigkeiten bereitet. Die Reichsregierung gibt ihrerseits der Grohherzoglich Luxemburgischen Regierung die Versicherung, daß Deuffchland nicht die Absicht hat, Integrität und politische Unabhän­gigkeit des Großherzogtums jetzt oder in Zukunft anzugreifen.

Berlin, 9. Mai 1940.

Die beweise sör Belgiens zweideutige Politik.

Der Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht.

Oberkommando der Wehrmacht.

Berlin, 4. Mai 1940. Bericht.

A. Belgien.

3m Oktober 1936 erklärte der belgische König, daß Belgien in Zukunft jede Anlehnung an eine Großmacht vermeiden und eine Politik unabhängig von der Gruppierung der Mächte betreiben wolle. Als Folgerung aus dieser Unabhängigkeitspolitik konnte erwartet werden, daß von jetzt ab militärische Vorbereitun­gen für Verteidigung der Unabhängigkeit nicht nur gegen Deutschland, sondern auch gegen Frank­reich und England getroffen werden würden. Demgegenüber ist festzustellen:

1. Die belgische Landesbefestigung war seit dem Weltkrieg einseitig gegen Deutsch­land gerichtet. Lüttich wurde als mächtigstes

Festungskampffeld Westeuropas ausgebaut, der Ausbau von Namur nur auf der Oft front durchgeführt. An der deuffchen, luxemburgischen und niederländischen Grenze entstand ein tiefes und dichtes Netz st arker Grenzbefestigungen. Die Grenze gegen Frankreich blieb dagegen völlig u n b e f e ft i g t.

Daß dieses Befestigungssystem mit der neubegon­nenen Unabhängigkeitspolitik nicht vereinbar war, hat der belgische Generalstabschef, General van den Bergen, im Sommer 1937 selbst zugegeben, als er erklärte, das ganze Ver­teidigungssystem Belgiens habe zur Zeit noch wie das in der Natur der Dinge läge Front nach Osten. In absehbarer Zeit jedoch würde Deutschland Gelegenheit haben, zu beobachten, daß man belgischerseits der neuen politischen Lage Rech­nung trage und sich nach allen Seiten sichere.

lieb! Wenn du so geblieben wärst, dann hätten die Leute vor lauter Liebe gar keine Lust gehabt, deine Schneiderrechnungen zu veröffentlichen.

Dort, ein altes, schindelbedecktes Bauernhaus. Das Moos wächst bis aufs Dach hinauf. Gras wuchert um die Eingangstür. Und Sonne darüber und blauer Himmel darüber. Es ist, als läge dieses Haus im Märchen. Und ein Garten davor mit Büschen voller Blumen: wehendes Grün, stillftehen- des Weiß, flammendes Ryt, züngelndes Gelb und fließendes Blau. Davor ein Gartenzaun. Zwei Stämme eingerammt, hart, knorrig. Wie die Aus- rufungszeichen der Arbeit. Zwischen den Stämmen vier Latten angehauen. Und diese Latten über­krochen, durchturnt, durchschlichen, durchhüpft von Jelänger-Jelieber und Rotkehlchensingen. Das Ganze bienenübersummt. Lebendige Notenlinien. Aus einem Volkslied vielleicht. Jeder Blumenkopf eine Note. Jede Biene eine Fermate. Und die Sonnen­strahlen am Anfang sind der Notenschlüssel. Nach diesen Noten singt die Bauernmagd, wenn sie drin­nen im Hause sich übers Haar streicht und in den Spiegel schaut. An diese Notenlinien lehnt sich im Frühlingsabend der junge Bauer mit freudigem Herzen, wenn er seine Liebste erwartet. Diese leben­digen Noten kommen dem greifen Bauer in die Seele, wenn er mit dem letzten Atemzug von dieser Erde in die Ewigkeit geht.

Auf Schutthaufen wuchern Glockenblumen. Sie stehen lauschend still, als ob sie das verborgene Leben einläuten wollen Zeitlos wie Kinderttäume zieht der Löwenzahn an verfallenen, vermorschten Stellen und Ruinen seinen gelben Reigen. Ein Reigen zwischen Wiege und Sarg. In einem alten Friedhof steht, auf einem verwucherten Grab, eine Frauengestalt aus Sandstein. Schwärzlich geworden, vom Regen durchrillt. Die Sandsteinfrau hat die beiden Hände vorgestreckt und gefaltet. In den Armen der Frau hat ein Schwarzorosselpaar Logis gemacht. Ein Nest mit drei Jungen. Und mit Singen und Flattern füttert die Vogelmutter, im Arm oer kalten, abgehärmten Friedhossfrau, ihre ungeduldi­gen Kinder. Das Grabmal hat auf einmal allen Ernst verloren. Es ist geradezu zeitlos entbunden, hat einen Anflug von Traumtiefe. Das Maß des Lebens schäumt und zwitschert auf dem verfallenen Grabe. Ein Käfer läuft über das Gesicht der steiner­nen Frau. Ein Marienkäfer. Samen kommen von iraendwoher angeschwebt. Das Grab ist ein kleines All, das von selber klingt. Und im Winde knarren die lärmen, gleich verankerten Schiffen^ die auf die neue Fahrt ungeduldig warten.

Fest des jungen Frühlings.

Von Max Zungnickel.

Die Bäume sind zu grünen Häusern des Himmels geworden, zum Palast, der Sonne, zum Dom der Sterne, zum schwebenden Tanzsaal der Insekten und zu seligen Brautkammern der Vögel. Grün lassen die Bäume chre Standarten flattern. Der Himmel strömt blau und voll in die Fenster der Bäume, Lerchenlieder spulen silbern hinein, tanzende Kin- dersttmmen, Glockentöne, Mühlenkreisen und die ganze Süßigkeit des Windes. Die Bäume stehen und lauern, vor Erwartung zitternd, auf ein hohes Fest. Leise Hingen meine Wanderschuhe. Die Welt hat sich so schön gemacht. Alles Häßliche hat sie mit ihren Blüten verschüttet. Wie soll ich an der Welt verzweifeln, wenn sie mich wie eine Braut- jungfer an sieht?!

Die Glocken haben einen anderen Schlag als sonst. Es ist, als hingen sie im Himmel. Die ver­grämten Gesichter der Häuser leuchten auf, als hätten sie lauter ftohe Gedanken. Die Berge steigen freier in den Himmel, als säße in ihnen ein Gott, der sie mit ewigen Schullern emporwuchtet. Die Straßen laufen im Licht, als wären über ihre strie­migen Rücken die Sohlen seliger Tänzer gegangen. Mit Anemonenbändern hat sich der Bach bekränzt. In die Kinderringelreihenstropyen sehen die Auaen der Alten hinein, und wie sie hineinsehen, da haoen sie so sonderbaren Glanz, als ob ein Heimweh ihre alte Brust ergriffen hätte.

Wenn der Sturm auffteht, langbeinig, wild, mit langen wüsten Schritten über die Felder jagt, die Bäume um den Hals faßt und mit ihnen einmal linksrum tanzt und einmal rechtsum tanzt, dann muß ich immer an den jungen Goethe denken, wie er 22jährig, am Wanderstabe, durch die Natur ge­schritten ist. Um ihn herum der Frühlingssturm. Und seine Brust war voller Lieder, jeder Buchstabe eine Blume. Und das Herz so bunt wie ein Bilder­buch. Da waren sie alle drin: die blondzöpftge Friederike von Sesenheim, der eisenklirrende Götz von Berlichingen, der Zauberdoktor Faust und eine Handvoll wüste, mädchenlachendurchkicherte Studen- tertlieber, dazwischen ein paar stille, ganz sonntags­stille Volkslieder. Um ihn herum der Früylingssturm und der prasselnde Lenzregen. Die Sterne waren seine Magister, seine schimmernden Magister. In seiner Tasche ein lieber Bries von seiner Mutter und der letzte Schattenriß eines Mädchens, das er gestern geküßt hatte. Goethe, so Haven wir dich

Ein kleines deutsches Lied.

Von Robert £. Baranieckl (im Felde).

Wir sitzen auf vorgeschobenem Posten irgendwo oben im Norden. Um uns Schnee, Eis und eine große Leere. Tagsüber geht es nach, da machen wir Dienst und wieder Dienst aber wenn die langen, blauen Abende kommen und die zinnoberrote Himmelskugel hinter den wildge­grateten Bergspitzen versinkt, da umfängt uns die unendliche Einsamkeit. Rundfunkapparate haben wir keinen und so ist jeder von uns zehn Mann allein mit seinen Gedanken, und so manchem wird schwer ums Herz.

Verdammt!" sagt einer,diese Oede, dieses ewige Einerlei, es ist zum Verrücktwerden!"

Ein anderer sieht auf feine Uhr und sagt:Um diese Zeit hab ich immer mein Mädel vom Büro abgeholt."

Schweigen. Wir kommen uns wie verschlagene Polarforscher vor, fern der Heimat, mutterseelen­allein.

Da steht Paul auf, ergreift seine Harmonika ... einige Akkorde ... und dann klingt ein kleines Lied durch den Raum.

Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lin- bertbaum ..."

Erst ist es nur der Klang des Instrumentes, dann fallen die sonoren 'Männerstimmen ein. Wie ein Weihegesang klingt es, dieses Lied aus der Heimat.

Und Paul spielt weiter. Und man ist nicht mehr irgendwo oben im Norden, man ist wieder daheim, ist wieder Student. So manches Mädel füllt einem ein, an das man längst nicht mehr dachte.

Von allen Mädchen so blink und so blank, Gefällt mir am besten die Corel"

Und Lied um Lied klingt auf, und jedes Lied bringt Frohsinn und Heimat. Heimat!

Längst sind die kahlen Wände um uns versunken, man fühlt sich wieder zu Hause und schwelgt in Erinnerung. An einen netten Abenh daheim, an einen Walzer in der Tanzstunde, an einen Mai, an den ersten Kuß ...

Die Mienen hellen sich auf und immer lathen» der singt man die Klänge der Heimat mit. Und wie leuchten die Augen der Kameraden, als die

Die belgischen Erklärungen wurden in den seit­her verflossenen zwei Jahren nicht ein geh al- t e n. Schon am 2. März 1938 erklärte der belgische Verteidigungsminister, Generalleuttrant Denis, in einer Kammerverhandlung, Belgien have freie Hand über die Durchführung der Landesbefe^l- gung, jedoch mit dem Vorbehalt, daß es dabei fremden Ratschlägen folgen könne bzw. der Notwendigkeit der Zusammenarbeit mit anderen Staaten Rechnung tragen müsse". Nach Lage der Dinge bezog sich diese Andeutung auf die Zusammenarbeit Belgiens mit Frankreich und England. Während im Jahre 1939 für die Befestigung der Südgrenze 90 Millionen Franks angesetzt waren, sollten für den Ausbau der ohnehin stark befestigten Ostgrenze wei­tere 270 Millionen Franks ausgegeben werden. Da­mit wurde das M i ß v e r h ä l t n i s, das zwischen beiden Grenzen bestand, noch weiter ver­schärft. Die deutsche Luftaufklärung über den französischen Befestigungen an der belgi» schon Grenze hat einwandfrei festgestellt, daß die belgische Grenze gegen Frankreich noch immer völlig unbefestigt ist. Durch andere zuverlässige Nachrichten ist bekannt, daß nur südlich Brüssel etwa in der Linie Ninove HalSBaferloo eine geringe Anzahl leichter Scharten­stände erbaut worden ist. Diese schwache Stellung kann jedoch nicht als Befestigung an der Grenze gegen Frankreich gewertet werden. Dies stellt vielmehr eine Erweiterung des R 6- duit National, also des Rückzugraumes des belgischen Heeres für den Fall eines Krieges gegen Deutschland unter Einbeziehung der Landeshaupt­stadt dar.

Die südliche Hälfke des Landes beider­seits der Sambre und Maas steht nach wie vor einem französischen Durchmarsch gegen die deutsch-belgische Grenze völlig offen. Diese Tatsache führte sogar am 8. 2. 40 in der belgischen Kammer zu einem scharfen Wortwechsel zwischen dem belgischen Verteidi­gungsminister und dem belgischen Abgeordneten , Gramm. Angesichts der mangelnden Tätigkeit an der französischen Grenze ist es um so mehr bezeichnend, daß nicht nur nach dem Sommer 1937 sondern auch jetzt noch weiter mit Nach­druck ausschließlich an den gegen einen angeblichen deutschen Angriff gerichteten Befestigungen gearbeitet worden ist.

2. Der französische General Bosse, damals Inspekteur der ftanzösischen Reserveoffiziersaus- bilbung, besichtigte im Januar 1939 die ecole de perfectionnement der französischen in Brüssel an­sässigen Reserveoffiziere, wie auch seine Vorgänger in früheren Jahren es getan hatten. Wieweit bel­gische Offiziere an dieser Veranstaltung beteiligt waren, ist nicht bekannt geworden; jedenfalls nah­men belgische Generäle, darunter der Verteidigungs­minister, als offizieller Vertreter der belgischen Armee an einem in Anschluß an diese Besichtigung stattfindenden Essen teil. Offi­zielle Reden wurden ausgetauscht. Eine derartige französische Tätigkeit auf belgischem Hoheitsgebiet unter Billigung und Teilnahme offizieller belgischer Stellen war mit der vom bel­gischen König verkündeten Polittk der Unabhängig­keit nicht in Einklang zu bringen.

3. Belgien hat nichts getan, um den Boden für eine wirklich neutrale Haltung der Bevöl­kerung, insbesondere gegenüber der deuffchen Wehrmacht, zu bereiten. Während die engste Verbin­dung zwischen dem belgischen und dem französischen und englischen Heer gehalten wurde, während fran- zösische Ehrenkompanien noch 1939 zu Besuch bei belgischen Truppenteilen weilten und öffentliche Ver­brüderung Englands feierten, wurde die Hetze gegen di e deutsche Wehrmacht weiter geduldet, ja sogar gefördert. Bezeichnend 5afür ist es, daß noch im Jahre 1937 die berüch­tigten Greuelbilder in der Zitadelle von Namur, also einem militäreigenen Gebäude, an­gebracht und zur systematischen Hetze gegen Deutschland benutzt wurden.

4. Die in Warschau erbeuteten Akten der II. Ab- tung des polnischen Generalstabes liefern die ein­wandfreie Unterlage für eine polnisch-bel­gische Zusammenarbeit im Nachrich­tenaustausch über Deutschland. So geht u. a. aus einem Schreiben des polnischen Militär­

alten, ruhmreiche» Märsche der deuffchen Armee ertönen.

Wir alle fingen mit! Und' sehen uns lachenden Auges an und nicken uns zu.

Verflogen ist alle Schwermut, wie weggewischt, und man ist wieder, was man war: ein ganzer Soldat, der es mit Tod und Teufel aufnimmt!

Man ist wieder froh und stark, man schöpfte wie­der Lebensmut und Kraft.

Aus einem kleinen, deutschen Lied!

Meine Tante deine Tante."

Der neue Film im Lichtspielhaus, Bahn­hofstraße, erzählt die vergnügliche Geschichte der Bekehrung eines Hagestolzes, der durch List und grobe Täuschung, aber auch durch den be­strickenden Liebreiz eines jungen Mädchens dazu geführt wird, das weibliche Wesen mit liebens­würdigeren Augen zu betrachten, als er es bis dahin getan hat. Das junge Mädchen, das, wie sich später herausstellt, sogar seine Tochter ist, bringt ihn soweit, daß er alle Vorurteile zur Seite stellt und seine Jugendliebe (ihre Mutter) heiratet, wäh­rend sie sich selbst den Neffen des alten Herrn sichert. Die verwandtschaftlichen Verhältnisse werden dabei zwar ein bißchen kompliziert, aber das Er­gebnis bedeutet die Aufösung in allgemeines Wohl­gefallen. Wie es sich für einen Lustspielfilm gehört, gibt es zum Schluß und nach Ueberwindung aller Schwierigkeiten zwei Verlobungen.

Den Weiberfeind stellt Ralph Arthur Roberts dar, der dieser Gestalt des alten Hagestolzes man­chen feinen menschlichen Zug gibt und ihn sehr lie­benswert macht. Olly H o l z m a n n ist das lieb­reizende junge Mädchen, das allen Scharm aufbie* tet, um ihn zu bekehren. Johannes Heesters zeichnet den Neffen sehr lebendig und Kate Kühl stellt die ältliche Jugendfreundin des Juyggesellen in starker Betonung der Erhaltung ihrer weiblichen Schönheit dar. In weiteren Rollen begegnet man Leo Peukert, Ernst Legal, Walter Laden- gast und verschiedenen anderen ausgezeichnete« Darstellern. Die Regie führte Carl B o e f e.

Die Wochenschau bringt sehr eindrucksvolle Bil­der von den norwegischen Küstenbefestigungen in deutscher Hand und von der Arbeit der U-Boots- Abwehr in Skagerrak und Kattegat.

H. L Neuner,