Ausgabe 
10.2.1940
 
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M. 35 Erste? Blatt

Samstag, lO./$onntog,U. Zebruar 1940

190. Jahrgang

Englands lleber<

, 10. Febr. (DNB.) DerDaily! in Wilna augedeckten polnischen Geheimorganisatio- >bestmöglicher Quelle" erfahren, nen gegen den litauischen Staat gerich-

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Amsterdam,

Wörter" hat ausbestmöglicher Quelle" erfahren, daß der finnische Gesandte in London amtlich Er­laubnis erhalten habe, in England Freiwillige anzuwerben. Die kanadische Regierung sei über die­sen Nichtigen politischen Schritt amtlich unterrich­tet worden. Das Blatt geht nicht näher auf die schwerwiegende Frage ein. Aber es weist darauf hin, daß unter dem britischen Dienstpflichtgesetz eine Anwerbung von Freiwilligen für den finnisch-rufsi- schen Krieg in Großbritannien eigentlich unmöglich

berechnete und von rein nationalökonomischen Er­wägungen geleitete rumänische Wirtschaftspolitik wesentlich von der Wirtschaftspolitik der Türkei. Die Vorgänge um das rumänische Petroleumkom­missariat zeigen aber, daß das englische Pfund doch einiges von seinem Zauberklang eingebüßt hat und gegenüber den Grundsätzen einer bewußten natio­nalen Wirtschaftspolitik eine schwache Devise ge­worden ist. Wie weit der Eingriff des rumänischen Staates in die Petroleumwirtschaft gehen wird, ist schwer vorauszusagen, hängt es doch in erster Linie von dem weiteren Verhalten dieser Industrie selbst

ist. Trotz starker Jagd- und Flakabwehr wird ein deutsches Flugzeug vermißt.

Oer Wehrmachisberichi

vom Freitag.

Annahme von Anzeigen für die Mitlagsnummer bis8'/^Uhr des Vormittags

Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen

von 22 mm Brette 7 Rpf. für Textanzeigen

von 70 mm Breite 50 Rpf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B

Platzvorschrift nach vorheriger Vereinbarung 25 % mehr.

ab. Sicher dürfte sein, daß das Petroleumkommis­sariat einen Förderungs- und Bohrungs­plan aufstellen und den einzelnen Gesellschaften die Ablieferung bestimmter Mengen Erdöl aufer- legen wird, über deren Verteilung für Export und Binnenverbrauch ebenfalls der Generalkommissar entscheiden wird. An einen staatlichen Eingriff in die innere Struktur der Gesellschaften ist vorläufig nicht gedacht.

Ein Ministerin, für Außenhandel in Rumänien.

B u k a r e st, 10. Febr. (Europapreß.) Die Freitag­ausgabe des Amtsblattes veröffentlicht ein königliches Dekret über die Errichtung eines Ministeriums für Außenhandel, dessen Arbeitskreis bisher teils vom Außenministerium, teils vom Wirtschaftsministerium versehen wurde. Zum Staatsminister für den Außen­handel wurde der bisherige Leiter der Wirtschafts­abteilung des Außenamtes, Jon Er ist u, ernannt.

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Polen schnell zu Ende geführt, um im Westen stark zu sein. Es sei also wenig wahrscheinlich, daß Deutschland eine neue Front eröffnen wolle. Son Telegraf" glaubt ebenfalls nicht an einen Krieg im Kaukasus und in Vorderasiep. Die Sow­jetunion als Angreifer habe keinerlei 1 ok - k e n d e Angriffsziele, denn sie habe alles, was sie brauche. Das russische Vorgehen in Polen und in Finnland gelte rein strategischen Erwägun­gen, die im vorderasiatischen Raum nicht vorlägen. Die beiden Nachrichten zeigen, daß man auch in der Türkei einjusehen beginnt, daß nur die West- möchte ein Interesse daran haben können, im nahen Osten Unruhe zu stiften.

Aeuer Erfolg deutscher Aufklärer

Acht Schiffe mit 15000 Tonnen tu der Nordsee vernichtet.

Berlin, 9. Febr. (DBB.) Deutsche Flie. gerverbände waren am 9. Februar zur be­waffneten Aufklärung über der Nordsee eingesetzt, hierbei wurden sechs britische oder im britischen Geleitzug fahrende Schiffe mit einer Ton­nage von etwa 15 000 Tonnen und zwei Vor­postenboote versenkt oder so schwer be­schädigt, daß mit einem Totalvertust zu rech-

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Ermäßigte Grundpreise Bäoeranzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Rpf.

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Kanadier sollen an die Finnlandsront

Warum in Kanada gewählt wird.

Deutschland zählt über 79 Millionen ohne Memel, Danzig und die Ostgebiete.

Die rumänische Petroleum -Industrie unter Staatskontrolle.

Äon unserem Dr. He.-Korrespondenten.

sein würde.

Die Generalwahlen, die am 26. März in Kanada stattfinden, sollen der Dorninienregierung ein Dolks- mandat zur Steigerung des kanadischen Kriegsbeitrages verschaffen Er würde natür­lich in der Entsendung von Freiwilligen an die finnische Front bestehen. In Kanada, wo es kein Dienstpflichtgesetz gibt, wäre eine Anwerbung von Freiwilligen für Finnland möglich. Da weite Teile des kanadischen Gebietes ebenfalls tief in die arktische Zone hin ein greifen, könnte das Dominion sogar Kämpfer liefern, die mit den klimatischen Ver­hältnissen des finnischen Kriegsschauplatzes vertraut sind. Vom britischen Standpunkt hätte das Verfahr ren außerdem noch den doppelten Vorzug, daß nicht Engländer, sondernnur" kanadische Schotten zum Einsatz kämen und daß eine derartige Hilfeleistung vielleicht nicht zu einem ernsten Kon­flikt mit Rußland zu führen brauchte.

In dem Wahlkampf wird dem kanadischen Voll von dem eigentlichen Motiv der Volksbefragung selbstverständlich nichts gesagt. Die Wähler haben vielmehr den Eindruck, es gehe für sie lediglich darum, zu entscheiden, ob die Regierung weiter der liberalen Partei mit Mackenzie K i n g an der Spitze anzuverttauen sei oder besser den Konservativen. Erst nach der Wahl werden sie erfahren, um was es sich in Wirklichkeit handelt. Dann aber werden sie, wenn man anfängt,Freiwillige" für Finnland aus­zuheben, nicht mehr dagegen protestieren können.

Auch Polen ausersehen.

Rom 9. Febr. (DNB.) Wie der Londoner Ver­treter des©iomale d'Jtalia" erfährt, soll der englisch 5 französische Kriegsrat be­schlossen haben, in Finnland aktiver einzugrer- fen Für die Entsendung eines Expeditions­korps nach Finnland denke man in erster Lime an die in Frankreich stehenden polnischen For­ma t i o n e n, man ist also auch hier offenkundig bemüht die eigenen Leute zu schonen, wahrend den von den Westmächten verführten Polen die Ehre zuteil werde, ihre Haut in Finnland zu Markte zu tragen.

Zwei polnische Seheimorganisaiionen im Wilnaqebiet

Kowno 9. Febr. (DNB.) Der litauische Innen­minister General S k u c a s bestätigt, daß die beiden

Berlin, 9. Febr. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

In Ford ach stieß eine eigene Sicherung mit einem stärkeren feindlichen Spähtrupp zusammen. Dabei verlor der Gegner mehrere Gefangene. Grenzüberwachungsflüge der Luftwaffe blieben ohne Berührung mit dem Feind.

Oie Todeszone um England.

Mailand, 9. Febr. (Europapreß.) Der stan- zösische DampferM arte Daran" (2656 Brt.) ist in der Nordsee auf eine Mine gelaufen und untergegangen. Die Mannschaft konnte gerettet wer­den, doch ist ein farbiger Matrose ums Leben ge­kommen. Der englische DampferHighcliffe" (3847 Brt.) ist in der Nordsee an einer Klippe ge­strandet und von seiner Besatzung aufgegeben wor­den. Der britische 5400-Brt.-Dampfer Chagrev wurde durch feindliche Einwirkungen an der Nord- westküste von England versenkt. Zwei Mann der aus 64 Mann bestehenden Besatzung werden ver­mißt.

1939 nach Wilna kamen. Beide Organisationen wur­den erst nach dem Zusammenbruch des polnischen Staates aufgezogen.

Oie Kampftage in Finnland.

Helsinki, 9. Febr. (DNB.) Auf der karelischen Landenge dauert, so teilt der s i n n i s ch e Heeres­bericht vom 7. 2. mit, der russische Druck auf den Frontabschnitt von Summa an. Zwei weitere An­griffe konnten abgewiesen werden. Auch an der Nordostküste des Ladoga-Sees haben finnische Truppen die von Arttllerie und Tanks unterstützten Angriffe der Russen abgeschlagen. In Richtung auf Kuhmo sollen die Finnen ihre Stellungen verbessert und in Suomussalmi eine russische Abteilung zurück­geschlagen haben, die südlich von Raste über die Grenze vorzurücken versuchte. Die sowjetrussische Luftwaffe griff einige Ortschaften in der Provinz Kajaani uno die Stadt Kajaani selbst an. Mehrere russische Patrouillen, die mit Fallschirmen abgesprungen sind, sollen aufgegriffen wor­den sein. Vier russische Flugzeuge sollen a b ge­schossen worden sein.

*

Das Kommunique des Leningrader Militärbe­zirkes berichtet von Aufklärungstätigkett an den verschiedenen Frontabschnitten. Im Verlauf der Vorpostengefechte der Infanterie hätten die Sorajet- truppen das befestigte Gebiet vom Hotinen-Abschnitt auf der karelischen Landenge besetzt. In diesem Ge­biet befanden sich acht betonierte und mit Artillerie ausgerüstete Forts. Zwischen Ladogasee und Suvantojärvi sollen Sowjettruppen ebenfalls fünf betonierte und mit Artillerie ausgerüstete Forts eingenommen haben. Die sowjetische Luftwaffe habe militärische Ziele der Finnen angegriffen.

Wer hat Interesse an einem Krieg im Orient?

Istanbul, 9.'Februar. (DNB.) Die Zeitungen Tan" undSon Telegraf" befassen sich mit der Möglichkeit einer Verpflanzung des Krieges nach dem Osten.Tan" schreibt, es sei die Rede von K r i e g s v o rb e r e i tun g e n im Iran und Afghanistan mit der Begründung, diese Staa­ten seien von einem Angriff bedroht. Diese Gerüchte könnten nur von solchen Kreisen ausgestteut werden, die den Krieg der Nervenab­nutzung nach dem Orient tragen wollten. Der Krieg habe sich in Europa nicht ausgedehnt, also sei es unsinnig, an eine Ausweitung im Osten zu glauben. Die Deutschen hätten den Krieg in

1652 mit blutiger Strenge niederwarf. Nun begann für das durch die Kampfe gegen die britischen Zwinaherren schon furchtbar dezimierte irische Volk eine schwere Leidenszeit. Die meist dem englischen Hochadel entstammenden Grundbesitzer lebten nicht auf der Insel, sondern verpachteten ihre Ländereien in kleinen Parzellen an irische Bauern. Die Pacht­zinsen wurden immer höher geschraubt und die wirt­schaftliche Lage des in Ermangelung leistungsfähiger Industrien ganz auf die Landwirtschaft angewiese­nen irischen Volkes immer verzweifelter, zumal nach

v.....-gang zum Freihandel der irische

Pächter sich der Konkurrenz des russischen und ame­rikanischen Weizens nicht zu erwehren vermochte. Mißernten und Hungersnöte riefen eine solche Ver­zweiflung hervor, daß die Bevölkerungszahl durch dauernde Auswanderung von 8,2 Millionen im

Berlin, 9. Februar. (DNB.) Nachdem zunächst die ortsanwesende Bevölkerung am Tage der Volks­zählung im Mai 1939 ermittelt worden war, legt das Stattsttsche Reichsamt jetzt die vorläufigen Zahlen über die rechtlich maßgebende Wohnbevöl­kerung vor. Sie ist mit 79 364 408 Personen er­mittelt worden. Nicht enthalten ist darin die Be­völkerung des Memellandes, von Danzig und in den neuen Ostgebieten. Die Zunahme gegen­über 1933 beträgt über 2,9 Millionen oder 3,8 v. H. Die natürliche Bevölkerungsvermeh­rung betrug im gleichen Zeitraum etwa 2,86 Mil­lionen Personen, so daß sich ein Wanderungs­gewinn von etwa 65 000 Personen ergibt. Im alten Reichsgebiet sind 503 000 Personen mehr zu­gezogen als fortgezogen, während von 1925 bis 1933 die Auswanderung aus dem alten Reichs ge­biet um 234 000 Personen größer war als die Ein­wanderung. Der Zuzug durfte vor allem in der letzten Zeit vor der Zählung sehr groß gewesen sein, nämlich von Arbeitskräften aus den sudeten­deutschen Gebieten und aus der Ostmark.

Die männliche Bevölkerung hat bedeu­tend stärker zugenommen als die weibliche. Nach

der Zählung vom Mai 1939 kommen auf 1000 männliche 1048 weibliche Personen gegenüber 1061 bei den Zählungen um 1933. Das Bevölkerungs- wachsturn ist in den einzelnen Teilen des Reiches sehr verschieden gewesen. Ein Anwachsen des Frauenüberschusses ist in Berlin, Wien und Hamburg, im Sudetenland und den Industriezentren festzustellen. Auf einen Quadratkilometer Fläche kamen im Durch­schnitt 136 Einwohner. Die Siedlungsdichte des alten Reichsgebiets ist von 140 auf 147 Einwohner gestiegen. Die geringe Durch­schnittszahl für das Gesamtreich ergibt sich aus der dünnen Besiedlung und teilweise Bevölkerungs­abnahme in der O st mark und den sudeten­deutschen Gebieten. In Berlin routbe eine Wohn­bevölkerung von 4 339 000 Personen festgestellt, in Wien von 1920 000, in Hamburg von 1713 000. Die Gesamtzahl der Haushaltungen be- trägt 22,77 Millionen. Gegenüber 1933 ist eine Zunahme von 2 Millionen Haushaltungen zu ver- .zeichnen. Die Durchschnittsgröße der Haushaltungen beträgt 3,5 Personen gegenüber 3,68 bei der letz­ten Zählung.

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Bukarest, 9. Februar.

Die Tatsache, daß der deutsch-rumänische handel sich trotz des Krieges ungeschmälert wei­terentwickelt, veranlaßt die Engländer, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um diese Landzufuhren zu vermindern oder ganz abzuschneiden, weil so lange die Seeblockade unwirksam bleibt, wie Deutschland Erdöl, Getreide und andere Rohstoffe in genügen­dem Maße auf dem Landwege bekommt. Sie haben deshalb zuerst versucht, möglichst viel Donauschlep- per und Kähne aufzukaufen oder zu mieten. Dieses Manöver ist dank der Aufmerksamkeit der Ru­mänen, die darin auch eine schwere Schädigung für ihren Handel sahen, mißlungen. Ebenso setzten bald nach Kriegsausbruch englische Versuche ein, die von Deutschland benötigten Waren auf dem rumäni­schen Markt w e g z u k a u s e n. Rumänien als neu- traler Staat verkauft und liefert natürlich auch an England seine Produkte, zeigt sich aber gegenüber ausgesprochenen Blockadekäufen sehr zurückhaltend, da es darin verschleierte Versuche sieht, es aus sei­ner Neuttalität herauszulocken.

Seit etwa Mitte Dezember bemühen sich die Eng­länder um größere rumänische Erdöl-, Holz- und Getreideabschlüsse, um, wenn rnicht den Deutschen die Waren wegzukaufen, sie doch zu verteuern. Es verlautet hier auch, daß England in der letzten Zeit 400 000 Tonnen Erdöl in Rumänien gekauft hat, von denen es bis heute aber erst die Hälfte ab genommen und bezahlt habe. Die Art^ wie sich die Engländer die Abwicklung dieser Ge­schäfte denken, gefällt aber den Rumänen nicht. England möchte sich zwar große Mengen rumäni­schen Erdöls sichern, den größten Teil davon aber in Rumänien lagern und erst bei Abnahme bezah­len. Man deutet hier an, daß solche Jmperiums- oder Kolonialmethoden Rumänien gegenüber jetzt im Kriege noch weniger als sonst angebracht seien. Auf der anderen Seite findet die kulante Art, wie Deutschland seine Käufe abwickelt und durch Lieferung von für die rumänische Wirtschaft wich­tigen Güter bezahlt, auch in solchen Kreisen, die von . Haus aus nicht deutschfreundlich eingestellt sind, un- eingeschränkte Anerkennung. Man weist hier darauf ! hin, daß das Petroleum die wertvollste I Devise Rumäniens sei, die das Land beson­ders heute dringend verwerten müsse, um sich dar­aus die nötigen Mittel für seine Industrie und seine Ausrüstung zu beschaffen.

Der Hauptschriftleiter desCurentul", Seicaru, ! fragte dieser Tage in seinem Blatte ganz offen, ob Rumänien vielleicht fein Erdöl bis zum Jahre 1990 . aufstapeln solle, bis man anderweitig so viel syn- ! thetischen Treibstoff erzeuge, daß niemand mehr für das Erdöl Interesse habe. Er verstehe ja, daß den | Engländern und Franzosen die ungestörte Beliefe­rung ihres Gegners mit rumänischem Erdöl miß- Iifalle, aber für Rumänien stünden schließlich die Interessen seiner eigenen Wirtschaft I an erster Stelle.

Aus diesem nattonalrumänischen Interesse erklärt k sich die Einführung der Staatskon­trolle für die Petroleumwirtschaft. Im Interesse s feiner Nationalwirtschaft, seiner Landesverteidigung I und seiner Neutralität muß Rumänien auf einen | möglichst ungestörten Export seiner Erzeugnisse, 1 vor allem von Petroleum, Getteide und Holz, im Rahmen der bestehenden Abmachungen und Zu­sagen bedacht sein. Die Petroleum-Industrie aber, | soweit sie von deutschfeindlichem Kapital abhängig | war, gefährdete durch künstliche Produktionssenkung, I ungenügende Bohrungen und Ausfuhrsabotage diese | Exportpolitik der Regierung und darüber hinaus so- | gar die Binnenversorgung mit Erdölprodukten. Es hat in den voraufgegangenen Monaten nicht an | Warnungen gefehlt des Inhalts, daß es unverein- | bar mit der Souveränität des rumänischen Staates | lei, wenn auf seinem Territorium arbeitende Ge­sellschaften Befehle aus dem Ausland annahmen und durchführten. Als diese Warnungen nichts hal- I (en, mußte der staatliche Eingriff fühlbar werden.

Die Erregung über die Schaffung des General- I kommissariats für die Petroleumwirtschaft war bei den betroffenen Gesellschaften, die anscheinend nicht I damit gerechnet hatten, daß man Emst machen I werde, sehr groß, und es hat hinterher nicht an I Lressionen, besonders von englischer Sette, gefehlt, [ um die rumänische Regierung zur Rücknahme imes j Beschlusses zu bewegen. Aber alle englischen I Drohungen halfen nichts. Die rumänische Regierung I konnte daraus Hinweisen, daß die strenge Einhal- I tung der mit Deutschland getroffenen Handersab- V inachungen keine einseitige ö e g u njt t = | ßun g einer kriegführenden Par t e i sei, f sondern daß Rumänien sich gerade durch Nichtem- I Haltung der im Frieden abgeschlossenen Handelsab­kommen und Drosselung des normalen Exportes nach Deutschland zum Werkzeug der englisch-fran- l zösischen Wirtschastskriegsührung gegen Deutschland machen und seine Neutralität aufgeben wurde. Von diesem Neutralitätsstandpunkt laßt sich Rumänien weder durch den Versuchsballon der Churchill-Rede mit ihrer Krokodilsfabel, noch durch die unfreund­liche Sprache des englischen Rundfunks und der mglischen Presse abbringen. Man will sich hier^ den natürlichen und sehr aufnahmefähigen Hauptabsatz- | marft, den Deutschland nun einmal darstellt, au über den Krieg hinaus erhalten und ihn nicht u

' verschwommener und bei Kriegsende doch autom - I «Ich wieder außer Kraft tretender englischer Ab- l ^ahmeversprechungen willen aufs Spiel le5cn- .,, Insofern unterscheidet sich diese auf lange tont)

Erscheint tag lid), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle

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$ranffurt am Main 11686

t e t war und ihr Ziel durch Terror und mit Waffengewalt zu erreichen suchten. Die Mit­glieder sind meistens ehemalige polnische Militär­angehörige, die aus dem Innern Polens gekommen waren, unter ihnen nicht wenige, die erst im Herbst

Das Bluiurieil von Birmingham.

Die ttotz der Unschuldsbeteuerungen und ttotz aller energischen Proteste und Warnungen aus Ir­land von den brittschen Machthabern mit brutaler Sturheit in Birmingham vollzogene Hinrichtung der beiden Iren Barnes und Richards lenkt wie­der einmal die Aufmerksamkeit der Welt auf eines der blutigsten und grausamsten Kapitel in der an Un­terdrückungen und Verfolgungen beispiellos reichen Geschichte der brittschen Inseln. Seitdem der eng­lische König Heinrich II. Anfang des 12. Jahr­hunderts Irland erobert hatte, gab es für die eng­lische Politik eine irische Frage, obwohl die Eng­länder mit allen Mitteln der Gewalt versucht haben, das Freiheitsgefühl der Iren zu erfttcken. Dre irische Sprache wurde aus gerottet, der Handel Irlands mit dem Ausland unterbunden, die irische Wollindustrie vernichtet, die irische Diehausfuhr nach England verboten, der irische Bauer vom angeftammten Grund und Boden vertrieben und sein Land ein- geroartberten Engländern gegeben. Schließlich hat England sich durch die Austreibung der Iren aus dem größten Teil von Ulster, den sechs nvrdirischen Grafichaften, und durch die Besiedelung des Landes mit Schotten und Engländern unter dem ersten Stuartkönig Jakob I. 1609 ein Bollwerk auf der grünen Insel" geschaffen, mit dem es den Kon° fessionsstreit zu einem der wichtigsten Mittel seiner Herrschaft über Irland machte. Irland war näm­lich der einzige Teil der britischen Inseln gewesen, in dem die Reformation nicht hatte Fuß fassen kön­nen. Erst mit den nach Nordirland verpflanzten Engländern und Schotten kamen Puritaner ins Land. König Karl I. wollte den Katholizismus in Irland überhaupt ausrotten, aber darüber brach 1641 ein Aufstand der Iren las, den erst Cromwell

Metzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätsdruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Seschästrftelle: Schulftrahe 7