Ausgabe 
10.1.1940
 
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Nr. 8 Erste? Matt

Mittwoch, W.Zanuar 1940

190. Jahrgang

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Japanischer Kriegswinter.

Von unserem (OK >Äerichierstatier.

Tokio, Ende Dezember 1939. Winternacht.

In tiefer Winternacht von Sehnsucht verzehrt, Ins Haus der Geliebten ich eile, In des Flußwindes schneidender Kälte Der Regenpfeifer schmerzerfüllter Schrei!

Ki no Tsurayuki (9. Jahrh.).

Japan befindet sich nun im dritten Kriegswinter, der mehr denn je dem einzelnen die Härten des Krieges fühlbar werden läßt. Durch den Ausfall von Arbeitern sowie durch die starken Anforderun­gen der Kriegsindustrie hat Japan einen bisher noch nicht dagewesenen Mangel an Brenn- stoffen aller Art zu verzeichnen. Selbst die für den japanischen Haushalt unentbehrliche Holzkohle kann nicht in ausreichender Menge hergestellt wer­den. In den japanischen Lichtspielhäusern oder durch Plakate und Flugschriften wird die Bevölkerung zur rationellen Auswertung der wenigen vorhan­denen Heizstoffe angeleitet.Der Soldat erfüllt im kalten China seine Pflicht erfülle du die deinige in der Heimat", heißt es auf zahlreichen Plakaten an allen Straßenecken. So werden in diesem Jahre die großen Dauerbrandöfen und Zentralheizungen weiterhin kalt bleiben. Jeder begnügt sich mit seinemRentanöfchen", in das ein aus Kohlenstaub und einem Bindemittel gepreßtes rundesBrikett" gelegt wird, das etwa zwölf Stunden eine gleich­mäßige, wenn auch nicht allzugrohe Wärme spendet. Da die japanischen Häuser eigentlich nur für die warme Jahreszeit gebaut sind, fehlen jegliche Ka­mine und Schornsteine. Die Abzugsröhren der Rentan" werden daher durch ein Loch in der Wand gelegt oder in vielen Fällen einfach durch das Fenster. Um dem Kohlenmangel zu ihrem Teil begegnen zu helfen, haben sämtliche japanische Beamte beschlossen, in diesem Jahre in den Mini­sterien nicht zu heizen, sondern dafür im Winter­mantel in ihren Büroräumen zu arbeiten.

Unglücklicherweise hat Japan in diesem Jahre eine weitere Not zu überstehen. Die letzte Reis- ernte Reis ist die Ernährungsgrundlage des Jttselvolkes ist infolge ungünstiger Wetterverhält­nisse äußerst schlecht ausgefallen. Vor allem sind die unfruchtbaren Gebiete in Nordsapan und einige Teile Koreas betroffen worden. Dazu kommt noch, daß die Versorgung der Chinatrup­pen zu fast 90 v. H. vom Mutterlande abhängig ist und beträchtliche Mengen Reis nach China ver­schifft werden müssen. Um mit allen Mitteln die Versorgung der fast ausschließlich vom Reis ab­hängigen Landbevölkerung sicherzustellen, hat die Regierung die Einfuhr von ausländischem Reis an- geordnet, wodurch die bisher einigermaßen stabilen Reispreise bedeutend gestiegen sind. Um auch hier dem Daterlande ein Opfer zu bringen, hat die Armee einenreislosen Tag" einmal monat­lich eingeführt, an dem, an gefangen vom Kriegs- minrster bis herunter zum kleinsten Laufjungen, nur Brot oderSoba", japanische Nudeln aus Buch­weizenmehl, gegessen werden. Die Armee erwartet, daß das Volk auch hier ihrem Beispiele willig fol­gen wird.

Im 1. Dezember begann für manchen jungen wehrfähigen Japaner ein neuer Lebensabschnitt: Der Eintritt in das Heer. Aus allen Teilen des Landes sttömten Scharen junger Rekruten in Begleitung ihrer Eltern, Verwandten, Freunde und Vertreter der Krieger- und Frauenvereine ihres Heimatortes zu den Kasernen ihres zuständigen Regimentes. Don unzähligen Fahnen, Wimpeln und Bannern grüßte die Soldaten einGlückwunsch zum Auszug der Unterwerfung der Feinde". Un­ter Absingen der alten Kriegslieder der Meijizeit, die einst die Väter und Großväter in den Kriegen gegen China und Rußland vor fünfzig Jahren ge­sungen haben, nahmen die Rekruten Abschied von ihren Angehörigen. Wenn sie auf dem Felde der Ehre bleiben, dann hallen die Straßen Nicht wider von frohen Kriegsgesängen, sondern in feierlicher Prozession von Regimentskameraden, Offizieren und Angehörigen begleitet, wird ein Brustbild und die Aschenurne des Toten durch die Straßen zu feinem Regiment getragen. Ueberall, wo der Zug vorüber­zieht, stockt für wenige Minuten das laute Treiben des Verkehrs. In ehrfürchtigem Schweigen verneigt sich die Bevölkerung tief vor der Urne uni) erweist dem Gefallenen die letzte Ehrung. Nach japanischem Glauben ist der Tote unter die Götter des Landes eingegangen und wird auch noch in der jenfeittgen Wett für das Schicksal seines Landes eintreten. Nachdem die Asche in der Kaserne seines Stamm­regiments angekommen ist, werden die Geister der verstorbenen Helden in feierlicher shintoistischer Zere­monie aus den Reihen der lebenden Kameraden entlassen und kehren in ihre Dörfer zurück, um im Familiengrabe die letzte Ruhe zu finden.

Der Dezember, auchgrollender Monat" oderwelke Jahreszeit" genannt, ist die einzige Zeit des Jahres, die dem schwerschaffenden Landmann die wohlverdiente Ruhe bringt. Wenn die Ernte eingebracht ist und die Rübenstecklinge in die Beete gesetzt sind, beginnen in Stadt und Land die Vor­bereitungen für das Jahresende. Das Jahresende wird von den Japanern auch spaßhaftJahres­abrechnung" genannt, da bis zum 21. Dezember selbst der hartgesottenste Schuldner seine Schul­den bezahlt haben muß. Täglich kommenun­gebetene" Gäste in Gestalt von Botenjungen, die überaus höflich, aber gleichweise hartnäckig die Rechnungen präsentieren. Sind die ausstehenden Beträge endlich eingegangen und die Bücher ab­geschlossen worden, bann kommt der von allen Be­amten und Büroangestellten mit Sehnsucht erwar­

tete Tag, an dem die Neujahresgratifika­tionen ausgezahlt werden. Diese Geldgeschenke betragen meist das drei- bis sechsfache des monat­lichen Einkommens, also höchst willkommene Gaben, die einGrund" zum Feiern sind. Alt und jung im Familienkreise ober auch die Belegschaften der Fir­men laden zu einerBonenkai-Jahresvergessens- feier" mit Reiswein undäiverfen" Speisen ein, um einmal die Sorgen und Aufregungen bes vergange­nen Jahres in zwangloser Geselligkeit zu vergessen. Inzwischen eilen die Hausfrauen zu den in den Zeitungen großangekünbigten Jahresschluß- Ausverkäufen, um, wie die luftig im Winde schwankenden Reklamelampions der großen Waren­häuser besagen,zu unglaublich billigen Preisen" die für die Neujahrsfeier notwendigen Speisen, Schalen, Reisweine und Neujahrsdekorationen ein­zukaufen. Je näher die letzten Stunden des Jahres heranrücken, um so froher werden die Gesichter der Japaner, die nun in der ersten Woche des neuen Jahres einmal gründlich ausruhen können. Alle Geschäfte sind geschlossen und niemand ist für Ge­schäftsangelegenheiten zu sprechen. 108maI läuten in der Silvesternacht die Glocken der buddhistischen Tempel der erste Gruß des neuen Jahres und bet Sake und Reiskuchen beglückwünschen sich Ver­wandte und Nachbarn mit einem herzlichenOme- deto"-Glückwunsch zum neuen Jahre. Die Freude des Frühlingsanfangs ist da!

Berlin, 9. Jan. (D71V.) Deutsche Kampfflug­zeuge unternahmen am Vor- und Vachmillag des 9. Ianuar einen Lrkundungsvorstoß gegen die eng­lische und schottische Ostküste. Hierbei wurden meh­rere bewaffnete Vorpostenfahrzeuge und unter deren Geleit fahrende Handelsschiffe angegriffen und ver­nichtet. Die eingesetzten Flugzeuge sind sämtlich un­versehrt zurückgekehrt.

Oie Todesfahrt nach England

Wieder drei Schiffe mit zusammen 18661 Tonnen auf Minen gelaufen.

Amsterdam, 10. Jan. (DNB.) Reuter zufolge rechnet man damit, daß der englische Tankdampfer British Liberty" (8485 Tonnen) während des Wochenendes in der Nordsee auf eine Min e gelaufen und gesunken ist. Acht­zehn Ueberlebende trafen gestern in England ein. 20 Mann der Besatzung dürsten verloren sein. Der Amsterdamer Telegraaf" berichtet aus Dünkirchen, daß D ienstag nachmittag das rund 10 000 Brutto -

Washington, 9. Jan. (Europapreß.) Der Flottenchef Admiral Stark begründete vor dem Marine-Ausschuß des Repräsentantenhauses den in der vorigen Woche eingebrachten Antrag bes Ma­rineministers Edison, der mit Rücksicht auf die ernste Weltlage eine 25prozen tige Er - Höhung der Schiffstonnage der Vereinig­ten Staaten forderte. Stark setzte sich für die An­nahme einer 1,3 Milliarden Dollar betragenden Flottenaufrüstung ein. Bei der Marine aller Länder, so sagte Stark weiter, werde zur Zeit aufgerüstet. Die Vereinigten Staaten müßten mit dieser Entwicklung Schritt halten , um nicht nach Kriegsende geschwächt dazustehen. Der Flottenchef entwickelte sodann ein revidiertes Baupro- geramm, das an Stelle der'ursprünglich beabsich­tigten 95 Neubauten nur 77 vorsieht, also die Schiffszahl zugunsten der Schiffs­größe vermindert. Die USA.=5Iotte müsse stark genug sein, um nicht nur die Vereinigten Staaten, sondern auch ihre überseeischen Besitzun­gen, den I18A.-Handel, die Rohstoffzufuhr und Jbero-Amerika gegen eine Invasion verteidigen zu können und denl)8A. Frieden und Sicherheit zu gewährleisten. Das Stärkeverhälnis der USA.=glotie gegenüber der japanischen Flotte müsse mindestens 5:3 betragen.

Die ttILA.-Marine wolle Schlachtschiffe von 50 000 oder 52 000 Tonnen jedoch nicht größer bauen, falls die zur Zeit ausgearbeiteten Konstruk­tionspläne gutgeheißen würden. Bekanntlich wurde in Kongreßkreisen kürzlich der Gedanke erwogen, 70 000= oder gar 80 000-Tonner zu bauen, doch sind die amerikanischen Sachverständigen von der Zweck- mäßigkett derartiger Riesenschiffe nicht überzeugt. Die beiden Schlachtschiffe, für die Roosevelt in der letzten Woche die erste Baukostensumme anforderte, würden Schwesternschiffe der beiden 45 000-Tonner fein, für die der Kongreß in vergangenen Jahr die

Bor einem Regierungswechsel in Japan.

Kehrt Fürst Konohe zurück?

Tokio, 10. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Die ge­samte Presse nimmt an, daß der Rücktritt des Kabinetts Abe kurz bevor st ehe. Der Kriegsminister und die Armee seien überzeugt, daß die Stellung des Kabinetts unhaltbar sei. Da die Armee sich jedoch für die Durchführung des Chinakonfliktes direkt verantwortlich fühle, so sei sie im höchsten Grade daran interessiert, daß möglichst bald klare innerpolitische Verhältnisse geschaffen würden. Immer mehr tritt der Name des früheren Ministerpräsidenten K o n o y e in den Vordergrund. Man weist darauf bin, daß Fürst Konoye bereits vor zwei Jahren eifriger Förderer einer neuen chinesischen Regierung unter Wangtschingwei gewesen sei, und glaubt, daß er die China-Politik zu einem erfolgreichen Ende führen werde. Neben Konoye werden weiter als Kandidaten genannt General Ugaki, der frühere Finanzminister I k a d a, Kriegsminister General Hata und die früheren Kriegsminister Su- g i y a m a und T e r a u ch i. Fürst Konoye soll zu verstehen gegeben haben, daß er eine Kandidatur ablehnen werde. Er hatte auf einem Golfplatz in der Nähe der Stadt eine längere Unterredung mit Hosminister Katsudaira, Kultusminister Kawa- rada und Vizeaußenminister Iani sowie verschie­denen Parteivertretern.

registertonnen große britische SchiffDunbar C a ft l e" in der Nähe der französischen Küste auf der Höhe der Somme-Mündung auf eine Mine gelaufen ist. Ueber das weitere Los des Schif­fes soll bis jetzt angeblich noch nichts bekannt sein. DieDunbar Castle" gehörte der Union Castle-Mail und war in London registriert. Das niederländische Motorschiff ,Zruida" (176 Brutttregistertonnen) ist am Dienstagmorgen auf dem Wege von Hol­land nach England auf eine Mine gelaufen u n b g e f u n f e n. Die vierköpfige Besatzung konnte durch ein holländisches Schiff gerettet werden. Die Truida" hatte Stärke geladen.

Der Wehrmachtsbericht vom Dienstag.

B e r l i n. 9. Januar. (D71B.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Außer örtlicher Spähtrupptätigkeit und Aufklä- rungsflügen der Luftwaffe in der nördlichen Nordsee keine befonderen Ereignisse.

ersten Mittel bewilligte. Aus Starks Aussagen ging weiter hervor, daß die tt8A.-Marine den Bau von 50 000° Tonnen - Kriegsschiffen in diesem Jahr noch nicht in Angriff nehmen will. Die amerikanische Marine experimentiere zur Zett mit 8-zölligen (20 cm) Geschützen für Schlachtschiffe und beabsichtige, 200 weitere zweimotorige Fern­bomber des Typs anzufordern, der im vorigen Jahr den Geschwaderflug von San Diego nach dem Panamakanal durchführte. Außerdem will die ÜSA.= Marine vier Millionen Dollar für Verbesserungs­arbeiten auf der pazifischen Insel Guam er­wirken. Ein dahingehender Vorschlag war im letzten Jahr abgelehnt worden.

Derjackson-Day" in LlGA.

Washington, 9. Jan. (DNB.) Präsident Roosevelt hielt Dienstag auf einem Bankett anläßlich desJackson-Day" eine Ansprache, die wie seine Mitarbeiter prophezeit hatten, lediglich der Außenpolitik gewidmet sein sollte und, wie er den von ihm eingeladenen republikani­schen Gegnern versprochen hatte, keine Par­teirede sein würde. Beide Prophezeiungen oder Versprechungen wurden nicht gehalten. Die erstere offenbar, weil mit ganz verschwindenden Ausnahmen das amerikanische Volk auf feine Alarmrede vom 3. Januar nicht ein ging und sich einfach weigerte, seine düsteren Schilderungen über Amerikas Zukunft im Falle eines Sieges der ,sto- talitären Staaten" irgendwie ernst zu nchmen, die zweite, weil die Republikaner die Einladung höflich aber entschieden ablehnten und Roosevelt seinen Parteianhängern, die 100 Dollar für das Gedeck gezahlt hatten, schließlich doch für die kommende schwere Wahlkampagne Mut machen mußte. So redete Roosevelt denn über Amerikas große Präsi­denten, die ohne Rücksicht auf Parteizugehörigkeit

20 Lahre Versailles.

Das Diktat von Versailles ist für uns Deutsche kein Gesetz. Es geht nicht.an, von jemand mit vorgehaltener Pistole und der Drohung des Verhungerns von Millionen Menschen eine Unterschrift zu erpressen und dann das Dokument mit die­ser erpreßten Unterschrift als ein feierliches Gesetz zu proklamieren."

AdolfHitler am 1. September 1939 vor dem Deutschen Reichstag.

Es wehten keine Trauerfahnen über Deutschland an jenem 10. Januar 1920, da das Versailler Diktat in Kraft trat, es fanden keine Kundgebungen der Empörung gegen dieses Dokument der Schmach und der Schande statt, das Deutschland politisch, mili­tärisch und wirtschaftlich vernichten sollte. Still und stumm trug das Volk die Not, ängstlich waren die damaligen Machthaber bemüht, die Größe des Unglücks, das die Nation getroffen hatte, zu ver­bergen.

VersaillerFriedensvertrag"! Jeder einzelne die­ser über 400 Artikel war ein Peitschenschlag in das Gesicht des deutschen Volkes, dessen Todesurteil mit zynischer Offenheit hatte Clemenceau erklärt,' daß 20 Millionen Deutsche zuviel aus der Welt wären damit gesprochen sein sollte.Deutschland hat",Deutschland muß",Deutschland ist verpflich­tet" so ging es Seiten über Seiten. EinFriede", der alle historischen und wirtschaftlichen, alle volk- lichen und politischen Gegebenheiten einfach über» mag, Staaten zerriß, Landschaften zerteilte, Völker unterdrückte uni) uralte Kulturen zerstörte das war Versailles, an dessen Wiege, wie einige wenige Staatsmänner damals bereits erkannten, die Vor­boten neuer Kriege standen.

Die junge Mannschaft, die jetzt mit der Waffe des Reiches Grenzen schirmt und dem Feind schwerste Schläge versetzt, war damals gerade ge­boren oder stand in den Kinderschuhen. Gegen diese Heranwachsende Generation war Versailles in erster Linie gerichtet, ihr sollten alle Lebensmöglichkeiten entzogen werden, sie sollte zugrunde gehen. Verluste wertvollsten deutschen Ge­bietes, nicht zuletzt aller überseeischen Besitzungen, politische und militärische Wehrlosmachung, Repa­ration sverpflichtungen und das alles über­schattet von der Kriegsschuldlüge des Artikels 231, die überhaupt als Grundlage des Versailler Diktats angesehen werden muß. Nicht vergessen werden dürfen dieStrafbestimmungen", in denen die Auslieferung der deutschenKriegsverbrecher" ver­langt wurde, eine Forderung, die allerdings M dem Widerstand des deutschen Volkes scheiterte.

Das ist mit kurzen Strichen gekennzeichnet der beherrschende Gedanke dieses Dokumentes ge­wesen, das Deutschland zu einem Sklaven­volk degradieren sollte. Die vereinzelten Stimmen im deutschen Volke, die zum Kampf gegen dieses Diktat aufriefen, fanden kein Gehör, denn ihnen fehlte, wenn man ihnen den guten Willen auch nicht abzusprechen vermag, das heilige Feuer einer alle Hindernisse fortreißenden Ueberzeugungs- kraft, daß der Kampf gegen Versailles die Grund­forderung jeder Polttik fein müsse, die den Anspruch daraus erhebe, eine deutsche genannt zu werden. Adolf Hitler war es, der dieses Feuer entzün­dete und ein unbekannter Soldat des Wett- fr rege 5 den Kampf gegen eine Wett aufnahm. Es ist für uns selbstverständlich, gerade jetzt, zwei

diejenigen Aufgaben erfüllt hätten, die ihre Zett ihnen vorlegte, die aber heute kaum anders han­deln würden, als er und feine Mitarbeiter in den letzten sieben Jahren gehandelt hätten.

Viele Demokraten, die alljährlich an den Jackson- Banketten teilnehmen, glauben, es handele sich um den Geburtstag des Gründers der demokratischen Partei, während wie Vizekriegsminister Johnson bei einer Vorfeier in Neuorleans feststellte vor 125 Jahren General Jackson bei Neuorleans über doppelt so starke zum großen Teil aus Veteranen der Schlacht von Water­loo bestehende englische Truppen einen Sieg errang, der Neuorleans und den Unterlauf des Mis­sissippi davor bewahrte, ein Spielball zwischen Eng­land und Frankreich zu bleiben. Der Sieg bei Porkstown 1781 habe Amerika frei gemacht, der Sieg bei Neuorleans 1815 habe den Bestand der Der« einigten Staaten konsolidiert und das Land end­gültig von England gelöst.

Fast alle Sonntagsblätter haben auf diesen Frei­heitskampf gegen die Engländer hingewiesen. In derWashington Post" wird Andrew Jackson als ein Mann geschildert, deralles haßte, was mit dem Namen England verknüpft war". Jackson ver­gaß nicht den Tag, an dem ein arroganter englischer Offizier während des Krieges gegen die amerika­nischenRebellen" ihn, einen damals 14jährigen Jungen, mit dem blanken Säbett züchtigte, weil er sich geroigert hatte, die schmutzigen Stiefel des Eng­länders zu reinigen. Er vergaß auch nicht die Pockenkrankheit, die er sich als Gefangener der Engländer zuzog, vergaß nie die unmenschliche Be­handlung und Aushungerung seiner Familie sowie den Tod feiner Mutter infolge der Leiden in der englischen Gefangenschaft. Sein einziges Bedauern bei Kriegsende fei gewesen, daß ihm die völlige Vernichtung der britischen Armee versagt blieb. So­garNew York Times" weist darauf hin, daß die zwangsweise Einreihung amerikanischer junger Männer in die britische Kriegsmarine einer der Gründe zum Krieg 1812 bis 1815 war. Heute zwinge England amerikanische Schiffe zum Anlaufen englischer Kriegshäfen und beschlagnahme englische Post.

Scharfer Vorstoß deutscher Kampfflugzeuge gegen die englische Küstenwacht.

Mehrere bewaffnete Vorposten- und Handelsschiffe vernichtet.

Die USA-Flotte soll der japanischen überletzen bleiben. Das Flottenaufrüstungsprogramm der Vereinigten (Staaten sieht weniger, aber größere Schiffe vor.