Ausgabe 
9.12.1940
 
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das Kleinkind ein. Darunter befanden fleh vor allem fehr viele Wollsachen, die uim Teil selbst cm-ge- fertigt morden sind, viel Weißzeug aller Art, Schür- ren und auch L>chühchen. Diese Geschenke werden sehr willkommen sein, und da sie von der Äugend für die Äugend bestimmt sind, haben sie ganz be­sonderen Wert, denn sie bringen den Sinn der Volksgemeinschaft zum Ausdruck, für die jene Volksdeutschen aus Wolhynien ein sehr großes Opfer gebracht haben. Unsere Gießener Mädel kön­nen ftol^ darauf sein, daß sie in großer Zeit mit tätig fein durften, um Not zu lindern und dem Führer zu helfen.

Frohe Stunden für unsere Verwundeten.

Das Oberkommando der Wehrmacht bereitete durch die NSG.Kraft durch Freude" unseren Ver­wundeten in den Gießener Lazaretten wiederum einige frohe Unterhaltungsstunden. Am Freitag war es ein Kaffeenachmittag mit Kuchen in einem La­zarett, bei dem die Insassen in ausgiebiger Weise bewirtet wurden. Die Betreuerin von der NS.- Frauenschaft hatte in Zusammenarbeit mit der Ober­schwester und ihren Helfern alles in vortrefflicher Weise hergerichtet und für reichliche Bewirtung mit Kaffee und Kuchen gesorgt. Bei dieser Veranstaltung erschien auch der Nikolaus mit reichen Gaben, von denen sich jeder Soldat ein Päckchen aus dem viel­seitigen Inhalt des Gabensackes entnehmen konnte. Am gestrigen Sonntagoormittag war es der Ge­sangvereinSängerlust" aus Saubringen, der unter Leitung von Chormeister Häuser (Watzenborn- Steinberg) mit einem Gesangskonzert in einem La­zarett erfreute. Än ausgezeichneter Weise wurde eine Bortragsfolge abgewlckelt, die aus Volksliedern und anderen Liedkornpositionen bestand und durch den Sängerchor eine vortreffliche Wiedergabe er­fuhr. Die schönen Darbietungen der Sänger wurden mit verdientem Beifall ausgenommen, den Feld­webel Stumpf als Sprecher der Soldaten na­mens des Lazaretts in treffliche Worte kleidete. Ver­treter der NSKOV. als Betreuerorganifation wohn­ten den Veranstaltungen bet. Am gestrigen Sonn­tagnachmittag bereitete die Jugendgruppe des Deut­schen Frauenwerks einer großen Anzahl verwun­deter Soldaten einige schöne Stunden imHotel Schütz", wo die herzlich willkommenen Gäste von der Äugendgruppe in hervorragender Weise mit Kaffee und Kuchen sowie einem guten Glas Wein und mit Rauchmaterial bewirtet und durch vielerlei gesellige Darbietungen unterhalten wurden. Auch hier waren die Gäste von herzlicher Dankbarkeit für ihre Gastgeber erfüllt.

Die Kriegsmarine rüst.

Auf allen Meeren steht die deutsche Kriegs­marine in erbittertem Kampf gegen die britische Seemacht. Mit wachsendem Erfolg packen unsere Seqireitfräfte den englischen Lebensnerv. Groß- deutschlands Seeleute sichern die Küsten vom Nord- meer bis Aur Biskaya. Tausende von Kriegsfahr- zeugen find eingesetzt, und immer wieder werden für neue Aufgaben neue Besatzungen erforderlich. Außer den laufenden terminmäßigen Einstellungen besteht eine einmalige günstige Gelegenheit zürn' 1. Februar 1941 ärztliche Eignung vorausgesetzt zum Eintritt in den Flottendienst. Än Frage kommen hierfür junge Leute vom vollendeten 17. bis zum 25. Lebensjahr, die eine abgeschlossene Be- rufsausbildung (Gesellenprüfung) nachweisen kön­nen bzw. bis zum Tage der Einstellung diese Prü­fung abgelegt haben. Es liegt Bedarf für sämtliche Marine-Laufbahnen vor. Meldungen sind zu richten an das für den Wohnsitz des Bewerbers zuständige Wehrbezirkskommando, Abteilung Kriegsmarine, wo jede weitere Auskunft über die Einstellung erteilt wird.

Sonderzuteilung von Tee.

Alle Verforaungsberechtigten und Selbstversorger, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, erhalten nach einem Erlaß des Reichsministers für Ernäh- rung und Landwirtschaft die Möglichkeit, vom 20. Januar 1941 ab an Stelle von 125 Gramm Kaffee-Ersatz und -zusatzmitteln 25 Gramm schwar­zen Tee zu beziehen. Diejenigen Verbraucher, die von dieser Wahlmöglichkeit Gebrauch machen wol­len, geben bis zum 14. Dezember 1940 bei dem von ihnen gewählten Verteiler den Einzelabschnitt N 27 der Nährmittelkarte 17 als Bestellschein ab. Der Verteiler versichert den Stammabschnitt dieser Karte mit seinem Firmenstempel unter der Aufschrift

Tee". Sie Abgabe des Tees erfolgt in der 19. Zu­teilungsperiode auf einen Abschnitt der Nährmit- telkarte 19. Dieser Abschnitt wird eine besondere Kennzeichnung tragen, so daß die Vorbestellung auf Karten der Kinder und Jugendlichen bis zu 18 Äah- ren völlig zwecklos ift Für anstaltsmähig unterge- brachte ober sonstwie in Gemeinschaftsverpflegung befindliche Verbraucher erhalten die Leitungen die- ser Einrichtungen auf Antrag vom zuständigen Er- nährungsamt eine Bescheinigung, auf Grund wel­cher sie die Vorbestellung vornehmen können. Es steht ihnen hierbei frei, für alle Bezugsberechtigten oder nur für einen Teil derselben Tee an Stelle von Kaffee-Ersatz zu beziehen. Sie Verteiler haben die gesammelten Vorbestellungen bis zum 18. Se» zember 1940 beim Ernährungsamt zur Ausstellung von Bezugsscheinen über Tee einzureichen. Vertei­ler, die Vorbestellungen von Nichtbezugsberechtig­ten entgegennehmen, machen sich strafbar.

Auf Bahngebiet Taschenlampen nicht benutzen.

Wie die Reichsbahn mitteilt, werden trotz wieder­holter Derbotshinweise auf den Bahnsteigen usw. immer wieder Taschenlampen benutzt, deren Licht­schein vom Zugpersonal als Abfahrtsignal angesehen wird und so zur Gefährdung zahlreicher Züge füh­ren kann. Sie damit verbundene Gefährdung zahl­reicher Fahrgäste zwingt dazu, solche Uebertretun- gen unnachsichtlich durch gebührenpflichtige Verwar­nung oder Bahnpolizeistrafen zu ahnden. Bei. Un­fällen hat der Schuldige überdies strafrechtliche Ver­folgung zu gewärtigen und für den entstandenen Personen- und Sachschaden aufzukommen. Seshalb beachte jeder die Mahnung: Auf Bahngebieten keine Taschenlampen (auch nicht blau abgeblendete) zu benutzen!

Oie Vogesen, ein deutsches Mittelgebirge.

Lichibildervortrag im Deutschen Alpenverein.

Um feine Mitglieder und deren Angehörige mit den Schönheiten des wiedergewonnenen Elsaß und im besonderen der Vogesen bekanntzumachen, hatte der Zweig Gießen im Deutschen Alpenverein für den gestrigen Sonntagnachmittag zu einem Vor­trag in den Hörsaal des Kunstwisfenschaflichen In- ftftuts der Universität einaeladen.

Der Vereinsführer, Direktor Wrede, hieß die Gäste und den Redner, Oberbürgermeister l. R. Sr. Blaum, willkommen. Dr. Blaum sprach dann über das ThemaSie Vogesen, ein deut­sches Mittelgebirge". Ser Redner, der feine Juaendjahre im Elsaß verlebt hatte und bis zum Ende des Weltkriegs Oberbürgermeister in Straß- bürg gewesen war, gab zunächst einen Blick in die Novembertage von 1918, als unsere Soldaten das Elsaß räumten und auch er als Ausgewiesener feine Wirkungsstätte verlassen mußte. Sie Hoffnung auf das Zurückkommen ging im Juni d. I. in Erfüllung. Sr. Blaum sprach bann davon, daß dieses urdeut- sche Land mit feinen Kunstwerken, u. a. Straßbur- ger Münster und Jsenheimer Altar in Kolmar, sich allen deutschen Landen an die Seite stellen könne.

Än anschaulicher Weise gab er hierauf ein Bild von dem Grenzgebirge, den Vogesen. Er sprach von der Entstehung der Landschaft, von dem geologi» schen Aufbau Der Vogesen, die in ihrer Oberschicht im Norden aus Buntsandstein, im Süden aus Granit und Gneis bestehen. Während der Gebirgskamm rauh und niederfchlagreich fei, wiesen die Rhein- ebene und die Nordvogesen milderes Klima auf. Weinbau fei infolge einer guten Lößschicht dis auf 450 Meter Höhe hinauf möglich, und eine Durch- fchnittsernte von jährlich 550 000 Hektoliter über­treffe jedes deutsche Weinland an Ertrag. Die Be­siedelung des ganzen Gebietes, einst eines königlich merowingifchen Forstes, fei erst nach dem Jahr 500 erfolgt durch die Gründung von Klöstern. Erft nach 1200 wurde die Besiedlung intensiver.

Von deutscher Seite waren es später hereinwan- bernbe Schwaben, im Norben mehr Franken, die um die Klosterhöfe und Scheuern herum siedelten.

SJl.-^port

NSVL -Tagung in Güßen.

Bezirksführer Stein hatte alle Träger der tum» sportlichen Arbeit im Bezirk 8 zur Hauvtardeits- tagung des Bezirks 8 im NS.-Reichsbund für Leibesübungen am gestrigen Sonntag in Gießen aufgerufen.

Ser Hcmpttagung am Nachmittag imFrankfur- ter Hof" ging am Vormittag eine Arbeitssitzung der Bezirksführung mit den Bezirksfachwarten und Mitarbeitern voraus, in der interne Fragen be­sprochen und der Arbeitsplan für den Winter fest- gelegt wurde. Einen breiten Raum nahm dabei die Schulungsarbeit ein, die fchon feit längerer Zeit eingesetzt hak. Bereichssportwart May, Kassel, konnte viel zur Klärung offener Fragen beitragen.

Zu Beginn der sehr gut besuchten Vereinssüh- rertagung begrüßte Bezirksführer Stein neben den Führern der NSRL.-Gemeinschaften den Be- reichssportwart May und den Vertreter des Gje-

Die Menschen in den Vogesen seien also, bis auf den kleinen Vorstoß der romanischen Kelten ums Jahr 1285, nordische Menschen mit dinarischem Ein­schlag. Sie zeichneten sich durch ihre Heimatliebe aus, typisch für Jie fei, daß sie als zuverlässige Sol­daten gelten. Geschichtlich betrachtet, gehört das Land zum Herzogtum Schwaben. Es hatte zahl­reiche Reichsstädte, war also zersplittert, wodurch unser Nachbar veranlaßt wurde, von Westen her vorzustoßen.

Unter der letzten französischen Herrschaft, nament­lich aber seit 1926, begann ein wirtschaftlicher Ab- stieg des Landes. Sie Textilindustrie in den Tälern nach Osten zu wurde fast stillgelegt. Recht rückstän- big sei bis zum heutigen Tag die Bewirtschaftung des Ackerlandes an den Dogefenabhängen. Nach brei Jahren Ernte mit Fruchtanbau erfolge Aus­stellung mit Kartoffeln und bann wieber Brache. Sie Täler feien sehr fruchtbar, aber die Güter in­folge fortgesetzter Erbteilung nur klein. Sie Be­wohner hielten bis heute fest an ifyer Tracht und hätten einen tiefreügiöfen Zug.

Im folgenben ließ ber Vortragende an Hand von Lichtbildern die Versammelten einige Reifen durch die Nord-, Mittel- und Südvogefen miterleben. Er zeigte Biwer der Burgen, u. a. ber von 1904 bis 1908 wieber ausgebauten Hohkönigsburg, die heute als Museum viel besucht ift. Erlebnisse des Redners aus dem Weltkrieg riefen Erinnerungen an harte Kämpfe wach. Ergreifend wirkten die Bilder vom Hartmannsweilerkopf, an dessen Abhang 60 000 Ge- fallene ihre letzte Ruhestätte gesunden haben. Zum Abschluß zeigte Sr. Blaum noch Bilder einer Win- termanberung über den beschneiten Grenzkamm, die die Wildheit des Gebirges erkennen ließen. Aus allen Bildern war zu erkennen, daß die Vogesen ein echtes deutsches Mittelgebirge mit einem deut- fchen Menschenschlag lind.

Direktor Wrede dankte unter starkem Beifall dem Redner und sprach die Hoffnung aus, daß bald nach Friedensschluß die Mitglieder des Zweigs Gießen die Schönheiten der Vogesen persönlich kennen lernen möchten.

ßener Polizeidirektors, Major der Schutzpolizei Hellwege-Emden. In feinen Ausführungen über die Arbeit int verflossenen Jahr konnte er feststellen, daß der ganze betrieb fast friedensmäßig weiterging. Sie Einsatztage des Jahres, das Pfingst- turnen, die Dum- und Sporttage, die 1. Reichs- strahensammlung des NS.-Reichsbundes erwähnte er als Zeichen der Einsatzbereitschaft und Stärke. Bei ber Behandlung der Stellung zu den Organi­sationen hob er besonders die Förderung und Un­terstützung durch die Partei, die Wehrmacht und die Polizei hervor. Die Zusammenarbeit mit ber HI. wirkt sich günstig aus. Nach einer Würdigung ber Arbeit ber einzelnen Fachämter gab er bie Planung für das nächste Jahr bekannt. Im Fe­bruar wird eine große WHW.-Deranstaltung durch­geführt. An Himmelfahrt ift ein Wandertag geplant, Pfingsten bringt den ersten Sportappell ber Ge- meinfchaften, in den Sommermonaten werben bie Tum- und Sporttage durchgeführt, den Abschluß

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13. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Viktor folgt Solterbeck an die hohe Mauer, von ber bie Bastion nach ber Straße unb bem für bie Gefangenen unzugänglichen tieferen Teil ber Zita- bellenbaulichkelten begrenzt wirb. Durch einender schießschartenartigen Schlitze können sie diese Bau­lichkeiten teilweise überblicken. Es scheint sich um ben ältesten Dell ber Zitabelle zu hanbeln. Um einen Hof, ähnlich bem, ber ben Gefangenen zur Verfügung steht, boch viel kleiner, stehen winklige, windschiefe, altersgraue Gebäude. Der Anordnung ber kleinen Fenster nach zu urteilen, kann es einmal ber Wohnteil für verheiratete Unteroffiziere ge­wesen fein.

Solterbeck erklärt: ,Lch habe während ber letzten Tage bie Fenster ba unten beobachtet unb nur ein­mal an zweien Licht bemerkt. Wir haben jetzt schon Dämmerung, unb in ben Zimmern mühte man Licht brennen. Aber bu siehst nirgends Licht, also sind bie Zimmer nach bem Hof zu mit ziemlicher Sicherheit nicht belegt Bis auf eins. Aber bas ift nicht befon- bers gefährlich. Ich nehme an, baß es bie Küche unserer Wachmannschaft ist, von ber wir wissen, baß sie im gleichen Gebäude, aber nach ber anderen Seite hin, nämlich nach unserem Appellhof hin, untergebracht ist Mit Sicherheit läßt sich natürlich nichts sagen, da ich nur bis zum Abendappell von hier aus beobachten konnte. Sie Steintreppe mündet wahrscheinlich In ben Hof ba unten."

Gut, nun sind wir also glücklich im Hof. Wie weiter?"

Im Hof stoßen bie zwei Oebäube, bie an bie Straße grenzen, nicht ganz zusammen. Su sichst durch die Luke das gegenüber der Straße liegende Privachaus. Sie Luke ift abgefperrt Durch eine Mauer, in ber eine kleine Tür ist. Auch für blefe Tür brauchen mir einen Schlüssel. Sas wirb bas schwierigste Stück Arbeit fein, benn ich kann sie nicht wie bie Tür hier oben vorher untersuchen."

Hm. Warum brauchen wir für sie einen Schlüf- fei? Wir könnten bie Mauer überklettern."

Zu hoch, mein Lieber. Ich schätze bie Mauer auf brei bis vier Meter. Wir mürben dabei zu viel

Lärm machen. Bedenke, daß vor der Mauer nach links hin bas Haupttor liegt, wo ber Poften steht. Genau habe ich's nicht mehr in Erinnerung, wir finb ja nur einmal burchmarschiert. Aber ber Poften mag von ber kleinen Tür in bem Mauerftück etwa zwanzig Meter entfernt flehen. Er müßte taub fein, wenn er auf bie kurze Entfernung nicht bas kleinste Geräusch hören mürbe."

Wahrscheinlich wirb er taub fein", meint Viktor ruhig.Wahrscheinlich wird er nämlich pennen. Be­trachte bir boch mal unsere Wachmannschaften, was bas für Leute finb. Das älteste unb krüppeligste Kroppzeug, bas für keine Front mehr tauglich ift. Sie Kerls pennen doch, wenn sie nachts auf Wache finb. Sas Haupttor hat nach außen eine ähnliche Ueberbauung wie bas gegenüberliegenbe Tor nach ber Bastion herauf. Sa steht eine Steinbank drin, unb wenn bie so einen alten Knacker nicht magisch zum Pennen einlädt, fress' ich einen Besen. Zuoem nehmen mir natürlich eine Leiter. Mit einer Leiter von zwei Meter Länge schaffen mir die Mauer spielend."

Sas leuchtet Solterbeck ein.Ausgezeichnet, Vik­tor. Sas mit ber Leiter ist großartig. Jebenfalls besser wie ein Schlüssel."

Viktor erklärt eifrig:Wir brauchen nur ein paar Sprossen unb zwei Holme. Sas treiben wir schon auf unb verstecken es vorher hier oben. Zusammen- basteln werben wir bie Leiter erst In Der Nacht, wenn wir sie brauchen. Mit Dinbfaden natürlich, hämmern Dürfen mir ja nicht. Sas ist Sache von einer Viertelstunbe."

Gut, es bleibt bei ber Letter", sagt Solterbeck. Unb wenn mir bann auf ber Straße finb, wären wir sozusagen frei Sann kommt es nur auf den spa­nischen Kapitän an, daß der uns nicht im Stich laßt."

Jawohl, es muß allerhand ineinanbergreifen", meint Viktor nachdenklich. Plötzlich hebt er ben Kopf unb sieht Solterbeck fast ratlos an:Mensch, ba ist ja noch ein verbarnrntes Hinbernis. Wie kommen wir benn überhaupt aus unserer Stube auf bie Bastion? Nach bem Appell werden wir doch eingeschlossen. Das Tor nach der Zitadelle wird ebenfalls abgeschlossen."

Ach so, bas hab' ich ganz vergessen das heißt, nicht in meinem Plan vergessen, sondern nur ver­gessen, dir zu erklären. Es ist ganz einfach. Das Kasino!"

Sas Kasino?"

Nach dem Appell, wenn alle nach dem Eingang zubrängen, brücken wir uns rasch ins Kasino. Ser Kasinoeingang liegt ja dem Treppeneingang zu­nächst. Wir kommen, gedeckt durch die andern, un­bemerkt hinein. Eine Sache von zwei Sekunden."

Aber die Kasinotür wird ebenfalls abgeschlossen."

Erst nach dem Appell. Im Kasino befindet sich eine Tür in bie Latrine. Wir brauchen nur bie Bretterwanb in ber Latrine zu überklettern unb sind im Torweg. Fabelhaft einfach, was?"

Wahrhaftig, es klingt ganz einfach, es fragt sich nur, ob es fo einfach auszuführen ist Wenn zum Beispiel bie Revision, bie noch einmal burch die Zimmer geht, entdeckt, bah unsere Betten leer finb?"

Tjä, Glück muß man natürlich auch ein bißchen haben, wie ich fchon einmal bie Ehre bazu hatte zu bemerken. Selbstverstänblich werben unsere Stuben- fameraben uns helfen. Sie werben etwas unter bie Seien stopfen, bamit es aussieht, als ob mir in ben Betten liegen. Sie Revision mirb sehr nach- lässig burchgeführt. Sa mirb gewöhnlich erst auf- gepaßt, wenn was passiert ist, das heißt, wenn wir bereits über bie Berge finb."

Viktor ift beruhigt, hat aber noch eine Reihe von Fragen:Wo kriegen mir Zivil her?"

Was brauchst du großartig Zivil! Willst du mit einem Cut und einer Blume tm Knopfloch aus» büchsen? Je schäbiger und unauffälliger, desto bes­ser. Su kennst doch den blauen Sweater, Den ich von Samiani gekauft habe. Das Sing tut vollkom­men den Dienst. Dazu noch eine lange schwarze Militarhvse, aus ber mir Die Bise herausnehmen oder meinetmegen sie mit Tinte oder Tusche schwarz färben, und fertig ift Der Lack. Wir sehen bann aus mie Matrosen ober Hafenarbeiter. Dor allem ist Das Zeug einfach zu beschaffen."

Mützen brauchen mir auch. Su wenigstens."

Wieso ich wenigstens?"

Dein Strohkopf schimmert auch in der dunkel­sten Nacht zu teutonisch."

Hm, Da hast bu recht. Also werde ich mir eine Mütze beschaffen", erklärte Solterbeck.

Damit steht Der Fluchtplan in seinen wesentlichen Punkten fest, unb sie gehen an bie Vorbereitungen. Solterbeck beschafft sich von Dem fetten Sergeanten das nötige Handwerkszeug und beginnt feine ge­heimnisvolle Arbeit. Pro forma schneidet er sich ein bißchen Holz zurecht unD schnitzelt Daran herum, so

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(Fortsetzung folgt)

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Die Naunheimer niemals ernsthaft gefährden.

Sa Bissenberg nicht antrat, müssen die Punkte

wird ein Bergfest bilden. Der Redner schloß mit ! ber Aufsorberung zu noch gesteigerter praktische Arbeit.

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Flieger Stadel übertraf alle.

Luftwaffenlumer besiegten Kriegsmarine mit 323,85:318,85,

In Der bis auf den letzten Platz gefüllten Dreb­kauer Äahrhunderthalle wurde am Sonntag den große Turnkampf Luftwaffe Kriegsmarine aus- getragen. Sie acht Turner der Luftwaffe fiegtem nach prachtvollen Leistungen mit 323,85 Punkten über die Kriegsmarine, deren Riege 318,85 Punkts erreichte. Bester Einzelturner war der deutsche Zwölfkampfmeister Flieger Willi Stadel, ber beü 50 erreichbaren Punkten auf 49,80 kam unb dabeii breimal bie Höchstnote 10 erhielt. Sie Kriegsmarine stellte in Feldwebel Gauch mit 47,80 Punkten be» zweitbesten Turner, während auf bem brüten Psttz in bem Gefreiten Anna mit 46,50 Punkten wieber ein Vertreter ber Luftwaffe folgte.

Bei bem Fünfkampf erwiesen sich die Turner bec Luftwaffe in vier Hebungen klar überlegen, lebigPdj im Pferdsprung überflügelte die Kriegsmarine ihre Gegner. An den einzelnen Geräten wurden erzielt:

Ringe: Luftwaffe 64,85, Kriegsmarine 62.78 Punkte; Pferdsprung: Luftwaffe 6476. Kriegsmarine 65,15 Punkte; Barren: Luftwaffe 65,95, Kriegsmarine 63 45 Punkte; Bodentur­nen: Luftwaffe 64.55, Kriegsmarine 64.25 Dünkte: Reck: Luftwaffe 63,80, Kriegsmarine 63,30 Punkte

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baß auch ben eigenen Zimmergenossen fein Schiffs­modellbau glaubhaft wird. Sie beiden hallen ihn Vorhaben aufs peinlichste geheim. Bei früherem ähnlichen Gelegenheiten hat man Die Erfahrung ge­macht, daß bas Gelingen einer Flucht manwnM nur baran scheiterte, daß zu viele Darum wußten Am Tag Der Flucht selbst war noch Zeit genug; Die Stuvenkameraden, und nur diese, in den Plan einzuweihen. Während Solterbeck also an feinem Schiffsmodell herumbastelt, bas niemals fertig wer­ben wird, sucht Viktor bas nötig Holz für Die Lei ter zusammen. Für bie Sprossen genügen einfach« Kistenbretter, bie hochkantig genommen werden. Kisten kriegen sie ja hin und wieder von der Heimat geschickt. Schwieriger ist das Beschaffen ber zwei Meter langen Holme. Schließlich entbeeft er sie im einem offenen Schuppen neben ber Kantine, in Den Der Mestize feine alten Verpackungen unb an* beres unbrauchbares Gerümpel wirft. Vorerst läßt Viktor sie noch Darin. Sie Hauptsache ist, baß e» weiß, wo er sie findet, wenn er sie braucht.

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Nach ber Ehrung verdienter Kameraden, Darun­ter Jdel Hauck, Fritz WieganD, Franz Sauer von, Tv. 1846 Gießen, Karl Saupert vom Id. Wiesecl und Otto Jung II. vom To. Watzenborn-Steinberg, Denen Der Ehrenbrief Des NS.-Reichsbundes über­reicht wurde, wurde Die Tagung mit bem Gruß an ben Führer geschloffen.

Ergebnisse der Nezirksklasse.

05 Wetzlar VfL. Marburg 7:0 6portfreunbe Burgsolms 1:2 Watzenborn-Steinberg DfB.-R. 3:2 Luftwaffe Naunheim 1:5

1900 Bissenberg: B. nicht angetreten.

Den 1900ern zugerechnet werben.

Durch bie Ergebnisse bes 6. Spielsonntags hat sich Die Spitzengruppe einen Vorsprung geschaffen, bei sie eindeutig von Den Vereinen ber Mittelgrupps m trennt. Die Tabelle hat Damit folgendes Aussehen:

Unendlich langsam reihen sich für die beiden Wal" hijo tenben bie Tage zur Woche, Die Wochen zum Mo­nat, unendlich langsam vergeht ihnen dieser Winter 1917 auf 18. Sie Hänge hinter Dastia blühen schon im Frühling, als endlich bie heiß ersehnte Nachrich-! eintrifft, daß das spanische Schiff komme, ©ölten decks Schwester, die alles in bie Hanb genommen hat, macht bie gewünschten Angaben im Teln grammftil: DampferPellargos" unter Kapitäni Guatta vom 14./15. April in Dastia. Posten weißer Rosette an Mütze vor Hotel Crynos. Halt' und Beinbruch unb auf Wiedersehen! Helge.

Sie beiden Freunde sind geradezu erschüttert. 6i« vermögen nicht zu sprechen, als Solterbeck in Dik' tors Beisein die Geheimzeilen entziffert. Sie Span nung langer Monate löst sich, die Unsicherheit fal5' von ihnen, Das Ziel steht sicher und nay aufgeridr tet. Sie haben ihre Vorbereitungen nicht umsonst getroffen. Schlüssel, bas Material für Die Seiten Zivil" alles ist schon längst bereit. Das Schloß ilt unauffällig eingeölt worden und schließt leiM Doch haben sie bie Tür noch nicht zu öffnen gn wagt, um nicht vorzeitig ein Derdachtsmomciü herauszufordern.Senn", sagt Solterbeck,manch­mal läßt sich so ein Biest aufmachen, aber nüfjj mehr zu, und Dann find wir schon hereingefallen.

Sie Wetzlarer Mannschaft war in glänzenbei Spiellaune unb siegte in biefer Höhe verdient. Noch, bem bie Hintermannschaft bes Gastgebers zu be­ginn bes Sipeles einen Generalangriff ber Gäste abgewehrt hatte, waren bie Wetzlarer immer spiel« beftimmenb. Sie Tore waren bas (Ergebnis einet geschlossenen Mannschaftsleistung.

Unglücklich kämpften bie Sportfreunde. Trotz brückender Überlegenheit, besonders in der zweiten Halbzeit, war es ihnen nicht möglich, die Halbzeit- fübrung der Gäste ausxugleidjen. Eine zahlreich, Verteidigung, glückliche Abwehr des Gästetormannes und mehrere Lattenschüsse verhinderten Den verdien­ten Punktgewinn für den Gastgeber.

Ein Unentschieden wäre in Steinberg ben Lei- " ftungen beider Mannschaften eher gerecht geworden. ; Sie harte Durchführung bes Spieles bei mäßiget | 0; Schiebsrichterleistung konnte nicht befriedigen. Ä

Sie Naunheimer beherrschten das Spielgeschehen auf dem Waldsportplatz. Die Luftwaffe war wohl besser als in den seitherigen Spielen, konnte aber

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In der Aussprache berichtete Bezirkssporttvart Heller über Lehrgangsarbett, einzelne Fachwort, gaben gewünschte Aufklärungen. Bereichssportwan May überbrachte die Grüße ber Beveichsführuna erkannte bie im Bezirk 8 Gießen geleistete Arbeii an unb sprach über Slusbilbung von Uebungsleitem, Schiedsrichtern, Kampfrichtern, Sportadzeichenprü-

Verein

Spiele Gew. Unentsch. Verl. Ptte.

FC. Wetzlar

6

5

0

1

10:2

Naunheim

5

4

0

1

8:2

W.-Steinberg

6

4

0

2

8:4

Burgsolms

6

4

0

2

8:4

VfB.-Reichsbahn

5

2

0

3

4:6

1900

5

2

0

3

4:6

VfL. Marburg

2

1

0

1

2:2

Bissenberg

2

0

0

2

0:4

Luftwaffe

5

1

0

4

2:8

Sportfreunde

4

0

0

4

0:8