Ausgabe 
9.8.1940
 
Einzelbild herunterladen

von in Beton eingebauten MG. lagen. Wenn man heute diese fast ganz unbeschädigten Anlagen sieht, dann sagt man sich allerdings, vom Standpunkt der Weltkriegserfahrung aus urteilend: Unmöglich hier durchzukommen, es sei denn nach, langer Vor­bereitung durch schweres Feuer, und selbst dann noch bleibt es fraglich. Heber die Straßen, Hänge hinauf, durch Waldgelände hindurch erstrecken sich diese Hindernisse oft in einer Tiefe von mehreren hundert Meter. Unsichtbar sind in starken Bunkern oder in Felswände hineingesprengt Flankierungs- aeschütze und MG. aufgestellt. Als Hindernis jur Kampfwagen durfte man den Flußläufcn ver­trauen.

Fest steht jedenfalls, daß mit den Methoden des Weltkrieges hiergegen nichts auszurichten war. Ge­nau wie damals würde es ein mühsames Abringen und schließlich wieder einen Zermürbungskrieg ge­geben haben, und das wäre abermals einem Fi­asko .der militärischen Kriegführung gleichgekom­men. Aber.schon Clausewitz hat, als er den Satz prägte, daß die Verteidigung die stärkere Kampf- form sei, an dem Beispiel des großen Königs und Napoleons aufgezeigt, wie neuartige Kampfweise große Ueberraschungen zu bringen ver­mögen. Dasselbe haben unsere Feinde erfahren &n.

Der Unterschied ist nur, daß sie damit rechnen mußten; es konnte ihnen nicht verborgen geblieben sein, daß in der Luftwaffe, in der Panzerwaffe und allgemein in der Motorisierung Möglichkeiten steck­ten, die ein kluger Gegner vielleicht zu neuartigen Kampfmethoden zu formen verstand. Italienische und sowjetrussische Vorschriften hatten ja schon lange vor dem Krieg ganz offen von dem Willen zur Führung eines entscheidenden Bewegungs­krieges unter Ausnutzung der heute gegebenen neuen' Waffen gesprochen, und der Feldzug m Po­len mußte doch wohl mindestens nachdenklich stim­men.

Es wäre abwegig, heute, nach der Entscheidung, das Festhalten unserer Feinde an der Führung eines reinen Defensivkrieges mit einer überlegenen Geste ab tun zu wollen. Ganz abgesehen davon, daß man hiermit die Kühnheit des deutschen Wagens nur verkleinern würde, wäre es unbe­rechtigt; denn in der Art, wie wir den Krieg ge­führt haben, lag ein ganz ungeheuerliches Wagen. Frankreich und England durften schon glauben, unseren Angriff, mochte er noch so sehr von neuartigen Methoden getragen fein, auffangen zu können. Unsere Führung hat das Wagnis auf sich genommen. Ein Risiko, wie es sel­ten von einer Führung in der Kriegsgeschichte ge­tragen worden ist. Diese mißt die Kühnheit nach der Größe des Risikos, sie mißt die Größe des Feldherrn nach der Kühnheit seines Ge­dankenfluges. Ihr Schlußurteil ist allein aus­gerichtet nach dem Erfolg.

Ein amerikanischer Zeuge unserer Kämpfe, der Kriegsberichterstatter Wallace Deuel, hat in einer amerikanischen Zeitung ausgesprochen, daß für den deutschen Erfolg Einzelwaffen oder gar Geheim­waffen keine entscheidende Rolle gespielt haben. In der Tat würde, man der wahrhaften Größe der deutschen Führung am wenigsten gerecht werden, wckllte man unsere (Erfolge allein auf die lieber» legenheit unserer Luftwaffe, so sehr sie auch fest- steht, oder auf die der Panzerwaffen, so unbestreit­bar sie auch ist, zurückführen. Das und anderes waren nur Grundzahlen. Wir waren 1914 unseren Feinden auch in mancherlei Hinsicht überlegen auch technisch. Man denke nur an unsere schwere Artillerie und konnten doch keine Entscheidung herbeiführen.

Der genannte Amerikaner sieht schon richtiger, wenn er das Entscheidende darin erblickt, daß un­sere Führung es verstanden habe, diemodernen mechanischen Kriegsmittel an die an sich uralten Regeln der Taktik und Strategie anzupassen. Aber auch das be­friedigt nicht. Wir erinnern uns, daß wir im Welt­kriege den taktischen Sieg eigentlich so ost errungen haben, so oft wir zum Schlage ausholten. Die strategische Auswirkung, die Vollendung zur Ver­nichtung blieb aus. Wo liegt die Grenze zwischen Taktik und Strategie? Wie greifen sie ineinander? Selbst unser größter Kriegstheoretiker hat darauf nur die unbefriedigt lassende Antwort zu geben ver­mocht, daß die Strategie der Gebrauch von Ge­fechten, d. h. der Taktik zur Erreichung des Zieles fei. Scbon in Polen hat es Schwierigkeiten gemacht, die zahlreichen Gefechte einzeln zu benennen, aus denen die Strategie dieses Feldzuges sich im Sinne von Clausewitz zusammensetzt. Wir haben heute, rückblickend auf die großen Operationen an der Westfront, festzustellen, daß heute Taktik und Stra­tegie schließlich ganz ineinander aufgehen.

Nur wenige Schlachten weift dieser Krieg im überlieferten Sinne, systematisch mit Aufmarsch, Vorbereitung, Sturm und Verfolgung auf. Die im großen Rahmen gesehene winzige Tat eines Leut­nants, der einige Bunker außer Gefecht setzt, oder der ein Dutzend oorbrechender Kampswagen stillegt, wird von größerer Tragweite als vordem eine ganze Schlacht. Der Angriff von einigen Staffeln der Luftwaffe, der Transporte oder Marschkolonnen des Feindes zerschlägt, farm, auch operativ gesehen, schwerwiegende Auswirkung erlangen. Eine tollkühn mitten durch den Feind preschende Panzerdivision schafft Lagen, die Taktik und Strategie vollends miteinander verwischen.

Ein Beispiel möge es klarer zeigen. Als unsere motorisierten Truppen am 21. Mai Abbeville an der Mündung der Somme in den Kanal besetzten, hatte die dorthin durch Luxemburg, Belgien und Frankreich durchgestoßene Heeresgruppe in elf Ta­gen kämpfend man kann diese elf Tage getrost als eine einzige gewaltige Schlacht bezeichnen rund 350 Kilometer mitten durch stärksten Feind hindurch kämpfend Gelände gewonnen. Nur in der Lust gemessen! Täglich waren also in der Schlacht 30 Kilometer durchschnittlich überwunden worben. Während aber die Panzer in Abbeville eindrangen, wurde weit zurück unten an der Maas südlich Se­dan noch hart gekämpft, leisteten starke Feindteile mehrere Divisionen im göret de Mormal Suew, Maubeuge inmitten des gewaltigen Kampf­raumes,' d. h. 120 Kilometer in der Luftlinie ge­messen von Abbeville entfernt, noch erbitterten Widerstand, wurde zugleich an anderen Stellen, rechts und links, weit hinter der vordersten Front, buchstäblich um alle Stäbe herum bis zu denen der Armee hinauf, noch gekämpft.

Strategie und Taktik verwischen restlos ineinan­der. Handlungen von Truppenführern gewinnen oft strategische Auswirkung, und umgekehrt muß selbst der höchste Führer gelegentlich Anordnungen treffen, die mehr taktische als strategische Bedeutung haben. Niemals zuvor trat so augenfällig hervor, wie von der Ueberlegenheit der Führung alles abhängt. Niemals zuvor aber hat eine Kriegführung derart hohe Anforderungen an die Schnelligkeit, Vielseitigkeit und Zielsicherheit der Entschlüsse der Führer aller Dienstgrade gestellt, niemals zuvor

Des Meers Vesuch bei Krupp in Gen.

Unser Bild geigt den Führer während seines Besuchs auf der Villa Hügel, wo er Dr. K r u p p v o n Bohlen nnd Halbach persönlich seine Glückwünsche zum 70. Geburtstag aussprach. Links: Reichs­wirtschaftsminister Funk. (Presse-Hoffmcmn-M.)

-

M

w

*

:

------ < . <

Minettes Heimkehr.

Lothringens Eisenerze wieder in deutscher Obhut.

Es könnte auf den ersten Blick so scheinen, als ob mitMinette" eine geliebte Frau gemeint sei, die in ihre Heimat zurückkehrte. Und wahrlich im übertragenen Sinne wird jeder, der mit montan- wirtschaftlichen Dingen vertraut ist, die Rückkehr der lothringischenEisenerze, die die fach­männische BezeichnungMinette" tragen, unter deutsche Obhut und Förderung stimmungsmäßig als ein ähnlich freudiges Ereignis werten. Phos­phorhaltiges Erz ist diese Minette, die zwar nur einen Eisengehalt von 30 bis 35 v. H aufweist, aber dafür mit relativ billigen Kosten abgebaut werden kann, weil die Erzadern sich dicht unter der Erdoberfläche hin zieh en und eine große und gleichmäßige Mächtigkeit aufweifen.

Gerade die Minette,.deren Heimat in Lothringen und im benachbarten Luxemburg gelegen ist, hat mit zu dem gewaltigen Aufschwung der deutschen Eisenindustrie seit der Jahrhundertwende beigetra­gen. Und es ist eine Laune des Schicksals, daß der Impuls zum Siegeslauf der deutschen Schwerindu­strie unfreiwillig einem Engländer: dem Gerichts - schreib er. und Chemiker Sidney Gillchrist Thomas zu verdanken ist. Dieser entdeckte und entwickelte zusammen mit seinem Detter Percy um das Jahr 1878 ein Verfahren zur Entphosphorung von Roh­eisen in einem kippbaren Gefäß (Konverter) mit basischem Futter (Dolomit), der sog.Thomas- b i r n e". Erst die Entdeckung dieses Thomas-Ver­fahrens hat den Abbau und die Verarbeitung der reichen Eisenerzschätze in Europa, und dabei nicht zuletzt der so reichlich vorhandenen Minette, ermög­licht, da der störende Phosphorgehalt sie für die Dorwelt wertlos erscheinen ließ.

Als ein erstes Zeichen der Übersättigung des britischen Löwen muß man die erstaunliche Tat­sache werten, daß das Thomas-Verfahren in Eng­land kaum beachtet, dafür aber in Deutschland mit großem Eifer in die Praxis aufgenommen worden ist. So schuf sich vor 50 Jahren unsere fleißige Schwerindustrie am Rhein und Ruhr allmählich eine zweite Hochburg auf der lothringischen Minette. Es galt geradezu als eine montanwirtschaftliche Revolutton", Ruhrkohle zum Erz zu fah­ren, da man bisher stets den umgekehrten Weg ge­wohnt gewesen war. Der niedrige Eisengehalt der reichlich vorhandenen Minette rechtfertigte aber dieseRevolutton" durchaus. Die großen deutschen Eisen- und Stahlwerke errichteten nun Zweigbe­triebe in Lothringen. In unaufhaltsamem Tempo stieg die lothringische Roheisenproduktton von etwa 200 000 Tonnen um 1880 auf 600 000 Tonnen um 1890, 1,3 Millionen Tonnen um 1900, 1905 über 2 Mill. Tonnen und 1913 rund 4 Mill. Tonnen.

Thyssen, Klöckner, Röchling und Stumm waren

u. a. die Pioniere der lothringischen Minette. In Hagendingen erstand das Werk von Thyssen, in Fentsch und Kneuttingen waren es Hütten von Klöckner. In Diedenhofen rauchten bald die Schlote der Karlshütte des Röchlingkonzerns, während der Stummkonzern mit der Redinger Hütte und der Hütte Hertingen in Lothringen vertreten, war. Aber auch die alte Gelsenkirchener Bergwerks-AG. (Gel­senberg) und die frühere Deutsch-luxemburgische Montangesellschaft (Deutsch-Lux) schufen sich Hütten in Deutsch-Oth bzw. in Rümelingen, ferner find noch die Rombacher Hüttenwerke zu nennen, die seiner­zeit der Koblenzer Eisenhandelsfirma Spater ge­hörten.

Als dann durch das Haßdiktat von Versailles das alte Reichsland Elsaß-Lothringen unter französische Fremdherrschaft geriet, begann dort eine wahre Ausplünderung des deutschen Besitzes. Die deutschen Hütten wurden durch die französische Liquidations­behörde geradezu verschleudert. Aus dem Bericht eines ftanzösischen Parlamentsausschusses vom Jahre 1928 geht hervor, daß deutsche Werke in Lothringen, die damals zu den modernsten Eisen- und Stahlwerken des Kontinents zählten, vielfach zu einem Fünfzigstel des effektiven Wertes verkauft wurden, wobei noch den Erwerbern zwanzigjährige Ratenzahlung zugestanden worden ist! So gingen für Spottpteise die Thyssenschen Lothringen-Betriebe im Jahre 1919 in den Besitz derUnion de Con- sommateurs de Produits Metallurgique et Indu­strielle über, während eineSoci&e Metallurgique de Knutange die Klörtnerbetriebe in Kneuttingen auf gleiche Weise erwarb. Die Hütten- und Stahl­werke von Deutsch-Lux nebst den Rombacher Hütten­werken fielen an dieSoci£t6 Lorraine de Acteries de Rombas, während die Adolf-Emil-Hütte von Gelsenberg in Deutsch-Oth von der8oci61ö Miniere de Terres-Rouge geschluckt wurden. Die Redinger- Hütte des Stumm-Konzerns wurde mit der Dillinger- Hütte zu einem französischen Unternehmen vereinigt, und die Hütte Hertingen wurde von derForges et Acteries de Nord et Lorraine sowie die Karlshütte von Röchling in Diedenhosen von derSoci£t£ Lor­raine Miniere et Metallurgique weiterbetrieben.

Man hätte nun eigentlich erwarten können, daß Frankreich mit Hilfe dieses billigen Lothringer Rau­bes sich an Stelle Deutschlands zur größten Eisen­macht Europas entwickelt hätte. Statt dessen fiel die Roheisenerzeugung in Lothringen dauernd; sie blieb selbst in den besten Konjunkturjahren um mehr als 25 v. H. hinter der Produktionsziffer des Jahres 1913 zurück! Man kann gewiß sein, daß mit der Heimkehr der Minette ins Reich aud) für die Lo­thringer Eisen- und Stahlwerke eine neue Zeit an­bricht.

sind sie von so hoher Kühnheit getragen gewesen, solchen deutschen Führern waren die feindlichen auch nicht annähernd gewachsen. Einer ungewohn­ten Kampsesweise gegenüberstehend, versagten sie schließlich völlig und rissen, unfähig, einen Aus­gleich zu finden, ihre Truppen in ein Durcheinander, dem nur Vernichtung folgen konnte.

In dieser Ueberlegenheit deutscher Führung ruht im letzten das Geheimnis unseres beispiellosen Sie­geszuges. Was an neuartigen Waffen sich ange­boten hatte, war vollendet gestaltet worden, war weife abwägend organisiert, sorgsam der Truppe vertraut gemacht, war kühn eingesetzt und zielbe­wußt geleitet worden. Aus allem zufammen, ge­tragen von heldenmütigem, opferbereitem Geist einer straff disziplinierten Truppe war die For­mung einer neuartigen Kampfmethode gelungen, der es beschieden gewesen fft, den seit dem Welt­kriege auf der militärischen Kriegführung lastenden Bann zu brechen, dem Krieg seinen wahren Cha­rakter zurückzugeben. Mit ihr gelang es, zu einem Bewegungskriege in einem Ausmaße zuückzuge- langen, das unvorstellbar erschien, solange es nicht Wirklichkeit geworden war.

Tschiangkaischeck stellt sich auf den Defensivkrieg um.

Rom, 9. Aug. (Europapreß.) In einer Konfe­renz zwischen der Regierung von Tschungking und

den Militärbehörden soll beschlossen worben sein, im Kampf gegen Japan nicht mehr die bisher einge- schlagene offensive Haltung fortzusetzen, sondern sich auf die Defensive zu beschränken. Der Grund für diese Aenderung her Kriegführung sei in der Ver­knappung der Waffen, Munition, Rohstoffe und Lebensmittel zu suchen, die infolge der Unterbindung der auslän­dischen Zufuhren eingetreten sei.

Die innerpolitische Neu­ordnung in der Slowakei.

Preßburg, 8. Aug. (Europapreß.) Mit dem 28. Juli 1940, dem Tage der Umbildung der slowa­kischen Regierung, ist eine neue Aera in diesem jungen Donaustaat angebrochen. Im ersten Jahr des Bestandes der Slowakei wurden in den Auf­bau alle jene Leute eingeschaltet, die sich meldeten, und nun ist es wohl nur logisch, wenn jetzt die Fähigkeiten und die Haltung dieser Leute, die teil­weise zu hohen Staatsstellen gelangt sind, geprüft werden. Es waren vom alten System aber auch viele Personen übernommen worden, die sich nicht mehr auf die neue Zeit umstellen konnten und nun der Entwicklung hindernd im Wege standen. Hierbei müssen natürlich auch jene Elemente er­wähnt werden, die sich dem jungen Staate gegen­über eindeutig feindlich einstellten, weil sie von

Michael Kohlhaas des Mdpols.

Am 5. August starb im Alter von 75 Jahren ein Mann, der sich rühmte, als erster den Nord­pol entdeckt zu haben, und um diesen Ruhm seit 1910 einen erbitterten Kampf geführt hatte. Die­ser Kampf war einmal eine Weltsensatton, die gar nicht zu begreifen ist ohne den eigenartigen Geist einer Zeit, die erst unlängst war und die wir doch innerlich ganz Überwunden haben. Das Nordpol- fieber kam ganz aus dieser Epoche der großen Er­findungen und Entdeckungen heraus. Erst im 19. Jahrhundert verschwanden die weiten weißen Flek- fen, die bisher von Europa abgesehen die großen Erdteile Asien, Amerika, Afrika und beson­ders die beiden Polargegenden unseres Planeten auf den Karten geziert hatten. Es fetzte also ein Wettrennen nach dem Nordvol ein, das mehr sport­lich-sensationell als wissenschaftlich praktischen Wert hatte.

Die wirkliche Erforschung der Arkttschen Länder ist wichtig. In diesem Hexenkessel braut sich ein mächtiger Einfluß auf die Gestaltung des Wetters bis in die gemäßigten Zonen. Die Meeresströmun­gen und die Eisdriften sind von unmittelbarer Be­deutung für die Schiffahrt. Die Fischerei geht bis an die Grenzen des ewigen Eises heran und findet gerade dort ergiebigste Fanggründe. Aber solche wertvolle Beobachtungen setzen einen langen Auf­enthalt voraus. Aus Der Entdeckung des Nordpols würbe aber ein sportlich-sensationeller Wettlauf, als sich die Amerikaner inzwischen sind aud) sie zu ernsthafteren Forschungen übergegangen mit der Erforschung der Polarwelt zu beschäftt- gen begannen.

Der jetzt verstorbene Friedrich Albert Cook wollte am 21. April 1908 den Nordpol erreicht ha­ben, mußte sich aber den Vorwurf des Schwindels gefallen kaffen, als ein anderer Amerikaner namens Peary seinerseits die Erreichung des Nordpols am 6. April 1919 meldete, aber von den Kennzei­chen Cooks nichts bemerkt haben wollte. Aus dem Ruhm wurde nun der Skandal. Es liegt auf der stachen Hand, daß einehistorische" Nachprüfung der Ansprüche von Cook und Peary unmöglich und auch ganz nebensächlich ist. Wenn jemand der Nord­polforschung wirklich neue Wege gewiesen hat, so war es der unglückliche Andree, der mit seiner unzulänglichen Ballonfahrt die moderne Ueberflie- gung der Polargegenden vorweggenommen hat.

Aber nun setzte Cook mit seiner ganzen Kraft zur Wiedergewinnung fernes guten Namens ein. Man weiß, daß Heinrich von Kleist in seiner berühmten ErzählungMichael Kohlhaas" den Kampf eines Mannes um fein gutes Recht bis zur Selbstvernich- tung geschildert hat. Ein solcher Michael Kohlhaas wurde Friedrich Albert Cook. Dreißig Jahre seines Lebens nahm der Kampf um die Ehrenrettung in Anspruch, und trotzdem mußte Cook sterben, ohne Sieger geblieben zu sein. Er war tatsächlich verges­sen. Nur wenige Menschen erinnerten sich noch, daß er einmal von dem Jubel einer begeisterten Welt umrauscht war. Cook und Peary waren ursprüng­lich Freunde, und Reisegefährten bei früheren Polar- expedittonen. Ihr wilder Kamps ließ einen recht bitteren Nachgeschmack zurück. Aber... Amerika hatte seine Sensation. / Dr. Ho.

ihm nichts zu erhoffen hatten: die Juden. In dieser Beziehung wurden in den letzten Tagen be­reits zahlreiche Maßnahmen eingeleitet. Hierzu ge­hört u. a. eine Ueberprüfung aller jüdischen (Staats- angehörigen, da festgestellt werden konnte, daß zahl­reiche Juden ihre Dokumente auf betrügerische Weise erschwindelt ^hatten.

Weiter geht man daran, allen slowakischen Emi­granten im Auslande, also jenen Personen, die nach dem 14. März 1940 das Land verließen und von Paris und London aus eine zersetzende Pro­paganda gegen die slowakische Nation und den slo­wakischen Staat betrieben haben, die Staatsange­hörigkeit abzuerkennen, ihre Vermögen in der Slo­wakei zu beschlagnahmen und sie aus der Volks­gemeinschaft auszustoßen.

Zugleich wurde in der ganzen Slowakei ein Aufklärungsfeldzug über die Judenfrage und gegen den übermäßigen Alkoholgenuß einge­leitet. Alle jüdischen Gast- und Kaffeehäuser wur­den gesperrt, eine Ueberprüfung aller Arisierungen steht bevor; der allgemeine Alkoholverbrauch wurde zeitlich begrenzt. Zur Ausrichtung des Verbrauchs wurde im ganzen Lande dasslowakische Volks­brot" eingeführt, das künftig der Minister ebenso essen wirb, wie der Arbeiter. Gegen die sich noch hier und da zeigende staatsfeindliche Flugzettelpro­paganda wird durchgegriffen.

Kleine politische Nachrichten.

Dr. Krupp von Bohlen und Halbach, der wegen seiner großen Verdienste um die deut­sche Wirtschaft, um die deutsche Arbeit und die deutsche Rüstung mit den höchsten Auszeichnungen geehrt worben ist, war einer ber ersten Männer, bie zu Wehrwirtschaftsführern ernannt würben. Daher überbrachte General ber Infanterie Thomas, ber Chef bes Wehrwirtschafts- und Rüstungsamtes im Dberfommanbo ber Wehrmacht, bie Glückwünsche bes Chefs des Oberkommandos ber Wehrmacht, Generalfelbmarschall Keitel, so­wie bie Der Wehrwirtschaftsorganisation der Wehr­macht.

Bei einem Besuch bei dem italienischen Botschaf­ter Alfieri überreichte Reichsminister Dr. Todt im Auftrage des Führers dem Botschaftssekretär Graf Germanico del Torso in Anerkennung seiner Bemühungen um den Einsatz italienischer Arbeitskräfte sowohl für industrielle Arbeiten als auch für Arbeiten, die für den Ausbau des Westwalles von Bedeutung waren, das Schutz­wallehrenzeichen, das Damit zum erstenmal einem Vertreter Des verbündeten Italiens verliehen wurde.

*

Der Reichsminister des Innern Dr. Frick emp­fing bie auf Einlabung bes Reichsgesundheits­führers in Deutschland) weilende Gruppe japa­nischer Aerzte, deren Führer, Präsibent ber Japanisch-Deutschen Medizinischen Gesellschaft, Dr. Jfhibashi, betonte, daß er unb feine Käme- raben feststellen konnten, wie sehr Die Entwicklung bes Gesunbheitswesens in Deutschland auch trotz des Krieges immer weiter voranschreite. Er über­gab Dr. Frick das Bild eines berühmten japanischen Malers mit ber Bitte, es als Zeichen ber aufrich­tigen Hochachtung bem siegreichen Führer Groß- deutschlands übergeben zu wollen.

Einer beutschen Einlabung folgend trafen in Be­gleitung Des Presfereferenten ber Deutschen Bot­schaft in Madrib, Legationsrat Lazar, bie Direk­toren Der namhaftesten spanischen Zeitun. gen zu einem mehrtägigen Aufenthalt in ber Reichshauptstabt ein. Am Nachmittag waren Die