Ausgabe 
9.5.1940
 
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Veränderungen in der Führung der Sowjetarmee

iagen noch um

Die englische presse enttäuscht

ver-

Das Echo bei den neutralen

der

tag

t v e

Flaks,

Munilionszug mit 300 i Munition.

in

i die Tage, in denen der Westmächte mit

460

49

60

355

5300 4 500 000

1

wegischen Infanterieregiments. Große Mengen an Gerät, Waffen und Sprengstoffvorräten wurden hierbei sichergestellt.

An der Westfront wurde südlich Saarlautern der Angriff eines feindlichen Stoßtrupps mit star­ken Verlusten für den Feind abgewiefen.

Libre Belgique" erinnert an die^age, in denen das Eintreffen der Truppen L,___,...............

großer Lautstärke von London aus verkündet wurde

Tankbüchsen mit Munition, Geschütze, darunter 40 englische Granatwerfer.

Maschinengewehre.

Gewehre,

Schuß Infanterlemunltion und

, _.a_ ... Leitung der

Auslandsorganisation der NSDAP., Berlin'»Wil- rnersdorf, Westfälische Straße 1, einzureichen.

Folgen der Niederlage.

Veränderungen in der britischen Admiralität.

Amsterdam, 8. Mai. (DNB.) Reuter

Die letzten Reste norwegischen Widerstandes Süb- und Mittelnorwegen wurden nunmehr be­seitigt. Bei V i n j e ergaben sich Teile eines nor-

Landungen.

Von Konteradmiral z. b. Lühow.

Rom, 8. Mai. (Europapreß.) Auf Einladung der Reichsregierung ist der Minister für Volkskul­tur, Pavolini, nach Berlin abgereist. Er wird k*~ Erstaufführung des Dramas von Mussolini und der Gründung des italienischen Imperiums

Schweizer Stimmen.

Genf, 8. Mai. (Europapreß.) Die fast stürmi- chen Szenen im britischen Parlament haben beson- anders, wie aus London von neutralen Beob­achtern berichtet wird, in den diplomatischen Krei­sen der englischen Hauptstadt großes Erstaunen her- oorgerufen. Trotz des traditionellen Höflichkeitsbei- alls, der Chamberlain aus den Reihen seiner Par­tei zuteil wurde, war die Stimmung zeitweise eisig. DieReue Zürcher Zeitung" berichtet aus London, daß man am Dienstagabend in Parla­mentskreisen sich gefragt habe, ob die Unsicherheit Chamberlains nur eine Reaktion auf die mit Un­behagen geladene Stimmung im Unterhause selbst, oder ob sie der Vorbote der schweren Dinge gewesen sei, von deren Kommen der Mi­nisterpräsident wieder mit soviel Nachdruck gespro­chen habe. Andere neutrale Beobachter drücken klipp und klar aus, daß man, was die nächste Zu­kunft angehe, in London außerordentlich pessimistisch ei. So schreibt der militärische Mitarbeiter der

Suisse" in Genf:Chamberlain, dessen Rede sich gestern ganz aus die Verteidigung obstellte, scheint Schlimmeres als die Vertreibung der Westmächte aus Narvik zu befürchten, nämlich eine Offen- rs - gegen England selb st."

meer-Gebietes ernannt, die in der Krim kämpfte. Im Juli 1918 wurde Timoschenko Kommandeur des ersten sowjetischen Reiterregiments der Krim. Wäh­rend des Bürgerkrieges kämpfte Timoschenko als Regimentskommandeur bei Zarizin in der 10. Ar­mee, deren Befehlshaber Woroschilow und deren politischer Kommissar Stalin war. 1919 trat Timoschenko in die berühmte erste Reiterarmee unter dem Befehl Budjennys ein, wo ihm das Kommando einer Division übertragen wurde. 1925 wurde Timoschenko Kommandeur und Kommissar des 3. Kavalleriekorps, August 1933 stellvertretender Befehlshaber des weißrussischen Militärbezirks, 1935 bis 1937 stellvertretender Befehlshaber des Kiewer Militärbezirkes für die Kavallerie. Kurze Zeit im Jahre 1937 war Timoschenko dann Befehlshaber des Nordkaukasischen Militärbezirks, noch im glei­chen Jahre wurde er Befehlshaber des Charkower Militärbezirkes und im Jahre 1938 Befehlshaber des besonderen Kiewer Militärbezirkes. In dieser Eigenschaft leitete Timoschenko den Feldzug in der Westukraine, die unter seinem Oberkommando im Jahre 1939 besetzt wurde. Während des finnischen Krieges wurde Timoschenko mit dem Oberbefehl einer Heeresgruppe betraut.

Marschall Kulik steht im 50. Lebensjahr. Er nahm Anteil an den Kämpfen in der Ukraine und in der Krim während des Bürgerkrieges, bekleidete in dem Feldzug gegen Zarizin unter der Führung Woroschilows und Stalins hohe Kommandoposten bei der 10. Armee und gehörte später als Artillerie­befehlshaber der ersten Reiterarmee an. Im Jahre 1939 wurde Kulik zum stellvertretenden Kriegs­kommissar ernannt. Marschall Schaposchnikow dürfte heute etwas über 60 Jahre sein. Als junger Offizier zeichnete er sich schon vor dem Weltkrieg durch kriegstheoretksche Schriften aus. Nach der Revolution stellte er sich alsMilitärspezialist" den Bolschewisten zur Verfügung. Als Generalstabs­offizier hat er entscheidende Schlachten des Bür­gerkrieges für den Sowjetstaat gewonnen. Scha- poschni'kow gehört erst seit 1930 der bolschewisti­schen Partei an.

Alle Reichsdeutschen, die Finnland anläßlich des russisch-finnischen Krieges verlassen haben und nach Deutschland zurückkehrten, werden gebeten, ihre derzeitigen Heimatanschriften bei der Zentralstelle für auslandsdeu sche Flüchtlinge in der Leitung der

sei, derjenige, der im Besitz der stärksten Flotte sei, unbedingt siegen müsse, als falsch erwiesen. Es sei daher,, nachdem alle militärischen Fachleute in ihren Prophezeiungen so sehr versagt hätten, heute durch- aus berechtigt, die Frage aufzuwerfen, ob das, was in Norwegen gelungen sei, nicht auch in Eng- land versucht werden könne. Zum ersten Male seit drei Jahrhunderten herrsche deshalb in England eine tiefgehende Beunruhigung vor einer Invasion.

Italienische Berichte.

Rom, 8. Mai. (Europapreß.) Zu den Ausfüh­rungen Chamberlains im Unterhaus schreibtPo- polo di Roma", der englische Ministerpräsident sei ein aufrichtiger Mann. Wenn er den Mangel an Voraussicht, die Naivität und die von seiner Regierung begangenen Fehler eingestehen müsse, unterziehe er sich dieser' Aufgabe mit einer rüh­renden Ehrlichkeit. Vielleicht hoffe Chamberlain, auf diese Weise die Angreifer zu entwaffnen. Doch es habe den Anschein, daß diesmal seine nun schon verbrauchte Art erfolglos geblieben sei. Seine Aus- sührungen über die von Heer und Marine in Nor­wegen erlittenen Niederlagen seien mit Lärm Gelächter und sarkastischen Zwischen­rufen ausgenommen worden, wie man sie im englischen Unterhaus niemals gehört habe. An einer gewissen Stelle seiner Rede habe Chamberlain ein Argument eingeflochten, das von seinen Lippen kommend höchst unzeitgemäß gewählt worden sei. Chamberlain habe erklärt:Das englische Volk legt sich nicht Rechnung ab über den Ernst der nahe bevorstehenden Gefahr, die England droht". Man dürfe nicht erst schweren Schaden und große Schwierigkeiten schaffen, so bemerktPopolo di Roma", um dann das englische Volk zu benachrich­tigen, daß ihm schwere und tödliche Ge­fahren drohen. Die Tatsache, daß es am Diens­tag im Unterhaus zu keiner Abstimmung gekom­men sei, bedeute, daß die Regierung in der parla- mentarischen Schlacht schwer getroffen worden sei

AuchMessaggero" ist der Auffassung, daß das Schicksal der Regierung Chamberlain ungewiß bleibe. In der öffentlichen Meinung Englands kräf­tige sich die Ueberzeugung von der Notwendigkeit einer Verstärkung des Kriegskabinetts durch Einbe­ziehung neuer, anerkannter Kräfte.

Kleine politische Nachrichten.

In Deutsch-Gießhübel, einer uralten deutschen Bauerngemeinde der Jglauer deutschen Volksinsel an der böhmisch-mährischen Grenze, wurde unter Teilnahme des R e i ch s p r o t e k t o r s in Böhmen und Mähren, Freiherrn von Neurath, und des Reichsarbeitsführers Hier!, das erste deutsche Arbeitsmaidenlager im Protektorat feier- lich eröffnet.

,einige Entmutigung' verursacht worden. Mit solchen Worten beschreibt er das entsetzte Erstaunen, das in Schweden der britische Rückzug verursachte, die Ungewißheit, zu der er in den Balkanstaaten An­laß gab, die Schadenfreude, die er in der ameri­kanischen Welt erweckt hat. Chamberlains Aktien, die schon vor Beginn der gestrigen Debatte niedrig genug standen, sind jetzt direkt in den Keller gefallen. Wir haben Führer gekannt, die den Sieg aus dem Rachen der Niederlage zu entreißen verstanden. Chamberlains Selbstgefälligkeit, feine Entschlußlofigkeit, sein vollkommenes Versagen bei der Veranschlagung der Stärke und Geschicklichkeit seiner Gegner sind Eigenschaften, die die Nieder­lage selbst aus dem Rachen des Sieges reißen wür­den, und wir sind weit, sehr weit entfernt vom Siege."

DieTimes" wendet sich besonders dagegen, daß Chamber.lain dem Volk vorgeworfen habe, sich nicht des Umfanges der drohenden Gefahr bewußt zu fein.Das Volk ist in der Tat sehr wohl gewohnt, daß es einer Drohung ins Auge sicht, die feit Jahrhunderten, nicht einmal vor fünfundzwanzig Jahren, nicht ihresgleichen gehabt hat. Es ist abso­lut entschlossen, allem ins Äuge zu sehen, was ein­treten mag, und sein drückendster Zweifel ist, ob seine Regierenden sich so bewußt der Ge- fahr und so energisch im Widerstand dagegen sind wie das Volk selbst."

Moskau, 8. Mai. (DNB.) Marschall Woro­schilow ist zum Präsidenten des Komi­tees für Landesverteidigung beim Volkskommissariat der Sowjetunion ernannt wor­den und gleichzeitig zum Stellvertretenden Präsi­denten des Rates der Volkskommissare unter Ent­bindung von seinen bisherigen Amtspflichten als Kriegskommissar. Woroschilow hat seit 1925 unun» terbrochen an der Spitze des sowjetrussischen Mili- tärwesens gestanden, als Präsident des damaligen Revolutionären Äriegsrates", als Volkskommissar für die Landesverteidigung und nach der Auftei- lung diefes Volkskommissariats in ein Kriegskom- mifjariat und ein Kriegsmarinekommissariat als Kriegskommissar. Bei dem neuen Komitee für Lan­desverteidigung, dessen Leitung Woroschilow jetzt übernimmt, handelt es sich offenbar um ein neu geschaffenes Organ, das die bisher bestehenden Obersten Kriegsräte des Heeres und der Kriegs­marine entweder ersetzt oder zusammenfassen dürftss.

Zum Nachfolger Woroschilows als Kriegs- kommifsar der Sowjetunion wurde der bisherige Oberbefehlshaber des Kiewer Besonderen Militär­bezirks, Ärmeekommandant Ersten Ranges T i mo­sch e n k o ernannt. Gleichzeitig erhielt Timoschenko den Titel eines Marschalls der Sowjetunion. In den Marschallrang wurden ferner erhoben: der Stellvertretende Verteidigungskommissar Kulik und der Chef des Generalstabes der Sowjetarmee Schaposchnikow.

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Der neue Kriegskommissar Marschall Timo- s cd e n k o , der zwischen dem 45. und 50. Lebens­jahr stehen dürfte, ist der Sohn eines armen ukrai­nischen Bauern und stammt aus dem heute zu Ru­mänien gehörenden bessarabischen Gouvernement. 1915 wurde Timoschenko in die alte russische Armee einberufen. Er nahm lebhaften Anteil an der revo­lutionären ,Bewegung unter den Soldaten und wurde in em Regimentskomitee gewählt. Ende 1917 trat Timoschenko der Sowjetgarde bei usid wurde schon im April 1918 zum Kommandeur einer Ab­teilung der ersten Partisanengruppe des Schwarz-

Unter dem gewaltigen Eindruck des Landungs­unternehmens, mit dem die deutsche Wehrmacht die englisch, französischen Pläne in und mit Norwegen zerschlagen hat, sucht man unwillkürlich nach Ver­gleichen mit ähnlichen Ereignissen früherer Zei­ten. Kann ihm Napoleons Zug im Jahre 1 7 9 8 nach A egg p t e n verglichen werden: jener Zug, der Ende Mai 1798 von Toulon, Marseille, Genua und Korsika aus ging, Malta besetzte und 40 000 Mann über See nach Alexandrien über­führte? Nein; denn Napoleon konnte seine Trans- - portflotte durch ein Kriegsschiffgeschwader decken, das dem feindlichen englischen Mittelmeergeschwader gewachsen war und einen Zusammenstoß mit ihm nicht zu fürchten brauchte. Noch weniger kann an die Truppenüberführungen über das Mittelmeer im 2. punischen Krieg gedacht werden. Denn die Beherrschung der Seewege im westlichen Mit­telmeer war damals, entsprechend der stärkeren Bindung der Seefahrt mit Ruderschiffen an die Küste, zu ziemlich gleichen Teilen getrennt durch eine Linie etwa vom jetzigen Valencia in Spanien nach Palermo auf Sizilien. Südlich davon herrsch- ten die Karthager, nördlich davon die Römer. So waren sowohl die Truppentransporte der Punier von Karthago nach Spanien wie die der Römer von Spanien nach Italien, die den entscheidenden Sieg am Metaurus im Jahre 207 über Hasdruöal erringen halfen, gefahrlose Züge über beherrschtes Seegebiet in befreundetes Land.

Im Vergleich dazu kommt der heutigen Lage schon näher die Landung von 2 mal 50 bis 100 000 Engländern, Franzosen und Australiern auf der Halbinsel Gallipoli am 25. 4. und 6. 8. 1915. Hier schifften die Engländer im Morgen­grauen des 25. 4. an fünf verschiedenen Stellen des Südteils der Halbinsel ihre Divisionen aus, während gleichzeitig am kleinasiatischen Ufer, nahe dem alten Troja, eine französische Division an der Nordflanke, im oberen Samosgolf britische Marine­infanterie Scheinlandungen zur Täuschung des ©eg- ners ausführten. Mehr zusammengefaßt ging am 6. 8.15 die Landung in der Suvla- und Anzac-Bucht vor sich. Aber der entscheidende Unterschied zwischen diesen Unternehmungen und dem unsrigen am 9. 4. 40 ist der: Damals stand das ganze Mittelmeer unter der unbestrittenen Seeherrschaft Englands und Frankreichs, während zu der jetzigen Landung in Norwegen die weit unterlegene deutsche Flotte ihr Landungskorps an den englisch-französischen Kampf, geschwadern vorbei führen mußte, die ja ihrerseits eine gewaltsame Besetzung Norwegens von See her vorzunehmen im Begriff standen und denen wir um 10 Stunden zuvorkamen. Allein der Um­stand, daß aus diesem Grunde das Schicksal der deutschen Unternehmung von unbedingter Geheim»

und Ausführung ergibt sich nur eine von «zwei Möglichkeiten: entweder ist die englische Regierung zur Beurteilung kriegspolitischer L<

breitet folgende Meldung:Lord Chatfield voll­endet morgen das fünfte Jahr in seiner Eigenschaft als Admiral der Flotte. Der König hat die Er­nennung des Admirals Sir Charles M. Ford es zum Admiral der Flotte als Nachfolger von Lord Chatfield ab morgen gebilligt, und in­folgedessen wird der Vizeadmiral Sir Dudley D. N. North zum Admiral in der Flotte S. M. vom 8. Mai ab befördert."

, Diese Veränderungen in der britischen Admirali­tät sind offensichtlich die Folge der schweren englischen Niederlage in Norwegen und der katastrophalen Schiffsverluste durch die Bomben der deutschen Luftwaffe. Lord Chcttfield wurde bereits am 3. April als Derteidi- gungsminifter aus dem Kriegskabinett aus- geschifft. Jetzt muß er nun auch als Admiral der Flotte gehen, ausgerechnet an dem Tage, an bem er vor fünf Jahren dieses Amt angetreten hatte. Sein Nachfolger als Admiral der Flotte es gibt noch drei andere Admirale der Flotte wurde der bisherige Admiral Fordes, der das zweite Schlachtschiffgeschwader befehligte.

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George Lansbury, einer der Veteranen der englischen Arbeiterbewegung, ist nach kurzer Krank­heit im Alter von 81 Jahren gestorben. Lansbury gehörte dem Unterhaus seit 1910 an. Er war Mit­glied der zweiten Regierung der Arbeiterpartei in den Jahren 1929 bis 1931 und von 1931 bis 1935 Fraktionsvorsitzender der Arbeiterpartei.

Umfangreiche Kriegsbeute bei Andalsnes.

Der Wehrmachtsbericht vom Mittwoch.

Berlin, 8. Wal. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die Luftwaffe griff erneut feindliche See- flreitkrüfte bei Narvik an. Zwei Kreuzer erhielten Treffer. Feindliche Stellungen und Warfchkolonnen wurden wirkungsvoll mit Bomben belegt. 3m Luftkampf wurde ostwärts Nar­vik ein britisches Jagdflugzeug abgefchoffen. 3n Narvik selbst ist die Lage unverändert.

Unter der umfangreiche» Beute, die bisher im Raume um Andalsnes sichergestellt wer­den konnte, befinden sich:

Das Marineministerium der Vereinigten Staa­ten teilt mit, daß die lüZ^-Schlachtflotte auf un­bestimmte Zeit in hawaiischen Gewässern bleiben werde auf Wunsch des Chefs der Schlacht- flotte, Admiral Richardson, welcher mit der vor zwei Wochen von den Pazifikmanövern in Honolulu eingetroffenen Flotteweitere taktische Ue- bungen" auszuführen beabsichtigt.

Minister pavolini in Berlin erwartet.

und man dort behauptet habe, daß kein deutscher Transport von Soldaten mehr nach Norwegen ge­langen werde. Inzwischen habe sich jedoch die ,chisto- rische Wahrheit", nach der bei einem solchen Unter- nehmen, wie es in Norwegen durchgeführt worden

ForzanoC a v o u r" beiwohnen, die am 9. Mat, dem Jahrestag der Gründung des italienischen Im­periums, ftattfinben wird. Pavolini wird feine Ber­liner Anwesenheit zur Fühlungnahme mit dem Relchspropagandaminister benutzen. '

Alessandro Pavolini wurde 1903 in Florenz als Sohn d-s bekannten Sanskrit-Forschers und Mit­glieds der Akademie von Italien, Paul Emil Paoo- mi, geboren. Als junger Student der Rechtswissen- chaften trat er bereits dem Faschistischen Kampf- bund m Florenz bei. Beim Marsch auf Rom war er an den Kämpfen um den Eintritt in die Haupt- tabt ebenfalls beteiligt. Nach der Machtergreifung bekleidete er in Florenz verschiedene wichtige Partei- tellen und war von 1929 bis 1934 Gauleiter von r1Drü1^' K^eg in Abessinien nahm er zunächst

als Kriegsberichterstatter, dann als Flugzeugbeob- achter in der Staffel des Grafen Ciano teil und erwarb sich als Oberleutnant der Reserve die Sil­berne Tapferkeitsmedaille. Nach seiner Rückkehr war Pavolini Abgeordneter der Faschistischen Kam­mer und Präsident der Konföderation der geistigen ^better, als ihn dieWachablösung" am 31. Oktober 1939 als Nachfolger Alfieris auf den Posten des Ministers für Volkskultur berief. Seine Beziehun- gen zu Deutschland datierten schon aus seinem Elternhaus und sind durch verschiedene Reisen ver­lest worden. So begrüßt das Großdeutsche Reich in einem Gast einen Mann, der an dem Verständnis, öas man im befreundeten Italien der in ihrem großen Lebenskampf stehenden deutschen Nation entgegenbringt, für sich starken Anteil beanspruchen

Kommandokrise."

Die Auffassung in Belgien.

Brüssel, 9. Mai. (Europapreß.) Die in Bel­gien mit Spannung erwartete Unterhaussitzung hat nachträglich Enttäuschung ausgelöst. Der katholische Standaard" meint, es sei auf den ersten Blick un­begreiflich, warum man sich in London und Paris aus das Unternehmen in Norwegen eingelassen Ijabe, wenn sich schon vorher die britische Admirali­tät und die französische Armeeführung nicht stark genug gefühtt hätten. Das Blatt sieht in dem gan­zen Vorgehen der Westmächte in Norwegen eine Folge des demokratisch-parlamentarischen Prinzips. Man könne heute schon von einer regelrechten ,Lommandokrise" bei den Westmächten spre­chen. Das rexisttschePays RLel" sagt, der Krieg in Norwegen habe als Ergebnis die Langsam­keit der demokratischen Staaten bei ihrer Beschlußfassung, die Unterlegenheit der Luft­waffe der Westmächte und die Verwundbarkeit der englischen Flotte offen dargestellt.

Amsterdam, 9. Mai. (Europapreß.)Mister Chamberlains Vorstellungen in der Debatte ent­täuschten seine Freunde und diejenigen, die ihm wohlwollen. Es ist nicht wahrscheinlich, daß seine Rede das erschütterte Vertrauen des Landes in seine Regierung wieder Herstellen wird." Dieser Satz derDaily Mail" ist bezeichnend für die tri» tische Einstellung, mit der die Presse im allgemeinen Chamberlains Verteidigungsrede aufnimmt. Nur der konfervattveDaily Telegraph" hält mit der Kritik zurück und begrüßt es, daß die Debatte viel getan habe, um die Lust zu reinigen und die öffent­liche Meinung zu unterrichten. Das liberaleNews Chromcle" schreibt:Was auch immer der Spruch der Geschichte über Chamberlains dreijährige Mi- nisterpräsidentschast fein mag, es ist eine harte Tat- ache, daß es über feine Kräfte geht, heute >as Vertrauen der Nation zu besitzen. Diese Re­gierung muß gehen: je schneller sie geht, um o besser für die Sicherheit des Reiches. Wir können es uns nicht leisten, sie einen einzigen Tag länger zu behalten."

Der arbeiterparteilicheDaily Hevald" sagt: Chamberlain ist verurteilt. Durch seine gestrige Rede im Parlament hat der Ministerpräsident das Vertrauen der Nation verwirkt." Chamberlain fei unfähig, nicht nur die militärischen, fandern auch die diplomattschen Realitäten zu erfassen.Wir haben, so denkt er, einen .gewissen Preftigeverluff erlitten. Darüber hinaus ist bei unseren Freunden

fähiger, als sie es schon gegenüber friedenspoliti­schen Lagen bewiesen hat ober sie hatte schon bei der Aussendung ihrer Expedition nach Skandina­vien die Forcierung dieses Gebietes als Aufmarsch­basis gegen Deutschland wegen der Aussichtslosig­keit fallen aelassen. Wenn das aber so ist, dann ergeben sich mit logischer Notwendigkeit zwei Fragen: 1. Warum wurde bann die englische Heeresleitung über den plötzlichen Wechsel der Re- gierungspläne nicht rechtzeitig unterrichtet? 2. Wie konnte die englische Regierung bann noch so ver­brecherisch handeln, auch nur einen einzigen Solda­ten an ein so sinnloses Unternehmen zu vergeuden, das nun keinen anderen Sinn mehr haben konnte als den, die Norweger durch eine vorgetäuschte um­fangreiche Hilfe Englands zum Kampf gegen einen unendlich überlegenen Gegner aufzuputschen?

In der Tat, niemand kann die Engländer um eine berartig konfuse und unfähige Regierung be­neiden, und nichts ist unverständlicher, als daß es heute noch Staaten zu geben scheint, die den Eng­ländern die ganze Hand geben wollen, anstatt ihnen selbst den kleinen Finger zu entziehen. Was müssen die Engländer von einer Regierung halten, deren Chef angesichts der bisher schwersten und verlust­reichsten Niederlagen davon schwatzt, daßjeder einzelne Engländer dem Gegner Mann für Mann überlegen gewesen und überhaupt tapferer" sei! Warum üann diese kopflose Flucht? Und warum wird dann nicht die englische Führung des Expeditionskorps wegen der schmählichen Aus­gabe eines so großen Krieasmaterials vor ein Kriegsgericht gestellt? Wenn dasUebe.rlegenheit" ist, dann wissen wir nicht mehr, wie wir dem gegen­über die Leistungen unserer Wehrmacht noch rühm­lich genug bezeichnen sollen. Warum verlor der bri- tische Regierungschef ferner kein Wort darüber, daß die berühmtestärkste Flotte der Well" zu keiner Stunde imstande war, den deutschen Nachschub nach Norwegen auch nur zu gefährden, geschweige denn 3U verhindern? Warum verschwieg Chamberlain die lange Liste der englischen Verluste an Krieas- und Transportschiffen, an Flugzeugen usw.? Warum half er sich mit solch unwürdigen, kindischen Albern­heiten, daß seine eiaenen erlogenen Siegesankündi­gungen unb wachemangen Triumphberichte von den Deutschen erfunden seien, die dergleichen weiß Gott nicht nötig haben?

Es flüchtete der überlegene englische Soldat, es flüchtete die überlegene englische Flotte und es flüchtete jetzt der ebenso überlegene Chamberlain in die Ankündigung neuer Triumphe und Siegei n eineranderen (3ege nd", nur um eine öffent­liche Diskussion der englischen Katastrophe in Nor­wegen und das Bekanntwerden ihrer Gesamtoer- luste zu verhindernl Das ist der Mann, der zusam­men mit Churchill vonHitlers schwerem Fehler" in Norwegen gefaselt hatte die erbitterte und enttäuschte Opposition schrie ihm jetzt die Antwort entgegen:Wer hat de» Bus verpaßt, Hitler ober ©ie?" B.R.

dem der Angriff vom Osten durch die vorgeschickten Polen mit der Vernichtung des Angreifers geendet hatte. Für dieses große Unternehmen hat also die Regierung Churchill-Chamberlain im ganzennicht viel mehr alseine Division" eingesetzt.

Aus diesem schroffen Widerspruch zwischen Plan

MM