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nerien von Haifa wird dem britischen Oberkom- I mando größte Schwierigkeiten bereiten, da in Haifa
Italienischer Bombenangriff auf Haifa.
Die neuen Chefs der Zivilverwaltung
Oie „Nanziger" kehren heim.
Vorkämpfer des deutschen Elsaß wieder in Straßburg.
Von Kriegsberichter Ettighoser.
u. a. auch Las Flugz - ugb - nzin si-r Las englische Heer im östlichen Mittelmeerraum hergestellt
Mimischer Wehrmachtsberich».
Rom, 7. Aug. (DRV.) Der ilalienlfche Wehr- machlsbericht vom Mittwoch hat folgenden Wortlaut:
Unsere Luftstreitkräfte haben zum drittenmal das Oelzentrum von Haifa bombardiert. Dabei wurden weitere Vrennstoffbehätter in Brand geworfen und die Hafenanlagen getroffen. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt.
Rachrichten aus zuverlässiger Quelle zufolge hat der beim ersten Angriff auf Haifa verursachte Brand mehrere Tage gedauert. Bei der zweiten Bombardierung wurde die Shell-Raffinerie zer- stört.
3n Rordafrika sind feindliche Zeltlager südlich von Sollum, sowie die Eisenbahnlinie Alexandrien — Marsa-Matruk mit Bomben belegt worden. Lin viermotoriges englisches Flugzeug vom Sunderland-Typ wurde von unseren Jagdfliegern bei Tobruk abgeschossen: die aus acht
PK. Es hatten sich nur wenige Eingewechte tm Rathaushof der Stadt Sttaßburg eingefunden, als „die Ranziger" — so nennt sie die elsässische Bevölkerung — wiederkehrten. Man war voller Spannung und Erregung beim Anblick dieser Männer die alle bereits dem Tode, einem grausamen Hinrichtungstode in französischen Kerkern ms Auge geschaut hatten. Sie alle, die nach Rancy verschleppten Männer, hatten keinen Pfennig mehr für ihr Leben gegeben, nachdem die französischen Sadisten den Freiheitskämpfer Roos aemordet hatten. Aber der deutsche Sieg hat auch diesen Männern Leben und Freiheit roiebergegeben, und dies Leben werden sie nun ganz für Großdeutschland einsetzen und für den Führer, zu dem sie sich ohne Vorbehalt bekennen.
Tiefes Mitgefühl erfüttte die Anwesenden, als die Gattin des gemordeten Helden Roos er« schien; auch sie hatten die Franzosen weggebracht und verschleppt. Kaum erkennt man noch viele dieser Männer, so sehr magerten sie ab in französischen Gefängnissen. Schall, Prof. Rosse, Stürme!, Keppi, Bickler, Mourer, Haus, Schlegel, Antony, Dr. Oster, Biber, Nußbaum, Lang und Meyer — alles Männer, die hundertmal in französischen Hetzblättern als „Verräter, Abtrünnige und Naziknechte hingestellt worden sind und unsagbare Leiden er«
Gauleiter Simon. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Mann, darunter drei Offizieren, bestehende Besatzung wurde gefangengenommen.
In O st a f r i k a wurden die Flug- und Seestühpunkte von Aden und Berbern wirksam bombardiert. Lin feindliches Flugzeug wurde abgeschossen.
Unsere Kolonnen überschritten an verschiedenen Stellen die Grenze von Britisch-Sornali- l a n d.
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lieber die Aktton der italienischen Luftwaffe aui Haifa gibt die Agentur Stefani ergänzende Einzelheiten. Wichtigstes Ziel dieses Angriffes war diesmal der Hafen von Haifa, wo die englischen Streitkräfte bedeutende Material- unb Le- bensmitteldepots angelegt frühen. Die bei Mittelmäßiger Sicht von den italienischen Flugz^ia- stützpunkten im Aegäischen Meer gestarteten Staffeln erreichten nach längerem Flug über offenem Meer Haifa, wobei sie Cypern im weiteii Bogen umflogen, um nicht vorzeittg von den englischen Horchposten gemeldet zu werden. Die Fliegerabwehr bei Haifa war überaus heftig gewesen. Die italienischen Flieger hatten den Eindruck, daß das englische
Kommando um die wichtigsten Militärzonen der Stadt verstärkte Flakbatterien mittleren und schwe- ren Kalibers ausgestellt hatte. Die Bombardierung ist aber trotz der Ungünstigen Sicht auftragsgemäß durchgefichrt worden. Tonnen v o n h o ch b rt- santen Bomben sind abgewogen worden. Die Depots und wichttgsten Hafeneinnchtung-en haben Volltreffer erhalten. Die Brandbomben verursachten Brände und schwere Zerstörungen. Stesam erklärt sodann, daß auf Grund der inzwischen em- aeaangenen Informationen die beiden v o rh er- gegangenen italienischen Bombenangriffe auf Haifa die schwersten Schäden angenchtet hätten. So habe z. B. die Irak Pettolemn Company die Zufuhr des Oeles aus der Mosiul-Pipe- line in die Raffinerien unterbrechen munen, um zunächst zu versuchen, den entftanbenen Brand einzudämmen. Sämtliche O e l t a n k s w a r e n in Brand geraten, der Brand hat solange angedauert, bis die gesamten Petroleumvorrate ausgebrannt waren. Die Vernichtung der Oelraffr- ____n Vtci trvirtl h»m hritiifhPT! Oberk0M-
Frauen klarzumachen, daß der liebe Herrgott nur einen Propheten hat, und daß dieser Prophet Duff Cooper heißt. Und dann werden den Engländern und ihren Frauen zahlreiche Fragen vorgelegt: etwa über die Zeitung, die sie lesen; oder wie sie sich im Luftschutzkeller unterhalten; oder ob sie genug Unterwäsche haben und dergleichen. Man kann sich die Wirkung vielleicht ausmalen. Auch bei uns erscheinen von Zeit zu Zeit Warnungen in der Presse an ; unsere Hausfrauen, sich von Agenten, die auf einfache Manier Geld verdienen wollen und von „Gemeinnutz" recht weit entfernt find, mit kniffligen Verträgen hineinlegen zu lassen. Unsere Rechtsprechung schützt weitgehend den Haushaltungsvorstand dagegen, daß mit der Schlüsselgewalt ihrer Frauen Mißbrauch getrieben wird. Wenn die Agenten des guten Duff Cooper nun den Hausfrauen auch keine Ware andrehen, so schwatzen sie ihnen doch die Ohren voll, bringen in das Familienleben ein Element der Unruhe und verschärfen so die Hysterie, zu der nicht nur die englische Frau, sondern — was manchmal übersehen wird — auch der angeblich so phlegmatische Engländer sehr erheblich neigt.
Am schlimmsten aber ist es für Duff Cooper, daß er in der politischen Höhenregion, in der die gewandte Feder durch Formulierung von Nachrichten erhebliche Wirkungen erzielen kann, jammervoll ad gefallen ist. Die „Times" bestätigt ihm, daß es ihm ein um das andere Mal mißglückt sei, die Möglichkeiten einer Nachricht auf „farbige und zufriedenstellende Weise" auszunutzen. Das ist bitter für Duff Cooper-, Denn er ist hier in feinem empfindlichsten Punkt) in feiner Eitelkeit, getroffen. Duff Cooper gehört zu den reichen aristokratischen Engländern, die aus innerer Leere sich irgendeiner Kunst widmen, was dann den in England fo verbreiteten Typ des Dilettanten (im schlechten Sinn) schafft, — fenes Dilettanten, der nichts kann oder wenigstens nicht genug kann und berdoch Anspruch erhebt, ein Fixstern am Kunsthlmmel zu sein. Man nennt diesen Typ des englischen Dilettanten Snob. Duff Cooper hat sich die Schnft- stellerei ausgesucht. Er hat ein formales stilistisches Talent. Aber er hat nicht die Spannweite des Geistes und des Charakters, um wirkliche Große dar- zustellen. Er hat sich daher Talleyrand als Helden ausgewählt, sicherlich einen Meister der diplomo^ tischen Routine, aber auch cm „übles Subjekt, das Napoleon verraten und ihm den Stoß mtt dem vergifteten Dolch von hinten beigebracht frat 3m- merfrin: Duff Coopers Buch war flüssig geschrreben und hatte einen Erfolg. Um so peinlicher ist .es für feine Eitelkeit, dah ihm die ..Times die Fahrgkert abspricht, aus einer Nachricht herauszicholen, was in der Nachricht steckt. Und daher fchweukt iefct Duff Cooper zu den groben Mitteln ab und '.pulverisiert" Hamburg. n°-
Gauleiter Bürde!. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Gauleiter Wagner (Baden). — (Weltbild-M.)
dulden mußten, erleben jetzt die Krönung ihres tapferen Ausharrens.
Nein, das Martyrium, das sie erduldeten, war nicht vergebens, denn s i e haben doch g e s < egt und betreten das Land ihrer Väter, das deutsche Elsaß, und jen$, die sie schmähten, sind weggefegt und verschwunden. Jener Mann, der mehr als zwanzig Jahre die Elsässer im Reich sammelte und ihnen Mut zusprach zum Ausharren, Dr. Robert Ernst, Major der Luftwaffe, meldete die Heimkehr der Ranziger dem R e i ch s st a 11 h a l t e r Robert Wagner. Dessen warme Worte sanden den Weg zu den Herzen. Man merkte es: Hier spricht ein Nationalsozialist, erfüllt von der groh- deutschen Idee. w ,
Die Dankesworte des Elsässers B i ck l e r waren oin ergreifendes, wundervoll und packend geformtes Bekenntnis. Droben auf dem Münsterturm weht die Hakenkreuzfahne im Sommerwind, der nom Jffias- gcnwald herüberstrich. Ein neuer Tag bricht an. Damals, nach dem Raub der Reichsstadt Sttaßburg durch Ludwig XIV., protestierten die Bürger und schickten dem deutschen Kaiser einen Treueschwur. Dieser Treueschwur ist nun erneuert durch viele heimgekehrte Elsässer, die das wahre Gesicht Frankreichs in Zuchthäusern und Gefängnissen kennen- Igrnten.
wurde.
Oie italienischen Erfolge in Ostafrika.
Auch Englands Stellung in Südarabien gefährdet.
Rom, 8. Aug. (DNB.) Zn einer Betrachtung zum Krieg in den Kolonien sagt Agenzra Stefam, die großsprecherische britische Propaganda habe früher oft genug behauptet, eine der ersten Folgen des Kriegseintritts Italiens werde der Verlust Abessiniens sein. Auch hier hätten sich die englischen Berechnungen als grundfalsch her- ausgestellt. Italien habe auch nicht einen Qua- br atme ter seines Imperiums eingebußt, wahrend England bis jetzt Caffala, eine bedeutend strategische Stellung im Suda», sowie Moyale in Kenia den Italienern habe überlassen müssen. Nun kündige man von englischer Seite einen harten italienischen Druck auf Britisch-So- m a l i an, um offensichtlich die öffentliche Meinung auf weitere Verluste vorzubereiten. Die englischen Streitkräfte seien bereits an der Sttaße von Zeilar geschlagen worden, und auch Gerbera erscheine gefährdet. Ferner verlaute, daß im (Gebiet von Hadramaut, an der Südküste der arabischen Halbinsel, viele Stämme im Aufstand gegen die britische Tyrannei ständen, was das britische Kommando hindere, sich des Stützpunktes Aden zur Verstärkung der i» einer äußerst schwierigen Sage befindlichen Truppen in Somali zu bedienen.
Oie Gärung in Aegypten.
Rom, 7. Aug. (Europapreß.) Die Spannung zwischen Ae-gypten und England wächst. „Giornale d'Jtalia" berichtet, ttotz schärffter Handhabung der
Deutsche Soldatengräber zerstört
Brutale Rücksichtslosigkeit englischer Truppen.
Berlin, 7. Aua. (DNB.) Daß I«lbst Fried- Höfe vor der Zerstörungswut der britischen Luftwaffe nicht sicher sind, haben die Bombenwürfe der letzten Wochen auf Gottesäcker und Kirchen des deutschen Reichsgebietes eindeutig bewiesen. Nun wird ein weiteres Verbrechen bekannt, daß bet jedem anständig denkenden Menschen Entrüstung und Abscheu Hervorrufen muh. Dor kurzem wollte ein deutscher Offizier auf dem deutschen MMcn> friedhof St. Laurent-Blangy (Departement Pas de Calais) das Grab des im Wettkrieg gefallenen Bruders eines Angehörigen feiner Kompanie besuchen. Er mußte trabet jedoch die Feststellung machen, daß eine englische motori- fierte Batterie, die den Friedhof als Artille r i e st e l l u n g und den Baumbestand ap Fliegerdeckung benutzte, Hunderte vonGrä- b er n mitsamt den Grab kreuzen mit den Raupenschleppern umgefahren und zerstö rt hatte. Es konnte einwandfrei festgestellt werden, daß es sich um die 286. Batterie des 72. Feldartillerieregi- ments gehandelt hat. Diese Untat ist um so ver- werflicher, als die Engländer ihre eigenen auf französischem Boden gelegenen Kriegerfriedhöfe des Weltkrieges sorgfältig geschont haben. Aber was gehen die Engländer die Gräber gefallener deutscher Soldaten an? Der Fall St. Laurent-Blangy ist ein weiterer Beweis dafür, daß den Briten nichts heilig ist.
Das erste Apotheken-Mseum der Welt.
In F r a n k f u r t a. M. wird das erste Apotheken- Museum der Welt aufgebaut. In Verbindung mit dem neuen Museum wird ein „hortus medicus” angelegt, der eine genaue Rekonstruktion des ältesten medizinischen Gartens aus dem Jahre 800 aus St. Gallen jein wird. Gleichzeitig wird an der Universität Frankfurt ein „Lehrstuhl für Geschichte der Arzneimittel" errichtet. Kostbare museale Schätze werden in . dieser pharmaziegeschichtlichen Sammlung vereinigt, die eine geschichtliche Schau des Arzneimittelwesens darstellt, wie sie noch niemals bisher erreicht worden ist. Der rege Anteil der deutschen Apotheke an der kulturellen Vergangenheit unjeres Vaterlandes und die Taffache, daß die deutsche Apotheke die Keimzelle der weltumspannenden deutschen chemisch-pharmazeutischen In- dustrie ist, geben dem Museum seinen wissenschaftlichen und zugleich historische» Wert.
Wertvolle Kunstaltertümer werden in den Mu- seumsräumen einem jahrhundertelangen Dornröschenschlaf in Obsoletenkammern, Kräuterböden, Speichern und unter den Dachsparren uralter Apothekenhäuser entrissen. Aus Regensburg ist eine vollständige Barockapotheke auf uns gekommen. Sie hat einmal dem modernen Biedermeierstil Platz machen müssen und war ein Jahrhundert lang zur Materialkammer degradiert. Der Renovator hat alle ihre Kostbarkeiten erhalten können, Rezepturentisch und Mörsersockel und die schöne Einlegearbeit der Holzteile. Prächtige alte Gefäße stehen in den Regalen dieser wunderbaren Apotheke, bunt bemalte Fayencen, Gläser, Töpfe aus Zinn, Holz und Kupfer. Mit einer Fülle alter Originalgeräte aus dem 17 und 18. Jahrhundert ist das Laboratorium ausgestattet, Destillatöfen und eine Esse ist eingebaut, „Mohrenköpfe" aus reinem Kupfer, Destillierhelme und Dunsthauben, Dekanttergesäße, Schmelztiegel, Reibschalen und Schneidemesser liegen dabei.
Schier wie eine Giftküche mutet der mittelalterliche Gewölberaum an. Ein Mumienkopf mit Haaren ist im Museum ausgestellt; pulverisierte Mumie mar noch im 17. Jahrhundert ein probates Mittel gegen Magenbeschwerden. Menschenfett gehörte damals zu den kostspieligsten Medikamenten. Tierische Arzneimittel waren sehr beliebt. Fußleidenden wurde
der gemahlene Huf des schnellen Elch verschrieben, die Asche verbrannter Haare gegen erfrorene Füße, pulverisierte Lunge sollte gegen Schwindsucht helfen, gebrühte Hasenknochen gegen Rheuma und Gicht. Der Physikus hielt Mücken- und Schlangenfett feil, Krebsaugen, Hechtzähne, Bocksblut und Eberzähne, Ziegenpanjen und Hasenhäute und sogar Kot vom Bock. Nach geheimer Mischung wurde ein ^Lebens- elixier" zusammengebraut, und selbst die „Goldmacher" konnten ihre Zutaten in der Apotheke kaufen. Daneben gab es Leckereien aus Wachs, Honig und Zucker. Alljährlich auf den beiden Frankfurter Reichsmessen trafen sich die Apotheker zum Einkauf neuer Arzneien.
Das neue Museum wird unter Leitung von Dr. F. F e r ch l (Mittenwald) stehen, der als der beste Kenner der deutschen Apothekengeschichte gilt. In der angegliederten Bibliothek ist in mehreren hundert Nummern alte pharmazeutische Literatur zusammengetragen und schließlich ist ein besonderer Raum der Unterbringung der Stammbäume alter Apothekerfamilien vorbehalten. Die Apothekerzunft in Deutschland reicht bis in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts zurück. Aus dem Jahre 1303 ist die „Grüne Apotheke" in Prenzlau urkundlich belegt. Aber erst im 16. Jahrhundert breitete sich das Apothekenwesen in Deutschland aus. —sch.
Oer maustote Wasil.
Don Max Kammerlander.
Es war ein heißer Julitag, zum Einheuen grab das rechte Wetter. Große Wolken ballten sich hinter dem Wilden Kaiser auf, so blendend weiß, daß einem die Augen wehtaten, wenn man hinsah. Dorn Tal herauf strich manchmal ein leichter Windhauch über die Heumahd hin. Aber er brachte keine Kühle, er war schwül und trocken, als käme er aus einem Backofen.
„Tuifl, Tuifl", dachte der Wastl, der junge Schwai- gerb au er, und wischte mit dem Handrücken den Schweiß von der Stirn. „Wenn's in der Höll a amol so hoah ischt, nacher ischt's scho a rechte Schinderei!" Und er nahm sich vor, wenn nur irgend- möglich, ja nicht in des Teufels Selchkuchel zu geraten.
Länger drüber nachzudenken, hatte er keine Zeit, denn eben führte die Kathl die zwei Ochsen weiter.
und schwankend blieb das halb aufgefabene Fuder vor ihm stehen. Er stieß die Gabel in die rauschende Heuzeile und warf das Heu im Schwung auf den Wagen. — Er war das einzige Mannsbilo auf dem Hof, feit der Vater im letzten Herbst gestorben war, und deshalb hatte er es jetzt besonders streng. Die Kathl, die Urschl und die Thresl, seine drei Schwestern, waren wohl flink beim Zusammenrechen, aber zum Auflegen fehlte ihnen doch der richtige Schwung und das rechte Schmalz. Und die Muetter, die auch noch immer auf dem Feld herumkrabbelte, stand ohnedies mehr im Weg herum.
Aber er wollte es den Nachbarn schon zeigen, daß man auch auf dem „Kittelhof", wie sie seine Heimat spottend nannten, das Heu unter Dach brachte!
Obgleich ihm der Schweiß in dicken Tropfen übers Gesicht rann, stieß er die Gabel noch tiefer ins Heu und warf es hoch auf den Wagen. Die Weiberleut konnten mit dem Rechen kaum nachkommen, und die Mutter schalt zwischen ihrem zitternden, weißen Kopftüchl hervor:
„Tua nit so wüascht, Bua, kannst di leicht über« lupfn!"
Das war grab das rechte Stichwort für ihn. Immer schon hatte ihn die Mutter verhätscheln wollen. Das war ihm schon als kleiner Knirps in die tiefste Seel hinein zuwider gewesen, denn die Nachbarsbuben hatten ihm immer „Kittelschmecker" nachgerufen. Aber daß die Muetter auch jetzt noch mit ihm zärteln wollte, wo er doch ein erwachsener Bauer war, das machte ihn fuchsteufelswild.
Ganz fuchtig gabelte er die Zeile auf, die die Weiberleut zusammengerecht batten und warf sie auf eins, zwei, drei hoch auf das Fuder. Dann jchrie er „hü" und schlug auch noch mit dem Gabelstiel auf die langsam anziehenden Ochsen.
Die waren eine solche Behandlung nicht gewohnt und taten einen ungestümen Ruck. Knarrend und holpernd liefen die Räder.
„Oeh, öh", schrie der Wastl. Aber die Ochsen wollten nimmer halten. Da ließ er die Gabel fallen und jprang zornig hinterdrein. „Oeh, öh", brüllte er, denn die blöden Ochsen rannten pfeilgrad in den [teilen Kartoffelacker hinein, daß das Fuder schon ganz schief hing. Mit einem Sprung kriegte er den Wagen grab noch am unteren Enbe zu fassen, mit aller Kraft stemmte er sich bagegen. Er hörte einen lauten Schrei hinter sich. Die Muetter.
Die Ochsen aber nahmen diesen Schrei als neuen
Ansporn, unb obgleich der Acker noch steiler wurde, zogen sie schnaubend weiter. Drohenb neigte sich der Wagen, die oberen Räber liefen in ber Luft, und bann — bann schlug er ben Hang hinunter, den armen Wastl unter sich begrabend.
Ein entsetzter, vierstimmiger Weiberschrei, und wie aufgeschreckte Hennen stürzten sich die vier Kittel auf das umgeschmissene Fuder. Mit beiden Händen gruben und warfen sie das Heu hinter sich und riefen schluchzend Wastls Namen.
Da erhob sich auf einmal ein riesiges Heugespenst vor ihnen, und ganz ruhig fragte Wastls Stimme drunter heraus:
„Was frabt's denn? Was fchreit's denn so?
Die Muetter, die sich als erste gefaßt hatte, riß Ihm das Heu weg, bis sie in fein Gesicht sah und daß ihm nichts geschehen war.
„Mei Wastl", stammelte sie ganz glücklich, „bös war'so eppörs: wia leicht könnst jetzt bei Lebtag lang maustot sein!"
Ein deutsches Schicksal in Dänemark.
Zu ben bekanntesten Persönlichkeiten der dänischen Geschichte zähll ber deutsche Arzt Str u en- see, ber im 18. Jahrhunbert einen überraschenden Aufstieg nahm, bis er im Jahse 1772 auf dem Schafott endete. Die Reformen, die er in einem schlechtregierten Staat durchführte, waren in vieler Hinsicht ausgezeichnet unb haben noch nach seinem Tobe segensreich nachgewirkt. Wenn er trotzdem fiel, fo lag nach den Forschungen des Heidelberger Professors Dr. Willy Andreas im Augustheft von Velhagen & Klafings Mo natshef- t e n der Hauptgrund daran, daß dem Minister die Gabe fehlte, die Bevölkerung von der Notwendig- kett feiner Neuerungen zu überzeugen. Struensce hatte z. B. das gesunde Streben, die Ausgaben zu vermindern und die Einnahmen £U vergrößern. Doch feine Sparwut schoß übers Ziel hinaus. Die Verstopfung mancher bisher fließenden Gnadenquelle machte in dem kleinen Lande, wo viele sich an den Thron drängten, Unzufriedene, unb als ihr Mißmut einmal laut würbe, betete es ihnen bas Volk nach. Die Aufhebung ber Leibgarde und die Art, wie Struensee zahlreiche höfische Würdenträger und Pöstcheninhaber bis zum Küchen- und Stall- jungen mit dem Sparbesen hinausfegte, zog ihm in den bisher herrschenden Kreise» viele Gegner zu.


