NW Sues schaffen,Lena?
Nomon von Marfina Eckartüfielm
22. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!)
Wie gern würde Lena der jungen Plessen alles sagen, wie sehr würde eine solche Aussprache sie befreien. Diese klaren ruhigen Augen ermutigen so, sich einmal alle Sorgen von der Seele zu reden.
Jutta schließt das kleine Parktor auf. „Drüben unter den Eichen ist eine Bank, Lena. Wollen wir uns eine Weile setzen?"
Dann ist es aber doch Jutta, die zu sprechen anfängt. „Was ist eigentlich mit Hermann los?" fragt sie geradeheraus. „Er war früher anders, für meinen Geschmack freilich zu ruhig, beinahe unheimlich ruhig. Aber jetzt scheint er in das Gegenteil umzuschlagen. Habt ihr ihn gestern abend mit der Schwarzen gesehen? Und dann in der üblen Gesellschaft des Belzigbrauers? Gut ist das nicht, wenn er es mit dem hält, und er scheint es zu tun, denn ich habe ihn öfters jenseits der Teiche getroffen, dort auf Weißenberg zu, wo die Bel- zigbrauerei liegt."
Lena sitzt' erschöpft neben Jutta. Sie hat die Hände fest zusammengepreßt. Nein, über Hermann soll niemand reden.
„Ach, Hermann", bemüht sie sich, leichthin zu sagen, „er hat gestern wohl ein wenig über den Durst getrunken. Um den braucht sich keiner Bedenken zu machen. Wir haben auf dem Gräfehof ganz andere Sorgen!"
Und nun erzählt sie hastig die Geschichte vom Sparkassenbuch, lenkt auf Fred Schneider ab, auf diesen kaum aussprechbaren Verdacht, der sie und Vater Gräfe nicht wieder losläßt.
Jutta ist aufgesprungen. „Kinder, das ist ja un- geheuerlrch! Zwanzigtausend Mark verschwunden, und das laßt ihr so hingehen? Spintisiert solche lächerlichen Zusammenhänge? Ausgerechnet Schneider soll das Geld haben. Entschuldige, aber ich finde diesen Verdacht ziemlich abwegig, an den Haaren herbeigezooen! Es sieht ganz so aus, als müßtet ihr euch fürchten, an der richtigen Stelle zuzupacken!"
»Jutta, was willst du damit sagen?.
„Dasselbe, was du jetzt denkst! Ich brauche ja keinen Namen auszusprechen. Ich kenne nur einen einzigen, der das Geld haben kann, und der ist nur in eurem Hause zu suchen."
Nein, nein, nein — das ist unmöglich, Jutta! Jetzt irrst du dich, jetzt bist du ungerecht! Du kannst doch einen Menschen nicht beschuldigen/ weil er sich in letzter Zeit verändert hat, weil er sich auf dem Tanzboden mal oorbeibenahm."
Jutta sicht Lena Oetteking von der Seite an. „Kennst du Hermann Gräfe so genau? Ich meine, so bis in den allerletzten Winkel seines Herzens?"
„Für ihn lege ich meine Hand ins Feuer", sagt Lena heftig und fühlt doch, daß ihre Antwort ein Ausweichen bedeutet.
Jutta sagt nichts, aber ihr forschender Blick ruht immer noch auf Lenas Gesicht.
„Nein, so etwas tut Hermann bestimmt nicht", fährt Lena noch einmal auf. „Nein, tausendmal nein!"
„Ich will dich gewiß nicht beeinflussen", sagt Jutta mit ihrer festen dunklen Stimme. „Es ist schön, wenn ein Mensch von einem anderen eine so hohe Meinung hat. Nimm es mir nicht übel, wenn ich meine Meinung äußerte. Ich bin gewohnt, zu sagen, was ich denke."
Lena steht auf.
„Du mußt Tante Ottilie noch guten Tag sagen", meint Jutta leichthin, als wolle- fi-e mit Absicht dem Gespräch eine andere Wendung geben. „Sie hält große Stücke auf dich. Bitte, komm' mit."
Lena mag nicht nein sagen, obwohl Juttas Worte über Hermann wie ein böses Feuer in ihr brennen. Aber vielleicht ist es gut, wenn man sich jetzt zu- sammennehmen, lächeln muß, höfliche Worte reden ..
Ein Stück weltabgeschiedenen Friedens ist um die beiden Damen, die strickend und häkelnd unter der großen Blutbuche am Wasser sitzen. Lena kommt es nach allem, was an Sturm in den letzten Stunden über sie hinweggebraust ist, wie ein Wunder vor.
„Wie beruhigend es hier in diesem schönen Winkel ist, gnädiges Fräulein!"
„Ja, mein liebes Fräulein Oetteking, wenn man so alt ist wie ich, dann sucht man die stillen, wind- geschützten Plätze. Ich bin sehr froh, daß mir diese Bäume hier die Welt so klein machen. Da ist alles einfacher und leichter zu übersehen»"
lange dauert, bis der letzte Einfluß des Sonnen- Uchtes verschwunden ist und auch die schwachen Sterne sichtbar werden. Nun kommen wir aber Zum wichtigsten: in ganz Mittel, und Norddeutschland — und je weiter wir nach dem Norden im Sommer kommen, desto mehr — gibt es um die S°T!nrr’?Dnncnn)enbß überhaupt keine eigentliche Nackt, sondern nur Dämmerung. Die Zeit der Hellen Nachte beginnt: Am 50. Breitengrad (etwa Frank- furt a.M. oder Prag) am 1. Juni, am 70. Breiten- grab (etma Narvik) dagegen schon am 26. März. 3e nördlicher wir also in Deutschland kommen, desto mehr tritt im Hochsommer an Stelle der Nacht die Dämmerung und deshalb müssen für die Verdunkelung Sonnenaufgang und -Untergang feste Anhalts- punkte bilden.
Notizen für den 9. 2Hai.
Sonnenaufgang: 5.40 Uhr. Mondaufgang: 7.10 Uhr. Sonnenuntergang: 21.03 Uhr. Monduntergang: 22.51 Uhr.
Die Beförderung von Fahrrädern und Faltbooten in den Zügen.
Die Reichsbahn weist darauf hin, daß infolge der heutigen Beforderunasschwierigkeiten im Reise- 'ettiu . ^ne Gewähr für die Beförderung von Faltbooten und Fahrrädern in Reifezügen geboten werden kann. Wer mit Faltboot oder Fahrrad eine Fahrt vorhat, tut gut daran, bei Festlegung seines Fahrtprogramms die möglichen Schwierigkeiten bei einer Beförderung im voraus zu berücksichtigen.
Ferner ist es empfehlenswert, die Fahrkarten für unvermeidliche Reisen nach weit entfernten kleinen Orten im Vorverkauf zu lösen, weil für solche Reiseziele meist Blankokarten geschrieben werden müssen und diese zeitraubende Abfertigung an den Hauptverkehrstagen verkehrshemmend, unter Umständen sogar überhaupt nicht möglich ist.
LOM., Untergau 116, Wetterau.
1- B D M - Werk: Diejenigen Führerinnen des BdM.-Werks, die einen schriftlichen Bescheid des Untergaues erhalten haben, erscheinen am kommenden Freitag, 10. 5., pünktlich um 8 Uhr zur Führerinnenbesprechung im Möserheim.
2. BDM.-Werk-Gruppe 2a/116: Der nächste Dienst ist am kommenden Donnerstag, 9. 5., im Möserheim, und zwar um 8 Uhr.
3. BDM. - Werk-Gruppe 4 a/11 6 : Der Dienst findet von jetzt ab, statt wie bisher Freitags, Dienstags im Möserheim statt, und zwar ebenfalls um 8 Uhr.
Oberhessisches Museum zu Pfingsten geöffnet.
Das Oberhessische Museum am Brandplatz wird an beiden Psingstfeiertagen jeweils von 11 bis 13 Uhr geöffnet sein. Erstmalig nach der Neuordnung wird auch die vorgeschichtliche Abteilung wie- der gezeigt werden. Auch das Völkerkunde- mnseum im Neuen Schloß am Langraf-Philipp- Platz wird an beiden Feiertagen zu gleicher Zeit dem allgemeinen Besuch zugänglich sein.
Monatsappell
der Kavalleristen-Kameradschast.
Die Kameradschaft ehemaliger Kavalleristen hielt am Samstag im „Bayrischen Hof" ihren Monats- appell ab. Kameradschaftsführer Hartmann konnte hierzu eine große Anzahl Kameraden begrüßen. Er sprach zunächst über die politischen Er- eignisse und gab bann einen Feldpostbrief des Ka- meraden Leutnant Jmmel bekannt. Nach der Erledigung organisatorischer Fragen wurden die Hebungen für die bevorstehenden Schießwettkämpfe beschlossen. Am Sonntag nach Pfingsten findet voraussichtlich ein Ausflug statt. Die Kameradschaft hat die Spitze ihrer Traditions-Standarte und deren Metallbeschläge der Metallspende zugeführt.
Männer-Badeverein Gießen.
Im „Frankfurter Hof" fand am Samstag die diesjährige Generalversammlung des Männer- Bade-Vereins unter dem Vorsitz von Pg. Hermann Thomas statt. Wie der Vorsitzende ausführte, hat der Verein wieder einige Wirtschaftsreserven ansammeln können, obwohl laufend Verbesserungen am Licht-, Luft- und Wasserbad ausgeführt worden Und. Aus dem Geschäftsbericht ging weiter hervor, daß die Mitgliederzahl keine wesentliche Veränderung erfahren hat. Die Beitragseingänge waren höher als im Vorjahr. Die Kontrolle am Eingang
öcs Bades soll auch in diesem Jahre oorgenommen werden. Von den Besuchskarten ist reger Gebrauch gemacht worden. Da der Bademeister Karl Schmidt bei Kriegsausbruch eingezogen wurde, mußte die Badeanstalt vorzeitig geschlossen werden. Als Nachfolger wurde der frühere Bademeister des Volksbades und des städtischen Freibades Ludwig S ch a r d t verpflichtet. Dadurch wird es möglich, die Badeanstalt schon jetzt zu eröffnen. Der Beitrag bleibt in gleicher Höhe bestehen. Besucherkarten werden wieder ausgegeben. Aus dem Kassenbericht des Rechners Hock war zu entnehmen, daß gesunde wirtschaftliche Verhältnisse bestehen. Im Vorjahr wurde für Verbesserungen ein Betrag von 1700 RM. aufgewendet. Dem Vorstand wurde Entlastung erteilt und seine Wiederwahl beschlossen. Er setzt sich aus Hermann Thomas als Vorsitzender, Karl Moll als Stellvertreter, E. H o ck als Kassenwart, Hof als Schriftwart und den Beisitzern Gg. Mohaupt, Jäggle und P s a n n zusammen. Aus Vorschlag des Vorsitzenden wurde beschlossen, wie in den Vorjahren Freikarten zur Verfügung zu stellen, die diesmal für täglich 20 erholungsbedürftige Soldaten bestimmt sein sollen. Außerdem erhalten alle eingezogenen Mitglieder, die vom Beitrag befreit sind, freien Eintritt ins Bad. Der Vorsitzende wies bann noch auf bie großen Erfolge unserer Truppen in Norwegen hin und beschloß hierauf die Tagung mit dem Treugruß an den Führer.
Strafkammer Gießen.
Roman Lededowicz aus Gorajec in Polen war durch Urteil des Amtsgerichts Gießen vom 27. März 1940 zu einer Gefängnisstrafe von 4 991 o n a t en verurteilt worden. Er hat als Angehöriger eines Feindstaates den ihm ab 25. Februar 1940 angewiesenen Aufenthaltsort und die zugewiesene Arbeitsstelle am 29. Februar 1940 heimlich verlassen und den ihm ab 1. März 1940 angewiesenen Aufenthaltsort und die zugewiesene Arbeitsstelle am 3. März 1940 schon wieder verlassen.
Gegen das Urteil legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein. Der Anklagevertreter beantragte eine Gesamtgefängnisstrafe von 6 Monaten. Die Berufung der Staatsanwaltschaft wurde auf Kosten der Reichskasse verworfen.
Die E. K. in Vaitshain war beschuldigt, im September 1939 und Januar 1940 in Vaitshain Abtreibung begangen zu haben. Die Angeklagte war geständig. Der Anklagevertreter beantragte eine Gesamtgefängnisstrafe von 8 Monaten. Die Angeklagte wurde zu einer G e s a m t g e f ä n g n i s st r a s e von 6 Monaten verurteilt. Straferschwerend wurde der Umstand in Betracht gezogen, daß die Angeklagte verheiratet und gesund ist, strafmildernd das Geständnis, bie Reue, die Jugend der Angeklagten und der Umstand, daß ihr Mann im Felde ist.
Gießener Schlachiviehrnarkt.
Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtvieh-Derteilungsmarkt) in der Diehversteige- rungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 60 bis 168 Rps., Bullen 63 bis 78, Kühe 34 bis 87, Färsen 58 bis 99, Kälber 30 bis 126, Schafe und Hämmel 20 Rpf. je kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,09 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,09 RM., b2 (120 bis 134,5 kg) 1,09 RM., c (90 bis 119,5 kg) 1,07 RM., d (80 bis 89,5 kg) 1,07 RM., e—f (60 bis 79,5 kg) 1,01 RM., gl (fette Specksauen) 1,09 RM., i (Altschneider) 1,09 RM., g2 (andere Sauen) 1,01 RM., h (Eber) 1,01 RM. — Markt- verlauf: Regelmäßig, alles zugeteilt.
Frankfurter Schlachkviehmarkt.
Frankfurt a.M., 8. Mai. (Vorbericht.) Der Hauptmarkt für Kälber und Schweine nahm einen regen Verlauf. Das gesamte Vieh wurde zu etwa folgenden Preisen zugeteilt: Kälber 25 bis 65 RM., Hämmel 28 bis 51; Schafe 20 bis 44; Schweine 49,50 bis 55,50 RM.
Tagung des Fachamts Turnen in Gießen
Der Bereich XII: Hessen des NSRL. führte für das Fachgebiet Turnen eine wichtige Arbeitstagung durch. Vormittags fanden in der Turnhalle der Schillerschule Vorturnerstunden im Kinderturnen, Männer- und Frauenturnen und sachliche Be- sprechungen statt, die wertvolle Anregungen boten. Am Nachmittag versammelte man sich im „Bayrischen Hos" zu einer gemeinsamen Tagung. Be- reichsfachwart für Turnen Hermann Schäfer (Kassel) berichtete von der Tagung des Reichsfachamtes Turnen in Magdeburg. Seine Ausführungen gipfelten in der Förderung, über der Förderung der Spitzenleistung die Breitenarbeit nicht zu vergessen. Stellvertretender Bereichsamtmann Beuermann (Kassel) sprach über aktuelle Fragen des NSRL. Wichtig sei auf alle Fälle, daß die Vereine den Uebungsbetrieb während des Krieges aufrechterhalten. Hebet die Vereinsgrenzen hinaus müsse die Parole heißen: Leibesübungen für alle! Eingehend behandelte Kamerad Beuer- mann die Turn- und Sporttage, wie sie in diesem Jahre erstmals in den Ortssportgemeinschaften durchgeführt werden.
Bezirksobmann für Männerturnen Richard Becker (Kassel), behandelte den Uebungsstoss für die Veranstaltungen des Bereichs in diesem Jahre. Am 4. August findet ein Ausscheidungsturnen für die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften statt. Damit verbunden wird das Bereichsalterstreffen, das im Bezirk Gießen durchgeführt werden soll. In Vorschlag gebracht wurde Lich; falls sich dort die Veranstaltung nicht ermöglichen läßt, will man wieder nach Heuchelheim gehen, das man vom Vorjahr noch in bester Erinnerung hat.
Bereichsobmann für Sommerspiele, Dr. Karl Pfeffer (Gießen), redete einer verstärkten Aufnahme des Spielbetriebs das Wort. Insbesondere soll die Arbeit dem Korbballspiel gelten, das in allen Frauenabteilungen Eingang finden muß. Es hat nach allem auch den Anschein, daß in diesem Jahr ein weiterer zahlenmäßiger Anstieb kommen wird. Die Turn- und Sporttaae sollen nicht zuletzt auch im Zeichen der Spiele Faustball und Korbball stehen. Die Bereichsmeisterschaftsspiele im Faustball werden Ende Juli durchgeführt. Die Be
zirke tragen ab Spätsommer ihre Beizrksmeister- schäft in allen Klassen aus.
Mannschastskämpfe der Turnerinnen.
Sieger: Tv. 1846 Gießen.
Am vergangenen Sonntag führte der NSRL.- Bezirk Gießen in Wetzlar den Vereinsmannschafts- kämpf im Frauenturnen durch. In flottem Tempo wickelten sich die Wettkämpfe ab. Von den acht Mannschaften war ein Fünfkampf mit drei Geräteübungen, Barren, Längspferd, Schwebebalken und Korbwurf und Gymnastik zu bestreiten. Besonders stark, mit drei Mannschaften, war der Turnverein Heuchelheim vertreten. Die Entscheidung des Kampfes konnte nur zwischen Gießen und Wetzlar liegen, Am Ende behielt der Turnverein 18 4 6 Gießen mit vier Punkten Vorsprung knapp die Oberhand vor Wetzlar. Aus den weiteren Plätzen biteben Dillenburg und Heuchelheim. Den Abschluß der Veranstaltung bilbete eine Vorführung im Korbballspiel.
Gerätemeisterschasten des DOM.-!lntergaues 116.
Alle in den NSRL.-Vereinen betreuten Mädel im Alter von 10 bis 18 Jahren unterstehen aus- schließlich dem BdM. und zwar werden die 10- bis 14-jährigen Mädel in den Sonderdienstgruppen und die 14- biß 18jährigen Jugendturnerinnen in den Leistungssportgruppen erfaßt. Den Bemühun- gen des BdM. im Obergau Hessen-Nassau ist es jetzt gelungen, für diese Jugendturnerinnen die Genehmigung zur Durchführung von Mannschaftskämpfen zu erhalten, die nur die Reichsjugendführung erteilen kann. Nachdem in den Kreisen, bzw. Ringen, die beiten Turnerinnen ermittelt worden waren, traten diese Siegerinnen jetzt zum Unter« gauentscheid im Gerätewettkampf an, der am Sonn- tag in der Turnhalle der Schillerschule ausgetragen wurde.
Nach einem Eingangslied begrüßte die L- Stellenleiterin im Untergau 116, M.-Gruppen- führerin L. F u h r y die angetretenen Mädel und den Bereichswart für das Geräteturnen, Schwarz (Kassel). Die L.-Stellenleiterin erläuterte Sinn und
Ziel der Leibesübungen im BdM. und bedauerte nur, daß deren Bedeutung nicht voll erkannt und dem Turnen nicht das Interesse geschenkt wird, das dafür erwünscht ist. Anschließend wurden die Wettkämpfe unter der Leitung der Sportwartin des Untergaues, Hauck ausgetragen, «u.
Die Ergebnisse:
1. BDM.-Leistungssport-Mannschaft der Turn- gemeinde Friedberg mit 37 Punkten.
2. Zweite BDM.-Leistungssport-Mannschast des Turnvereins Heuchelheim mit 36 Punkten.
3. BDM.-Leistungssport-Mannschaft der Turnerinnen Gießen mit 35 Punkten.
4. Erste BDM. - Leistungssport-Mannschaft des Turnvereins Heuchelheim mit 32 Punkten.
Oie Ergebnisse der ersten Gießener leichtathletischen Bahnveranstaltung.
100 Meter: 1. Topp, Tv. Wetzlar, 12 Sek.; 2. Zerndt, VfB.-R. Gießen, 12,1 und Pflüger, Mtv. Gießen, 12,1; 3. Decher, Slitisa Schlitz, 12,2 Sek.
300 Meter: 1. Schneider, Polizei Gießen, 40,8 Sek.; 2. Koch, SA.-Kampfspielgem. Gießen, 43; 3. Zerndt, VfB.-R. Gießen, 43,3 Sek.
1000 Meter: 1. Hirschberger, Luftwaffe, 2:59,6 Min.; 2. Gärtner, Wehrmacht, 3:07,0; 3. En- derlein, Luftwaffe, 3:27,0 Min.
3000 Meter: 1. Enderlein, Luftwaffe 10:21,4 Min.; 2. Klee, VfB.-R. Gießen, 10:58,1; 3. Som- merfeld, Polizei, 11:18,7 Min.
Diskus: 1. Dr. Luh, VfB.-R. Gießen, 38,78m; 2. Gärtner, Wehrmacht, 30,41 m; 3. Kronauer, VfB.-R. Gießen, 26,53 m.
Hochsprung: 1. Schleenbecker, Tv. Ruttershausen, 1,65 m; 2. Schwarz, VfB.-R. Gießen, 1,60 m; 3. Topp, Tv. Wetzlar. 1,55 m; 4. Decher, Slitisa Schlitz, 1.55 m.
Weitsprung: 1. Decher, Slitisa Schlitz, 5,93 m; 2. Kronauer, VfB.-R. Gießen, 5,86; 3. Schneider, Polizei, 5,65 m.
Kugel st oßen: 1. Dr. Luh, DfB.-R. Gießen, 14,29 m; 2. Schleenbecker, Tv. Ruttershausen, 11,41; 3. Gärtner, Wehrmacht, 10,84 m.
Speerwerfern 1. Dr. Luh, VsB.-R. Gießen, 40,66 m; 2. Deucker, Sportgem. Steinbach, 40,50; 3. Gärtner, Wehrmacht, 30,61 m.
Dreikampf: 1. Decher, Slitisa Schlitz, = 1558,6 P,; 2. Gärtner, Wehrmacht, -- 1538,6 P.; 3. Kronauer, VfB.-R. Gießen = 1354 P.
Handball um die Bereichsmeisterschast
Tuspo Dettenhausen — Tv. Hochelheim 14:10 (7:6).
Hochelheim erwies sich als würdiger Vertreter der Südgruppe. Das Ergebnis entspricht leider keineswegs dem Spielverlauf. Wohl war Bettenhausen zu Beginn etwas überlegen, konnte auch 6:2 in Führung gehen. Mehr und mehr fand sich aber Hochelheim und glich kurz vor Halbzeit aus. Mit dem Führungstor von Bettenhausen wurden die Seiten gewechselt. Dem Führungstor folgte der Ausgleich auf dem Fuße. Beim Stand von 9:9 wurde Hochelheim ein reguläres Tor nicht gegeben. Die Mannschaft ließ einen Augenblick stark nach. Diese Tatsache nutzte Bettenhausen aus. Der Vorsprung wurde größer, und zum Schluß mußte sich Hochelheim geschlagen bekennen.
Die Vorrunde um den Lahnpokal konnte abgeschlossen werden. Diesmal gab es folgercke Ergebnisse:
To.Hörnshetm — To. Lützellinden 5:13 (3:7)
Tv. Launsbach — Mtv. Gießen 3:19 (0:9)
Spg. Gr.-Buseck — Do. Heuchelheim 2:3 (1.2) Tv. Holzheim — Tv. Grüningen 13:9 (7:5) Tv. Dutenhofen — Tv. Münchholzhausen 14:4 (5:2).
Hörnsheim hat sich noch gut gegen die starken Gäste gehalten. — Launsbach hatte gegen die Gäste - aus Gießen nichts zu bestellen. — Zu einem erbitterten Ringen kam es in Großen-Buseck. Heuchel- heim hat mit Glück gewonnen. — Eine schöne Leistung vollbrachte Grüningen. Das Spiel war zum Schluß etwas hart. — Endlich hat sich auch Dutenhofen wieder einmal zu einer Leistung aufgerafft Klein-Linden 3gb. — Heuchelheim Jgd. 6:6 (3:4).
Beide Mannschaften lieferten ein schnelles und faires Spiel, das in allen Teilen gefallen konnte. Die Gäste stellten eine junge und flinke Mannschaft ins Feld.
„Beneidenswert!" Lena seufzt ein wenig.
„O nein, das sollten Sie nicht sagen. Sie sind noch jung. Sie können schon noch den Wind um die Ohren vertragen. Wo haben Sie Ihren Herrn Bräutigam?"
„Er ist auf Entdeckungswanderung gegangen", sagt Lena; es ist ihr wenig angenehm, nichts anderes berichten zu können.
Einen Bräutigam besitzen und ihn allein gehen lassen — Fräulein Schmidtchen findet das unbegreiflich! Sie häkelt viel Ungehattenheit über solche Undankbarkeit gegen das Schicksal in ihre Spitze.
Jutta lacht. „Ja, ein Jammer, daß wir Brautpaare von heute keine Zeit haben, Arm in Arm durch die Felder, durch die Auen zu wandeln!"
„Sie werden es einmal bereuen, Jutta!" Hermine Schmidtchen zieht ein Stück ihrer Häkelspitze wieder auf. Aerger läßt Fehler machen.
„Oh, meine Liebe, Sie haben sich verzählt?" beugt sich Fräulein von Plessen vor. „Ich sagte ja gleich, das Muster ist zu schwer."
Jutta und Lena sehen sich an. Sie haben wohl beide den gleichen Gedanken.
„Ja", sagt Jutta mit einem ganz kleinen Lächeln, „es gibt Sorgen verschiedener Art."
„Du denkst an die Autobahn, Kind?" fragt Fräulein Ottilie ängstlich.
„Gewiß, Tantchen,, das auch. Aber Dortäirfig brauchst du dich nicht zu beunruhigen. Es liegt noch kein Entscheid vor."
„Ja, ja, es bekommt jeder im Leben sein Päckchen zu tragen", seufzt Fräulein Schmidtchen. Sie zählt dabei an ihrem Muster.
„Wir wollen lieber nicht länger stören", sagt Jutta, „sonst haben wir es auf dem Gewissen, daß dieses Werk nicht gerät."
Sie nickt Fräulein von Plessen zu. „Ich bringe Fräulein Lena noch durch den Park zurück!"
Man sieht es Lena an, daß sie dem harmlosen Geplauder mit leerem Höflichkeitslächeln gefolgt ist. Sie verabschiedet sich rasch und ein wenig zerstreut.
Jutta fuhrt Lena an den Stamm einer riesenhaften Eiche. „Der älteste Baum hier im Park", sagt sie.
Dann zeigt sie Lena Grabstätten aus einer empfindsamen Zeit. Lieblingshunde liegen darunter. Durch das Unterholz rauscht ein Fasan. An einem morschen Stamm klopft ein Specht. Kon dem, was
vorhin zwischen den beiden gesprochen wurde, ist nicht mehr die Rede. Oft ist das einzige, was noch helfen kann, ein schweigendes Verstehen. Beim Abschied drückt Jutta Lena Oetteking herzhaft die Hand.
Währenddessen rollt im Gräfehof das Schicksal weiter. Vater Gräfe hat befohlen, die alte Chaise anzuspannen. Da kommt Klette-Reinhard in den Hof geschlürft. Hänischlob hott gerade die Stute aus dem Stall.
„Ist d'r Gräfebauer derheeme?"
Hänischlob zeigt mit dem Daumen auf das Wohnhaus. Klette-Reinhard schlurft weiter. Er ist seit zwanzig Jahren Gemeindediener. Er hat etwas steife Beine, und mit feinem unbeholfenen Körper verbindet sich ein langsamer Geist. Aber gewissen- hast ist er als Botengänger, und Amtsgeheimnisse kommen nie über seine Lippen.
„D'r Gräfebauer sott gleich amol uffs Gemeende- amt kommen", richtet er aus. „3s ’s wegen der Autobahn."
Alle, die im Wohnzimmer beisammen sind, sehen sich an. Alle fühlen die Entscheidung nahen. Erni holt dem Alten schnell eine Tasse Kaffee aus der Küche. Sie möchte ihn gern gesprächig machen, aber aus Klette-Reinhard ist nichts herauszubringen.
Hänischlob muß die Fuchsstute wieder in den Stall bringen. Christoph Gräfe geht ins Dorf. Sein Gesicht ist hart, wie aus Holz geschnitten. Eisern sucht er seine ungeheure Erregung zu bezwingen. Er vergißt, sich zu verabschieden, er sieht niemanden an.
Lena blickt durchs Fenster, sieht, wie er über den Hof geht und wie er Hermann, der aus der Brauerei kommt, etwas zurust. Sie schlägt plötzlich die Hände vors Gesicht. Dann geht sie schnell in ihr Zimmer hinauf. Großer Gott, wie sott das hier weitergehen auf dem Gräfehos!
Endlich, nach Stunden, kommt Christoph Gräfe zurück. Sein Gesicht ist aschgrau, seine Augen blicken leer. Er sieht aus wie ein Verurteilter. Alle warten gespannt und ängsllich auf den Ausbruch seines Zorns. Er schweigt.
Diese Grabesstille ist unheimlich. Niemand wagt zu sprechen. Niemand fragt. Und niemand hat es nötig zu fragen. Kann man es ihm nicht vom Gesicht ablesen, daß das Schicksal des Gräfehofes besiegelt ist?.
(Fortsetzung folgt)


