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7.3.1940
 
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Donnerstag,!.März MO

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^YO. Jahrgang Rr.äT

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Gietzener Anzeiger

«- General-Anzeiger für Oberhessen

aus

Rom zurückgezogen.

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Der Polenterror gegen die Ukrainer

Daimler-Gedächtnispreises beschlossen, für junge deutsche Ingenieure, die sich auf dem Gebiet des Fahrzeug- und Motorenbaues durch besondere Lei­stungen ausgezeichnet hätten.

gelieferten Waren vermindert." Stauning wies daher auch eine weitere Senkung der Krone im Verhältnis zum Sterling zurück, da eine solche wohl der Land­wirtschaft, nicht aber dem Volksganzen Nutzen

und Trostlosigkeit geworden. Was dort ge­schieht, ist um so schmerzlicher, weil die Rechte der Ukrainer durch einen internationalen Vertrag ga« rentiert wurden, weil jedoch die Genfer Liga sich allen Protesten gegenüber taub gestellt hat und weil die übrige Welt die Lage nicht kennt oder ihr doch gleichgültig gegenübersteht."

Die schauerlichen Verbrechen, die die Ukraine über sich ergehen lassen mußte, stellten den systematischen Versuch dar, das viele Millionen zählende Ukrainischs Volk, das von dem Versailler Verbrechen dem pol­nischen Untermenschentum anvertraut worden war, systematisch zu vernichten. Das ukrainische Volk, eines der fruchtbarsten Völker Europas, hat nach eigenen polnischen Angaben mindestens 1 220 000 Menschen unter den grausamsten und teuflichsten Qualen dem polnischen Sadismus opfern müssen, weil es dis Herren von Versailles so wollten, dieselben Herren, die im Herbst 1939 die Stirn hatten, ihre Volker zum, Schutze dieses Barbarenstaates in den Krieg zu trei­ben. Schlechterdings grotesk aber ist es, wenn nun auch noch das Märchen erfunden wird, als ob Polen Lin Hort der Freiheit und der Demokratie gewesen sei Das polnische Volk verdiente es nicht, daß ihm andere, weit höher stehende Volksgruppen zur Be- herrschung übergeben wurden. Diejenigen, die im vollen Bewußtsein dieser Lage eine solche Übertra­gung aus machtpolitischen Gründen dennoch vor- nohmen, um Deutschland von Osten her dauernd schwächen und gefährden zu können, sind im voller Umfange mitschuldig für die furchtbare Tragödie.

Empfindliche Lücken in den englischen Vorposteneinheiten

Ehurchill beschlagnahmt die Jischerflotten von Grimsby und Hüll.

widmen"

Was geschieht, wenn alle diese gemeinen Mittel erfolglos bleiben?Sie stacheln die dem Feinde benachbarten Nationen auf", antwortet More un­bedenklich,sie bringen dieselben mit ihm ins Hand­gemenge ... zu gleicher Zeit versprechen sie diesen neuen Verbündeten Hilfeleistungen, lassen ihnen das Geld im Stillen zufließen, vermehren die Kräfte derselben jedoch nur um eine geringe Zahl von Bürgern". Ist das noch Utopie oder Wirklich­keit? Wir erleben es ja in diesem Augenblick wie­der, daß England die Neutralen auf seine Seite zwingen möchte, und die diesen Staaten verspro­chenenHilfeleistungen" heißen heute Garantien.

Außerdem verfügen diese Utopier noch über das barbarische, rohe und wilde Volk der Zapoleten". Diese werden angeworben, durchglänzende Versprechungen verlockt" und späteran die gefähr­lichsten Posten" gestellt man denkt an die eng­lischen Kolonialvölker.Der größte Teil derselben kommt um und kehrt niemals zurück, um das ihnen Versprochene einzufordern." So weit More. Wenn er dann noch versichert, daß die Utopier die Trup­pen der Staaten verwenden, deren Verteidigung sie übernehmen, sodann die Hilfslegionen ihrer Übrigen Verbündeten und erst ganz zuletzt ihre

scheute polnische Joch zu kommen. 20 Jahre polnischer Herrschaft in der Ukraine bedeuteten ein Terror- Regiment unerhörtester Art. Die sog.Pazifika- tionen", in denen ganze Dörfer vom Erdboden vertilgt, die Kirchen angezündet, das Vieh geraubt, bis Menschen vertrieben wurden, rissen nicht ab. Die Ukrainer wurden durch grausame Mißhand­lungen gezwungen, ihr durch schwere Arbeit er­worbenes (Eigentum selb st zu vernichten, ihre Häuser zu demolieren, das Getreide zu zerstreuen, die Fußböden aufzureißen und zu zerhacken. Mar­terungen der politischen Gefangenen waren an der

Im Jahre 1853 finden wir den jungen Gottlieb Daimler als einfachen Arbeiter in dem elsässi­schen Werk Grafenstaden. Hier erprobt der Neun- zehnjährige fein technisches Können erstmals prak­tisch. Als Vorarbeiter verläßt er nach drei Jahren den Betrieb. Er bekommt auf dem Stuttgarter Polytechnikum ein Freistudium, nach dessen Voll­endung er im Ausland, namentlich in Frankreich und England, seine Kenntnisse in der praktischen Motor­technik so vervollkommnet, daß er selbst schöpferisch wirken kann. Im Jahre 1876 baut er mit seinem Freunde Wilhelm Maybach und dem bekann­ten Motorenkonstrukteur August O t t in der Gas­motorenfabrik Deutz AG. den ersten Viertakt- Gasmotor, doch vernachlässigt er über dieser Neu­schöpfung seine frühere eigene Idee, den Bau eines leichten, schnell laufenden Motors keineswegs. Am 16. August 1883 entsteht in Daimlers eigener Ver­suchswerkstatt in Stuttgart-Bad Cannstatt, wieder durch Zusammenarbeit mit Maybach, der erste Ben­zinmotor. Nachdem er anschließend die Schmier­und Kühlprobleme zufriedenstellend gelöst hat, geht der nunmehr 50jährige Daimler daran, diese neue Kraftquelle für den Betrieb von Fahrzeugen aller Art nutzbar zu machen. Am 29. August 1885 wird ihm sein erstes, noch aus Holz gefertigtes Motor- Zweirad patentiert Im Herbst des folgenden Jah­res tritt Daimler mit feinem ersten üierräbrigen Automobil an die Oeffentlichkeit, einem Kutsch­wagen, der durch einen l^pferbigen Motor getrieben, 18 Kilometerstunden Geschwindigkeit erreicht. Es entstehen bald auch Motoren für Schiffsantrieb, sein erstes Motorboot muß er bei den aufsehenerregenden Probefahrten auf dem Neckar mit elektrischen Jsolatioskörpern tarnen, weil der Treibstoff Benzin noch als gefährlicher Explosivstoff bient. Balb sind auch die ersten Stra­ßenbahndraisinen und Feuerspritzen mit Daimler- Motoren ausgestattet, und 1888 wird zum ersten Male der Versuch unternommen, das Luftschiff des Leipziger Buchhändlers Wölfert damit anzutreiben.

Inzwischen war 1887 in einem neuen, weit­räumigen Fabrikanwesen am Seelberg in Bad Cannstatt d i e e r ft e B e n z i n m o t o r e n f a b r i k der Welt entstanden, deren Konstruktionsbüro May­bach leitet. Leider kommt es zu der von deutschen Erfindern schon oft gemachten Erfahrung, daß das Ausland große deutsche Techniker eher erkennt als das eigene Vaterland. Verschiedene französische Fa­briken hatten Daimlers Patente erworben, und als im Jahre 1894 dasPetit Journal" zum ersten Internationalen Wettbewerb für Wagen ohne Pferde" auf ruft, gestaltet sich dieser aus der Straße ParisRouen ausgetragene Kampf zu einem un­erhörten Triumph fürPapa Daimler". Nachfol­gende Konkurrenzen bringen überall Daimler als Sieger heraus, der Erfolgsweg des leichten Benzin­motors ist unaufhaltsam. Bis zum Jahre 1890 hat Daimler die Kosten seiner ganzen Konstruktions­arbeit aus eigener Tasche bestritten, dann aber muß er fremdes Kapital zu Hilfe nehmen. Am 28. No­vember 1890 wird die Daimler-Motoren-Gesellschaft

Amsterdam, 7. März. (DNB. Funkspruch.) Wie dieTimes" mitteilt, hat Churchill, um die schweren Verluste, die die englischen Vorposten- Einheiten erlitten haben, auszugleichen, an geordnet, baß die Fischerflotten von Grimsby und Hüll beschlagnahmt werden. Damit ist jeglicher Fischfang unmöglich gemacht worben, obwohl gerade die Fischerflotten von Grimsby und Hüll für die Ernährung der britischen Arbeiter­klassen von ausschlaggebender Bedeutung sind. Die beiden Flotten waren hauptsächlich zum Fang in arktischen Gewässern eingesetzt. Die Maßnahmen Churchills haben auf einen Schlag 600 000 Arbeiter brotlos gemacht, die alle auf irgendeine Weise mit ber Fischerei von Grimsby und Hüll in Verbin- bung standen. Churchill hat nun Agenten zu den brotlos gewordenen Arbeitern geschickt, die ver­suchen sollen, diese Leute zum Dienst auf U-Bootfallen oder auf Minensuchern zu überreden.

Englands Krieg erschüttert die dänische Wirtschaft.

Kopenhagen, 6. März. (Europapreß.) Mini­sterpräsident Stauning hat in einer Rede un­umwunden zu verstehen gegeben, daß die Kriegs­verhältnisse für Dänemark eine Erhöhung der Preise, Verminderung der Ausfuhren, zunehmende Arbeits­losigkeit und eine Senkung des Lebensstandards mit sich bringen müssen. Besonders aufgefallen ist, daß Stauning seine Ausführungen einleitete mit dem Satz:Die in England durchgeführte Geldpolitik hat den Ertrag der von der dänischen Landwirtschaft

sagen.

Corriere della Sera" schreibt, England habe zu große Eile gezeigt und zu wenig Verständnis für die Bedürfnisse der Nichtkriegführenden. Italien habe vor einiger Zeit Verhandlungen angebahnt, um den jetzigen Zwischenfall zu vermeiden, es habe Verständnis für den englischen Standpunkt gezeigt, indem es seine landwirtschaftlichen Erzeugnisse im Austausch gegen englische Kohle angeboten habe. England habe sich jedoch damit nicht zufrie­den gegeben, sondern habe seine Delegation

Englands Anschlag auf die italienischen Kohlentransporte

Wachsende Verstimmung in Vom.

Ein Revolutionär der Technik

Zum 40. Todestag van Gottlieb Daimler.

Utopie wirdWirklichkeit.

Seit jeher haben die Menschen das Bedürfnis ge­habt, sich jenseits dieser wirklichen Welt eine andere auszumalen und sich ein.Wölkenkuckucksheim, ein Staatsideal, auszudenken, in dem alle Men­schen, von allen irdischen Nöten befreit, in einer vollkommenenGlückseligkeit" dahinleben. Zu den Schriften, die aus diesem Verlangen entstanden sind, gehört etwa P l a t o sStaat" ebenso wie F l ch - f e 5 Abhandlung vomGeschlossenen Handelsstaat", gehört auch des Engländers Thomas More Utopia", die im Jahre 1516 erschien und so gro­ßes Aufsehen erregte, daß sich der Name derUto­pie" von ihr auf alle anderen Bücher dieser Art übertragen hat.

Thomas More er war unter Heinrich VIII. Lordkanzler von England schildert in seinem Buch die Staatsverfassung der Insel Utopia, die ihren Bewohnern ein so vollkommenes Glück ge­währleistet, daß dem Leser vor so vieler Vollkom­menheit etwas beklommen zu Mute wird; freilich wird dieses irdische Paradies auch nur dadurch möglich, daß More gleichsam durch ein Hintertür­chen, die ... Sklaverei einführt, so daß diese voll­kommene Welt auf der menschenunwürdigen Aus­beutung einer Sklavenschicht durch die Herrenkaste begründet ist. Auch sonst sind die Bewohner von Utopia auf eine sehr gerissene Art vorsichtig und weitschauend. Sie sammeln Reichtümer, um damit im Kriegsfällefremde Truppen anzuwerben und reichlich zu besolden; denn die Regierung von Uto­pien will lieber Fremde als die eigenen Bürger dem Tode aussetzen". Diese Worte, im Jahre 1516 geschrieben, sind, wie wir wissen, heute Tein uto­pisches Dogma mehr: sie find die Maxime der englischen Politik geworden.

Im Kriege benehmen sich die Utopier gegen dis feindlichen Völker mit einer durch nichts zu über* bietenden Gemeinheit. Zwar versichert More, daß sie den Krieg als etwasganz Bestialisches" ver­wünschen und daß sie bei ihren Kriegserklärungen nur das Wohl der Menschheit im Auge haben" Worte, als seien sie aus einer englischen Zeitung von 1940 abgeschrieben aber diese idealen Be­strebungen haben sehr merkwürdige Folgen:Für die Utopier besteht der schönste Ruhm darin, den Feind nur durch Gewandtheit und List besiegt zu haben. Dann sieht man sie öffentliche Triumphs feiern, sie rühmen sich, als Menschen und Hel­den (!) gehandelt zu haben ..."

Wer erinnert sich nicht des papierenen Flugblatt­krieges, mit dem die Engländer in den ersten Kriegs­monaten einen Keil zwischen Führer und Volk tret- ben wollen, wenn er bei More folgendes liest:Un* mittelbar nach der Kriegserklärung tragen die Uto­pier Sorge, insgeheim am nämlichen Tage und in den vornehmsten Orten des feindlichen Landes Proklamationen anschlagen zu lassen, die das Sie­gel des Staates tragen. Diese Proklamationen ver­sprechen dem Mörder des Fürsten glänzende Be­lohnungen ... Die Utopier setzen somit Preise auf die Köpfe der Räte oder Minister. Der dem Mörder versprochene Lohn wird für denjenigen verdoppelt, welcher einen der Todgeweihten lebend überliefert. Mit der dankbarsten Freigebigkeit belohnen sie diejenigen, die sich allen Gefahren der Verräterei

gegründet. In stolzer Freude erlebt er noch den Siegeszug seiner letzten Neuschöpfungen und baut das Werk zur führenden Fabrikationsstätte für automobile Fahrzeuge aus. Heute wird das geistige Erbe dieses großen Deutschen in den vielfältigen Betrieben der Daimler-Benz-AG. gepflegt und ver­mehrt, in jenem Weltunternehmen, das nun- fett der 1926 vollzogenen Verschmelzung mit dem Rhei­nischen Motorenwerk Benz & Co. auch das Werk dieses zweiten deutschen Auto-Pioniers zu höchster Wüte gebracht hat.

Ein Gottlieb-Daintter-Gedächknispreis für erfolgreiche deutsche Ingenieure.

Aus Anlaß des 4 0. Todestages Gottlieb Daimlers fand in Cannstatt die Einweihung der von der Stadt Stuttgart und der Daimler-Benz AG. eingerichteten Gottlieb-Daimler-Gedächt- n t 5 ft ä 11 e statt. Oberbürgermeister Dr. S t r o e I i n zeichnete das Lebenswerk des Erfinders. Damit der Name Daimlers auch zukünftigen Generationen ein leuchtendes Verbild und Ansporn zu höchster Lei­stung sei, hab« man di« Stiftung eines Gottlieb^

Rom, 7. März. (Europapreß.) Die italienische Presse beschränkt sich auf die Wiedergabe der Be­richte ihrer Korrespondenten über die Stimmung in London und Paris und über die Beurteilung der italienischen Protestnote in den neutralen Staa­ten. Sie unterläßt weiterhin eigene Betrachtungen. Daß aber die Wegnahme der italienischen Kohlen­schiffe die italienische Oeffentlichkeit schwer ver­stimmt hat, tritt klar zutage. Unwillen hat auch die Aufmachung der Nachrichten über die Wegnahme dieser Schiffe heute werden insgesamt dreizehn gezählt durch die englische Presse erregt. So berichtetLcworo Fascista'. Heber die ganze Seite laufende Ueberschriften haben das be­scheidene Ereignis der Wegnahme von Handels­schiffen durch Panzerkreuzer zu einer heroischen Tat zu stempeln versucht. DieseDramatisierung" des Ereignisses in der englischen Presse, sei ver­ständlich, es mangele eben zumindest in der gegen­wärtigen englischen Chronik an glorreichen Episo­den, über die zu berichten wäre. Es werde zwar nicht offen zugegeben, so berichtet der Londoner Korrespondent desGiornale d'Jtalia", man er­kenne aber dennoch in London, daß sich durch

Wegnahme der italienischen Kohlenschisfe d i e

Lage sehr verschlechtert habe.Times" undDaily Herald" hätten einseltsames" Mittel ausfindig gemacht, um das aufgeworfene Kohlen­problem in einerbeide Teile befriedigenden Weise zu lösen". Das Prisengericht werde die ausgeschiffte italienische Kohle deutschen Ursprungs wie üblich dem Mei st bietenden zum Kauf anbieten. Das könne auch einem neutralen Staat gegenüber geschehen. Italien könne also die deutsche Kohle, von England zurückkaufen. Die englische Geschäftstüchtigkeit, so sagtGiornale d'Jtalia", sei durch nichts zu überbieten, das müsse man schon

Churchill falscher Statistiken bezichtigt

Amsterdam,?. März. (DNB. Funkspruch.) Das in Liverpool erscheinende englische Schiffahrtsblatt Journal of Commerce and Shipping Telegraph be­zichtigt mit erstaunlicher Offenheit Churchill der systematischen Lüge und der Herausgabe gefälschter Statistiken über Die britischen Schiffsverluste. Das

bringen könne.

Die dänisch-englischen Verhandlungen über eine von der dänischen Landwirtschaft geforderte Preis­erhöhung für Butter und Speck sind plötzlich unterbrochen worden, weil die Londoner Regierung sich nicht bereit erklärte, Preise zu zah­len, welche die Subventionen der Kopenhagener Regierung an die dänische Landwirtschaft in Höhe von 45 Millionen Kronen monatlich überflüssig machen. Die dänische Abordnung ist daher nach Kopenhagen zurückgekehrt. Wenn es nicht gelingt, mit den Engländern ein zufriedenstellendes Preis- und Quotenabkommen zu erzielen, würde die dänische Regierung gezwungen sein, die am 31. März ablaufende Ordnung zur Unterstützung des Butter- und Speck-Exports nach England zu verlängern. Es werden erneut Stimmen laut, die dagegen Einspruch erheben, daß die englische Regierung jeder wirtschaftlichen Vernunft zuwider der dänischen Landwirtschaft Preise aufzwinge, von denen man weiß, daß sie nicht einmal den Pro­duktionskosten entsprechen. Die Forderungßos von England" . spricht das WirtschaftsblattBör­sen" deutlich aus; es schreibt:Freilich besteht ja noch die Möglichkeit, durch Umstellung der Wirtschaft auf veränderte Produktionsmethoden neue Märkte zu finden. Wie die Verhältnisse im Augenblick liegen, scheint dies der einzige Aus­weg zu sein, einer Senkung des Lebensstandards in Dänemark zu begegnen."

Für den deutschen Motorenbau ist die Abkürzung DBM., Daimler-Benz-Motoren, zu einem Begriff geworden. Ein Begriff, der gerade in der Gegen­wart nicht nur zu Lande und zu Wasser, sondern auch in der Luft seine Triumphe feiert. Es ist ja nicht zuletzt der Qualität der Motoren zu verdan­ken, wenn in Verbindung mit der aerodynamischen Formgebung Deutschland zur Zeit die schnellsten Flugzeuge der Welt besitzt. Zahlreiche Typen der Standardflugzeuge, die gegenwärtig bei der deut­schen Luftwaffe eingesetzt werden, sind mit DB- Motoren ausgerüstet und können ihre flugtechnische Ueberlegenheit auf sie zurückführen. Es muß also als Ehrenpflicht angesehen werden, des großen deutschen Pioniers der Motorenfabrik, Gottlieb D a i m l e r, zu gedenken, der neben Dr. Carl Benz als der Schöpfer der Grundlagen der modernen Motorisierung in der ganzen Welt bezeichnet wird.

Beim heutigen Stand der Motortechnik will es kaum glflubhaft erscheinen, daß die Entwicklungs­geschichte des Verbrennungsmotors erst in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts begann und daß erst 40 Jahre verflossen sind, seit Gottlieb Daimler nach einem arbeitsreichen Leben von uns schied. Seine Erfindung des leichten, nicht mehr ortsge- bunbenen Schnelläufermotors war keineswegs eine Zufallsentdeckung". Sie bildete vielmehr das prak­tische Endergebnis einer mühevollen und plan­mäßigen Forschungsarbeit. Gottlieb Daimler trug den Gedanken an die Schaffung dieses neuartigen Motors fast sein halbes Leben mit sich herum. Wenn wir heute rückschauend das Leben blefes Er­finders betrachten, dann wird uns offenbar, daß Gottlieb Daimler nicht nur neben Carl Benz derErfinder des Automobils" gewesen ist, son­dern ein wirklicher Kämpfer und Revolutionär der Technik.

Berlin, 6. März. (DNB.) Die deutsche In­formationsstelle teilt mit: Das polnische Emi­grant e n f o m i t e e, das sich in einer westfran- zösischen Kleinstadt alspolnische Regierung" aus­gibt, versucht, das Interesse seiner Alliierten dadurch wachzuhalten, daß Polen angeblich em Vor­kämpfer für Freiheit und Demokra ° t i e gewesen sei, der von den übrigen demokra­tischen Staaten nun in der Stunde seiner Not nicht im Stich gelassen werden dürfe. Enthüllte bas un­menschliche Verhalten der polnischen Herrenschicht gegenüber der deutschen Minderheit schon die ganze Grausamkeit dieses Volkes, so kommt ine wahre Natur Polens auch in erschreckender Weise in der Behandlung der nichtdeutschen Minder­heit e n , die in entlegeneren Teilen Polens weit­ab von der größeren Weltöffentlichkeit wohnten, zum Ausdruck.

Die in das neu geschaffene Polen eingeschlosse- nen Millionen von Ukrainern find niemals ge­fragt worden, ob sie denn diesem polnischen Staats­verband angehören wollten. Im Gegenteil, sie haben sich mit aller Energie dagegen verwahrt, un­ter das seit Jahrhunderten verhaßte und Mrad-

Blatt schreibt:Es ist eine verhängnisvolle Neigung amtlicher englischer Kreise, so zu tun, als ob die englischen Schiffahrtsverluste durch Minen, U-Boote und Flugzeuge gar nicht so besonders hoch seien. Die Lage ist im Gegenteil weit ernster als man 3 u gibt Besonders bedenklich ist es, wenn man ständig irreführende Statistiken veröffent­licht, in denen man die Schiffsverluste mit der an­geblichen Gesamttonnage vergleicht, die zu Beginn des Krieges im Besitz Englands gewesen ist. In dieser Gesamttonnage befinden sich nämlich auch alle diejenigen Schiffe, die für den Frachtverkehr über­haupt nicht in Frage kommen. Eine solche Methode ist völlig abwegig und erzeugt nur ein falsches Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung." Mit einem Wort: das führende englische Schifs- fahrtsblatt gibt offen zu, daß alle Behauptungen Churchills krasse Lügen sind und alle Veröffent- lichungen der Admiralität gefälscht.

Tagesordnung. .

Diese grauenhaften Zustände haben die offiziellen Stellen der Westmächte, die für die Überlassung des unglücklichen Volkes an die polnischen Bar­baren verantwortlich waren, zu keinem Eingreifen veranlaßt. Nur einige Oppositionsblätter hatten den Mut, die Dinge beim wahren Namen zu nennen. So schreibt derManchester Guardian" am 14. Ok­tober 1930:Noch niemals hat die Welt etwas Schlimmeres gesehen als die Schreckensherrschaft, die die Polen zur Zeit in der Ukraine üben. Die Ukraine itz «in d-r