gerne geeignete Arbeitsplätze nennen.
GehilsenpMung mit Blumen und frischem Grün
(Nachdruck verboten!)
9. Fortsetzung.
'rieg aus. Ihr Mann rückte ' i. Sie selbst begnügte sich ihrem Haushalt, sondern
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Keine Spnr von Hault
Roman von Lharlotte Kaufmann.
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Man denke hier nur an das massenhafte Vertilgen von Raupen, Kerbtieren, Engerlingen, Larven und Getreidedrahtwürmern durch das Wildgeflügel. Auch die kleinen Feldgehölze bedürfen möglichst der Erhaltung, denn von dort aus jagen Mäusebussarde und Eulen auf Feldmäuse.
Gießener Wochenmarktpreise.
* Gießen, 6. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, deutsche Eier 12%, ausländische Eier 9% Kartoffeln, 5 kg 48 Rpf., 50 kg 4,15 RM.. Wirsing, kg 25 Rpf., gelbe Rüben, das Bund 40, Spinat, % kg 12, Römischkohl 20, Spargel 54 bis 66, Zwiebeln 17, Meerrettich 70, Aepfel 50, Kirschen 60, Stachelbeeren (unreife) 40, Salat, das Stück 10 bis 15, Salatgurken 60 bis 70, Oberkohlrabi 20 bis 25, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Radieschen, das Bund 10 bis 12 Rpf.
*
* * Mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Dem in unserer Stadt beheimateten Leutnant Gottfried R i t t m a n n , bei einem Infanterie-Regiment im Westen, wurde dieser Tage das Eiserne Kreuz I. Klasse verliehen.
Kreis Alsfeld.
* Nieder-Ohmen, 6. Juni. Am morgigen Freitag, 7. Juni, kann unsere Mitbürgerin Witwe Elisabeth V o l p e r t (bei Bürovorsteher Theiß wohnhaft) in geistiger und körperlicher Frische ihren 7 0. Geburtstag feiern. Die Jubilarin gehört seit 40 Jahren zum treuen Leserkreis des Gießener Anzeigers. Wir beglückwünschen die alte Dame herzlich zum Geburtstag.
Wieder Kettenbriefe im Umlauf.
Lpd. Mainz, 5. Juni. Nach Feststellungen der Polizei sind wieder sogenannte Kettenbriese im Umlauf. Da es sich bei dem Versenden dieser Briefe umstrafbarenUnfug handelt, werden alle Personen, die ein solches Schreiben erhalten, ersucht, sofort der Kriminalpolizei Mitteilung zu machen, damit der Täter ermittelt und seiner Bestrafung zugeführt werden kann.____________________
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Unter den geschickten Fingern der jugendlichen Blumenbinderinnen, die gestern — wie von uns 1 bereits kurz berichtet — im Saale des Hotels Hindenburg ihre Gehilfenprüfung ablegten, entstand im Verlaufe der praktischen Prüfung eine Fülle schönster Arbeiten für die mannigfachen Zwecke der Familienfestlichkeit. Die Teilnehmerinnen an dieser Prüfung hatten sich in großen Körben das Material — hier also viele Blumen und das frische Grün — aus ihren Lehrbetrieben mitgobracht und zeigten nun vor der Prüfungskommission ihr Können. Die praktische Arbeit füllte den ganzen Nachmittag aus. Aus d?m Saal war mit Beginn der Arbeit sofort eine von vielen Wohlgerüchen erfüllte Werkstatt geworden.
Die Ausgaben für diese praktische Prüfung waren vielseittg. Von den jugendlichen Blumenbinderinnen wurde verlangt, daß sie einen schönen Sttauß Schnittblumen arrangierten, eine größere Schale schön mit Blumen und frischem Grün aussteckten, >
ebenfalls den Weg zu dieser mütterlichen Freundin zu finden. Alle Beratung, und vor allem auch die Hilfeleistung, erfolgt mit warmherziger Tatbereit, chaft und unter völliger Diskretton, so daß sich niemand von den Rat- und Hilfesuchenden irgenbmie seelisch beschwert fühlt. Nicht selten erstreckt sich diese soziale Betreuungsarbeit auch auf die Familie des betreffenden Gefolgschaftsmitglieds. Kurz, um: die Sozialarbeit gilt hier als eine der vornehmsten Menschen- und Kameraden-Pflichten und macht das Schaffen noch besonders froh.
So sieht es in diesem kriegswirtschaftlich wichtigen Betrieb aus. Diele Frauen und Mädchen arbeiten hier an der deutschen Rüstung mit als innerlich befriedigte Menschen. Und in vielen anderen deutschen Betrieben wird es ebenso oder ähnlich beschaffen sein. Ueberall können unsere Frauen und Madels wacker mithelfen, das deutsche Schwert zur Vernichtung unserer Feinde' täglich neu zu schärfen. Dazu mögen fich noch viele Frauen und Mädchen in Stadt und Land bereitfinden. Das Arbeitsamt wird ihnen
" B.
Während unsere Soldaten an der Front den Schutz der deutschen Heimat von Tag zu Tag immer tärker machen, steht daheim das ganze deutsche Volk mit heißem Herzen und in dankerfüllter Arbeit hinter den Waffenträgern der Nation. Ueberall läuft die Arbeit zur Stärkung unserer Kampffiont auf höchsten Touren. Dabei sind unsere Frauen und Mädchen in zahlreichen Bettieben mit an hervorragender Stelle tätig. Viele Frauen und Mädchen haben sich sofort bei Kriegsausbruch freiwillig zur Arbeit für unsere Kriegswirtschaft gemeldet, andere haben im Laufe der letzten Monate den Wea zu diesen Werkstätten und Arbeitssälen gefunden. Aber immer noch gibt es viele Frauen und Mädchen, die ohne weiteres zu Haufe oder in einem anderen Beruf abkömmlich wären und deren Arbeitskraft zur Stärkung unserer Wehr in einem Betriebe um erer großen deutschen Waffenschmiede nützlicher zur Geltung kommen könnte. Der Appell in unserem Artikel „Keine Angst vor dem Betrieb" — im Gießener Anzeiger Nr. 130 vom Dienstag, 4. Juni — möge von all diesen Frauen und Mädchen be- beherzigt und befolgt werden. Es ist — wie übrigens auch früher schon — ein Ehrentitel, in einem Betrieb tätig zu sein, noch dazu, wenn diese Arbeit dazu bestimmt ist, die Waffen unserer Soldaten täglich aufs neue zu stärken und damit wirkungsvoll zum vollen deutschen Sieg beizuttagen!
Felde steht, war fr tätig. Da brach der „ sofort zu den Fahnen ein. Sie selbst begnügte sich jetzt nicht mehr nur mit ihrem Haushalt, sondern sie meldete sich sofort freiwillig zu der Kriegshilfs- arbeit in diesem Betrieb, in dem sie bis zum Kriegsende wacker mithelfen will, um hier für unsere Soldaten und damit für das Vaterland zu arbeiten. Voller Stolz und mit frohem Gesicht erzählte diese junge Frau von ihrem Schaffen. Abends versieht sie ihren Haushalt und kocht sich die Mahlzeiten für den nächsten Tag, die sie bann an die Stätte ihrer Arbeit mitbringt. Andere Frauen, deren Männer ebenfalls im Felde find, haben genau so gehandelt und richten ihren Tag ebenso ein. Ihre Kinder werden daheim bei den Großeltern oder bei Verwandten gut betreut, sobaß also auch nach bieser Richtung hin volle Zufriebenheit besteht. Eine Frau, bie verwitwet ist, schafft schon seit 13 Jahren in biefem Betrieb, unb sie fühlt sich babei glücklich unb froh; sie sagte uns, Daß bie Arbeit jetzt im Kriege für unsere Solbaten ihr be- sonbere Freube mache. Solche unb ähnliche Aeußerungen hörten wir auf unsere vielfachen Fra-
gen überall, unb stets hatten wir babei ben Eindruck, daß diese Antworten aus aufrichtigem Herzen kamen.
In diesem Betrieb wird alles getan, um den Mitarbeiterinnen und Mitarbettern das Schaffen so angenehm wie möglich zu machen. Schöne, luftige Arbeitssäle, helle Speiseräume mit allen Vorrichtungen zum Warmhalten des Mittagessens, eine gute Kaffeeküche, Blumen- und freundlicher Wandschmuck in den Gemeinschaftsräumen, vorbildliche Wasch- und Duschräume, schöne gärtnerische Anlagen usw., das alles find Annehmlichkeiten, die der Forderung „Schönheit der Arbett" durchaus gerecht wer» den. Hinzu kommt eine vorbildliche soziale Betreuung aller Gesolgschaftsangehörigen, insbesondere der zur Kriegsarbeit gekommenen Frauen unb Mäbchen, durch bie Bettiebsfrauenwalterin als Beauftragte des Betriebsführers. Alle Gefolafchaftsmitglieder, auch viele Männer, kommen mit ihren Soraen und Anliegen gerne zu dieser sozialen Helferin: die verheirateten Frauen, deren Manner draußen sind, bringen ihre Anliegen vor, unb die jungen Mädchen wissen mit ihren kleinen und großen Sorgen
„Alles für unsere Soldaten."
Frauen helfen freudig mit in der Waffenschmiede der Heimat
Wir nahmen am gestrigen Mi ttwochn ach mittag durch Vermittlung des Leiters des Arbeitsamts Gießen, Regierungsrat Dr. Nonnenmann, Gelegenheit, einen kriegswirtschaftlich wichtigen Betrieb in unserer oberhessischen Heimat zu besuchen und ihn besonders im Hinblick auf die Mitarbeit der Frauen und Mädchen zu betrachten. Unsere Fest- tellungen bei dem Rundgang durch die Arbeitssale mar en sehr erfreulich. Ueberall begegneten wir bei ben Frauen unb Mäbchen einer durchaus verständnisvollen, zweckbewußten und freudigen Einstellung zu ihrer Kriegshilfsarbeit. Diese Frauen und Mädchen sind — und können es auch mit Recht! — tolz daraus, durch ihr Schaffen dem Vaterlande zu )ienen und unseren Soldaten vor bem Feinde bie Mittel an bie Hand zu geben, mit denen sie ben deutschen Sieg erringen können. Wir unterhielten uns mit zahlreichen Arbeiterinnen unb hörten babei immer wieder, wie innerlich froh sie sich bei ihrer Tätigkeit fühlen und wie sehr nach jeder Richtung hin auch für sie selbst gesorgt ist, so daß sie nur volle Zufriedenheit empfinden.
ganzen Volkes geworden, sie haben neue kriegswichtige Aufgaben übernommen. Der nicht beanspruchte Teil der Jugendherbergen steht auch in diesem Sommer der Jugend zur Verfügung, für Sommer- und Erntelager, für Fahrten und Schulungsveranstaltungen, für ben Dienst an der Jugend, der im Kriege nicht minder wichtig ist. Die Einsatzbereitschaft Dieses einzigartigen deutschen Jugendwerkes durch den Krieg zu erhalten und für seine großen Aufgaben nach Dem Siege zu sichern, ist der Zweck der Sammlung, zu der die Hitler-Jugend am kommenden Samstag und Sonntag im ganzen Reiche mit ihren Sammelbüchsen antritt.
Sechs hübsche Glasabzeichen mit Runen- bildern werden zum Erfolg des Reichswerbe- und Opfertages auch hn Kriegsiahr 1940 beitragen. Rund 24ft- Millionen Abzeichen wurden hergestellt, davon 22 Millionen aus Glas im Gablonzer Bereich und 21/2 Millionen aus Troletul (Spritzguß) in Westfalen (Lüdenscheid). Die Herstellung der Glasabzeichen erfolgt durch die Gablonzer Heimindustrie uni) beschäftigte für 2 Monate über 7000 Menschen in rund 300 Heimbettieben, die sich über 18 Bezirke verteilen. Für die Herstellung der Abzeichen wurden 180 000 Kilogramm Glas, 260 Tonnen Druckerkohle, 800 Kilogramm Zellwolle = 4400 Kilometer Faden benötigt. Zum Versand wurden benötigt: über 250 000 Papierbeutel, 50 000 Pappkartons, 1500 Kisten, die gefüllt je 120 Kilogramm wiegen, und 28 Güterwagen.
Jeder wird diese Abzeichen am nächsten Samstag und Sonntag tragen und damit nicht nur ein Werk der Jugend, der Zukunft unseres Volkes, unterstützen, sondern auch auf diese Weise einen Beitrag zur Stärkung der inneren Front leisten.
warte auf den Dampfer aus der Stadt." Seine Stimme klang unfteundlich.
„Ach so."
Wing bot ihm eine Zigarre an. „Wen wollen Sie denn abholen?"
Huith wurde verlegen ob dieser geraden Frage und ärgerte sich. Er überlegte rasch, ob er irgend etwas lügen sollte. Aber bann würden sie ihn ja doch sicher mit Sibylle sehen. Diese Leute hier in den Fischerdörfern hatten immer offene Augen und wußten stets mächtig gut über alles Bescheid.
„Ach", machte er deshalb gleichgültig, „ich warte auf Frau Hauck. Von Stein. Sie war in Hamburg. Sie ... sie hat mir was besorgt."
„So, so. Natürlich." Die Männer waren zufrieden. „Die kleine Frau Hauck. Was soll aus der nun eigentlich weiter werden?"
Hinrichs kam an ben Tisch, und nun unterhielten sie sich über Sibylle. Aber es kam nicht viel babei heraus. Die Meinungen waren, wie immer, höchst primitiv. „Er wirb schon eine andere gehabt haben. Das kommt öfter vor, daß ein Mann seine Frau sitzen läßt."
Karsten Huith bekam ein verbissenes Gesicht. Idioten, dachte er wütend. Er zahlte und ging.
Er schlenderte wieder hinaus auf die einsame unb stille Mole zu den dümpelnden Fahrzeugen der Fischer von Teek. Er hörte auf das Scheuern der Fenster am Kai. Seltsame Musik schien ihm bas zu fein. Herb, bitter und eintönig.
Pünktlich um halb zwei Uhr legte der Dampfer an. Die Schraube quirlte das nächtliche Wasser aus der Tiefe herauf. Die Positionslaternen sahen wie kalte Augen in die Nacht. Eines grün, bas andere rot.
Karsten Huith stand im Schatten des Molendammes und sah dem Matrosen zu, der die Reling aufklappte und den Laufsteg heranschob. Zwei Handwerker aus Teek verliehen das Schift. Dann wurde die Laufplanke wieder eingezogen, die Reling klappte zu. Ein leiser Pfiff, ein Befehl auf der Brücke. Die Schraube machte rasende Schläge.
Karsten Huith stand ganz still, während das Schiff wieder aus dem kleinen, träumenden Hafen hinausglitt. Die Fahne am Heck flatterte in der Ferne, und bie Lampe am Molenkopf starrte hinterher.
Sibylle Hauck war nicht gekommen.
Morgen schon konnte es wieder regnen. Es war dunstig, und von der See her kam der stetige Wind, der zu der Landschaft hier gehörte wie der weit- gezogene Himmel und das unaufhörliche' Rauschen des Meeres.
Karsten Huith liebte bas Meer nicht. Er hatte Sehnsucht nach der Heide. Sicher, der Himmel dort war nicht höher als hier und das Land wohl ebenso flach und weit. Aber der Wind, der über bie Heide strich, war weicher unb wärmer, nicht so herb unb kalt. Und Karsten Huith dachte plötzlich an silbrige Birken unb rotbraunes Heibekraut, bas in ben Abenb brennt, an furchige unb einsame Straßen.
Karsten Huith zog die Uhr. Zwölf.
Nun würden sie wohl schon die Stadt erreicht haben. Er sah das Auto förmlich vor sich, wie es die Hamburger Chaussee hereinfuhr, am Bahnhof vorbei ... die Horn entlang ... durch die Hauptstraße und hinunter zum Hafen. Nun würde es noch eine gute Stunde dauern, bis Sibylle hier war.
Er drehte sich um und ging die Mole zurück. Er hatte Lust bekommen, irgend etwas Wärmendes zu trinken, einen Grog oder einen kleinen Kirsch.
Er ließ die Anlagen der Kurverwaltung hinter sich und kam ins Dorf, das mit strohgedeckten Katen und buntem Fachwerk versteckt hinter ben Häusern der Badeverwaltung schlief. Bei Hinrichs drunten im Keller hatten sie noch Licht.
Karsten Huith stolperte die schmale Treppe hinunter.
Hinrichs' Kneipe war klein und friedlich. Man machte bem Lehrer von Sörup Platz an der Theke.
„Einen Grog", verlangte er. In der Wärme des niedrigen Raumes merkte er, daß er müde war. Seine Füße taten ihm weh. Er war den ganzen Tag unterwegs gewesen.
In der Ecke des Lokals faßen der Lehrer von Teek und der Fischer Wing. Man bat ihn an den Tisch und wunderte sich, daß et zu so später Stunde noch in Teek war.
„Ich will jemand abholen*, erklärte er. ,Sch
den zu stellen pflegte und bie er sich während der Darstellung des jeweiligen Falles rasch zurechtlegte.
„Haben Sie eine Photographie bes Malers Hauck?" fragte er.
Joachim mußte verneinen, aber er brachte zum Ausdruck, daß ein Bild sicher von der Frau des Verschwundenen zu bekommen sei.
„Welchen Ausdruck hatte bie Frau, als ihr Mann sie malen wollte? Ich meine, war sie traurig ober ..."
„Ich benke mir, baß sie gelächelt hat/
„Er wollte also das Bild einer lächelnden Frau malen. So." Mjölln drehte ben Bleistift um unb begann einen zittrigen Kreis um einen Tintenklecks auf feiüer Schreibunterlage zu zeichnen. „Und weshalb denken Sie, daß der Kunstmaler Hauck seine Frau verlassen hat?" Das war die dritte Frage.
„Ich denke ... ich bin der Meinung, baß er sie überhaupt nicht verlassen hat, baß vielmehr ein Unfall vorliegt. Ich glaube, baß ber Mann tot ist."
Mjölln zog einen zweiten Kreis um ben Tintenfleck. Langsam, bebächtig. Dann beschloß er zur Bermunderung seines Sekretärs, noch eine vierte Frage zu.stellen:
„Sie wünschen, daß ein Unfall vorliegt?"
„Ich wünsche Aufklärung, so ober so. Sonst nichts", ermiberte Joachim. Diese vierte Frage be- frembete ihn.
Aber Mjölln sah ganz harmlos aus. Er hatte sich auch wirklich nicht viel bei feinen Fragen gebücht. Diese vierte war ihm sogar ganz plötzlich gekommen. Er wollte lediglich erkunden, nach welcher Richtung die Wünsche seines neuen Kunden lagen, und nach dieser Richtung hin würde er sich dann eben bemühen.
„Ich werde Ihnen Nachricht geben, Herr Kett", sagte er unb steckte ben Bleistift in bie Tasche seiner Lüsterjacke.
Joachim nickte. Er hatte babei bas Gefühl, baß er doch vielleicht besser zu Dr. Pletsch in der Hauptstraße gegangen wäre. Er verabschiedete' sich.
Als er durch das Vorzimmer ging, waren die Stenotypistinnen beim Aufräumen. Sein Besuch hatte kaum zehn Minuten gedauert. Aergerlich und unbefriedigt trabte er über bie enge, alte Stiege,
(Fortsetzung folgt)
Kennzeichnend für die Stimmung sind bie mit lachenden Gesichtern und frohen Augen gegebenen Antworten auf unsere Fragen. Ein junges Mädel, besten Verlobter im Westen kämpft, faßte bas Ergebnis unserer Unterhaltung mit ihr über ihre Arbeit mit freubigem Lachen in die Worte zusammen: „Alles für unsere Soldaten!" Und das Echo von ihren Mitarbeiterinnen, das auf diese Worte hin kam, ließ erkennen, daß alle in diesem Willen durchaus übereinstimmen. Jenes Mädel und eine große Anzahl weiterer find erst seit Anfang dieses Jahres in dem Betriebe tätig, unb sie alle fühlen sich bort bei ihrer Arbeit sehr wohl. Eine junge Frau, beren Mann seit Kriegsbeginn im ~ ' *■ ’"ier nur in ihrem Haushalt
außerdem mußten Brauftttäuße von festtichstem Charakter gebunden werden, und schließlich galt es auch noch einen schönen, großen Kranz zu binden. Das Gesamtergebnis der Arbeit wurde zu einer schönen Schau zusammengestellt, bie dann die Prüfungskommission in einer abschließenden Bettachtung ber Wertung unterzog. Die Kommission kam zu ber Auffassung, daß bie angehenden Gehilfinnen ihre praktischen Arbeiten fast durchweg mit Geschick, mit gutem Geschmack unb erfreulich sicherem handwerklichen Können ausführten. Das Ergebnis mal sehr befriedigend. Den Prüflingen Hedwig Deus- sing (Gießen), Rosel Hornung (Wetzlar), Margot Hermes (Nassau), Erna Lotz (Bad Ems) und Gertrude Vierchau (Bad Ems) konnte mitgeteilt werden, daß sie die Prüfung bestanden haben. Die Prüfung wurde diesmal erstmalig unter der Initiative der Industrie- und Handelskammer Gießen durchgeführt.
Es ist ein Zeichen der großen Bedeutung, die auch im Kriege der Weiterführung der Jugendarbeit bei« gemessen wird, wenn der Führer neben den sonst ausschließlich zugelassenen Sammlungen für das Deutsche Rote Kreuz der Jugend wieder den Reichswerbe- und Opfertag für die deutschen Jugendherbergen geschenkt hat. „Für den Frieden geschaffen — im Kriege bewährt! so lautet die Parole, unter der diesmal die Sammlung steht.
Das deutsche Jugendherbergswerk mit seinen 2000 Jugendherbergen und 165 000 Betten steht in der Welt einzig da. Besonders sind die seit der Machtübernahme in großer Zahl neugeschaffenen vorbilb- lich ausgestatteten Großjugendherbergen der Stolz der deutschen Jugend. Zwar kann das Jugendherbergswerk in diesem Jahr nicht mit einem Bau« Programm aufwarten, auch steht das Jugendwandern im Kriege nicht an erster Stelle, dennoch liegen aber die Jugendherbergen nicht brach, sie sind im Gegenteil ein wichtiger Teil der inneren Front geworden. Etwa die Hälfte ber Jugendherbergen ist in den Dienst des großen deutschen Abwehrkampfes gestellt. Die Jugendherbergen wurden Lazarette und Hilfslazarette, sie dienen der Wehrmacht für Unterkünfte, .dem weiblichen Arbeitsdienst als Lager, sie wurden Heime für Rückgeführte, für volksdeutsche Flüchtlinge und Umsiedler, sie wurden Kindergärten, Heime für erholungsbedürftige Mütter und Kinder. So kam es, daß Die Jugendherbergen auch im Jahre 1939 mit 8,9 Millionen einen neuen Uebernachtungsrekord erzielten, denn auch im ersten Kriegsvierteljahr wurden noch 2,3 Millionen Uebemachtungen gezählt.
Die Jugendherbergen sind Heimstätten des
Größe 24X36 mm gewonnen werden. Sie werden der deutschen Erzieherschaft als werttolle Anschauungsmittel bei ber unterrichtlichen Vorbereitung unserer Jugend zum Heilkräutersammeln dienen. Die Gesamthohe der ausgesetzten Preise beträgt 10 000 RM. Der Wettbewerb läuft bis 15. Oktober 1940. Teilnahmeberechtigt sind alle Volksgenossen Großdeutschlands. Wettbewerbsbedingungen und eine Liste der aufzunehmenden Heil- und Teekräuter find von der Reichswalttng des NS.-Lehrerbundes, Abteilung Lichtbild und Film, Bayreuth, Hans- Schemm-Platz 1, unentgeltlich zu beziehen.
Schutz Der Hecken und lebenden Zäune.
Jeder Baum und jeder Strauch, ja selbst bas unscheinbarste von Altgras umwucherte Gestrüpp am Felbranbe, am Hang unb Rain ist wertvoll, um ben schmarotzervertilgenben Tieren in Walb unb Flur bie notwenbigen Zufluchtsstätten unb Wohnplätze zu geben. Es ist darum äußerst wichtig, daß diese schutzspendenden Stellen an Feldrändern und Viehweiden erhalten werden und sie von dem Ausroden und Abbrennen möglichst verschont bleiben. Der Reichsforstmeister, Generalselbmarschall Goring, hat als oberste Naturschutzbehorbe barauf hingewiesen, daß die Behörden (Bürgermeister, Ortsbauern sichrer usw.) für bie Erhaltung ber Hecken, Büsche, lebenden Zäune, Uferbepflanzungen und dergleichen zu sorgen hätten, um zu verhindern, daß sie ausgerodet, abgebrannt ober in ihrem Fortbestand gefährdet würden. Nur wo dies aus Zweckmäßigkeitsgründen erforderlich ist, kann gerodet werden, jedoch sollen Hecken als Ersatz für Metall und Holz möglichst wieder neu angepflanzt werden. Ohne Frage ist die Kultivierung nutzbar zu machender Flächen auf unserem beengten Lebens- raum eine dringende Notwendigkeit. Wenn aber, wie dies in letzter Zeit oft beobachtet wurde, viele Hecken, Dorngebüsch, Brombeerhorste, Heckenrosensträucher, Ginstergestrüpp und dergleichen nur deshalb ausgerodet oder abgebrannt wurden, um der „modernen Geradlinigkeit" Genüge zu tun, fo ist dies fraglos nicht immer richtig Wenn die Feldbesitzer wüßten, wieviel insektenvertilgendes Wildgeflügel und sonstige nützliche Vogelarten in diesem unscheinbaren Gestrüpp an Feldrändern, Wiesen usw. alljährlich Zuflucht- und Brutstätten finden, dann würden sie sicherlich diese für bie Jnsek- tenvertilger so bringenb notwenbigen Gestrüpparten mit bem Ausroben unb Abbrennen verschonen.
Joachim Kett begann sich nach ben Rechtsanwälten ber Stabt zu erkundigen. Er fragte die Leute auf ber Werft und die Bekannten zu Haufe. Immer so nebenbei. Ein Rechtsanwalt? Ein guter, ein sehr guter Rechtsanwalt? Fünfmal wurde ihm der Name des Rechtsanwalts Dr. Pletsch genannt, aber neun meinten, baß Mjölln der beste fei. „Kennen sie ihn nicht, den alten Mjölln? Doktor Thomas Mjölln? Drunten am Wall? Er schafft alles. Nichts ist ihm zu schwer. Jeden Prozeß gewinnt er."
Joachim ging in bie Kanzlei bes Rechtsanwalts Dr. Thomas Mjölln. Es war S'onnabenb, gegen Mittag.
Die Kanzlei war im ersten Stock eines alten, schmalen Hauses, bas mit kleinen, engen Fenstern auf ben Haien sah. Im Büro tippten vier Stenotipistinnen. An einem altmobischen Stehpult schrieb ein Mann mit dunklen Haaren.
Joachim Kett wurde an gemeldet. Er wartete ge» baldig zehn Minuten unb würbe bann ins Privat- büro geführt.
Thomas Mjölln war ein würdiger älterer Herr, ber ein Jäckchen aus bunfelgrauem Lüster anhatte unb eine Brille trug. Er war sehr liebensroürbig, als er Joachim begrüßte unb in einen Sessel nötigte.
„Was führt Sie zu mir, Herr Kett?"
Joachim lehnte sich zurück. ,Lch suche einen Kunstmaler", sagte er, „einen Kunstmaler, ber spurlos verschwunben ist, unb ich möchte ihn mit Ihrer Hilfe finden."
Mjölln nahm einen Blerftift in die Hand unb klopfte bamit auf bie Schreibtischplatte. „Kleinigkeit", erwiderte er. „Wie heißt der Mann?"
„Hauck. Detlef Hauck."
Mjölln nickte. „So." Er tippte auf einen.schwarzen Knops an der Seite, und der Mann vom Stehpult draußen kam herein mit einem Steno- grammblotf in der Hand. ,
„Erzählen Sie, bitte", wurde Joackim aufgefor- bert, unb er erzählte bas, was Sibylle ihm gesagt hatte. Er sprach etwas hastig unb fast ein wenig aufgeregt.
Aber Mjölln schien ganz ruhig. Er begleitete bie Erzählung seines Besuchs mit Bleistiftklopfen und sah nicht ein einziges Mal auf.
Als Joachim geendet hatte, stellte ber Rechtsanwalt die drei Fragen, die er jedesmal seinen Kun-
Heimstätten des ganzen Volkes.
Auch in diesem Jahr Veichswerbe- und Opfertag für die Jugendherbergen.


