Ausgabe 
6.1.1940
 
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Kritik anRoosevelts Haushaltsplan.

Der Rüstungsetat.

Zehn Schlachtschiffneubauten.

Washington, 5. Jan. (Europapreß.) Noch «he die Kongreßaussprache über den von Roosevelt vorgelegten Haushaltsplan der USA. in Höh« von 8,5 Milliarden Dollar begonnen hat, scheint die« fer durch einen Entschließungsantrag gefährdet zu werden. Der Vorsitzende des Finanzausschusses des Senats, Harrison, fordert die Einsetzung eines 24köpfigen Kongreß-Ausschusses zur Ueberprüfung und Revision des Haushaltsplans. Wenn dieser An­trag durchgeht, ist der Haushaltsplan der Regierung Abänderungen und Ergänzungen unterworfen, ehe er dem Kongreß-Plenum zugeht. Aus dem Haus­haltsplan der Regierung würde dann ein solcher des Kongresses. Öb der Regierungsblock den Antrag Harrisons zu Fall bringen wird, ist noch nicht zu übersehen. Im Falle der Annahme wird das Budget erheblichen Abänderungen unterworfen sein, durch die die Einsparungsmaßnah. men Roosevelts bei den Beträgen für di« soziale Fürsorge zunichte gemacht werden dürften. Anderseits nimmt man an, daß ein solcher Ausschuß die Ausgaben im Wehretat beschneiden wird, der höchste ist, der bisher in Friedens­zeiten vorgelegt wurde. Der demokratische Abgeord­nete Adams bezeichnete den hohen Militäretat als völlig unberechtigt, da die Nation gegenwärtig vor kriegerischen Verwicklungen gesicherter sei als jemals in ihrer Geschichte. Die von Roosevelt in seiner Budget-Botschaft vorgeschlagenen Ausgaben von 1800 Millionen Dollar für die Landesverteidigung umfassen u. a 369 Millionen Dollar für das M a - rinebauprogramm. Dieses Programm sieht Bauarbeiten an 120 Kriegsschiffen verschiedener Größe vor sowie den Beginn des Baues weite­rer 24 Kriegsschiffe. Die Neubauten um­faßen zwei Schlachtschiffe, einen Flugzeug­träger, 2 Kleine Kreuzer, 8 Zerstörer, 6 U-Boote, einen U-Boots-Tender, 3 Wasserflugzeug-Tender und «inen Minensucher. Gegenwärtig sind bereits sechs 35000 - Tonnen Schlachtschiffe i m Bau. Mit der Herstellung zweier 45 000-Tonnen- Schlachtschiffe soll demnächst begonnen werden. Mit dem im Budget vorgesehenen zwei neuen Schiffen würde die Gesamtzahl der Schlachtschiffneubauten auf zehn erhöht werden.

Handelsvertrag zwischen USA. «nd Argentinien gescheitert.

Washington, 6. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die Handelsvertragsverhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und Argentinien sind geschei­tert. Beamte des Staatsdepartements begründeten den Abbruch der Verhandlungen damit, daß Argen­tinien versucht habe, erhöht« Zugeständnisse heraus, zuschlagen. Associated Preß fügt hinzu, die ameri­kanische Regierung habe den Abbruch der Verhand­lungen begünstigt, um die Opposition gegen Hulls Handelsvertragspolitik nicht weiter zu verschärfen. Man glaube auch, daß die Verhandlungen mit Uruguay abgebrochen würden, weil' auf Grund derPolitik des guten Nachbarn" Vergünsti- aungen für Uruguay auch solche für Argentinien folgen müßten, ohne daß die Bereinigten Staaten daraus Nutzen hätten. Die Verschlechterung der amerikanisch-argentinischen Beziehungen sei' aber ein,.- Hauptsorge des Staatsdepartements.

Kleine politische Nachrichten.

Eine innerhalb der Organisation des General- Inspektors Dr. Todt im Bereich des Westwalls durchgeführte Sammlung für das Kriegs- Winterhilfswerk erbrachte das erfreuliche Ergebnis von 43 739 RM.

Die Schweiz wird ab 1940 Lelber Flug- zeugebauen. Zu diesem Zweck wurde Ende 1939 diePilatus Flugzeugwerk AG.", Stans, gegründet. Von dem auf 2 Millionen festgesetzten Aktienkapital sind bisher 1,2 Millionen Franken eingezahlt worden.

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Azione Coloniale" meldet aus Kairo, daß hort weitere indische Truppen ange­

Jungen schlummernde Stet* zur Wehrmacht, zum Dienst bei bestimmten Waffen zu erwecken und zu stärken. Vorbilder einer einfachen und schönen Sprache, klarer und logischer Gedankenreihen seien die Erinnerungsbände unserer großen Soldaten und die Dienstvorschriften unserer Wehrmacht. Von nicht geringerem Wert sei auch die gerade der Wehr- lehr« eigene Möglichkeit, förpcrlidbe und geistige Arbeit zu verbinden, durch ihre Anwendung i m Gelände Natur und Geist zu durchdringen. Da­mit sei nicht der Wehrsport gemeint, der heute der Hitler-Jugend obliegt, wohl aber das Aufsuchen alter Kampf st ätten und Wehranlagen der Heimat, die Ergänzung des wehrgeschichtlichen unb wehrgeogr aphischen Unterrichts im Gelände, körperliche Anstrengung, Bewegung im Freien und eigen« Beobachtung erzögen zum einfachen Den­ken, zur klaren Begriffsbildung und damit auch zu einer klaren deutschen Sprache. Bei der enbgül­tigen Einführung der Wehrlehre in den Schulunter­richt werde noch ein besonderes Schrifttum hierfür geschaffen werden müssen, z. B. je ein Lehr­buch über Heer, Marine und Luftwaffe als Unter­lage der Wehrkunde.

Verkürzung -es Studiums für Volksschullehrer.

Zu den Kriegsmaßnahmen auf dem Gebiet des Erziehungswesens gehört eine Verkürzung der Stu­diendauer für eine ganze Reihe von Berufen. Der Nachwuchs wird dadurch in die Lage versetzt, seine wissenschaftliche Ausbildung ohne Minderung der Anforderungen rascher abzuschließen. Diese Ver­kürzung ist nicht nur für Aerzte, Techniker und andere Naturwissenschaftler ermöglicht worden, son­dern auch für die Lehrer an höheren Schulen. Eine entsprechende Studienverkürzung ist nunmehr auch für Volksschullehrer und für die Haus- wirtschafts- und Turnlehrerinnen an Volksschulen, mittleren Schulen und Berufsschulen auf dem Lande eingesührt. Die Anwärter für diese Berufe mußten bisher vier Semester an den Hoch­schulen für Lehrer- oder Lehrerinnenbildung stu­dieren. Ein Seme st er wird nun g e ft r i tb e n und das Gesamtpensum auf anderthalb Jahre zusam­mengedrängt. Bis auf weiteres können sich die Stu­dierenden an den Hochschulen für Lehrerbildung schon zu Beginn ihres dritten Semesters für die Prüfung melden. Wer bereits das dritte Semester hinter sich hat, kann sich bis zum 15. Januar zur Prüfung melden.

Stipendien für das Medizinstudium.

Kurz vor dem Ableben des ersten nattonalsoziaki- stischen Reichsärzteführers Dr. Gerhard Wag­ner hat die Deutsche Aerzteschast als Geschenk zum 50. Geburtstag des Führers eine (Stiftung von einer Million Reichsmark errichtet, um befähigten jungen Deutschen Beihilfen zum Medizinstudium zu geben, wenn sie sich abseits von der v o r - geschriebenen Schulausbildung den Weg zum Studium aus eigener Kraft und Fähigkeit erkämpft haben. Eine besondere Bedeutung gewinnt die Stiftung noch durch das Gesetz über die Aus­hebung der Kurierfreiheit, das Erleichterungen des Medizmstudiums für solche Heilpraktiker vorsieht, die eine besondere Bestimmung zum Heilberuf in sich fühlen und ihre Befähigung nachweisen kön­nen. In diesen Tagen wurden die ersten Studenten der Medizin ausgesucht, die durch dieGerhard- Wagner-Stiftung" betreut werden sollen. Es sind dies elf Studenten und ein« Studentin, darunter auch mehrere, die vor Erlaß des Heilpraktikevgesetzes als Heilbehandler tätig waren.

kommen seien. Sie sollen bte bisher tn Aegypten stationierten Truppen ablösen, die nach England zurückbefördert würden.

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Der Lloyd Brasilero hat eine S ch i f f a h r t s - linie Rio de Janeiro Genua eingerichtet als Ersatz der bisher bestehenden Linie nach Ham­burg. Ein Schiff ist bereits nach Genua unterwegs.

Jeden Monat tp eine Abfahrt von Genua nach brasilianischen Häfen vorgesehen.

Für den Posten des kanadischen General­gouverneurs ist Lord E l g i n in Aussicht ge­nommen. Der gegenwärtige Generalgouverneur, Lord Tweedsmuir, wird mit Ablauf seiner Amtsperiode im August nach England zurückkehren.

Unsere Küsten sind in sicherem Schuh.

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Außer den britischen Flugzeugen, die zum größten Teil abgeschossen wurden, hat sich noch kein Feind in die Nähe der deutschen Küsten gewagt. Falls ein Gegner auftauchen sollte, würde ihm jedoch einheißer Empfang" bereitet; denn unsere Küsten sind in jeder Weise gesichert. Unsere Aufnahme zeigt die Stel­lung eines Küstengeschützes an der Nordseeküste. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Aus dem Reich.

Deutsche Sozialpolitik im Kriege.

In einer sozialpolitischen Bilanz für das ver­gangene Jahr wird im9teid)darbeit3- blatt" die Bewährung unserer Sozialpolitik im Kriege betont. Kriegszeit sei für Sozialpolitik im­mer eine besonders krtische Zeit. Was in langer Friedenszeit für den Schutz des schaffenden Men­schen ausgeschaltet wurde, werde allzu leicht durch die bitteren Notwendigkeiten des Krieges in Frage gestellt. Dos, erlebten heute di« schaffenden Men­schen in den kriegführenden Ländern, die noch an Sozialpolitik nach demokratisch-gewerkschaftlichen Rezepten glaubten. In Deutschland brauchte die So­zialpolitik den Kriegszustand nickt zu fürchten, sie war schon vorher eingeorbnet in bie große Arbeits­organisation und konnte in ihrer alten Bahn ruhig fortschreiten. Die Kriegswirtschaftsverordnung vom September habe auch Die Arbeiterschaft unter den Kriegsbefehl gestellt. Als sich herausstellte, daß der Kriegsoerlauf das vorsorglich zuerst in Rechnung gestellte Höchstmaß nicht erforderte, habe die Sozial­verwaltung nicht gezögert, Erleichterungen zu gewähren. Durch die letzte Verordnung über den Arbeitsschutz sei der frühere sozialpoli­tisch« Zu st and im wesentlichen vollkommen wieder herge stellt. Der Lohnstopp sei keine Sondermaßnahme gegen die Arbeiter und An­gestellten, sondern die Zweckdienliche Ergänzung zum Preisstopp und zur Rationierung der lebenswich­tigen Bedarfsgegenstände. Er wolle also sichern, daß in der Kriegszeit der schaffende Mensch seinen

gewohnten Lebens st andard beibehal- t e n könne. Er solle nicht am Kriege gewinnen, aber auch nicht am Kriege verlieren. Nach dem gleichen Gesichtspunkt sei auch die Familien- f ü r f o r g e für die Soldaten ausgerichtet. Wenn man im Ausland auf die hemmenden Tendenzen des Lohnstopps Hinweise, dann sei es gerechtfertigt, auf di« andere Seite aufmerksam zu machen, die G a ranti« für alle diejenigen Arbeiter und Ange­stellten, die ohne den Lohnstopp eine erhebliche Minderung ihres Einkommens zu er­warten hätten.

Oie Wehrlehre in der Schule

Der Reichserziehungsminister hat kürzlich die Notwendigkeit unterstrichen, die Wehrerzie­hung bereits in den Schulen intensiv zu pflegen. Der Assistent am Wehrpokitischeu Institut der Universttät Berlin, Dr. Arthur Kühn, erklärt nun inWeltanschauung und Schule", die Wehr- lehre erstrebe die w-ehrpolitische Ausbildung und Schulung des ganzen deutschen Volkes. Dazu zähl­ten die Erziehung zum einfachen und klaren solda­tischen Deuten und die Erweckung des Verständ­nisses für die realpolttischen Notwendigkeiten und Vorgänge und damit für die Maßnahmen, die vom Führer für die wehrpolitische und mitttärrsche Siche- rung ergriffen werden. Träger dieser wehrpoliti- schen Schulung werd« die Lehrerschaft sein. Die Wehrlehre sei ein hervorragendes Mittel der Eha- ra'kterbildung. Die Wehrgeschichte biete dazu eine Fülle von Vorbildern. Eine wesentliche Aufgabe der Wehrkund« bleib« «s, die in jedem gesunden

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und bie Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen. Pro­vinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Brühlscke Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich tn Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 5 vom 1. Dezember 1939 gültig.

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