Ausgabe 
5.12.1940
 
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Vorbild und Kamerad

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PflNtj' ; Si Millionen Müttern, von Hunderttaujenden von ist Aldaten in allen Ländern des Erdballes verdient

leitet hli. Wir haben an dieser Stelle erst vor kurzem

hr^ T at Grund der neuesten Veröffentlichungen Leben Uro Werk Emil von Behrings, Kampf und hkii! Heg eines Großen im Reich der Heilkunde und die u9 3 fe-ensreichen Auswirkungen der von ihm tzefun- msF*; - fcn neuen Heilmethoden allgemeinverständlich zu

Relchsminifier Dr. Rust.

Presse in Berlin frisch und fröhlich Auskunft und sagte dabei:Wenn ich meinen Männern erzählen wurde, daß die Engländer behaupten, sie beherrsch« ten den englischen Luftraum, so würde ein schallen» des Gelächter die Antwort sein." In schweren

Behring als Mensch und Forscher

:ung so sinnfällig und unmittelbar in Erscheinung

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Lebenswerk Behrings."

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3n diesen Tagen gedenkt das deutsche Volk und Jjt chm die geiamle wissenschaftliche Welt in Dank- dorkeit und Verehrung des Mannes, der als tiyjjpfer der Immunlherapie nicht nur der rnedi- zirischen Forschung neue Wege wies, sondern sich auch durch sein Diphtherieserum, seine Diphtherie« Mimpfung und sein Tetanus-Antiseru/n den Dank

tezeigt, daß sie imstande und gewillt war, auch l-lchen Einzelperfönlichkeiten, von denen sie so viel wipfing, auch viel zu geben. Für Emil von Behring vor die Universität die Universitas literarum im Ginne der Gesamtheit der Wissenschaften, und er Machte sie In seiner Person zur schöpferischen Aus- virkung als Forscher und Lehrer. Wir wissen, daß teute die Universität in einer unverkennbaren Krise l'bt. Am stärksten kommt sie heute zur Erschei« rung, weil besonders in den nicht medizinischen

Kämpfen hatte Major Wick dazu beigetragen, daß die englische Luftverteidigung gebrochen wurde. Und die englische Flak? ,Zch habe schon viele Einsätze gegen England geflogen", erzählte er,ich habe aber noch keine einzige Maschine gesehen, die von der Flak heruntergebolt worden wäre." Damit war allen Churchillschen Schwindeleien der Hals umgedreht. Wie Major Wick im Kampf war, erzählt ein Kriegs» berichter, der felbst gegen England mitflog. Er war ein Vorbild im Kampfe und ein treuer Kamerad

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pflege der Forschung nationalsozialistisches Programm

Sin Ehrentag der drut/chen Wissenschaft

Eigener Äeiicht.

Die Harburger Erinnerungsfeier für Emil von Vehring.

M dem deutschen Volk huldigen Gelehrte aus aller Wett dem Erfinder der Hellserum- Therapie an der Stätte seines Wirkens.

nahm dann das Wort. Er feierte in Behring wirklich großen Menschen, der den 2lrjt und Forscher in wundervollster Harmonie in sich einte, und gedachte der großen Männer, die Weg der stillen selbstlosen Forscherarbeit am Sezier« und Experimentiertisch, im physikalischen, chemi­

schen und biologischen Laboratorium, den Weg der immer wieder erneuten Vertiefung in das Einzel«

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ändert bleiben kann. Sie ist nicht mehr Selbstzweck ;|inb hat nicht mehr Endwert, sie ist Hilfswisien- shaft und Methode. Zahlreiche Institute sind dar- cjf eingestellt, sie stehen meist außerhalb der Um- vsrsitäten und sind selbständig gestellt. Das ist gut unb notwendig. Wir sehen aber nicht ohne Sorge b e reine Zweckforschung in Spezialinstituten, im vergleich zu denen die Universitätsinstitute unge- ' rügend ausgestattet sind. Damit werden die Um« vsrsitätsinstitute aus dem wisienschaftlichen Wett­bewerb, aus der Forschung ausgeschaltet. Sie wer­ben auf die reine Lehre beschränkt und sinken da» i ir it zu einer mehr oder weniger gehobenen fach- « -shulmäßigen Unterweisung in der Methode herab.

oder sie werden innerlich kraftlos und unterliegen j b?m Schlagwort des Tages, weil sie nicht aus sich

llbft heraus produzieren Die reine Tatsachen for- ftjung aber führt zur Zersvlitterung, und zersplit- terte Wisienschast ist dem Tode geweiht Demgegen- Über muß die Universität immer wieder den B l ick «us das Ganze lenken. In dieser Funktion ist t e Universität unersetzlich : sie allein vermag Ile Einheit von Forschung und Lebre les wisienschaftlichen Geistes und damit des Welt-

--

I Wir gedenken in Emil von Behring eines Man­es und feines,Werkes, das eines der fegensreich- i?n Leistungen der Wissenschaft barstellt. Rur sei« in tritt die Bedeutung einer wissenschaftlichen Lei-

Hildes herzustellen. Gerade Emil von Behring, der als hervorragender Organisator der Forschung ein eigenes Institut für experimentelle Therapie ge­gründet hat, hat den Zusammenhang der For­schungsinstitute mit der Universität für unerläßlich erklärt und geradezu von der Gefahr der wisien- schaftlichen Inzucht in den alleinstehenden Institm ten gesprochen. Er weist uns den Weg für die wei­tere Gestaltung der Universitäten, wodurch diese

nie von der Forderung strenger Wissenschaftlichkeit abzulassen.

Die nationalsozialistische Revolution ist an den Hochschulen nicht do rb ei gegangen. Sie hat die or­ganisatorische Form der Hochschule gewandelt in der Richtung aus die Werte vom Führertum und Verantwortlichkeit. Die Wissenschaft selbst hat sich, ergriffen von den alles zu neuer Besinnung auf« rüttelnden und neue Energien wachrufenden nativ«

Al Igung, weil ^sonders in. den mcyl meoiöiniiajen Köchern ein fühlbarer Mangel an Nachwuchs oor« ifunfl n haben ist, denn die Generation, die heute die Ge» eremR U|girfe ber Universität tragen soll, liegt zu einem croßen Teil auf den Schlachieldern des Weltkrieges Infolgedessen geht der Generationenwechsel nicht | mit ber üblichen Selbstverständlichkeit vor sich, son» i b?rn er wird durch einen Sprung vollzogen. Außer- b»m ist es ganz verständlich, daß die Universität, irren Grundlagen vor mehr als 100 Jahren gelegt

Am Mittwoch gedachte der OKW-Bericht ht ehrenden Worten des Flieaertodes des Majors Wick, der von einem ^eindflug nicht zurückkehtte. Meleorgleich war sein Aufstieg unb meteorgleich ist auch das Leben des Helden oerlöfcht Das deutsche Volk und die deutsche Jugend werden stets in stolzer Trauer des jungen Deutschen gedenken, der im Em» sag um das Höchste, das es hienieden gibt, um Volk und Vaterland, alles wagte und nun eingegangen qt in die Reihe stolzer Namen, die die junae Lust» wasfe zieren. Wie Immelmann, Boelcke und Richt» Hofen im Weltkriege die deutsche Luftwaffe zu einem schneidenden Schwert gemacht hatten und dabei den Heldentod fürs Vaterland starben, hat auch bie jetzige junge Generation des nationalsozialistischen Deutschland gezeigt, daß sie diesen bewundenen Vorbildern nichts nachglbt und neue Namen zu den alten gefügt. Einer dieser Namen ist der des Majors Wick, des jüngsten Majors unserer Luft­waffe. Er hatte nicht weniger als 56 Luftsiege über die Engländer erfochten, als fein Geschick sich er­füllte. Er war mit der höchsten Auszeichnung, die oas Vaterland seinen Helden geben konnte, mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden und ruht nunmehr aus von seinen Siegen in dem Bewußtsein, daß das deutsche Volk England endgültig niederringen wird.

Nach dem 9. Oktober gab der Gefallene vor der

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als Si norden sind, heute nach den gewaltigen Derände-

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der ©einigen.

InUnseres Herrgotts Kanzlei" sagt Wilhelm Raabe:Das köstlichste Grabgepränge ist ein Tand gegen ein solch ein stolzes Grab auf dem Schlacht­feld Wer für unsere Sach' ehrlich gefallen, auf dem Plan in solcher Grub' liegt, der mag den Tag der Auferstehung in Ruh' erwarten; kein Kaiser und König liegt in feinem herrlichen Gewölb so gut, ro sanft, so köstlich bestattet." In Trauer und Stolz neigen wir uns oor dem Opfer, das dieser junge Deutsche für alles, was wir sind und waren, ge­geben hat Aber wir wissen zutiefst: Alle Opfer finden ein Ziel, und das ist das ewige Deutschland. Der Tatenruhm, ber sie umgibt, ist ewig wie Deutsch­land selbst. E. S.

und jlü- ib naM ben B ben Rom'

Nach einer weiteren Ansprache des Reichsgesunb- heitsführers, Staatssekretär Dr. Conti, leiteten die Worte des Dekans der Medizinischen Fakultät der Marburger Universität,^Professor Dr. Becher, über zu der bereits gestern von uns gemeldeten Uebergabe der Gründunasurkunde für das For- fchungsinstitut für experimentelle Therapie Emil von Behring, das die IG.-Farbenindustrie AG. und die Behring-Werke in enger Anlehnung an die Philipps-Universilät in Marburg errichten werden. Dem Direktor der IG.« Farben, Professor Dr. L a u t e n f ch 1 ä g e r, dankte her Rektor in herzlichen Worten, worauf der Prä­sident des Reichsgesundheitsamtes, Professor Dr. Reiter, über Behrings wissenschaftliche Bedeu­tung sprach. Noch einmal wurde in prägnanten Worten aus berufenem Munde die Entwicklung der Immunitätsforschung bis zu jenem denkwürdigen 4. Dezember 1890 geschildert und die einmalige Lei­stung Behrings gewürdigt. Der fesselnde Vortrag klang aus in Der ernsten Mahnung, von den Waf­fen die Behring mit dem Diphtherieserum und der Diphtherieschutzimpfunq den Aerzten in die Hand gegeben hat, auch rechtzeitig Gebrauch zu machen. ..Ich glaube", so sagte Professor Reiter,daß jede Nichtanwendung der Heilserumtherapie bei einer Diphtherieerkrankung zu den schlimmsten Kunst- fehlern gerechnet werden muß, die man sich zu­schulden kommen lasten kann. Die heute so stark betonte Notwendigkeit des biologischen Denkens unserer Aerzteschaft sollte besonders geeianet sein, die Tat eines Behring in ihrer ganzen Große er­kennen xu lasten, denn wohl kein anderes Heilver- fahren, keine andere Prophylaxe beruht so stark auf einem so erakten biologischen Denken wie das

sich immer wieder ihr Lebensrecht erkämpfen und ihre Daseinsberechtigung erweisen können. For­schung, Lehre und sinnvoller Einbau in die Gesamt- heil der Wissenschaften, diese Dreiheit zusammen gibt das Lebenselement der Universitäten. Das hat uns Emil von Behring gelehrt, und dafür danken ihm alle, denen Wissenschaft, Universität und Volk am Herzen liegen, um es dereinst als Erbe und Verpflichtung an unsere Nachfolger weiterzugeben.

stüdern versucht. Am 4. Dezember nun, an dem Age, da oor 50 Jahren Behrings erste so epoche- yvchende Veröffentlichung über die Immuntherapie Hdjien, war das schöne alte Marburg, die Sadt, an deren altberühmter Philipps-Universität Enll von Behring mehr als zwei Jahrzehnte htn- dirch gewirkt hat, die Stadt, von der als Siß der kchring-Werke noch heute ein ununterbrochener £rom des Segens in alle Welt geht, Mittelpunkt eher würdigen Feier zum Gedächtnis des großen Jannes. Mit dem Reichswissenfchaftsminifter Dr. fca. Rust, dem Reichsgesundheitsführer, Staats- tlretär Dr. Conti, dem Präsidenten des Reichs- fündheitsamtes Professor Dr. Reiter, dem

ichstierärzteführer Professor Dr. Weber und (hlreichen Gelehrten der deutschen Hochschulen hat-

i sich Ehrengäste aus aller Herren Länder zu 6?|er Ehrung eines Großen der deutschen Wissen- {caft zusammengefunden. Auch unsere Gieße- «?rLudwigs-Universität war durch Seine sagnisizenz den Rektor Professor Dr. Kranz und ne Reihe von Dozenten der medizinischen und Vterinärmedizinischen Fakultät vertreten.

k.Oell von Sorfaung und Lehre.

Ansprache des Rektors.

Die Feierstunde in der im Schmuck der schonen -tischen Kassettendecke und der Fresken aus Mar« irgs Geschichte besonders festlichen Aula der Phi« ips-Universität leitete als Hausherr der Rektor, rofessor Dr. Th. Mayer, mit einer Ansprache kn, in der er sagte:

ncllsvzialistischen Ideen auf ihre eigene Orunblaae besonnen. Was in der Wissenschaft und der Hoch­schule im allgemeinen als Lebensentfremdung emp­funden wurde, ist in der Medizin im besonderen als Vernachlässigung der Heilkräfte der Natur emp­funden worden, sei es, daß diese Kräfte in der äußeren Natur, und sei es. daß sie in der Natur­begabung einzelner Menschen auftreten. Die Arbeit am Krankenbett verlangt gegenüber einer Ein­seitigkeit theoretischer Ausbildung ihr Recht und stellt den Menschen und das Volk auch hier, wie in der Erziehung und überall, wieder in das vorderste Blickfeld Die nationalsozialistische Gesund- heitssührung wird diesen Weg, ber Arzt und Volk enger zusammenführen wird, mutig mit einbeziehen und dabei die Verantwortung für die Erhaltung einer gründlichen methodischen Bildung und die Er­kenntnis für den Wert des stillen Forschens nicht verlieren. Die Forschungsinstitute der deutschen Universitäten sind Stätten des deutschen Lebens ersten Ranges. Sie zu pflegen und zu entwickeln, ist nationalsozialistisches Programm. Es soll der Dank an jene Heroen der Wissenschaft sein, über deren Wirken unb Schaffen ber Außenstehenbe so leicht als weltfrembes Tun hinmeggeht, weil ber prak­tische Nutzen nicht ohne weiteres erkennbar ist, unb dieser Dank soll dazu beitragen, daß ber Weltruhm, ber mit bem Namen Emil von Behring zum Stolze Deutschlanbs verknüpft ist, bnrch immer neue Groß­taten deutscher Aerzte und Forscher weiterklingt.

problem und des mühevollen Suchens gegangen sind nur um der echten Erkenntnis willen unbeirrt durch Streben nach Ruhm unb äußerer Anerken­nung. Auch Behring ging biesen Weg echter Wissen­schaft. Denn was er erreichte oerbankte er neben ber klaren Zielsetzung seines aenialen Kopfes ber strengen Methobik (eines wissenschaftlichen Den­kens unb Hanbelns Die von ihm begründete Sero- Therapie kann man geradezu als Musterbeispiel ber Anwenbung einer naturwissenschaftlichen Mechobe auf ein akutes ärztliches Problem bezeichnen. Aus bem Stubium des Bakteriengiftes unb ber Auffin- bung seines spezifischen Autotoxins im Laborato­rium schuf er eine Heilrnethobe, bie nicht nur un­zählige Menschenleben erhielt und bem entsetzlichen Leib unzähliger Eltern ein Enbe machte, sondern auch ber gesamten Mebizin neue therapeutische unb prophylaktische Wege wies, bie sich nach bem Vor- bilb der Behringlchen Diphtherie-Bekämpfung bei anderen Krankheiten glänzend bewährten. So wurde Behring zum Wohltäter der Menschheit unb fügte sich ben Großen ber Zeit als einer ber Größ­ten ein. Wenn die Reichsregierung heute feinem Genius an ber Stätte feines langjährigen Wirkens in stolzer Dankbarkeit und tiefer Ehrfurcht huldigt, jo sieht sie in dem Lebenswerk dieses deutschen Profesiors und Forschers für die Nachfahren Sym­bol u n d Mahnung das Symbol echten beut» fchen Gelehrtentums, bie Mahnung, in der Medizin

% Kathreiner.

reichen Lebens die sittliche Strenge verblieb, die ihm das Elternhaus und seine Schule mit auf den Lebensweg gaben."

Die warmherzigen Ausführungen Professor Brauers fanden lebhaften Beifall. Darm lenkte Gau­leiter Staatsrat Weinrich bie Blicke der Fest­versammlung auf den Führer, in dessen Händen wir bie Leistungen aller großen Deutschen, unser Volk und seine Zukunft geborgen wissen.

Die Len matwe-ve.

In gemeinsamem Zuge begaben sich sodann ber Lehrkörper der Philipps-Universität und bie Gäste durch die Straßen Marburgs zur Enthüllung des Behring-Denkmals, das inmitten des Klinikviertels in unmittelbarer Nähe des Hygieni- jchen Instituts, ber letzten Arbeitsstätte Behrings, angesichts der Elisabethtirche unb an Der Stelle des oor Jahren verfallenen Hospitals ber frommen Landgräfin einen sinnvollen Platz gefunden hat. Nach einer Ansprache des Marburger Oberbürger­meisters Dr. Scheller fiel die Hülle von der Porträtplastik B.chrings, einer Schöpfung des Mün­chener Bildhauers Professor Georg Muller. Der Kurator der Universität Geheimrat Dr. v o n H ül- j e n dankte der Stadt für die Ehrung und er­innerte daran, rote sehr Behring sich mit Marburg verbunden gefühlt habe. Kinder waren mit Recht bie ersten, bie das Denkmal desRetters der Kin- ber" mit Blumen schmückten. Nach einem gemein­samen Imbiß bot bas Orchester des Kasseler Staats­theaters unter der straffen Stabführung des Staats­kapellmeisters Professor Robert Heger in der Aula ein Festkonzert, das nach Webers Ouver- türe zuEuryanthe" und Mozarts kleiner Nacht­musik mit dem gewaltigen Hymnus der c-molb Symphonie von Beethoven machtvoll ausklang, ein wahrhaft würdiger Abschluß der Ehrung eines ge­nialen deutschen Forschers unb großen Menschen.

> Dr. F W. L.

Ein Kamerodschastsadend.

Bei einem Karneradschaftsabend, der alle Festteil­nehmer in ben Stabtjälen vereinte, bankte ber Rektor ber Universität, Professor Dr. Mayer, allen Faktoren, die zum Gelingen des benkwürbiaen Festes beigetraaen haben. Generalstabsarzt Professor Dr. Hanbloser entbot in Vertretung bes Ober­sten Heeres-Sanitätsinspekteurs bie Grüße ber beut« fchen Wehrmacht. Er betonte, baß bie beutsche Wehrmacht stolz barauf sei, baß Emil von Behring aus ihren Reihen hervorgegangen ist. Im weiteren Verlauf bes Abenbs brückten mehrere auslänbifche Vertreter, barunter ber Rektor ber Universität Tu­rin. Professor A z z i. Professor M a r k o f f (Sofia) unb Profesior Toborovic (Beigrab) ben Dank

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lieber Behring als Persönlichkeit sprach bann Profesior Dr. Ludolph Brauer Wiesbaden, ein Freund unb Kollege Behrings aus feiner Marburger Zeit. Er warf einen Blick zurück auf bie Iugenb- unb Entwicklungsjahre Behrings, in benen unermüblicher Fleiß, zähe Ausbauer und ein eiserner Wille aus feinen hohen geistigen Fähig- feiten bas Letzte herausholten, um das gesteckte Ziel zu. erreichen. Er war eine kämpferische Natur, die eine scharfe Klinge zu fuhren verstand, um seine für richtig erkannten Lehren unb Methoden zur Geltung zu bringen unb gegen Angriffe zu ver­teidigen. Aber er war kein einfeifiaer Wissenschaft­ler sondern ein Mann von hoher Allgemeinbildung, der auf dem humanistischen Gymnasium die Grund­lagen gelegt hatte für ein immer waches Interesse für Philosophie unb Soziologie, Literatur unb Kunst.Behring ging aus bem Leben als ein großer, in ber weiten Welt geachteter unb anerkann­ter Gelehrten Er steht vor uns als ber stolze deut- . .

fcfre Mann, dem auch auf ber Höhe seines erfolg- ber auslänbischen Tagungsteilnehmer aus.

tie hier, unb wir bürfen baher mit biefer Feier Eit Recht eine Feier ber wissenschaftlichen For­mung überhaupt begehen. Das Werk Emil von ehrings war ein Geschenk ber beutschen Wissen- stzaft nicht nur an bas beutsche Volk, sonbern an te ganze Welt. Es war nicht eine Phrase von Humanität, sondern eine Tat edlen Menschentums, te allen Völkern unb Menschen zugute gekommen i: Es war kein Zufall, daß Emil von Behring an tie in sich geschlossene Universität der Kleinstadt Marburg gegangen unb bis zu seinem Lebensende fort geblieben ift. Er hat ben Weg zur Universität afucht unb gefunden, die Universität hat ihrersi'

Britisches Liebeswerben.

Mailand, 4. Dez. (Europapreß.) Die©tarn* pa" erfährt aus Kairo, die englische Diplomatie sei mit allen Mitteln bemüht, möglichst rasch eine Pan­arabische Konferenz in Kairo zustunbe- zubringen, um noch vor Beginn der Offensive in Aegypten die unter englischem Einfluß stechenden arabischen Staaten zusammenzuschweißen. Außer­dem wolle sich England im Persischen Go.f neue Stützpunkte sichern. Zu ben englischen Be­mühungen schreibtTribuna", ber britischen Diplo­matie bleibe nichts anberes übrig, als diesen Schritt zu tun, um nach Möglichkeit die arabische Welt auf ihre Seite zu ziehen. Die Zweifel über einen Er­folg dieser Bemühungen seien aber sehr stark. Sie gründeten sich auf ben Tatsachen, baß Saudi- Arabien der mächtigste arabische Staat, eine Haltung einnehme, durch bie fein Unabhängigkeits­willen gegenüber England unterstrichen werde, daß Hadramaut in letzter Zeit allzu viele Flieger» bombarbements erlebt habe und daß die Devölke» rung des Irak seit dem rätselhaften Tod des Kömas Faisal unb dessen Sohnes König Ghazi die en-glische Unterdrückung nur schwer dulde. Alle ihre Hoffnungen setze die englische Diplomatte auf den Emir von Transjordanien, Abdallah, ber aber gerade wegen seiner engen Bindungen an Eng­land weder bei ben Arabern Palästinas noch jenen Syriens großes Ansehen genieße.

Kleine politische Nachrichten.

Der Präsibent des schweizerischen Natlonalrats hat bie vereinigte Bunbesversammlung auf Diens­tag, ben 10. Dezember einberufen. Sie hat zwei Er­satzwahlen in ben Bundesrat vorzunehmen unb den Bundespräsidenten und ben Dizeprä- fibenten bes Bundesrats zu wählen.

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Aus einer Note, bie ber chilenische Außenmini­ster Bianchi an ben argentinischen biplomatischen Vertreter gerichtet hat, geht hervor, daß bie chileni­sche Regierung eine gemeinsame Regelung ber argentinisch-chilenischen Grenze in der Antarktis anstrebt.

Der neue mexikanische Präsident General Ca­macho trat am Sonntag mit ber Eidesleistung vor bem Kongreß sein Amt an. Unter ungeheurem Jubel Überreichte ihm anschließend der scheidende Präsident General Cadenas das grün-weiß-rote Brustband als Zeichen der Präsidentenwürde.

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In nächster Nahe der Universität vvn Haoaim« wurde Prof. Dr. Paul Fernandez U falls von der Fakultät für Volkswirtschaft von zwei unbe­kannten Tätern erschossen Die Täter vermutet man unter ben Studenten ber Universität, bie , leine Entlassung verlangt hatten Die Leitung ber Universität verurteilt ben Morb als einen feigen Anschlag unb orbnete bie Schlie­ßung der Universität bis zum 7. Januar , 1911 an.___________________________________________________

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