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Major Gallands 50. Lustsieg

Äon Kriegsberichter Hans Stifte.

Ruftungsarbeiter ausgedehnt. Auf Veranlassung von Reichsminister Dr. Goebbels wellte eine Reihe deut­scher Kulturschaffender aus dem Musikleben, von Bühne, Film und Kleinkunst im Gau Magdeburg- Anhalt, um den Männern und Frauen, die in Des­sauer und Magdeburger Rüstungsbetrieben seit nun­mehr einem Jahr schwerste und verantwortungs­vollste Arbeit leisten, den Dank der deutschen Kunst zu überbringen.

Am 5. November beginnt die Umsiedlung der Bulgaren aus der Norddobrudscha nach der rückgegliederten Süddobrudscha. Die bul­garische Umsiedlungsbehörde hat an der Grenze zwölf Uebernahmestellen eingerichtet, die die Um­siedler aufzufangen und weiterzuleiten haben.

Exkönig Carol von Rumänien traf in M a- drid ein, wo er im Hotel Palace Wohnung nahm.

Eine von den Generalsekretären sämtlicher bel­gischer Ministerien unterzeichnete Verordnung legt die Organisation des vor einigen Tagen nach deiU- schem Vorbild gegründeten Winterhilfswerkes fest und stellt den ehemaligen Minister Paul Heymans an seine Spitze.

Der König von Belgien hat dem vor eini­gen Tagen ins Leben gerufenen belgischen Winterhilfswerk einen Berrag von einer Million Franken zur Verfügung gestellt. Königin­mutter Elisabeth stiftete 200 000 Franken.

Der britische Luftmarschall Sir Wilfried Free- man ist zum stellvertretenden Chef des Armeeluft­stabes ernannt worden. Er löst damit Luftmarschall Sir Richard P e i r s e ab, der erst kürzlich auf diesen Posten berufen worden war.

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Die britische Admiralität gab bekannt, daß Kon­teradmiral Mac Kinnon vermißt werde. Auf welchem Kriegsschiff der Offizier das Kommando führte, wird verschwiegen. Ferner hat die britische Admiralität mitgeteilt, daß bei dem italienischen Luftangriff auf den englischen KreuzerLiver­pool" vor zwei Wochen im Mittelmeer 3 Offiziere und 27 Mann getötet und 33 verwundet worden seien.

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Nach Meldungen aus La Paz ist das bolivia­nische Kabinett zurückgetreten, da das Parlament die Zahl der Ministerien von elf auf acht verringert hot.

.... (PK.), 5. Nov. (DNB. Funkspruch.) Ein Ehrentag für das Jagdgeschwader. Wackelnd kom­men mehrere Maschinen von den Einsätzen gegen England auf dem Feldflugplatz in Nordfrankreich zurück. Der Kommodore des Geschwaders, Major G a l l a n d, schießt allein an diesem Tage im Luft­kampf drei englische Jäger ab und erreicht damit seinen 47., 48. und 49. Lustsieg.

1. November: Der Sturm hat sich im Laufe der Nacht gelegt. Strahlender Sonnenschein vertreibt die letzten Wolken ein ideales Herbstwetter. Jagdschutz für leichte Kampfflieger", so lautet der Auftrag, den das Geschwader erhalten hat. Un­angefochten erreichen die Verbände das Ziel. Unter dem Schutz der Jäger können sie ihre Bomben über London abladen und auch noch den Erfolg beobach­ten. Dann heißt es: Kurs heimwärts. Der Kom­modore'läßt sich mit seinem Rottenführer vom 23er= band und befiehlt für das gesamte Geschwader freie Jagd.

Irgendwo im Luftraum hat er einzelne Punkte gesichtet. Bald zeigt es sich, daß hier ein Pulk Spitfire dahinbraust. Genau ist nicht auszu­machen, wieviele Maschinen es sind, aber so 16 oder

18 mögen es doch sein. Eine stattliche Uebermacht! Die Angriffsposition ist aber günstig. Noch haben die Engländer die sich heranpirschenden deutschen Jäger nicht bemerkt. Mit Bedacht sucht sich Major Gallandseine" Spitfire heraus. Jetzt ist es so weit! Aus nächster Nähe eröffnet der Kommsdore das Feuer, und unter den Garben seiner Bord­waffen springen einzelne Teile der englischen Jagd­maschine ab. Ein neuer Feuerstoß auf die Spitfire, die in diesem Augenblick aufgehört hat, ein Flug, zeug zu sein. Sie platzt buchstäblich aus­einander und flattert in Einzelstücken m die Tiefe.

Fast im gleichen Augenblick kommt der Rotten- führer in ähnlicher Lage zum Schuß, und der zweite Engländer ist erledigt. Ehe aber die beiden deutschen Jäger sich ein neues Opfer suchen können, gehen die Engländer stiften ... Sie versuchest es gar nicht, sich in einen Kampf mit den zwei Me's einzulassen. Mit Jubel wird Major Galland bei seiner Landung begrüßt. Als er eine Stunde später erneut gegen England startet, zieren 5 0 Striche das Leitwerk der Maschine!

Stukas im Augriff auf britische Geleitzüge

Von Kriegsberichter Hans Herbert Hirsch.

DNB. 5.Nov. (PK.) Auf einem Feldflug­hafen an der nordfranzösischen Küste. Eben ist der Aufklärer gelandet. Im Quadrat TP hat er einen feindlichen Geleitzug entdeckt, der ein lohnendes Ziel für unsere Stukas bieten dürfte, lieber den Draht geht die Meldung vom Gefechts- ftanö der Aufklärungsgruppe zur zuständigen Be­fehlszentrale, und kurze Zeit später liegt der Ein - f atzb e feh l beim Stukageschwader vor. Der aus etwa 25 feindlichen Schiffen verschiedener Größenordnung bestehende Geleitzug bewegt sich entlang der südöstlichen englischen Küste mit Kurs auf die Themsemündung und wird angegrif- f e n. Der Verband formiert sich, die Maschine des Commodore setzt sich an die Spitze, die Motoren gehen auf volle Touren. Auf die Minute genau wird der Treffpunkt mit den Jägern angeflogen, und ebenso pünktlich setzen sich die zum Schutze der Stukagruppen eingesetzten l^e-Derbände neben die Staffeln und Ketten unserer Ju.

Längst ist die eigene Küste außer Sicht gekommen, da dreht die Maschine des Kommodore ab und nimmt, gefolgt vom ganzen Verband, Kurs auf die Themsemündung. Weit voraus kommt im Dunst des Horizonts bereits die englische Küste in Sicht, da erscheint im Blickfeld unter den Ma­schinen der gemeldete Geleitzug, der wegen der bevorstehenden Einfahrt nur noch wenig Fahrt macht.

In Ruhe sucht sich jede Kette hier chr Ziel aus. Noch vor dem Sturm jagen ein paar Spitfire her­an. Sie werden von unseren Jägern sofort in Ein­zelkämpfe verwickelt. Dann stürzen die ersten Ket­ten und stoßen fast senkrecht auf die Schiffe herab: Keines der Schiffe kann entfliehen. Verzweifelt schießen sie mit kleinen Kanonen und Maschinenge­wehren auf die stürzenden Maschinen. Es nützt nichts. Bomben mittleren und schweren Kalibers

treffen die Schiffe, Stichflammen schießen zum Him­mel. Rauch und Qualm wälzt sich über dem Was­ser, gewaltige Fontänen spritzen auf und Schiffs­teile fliegen haushoch durch die Luft. Eine Maschine der ersten Gruppe hat einen Volltreffer auf einem der größten Dampfer erzielen können: Das Schiff, schätzungsweise 8000 Tonnen groß, platzt förm­lich auseinander, Bug und Heck versinken innerhalb weniger Minuten. Andere Maschinen haben annähernd gleich große Schiffe getroffen. Auch hier bersten die Deckaufbauten, die Schiffs­wände unter dem ungeheuren Druck der Detonation. Auf vielen Schiffen explodieren die Kes­se l a n l a g e n , man sieht es an den zwischen Rauch und Feuer aufquellenden weißen Dampf­säulen und -walken. Ein Schwerer Kreuzer, dessen Flak noch auf die abfliegenden Stukas schießt, erhält einen schweren Treffer.

Nur Minuten, und das gewaltige Schauspiel ist vorüber, lieber di-e weite Wasserfläche, auf der eben noch, zur Einfahrt in die Themse bereit, ein großer Geleitzug lag, wälzen sich grauschwarze Rauchschwa­den und Qualmwolken. Der Geleitzug, der sich mit stark geminderter Fahrt bewegte oder teilweise be­reits ankerte, ist sehr gelockert worden. Neun der größten Schiffe erhielten Volltreffer so schwerer BombenkaiMer, daß sie sofort oder Minuten nach dem Angriff sinken. Fast alle anderen wurden so stark beschädigt, daß Feuer an Bord ausbrach und teilweise Deckaufbauten und Ladung verbrannten.

Im Tiefflug geht es nach Hause. Auf dem Ge- fechtssfand versammeln sich die Gruppenkomman- deure und Staffelkapitäne. Erst jetzt läßt sich der G e s a m t e r f o l g des Angriffs auf den Geleitzug übersehen. Bei diesem einzigen Angriff wurden ver­senkt: Ein 8000-Tonner, ein 6000-Tonner, zwei 5000-Tonner, ein 4000-Tonner, ein 3000-Tonner, zwei 2000-Tonner und ein 600-Tonner. Ein Schwe­

rer Kreuzer, ein Feuerschiff und zwei 3000-Tonner wurden schwer beschädigt.

Eine weitere Ueberraschung steht uns noch be­vor. Während des Angriffes kam eine neue Mel­dung zum Geschwadergefechtsstand, die sofortigen Einsatz bedingte: 10 Kilometer ostwärts Dover wurde eine kleiner Geleitzug von etwa sechs Schif­fen gesichtet mit Kurs Nordwest. Ein 5000-Tonner wurde versenkt und zwei 4000-Tonner wurden so schwer beschädigt, daß sie manövrierunfähig liegen» blieben.

Der stolze Tag dieser so erfolgreichen Angriffe der Stukageschwader fand feine Krönung in dem Besuch des Reichsmarschalls, der von seinem Gefechtsstand zum Feldflughafen des Ge­schwaders kam und den Fliegern feine Anerkennung aussprach.

Aus aller Wett.

Eisernes Kreuz in fünf Generationen.

Die Familie des Majors Leser in Weimar, der jetzt das Eiserne Kreuz erhiell, hat fünf Generatio­nen hindurch Träger des Eisernen Kreuzes gestellt. Der Ururgroßvater erhielt das Eiserne Kreuz im Jahre 1815 in Paris. Urgroßvater und Großvater erkämpften es sich 1870. Dem Vater wurde das Eiserne Kreuz I. und II. Klasse im Weltkriege ver­liehen.

Taifun-Verheerungen auf Guam.

Durch einen Taifun, der am Sonntag mit 200 Stundenkilometer dahinbrauste, wurde erheblicher Schaden aus dem V8A. -Flottenstützpunkt Guam im Pazifik angerichtet. Ein von den Pan- american Airways betriebenes Hotel sowie die Radiostation wurden völlig zerstört, mehrere Gebäude der Marine stark beschädigt. Die Sana» nenerntc ist vollständig, die Kokosnuß­ernte zu 90 v. H. und die Gemüsepflan- Zungen ebenfalls vollständig vernichtet. Was­

ser- und Lichtleitungen sowie der Telephondienst sind vollständig unterbrochen. USA.=©treitEräfte auf Guam waren gezwungen, chre Unterkünfte zu räu­men. Das Rote Kreuz forderte schnellste Hllse an.

Raubüberfall auf eine Bank von Valenzla.

Vor der Zentralbank in Valenzia fuhren sieben Gangster in zwei Automobilen vor, ein Test der Räuber drang in das Gebäude ein und raubte 70 000 bis 90 000 Peseten. Nach dem Ueberfall er griffen die Räuber die Flucht.

Italien baut die größte Sternwarte der Welt.

Im römischen Albaner-Gebirge, auf dem Monte Porzio, wird auf Anregung Mussolinis vom italienischen Staat die größte Sternwarte der Welt gebaut. Sie ist als internationales Studium- zentrum für Astronomen geplant und wird mit den modernsten Apparaten und einem großen Aequatorial ausgestattet. Ilm den Kuppelraum wer- den Versammlungs- und Vortragssäle sowie eine große Bibliothek errichtet. Ferner ist der Bau eines besonderen Hotels für die Unterbringung von etwa sechzig in- und ausländischen Gelehrten geplant.

Erreger einer gefährlichen Rinderkrankheit gefunden.

Prof. Dr. G o e tz e von der Tierärztlichen Hoch­schule Hannover fand den Erreger der alsbös­artiges Katarrh-Fieb er" «bekannten Rind erkrankh eit. Die gefährliche Bakterie gehört zur Familie der Spirochäten, die beim Menschen die Syphilis, das Rückfallfieber, die Weitsche Krankheit, beim Hunde den Hundetyphus erregen. Prof. Goetze hofft, daß nun in Kürze auch die geeigneten Abwehrmittel ge­funden werden. Der Forscher hat sich seit 15 Jahren mit dem Studium dieser Krankheit besaßt.

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Vom 15. November 1940 ab wird die Strom- und Gaslieferung bei allen Abnehmern gesperrt, die die Strom- und Gasgelder für den Monat September 1940 einschließlich kosten noch nicht entrichtet haben. Die Kosten der Strom- und Gassperre gehen zu Lasten der Säumigen. 4974A

Gießen, den 2. November 1940.

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Bei bet Lebensrnittelkartenausgabe ist zu be­achten:

I. Bei nicht terminmäßiger Abholung der Karten wird eine Gebühr von RIN. 1, je Personal­ausweis erhoben.

II. Personen über 70 Jahre können auf münd­lichen Antrag bei Abholung der Karten eine Mllchkarte zum Bezug von täglich % Liter Vollmilch erhalten.

III. Die Ausgabetage sind geändert worden, da auf Wunsch der Hausfrau der Samstag als Aus­gabetag wegfällt. Der 3. Ausgabetag ist daher auf Montag verschoben worden.

Die Ausgabetage werden demnach wie folgt festgesetzt:

1. Ausgabetag: Donnerstag, 7. November 1940, 2. Freitag, 8.

3. z Montag, 11.

4. Dienstag, 12.

5. Mittwoch, 13.

jeweils von 8 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr.

Welcher Ausgabetag für die Bezugsberechtigten in Frage kommt, ergibt sich aus der Aufstempelung auf dem Personalausweis.

Beim Empfang der neuen Karten sind die Reste der Karten des 15. Dersorgungsabschnittes zurück­zugeben.

An Kinder werden Lebensmittelkarten nicht aus- gehändigt.

Während der Ausgabetage werden Bezugschein- anträge nicht entgegengenommen. 4976D

Gießen, den 5. November 1940.

Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen.

Ernährungsamt Abt. B.

I. V.: Nicolaus.

Beiladung-Rückladung mittelst Auto- u.Bahnmöbelwagen v. Gießen nach Schotten per 7.11. Lauterbach°H.p.8.11.

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