Ausgabe 
5.10.1940
 
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5./b. Oktobers

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Nr. 25b Zweites Blatt

Wie es der Bauer geschafft hat.

DEUTSCHE AKTIENGESELLSCHAFT FÜR NESTLE ERZEUGNISSE

lieferungen für Berlin beispielsweise betrugen nicht einmal ein Viertel der Vorkriegsmenge, der ver­hängnisvolle Schweinemord verringerte in drei Monaten die Bestände um mehr als ein Drittel, während gleichzeitig die Futterkartosseln verfaul­ten. Im Jahre 1917 hatte man es glücklich auf 3000 Ersatznahrungsmittel gebracht. Solche Zustände wären bei der heutigen Erfassung und Verteilung aller Erzeugnisse unmöglich. Der Bauer braucht nicht das niederdrückende Gefühl zu haben, daß andere sich an seiner Hände Arbeit ungerechtfertigt bereichern. Gesteigerte Leistung und Einordnung des einzelnen in das Ganze, selbst unter Verzicht auf den verdienten materiellen Vorteil, find die Grundpfeiler unserer Ernährungswirtschaft. Darin liegt der Schlüssel ihres Erfolges.

Dor vier Jahren sagte der Führer über die da­mals schon erreichten Erfolge der Landwirtschaft auf dem Reichsparteitag:Was der deutsche Bauer gerade in diesem letzten Jahre geleistet hat, ist etwas Einziges und Einmaliges. Was aber in diesem Kriegsjahr daheim geleistet wurde von den nichteingerückten Bauern und Landwirten, den Frauen, Landarbeitern, Knechten und Mägden, den

haben, daß heute unsere Arbeit nicht mehr umsonst ist. Nicht mehr spielen mit den bäuerlichen Naturerzeugnissen Börsen und Juden« andern auf Grund der Marktordnung des Reichs, mhrftandes erhalten wir den uns zustehenden Lohn ür unsere Arbeit, der wohl manchmal sehr beschei­den ist, aber der Bauer kennt Zufriedenheit. Wenn auf oft, in diesem Jahre ganz besonders, Natur­gewalten uns Bauern Trotz geboten haben, so sind wir uns doch dessen bewußt, daß wir nicht alleine stehen; denn Staat und Partei erken­nen an, daß die Bauernarbeit schwer und hart ift. Sie haben auch in diesem Jahre wieder ihr mögt lichstes getan, um alle Arbeiten bewältigen zu kön­nen. Auch die härteste Arbeit vermag den Willen! zum Siege nicht zu bändigen; denn wir haben heute einen Führer zum Vorbild, der trotz schwie­rigster Probleme die Zukunft unseres Volkes mei­stert. Ihm werden wir unverbrüchliche Treue be­wahren, seinem Verlangen werden wir nachkom­men, damit wir einst geknechtet heute frei und mit aller Zuversicht einer besseren Zukunft

Schichten mühten sich, dem Bauern beizustehen. So ist es geschafft worden dank der neuen Lebens- ordnuna, die uns der Führer gegeben hat.

In dieser Ordnung steht auch innerhalb der Dorf­gemeinschaft einer dem andern bei im Kriege erst recht! Die große Welle der Ermutigung, die die deutsche Revolution auch dem Landvolk gebracht hat, wirkt sich in diesen Kriegsmonaten erst recht aus. Die erzeugungspolitische Mobilmachung brachte eine Ertragssteigerung im Kriege, auf die der beut* sche Bauer stolz sein kann. Wir erreichten eine Ver­minderung der Abhängigkeit der Faserstoftversor- gung vom Auslande und eine Lebensmittelversor­gung in den wichtigsten Erzeugnissen aus eigener Scholle. Schädlingsbekämpfung und Vorratsschutz wurden nun tatsächlich lebenswichtig und demgemäß verbessert und verschärft. Wir erreichten die Ver­mehrung und Verbesserung des wirtscyaftseigenen Futters durch Zwischenfruchtbau, Gärfutterbereitung und andere Methoden. Die Marktordnung sicherte dem Bauern einen gerechten Preis für feine harte Arbeit. Wenn Reichsmarschall Göring verkündete: Der Begriff des Kriegsschiebers des Weltkrieges wird in Deutschland nicht wieder auferstehen!" so beschwor er damit düstere Erinnerungen an jene Jahre, da der Hunger am Ende doch siegte, und er bannte damit zugleich dieses Gespenst. Denn nur in einer gerechten Wirtschaftsordnung kann der Bauer feine Leistung vollbringen, dem Volke die Nahrungsfreiheit mit seiner Hände Arbeit zu er­kämpfen.

Aber ohne Wehrfreiheit gäbe es wiederum keine Nährfreiheit! Der unverbrüchliche Schutz der deut­schen Scholle durch die Wehrmacht ist die Bürgschaft für den deutschen Bauern, daß er in Ruhe und Sicherheit seine Arbeit tun kann. An den Grenzen wachte bis zum Siege im Westen nach dem Nie­derschlag des östlichen Feindes, Polen, die Wehr­macht. Dann schlug sie den Feind im Westen. Deut-

Des Landvolkes Kriegsdienst

Von (Surf Hohel.

entgegengehen.

Uns geht die Sonne nicht unter."

Von Alfons Kaiser, Seelbach bei Nassau.

Was soll ich groß sagen? Wir haben getan4 was mir konnten. Es war nicht immer leicht, aber Bauernarbeit ist so. Und wir haben ja ftrieg. Von Anfang an haben wir gewußt, daß wir es trotzdem schaffen müssen. Es gibt im nationalsozia­listischen Deutschland kein Unmöglich. Die meisten Männer wären eingezogen Frauen und Kinder sind für sie eingetreten. Die Pferde waren weg man kann auch mit Kühen fahren. Die Schöne wettertage im Erntejahr 1939/40 waren zu zäh« len besser wenig als gar keine Sonne am Hinp, mel!

Ein Tag hat immerhin 24 Stunden, wenn matt die Nacht dazu nimmt. Hinterher fragt man sich, wie das möglich war. Alles geht, wenn einer dem andern hilft. Wir haben uns gegenseitig geholfen, darum ist es gegangen. Am Erntedanktag wollen wir auch die freiwilligen Helfer aus der Stadt nicht vergessen. Sis waren fleißig und hatten guten Willen. Ich glaube, sie kommen alle gern wieder.

Nun stehen wir mitten in der Hackfrucht­ernte. In der Frühe gibt es schon kalte Fingen Wenn das Wetter hält, wollen wir zufrieden fetru Es soll ja im Oktober noch schön werden. Ich denke unsere Jungen behalten recht; eins von ihren Lie­dern heißt:Uns geht die Sonne nicht unter". Das Jahr war schwer, aber es war auch ein Jahr des Sieges. Wir daheim haben uns Mühe gegeben, an unserem Platz es unseren Sol­daten gleich zu tun. Das ift alles.

Ich könnte noch mehr schreiben, aber die Augett fallen mir zu. Es ist halb drei Uhr nachts.

Trotz aller Schwierigkeiten: Einberufungen zur Wehrmacht, weniger Pferde, z. T. nasser herbst, rüher und tanganhaltender Winter, ungewöhn­liche Arbeit im Frühjahr. Trockenheit und Nässe im Sommer hat das Landvolk eine gute Ernte ge- chafft. wie war das möglich? 3n den Nachfolgen- den kurzen Aufsätzen ergreifen Bauern aus den verschiedensten Gauen selbst das Dort, um in ihrer chlichten Art darüber zu berichten. Sie geben der Stadtbevölkerung einen Einblick in die oft über­menschlichen, dennoch erfolgreichen Anstrengungen des Landvolkes im Kampf gegen die Hungerblockade.

Unser Dank güt Such allen!

Von Bauer Erich OReente, Korster-Graßhaus, Ostfriesland.

In dem ewigen Kreislauf von Saat und Ernte ist wiederum der Segen des Feldes geborgen wor­den. Es war im Kriegsjahr 1940 eine harte Auf­gabe. Doch es wurde geschafft. Damit wurde derGeneral Hunger" beseitigt und diese Haupt­waffe dem Gegner endgültig aus der Hand ge­schlagen. Bäuerliche Beharrlichkeit und heiligstes Verantwortungsgefühl haben das scheinbar Unmög­liche möglich gemacht. Das ist das beglückende Ge­fühl dieser Ernte und gibt unserem kämpferischen Einsatz auf diesem Frontabschnitt seinen tiefsten Sinn:Das Ringen um das tägliche Brot ist Sache des gesamten Volkes geworden."

Während unsere Soldaten die Heimat schirmten, fanden sich die Glieder eines geeinten Volkes zum gemeinsamen Dienst an der Mutter Erde. So konn­ten trotz aller Schwierigkeiten dieses Wirtschafts­jahres alle Erntearbeiten planmäßig erledigt wer­den. Und Schwierigkeiten und Sorgen gab es zur Genüge. Schon die Herbstbestellung 1939 war nur durch bäuerliche Gemeinschaftshilfe zu bewältigen. Der Mangel an Zugkräften wurde durch die Be­triebssicherung überbrückt.

Ein langer und harter Winter brachte dann zu­sätzliche Sorgen und Arbeiten. Starke Auswinte­rungsschäden, ein spätes Frühjahr und unbeständi­ges Erntewetter gaben neben der Mehrarbeit und dem Mangel an Helfern diesem Erntejahr ein be- sonderes Gesicht. So mancher liebe Erntech el­fer aus der Stadt wird nunmehr den bäuer­lichen Lebenskreis mit seiner Abhängigkeit vom Wetter und dem Herrgott erlebt haben. Das Rin­gen um das tägliche Brot fordert eben ein hartes und kämpferisches Geschlecht. Die Leistungen und das stille Heldentum der deutschen Bäuerin muß dabei besonders herausgestellt werden. Ihr gebührt darum an er st er Stelle Dank und Anerkennung. Nach der Sicherung unseres Lebensraumes wird sie der Ausgangspunkt unserer völkischen und wirtschaftlichen Neuordnung sein. Der Weg der Selbsthilfe hätte jedoch das Werk nicht schaffen können, wenn nicht durch die enge und fruchtbare Zusammenarbeit mit der Par- t e t eine Lösung gefunden wäre. Der Ruf nach frei­willigen Helfern wurde ein voller Erfolg. Ob Jung-

der Systemzeit liegt hinter uns. Der Führer gab uns unsere Ehre wieder, und sein erwachtes Volk bekennt sich wieder zu den Quellen aller völkischen Kräfte: Zum Blut und zur Erde.So dienen wir freudig und gläubig dem Blut und der Erde und erfüllen damit den wahren Sinn unseres Seins".

Mr stehen nicht mehr alleine!

Von Bauer Ehuard Friedlein, Schmölz, Oberfranken.

Wieder einmal hat der Hof die Ernte bewältigt, obwol)l gerade dieses Wirtschaftsjahr unerhörte Schwierigkeiten für die Praxis brachte. Durch den sehr starken und langanhaltenden Regen im ver­gangenen Herbst konnte die H e r b ft s a a t nicht zur rechten Zeit vorgenommen und muhte ver­spätet in ein weniger gut zubereitetes Feld gebracht werden. Viel hat dazu auch der Krieg beige­tragen: denn mancher Bauer und Landwirt mußte Haus und Hof verlassen und dem Ruf der Fahne folgen, um die Heimat mit zu schützen. Einen schwe­ren Schlag übte der sehr kalte und langanhaltende Winter in Keller und Mieten aus, die nicht für einen derartigen Frost geschützt waren. Es drang des öfteren der Frost ein und vernichtete nicht unbeträchtliche Mengen der vorjährigen Kar­toffel- und Rübenernte. An den schwachen Win­tersaaten richtete der sehr kalte Winter, aber noch viel mehr der sehr nasse März, großen Scha­den an. Es zeigten sich im Frühjahr viele ausge- winterte Felder, die neu bestellt werden muß­ten; das verursachte Mehranfall an Arbeit. Mit vielen Schwierigkeiten war ferner die heurige G e - treibe ernte verbunden, und zwar erstens durH das viele Lagergetreide und zweitens durch das schlechte Wetter, das das Schneiden und Ein­bringen der Ernte aufs äußerste erschwerte. Wie oft mußten die Wagen leer umkehren, wenn es plötzlich zu regnen anfing!

Trotz all dieser Schwierigkeiten und Hindernisse wurde alle Arbeit bis aufs kleinste verrichtet und auch noch zusätzliche Arbeit geleistet, trotz weniger Arbeitskräfte und der schwierigen Betriebsmittel­frage, die bedingt war durch den vordringlichen Wehrmachtsbedarf. Es wurden auf Weisungen des Reichsnährstandes Silos, Jauchegruben und Dung- stätten gebaut, die immerhin, wenn sie auch von Fachleuten erstellt wurden, für den Bauherrn aller-

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Mit dem Kriegsjahr rundet sich ein Erntejahr. Ein harter Winter lag in vieler Zeitspanne und em hartes Arbeitsjahr! Doch der deutsche Bauer hat's geschafft, und in taufend Schwierigkeiten ift die Ernte geborgen, ist die Arbeit auf der Scholle ge­tan worden. Dafür dankt das ganze deutsche Volk, das in allen seinen Teilen in harter Arbeit und schwerem Dienst steht, dem Bauern.

Die Stellung des Landvolks, des Bauerntums ist mit der Wandlung des Kriegswesens in unserer Zeit eine andere, ungleich wichtigere geworden. Mit dem Maschinenwesen schien zeitweise die Bedeutung des Bauern nicht mehr vereinbar, der Weltverkehr schien seine Rolle zu mindern. Das alles waren Fehl­schlüsse. Der moderne Krieg mit seiner gigantischen Entfaltung der Technik im Kampfe, dieserJn- iiuftriefrieg", hat erst recht die bedeutende, ja mit- entscheidende Rolle des seßhaften und bewußten Bauerntums offenbart. Ein modernes Volk, das sich nicht mit den notwendigsten Lebensmitteln selber versorgen kann, ist verloren. Der Begrift der Blockade" allein schon kennzeichnet die Bedeutung des schollengebundenen Bauerntums. Der moderne Krieg drängt auf totale Bekämpfung. England war es, das diese Tendenz vor allem betonte sich frei­lich damit am Ende selber schlug ... Deutsche Bauernarbeit aber zerschlug die britischen Blockade­pläne. Trotz der größten Schwierigkeiten wurden die Landbestellung und die Ernte bewältigt. Viele Bauern stehen im Wehrdienst, die älteren Söhne desgleichen, ebenso die Landarbeiter, Pferde mußten der Wehrmacht abgegeben werden, die Treibstoff- Versorgung war erschwert und die Maschinenrepa­raturen dauerten länger. Die deutsche Landfrau ist auf allen Gebieten tatkräftig eingesprungen und hat unsere hochentwickelte Landwirtschaft fortgeführt, dort wo die Männer ausfielen. Das ganze Volk half mit, die Ernte bergen. HI., BDM., Arbeitsdienst, SA. und Wehrmacht, Studenten. Beamte alle

Erntedanktag 1940.

DonLandesbauernführerDr.WagnersMdlk.).

Wir begehen diesen Erntedanktag wieder ohne bunte Feste, ohne den Tanz unter der Aehrenkrone. : Das Landvolk, das noch im letzten Abschnitt der ersten Kriegserzeugungsschlacht steht und noch alle Hände regen muß, damit die Hackfruchternte herein- , kommt, versteht diese Art der Feier. Man soll nicht große Feste begehen, bevor die Arbeit geschafft ist und bevor sie ganz geschafft ist. Das gilt im < kleinen auf dem Acker wie im großen auf der Walstatt des letzten entscheidenden Ringens gegen England. Und erst recht ist nicht die Stunde zu Tanz und frohem Spiel, wenn zu gleicher Zeit , Kämpfer unserer Luftwaffe ihr Leben einsetzen ; auch für das Lebensrecht und die Lebensgrundlage des Bauerntums, worüber in diesem Krieg die Entscheidung fällt, und wenn nachts Bauerngut und -blut feigen britischen Angriffen zum Opfer fällt. Aber so wie unsere Wehrmacht und mit ihr das ganze Volk innehielt an den großen Abschnit­ten des siegreichen Vorwärtsstürmens, der Opfer gedachte und stolz auf die Früchte des Sieges zeigte, die aufgerichtete Abwehrfront im Norden, die gesicherte Nordwestgrenze, auf das niedergewor­fene Frankreich, fo sieht auch das Landvolk am Erntedanktag^ auf von der Aiweit des Alltags und zeigt stolz auf die Früchte feiner Anstrengungen, auf gefüllte Scheunen und Speicher, wohlbesetzte Ställe, ach die sichere E r -- nährungsarundlage für ein volles Jahr und darüber hinaus auf große Reserven.

Dor den Sieg hat die Vorsehung den Schweiß ge­fetzt, und jetzt zum guten Ende dürfen wir sagen, es ist uns bei der Bauernarbeit in diesem Kriege nichts geschenkt worden. Es war schwerer als alle vorangegangenen und, ich glaube, auch schwerer als alle zukünftigen. Das Landvolk ist im vorigen Herbst an seinem Frontabschnitt angetreten nicht im Vollbesitz aller, seiner Kräfte, sondern ge­schwächt durch den schon lange herrschenden Mangel an Arbeitskräften. Fast eineinhalb Millionen Men­schen waren schon in den letzten Jahren vor dem Krieg als Arbeiter dem Lande entzogen worden, als es daran ging, die Wirtschaft nach der Krisenzeit vor der Machtübernahme wieder in Gang zu brin­gen, Wehrmacht und Rüstungsindustrie wieder auf­zubauen und im Westen einen festen Derteidiaungs- gürtel zu schaffen. Dann kamen die Einberufungen zum Heeresdienst. Hier ging der Sohn, hier der Vater, dort gingen sogar beide ins Feld. Die Ge­spanne wurden eingezogen, und auf vielen Höfen standen die Frauen mit den Altenterlern und den Kindern mit wenig Zugkräften allein vor der rie­sengroßen Aufgabe, die Getreideernte zu beenden, Die Hackfrüchte ganz noch hereinzubvingen und fast gleichzeitig damit die Herbstbestellung vorzunehmen. Nicht genug damit, und daß zeitweilig an Brenn­stoff für die landwirtschaftlichen Schlepper gespart werden mußte, daß wichtige Gebrauchsgüter in der Herstellung hinter Waffen und Munition rangieren mutzten, war die Witterung im Oktober allen not­wendigen Arbeiten keineswegs günstig. Mit den wenigen Arbeitskräften gelang es nicht, in den regenreichen Oktober- und Novemberwochen des Jahres 1939 überall alles zu schaffen. Aber was etwa an Rüben und Kartoffeln draußen blieb, war, gemessen an den eingebrachten Mengen, nur wenig. Sie Herbstbestellung wurde zu neun Zehnteln durch­geführt Frankreich schaffte nur die Hälfte, gün­stigenfalls zwei Drittel! Dann kam dieser furchtbar strenge Winter, und die vielfach spät herausgekom­menen Herbstsaaten gingen zugrunde. Im Früh­jahr hieß es also nochmals aussäen. Saatgut und Düngemittel mußten, da es im Winter die Kälte verhindert hatte, in kürzesten Fristen herbeigeschafft werden. Dazu tarnen die übrigen Frühjahrsarbeiten und eine weitere Belastung durch Ablieferungen von Hafer, Heu und Stroh,'die der Krieg mit sich brachte. Eine nie da gewesene Arbeitsspitze!

Auf welche Spanne des ab gelaufenen Jahres in

Melkern und Traktorenführern und nicht zuletzt auch von der Landjugend, geht über das, was da­mals geschafft wurde, noch hinaus. Nach dieser Probe braucht weder der Volksgenosse in der Stadt noch das Landvolk selbst Angst davor zu haben, daß die Aufgabe der Ernährungssicherung einmal nicht gemeistert werden könnte. Gegenüber 1939 stehen wir 1940 auch in der Landwirtschaft nicht schwächer, sondern stärker gerüstet da, bereit, nach dem ersten Sieg den Helm fester zu binden und von neuem unsere Aufgabe in dieser großen Zeit zu erfüllen. Die Welt blickt staunend auf diese ungebrochene Bereitschaft. Unsere Feinde sehen sie mit grimmiger Enttäuschung. Das ganze deutsche Volk aber gedenkt am Erntetag voller Lob und Dank des Bauern und seiner gewaltigen Leistung. Lei st ungen, und nur Leistungen berechtigen zum Stolz, heißt es in denPflichten des deutschen Soldaten . Der Bauer und Landwirt verdient heute diesen Ehrennamen, denn auch er sieht seine Ehre im bedingungslosen Einsatz seiner Person für Volk und Vaterland, auch er findet an seinem Ehrentag größten Lohn und höchstes Glück im Be­wußtsein freudig erfüllter Pflicht.

sche Scholle lag in sicherer Hut. Jetzt dehnt sich deutsches Bauernland weiter nach Osten: alte deut­sche Bauernländer sind heimgekehrt. Eine unge­heure Aufgabe ist neu hinzugekommen: das alte unter der Polenmacht verrottete Land wieder deut­scher Bauernkultur zurückzugewinnen. Die Heim­kehrer deutschen Volkstums aus ferneren Ostgebie­ten gilt es neu zu siedeln und wieder, einzubeziehett in das große deutsche Landvolk auf heimischer Scholle. Aus der unseligen Landflucht aus dem Osten in die Industriegebiete des Westens, in die Städte, wird eine neue Siedlungsbewegung nach Osten.

Wie ganz anders zeigt sich das Bild auf bei? Gegenseite, in England. Eben jene liberalen Auf­fassungen von dem Siege der Industrialisierung und des Welthandels über das seßhafte Bauerntum waren es, die in England verwüstend wirkten. Dort wurde die Landwirtschaft den Industrie- und Han­delsinteressen geopfert. Am Ende sind nur noch 6,5 v. H. der Bevölkerung in Land- und Forstwirt­schaft einschließlich Fischerei in England beschäftigte

Der bäuerliche Blutsquell ist in England versiegt. Nachdem das Vordringen des feudalen Grundbesitzes mit feinen Luxusbedürfnissen das eng­lische Bauerntum auf den Pächterstand herunter- gebrücft hatte, brachte der weitere wirtschaftlichL Niedergang der Landwirtschaft im Mutterlande dis totale Landflucht und damit die wichtigste Ursache des englischen Geburtenrückgangs.

Vergleicht man diese Zustände drüben mit den unseren, so springt der Unterschied in der inneren Ordnung der beiden Völker klar ins Auge. Eine ver­altete Lebensordnung kann den Anforderungen des Lebens, und gar des Lebens in der Gefahr (die diese alte Ordnung selber fteventlich heraufbeschwor) nicht mehr genügetun. Der deutsche Bauer hat einen Siegeszug angetreten, als der Nationalsozialismus ihm sein hohes Amt, seinen Dienst am Volksganzen wieder mit Ehren zurückgab. Der Engländer kann diese neue Ordnung nicht verstehen er irrt sich darüber und richtet sich damit selber.

der Landwirtschaft wir blicken: Arbeit über Arbeit, widrige Umstände allenthalben. Heute wissen wir, daß sich die Arbeit gelohnt hat, die Arbeit, die das Landvolk wohl noch nie mit so viel Hingabe und verbissener Energie geleistet hat. Heute steht fest, daß die Getreideernte 1940 kaum unter dem Durchschnitt der letzten fünf Vorkriegs- jahre liegt, daß bei einigermaßen gutem Wetter auch eine Hackfruchternte hereinkommt, die einen Rekord darstellt. Im Weltkrieg waren die Er­träge sehr schnell rapid abgesunken. Auch^der Ge­müsebau bringt eine höhere Ernte als im Vor- fahr. England hat, befangen in dem Wahn, uns aushungern können, auch diesmal mit einem Minderertrag von insgesamt einem Zehntel, ja so­gar einem Fünftel bei uns gerechnet: ein Fünfzig­stel ist vielleicht beim Getreide daraus geworden, trotz ungünstiger Witterung auch in diesem Som­mer und im Herbst. Eine unerhörte Leistung hat das Landvolk damit vollbracht, die in der Ge­schichte dieses Krieges einmal neben den Waffen­taten der Armee genannt werden wird. Eine Lei­stung zudem, die sich voll zumSegen des gan­zen Volkes auswirkt, denn was erzeugt wurde, kommt diesem auch gut zugute. Es ist ja nicht mehr so wie im Weltkrieg, daß die spärlicher fließenden Güter des Bodens nun verschoben wurden und erst die Geldsäcke jüdischer Spekulanten füllen halfen, ehe sie, wenn überhaupt, der Ernährung der hun­gernden Massen dienten. Dank der Marktordnung funktioniert heute die Verteilung der Lebensmit­tel, dank der seit Jahren ausgegebenen Parole zur Erzeugungsschlacht und der Umstellung auf die eigene Futterbasis brauchen wir ein Absinken der Erträge nicht zu befürchten.

Englands Hungerblockade ist gescheitert. Das darf man schon heute nach dem ersten Kriegsjahr un­serer Landwirtschaft sagen. Sie mußte diesmal er­folglos bleiben, weil der Reichsbauernführer schon fünf Jahre vorher das deutsche Landvolk zur Erzeugungsschlacht im Kampf um die Nah­rungsfreiheit aufgerufen hatte. Dank dieser vor­schauenden Politik war Deutschland bei Ausbruch des Krieges auf allen wesentlichen Gebieten der Ernährung Selbstversorger. Die rechtzeitige Ord­nung des Lebens- und Futtermittelmarktes hatte ebenfalls schon vor dem Krieg die Ernährungsmit­telwirtschaft auf ihre volkswirtschaftliche Aufgabe ausgerichtet und sie dem Spiel privater Interessen entzogen. Ohne diese Maßnahme wäre jede vor­ausschauende Planung und eine regelmäßige Ver­teilung an die Verbraucher unmöglich gewesen. Die Leistung des Landvolkes in diesem Jahre wäre nutzlos verpufft. Das beweist das Beispiel des Weltkrieges. Auch damals hatte der Bauer feine Pflicht getan und niemand auf dem Lande hatte die Hände in den Schoß gelegt. Trotzdem sank die Fetjration damals auf 70 Gramm herab« die Milch­

volk oder BDM., Parteigliederungen, Bürger, Be-j hand zusätzliche Arbeit bedeuten. Alles das tonnte amte und Frauen: Sie alle kamen. Die Felder aber nur vollbracht werden, weil im deutschen wurden restlos bestellt, die Pflegearbeiten des aus- Bauerntum der unbändige Wille zur Arbeit vor­gedehnten Hackfrucht- und Flachsanbaues durchge- Händen ist, und weil mir Bauern die Gewißheit ührt und der Segen des Bodens geborgen. Ernte-1 Mi**

.finbergärten entlasteten die Frauen und Helferin­nen der Frauenfchaft, betreuten die Erntelager der deutschen Jugend. Kriegsgefangene und ausländische Arbeiter wurden in ausreichendem Maße zur Ver- ügung gestellt. Ja, sogar die Wehrmacht stellte in unserem Kreis Hunderte tüchtiger Helfer.

Die enge Verbundenheit des Bauern und Sol­daten, von. Pflug und Schwert, zeigte sich hier in innfälliger Weise. Unser Dank gilt darum euch allen. Das bittere Gefühl des Verlassenseins aus