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Nr 30 Zweiter Blatt
Montag. 5. Zebruar 1940
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Sie Vrottarte kein Freibrief für Verschwendung
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Gestalt »erben zu lassen.
Erfolgreiche Reichsstraßensammlung.
1OOOOO Abzeichen für den Kreis Wetterau.
auf „Schistiefel" lauten.
Ausgesprochene Turn- und Sporthemden und Turn- und Sporthosen sowie Sportstutzen dürfen nur auf Bezugschein bezogen werden. Dieser wird nur erteilt, wenn die Bestätigung durch einen dem NSRL. angeschlossenen Verein vorliegt. Tennishemden, Schihemden u. ä. werden jedoch auf die Kleiderkarte verabfolgt. Bei den auf Bezugscheinen beziehbaren Sporthemden handelt es sich also nur um Hemden, die beispielsweise ein Leichtathlet oder ein Fußballer zur Ausübung seines Sports benötigt. Das gilt auch
Wilhelm von Scholz: Der Wettlauf mit dem Schatten.
Das ausverkaufte Haus dankte A-gnes Straub und ihrem Ensemble mit sich immer wiederholendem herzlichem Beifall. Fr. W. Lange.
„Frostige" Dichiergeschichien
Den Herrscher Ftvst, der mit unbarmherziger Hand selbst den Weltüberwinder überwindet und mit taufend Martern die Menschen quält, hat G o e t h e in dem Gedicht „Der Winter und Timur", diesem Spiegelbild des napoleonischen Schicksals in den Eisfeldern Rußlands, mit großartiger Wucht gemalt. Aber näher unserem heutigen Empfinden, selbst wenn wir so sehr unter seinem Szepter zu leiden haben wie dieses Jahr, und zumal näher dem Empfinden der Jugend steht das liebenswürdige Bild, das der Dichter von den winterlichen Freuden in den „Wanderjahren" gemalt, wenn sich auf den schimmernden Seen und Kanälen, die plötzlich zu verbindenden Straßen geworden, das ewig alte und ewig neue Liebesspiel entfaltet: „Scheiden und meinen, was sonst so schwer aufs Herz fällt, wird hier zum kleinen scherzhaften Frevel: man floh „sich, um sich einander augenblicks wieder zu finden."
Und ähnlich, bald jauchzend in unbekümmerter Jugendlust, bald gedämpft von früher Lebensnot klingt das Lied von der winterlichen Freude aus den Jugenderinnerungen so mancher unserer Dichter. In den Schneewäldern Rügens hat E r n ft M o r i tz Arndt das herrliche Wunder des Winters frühzeitig, wenn auch nicht leidlos erlebt. Von feinem jeder Verweichlichung feindlichen Vater wurde er auf stundenlangen Fahrten durch das frostftarrende Land mitgenommen, mußte an der Seite oder rückwärts am Schlitten aufhocken und, wenn er fror, absteigen und sich warm laufen. Auch hieß es stets bereit fein, herauszuspringen in den Schnee und die Schlagbäume zu öffnen, wenn man durch Dörfer und Koppeln kam. Besonders lebhaft hat sich eine nächtliche Schlittenfahrt dem Gedächtnis des Kmdes eingeprägt, bei der der Vater zum Scherz wiederholt umwarf, so daß der Zehnjährige, sich im Schnee um- und umkehrend, in allerunmittelbarste Berührung mit dem trotz aller Leiden so geliebten, abenteuerreichen Winter kam.
Aber strenger und doch großartiger hüt der
aufgeführt sind.
Punktpflichtig sind u.a. Knöchelfocken, Unverzreb- und Ueberziehsocken, Schisocken, Pullover und Stti'" westen, Unterziehwesten, Janker, Pullunder, Scho Windjacke und Windbluse, Ballonbluse, Anorak Kletterweste, Badehose (auch Dreieckhose), Trainingsanzug, Schianzug, Golf-, Reit-, Tennishose, bei Frauen auch Sportsöckchen, Hosenrock, Reithose und sonstige Oberhof en, Bademantel.
mit dem Schatten" selbst gesagt: „Der Entstehungsprozeß des Dramas wurde selbst Drama---
seine eigene Entstehung ist sein einziger Stoff/' Damit wird die Frage gleichgültig, ob der Dichter Wirklichkeit ober Symbol meint, das Drama kann als beides begriffen werden. Höchst geistvoll und, trotz einer gewissen Blässe des mystisch Irrealen, dank einer raffiniert virtuosen Handhabung der Bühnentechnik ungemein spannend und erregend, sucht Scholz den Prozeß dichterischen Hellsehens als eine Möglichkeit der Erklärung des Schöpfungsaktes einer Dichtung vor unseren Augen greifbare
_ . Hausfrauen find der irrtümlichen Ansicht, daß erfrorene Lebensmittel für den menschlichen Genuß nicht mehr geeignet sind. In Wirklichkeit lassen sich faßt alle derartigen Nahrungsmittel noch verwerten, wenn man sie nur sachgemäß behandelt. Dabei ist grundsätzlich zu beachten, daß man alle Lebensrnittel, die durch Frost gelitten haben, vor der weiteren Verarbeitung immer nur allmählich au staut. Man darf also Nicht etwa erfrorenes Obst oder Gemüse mit heißem Wasser übergießen, auf
die Herdplatte oder in die warme Röhre legen. Selbst im geheizten Zimmer dürfen gefrorene oder angefrorene Lebensmittel nicht auf getaut werden. Man legt sie statt dessen in kaltes Wasser und läßt sie langsam auf tauen.
Sind Kartoffeln stark gefroren, so müssen sie etwa 24 Stunden im Wasser liegen bleiben; durch dieses Verfahren wird der süßliche Geschmack der erfrorenen Kartoffeln anhaftet, meist wieder entfernt. Sollten die Kartoffeln jedoch so stark gelitten haben, daß sie trotz des langen Auftauens noch etwas süßlich schmecken, so kann man sie trotzdem noch sehr gut zu Puffern, Klößen, Äratoffelragout oder andern kräftig ab geschmeckten Gerichten verbrauchen.
Gemüse und Obst braucht nicht so lange im Wasser zu liegen. Das Au stau en dauert — je nach Art und Größe der einzelnen Gemüse- und Obstsorten und je nachdem, wie stark der Frost eingedrungen ist — zwei bis vier Stunden. Kleine rote Rüben, Aepfel und Möhren tauen natürlich schneller auf als ein großer Kohlkopf ober eine riesige Kohlrübe. Ob die Nahrungsmittel bereits ganz aufgetaut sind, probiert man am besten durch Einschneiden mit dem Messer. Alles auf diese Weise aufgetaute Obst und Gemüse wird dann weiter wie Frischgemüse verarbeitet. Aepfel wird man in den meisten Fällen noch roh genießen können.
Bei der Verwendung erfrorener Nahrungsmittel ist noch besonders zu beachten, daß sie nach dem Auftauen baldmöglichst verbraucht werden müssen. Handelt es sich um einen größeren Vorrat gefrorener Kartoffeln, Aepfel ober sonstiger Vorräte, für deren sofortige Verwendung kein Bedarf besteht, so läßt man den Rest noch gefroren liegen und bedeckt ihn eventuell, um ein stärkeres Eindringen des Frostes zu verhüten, mit Matten, altert Tüchern, Lagen Zeitungspapier, Säcken ober dergleichen.
Daß man gefrorenes Fleisch und gefrorene Fischs nach dem Auftauen, das gleichfalls in kaltem Wasser geschieht, ebenso wie frische Ware verwenden! kann, dürfte allgemein bekannt fein.
Zusammenfassend sei nochmals darauf aufmerk-, sam gemacht, daß man bei der Verwendung gefrorener Nahrungsmittel vor allem zwei Dinge beachten muß: langsam austauen lassen und sobald wie möglich verbrauchen!
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** Ehejubiläum. Am morgigen Dienstag» 6. Februar, können der Reichsbahnzugführer Friedrich Nikolai und Frau Margarethe, geb. Weimer^ Neustadt 32, das Fest der silbernen Hochzeit feierm Wir beglückwünschen herzlich.
** Sterb esälle in Gießen. Es verstorben in Gießen: 16. 1. Heinrich Luch. Fuhrmann, 76
Aus der Stadt Gießen.
Asche tuts auch!
Die Reinigung und das Bestreuen der Gehsteige gehört sowohl als eine Angelegenheit der öffentlichen Ordnung zum Polizeirecht, wie infolge der Gefährdung einer Einzelperson zum Zivil- ober bürgerlichen Recht. Also aufgepaßt! Es kann, wenn der Bütgersteig nicht gereinigt unb bei Glätte mit abftumpfenben Mitteln bestreut ist, nicht allein eine Polizeiftrafe geben, sondern es können unter Umständen recht weitgehende und schwer erträgliche zivilrechtliche Forderungen gestellt werden, die sich für den schuldigen Teil zu einer schweren Last auswachsen können. Unter Umständen ist es mit . Schmerzensgeld und Krankheitskosten nicht ausge- ftan'ben, sondern es muß auch eine dauernde Rente gezahlt werden, wenn jemand infolge Vernachlässigung der Gehsteige verunglückt und dabei zu dauernden Schaden kommt.
Als Kläger kann nicht allein die Person auftreten, die den körperlichen Schaden unmittelbar er- litten hat, sondern auch die öffentliche oder private Versicherungsanstalt, die auf Grund des Schadens in Anspruch genommen wurde und also mittelbar geschädigt ist. Schadenersatzansprüche infolge Äusgl eiten s ober eines Falles haben selbst dann die Gerichte beschäftigt, wenn es sich nicht um eine so offensichtliche und akute Gefahr wie Glatteis oder schlüpfrigen Schnee handelte, sonder „nur" um feuchtes Laub, auf dem ein Pechvogel aus rutschte unb sich ben Arm ober den Fuß brach.
Hausbesitzer und Hauswarte, die die Gehsteige in Ordnung halten müssen, verrichten dabei eine Arbeit, die sicherlich nicht zu den Annehmlichkeiten ihres Lebens gehört. Und heute weniger denn je, wo die meisten Menschen durch ihre berufliche Arbeit stark in Anspruch genommen werden. Das ist vollkommen richtig, aber es hilft nichts. Und derselbe Hausbesitzer ober Hauswart, der lieber noch eins Viertelstunde im Bette liegen würde, als Eis zu hacken ober Sand zu streuen, wäre doch — Hanb aufs Herz! — nicht faul mit der Erhebung von Ersatzansprüchen, wenn i h m ein solches peinliches Mißgeschick auf dem Gehsteig seines Nachbarn passierte.
Also: die Kirche muß schon im Dorfe bleiben! Unb Streumaterial gibt es. Es braucht nicht gerade feiner Sand ober körniger Kies zu fein; die Asche, die in jedem Haushalte anfällt, genügt vollkommen zur Abwendung der bösen Folgen einer Lässigkeit, [wie — wenn es gerade so trifft — sehr kostspielig werden kann.
Sport und Bezugschein- bzw. Kleiderkartenpflicht.
Schistiefel sind bezugscheinpflichtig. Bezugscheine, die nur auf „Schuhe", „Straßenschuhe" usw. ausgestellt wurden, berechtigen nicht zum Bezüge von Schi- ftiefeln, vielmehr muß der Bezugschein ausdrücklich
Agnes Straub nun hat sich mit der souveränen Kraft der aus Eigenem schaffenden unb formenden großen Schauspielerin des Stuckes m einer Weife bemächtigt, die die Blicke von dem Problem der Untergründe des Entstehens einer Dichtung ganz auf die Tragödie dreier Menschen lenkt Sie appelliert nicht mehr an unseren Intellekt, sondern an unser Herz. Ihre Berta oerteibigt bas blutvolle Leben, die menschliche Würde gegen bas eiskalte Experiment. Mit dem feinen Impuls des Weibes spurt sie die Gefahr für ihren inneren Frieden, für ihr Zusammenleben mit dem geliebten Manne, wenn dieser die gläserne Scheidewand durchstößt, die für ihn Roman und Wirklichkeit wohltätig trennt. Sie will diese ihr unheimlichen Verknüpfungen zerreißen unb sucht in dem einstigen Geliebten emen Verbündeten. Aber alles ist vergebens, das Schicksal vollendet sich.
Frau Straubs Berta steht vom Augenblick ihres ersten Aufttetens an unter einer ungeheuren inneren Spannung. Aber ihr Ringen nut bem Gatten um ein Menschenleben legt ihr äußerte Verhalten- beit auf Wir spüren ihren inneren Kampf m Den iparfamen Gesten der linken Hand, in dein de- herrtoten Spiel der Augen zwilchen strahlendem Leuchten und angstvollem Flackern, in der die ganze Skala leelstcher Bereiche m,t einer mrchlchen Dto dulatwnchähizkert wiedergebenden Stimme, und wir wissen, hier spielt eine große Tragodm ganz aus dem tiefen fraulichen Gefuhst das sich bis zum äußersten dagegen sträubt, em Menschenschicksal zu einem Bersuchsobsekt zu erniedrigen. Von ihrer
Dank der Erfolge der Erzeugungsschlacht unb der vorsorglichen Dorratswirtschaft des Reichsnährstandes verfügen wir über eine gesicherte Brotversorgung, die es uns ermöglicht, die Brot- unb Mehlrationen für bie Bevölkerung sehr reichlich zu bemessen. Aus diesem Grunde gibt es eine ganze Reihe von Verbrauchern, die beim besten Willen nicht die Brotmengen aufessen können, die sie auf Grund der Brotkarten erhalten. Diese reichliche Zumessung darf aber keineswegs dazu führen, daß mit dem Brote verschwenderisch und achtlos um- gegangen wird. Die Brotkarte darf unter keinen Umständen als ein Freibrief für Verschwendung angesehen werben. Das darf schon deshalb nicht geschehen, weil Brot das Ergebnis harter und schwerer Bauernarbeit darstellt.
Leider ist die Erkenntnis, daß Brot gerade in Kriegszeiten befonbers sorgfältig behandelt und geachtet werden muß, noch nicht restlos Allgemeingut aller Verbraucher. Sonst wäre es unmöglich, baß sich immer wieber in den Abfalleimern verschimmelte unb vertrocknete Brotreste finden. Besonders nach Festtagen läßt sich häufig die Beobachtung machen, daß Brotreste, ja sogar trockener Kuchen, in größeren Mengen fortgeworfen werden. So hat man z. B. bei der Berliner Müllbeseitigungsgesellschaft die Feststellung gemacht, daß zu gewissen Zeiten die Brotteste in den Abfalleimern in erheblichem Maße zugenommen haben. Sicherlich handeln dabei viele Verbraucher durchaus nicht böswillig und glauben, daß bas Brot, bas in die Abfalleimer gelangt, nicht restlos verloren ist, weil es durch die NSV. dem Ernährungshilfswerk zugeführt wird. Dabei vergißt man leider, daß das Brot ausschließlich der menschlichen Ernährung
trotz unleugbarer Spannungsmomente schemenhaft, ten Schauspiel „Der Wettlauf mit dem Schatten den Versuch, das Wunder des dichterischen 'Schöpfungsaktes zu erhellen. Ihm genügt zur Erklärung nicht Intuition und Phantasie Sem Dr. Martins, der an einem Roman arbeitet, sagt: ,,-öch nahm an, daß wir Dichter nichts anderes sind als Träumer, Phantasten, Fabulierer. Unb hier plötzlich zeigt sich die Möglichkeit, daß wir vielleicht nicht weniger sind als das, sondern Seismographen von Schicksalen." Scholz versteht das nicht etwa so, als ob der Dichter seinen Stoff aus dem Leben nimmt, sondern eine imaginäre, übersinnliche Macht Diktiert gleichsam dem Dichter das Werk. Er steht unter dem Zwang unfaßbarer Kräfte, die ihn mit Jemen Geschöpfen verbinden und ihn bestimmen, diese jo unb nicht anders handeln zu läffen. Sein freier Wille, seine dichterische Gestaltungskraft ist ausgeschaltet. Hinter ihm steht eine untergrunbige Macht Me Hm ist- Feder führt. Dem Dr. Martins wird dies erst ganz bewußt, als eine Gestalt seines Romans, ihm selbst bis dahin völlig unbekannt, leibhaftig vor ihn hinttitt und Rechenschaft fordert über die Beziehungen, die zwischen dem Menschen aus Fleisch und Blut und der Gestalt des Romans bestechen. Hier stellt sich dem Dr. Martins die Frage, „ob dichten nichts anderes ist, als auf unbekannten geheimen Wegen eindringen in die Schicksale an«
Es war eine originelle Idee zu nennen, für die jüngste Reichsstraßenjammlung des Kriegs-Winterhilfswerkes 1939/40 die unsterblichen Figuren von Wilhelm Busch in Miniatur Auferstehung feiern zu lassen. Diese gute Idee hat auch ein lebhaftes Echo gefunden! Jedermann wollte mindestens eine dieser hübschen Figuren haben und viele haben auch bas größere Opfer nicht gescheut, unb bie ganze Serie zu erwerben: 12 Stück = 2,40 RM.!
Die SA., die ff, NSKK. und NSFK. sorgten mit gewohntem Eifer dafür, daß die hübschen Ton- figuren unter bie Leute kamen. Schon am Freitagabend wurden die Abzeichen in Gaststätten angeboten. Am Samstagnachmittag aber schwärmten die Männer im Braunhemd zu einem Großangriff auf die Geldbeutel der Volksgenossen aus, die zu ihren Einkäufen in bie Stadt unterwegs waren. Je zwei
stillen Einsamkeit des Gebirges, ohne die starke Vaterhand in feiner Nähe, ber Waldbauernbub Rosegger den Herrscher Winter kennengelernt, „als er Christtagsfreude holen ging". Mit einem Stecken, einer Laterne unb einem großen Sack aus, gerüstet, so schritt der Knabe hinaus in die wunderschöne, aber grausam finstere Nacht, um die zum Festmahl notwendigen Weihnachtseinkäufe für die Familie im fern gelegenen Ort zu machen und noch an dem gleichen kurzen Wintertag mit feiner schwer ren Last heimzukehren. Durch weite Bergwälder geht der Weg, in denen dichte graue Nebel zwischen den schneebelasteten Bäumen hängen, der glitschige Boden jeden Schritt wieder ein Stückchen zurück-- rutschen läßt unb wo gar noch böse Menschen ihm die so schwer errungenen Schätze rauben wollen. Bis er bann doch bei sinkender Dämmerung heimfindet, wo ihn die Begrüßung: „Brav bist. Und hungrig wirst sein", alle Mühsal, nicht aber die Schönheit der winterlichen Wanderung vergessen läßt.
„Winterzeit — Schlittschuhzeit! Ein großes Fest!" So hat in überquellendem Erinnerungsglück, fast zwei Menschenalter von jenen seligen Kindheitstagen getrennt, Sudermann in dem „Bilderbuch meiner Jugend" das hohe Preislied des ost- preußischen Winters erklingen lassen. Und wie hat er alle seine Freuden in ungehemmter Freiheit zu genießen gewußt! „Wenn bie Kälte unter 20 Grad Reaumur hinabsank, bann mußten wir zuhause bleiben, und das kostete Tränen genug. Aber sonst war uns volle Willkür gegönnt. Nur dem Einbrechen stand man von elterlicher Seite mit ausgesprochener Abneigung gegenüber, und tarnen wir mit nassen Kleidern heim, so setzte es Haue." Darum wurden auch die Zeugen eines solchen Unfalls vor der Heimkehr erst an einem Baume sorgsam getrocknet, wenn sie sich diesem Heilmittel nicht durch Steifftieren schnöde widersetzten und so zum Verräter wurden. Und dann diese wundervollen Schlittschuhfahrten hinaus ins weite Land, von denen der Dichter ein .farbenfrohes, leuchtendes Bild entwirft! Wenn zur Zeit der ersten Schneeschmelze noch einmal ein kurzer Frost Eintritt, dann bedecken sich die weiten Wasserflächen auf den überschwemmten Wiesen wiederum mit einer leichten Eisschicht, „die so glasklar unb durchsichtig ist, daß man nichts von ihr gewahrt, selbst wenn man dicht über ihr dahinfährt. Wäre das Klingen unb Klirren nicht, mit denen bie Schlittschuhe das Eis durchfchneiden, man würde des Glaubens fein, erbentbunben durch die Lüfte zu schweben. Und schließlich glaubt man es wirklich." Und so ging es hinaus, hinaus auf den großen Strom, der sonst sagenhaft fern lag. „Das Eis erklang, die Riffe donnerten, und so flog man hinein in die Lichtwelt. Bis sie anfing, sich purpurn zu färben und der blaffe Märzmond plötzlich am Hünmel stand." & K»
Mattins ahnt nicht, daß der Fremde^ dessen Schicksal er auf eine so geheimnisvolle Art ZU gestalten begonnen hat, in der Vergangenheit seiner Frau eine Rolle gespielt hat. Er will dies Schick- sal weiter „aufschreiben" und wird nun beobachten, wieweit die Wirklichkeit Des Lebens den Fortgang seines Romans bestätigen mirb.So beginnt nun der „Wettlauf mit dem Schatten . Was der Dichter m Der Zurückgezogenheit seines Landhauses n - schreibt, ereignet sich zur gleichen 3*^ in ™ keit fern von ihm in feiner Stadtwohnung. Nach seiner Rückkehr schildert er, wie seltsam beim Schreiben die Sache „so beängstigend wirkllch wurde. Er spürt die Gefahr, die aus seinem Roman für fein eigenes Leben erwächst, aber es steh ch in feiner Macht, -in- Welt zu vernichten, die iH „__________„
Ahm ist bewußt geworden, daß feine Dichtung emi n @efta[t strömte Blut und
parallel mit der Wirklichkeit ging, und er hat das Yon, l W unheimlich mystische und wirklich-
G-fühl, nicht nur zu wissen, «andern zu 6pW dreier Mensche
stimmen, wie es wtttergcheu soll. Lamtt regn neuspa. e
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bei Sporthosen von denen sogenannte Shorts als! Mütter hatten insbesondere den Chrgerz, ihren Km- punktpflichtig chon auf ber Kleiberkarte gesondert b:rn die beiden dosen Buben mit nach Hause zu p - ■ । bringen. Die jungen Manner entschieden sich mehr
"ür die fromme Helene und für bie schöne Adele. Auch die Witwe Bolte, der die bösen Buben, wie wohl jedermann weiß, das Leid nfit ihren Hühnern und dem Hahn angetan hatten, war viel gefragt. Die jungen Mädchen waren mehr für den Maler Klecksel. Auch der originelle Schneider Böck gefiel gut. Nur der Herr Knopp blieb etwas lange in ben Schachteln der Sammler liegen und wurde erst
Sammler wurden mit 200 Abzeichen aus gestattet und kaum, daß sie bie Türe des Ausgabelokals hinter sich geschlossen hatten, waren sie auch schon von Käufern umringt, die sich unter allen Umständen das Paar der bösen Buben, Max und Moritz, sichern wollten. So war es auch nicht wei- - verwunderlich, baß gerade diese beiden belieb= v ?n Figuren schnell vergriffen waren. Väter und
bienen soll, unb baß es gerabezu einer Umgehung Des Derfütterungsverbots für Brotgetreide gleich- kommt, wenn Brot zu Viehfutter herabgewürdigt wirb.
In einem gut geführten unb sparsamen Haushalt sollte überhaupt kein Brot umkommen, ober fortgeworfen werben. Wenn Brot vertrocknet ober schimmlig wirb, so ist bas lebiglich ein Zeichen dafür, daß es unsachgemäß aufbewahrt würbe. Unb wenn wirklich einmal ein Brotrest etwas hart wirb, so braucht man ihn noch längst nicht in ben Abfalleimer zu werfen; aus Brottesten lassen sich viele schmackhafte unb gesunde Speisen, wie Brotsuppen ober Brotpubbings unb vieles anbere heih stellen. Außerdem sollte man es sich auch zur Regel machen, nie mehr Brot im Hause zu halten oder abzuschneiden, als wirklich verbraucht wird. Ganz falsch ist es natürlich, auf jeben Fall die Brotkarte erftlos auszunutzen, ohne Rücksicht darauf, ob wirklich soviel gegessen wird. Die überzähligen Brotkarten soll man vielmehr der NSV. rechtzeitig zur Verfügung stellen, damit diese Marken an Volksgenossen weitergegeben werden können, die einen besonders großen Brotverbrauch haben.
Sehr notwendig ist es auch, daß wir unsere Kinder noch mehr zur Achtung vor dem Brote erziehen und ihnen einprägen, daß sie ein großes Unrecht begehen, wenn sie in ber Schule nicht aufgegessenes Frühstücksrot fortwerfen. Gerabe in den Papierkörben der Schulen werden nämlich immer noch sehr viel Brotreste gefunden. Die Jugend muß ganz besonders dazu angehalten werden, Brot als kostbares Volksgut zu ehren, bas nicht verschwendet unb mißachtet werben darf.
Bornotizen.
Tageskalender für Montag.
Populärwissenschaftlicher Vortrag ber Universität: 20.15 Uhr Professor Dr. Ullrich über „Kulturgeschichte ber Mathematik". — Stadttheater: 20 bis 22.15: „Der müde Theodor". — Gloria-Palast, Sel- tersmeg: „Dein Leben gehört mir". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ehe in Dosen".
Stablkhealer Gießen.
Am heutigen Abend wird der Schwank von Neal und Ferner „Der müde Theodor" wiederholt. Spielleitung Hans Geißler. Bühnenbild Karl Löffler. Die Titelrolle spielt Hilmar Manders. Außer Miete!
Die Behandlung gefrorener Lebensmittel.
verkauft, als nichts anderes mehr zu greifen war. Insgesamt konnte aber festgestellt werden, daß sich die hübschen Figuren einer allgemeinen Sympathie erfreuten.
In den Abendstunden wurden von den Männern im Braunhemd noch die Gaststätten unserer Stadt aufgesucht und dabei noch manche Möglichkeit wahrgenommen, die charakteristische rote Büchse zu füllen. Sehr beliebt war wieder die amerikanische Versteigerung von ganzen Seri-en der Figuren und dabei wurden besonders stattliche Erträge erzielt, ohne daß den beteiligten Spender im einzelnen ein allzugroßes Opfer auferiegt worden wäre. So wurde für manche Reihe nicht nur 2,40 RM., sondern 5,— bis 6,—, ja sogar bis 8 RM. unb darüber eingenommen.
In den Ortsgruppen-Geschäftsstellen Hub schon in den frühen Abendstunden und nach dem (Eintreffen der ersten Sammler ein eifriges Geldzählen an. Die meisten der Sammler hatten einen größeren Bettag in .ihren Püchsen, als es ber Summe der verkauften Abzeichen entsprochen hätte. Diese Tatsache bewies nicht nur die Einsatzbereitschaft der Kameraden in ben Gliederungen, sondern auch die unermüdliche Opferbereitschaft unserer Volksgenossen. Sicherlich ist auch auf bem Lande — die Meldungen liegen allerdings noch nicht alle vor — ein gutes Ergebnis erzielt worden.
Für den Kreis Wetterau standen diesmal nicht weniger als 100 000 Abzeichen zur Verfügung. Das bedeutet also, gegenüber früheren Straßensammlungen, daß etwa 30 000 Abzeichen mehr zu verkaufen waren als sonst. Wenn auch die Meldungen der einzelnen Ortsgruppen noch nicht vorliegen können, so ist doch damit zu rechnen, daß wohl alle Abzeichen verkauft werden konnten.
Don ihren Partnern hatte Hans Kettler die dankbarere Rolle des mit wahrer Besessenheit seinem Problem nachspürenden Dichters, er spielte sie mit einer selbstverständlichen legeren Natürlichkeit, die diesem kühlen Experimentator fast sympathische Züge gab. Den Fremden Herbert Klatts hätte man sich eine Idee weicher, zwiespältiger zwischen Haß und Liebe denken tonnen.
" ~ sich Objekt in Subjekt, die Dichtung bestimmt die
Agne« Straub im Stadltheater. «KI.WÄS-Ä eisiger Unerbittlichkeit drückt er ihm den Revolver in die Hand. Das Leben ist in die Dichtung einge- brochen, und nun stürzt sie sich zurück ins Leben.


