Ausgabe 
4.5.1940
 
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Gietzener Anzeiger

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panikartige Flucht aus Namsos.

Auch -er zweite Landeplah von den Engländern geräumt.

Kopenhagen. 3. 2Hai. (Europapreß.) Wie aus Stockholm gemeldet wird, ziehen sich die Trup. pen der Wesimächle in panikartiger Flucht aus Namsos zurück. Wie es heißt, find die hier versammelten englischen, Streitkräfte in der letzten Nacht stark von den deutschen Truppen bedrängt worden, verschiedene Kriegsschiffe und Transportschiffe liefen in den

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Diese neue Lagekarte zu den Berichten des Ober­kommandos der Wehrmacht verzeichnet alle bis einschließlich 3. Mai genannten Orte.

(Scherl-Bilderdienst-M.)

frühen Morgenstunden des Freitags in den Nam- fos-Fjord ein, um die englisch-französischen Trup­pen zu retten. Wie es heißt, haben die Westmächte den größten Teil des wertvollen Kriegsmaterials I Flugabwehrgeschühe modernster Art, Waffen, Munition und schwere Artillerie zurücklas- s e n müssen. Die Franzosen hätten mit der Flucht bereits in der Nacht auf Donnerstag begonnen, schreibt »Aflonbladet", während die Engländer am Donnerstagabend folgten. Die Einschiffung der Truppen gestaltete sich sehr schwierig, da Namsos und die Hafenanlagen durch die deutschen Luftangriffe in Mitleidenschaft gezogen wur­den. Weiter schreibtAftonbladet", daß unter den Norwegern eine recht mißmutige Stimmung über den Rückzug der Westmächte herrsche.

Inzwischen verlautet, daß sich der grüßte Teil der englischen Kriegs- und Transportschiffe nicht nach N-srden wie in London behauptet wird sondern schnellstens in die englischen Ge­wässer zurückbegibt. Line Anzahl der englischen Schiffe ist mit großen roten Kreuzen versehen, woraus hervorgeht, daß die Engländer zahl­reiche Verwundete und Tote haben und sich der Abzug der Truppen aus den wichtigen Landeplähen Andalsnes und Namsos nicht so rei­bungslos vollzogen hat, wie man behauptet.

Kapitulation her norwegischen Truppen im Abschnitt Namsos.

Stockholm,^ Mai. (DHB.-Suntfprud).) Aach einer hier vorliegenden Meldung hat der norwegische Befehlshaber von Nord-Troendelag (Abschnitt Nam­sos) die Lage der norwegischen Truppen in diesem Abschnitt infolge der Zurückziehung der englisch- französischen Truppen aus Namsos als unhalt­bar bezeichnet und den deutschen Truppen seine Kapitulation angeboten.

Bor Narvik.

Stockholms. Mai. (Europapreß.) Aus Kiruna wird am Freitag gemeldet, daß alle Kriegshand­lungen in der Gegend von Narvik durch st a r k e n Schneefall und Vereisung sehr erschwert wurden, Harstad, wo sich englische Seestreitkräfte befinden, soll erneut einem deutschen Lust- an griff ausgesetzt gewesen sein.

Fortschreitende Vefriedungs- aktion in Norwegen.

Der Wehrmachtsbericht vom Freitag.

Berlin, 3.Mai. (DNV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Nachdem die letzten britischen Truppen das Ge­biet von Andalsnes geräumt haben und die Stadt selbst sich in deutscher Hand befindet, schreitet die Befriedungsaktion m ganz Norwegen schnell fort. Die Demo biil- yrachung norwegischer Truppen in Wesi- Norrvegea im SgM. MljgW SixeifWei-

lungen wird nur noch an einzelnen Stellen von versprengten norwegischen Einheiten, die ohne Kenntnis der Gesamtlage sind. Widerstand geleistet. Nördlich D r o n t h e i m verhielt sich der Feind ruhig. 3m Gelände nördlich und südwestlich von Narvik schieben sich feindliche Kräfte langsam gegen unsere Stellungen heran. Angriffe wurden durch die deutschen Sicherungen abgewiesen.

Deutsche Seestreitkräfte haben bei erfolgreicher Fortsetzung der U-Boot-3agd im Skager­rak zwei weitere feindliche U-Voote vernichtet. Wie schon durch eine Sondermeldung bekanntgegeben, gelang es der Luftwaffe am 1.5. einen feind­lichen Flottenverband z u zerspren­gen, wobei mit Sicherheit ein Flugzeug­träger und ein Zerstörer, wahrscheinlich noch ein zweiter Flugzeugträger durch Bomben mittleren Kalibers getroffen und zwei feind­liche Jagdflugzeuge abgeschossen wurden.

Am 2.5. griff die Luftwaffe wiederum feindliche Seestreitkräfte an. Ein Kreuzer wurde durch

Stockholm, 3. Mai. (DNB.) Die Stockholmer Polizei entdeckte in einem Keller, der von einem englischen Staatsangehörigen Alfred Frederic Nick­man gemietet worden war, ein riesiges Lager von Brandbomben, Minen und anderem Sprengmaterial. Es dürfte kein Zweifel darüber sein, daß dieses Spreng­material für Sabotagezwecke bestimmt war. In der Wohnung des Nickman wurden sechs große Koffer mit Spreng st off entdeckt. Mit Nickman wurden dessen schwedische Sekretärin Elsa Johansson sowie mehrere andere Personen verhaftet, wegen Verdachtes der Sprengstofssabo- tage. Die Verhafteten hatten vor kurzem verschie­dene Plötze in Schweden aufgesucht, um dort Sprengstoffattentate vorzunehmen. Sie mußten je­doch ihre Pläne aufgeben, da diese Plätze scharf bewacht wurden. Es handelt sich demnach offen­sichtlich um Plätze, die von höch ster militä­rischer und wirtschaftlicher Bedeu« tung für Schweden sind, da im Rahmen der schwedischen Neutralitäts-Sicherheitsmaßnahmen nur

Amsterdam, 4. Mai. (Europapreß.) Aus Alexandrien wird die Ankunft eines starken britisch-französischen Geschwaders gemeldet. Es dürfte sich um die Großkampfschiff-Einheiten nebst Kreuzern und Hilfsfahrzeugen der Westmächte han­deln, deren Entsendung ins östliche Mittelmeer Chamberlain am Donnerstag im Unterhaus be­kanntgegeben hatte. Alexandrien befinde sich in einem Stadium vollkommener Bereitschaft. Küsten- und Flakbatterien seien bemannt. In der Armee und in der Polizei herrsche Urlaubssperre. Die Kon- Zentrierung der britischen Mittelmeerflotte in Alexandrien hat in ganz Aegypten eine wahre Kriegspanik ausgelöst, insbesondere auch der Abbruch der englischen Wüstenmanöver südlich Kairos und der Abtransport der hieran beteiligt ge­wesenen Truppenteile an die ägyptische Westgrenze. Ebenso wie die Einfahrt in den Hafen von Alexan­drien wird die Schiffahrt am Suezkanal schärfsten Kontrollmahnahmen unterworfen.

Diese Nachrichten aus Aegypten sowie andere be­unruhigende Meldungen aus Palästina und dem Irak haben in der Türkei erhebliche Sorgen und Befürchtungen hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Dinge hervorgerufen. Weiter werden t ür- kischeTruppenbeweg ungen auf dem Fest- land an der Küste gegenüber bcm Holient» schen Dodekanes gemeldet. Reuter meldet, daß die Feststellungen Chamberlains, die alliierte Flotte befinde sich zur Zeit im östlichen Mittelmeer auf dem Wege nach Alexandria, in der Türkeifreu­dig willkommen geheißen" werde und die Türkei ihren Verpflichtungen nachkommen werde, die sie gegenüber den Alliierten übernommen habe.

Der englische Botschafter in Ankara, H u g h e - son, ist in einerbesonderen Mission" am Don­nerstagnachmittag in Sofia eingetroffen. Der Be­such soll mit der Lage im Mittelmeer im Zusam­menhang stehen. In der bulgarischen Presse wird von einer ereignisreichen Entwicklung im Mittel­meer gesprochen. DerMir" vertritt die Ansicht, der Ausgang des Krieges in Skandinavien fei für den Enderfolg der Auseinandersetzung zwilchen den Deutschen und Alliierten von entscheidender Be­deutung Die Westmächte müßten sich nach einem anderen Kriegsschauplatz umsehen, wenn sie eine Vernichtung des Gegners erzielen wollten

Der Londoner Rundfunk meldet aus B u k a r e ft, daß im Zusammenhang mit den durch Chamberlain angekündigten Kriegsausweitungsplanen eine neue Hochflut von Kriegsgerichten in Buka­rest entstand. Unter anderem sott Rumänien von England davor gewarnt worden sein, daß eine dMche NM« NM BuWMM W bMorjteht.

zwei Volltreffer auf das Vorschiff schwer beschä­digt. Die Bombenwirkung auf einem zweiten Kreuzer konnte wegen Nebel nicht im einzelnen beobachtet werden. Lin größeres Transportschiff wurde durch zwei Volltreffer mittleren Kalibers versenkt. Einige Flugplätze in Norwegen und Däne­mark wurden erfolglos von den Briten mit Bom­ben angegriffen.

An der Destfront keine besonderen Ereignisse.

6000 Offiziersanwärter vor ihrem Obersten Befehlshaber. Berlin, Z. Mai. (BJtB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber hatte am Freitag über 6 0 0 0 junge Offiziers- und Führer­anwärter des Heeres, der Luftwaffe und der öaffen-ff im Sportpalast versammelt. 3n eindrucksvoller Ansprache stellte der Führer seinen jungen Kameraden die Ausgabe, die sie an der Front im Kampf um Sein ober Nichtsein unseres Volkes zu erfüllen haben. Generalfeldmarschall G ö - ring beschloß den Appell mit einem Sieg-Heil auf den Führer. Die jungen Soldaten zeigten durch ihre begeisterten Heilrufe daß sie ihren Obersten Befehls­haber verstanden haben.

solche Plätze unter verschärfte Bewachung gestellt worden sind.

Wie man erfährt, ist Rickman er st Mitte Ok­tober vorigen Jahres nach Stockholm ge­kommen, wahrscheinlich direkt aus England. Er hat sich in einem Hause in einem der modernen Stock- holmer Wohnviertel eingemietet. Da er die schwe­dische Sprache nicht beherrschte, engagierte er sich eine Sekretärin und einen Dolmetscher. Es ist nicht bekannt geworden, daß sich Rickman, der sich als Direktor bezeichnete, in irgendeiner der größeren Firmen in Stockholm betätigte. Offenbar hat er die erste Zeit seines Aufenthaltes in Stockholm dazu benutzt, um genaue Erkundungen über die in seinem Aufgabenbereich liegenden Angelegen­heiten einzuzteyen. Um nicht aufzufallen, hat er jegliche Reisetätigkeit vermieden. Erst im Februar dieses Jahres hat er, wie festgestellt wurde, eine Reise aus Stockholm unternommen, über deren Ziel jedoch nichts bekanntgegeben wird. Auch in dem Miethause, in dem Rickman wohnte, ist über sein Leben und die Art seiner Tätigkeit außer­ordentlich wenig zu erfahren.

Auch Athen steht ganz unter dem Eindruck des englischen Rückzuges in Skandinavien und der Er­klärungen Chamberlains, die in der griechischen Oefsentlichkeit starke Unruhe ausgelöst haben. Die Bemühungen der Westmächte, die Fahrt eng­lischer Kriegsschiffverbände nach Aegypten als mög­lichst harmlos hinzustellen, beweisen nach Ansicht griechischer Kreise deutlich, daß das Mittelmeer nun wieder in das Zentrum militärischer Spekulationen gerückt ist. Meldungen übpr amerikanische Schritte in Rom, die der Erhaltung des Friedens im Mit­telmeer dienen sollen, werden hier mit Mißttauen ausgenommen.

In Athen weilten vor einigen Wochen Ver­treter der englischen Luftfahrtgesell­schaft, angeblich um über die Anlage zweier neuer Zivillufthäfen für eine neu einzurichtende Flugstrecke zu verhandeln. Sie unternahmen ausge- dehnte Geländefahrten durch ganz Griechenland. Einer der Teilnehmer soll in der Uniform eines englischen Offiziers gesehen worden sein, als er die britische Gesandtschaft in Athen verließ. Das Hotel Grand Bretagne ist der Mittelpunkt einer auffälligen Aktivität zuaereister Engländer, die anscheinend im besonderen Auftrag ihrer Regie­rung in Athen weilen. Nach Feststellungen der Polizei sind in den letzten drei Wochen in Athen und größeren griechischen Provinzstädten alle im Buchhandel oder im Straßenverkauf erhältlichen Landkarten und Meßtischblätter, in denen griechisches Gebiet kartographiert ist, von privater Seite auf gekauft worden. Die Polizei kam diesen merkwürdigen Käufen durch einen Zufall auf die Spur, als bei einem Engländer, der bei einem Autounfall in Saloniki verunglückte, 3 0 0 Karten von Griechenland und 50 Karten der Umgebung von Saloniki vorgefunden wurden. In Saloniki haben die Nachrichten von der Kon­zentration britischer Seestreitkräfte im östlichen Mittelmeer und besonders an der griechi­schen O st k ü st e starke Beunruhigung ausgelöst. Die Meldungen von dem Erscheinen großer briti­scher Flotteneinheiten wurden von griechischen Han­delsschiffen gegeben, die in Sichtweite der Kritischen Seestreitkräfte waren.

Die Einbuße an politischem und wirtschaftlichem Prestige, an militärischem Ansehen und publizisti­scher Glaubwürdigkeit, die sich die englischen Staats­männer durch ihre schwere Niederlage m Norwegen zuzogen, hat sie sofort auf neue Kriegsauswettungs- gebiete gelenkt. Es war bezeichnend. daß Chamber-

England sucht das nächfle Opfer.

Am Ende dieser Woche, die mit der vernichtenden moralischen Anklage des deutschen Weißbuches gegen die englischen Kriegsbrandstifter und Kriegs­ausweiter begann, steht leuchtend der deutsche Waffensieg in Norwegen. Es ist in den vergangenen Monaten auch in unserem Volk oft von einemmerkwürdigen" Krieg gesprochen wor­den, und manch einer hat vielleicht gedacht, daß in diesem Konflikt der deutsche Soldat nur eine Art Statistenrolle spielen werde. Heute erkennt auch der letzte Volksgenosse, daß nicht die guten Nerven und die diplomatischen Aktionen allein den Krieg ge­winnen können, sondern daß der kämpfende Soldat die letzte Entscheidung bringen muß und wird. Freilich ist auch das gewaltigste Schwert ohne Wert, wenn es nicht aus bestem Material von sorg­samer Arbeiterhand geschmiedet und von einem klugen Geist geführt wird. Der Politiker, der Ar­beiter und der Soldat, sie alle müssen zusammen eine unzertrennliche Werkgemeinschaft bilden, und es ist ivie ein geheimes Zeichen dieser Zusammen­gehörigkeit, daß gerade am 1. Mai, als wir in der Heimat den nationalen Feiertag des deutschen Volkes begingen, die deutschen Truppen in Nor­wegen in unaufhaltsamen Angriffen die Katastrophe des englischen Expeditionsunternehmens vorbereite­ten. ,Hch bin stolz auf Euch. Die Nation spricht Euch durch mich ihren Dank aus", so hieß es in dem Tagesbefehl, den der Führer nach Herstellung der strategisch entscheidenden Landverbindung zwischen Oslo und Drontheim an seine Soldaten erließ.Das deutsche Volk ist stolz auf seine Schaffenden", so rief der Stellvertreter des Führers aus, als er am 1. Mai von der Essener Wafenschmiede aus den Kampf des neuen sozialistischen Reiches gegen die Weltplutokratie schilderte. Und während dem Ober­befehlshaber in Norwegen, General von Falken­horst, das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz als äußeres Zeichen der Anerkennung und unseres Dan­kes verliehen wurde, erhielten 98 neue Betriebe die Goldene Fahne als höchste Auszeichnung, die der deutsche Arbeitsstaat an seine Schaffenden zu ver­geben hat. Niemals zuvor ist eine so große Anzahl von Betrieben dekoriert worden. Auch diese Tat­sache beweist, daß der Krieg unsere Kräfte nicht ge­schwächt, sondern unsere Energien nur vervielfäl­tigt hat. Und weil das Gesetz des Krieges in uns waltet, deshalb sprechen auch bi e Waffen das letzte, entscheidende Wort.

Iain am Donnerstag im Unterhause bekanntgab, die englische Kriegsflotte habe durch den Rückzug aus Norweaen eine Verstärkung des alliierten Mittel- meergeschwaders erreicht, zwei Schlachtschiffe, einige Kreuzer und die üblichen Torpedoboote seien nach Alexandrien unterwegs. Die norwegische Niederlage Englands soll vergessen werden, deshalb putscht man in anderen Teilen der Welt, im Mittel­meer, die Anrainerstaaten auf und läßt sogar, als ob ein Krieg mit Italien unmittelbar bevorstände und der Suezkanal direkt bedroht sei, die englischen Handelsschiffe ihre Mittelmeerfahrt abbrechen und den Umweg um das südafrikanische Kap der Guten Hoffnung einschlagen. Unterstützt wird dieses Ma­növer der Plutokratenregierung durch eine Fülle alarmierender Nachrichten. Der Prinz­regent von Jugoslawien soll sich mit König Carol getroffen und den Rumänenkönig um Hilfe gegen Italien gebeten haben. Prompt wurde das von Bukarest dementiert. Ferner sollen sich türkische Truppen in Kleinasien gegenüber dem italienischen Dodekanes versammeln, um einenAngriff" abzu- wehren, während Aegypten sich ebenfalls militärisch auf eineVerteidigung" vorbereite.

Aber es ist durchaus nicht gesagt, daß die Suche Englands nach neuen Kriegsschauplätzen und wei­teren Opfern unter den Neutralen sich durchaus auf bas östliche Mittelmeer konzentrieren muß. Es ist ebenso gut möglich, daß es sich bei den englischen Andeutungen über das Mittelmeer lediglich um einen T a r n u n g s v e rsu ch hinsichtlich der eigent­lichen neuen Stoßrichtung handeln kann. Ja, man könnte fast gewisse Zweifel hegen, daß Enaland ausgerechnet in einem politisch und geographisch so schwierigen Gebiet wie in der östlichen Mittelmeer- hölfte ein neues Kampfgebiet suchen sollte, das im übrigen acht- bis zehnmal so weit entfernt von Ena­land ist wie der skandinavische Kampfplatz. Diese Zweifel scheinen eine gewisse Begründung in der Aeußerung des Ministers Kingsley Wood zu finden, der jetzt erklärte, daß britische Streitkräfte nicht in Aegypten ober Palästina seien, um irgend jemanden zu bedrohen. Ihre Gegenwart soll die guten Freunde in Aegypten und der Türkei stärken, und sie würden auch dazu bei­tragen, die Verbindungslinien des Imperiums zu garantieren. Daraus könnte man vielleicht schließen, baß diese Flottenkonzentration nur von sekundärer Bedeutung und zur strategischen Sicherung anderer Absichten dienen sott. In neutralen Kreisen sind be­reits zahlreiche Befürchtungen hinsichtlich eines neuen englischen Angriffs an anderer Stelle laut geworden. Wer also wird das nächste Opfer des englischen Krieges unter den Neutralen sein)

Englischer Sabotageplan in Schweden ansgedeckt

Großes Sprengstofflager aufgefunden. Englischer Agent und seine Helfershelfer verhaftet.

Es ist heute noch nicht möglich, das ganze Aus­maß der Niederlage zu erkennen, welche die West­mächte in Norwegen erlitten haben. Es sind ja nicht nur die großen Verluste an Menschenleben, an Kriegsmaterial und Vorräten, die Herr Churchill beklagen muß, sondern es ist vor allem die durch

England ans der Suche nach neuen Opfern.

Chamberlains Kriegsausweitungspläne erregen größte Beunruhigung im Balkan- und Mittelmeerraum.