Ausgabe 
4.1.1940
 
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Nr 3 Zweites Via«__________________Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Donnerstag. 4 Zanuar 1940

Aus dem Reiche der Frau.

Die Würde der Butter.

Von Hedwig Iorstreuther.

Das kleine Mädchen, dem die Mutter eine Puppe unter den Weihnachtsbaum legte, nimmt das Ge­schenk strahlend vor Glück in den Arm und hat für den Rest des Abends genug zu tun mit dem Betreuen ihres Kindchens. Sie zieht das Kleine a-us, legt es in die neu hergerichtete Wiege und singt es in Schlaf. Oder es schiebt den neuen Pup­penwagen mit dem flachsköpfigen rotwangigen In­halt fröhlich summend durch das Weihnachtszirn- mer. Mit einem Wort; es ist glücklich! So zeigen sich die ersten Regungen der Mütterlichkeit im Kinde und sie sind so stark, daß sie in dem kleinen Mäd­chen erwachen auch wenn man ihm feine Puppe schenkt. Dann behilft es sich mit einem Bauklotz oder einem Stück Holz, das es in ein Tuch wickelt, als Wiege wird eine umgedrehte Fußbank benutzt.

Dieser urewige Instinkt, Hilfloses zu lieben und zu betreuen, wird später von lebhafteren Spielen, von Schulsorgen und von Ablenkungen allerlei Ar­ten überwuchert, er erwacht wieder zum Leben, wenn das junge Mädchen den Mann kennen lernt, dem seine Liebe gehört. Mehr unbewußt als be­wußt vielleicht, aber in dieser Unbewuhtheit elemen­taren Gesetzen gehorchend, drängt sein ganzes Wesen zu dem Erwählten. In der Harmonie zwischen zwei vertrauten Herzen sieht der Liebende sich selbst aufs schönste bejaht, alle Dinge gewinnen tiefere Farben, die Welt erscheint beseelt und auch in dunklen schwierigen Verhältnissen leuchtet für Liebende immer noch ein Licht der Hoffnung. Sie können gar nicht anders als an eine gute Zukunft glauben, der Lebenswille in ihnen will es so! Aus diesem Willen zum Glück, aus diesem Glauben her­aus schenken sie einander ihr Vertrauen. Ein junges Menschenkind, das dann plötzlich aus seinem Glück heraus gerissen wird, weil die Wechselfälle des Lebens dazwischen treten, sieht sich zunächst in einer grenzenlosen Verlassenheit. Um wieviel mehr als sonst in friedlichen Zeiten- geschieht das jetzt im Kriege. Er nimmt das Leben des Mannes weg, der einem Mädchen alles bedeutete.

In solcher Lage schrieb eine unverheiratete junge Mutter in der Not ihres Herzens an Rudolf Heß, daß der Vater ihres Kindes in Polen fiel, bevor sie Gelegenheit hatten, die Ehe zu schließen. Die Antwort, die Rudolf Heß gab, vertritt den Standpunkt, den die nationalsozialistische Bewegung zu diesem Problem einnimmt und bringt zugleich eine grundsätzliche Regelung für alle jungen Mütter in der gleichen Lage. Die nationalsozialistische Be- wegung sieht in der Familie die Keimzelle des Vol­kes und hat für die Erhaltung der Familie und besonders für die Freude am Kinde viele entschei­dende Dinge getan. Im Kriege, der die Vernichtung so vieler wertvoller Menschenleben mit sich bringt, bekommt jedes junge werdende Leben eine beson­dere Bedeutung für die Nation. So ist es einleuch­tend und hoch zu begrüßen, daß alles geschieht, die­ses wertvolle Gut zu erhalten. Für ein Kind erb- gesunder junger Menschen, das geboren wurde, be­vor die Ehe hatte geschlossen werden können, wird so gesorgt werden, als sei die Ehe schon geschlossen gewesen. Dabei werden Bedenken zurückgestellt, die in normalen Zeiten gelten. Bei der Eintragung in das Standesamtsregister wird diesen Kindern zum Namen des Paters die Bezeichnung Kriegs­vater gefetzt werden und die Mutter erhält unter Beibehaltung ihres Mädchennamens die Bezeich­nung Frau.

Welche ungeheure seelische Hilfe damit den jungen Müttern gegeben wird, kann nur eine Frau er­messen. Denn die Lage einer unverheirateten jungen Mutter ist unaussprechlich schwer. Der Schmerz um den Verlorenen, der im Kriege fiel, wurde wohl milder durch die Hoffnung auf das Kind, aber in diese Freude mischte sich vergiftend die Angst vor der Zukunft, vor der Einsamkeit, der Nachrede der Leute und vor der wirtschaftlichen Not. Die seelische Einsamkeit kann niemand einem Menschen nehmen, der sein Liebstes verlor, er muß diese Schrecken selbst überwinden. Aber die anderen Hemmungen, Not und böse Nachrede, werden nun mit einer großherzigen Verfügung des Staates weggeräumt. Die junge mütterliche Frau steht gleichberechtigt neben anderen verheirateten Frauen, ihr Kind gilt nicht als unehelich, die wirtschaftlichen Sorgen wer­den ihr erleichtert, und sie darf sich dankbar und glücklich als Glied einer Natton fühlen, zu deren Zukunft sie durch das Dasein ihres gesunden Kin­des auch ihr Teil beitrug. Dieses Gefühl wird den jungen Müttern Kraft geben, auch ohne den Schutz des Mannes und Vaters ihr Kind aufzuziehen, als Erbe feiner guten Eigenschaften und als Fortsetzung seines Lebens.

dem Essen auf die ersehnte Ruhestunde zu verzich­ten, weil man die liegengebliebenen Arbeiten des Vormittags einholen möchte.

Wie aber ist es um diese Ruhestunde bestellt? Eine kluge und erfahrene Hausfrau, deren Familien­leben mir stets als Vorbild vorgeschwebt hat, er­zählte einmal, daß sie sich als junge Frau sehr oft Gewissensbisse über diese selbst genommene Ruhe­stunde gemacht habe, denn es wartete noch so viel Arbeit auf sie. Und dann sich hinzusetzen und ein Buch zu lesen, eine Handarbeit zu machen, spazie­ren zu gehen und was ihr gerade als Ruhe vor- schwebte? Erst ganz allmählich habe sie einsehen gelernt, daß diese mütterliche Ruhestunde zum Segen für die ganze Familie wurde. Nicht nur, daß sich Mann und Kinder angewöhnten, in dieser Zeit einmal mit ihren Sorgen zur Mutter zu kommen, über die man sonst nicht sprechen konnte, nicht nur, daß die Mutter selbst in dieser stillen Stunde neue Kräfte für den Tagesrest sammelte und durch ruhi­ges Nachdenken noch manches neue Erlebnis des Vormittags einzuordnen wußte. Diese Stunde, die allein der Mutter gehört, bedeutet noch viel mehr. Denn sie gibt ihr die Möglichkeit, einmal ganz den Alltag zu vergessen, all dem täglichen Kleinkram, der ja nun einmal auch in den großen und schwe­

ren Zeiten das Leben der Frau ausmacht, fernzu­rücken und damit sich zu entspannen und sich aus- zuruhen.

Ich habe nicht eine ganze Stunde Zeit am Tag für mich übrig!" werden manche Frauen einwenden, die sich in die freiwillige Hilfsarbeit der deutschen Frau eingespannt haben oder die den Mann mit vertreten müssen. Nun, denn streichen wir ruhig etwas von der Stunde ab, nehmen eine halbe, eine Viertelstunde, ja vielleicht nur zehn Minuten. Denn auch diese 10 Minuten können schon genügen, neue Kräfte und neuen Frohsinn zu geben und Abstand zu gewinnen zu all den kleinen unangenehmen Geschehnissen: eine kaputte Hose des Jungen, eine 5 im Diktat, ein böser Riß im Bettuch usw. Ja, vielleicht bringt diese Viertelstunde Ruhe sowie die neue und gute Idee, daß man in Zukunft ganz ein­fach den Haushaltsplan ein wenig umstellt und zwar gleich um 9 Uhr früh seine Besorgungen macht, wenn alle Läden noch leer sind, sodaß es eine Freude ist, einzukaufen.

Und wenn auf so schnelle Weise aus Hausfrauen­sorgen Hausfrauenfreuden werden ... sollte es sich doch wirklich lohnen, täglich ein wenig aus- zuruhen?! L. P.

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS

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Warme Blusen und Röcke, die auch be­sonders für sportliche Zwecke geeignet sind, haben wir heute skizziert.

So zeigt die Zeichnung in der Mitte einen leichtglockigen 6-Bahnenrock aus grauem Wollflanell mit angeschnittenen Taschen. Die dazugehörige Bluse mit den weiten Aermeln und der roten Blendenverzierung ist aus weißem Wollstoff.

Der Faltenrock links mit der Stepperei­

verzierung ist aus dunkelblauem, festem Mate­rial, die Bluse darüber in flotter, doppelrechig ge­knöpfter Hemdblusenform aus hellblauem Wollflanell.

Rechts der Rock mit der Falten bahn in der Mitte und den aufgesetzten und knöpfbaren großen Taschen ist aus braunem, festem Ge­webe und die hübsche Bluse oben mit den gelese­nen Effekten an Bündchen und Taschen aus hochrotem, losen Wollstoff. H.

Bit guten Vorsätzen ins neue Zahl.

Nun sind wir drin im neuen Jahr und sehen vor uns einen Berg von Verpflichtungen, die wir im Altjahr übernahmen, Verpflichtungen vor uns selbst, gute Vorsätze aller Art:

Wir wollen alle Schubladen aufräumen, wollen uns endlich Pünktlichkeit angewöhnen, wollen alle Briefschulden tilgen, wollen die dringend benötigte Haushaltskartothek für Anschriften, praktische Winke, Rezepte usw. anlegen, wollen die Flickenkiste aus­sortieren ach, weiß Gott, was wir noch alles uns vorgenommen haben. Und nun stellen wir fest, daß auch im neuen Jahr anscheinend alles beim alten bleiben wird, daß wir wie alle vorigen Jahre bis an den Hals in dringender Arbeit stecken, die alle nicht ganz so dringenden Angelegenheiten zurück­drängt, daß wir unseren Charakter mit den gleichen Schwierigkeiten wie früher zu bessern bemüht sind und mit dem gleichen unvollkommenen Ergebnis.

Aber bei dieser Erkenntnis, die sich schon in den ersten Wochen des Januar aufdrängt, brauchen wir nicht an unserer Minderwertigkeit zu verzweifeln. Wer immer strebend sich bemüht" das ist das Wichtigste bei der Angelegenheit. Ob wir das errei­chen, was wir uns vorgenommen haben, das kommt erst in zweiter Linie. Üm die Arbeit an sich geht es in erster Linie. Wenn ein Sprichwort voll Menschen­kenntnis behauptet, daß der Weg zur Hölle mit guten Vorsätzen gepflastert sei, dann zielt das auf jene Charaktere, die schon Wesentliches zu leisten glauben, wenn sie überhaupt mal Einkehr halten, wenn sie ihre Fehler bereuen und gute Vorsätze fassen. Damit aber ist natürlich nicht reiner Tisch gemacht. Gibt man sich diesem Glauben hin, be­ruhigt man sich mit der Tatsache, daß man doch so einsichtig sei, dann natürlich liegt die Gefahr nahe, daß man frisch und fröhlich weiter sündigt. Folgt aber auf die guten Vorsätze die ernsthafte Arbeit an sich, nun, dann ist das neue Jahr gut begonnen worden es wird schon werden!

H. Ch. Hansen.

Kostbare Erbschaft.

Vor einem Jahr hatte Frau Lotte geerbt. Kein Landhaus mit Garten, kein Bankkonto, nur die Kleider ihrer im Atter von 87 wahren verstorbenen Tante Karoline. Frau Lotte war nicht sonderlich erbaut gewesen von dieser Erbschaft. Was sollte die stets sehr modern gekleidete junge Frau mit dem alten Kleiderkram anfangen? So wanderten die Melder, die etwa um die Jahrhundertwende modern gewesen waren, zunächst einmal in eine alte Truhe, und niemand kümmerte sich mehr darum.

Nun wird es kälter, der Winter naht. Anne­marie, die Sechsjährige, braucht ein Mäntelchen, und für Wolter müßte ein derber Schulanzug an­geschafft werden. 'Auch Frau Lottes Haus- und Küchenkleid ist nicht mehr gut. Man braucht Be­zugscheine überlegt Frau Lotte, und nun er­innert sie sich des Nachlasses der guten Tante Karo- Tine.

Der Abend vereint die Familie vor der atten Truhe, und allen erscheint ihr Inhalt auf einmal wertvoll und brauchbar. Dieser schwere graue Tuch­rock gibt bestimmt ein warmes Mäntelchen für An­nemarie. Ein Stück heller Pelzstoff als Kragen ist nicht teuer und macht den Mantel hübsch. Da ist ein blaues Kostüm; die Jacke ist tadellos, und aus dem langen weiten Rock lassen sich noch gut Hosen für Walter schneidern Das braune Kleid mit dem Spitzenjabot gibt ein nettes Kleid für Frau Lotte. Der Rock ist sehr weit, Frau Lotte ist schmal, also wird das Vorderteil des Rockes in Fal­ten gelegt, das sieht flott aus. Um den Halsaus­schnitt kommt eine bunte Borte, sie ist bezugschein- frei.

Ein gut erhaltener schwarzer Astrachanmantel ist noch da, wie alt mag der wähl fein? Wenn man sich Mühe gäbe, könnte man eine praktische warme Jacke daraus anfertigen, die sogar elegant aussehen würde. So wird erwogen und beraten, und gleich am Abend noch das erste Stück sorg- fältig auf getrennt. Morgen wäscht Mutter den Stoff und bügelt ihn. Dann besorgt sie sich die Schnitt­muster, und mit Geduld und gutem Willen wird es ihr gelingen, die Kleidungsstücke anzufertigen, die ihr im Geiste vorschwebten, als sie die Erb­schaft von Tante Karoline sichtete.

Und auch wir wollen, bevor wir uns einen Be­zugschein besorgen, Schränke und Kommoden gut durchstöbern. Vielleicht finden wir da manch altes Kleidungsstück, das sich noch recht gut verwenden läßt. Tilly Baur.

Sei rechter Zeitentteiluna eine Ruhestunde für die Butter.

Ja, früher hatte man ja auch mal eine Stunde für sich, aber jetzt, bei dem schwierigen Einkäufen und langem Warten ist das eine ewige Hetze!"

Das ist ein Ausspruch, den man zur Zeit in allen möglichen Variationen von vielen alten und jungen, unerfahrenen und sogar erfahrenen Frauen und Müttern hören kann. Sie alle hetzen und jaaen von früh bis spät herum, sind müde und ab­gespannt und darum nicht von jener sttllen Heiter­keit und Fröhlichkeit, die dem Hause jeneAtmo­sphäre" gibt, die eben doch nur unsere Mütter um sich zu verbreiten verstehen. Und warum? Es sind nicht etwa die großen Sorgen und Kümmernisse, daß der Vater draußen steht, daß das Geschäft wei­tergeführt werden soll da sind unsere tapferen Frauen auf ihrem Platz und leisten das Doppelte und Dreifache, ohne mit der Wimper zu zucken. Aber die kleinen Dinge sind die Uebeltäter. Und unter diesen ist es vor allem das erschwerte Ein­käufen, das lange Warten in den Läden.

Durch die in den Läden eingeführte Mittagsruhe ist natürlich eine gewisse Zusammenschiebung der Käuferinnen erfolgt, sie aber unwesentlich wäre, wenn sie sich über die gesamten Vormittagsstunden erstreckte. Aber nein: alles will pünktlich zwischen 10 und 11 Uhr ein kaufen. Man ist es gewöhnt, vorher die notwendige Hausarbeit zu machen und dann seine Wege zu gehen. Und dabei bleibt es, auch wenn man länger warten und sich dann mit dem Mttagessen abhetzen muß, um schließlich nach

Zeitgemäße Gerichte.

Mit ihrem altgewohnten Kochbuch kann die Haus­frau heute nicht allzu viel anfan-gen. Vielmehr muß sie sich selber Gerichte ausdenken, die den ihr zur Verfügung stehenden Lebensmittelrationen Rech­nung tragen. Gewisses Kopfzerbrechen machen meist die fleischlosen Tage, die wir jetzt etwas häufiger als früher einschalten müssen.

Wir wollen es uns dabei nicht so bequem machen, an solchen Tagen das Fleisch einfach wegzulassen und nur Gemüse mit Kartoffeln aus den Tisch zu bringen; denn dann empfindet man das Fehlen des Fleisches zu leicht als Mangel. Wird hingegen das Gemüsegericht anderweitig schmackhaft zusam­mengestellt, so bedeutet es eine angenehme Ab­wechslung im Küchenzettel.

Jetzt ist z. B. die Zeit des Grünkohls, der erst so richtig schmeckt, wenn er Frost b e - kommen hat. Ueberbies ist er unser vitamin­reichstes Wintergemüse und sollte schon aus diesem Grunde weitgehendst Berücksichtigung finden. Aller­dings erfordert er zur Zubereitung etwas mehr Fett als andere Gemüse. Dafür aber eignet er sich gut als fleischloses Gericht, worauf es uns ja am meisten ankommt. Haben wir zufällig einen Rest Bratentunke, können wir ihn damit geschmacklich sehr verbessern, und als Beilage geben wir an Stelle gewöhnlicherglasierte" Kartoffeln, die fol­gendermaßen zubereitet werden: Ausgesuchte kleine Kartoffeln werden in der Schale gekocht, heiß ab­gezogen und aus 1 Teelöffel Fett, in dem man ein wenig Zucker bräunt, wird eine kurze Tunke be­reitet, in der die Kartöffelchen unter Umwenden

solange gedämpft werden, bis sie braunglänzend aussehen.

Haben wir Blumenkohl zur Verfügung, kön­nen wir alle möglichen schönen fleischlosen Gerichte daraus bereiten, z. B. indem wir den zerteilten Blumenkohl in wenig Flüssigkeit, halb Wasser, halb entrahmte Frischmilch, nicht zu weich dämpfen, mit diesem Blumenkohlwasser eine pikante Tunke be­reiten, die wir mit DPM. oder Kartoffelmehl und 1 Eigelb andicken und mit ein klein wenig Essig und ein paar Tropfen Würze abschmecken. In diese Tunke geben wir noch Kapern oder geschälte Krab­ben, schichten bann ben Blumenkohl mit gekochten, in Scheiben geschnittenen Kartoffeln in eine einge­fettete Austaufform, gießen bie Tunke barüber und überbacken ihn in ber Bratröhre.

Ein vorzügliches Gemüsemischgericht ergeben Sellerie, Porree u n b Mohrrüben, alles Wintergemüse, bie uns ausreichend zur Verfügung stehen. Sie werden in Streifen bzw. in Scheiben geschnitten, in Del ober beliebigem Fett an gedün­stet unb bann in Tasse entrahmter Frischmilch bei gelinder Hitze im festgeschlossenen Topf weich­geb ünst et. Als Beilage zu diesem sehr schmackhaften Gemüse eignen sich gut Kräuterplinsen, bie man ihres herzhaften Geschmacks halber alsfalsche Buletten" bezeichnen kann. Am besten nimmt man dazu Hafer flocken, bie man in Wasser so lange kochen läßt, bis sie dick ausgequollen sind, und nach dem Erkalten mit 1 Ei, Gewürz und gehackten Kräutern und soviel Mehl vermischst, daß man aus ihnen Bratlinge formen kann, bie man in Del ober etwas zerlassenem Fett ausbätft E. Knauth.

Die Schwesternschaften des Deutschen Roten Kreuzes.

Die Schwesternschaften bes Deutschen Roten Kreuzes finb bie einzige Gruppe ber Einsatzkräfte, bie voll beruflich tätig, finb unb Gemeinschaften für bie Lebensführung ber Schwestern bilden. Die oor Jahrzehnten gestaltete Lebensform alsMutter­haus". bie alter Ueberlieferung entspricht, ist in die Neugestaltung des Deutschen Roten Kreuzes über­nommen worden, um sie in nationalsozialistischem Geist fortzuführen Die 65 Schwesternschaften in allen Teilen bes Gr ostdeutschen Reiches haben nach der Dienstvorschriftdie hohe unb verantwortliche Aufaabe, die erforderliche Zahl ftaatlid) geprüfter, m Kriegssanitätsdienst ausgebildeter Schwestern für den Sanitätsdienst der Wehrmacht in Frieden und Krieg, für den zivilen behördlichen Luftschutz, für den amtlichen Sanitätsdienst bei besonderen Not­ständen unb für bie Mitarbeit an ber Volksgesund­heit bereitzustellen. Sie tragen bie Verantwortung für bie Aus- unb Fortbilbung ber Schwestern in ber Krankenpflege. Sie wirken bei ber Aus- unb Fortbildung der Helferinnen unb Schwesternhel- ferinnen ber DRK. mit.

Der Schwesternberuf ist nächst bem ber Haus­frau unb Mutter ber natürlichste und mefensge- rnästeste aller Berufe ber Frau. Er hat feine Eigen­gesetzlichkeit, b. h er fordert eine Haltung, bie nicht vorgeschrieben wirb von bem, ber ihn ausübt, son- bern allein von bem, für ben er ausgeübt wird, vorn Kranken. Die Schwester soll im eigentlichsten Sinn bes Wortes berufen fein, um in ihrem