sehnlichen Betrag. Der schöne Abend wurde zugleich ein erneutes starkes Bekenntnis zu Führer und Volk, für die auch die Fünfziger in Gießen stets alle ihre Kräfte einzufetzen bereit sind.
Turn-Verein von 1846 Gießen.
Nachdem der Sportbereichsführer Meister in Kassel die in der Generalversammlung vom 15. 6. 40 vom To. 1846 Gießen angenommenen Einheitssatzungen genehmigt hat, sand am 29. September unter dem Vorsitze des Vereinsführers Wiegand die Neuberufung und Verpflichtung der neuen Vorstandsmitglieder statt. Die vorliegende Tagesordnung wurde besprochen, wobei festgestellt werden konnte, daß die Aufgaben des Vereins trotz der schweren Zeit gut ausgewertet sind. In diesem Zusammenhang wird noch darauf hingewiesen, daß der Turner Kaiser vom Tv. 1846 Gießen bei den Deutschen Kriegs-Gerätemeisterschaften Anfang September in Chemnitz unter 80 Mitbewerbern in der Reichsklasse mit 175 Punkten einen achtbaren Sieg erringen konnte.
Gießener Wochenmarklpreise.
* Gießen, 3. Okt. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, Kartoffeln, 34 kg 4, 5 kg 40, Wirsing, Vi kg 7 bis 8, Weißkraut 5, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 7, rote Rüben 8, Spinat 18, Römischkohl.10, Bohnen (grün) 18, Unterkohlrabi 7, Grünkohl 18, Tomaten 16, Meerrettich 30, Zwiebeln 12, Schwarzwurzeln 30, Kürbis 7 bis 8, Feldsalat (Vio) 10, Aepfel, Vi kg 15 bis 25, Birnen 15 bis 25, Zwetschen 13 bis 15, Salat, das Stück 8 bis 10, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 10 bis 15, Radieschen, das Bund 10, Lauch, das Stück 5 bis 10 Rpf.
*
** Militärperfonalie. Oberstleutnant Longe, früher Standortoffizier in Gießen, wurde tnit Wirkung vom 1. Oktober zum Oberst befördert.
•** Goldene Hochzeit. Am morgigen Freitag, 4. Oktober, kann der frühere Inhaber der Firma August Kilbinger im Seltersweg, jetzige Rentner August Kilbinger mit seiner Ehefrau Marie, geborene Petri, Frankfurter Straße 6 wohnhaft, in aller Frische das Fest der goldenen Hochzeit begehen. Der Jubilar wird am heutigen 3. Oktober 76 Jahre alt, seine Gattin ist in diesem Jahre 70 Jahre alt geworden. August Kilbinger ist durch seine langjährige Geschäftstätigkeit im Seltersweg und durch seine Zugehörigkeit zu zahlreichen Gießener Vereinen in weiten Kreisen bekannt geworden. U. a. war er als passionierter langjähriger Weidmann Mitgründer des Vereins „Hubertus" in Gießen, ferner gehört er seit vielen Jahren auch zu den Mitgliedern des hiesigen Schützenvereins; beide Vereine ernannten ihn in dankbarer Würdigung seiner Verdienste zum Ehrenmitglied. Frau Kilbinger entstammt der alten Gießener Sippe Petri, die ihren Ursprung von einem Ahnherrn ableitet, der im Dreißigjährigen Kriege als dänischer Soldat Gustaf Adolfs nach Gießen kam, sich hier verheiratete und seßhaft mochte. Die Familie Petri ist seitdem in unserer Stadt durch zahlreiche Zweige vertreten. Seit über fünfzig Jahren gehört das Jubelpaar Kilbinger zu den treuen Beziehern des „Gießener Anzeiger". Den Jubilaren, die sich
weithin großer Wertschätzung erfreuen, bringen auch wir unsere herzlichen Glückwünsche zur goldenen Hochzeit dar.
** 87 Jahre a l t. Am morgigen Freitag, 4. Oktober, kann der Postschaffner i. R., Heinrich Wahl, Stephanstraße 32, wohnhaft, seinen 87. Geburtstag feiern. Zu Kirtorf (Oberhessen) geboren, war er an verschiedenen Postämtern der Oberpostdirektion Darmstadt tätig, zuletzt in Gießen. Wahl stand in zwei Ehen, die zweite Frau Marie, geb. Henkel, starb am 19. Januar 1940. Dem Jubilar gilt unser herzlicher Glückwunsch.
** D i e „grüne" Straßenbahnlinie Bahnhof — Marktplatz stillgelegt. Vom morgigen Freitag ab wird die Straßenbahnlinie zwischen Marktplatz und Bahnhof über den Seltersweg wegen Oberleitungsarbeiten bis auf weiteres
Neues für dei
— Barbra Ring: „Das Spiel auf L a d e b y", Roman aus dem Norwegischen von Ellen de Boor. In Leinen gebunden 5,50 RM. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München. — (142) — Barbra Rings neuer Roman spielt in Norwegen zu einer Zeit, da durch die französische Revolution und den Aufstieg Napoleons in Europa alles ins Wanken geriet. So deutlich das herauf- ziehende Gewitter in diesem Buche auch zu spüren ist, im ganzen wirkt seine Welt wie ein lieber» rest des sorglosen Rokoko, die Mehrzahl der Gäste, die uns zur Weihnachtsfeier auf dem Landgute des reichen Kaufherrn Jacob Putman begegnen, besteht aus Gesellschaftsmenschen, die ihr Leben nicht eigentlich leben, sondern es spielen. Eine Ausnahme bildet der Herr des Hauses selbst. Lassen Jacob Putman auch seine persönliche Eitelkeit und die Liebe zu seiner Frau, die gern im Kreis der „feinen Leute" glänzt, am unterhaltsamen „Spiel" der anderen Vergnügen finden, so ist er doch ein Norweger vom guten alten Schlag mit einem offenen Herzen für bäuerliche Bodenständigkeit. So spielt er Schicksal im guten Sinne für die fast wie aus Versehen in diesen Kreis geratene ländliche Pfarrerstochter, die in ihrer gesunden und unverdorbenen Gescheitheit die reizvollste Gestalt des Romans ist. lieber alle Standesvorurteile hinweg ebnet er ihr den Weg zur Verbindung mit dem prächtigen Gutsschmied und hilft diesem dazu, den durch schlechte Wirtschaft seines Vaters verlorengegangenen Familienhof wieder zu gewinnen.
— Susi Semler : „W a r u m nicht Afrika?" L. C. Wittich Verlag, Darmstadt. Geb. 2,50 RM. — (182) — Zwei Frauen und zwei Mädchen reifen von Marseille nach Tunis und von da weiter nach Gabes an der Kleinen Syrte, in deren Umgebung sie sich in ein freistehendes Araberhaus einmieten und hier nicht ohne Gefahren und Aben- teüer aber in herzlichem Einvernehmen mit der Bevölkerung acht Monate verbringen. Mit einem kleinen Opel unternehmen sie ihre Ausflüge, noch lieber aber sprengen sie auf feurigen Araberpferden., die sie bis an den Rand der Sahara bringen. Dabei lernen sie als Frauen das Leben der Eingeborenen intimer kennen, weil sie zu allem Zutritt haben. Etwa zu dem umständlichen und zeremonienreichen
stillgelegt. Die Wage« der „grünen" Linie werden vom Marktplatz bjjp. vom Bahnhof aus durch die Bahnhofstraße geleitet, so daß also die Fahrgäste in Richtung Wiesecker Weg bzw. Wieseck am Marktplatz nicht umzusteigen brauchen.
** Polizei gegen Verkehrssünder. In der Zeit vom 20. bis 26. September schritt die Polizei im Bereich der Polizeidirektion Gießen, einschl. des Polizeiamtes Bad-Nauheim-Friedberg, gegen Kraftfahrzeugführer mit 4 Anzeigen, 6 gebührenpflichtigen und 3 gebührenfreien Verwarnungen, gegen sonstige Fahrzeugführer mit 4 gebührenfreien Verwarnungen, gegen Radfahrer mit 5 Anzeigen, 12 gebührenpflichtigen und 7 gebührenfreien Verwarnungen, gegen Fußgänger mit 1 Anzeige, 3 gebührenpflichtigen und 8 gebührenfreien Verwarnungen ein.
i Büchertisch.
Hochzeitsbad einer kleinen zwölfjährigen Braut vor ihrer Vermählung. Alles ist fachlich knapp aber reizvoll anschaulich erzählt. Ein fremdes Volk, eine fremde Landschaft werden dem gespannten Leser bezwingende, lebendige Gegenwart, wozu auch die hübschen Zeichnungen ihren Teil beitragen.
Peter Bauer.
— Lars Hansen: Der König von Raasa, Roman aus dem Norwegischen. Preis in Leinen geb. 4,80 RM. Verlag Rütten & Loening, Potsdam. — Der packende Roman erzählt von der kühnen Gründung eines Fifcherhafens auf einem der Nordküste Norwegens vorgelagerten Felseneinland, das den Fanggründen am nächsten liegt. Die mutige Tat des Jüngsten eines alteingesessenen Fifcher- geschlechtes rettet dieses von wirtschaftlichem Ruin, der es durch skrupellosen Wettbewerb betrügerischer Händler bedroht. Die großartige Natur und die schlichten Menschen, denen sich die Probleme noch einfach und natürlich stellen, weiß Hansen eindringlich zu gestalten. Fr. W. L.
— Ernst Zahn: Lukas Hochstraßers Haus. Roman. Volksausgabe. Gebunden 2,85 RM. C. Bertelsmann Verlag Gütersloh. — (114) — Unergründlich wie ein Bergfee ist der Menschen Seele. Geheimnisvoll pulst der Strom des Lebens durch die Geschlechter, und nach unerforschlichem Gesetz verteilt die Natur bas Bluterbe der Eltern an Söhne und Töchter. Doch über allem Wechsel der Lebens- schicksale, über Irr gang und Leidenschaften, über Erfolgen und gescheiterten Hoffnungen bindet ein geheimes Band die Kinder ans Vaterhaus, und des Lebens Strom, der von dort ausging, kehrt endlich zu ihm zurück. An solche letzten. Tiefen allen Lebens in Familie und Sippe rührt der Dichter in „Lukas Hochstraßers Haus". Eine bunte Fülle von Gestalten und Gefchehnifsen, denen, einsam ragend, Lukas Hochstraßers Mittelpunkt und Ziel gibt. Zugleich ein großartiges Gemälde von den Rebenhängen des Züricher Sees.
— Martha Wiemann: Wege zu Beethoven. Ein volkstümliches Beethoven-Buch mit „Beethovens Leben und Schaffen" von Karl Storck. (Ballonleinen 3 RM., Verlag G. Boffe, Regensburg), das den großen deutschen Musiker uns auch menschlich näher bringt, indem es von dem Lebens
kampf und der Größe dieses Genies erzählt. Aus Selbstzeugnissen — besonders aus dem „Heiligstädter Testament", Briefen und Aussprüchen lies, Meisters — aus Schilderungen der Zeitgenossen und der Nachwelt, ersteht hier die Gestalt des Menschen Beethoven. Ein Buch also, das weitesten Kreisen etwas zu sagen hat.
— H. Wühr: Stilleben deutscher Mer * st e r. Der Verlag Waldemar Klein, Berlin, bringt in einer neuen Reihe unter dem Titel: „Der Silberne Quell" einen Band „Stilleben deutscher Meister". Kart. 1,60 RM., Seinen 2,80 NM. — (166) — Auf zehn Farbtafeln werden Ausschnitte aus bekannten Bildern des 15. und 16. Jahrhunderts als selbständige Stilleben gezeigt. Sie sprechen von der Liebe zur Natur, mit der unsere Meister auch das bescheidenste Kräutlein auf ihren Bildern haben wachsen lassen. — So blühen in dem Paradiesgärtlein eines oberrheinischen Meisters Schwertlilien, Pfingstrosen, Lichtnelken und Rosen an der stillen Mauer, während im Rasen die kleinen einheimischen Blumen und Gräser stehen. Der schlichte Löwenzahn, ist wie ein Ornament aus einem Bild des Meisters Franke zu selbständiger Existenz herausgelöst. Der Ausschnitt aus der Stuppacher Madonna von Mathias Grünewald mit dem blauen Tonkrug und der irdenen Schüssel, über deren Rand ein Rosenkranz aus Hellen und dunklen Bernsteinkugeln hingelegt ist, zeugt ebenso von der Beseeltheit der Materie wie der Bücherbord mit Waage aus dem Pildnis des Kaufmann Giefze von Holbein. Es find die „Stillen Winkel", die als kleine Kabinettsstücke delikater Malerei zu beschaulicher, liebevoller Betrachtung verführen.
— „Heber d i e Tapferkeit." Von Bruno Brehm. Ein Brevier für junge Deutsche. Adolf« Luser-Verlag in Wien. Geb. 0,80 RM. — (63) — Der Nationalpreisträger Bruno Brehm gibt in diesem Buch, das nach Inhalt, Umfang und Preis besonders für Gefchenkzwecke an Soldaten geeignet ist, eine Sammlung freimütiger und ergreifender Gedanken über die Tapferkeit, das soldatische Erbe und Vermächtnis der Ostmark und über das Wesen der Liebe. Dieses Buch, mit einer schönen Kunstdrucktafel von Dürers berühmten Kupferstich „Der heilige Georg" ausgestattet, ist bei aller Zeitlosigkeit ein Brevier für junge Deutsche von zeitgemäßer Gegenwartsnähe. In Brehms Bekenntnissen erschließt sich dem interessierten Leser ein Stück der unvergänglichen Lebenskraft des Deutschtums der Ostmark.
— Pioniere im Kampf. Von Oberstleutnant Liere. Wilhelm Limpert-Verlag, Berlin Gebd. 1,80 RM., kart. 1 RM. — (91) — Das interessante Buch bringt Erlebnisberichte aus dem Feld- zug in Polen im Jahre 1939. Es ist im Auftrage der Pionierabteilung des Oberkommandos des Heeres von Oberstleutnant Liere bearbeitet und herausgegeben worden, und es enthält neben den Schilderungen der Kämpfe 4 Karten, 1 Skizze und 14 Bilder. Dem Leser wird in soldatisch-schlichter, aber eindrucksvoller Sprache das bewundernswerte Heldentum unserer Pioniere auf dem polnischen Kriegsschauplatz nahegebracht, das für alle Zeiten ein Ruhmesblatt dieser Waffe sein wird. Mit dem Gefühl tiefster Dankbarkeit wird jeder Leser den spannenden Schilderungen folgen, deren Veröffent- lichung von maßgebender Seite sehr zu begrüßen ist.
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