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um
durch
Dcmk der umfassenden Betreuungsarbeit
(Nachdruck verboten.)
38 Fortsetzung.
erfährt, ba|
$rot)e Stunden bei unseren Verwundeten.
NS-Gemellisltzlisk Kraft önrUi Srenöe
Sportamt KdF. „Kindergymnastik."
Jeden Freitag von 16 bis 17 Uhr: Turnhalle
Schillerschule, Schillerstraße. 4403D
Bemerkt sei noch, daß der Dienst nach Vereinbarung mit dem örtlichen Luftschutzleiter, Polizeimajor Hellwege-Ernden, bis auf weiteres in bisheriger Weife durchgeführt und um 21.30 Uhr beendet wird, so daß die Mädel in jedem F-alle 22 Uhr zu Hause eingetroffen sein können.
KdF., die NSKOD. und die NS.-Frauenscha-ft, als die Beauftragten der Partei, war unseren Verwundeten in den hiesigen Lazaretten im Verlaufe der letzten Tage wiederum eine Reihe froher Stunden beschieden. In zwei Reserve-Lazaretten bereitete die NS.-Frauenschaft unseren Kriegern bei Kaffee und
Zweite Begegnung von Jupiter und Saturn
Der gestirnte Himmel im Oktober 1940.
Äon Or. Erwin Kossinna.
kauf ent Nein! Man will sehen, was man kauftlUndwenn manschen malein Auge zudrücken mußte, jetzt sieht man darauf, daß es Erdal ist. Sollte es in Blechdosen gerade mal nicht da sein, so kann man in vollem Vertrauen die Erdal-Noch- füllpackung nehmen. Es ist die g leiche Menge und die gleiche Qualität wie in der Blechdose. Keine Katze im Sack, du altbewährte l^rdcll
Am Donnerstag, dem 3. Oktober 1940, 19.30 Uhr, findet die erste Theatervorstellung von unserem 16-Ring statt. Zur Aufführung kommt die Operette
„p a g a n i n 1“ von Franz Lehär.
Diejenigen Abonnenten, die ihre Mitgliedskarten noch nicht abgeholt haben, werden gebeten, dies sofort zu erledigen. Die Mitgliedskarten gelten gleichzeitig als Eintrittskarten und sind aus diesem Grunde sorgfältig aufzubewahren. 4414V
Vorsicht bei der Kartoffelernte.
Don der Außenstelle Gießen des Kartoffelkäfer- Abwehrdienstes wird uns mitgeteilt:
In den letzten Tagen sind beim Ausmachen der Kartoffeln wiederholt einzelne Kartoffelkäfer teils im, teils am Boden gefunden worden. Erhöhte Aufmerksamkeit ist also am Platze, damit wir diesen Schädling vor seiner Ueberwinterung vernich- nichten. Ein Heuer vernichteter Käfer bedeutet gleichzeitig die Vernichtung von Tausenden seiner Nachkommen im nächsten Jahre. Sollten daher beim Ausmachen der Kartoffeln Käfer oder Larven gefunden werden, so sind die Arbeiten sofort einzustellen. Unverzüglich ist Meldung an die Ortspolizeibehörde zu erstatten, die den Kartosfelkäfer-Ab- wehrdienst verständigt.
Ringappell
der Gießener Mädelgruppen.
restlosen Entleerung naturgemäß vielfach wirtschaftliche Belange entgegenstehen, ist mit der sog. Entrümpelungsverordnung nicht eine Entleerung der Dachgeschosse allgemein angeordnet, sondern nur das Aufoewahren und Laaern von Gerümpel, überflüssigen Gegenständen und anderweitia unterbringbaren oder schwerbeweglichen Gegenständen verboten worden. Darüber hinaus können auf Grund dieser Verordnung — es ist die 3. Durchführungsverordnung zum Luftschutzgesetz — die örtlichen Polizewerwalter durch Polizeiverdnung in besonders lüft- und brandgefährdeten Gebieten die völlige Räumung der Dachböden anordnen. Ob und in welchem Umfange zur völligen Entleerung der Bo- denräume geschritten werden muß, wird jedoch nur von Fall zu Fall zu entscheiden sein.
Schaufensterscheiben dürfen nicht schwor, gestrichen werden.
Um den Derdunkelungsvorschriften zu genügen, wird in Geschäftskreisen häufig das vereinfachte Mittel des Anstreichens und Beklebens der Schaufensterscheiben angewandt. Diese Art der Durchführung der Verdunkelung ist insofern aefährlich, als derartige Scheiben bei Sonnenbestrahlung stark erhitzt werden und dadurch leicht zerspringen können. Auch muß daran gedacht werden, daß in einer solchen Verdunkelungsmahnahme eine Gefahr- erhöhung liegt, die der Versicherungsnehmer seiner Gesellschaft anzeigen muß und die evtl, den Verlust der Ansprüche an die Gesellsckast herbeiführen kann. Die durch falsche Derdunkelungsmahnahmen eintretenden nachteiligen Folgen können vermieden werden, wenn man das verdunkelnde Material (Stoff oder Papier) von Rahmen zu Rahmen spannt, so daß es einen Abstand von etwa zwei Zentimeter von der Scheibe selbst hat. Sollte dies nicht möglich sein, ist die Verwendung von besonderen, mu Derdunkelungsmaterial bespannten Holz- rahmen zu empfehlen.
Gleichmäßige Verteilung nichtbewirtschafteterWasch-undPutzmitiel
Im Hinblick auf die mir Zeit bestehenden besonderen Verhältnisse hat sich der Reichskommissar für -die Preisbildung damit einverstanden erklärt, daß Einzelhändler solche Wasch- und Puhmittel, die zwar knapp sind, aber nicht bewirtschaftet werden, wie z. B, Sil, Henko, Imi usw., nur an solche Verbraucher abgeben, die gleichzeitig Wasch- (Seifen)- vulver auf Seifenkarten bei ihnen beziehen. Hier- ourch soll erreicht werden, daß die nicht bewirtschaft toten Wasch- und Putzmittol möglichst gleichmäßig verteilt werden.
Don den Gießener Fünfzigern.
Im Rahmen eines kameradschaftlichen Treffens
haltungsprogrcrmm
hältnifsen unserer Zeit entsprechend einfach gestal- tet, bereitete aber den sehr zahlreich erschienenen
wollte, meinte er.
„Da hat er recht, und det is 'n Mann, uff den könnten Se stolz sind, wenn 's Ihrer wäre! — aber Sie sind ja noch 'n Fräulein", sagt Mutter Pahl. Es entgeht ihr nicht, daß Käte Weber rot wird.
Sie gehen langsam durch die stillen Alleen des Westender Villenviertels und besprechen miteinander, auf welche Weist Marta Ellrich Rolfen roerben könne. Fräulein Weber zieht habet in Betracht, ob sie wohl nach ber Entlassung aus bem Krankenhause zu ihr kommen würbe.
Frau Pahl bleibt überrascht stehcn. ,%><=> bas Ihr Ernst, Fräulein Weber? ... Wo Sie boch bie Marta jar nich kennen unb bloß, weil ick so viel von ihr halte unb Ihnen nu alles von bet arme möbel unb ben Klaus, ber ihr so jut is, erzählt habe?" fragt sie ftaunenb.
„Ja, Frau Pahl. Ich traue Ihrem Urteil und
Völlige Entleerung der Dachböden ist der wirksamste Feuerschutz.
Zu den nächtlichen Angriffen englischer Flieger auf deutsche Wohnviertel wird in dem Organ des Reichsluftschutzbundes, „Sirene", darauf hingewie- sen, daß die Gefahr der Entzündung von Dachstühlen durch Brandbomben verhältnismäßig gering ist, sofern die Dachstühle frei von Einrichtungs- gegenständen, Warenvorräten und Gerümpel sind. Durch die üblichen kriegsmäßigen Brandstiftungsmittel wird an sich das feste Holzwerk der Dach- konstruktionen nicht so leicht in Brand gesetzt. Selbst die Trennwände in den Bodenräumen, aus Brettern oder Latten bestehend, sind in einem entrümpelten und entleerten Dachboden weit schwerer in Brand zu setzen, als allgemein angenommen wird. In solchen leeren Böden wird es daher auch ohne Behandlung des hölzernen Dachstuhls mit einem Feuerschutzmittel den mit einfachsten Löschgeräten ausgerüsteten und ausgebildeten Selbstschutzkräften leicht möglich sein, das Feuer aus seinen Herd zu beschränken und zu löschen. Für den Luftschutz der Wohnhäuser ist daher die wirksamste Maßnahme I für ben Feuerschutz bie völlige Entleerung ber ^Dachböden. Da ber praktischen Durchführung einer
Bett zu, blickt nach bem Namen auf der schwarzen Tafel am Kopfende, grüßt sie und fragt, ob sie eine Angehörige ober Bekannte bes Fräuleins Ellrich sei.
„Verwanbt sinb wir nicht miteinanber", entgegnet Frau Pahl, „aber trotzbem steht mir bie Marta sehr nahe. Kommen Sie denn auch zu ihr? Ick hab Ihnen noch nie jesehen. Wolln Se sich ’n bißken hersetzen"? Sie will vom Stuhl aufstehen, um ihn der anderen Besucherin zu überlassen. Diese aber bittet sie, ihren Platz zu behalten. Sie legt einen blühenden Fliederzweig auf Märtas Bettdecke, umfaßt dann leise ihr Handgelenk und fühlt nach dem Puls. Dann sieht sie sich die Fieberkurve auf der Tafel an. „Es rft ber dritte Tag, da wird das Fieber noch steigen", sagt sie flüsternd zu Frau Pahl gewandt.
„Aber sie wird's doch überstehen? Sie is doch so ’n jesundes .kräftiges Mädel!" bemerkt die alte Frau besorgt.
„Hoffentlich!" entgegnet die Fremde, sieht dann die Maria lange an, streichelt ihre Hand und sagt leise: „Armes Menschenkind."
gutem Zwetschenkuchen ein fröhliches Beisammensein, bei dem Kaffee und Kuchen in reichlichen Mengen vertilgt werden konnten. Mädels vom BDM. bereicherten die Stunden mit Gesängen und heiteren Darbietungen. Die Insassen eines Reserve-Lazaretts wurden durch ein gutes Unterhaltungskonzert eines Musikkorps der Wehrmacht erfreut, dessen ausgezeichnete instrumentale Darbietungen mit Recht den lebhaften Beifall der Soldaten fanden und zahlreiche musikalische Zugaben zur Selbstverständlichkeit machten. In einem Lazarett gab es eine interessante Filmstunde, bei der die Besucher neben ber Wochenschau ein unterhaltsames Lustspiel im Film zu sehen bekamen. Der Gesangverein Harmonie", Großen-Linden, erfreute die verwundeten Soldaten mit seinen schön gesungenen Chören und Volksliedern, die von den aufmerksam lauschenden Hörern mit dankbarem Beifall aufgenommen wurden. Weiterhin wurde in einem Lazarett eine musikalische Feierstunde geboten, deren Thema „Der Liebe Lust und ßeib'r genannt war. Hier wirkten die Cellistin Ilse Bernatz, der Baritonist Heinz Lub- bert und der Pianist Otto Braun mit, die mit ihrer Kunst den dankbaren Hörern ein schönes Erleben bereiteten. Unsere Verwundeten bekundeten in herzlicher Weise überall ihre Dankbarkeit für die gute Unterhaltung und fürsorgliche Betreuung.
Seit einem Vierteljahr können wir die beiden Großplaneten Jupiter und Saturn nahe beieinander am südlichen Himmel beobachten. Zunächst waren sie nur in ber zweiten Nachthälfte sichtbar; aber immer früher erscheint bas Sternpaar über bem Horizont, unb im Oktober gehen sie bereits mit Beginn ber Dunkelheit auf. Anfangs war Jupiter schneller unb überholte ben Saturn am 15. August. Dann verlangsamte sich der Lauf beider Sterne. Ende August wurde Saturn, Anfang September Jupiter rückläufig. Bei dieser nunmehr nach Westen gerichteten Bewegung ist Jupiter wiederum rascher; er nähert sich daher allmählich dem Saturn und wandert am 11. Oktober nördlich an ihm vorüber. Jupiter steht um diese Zeit nur IV« Grad über bem Saturn. Dies ist also bie zweite Begegnung ber beiben Planeten währenb ber sog. „Großen Konjunktion", bie sich vom August 1940 bis zum Februar 1941 erstreckt unb uns ein dreifaches Zusammentreffen beider Sterne beschert.
Monatelang sehen wir bie beiben größten Planeten wie durch eine unsichtbare Kraft aneinander gefesselt, dicht beisammen am Südhimmel stehen, und zwar zu einer Zeit, da sie sich gegenüber ber Sonne befinden, während der ganzen Nacht sichtbar sind und den Höhepunkt ihrer Leuchtkraft erreichen. Worte können nur einen schwachen Begriff von der einzigartigen Schönheit dieser seltenen Naturerscheinung geben.
Saturn erreicht ungefähr die Helligkeit der Wega, während der mächtige Jupiter sechsmal heller strahlt. Nun ist Jupiter mit einem Durchmesser von 143 000 Kilometer zwar etwas größer als Saturn (Durchmesser 121 000 Kilometer). Der bedeutende Helligkeitsunterschied der beiden Planeten beruht demnach hauptsächlich auf der geringeren Entfernung Jupiters sowohl von der Erde, als auch von der Sonne. Jupiter wird durch die Sonne heller beleuchtet als Saturn, dessen Abstand rund doppelt so groß ist wie der Jupiters. Am 11. Oktober, wenn beide Sterne scheinbar dicht nebeneinander stehen, ist Jupiter 605 Millionen, Saturn dagegen 1240 Millionen Kilometer von uns entfernt.
Nur wenig östlich vom Jupiter, an der Grenze der Sternbilder Widder und Stier, steht Uranus, als Stern 6. Größe bei günstigen Lustverhaltnissen eben noch mit freiem Auge erkennbar. Die hellstrahlende Venus ist Morgenstern; sie geht bereits vier Stunden vor der Sonne auf. Eine Stunde vor Sonnenaufgang erscheint auch der rötliche Mars am Morgenhimm^l, während Venus dann hoch im Südosten im Sternbild des Löwen steht.
Am abendlichen F i x st e r n h i m m e l finden wir bie Herbstfternbilber gegen 22 Uhr MEZ. hoch im Süden: Wassermann, Fische, Widder, Pegasus und Andromeda beherrschen diesen Teil des Firmaments. In besonders günstiger Stellung befindet sich
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Roman von Helene Kalisch
Copyright 1939 by Prometheus-Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München
Bergholz sieht Kätes Händen zu, die ihn bedienen, ihm Tee eingießen. Eine tiefe, staunende Dankbarkeit ist in ihm. „Das ist mir noch vergönnt?" murmelt er.
„Aber Hans! ... Das ist doch selbstverständlich , entgegnet sie mit ihrem warmen, dunklen Lachen.
Die Tasse in der Hand haltend, blickt er sie an. „Unb es kann so kommen, daß das Selbstverständliche zum allergrößten Wunder wird", ergänzt er ihre. Worte.
Darauf schweigt sie, das Herz voll Bangen und Beglückung. So reden sie wenig beim Essen. Kate fühlt, wie in bem Manne sich etwas losringen will unb schwer zur Formung burch bas Wort finbet. Aber bedarf es immer der Worte, um einander zu verstehen? Für sie nicht. Dennoch weiß sie um tue befreiende Kraft des gesprochenen Wortes und hat auch die Gabe des ruhigen Wartens unb leisen, verstänbnisoollen Leitens unb Hinlenkens. Uno fo vernimmt sie denn auch heute eine Generalbeichte von Hans Bergholz. Dabei erfährt Kate erst von der einleitenden Scheidung und bem schon stattgehabten Sühnetermin. So erübrigt sich die Frage, die zu stellen sie sich scheute, und die sie dennoch, während er sprach, im Hintergrund ihres Denkens hegte; die Frage: wie stellt sich die Frau zu dem allen? Da löst sich auch in ihr eine schmerzliche ^Nachdem er seine Beichte beendet hat, schweigen sie beide eine Weile. Dann sagt er: „Ich mußte mir das alles einmal von der Seele reden, um ganz damit fertig werden zu können. Nun ist es geschehen. Und daß ich es durfte ... zu dir darüber sprechen durfte ... das Käte . ist ja nun ..ganz unverdient! Und es gibt nur den Ruck weißt du? Den Ruck nach vorwärts!" Er nimmt ihre Hand Ul3m Ankämpfen gegen das glückhafte Slufroanen ihres Gefühls beginnt Käte von der Unglücklichen zu sprechen, die er gestern vom Tode des Ertrm-
Am Sonntag traten die Gießener Mädelgruppen um 8.30 Uhr am Gymnasium zu einem Ringappell an, der jeder Gruppe die Gelegenheit geben sollte, ihre Arbeit unter Beweis zu stellen. Nach der Meldung der angetretenen Mädel durch die Gruppen» sührerinnen an die Untergauführerin Käthe T ö <- petmann fangen alle gemeinsam „Und die Morgenfrühe, das ist unsere Zeit". Der Wettbewerb bestand im sicheren Beherrschen der Ordnungsübungen. Nachdem alle Mädel in die Aula des (9iz ftums eingerütft waren, begann dort zunächst ©rüppe Sud mit ihren Liedern, dann folgten die anderen. Die Aufgabe war für jede Gruppe, ein fröhliches, ein feierliches ynd ein Marschlied zu fingen. Die Lieder waren bei allen Gruppen gut gewählt unb die Ausführung durchschnittlich gut, bei manchen sogar voroildlich. Die Kluft, die Disziplin, das Berichtsbuch jeder Gruppe wurden in den Wettbewerb mit einbezogen. In der Bewertung kam bie M.-Gruppe 3/116 Gießen-Ost auf ben ersten, bie M.-©ruppe 1/116 Gießen-Süb auf den zweiten Platz, mit einem Punkt Unterschied. M.- Gruppe 2/116 Gießen-Mitte und M.-Gruppe 4/116 Gießen mit je zwei Punkten weniger beide auf den
Fens gerettet hatte. „Denk doch, Hans, das hatte ich gar kicht gelesen", sagt sie. „Ich war so furchtbar erschrocken über die Schreckensnachricht auf ber Titelseite ber Zeitung, baß ich nichts weiter lesen mochte unb konnte. Als ich bann nach ber Schule kam, hielt mir eine Kollegin — du erinnerst dich vielleicht noch an die kleine dicke Dame, mit der zusammen ich in der Tristan-Aufführung war, bei der wir uns trafen — also die hielt mir eine Zeitung unter die Nase, wies auf einen Artikel hin und sagte ganz aufgeregt: Haben Sie gelesen, Fräulein Weber? ... Das ist doch Ihr Doktor Bergholz! Ja, siehst du, da las ich erst von deiner Tat, und mir wurde wieder leichter und ... Na, Hans, ich kann es schon sagen, ich war richtig stolz auf dich!"
Er sieht sie betroffen und fragend an. „Käte, du haft doch nicht etwa ... das andere geglaubt?"
Da findet sie den Mut zur Unwahrheit, mit der sie die allerdunkelfte Stunde ihres Lebens verhüllt. „Geglaubt habe ich es natürlich nicht, aber ...ich war doch sehr in Sorge um dich."
Er läßt nicht die Augen von ihrem Gesicht, atmet ein paarmal ganz tief, senkt bann ben Kopf, tastet nach ihrer Hanb unb brückt seine Lippen barauf — bleibt lange so, in ber gebeugten Haltung, stillsitzen.
19. Kapitel.
Frau Pahl ist zu Marta Ellrich ins Krankenhaus gegangen. An fast allen Betten sieht sie Besucher sitzen ober stehen. Da wirb überall erzählt, unb man hört ab unb zu ein kleines Lachen.
Mit Marta kann Frau Pahl sich nicht unterhalten. Sie so krank zu finbert,- hat sie nicht erwartet. Als sie gekommen war unb ihr guten Tag sagte, hatte Marta sie mit unnatürlich blanken Augen angesehen, deren Blick aber seltsam leer war. Sie hatte etwas geflüstert, was Frau Pahl nicht verstand. Dennoch schien es ihr, als erkenne Marta sie. Auf ihre Frage, wie es ihr gehe, hatte sie die Lippen schmerzlich verzogen und leise und abgerissen gesagt: „Es tut ... überall so weh." Nun liegt sie wieder, kurz und hastig atmend und hält die Augen geschlossen.
Eine Schwester war an das Bett gekommen unb hatte auf Frau Pahls Frage gesagt, Fräulem Ellrich habe eine Lungenentzünbung.
Bekümmert sitzt bie alte Frau neben ber Kranken, blickt in bas gerötete Gesicht unb benkt, baß sie nun roieber nach Hause gehen unb sich eine neue Sorge mitnehmen wirb, zu all ber Unruhe unb Aufregung ber letzten Tage. Da kommt eine Dame auf bas
glaube mir schon ein zutreffenbes Bilb machen zu können. So, wie Sie mir bie ganze Lage schilbern, wäre es doch bas beste, wenn Fräulein Ellrich nicht mehr zurück zu ben Angehörigen ginge, bie nicht gut zu ihr sinb; gar nicht mehr zurück in bie Gegend, wo sie viele kennen — wenigstens vorläufig nicht. Auf keinen Fall aber barf sie sich selbst überlassen werben, fonbern bebarf ber teilnehmenben oerftänb- nisoollen Führung, bis sie sich roieberfinbet, ihr Leben roieber in bie eigenen Hänbe nehmen kann. Außerbem kann ich gut ein verläßliches Menschen- kinb gebrauchen, bas mir meinen Haushalt betreut, weil ich fo viel anberes zu tun habe."
Diel mehr, als die gute alte Frau merkt, ist Käte erschüttert von dem Schicksal ber beiben Menschen, von benen sie bis zum Tag zuvor noch nichts gewußt hatte. Voll innerer Freubigkeit hatte sie heule ben Gang zum Krankenhause unternommen — nicht nur, um Hans Bergholz einen Wunsch zu erfüllen. Das eigene Herz, das plötzlich so überreich beschenkt war, drängte sie dazu wie zu einem Dankopfer.
Nun wird es ihr wieder schwer. Gedanken und Vorstellungen kommen während der drastischen Erzählungsweife der alten Frau, die Vergleiche ziehen: Zwei Männer sieht sie in der Gefahr des Scheiterns an einer Frau — derselben Frau ... Den einen hatte es tiefer hinabgeriffen. Auch er hat die andere gefunden und in ihr den Halt. Aber ihre Zusammengehörigkeit war wie ein schmaler Grat- roeg, auf dem der eine den Halt verlor und den anderen mit in die Tiefe riß. Und sie begreift Klaus Tjaden, den schlichten, schwerblütigen Menschen, der bei seiner Dergeltungstat nicht fragte: Was kommt danach?
Frau Pahl hat ihr von dem Brief der unglücklichen Marta an Tjaden erzählt, und wie ihn die Nachricht getroffen hatte. Dann war er fortgegangen, und sie hatten am Abend einen Zettel mit wirren Zeilen von ihm gefunden, aus denen sie entnahmen, daß etwas Schlimmes geschehen sei. Am Tag darauf war die Kriminalpolizei gekommen, hatte nach Tjaden geforscht, seine Kammer durchsucht und das alte Ehepaar verhört Dabei hatte sich Vater Pahl aufgeregt und sich mehrmals zu heftigen Erwiderungen hinreißen lassen, so daß seine Frau Angst ausstand, es könne für ihn übel ausgehen. Die Zeitungsnachricht von den tödlichen Schüssen auf eine Sängerin hatten auch sie gelesen; aber erst durch die Kriminalpolizei erfuhren sie, daß die Getötete Klaus Tiadens Frau war.
(Fortsetzung folgt.)
3. Platz.
Nachdem die Untergauführerin Grundsätzliches zur kommenden Arbeit gesprochen und an der vergangenen Arbeit Kritik geübt, wurde die Reichssendung „Reichsminister Dr. Goebbels eröffnet die diesjährigen Jugendfilmstunden der HI." gemeinsam gehört. Worte der Verpflichtung und Aufforderung zur persönlichen Zucht unb Tapferkeit eines jeben Mädel bildeten den Abfchluß ber Ansprache ber Untergauführerin. Mit bem Gruß an ben. Führer unb bem Lieb ber Jugenb würbe ber Appell beenbet.
Frau Pahl sucht nach ihrem Taschentuch, um sich bie Augen zu trocknen. Sie gehen bann zusammen fort, aber sie trennen sich noch nicht. Frau Pahl bie junge Dame, bie ihr sehr gefällt, Käte Weber heißt und Lehrerin ist. Sie erzählt ihr, sie sei von bem Herrn zu bem Besuch im Krankenhause veranlaßt worben, ber bie Marta gerettet hatte. Das wäre nur halbes Tun, wenn man sich nicht auch weiter um bas arme Wesen kümmern
ber Pegasus, besten Bild durch die geometrische Gestaltung feiner Umrisse auffällt. An ein durch vier helle Sterne bezeichnetes Quadrat, auch der „Große Tisch" genannt, schließt sich rechts ein Sechseck an. Der linke obere Stern des Großen Tisches wird jedoch zur Andromeda gerechnet, die eine von hier nach links verlaufende, leicht gefchwungene Sternreihe aus vier hellen Lichtpunkten bildet, lieber dem zweiten Stern von links finden wir mit einem Feldstecher leicht den großen Spiralnebel, ein fernes Sternfystem von der Größe unserer Milchsttaße. Unter Berücksichtigung der Abschwächung, die das Licht des Änoromedanebels beim Durchgang durch dunkle Staubwolken in der Milchstraße erfahrt, ist seine Entfernung neuerdings zu 700 000 Lichtjahren bestimmt worden. Der Andromedanebel (ft eines der nächsten Sternsysteme von spiralförmiger Gestalt, die zu vielen Millionen über den beobachtbaren Teil bes Weltenraumes ziemlich gleichmäßig verteilt sinb.
Unter dem Pegasus bemerken wir ben Wassermann und bie Fische, östlich bavon bas ausgebehnte Bild des Walfisches. Tief im Süden funkelt F o - malhaut im Südlichen Fisch, zugleich der südlichste, in Deutschland sichtbare Fixstern erster Größe. Einen wunderoaren Anblick bietet die Milchstraße an klaren, mondlosen Oktoberabenden. Vom Fuhrmann und Stier im Osten, wo K a p e 11 a und Aldebaran als hellste Sterne strahlen, zieht das zarte, reich gegliederte Lichtband aufwärts über Perseus und Kassiopeia zum Zenit, um sich nach Südwesten zum Schwan und Wer zu senken, hier in zwei durch Dunkelwolken getrennte Arme gespalten. Am Nordwestrande der Milchstraße sehen wir die blaue Wega, den hellsten Fixstern des Nordhimmels. Der Himmelswagen im Großen Bären nähert sich seiner tiefsten Stellung im Norden, in der dieses schöne Sternbild besonders groß und prächtig erfd)eint. lieber dem Großen Bären zieht die gewundene Linie des Drachen entlang, während von dem stets in annähernd gleicher Höhe stehenden Polarstern der Kleine Bär gleichsam her- abyängt.
Der Mond zeigt im Oktober folgende Lichtgestalten: Neumond am 1., erstes Viertel am 8., Vollmond am 16., letztes Viertel am 24., Neumond am 30. Wir haben also im Oktober zweimal Neumond. Da der Mond am 1. Oktober durch den aufsteigenden den Knoten, den Schnittpunkt der Mondbahn mit der Ekliptik, geht und gleichzeitig sich in Erdnähe befindet, ereignet sich eine totale Sonnenfinsternis, die aber in Europa nicht sichtbar ist. Die schmale Zone der totalen Verfinsterung der Sonne zieht von Kolumbien quer durch das nördliche Südamerika und den Atlantischen Ozean nach Südafrika und endet im Indischen Ozean.
sehr zahlreich erschienenen Fünfzigern der älteren Vereinigungen unb des jüngsten Jahrgangs einige schöne Stunden. In den Ansprachen wurden die hohen ideellen Werte der Heirnatliebe unb der kameradschaftlichen Verbundenheit ohne Rücksicht auf Rang und Stand, oder wirtschaftliche Stellung oder Vermögen, wie sie von jeher als besonderes Kennzeichen der Volksge- meinfchaft in ben Fünfziger-Vereinigungen gepflegt wurden, in gebührender Weiss betont Eine Sammlung für das Kriegs-WHW. erbrachte einen an
der diesjähriaen Fünfziger 1890/1940 mit Vertretern der Fünfziger-Dereinigungen der älteren Jahrgänge im „Burgho " fand die alljährlich übliche Uebergabe der Fün ziger-Fahne statt. Das Unter- ür den Abend war den Der-


