Nr. 234 Zweiter Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
Donnerstag, 3. Oktober (94^
Aus dem Reiche der Krau
MODISCHES PUR FESTUCHE STUNDEN
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Stlckere
Viel vierlei
gegen Zahnsteinansatz, zahnfleischkräftigend, mikrofein, mild aromatisch, - und so preiswertl
Verwertet den Kürbis!
Kürbis ist jetzt überall zu haben und auf Art kann er verwertet werden. Für den
rischer Butter und Salz schmecken diese Kartoffeln o köstlich, daß man sie gar nicht wieder anders essen möchte. Und wir überzeugen uns davon, daß Salzkartoffeln aber auch längst nicht so gut schmecken!
Noch ein kleiner Wink für die Hausfrau: Machen Sie die Kartoffeln für einen Kartoffelteig zu einem Strudel oder zu einem Kuchen immer im Ofen gar, sie werden wunderbar locker und ganz trocken, so daß auch der Kuchen viel besser geraten wird.
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die große Tum die kleine Tube
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Modisches für festliche Stunden, das auch leicht unter Verwendung von bereits Getragenem hergestellt werden kann, schlagen wir diesmal vor.
Es ist dies erstens zu einem langen schwarzen Seidenrock eine lange, einfache, auf einen Knopf geschlossene Jacke mit aufgesetzten Taschen aus Silberbrokat.
Dann zweitens zu dem gleichen Rock ein Bolerojäckchen aus gleichem Material
den Fasern sitzen. Während nun durch das Einweichen die beiden ersten Fünftel — Eiweiß und Fett — nicht gelöst werden können, das geschieht nur durch Waschpulver oder Seife, können die übrigen Schmutzteile, also Ruß, Staub und Salze durch richtiges Einweichen gelöst werden, wodurch beim späteren Waschprozeß viel Seifenmittel gespart werden. Die Einweichzeit soll mindestens zwölf Stunden betragen. Weiß- und Grobwäsche (die natürlich gesondert eingeweicht werden) lege man in kaltes, höchstens lauwarmes Wasser ein. In heißem Wasser würde der anhaftende Schmutz gerinnen und sich erst recht im Gewebe festsetzen.
Zum Einweichen nehme man Soda, Bleichsoda oder ein anderes der bekannten Einweichmittel mit Erhärtungseigenschaft. Man richte sich im Mengenverhältnis von Wäsche, Wasser und Einweichmittel genau nach den jeweiligen Gebrauchsanweisungen. Für Soda gilt das Verhältnis von
mit schmalen Goldblenden und
aus Goldperlen — und drittens eine kurz-
Mas sollen wir tragen?
PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS
ärmelige Bluse aus elfenbeinfarbenem Mattkrepp mit gezogenen Effekten und kleinen Stoffknöpfen.
Aus schwarzem Georgette ist viertens die Bluse mit den langen, weiten Aermeln und dem seitlich zur Schleife gebundenen Gürtel. Die Applikationen auf Bluse und Aermeln sind aus schwarzem Seidensamt. H.
Nesthäkchen.
Großes Glück herrscht im Hause, wenn nach vieles Jahren noch ein kleiner Nachzügler das Licht der Welt erblickt. Aber mit seinem Eintreffen ergibt sich leider auch allzu oft ein Bevorzugen des jüngsten Familienmitgliedes gegenüber seinen größeren Ges chwistern.
Zunächst erleben die Eltern im Geiste ihre Jugendzeit wieder, die schöne Zeit, zu der ihnen das erste Kind geboren wurde. Die Nerven der Elters tehen an Festigkeit und Widerstandsfähigkeit denen! des Kindes um ein bedeutendes nach. Außerdem! haben sie das Großziehen von Kindern bereits beis nahe wieder verlernt. Und schließlich wird der kleine! Nachzügler bei den großen Geschwistern, die alle! an ihm schon Mutter- oder Vaterstelle Vertreters wollen, zum Gegenstand des Verwöhntwerdens^ Nesthäkchen darf aber nicht bevorzugt oder verwöhnt! werden, denn man tut ihm damit für sein späteres Leben keinen Gefallen, erschwert ihm nur alles; denn wenn es sich zu Hause nicht fügen lernt und dort stets Hahn im Korb ist, wird es einst ents täuscht in der Welt stehen und erkennen müssen, daß nicht immer alles nach seinem Kovfe gehen kann! Deshalb sollen die Eltern systematisch auf dis Erziehung des Kleinsten einwirken.
Mit seinem Eintreffen bringt der Nachzügler das ganze häusliche Leben etwas aus dem Gleichgewicht, und nur zu oft vernachlässigt die Mutter dann ihrs größeren Kinder. Für sie gibt es nur nqch das Kleinste, und nach diesem muß sich alles 'richten, worin leicht eine Ungerechtigkeit den Großen gegenüber liegt. Das ist falsch. Wenn damit den großen! Geschwistern nur Pflichten und Lasten aufgebürdet
Wie wasche ich richtig?
Die neue, von Oktober ab gültige Seifen- karte bringt den Hausfrauen eine Erleichterung, die bisher den ganzen Seifenpulverabschnitt an die Wäscherei abzugeben hatten, denen sie die großen Stücke und die Herrenwäsche zur Behandlung übergaben. Sie kamen dadurch oft in Verlegenheit, wenn sie Seidenwäsche und kleinere Stücke selbst waschen wollten. Durch die Aufteilung des monatlichen Seifenpulverquantums in fünfmal 50 g ist eine gerechte Verteilung zwischen Haus- und Betriebswäscherei gewährleistet. Nun ist es an der einzelnen Hausfrau, das Seifenmaterial so sparsam imb zweckmäßig wie nur möglich zu verwenden. Dabei sind zwei Arbeitsvorgänge von ausschlaggebender Bedeutung: Enthärten des Wasch - wassers und sachgemäßes Einweichen. Fast jedes Wasser enthält Kalk. Bei nicht enthärtetem Wasser wird nun ein großer Teil der im Waschpulver enthaltenen Seife dazu benutzt, den Kalk unschädlich zu machen. Dieser Teil der Seife geht dann der Reinigung verloren. Voll ausnutzen läßt sich das Waschpulver nur bei enthärtetem Wasser. Darum ist sowohl bei der Vorbehandlung der Wäsche, dem Einweichen, das Wasser durch entsprechende Waschmittel zu enthärten, wie es auch später mit dem Kochwasser, bei dem erst das Seifenpulver zur Anwendung kommt, zu geschehen hat
„Gut geweicht ist halb gewaschen, ist eine Erfahrung jeder Wäscherin. Darum muß auch dieser Teil der Wäschereinigung sorgsam durchgefuhrt werden, soll der größte Nutzen, d. h. die höchste Sauberkeit in Verbindung mit größter Sparsamkeit an Reinigungsmitteln und höchster Schonung des Wäscheauts erreicht werden. Die chemische Wissenschaft hat festgestellt, daß in 10 kg Trockenwäsche etwa 150 bis 400 g Schmutz enthalten sind. Diese Schmutzmengen bestehen zu einem Fünftel aus Ei- weiß, einem Fünftel Fett und zu drei Fünftel aus Ruß, Staub, und. Salzen, die nur locker m
werden, kann die einseitige Liebe zum Jüngsten irt brennende Eifersucht, ja sogar in Haß Umschlägen^ Auch die großen Kinder verlangen nach Mutterliebe, wenn nicht noch mehr als die Kleinen; außerdem sind ja auch sie noch im jugendlichen Alter und wollen Freizeit haben zu kindlichen Spielen und Beschäftigungen. Man darf ihnen das Recht des Kindes nicht rauben! Auch ist es unmöglich, daß große Geschwister mit dem Kleinsten um 19 Uhr ins Bett gesteckt werden, nur weil der kleine Haustyrann nicht allein einschlafen will und sich einbildet, die gleichen Lebensbedingungen wie seine' großen Geschwister zu haben. Ein heikles Thema ist das der Geschenke. Es versteht sich von selbst, daß man vernünftigen, größeren Kindern wertvollere Geschenke geben kann, als dem kleinen Dummerchen, das vorläusig doch nur alles zerstört. Wie oft schmollt da das Kleinste! Aber dagegen muß gleich aufgetreten werden. Und in liebevoller Weiss muß die Mutter dem Kleinen auseinandersetzen, daß, wenn es mal groß sein wird ...
Verwöhnte kleine Nachzügler ziehen manchmal auch ein Mäulchen, wenn sie Kleidungsstücke der großen Geschwister „erben", eine Einrichtung, die in jedem sparsamen Haushalt eine Selbstverständlichkeit bedeutet. Wird aber die Mutter alles besonders liebevoll und hübsch Herrichten, dann wird der kleine Egoist sich fugen. Hinsichtlich der Erziehung wird es richtig sein, wenn die Eltern sich das Recht dazu allein vorbehalten und nicht den großen Geschwistern Vollmacht geben. Sonst wird Nesthäkchen! nämlich nach allen Himmelsrichtungen bin erzogen und weiß gar nicht mehr, was falsch und was richtig ist. Tatsächlich „verderben dabei viele Köche den! Brei"! Wenn die Eltern aus der Erziehung der großen Kinder diese oder jene Lehre gezogen haben, wird es ihnen auch leichter fallen, aus dem kleinen Nachzügler einen bescheidenen und wohlerzogenen Menschen zu machen. H. v. L.
Rezepte.
Grüne Bohnen mit Tomaten: DiS Bohnen werden vorgerichtet. Inzwischen dämpft man eine Zwiebel in etwas Fett hellgelb, gibt biä Bohnen hinein sowie etwas feingewiegtes Bohnenkraut und etwas Wasser und läßt die Bohnen halb- weich dünsten. Dann gibt man auf 2 Pfund grünS Bohnen 1 Pfund zerschnittene Tomaten sowie eine Prise Salz, stäubt etwas leicht geröstetes Mehl über das Gemüse und läßt es gardünsten. Zum Schluß noch feingewiegte Petersilie darüberstreuen.
Tomaten-Kartoffeleintopf: Fleischreste, 2 Zwiebeln, 500 Gramm kleingeschnittene Tomaten in Fett dünsten, Mehl dazu mit 1 Liter Wasser ausfüllen. 10 Minuten kochen lassen, mit Salz und etwas Zucker abschmecken. Dazu 1 bis 2 kg Kartoffelreste (gekocht) daruntermischen.
Mit Leber gefüllte Tomaten: 500 Gramm Tomaten, 125 Gramm Leber, 1 Brötchen, 1 Ei, 1 Zwiebel, Salz, fein gehackte Petersilie, etwas Fett, 20 Gramm Mehl, Vs Liter saure Milch. — Von den gewaschenen Tomaten wird das Deckelchen abgeschnitten, das Innere herausgenommen und dann mit folgender Füllung gefüllt: Man häutet die Leber, gibt sie mit dem eingeweichten Brötchen und der Zwiebel durch die Maschine, mischt das Ei, Petersilie und Salz darunter und vermengt alles gut. Auf die gefüllten Tomaten gibt man die Deckelchen und brät sie in einer flachen Pfanne in etwas Fett gar. Die entstandene Brühe wird mit etwas mit saurer Milch verrührtem Mehl gedickt.
Pikante Hefe-Tomatenrolle: 500 Gramm Mehl, 20 Gramm Hefe, 40 Gramm Fett, V4 Liter Milch, Salz. Zum Bestreichen: V- Liter dicke Tomatentunke, 50 Gramm in Würfel geschnit« tenen Speck, 1 große fein geschnittene Zwiebel, 2 Eßlöffel gehackte Kräuter. — Aus Mehl, Fett, Hefe, Milch und Salz bereitet man einen Hefeteig und rollt ihn Vr Zentimeter dick aus. Dann bestreicht man ihn mit der Tomatentunke, gibt dis Speckwürfelchen oder Fleischreste und die gehackten Kräuter darauf, rollt den Teig zusammen und schneidet 4 Zentimeter breite Stücke ab, die in eine . mit Fett ausgestrichene Auflaufform gesetzt werden, lieber jede Rolle gibt man etwas Tomatentunke und evtl, etwas geriebenen Käse. Nach dem Gehen! bäckt man sie im Backofen hellbraun. Mit Tomaten, tunke zu Tisch geben,
Köstliche Kartoffeln.
Jetzt, wenn es reichlich frische Kartoffeln gibt, ist so recht die Zett dafür, sie auf köstliche Weise zurechtzumachen. Man braucht nicht erst den Physiologen zu fragen, eigentlich sagt uns schon unsere Zunge, daß die heute leider meist übliche Form der „Salzkartoffel" durchaus weder die wohlschmeckendste, noch die gesundheitlich wertvollste Art der Zubereitung ist. Warum schmecken die im Herbst im Kartoffelfeuer in sich gebratenen Kartoffeln denn gar so „köstlich?" Es ist nicht nur der Spaß, die frische Luft, vielleicht auch die Arbeit, die wir geleistet haben, die sie uns zu einem wahren Genuß machen, sondern in dieser Form, die wir wirklich als die beste bezeichnen müssen, ist die Knolle in sich gar geworden, nichts von ihr fortgenommen, nichts hinzugefügt, das Nahrungsmittel in seiner Einheit auf die vorzüglichste Weise so gargemacht, daß nicht nur alle Nähr- und Gesundheitswerte erhalten sind, sondern auch ihr voller Wohlgeschmack entwickelt wurde. So sind sie wahrhaft köstlich!
Nun können wir uns ja nicht beliebig oft Kartoffelfeuer anzünden, aber die Hausfrau hat es wohl in der Hand, die Kartoffeln in ähnlich wohlschmeckender Weise herzurichten. Wir kochen sie nicht in Wasser, aber mir machen sie auch nicht im Dampfe gar, wie wir es jetzt dem Kochen vorziehen, sondern: sie werden im Ofenrohr gebacken! u m ,
Die frischen Kartoffeln werden mit der Wurzel- bürste in reichlich Wasser sehr sauber abgebürstet, dann noch ein- bis zweimal in Wasser nachgewaschen, damit sie vollkommen sauber sind, dann läßt man sie trocken werden. Man kann sie dann auf verschiedene Weise backen; entweder auf ein eingefettetes Backblech legen und in nicht zu starker Hitze langsam gar werden lassen. Oder man ölt sie vorher ein, dann bäckt nach dem Garwerden die Schale so knusperig, daß man sie gern mitgenießt. Sehr gut im Geschmack werden sie auch, wenn man sie auf einer Längsseite einschneidet, Kümmelkörnchen in den Einschnitt streut und nun backen läßt. Man kann es aber auch so machen, daß man die Kartoffeln einmal durchschneidet, die Schnittfläche erst in Fett, dann in gestoßene Kümmelkörner taucht, auf ein eingesettetes Blech mit dieser Küm- inelftäche stellt und nun backen läßt. Mtt ein wenig
Das Antlitz der Frau. :
Einst lächelten die Damen von der Galerie auf die ritterlichen Spiele hernieder, die ihnen zu Ehren 1 veranstaltet wurden. Den Kopf umrahmte feierlich 1 die Halskrause, und der Gruß des huldvoll sich , neigenden Angesichts dünkte den Rittern höchster 1 Lohn. Später im Zeitalter des Rokoko: Welch ein Rausch von Farben und Formen in der Kleidung! Tief der Ausschnitt und reich geschmückt die hocy- getürmte, gepuderte Frisur — und doch alles dies nur Rahmen für das Antlitz der Frau. Einerlei, in 1 welche Zeit wir zurückschauen, in die napoleonische, die friderizianische, die Biedermeierzeit ober die um neunzehnhundert: Gewiß, wohl gab es Glanz der Schultern, zierlichen Schwung der Taille und Spiel der Hönde — stets aber dominierte das Antlitz der Frau. Immer wieder ist es im Lauf der Jahrhunderte von Dichtern besungen und von Malern auf die Leinwand gebannt worden — so, wie es war und so, wie es ersehnt wurde: das wunderbar gütige Madonnengesicht, das Antlitz der Dame voller Ruhe und Würde, das innige, heitere Angesicht der Geliebten.
Und heute? Die Frau hat längst ihre Beine entdeckt, sie zeigt von ihrem Körper mehr als jemals, und doch ist es immer noch das Antlitz, das das Wesen der Frau ausmacht, das ihre Wirkung bestimmt. Denn es ist Spiegel der Seele, Sinnbild des Charakters und der Lebensart. Dgr- um soll die Frau vor allem auf die Wirkung ihres Angesichtes bedacht sein. Es genügt nicht, wenn sie sich entzückend kleidet und ihr Gesicht „herrichtet". Die eleganteste Kleidung und die sorgfältigste Aufmachung, ja selbst die Schönheit eines gut geschult- tenen Gesichtes verblassen vor dem Zauber, den ein ruhiges, freundliches Frauenantlitz, sogar wenn es weder jung noch schön ist, auf seine Umgebung aus« übt.
Die schönste und wichtigste Aufgabe bietet sich ihm im natürlichsten Beruf der Frau, dem der Gattin, Mutter und Hausfrau; denn der häusliche Herd, und fei er noch so einfach, und die Familie, und sei sie noch so klein, sind der Kraftquell, aus dem wir alle schöpfen. Wieviel freudiger wird der Tag begonnen, wenn die Hausfrau den Ihren mit heiterem Gesicht einen „Guten Morgen" wünscht (wenn auch gerade am Morgen die vielen Mühen und Sorgen des Haushaltes auf sie einstürmen), auch wenn die Putzfrau sie im Stich gelassen hat oder sie bei allem Vormittags-Haushaltstrubel noch Besorgungen in der Stadt machen muß — als wenn man ihrem Antlitz anmerkt, was alles sie bedrängt. Der Gatte geht frohgemut an die Ar» beit, die Kinder stehen viel leichter auf, und allen schmeckt das Frühstück, wenn der Familientisch frohe Gesichter vereint. Der Alltag ist nicht grau, und die Arbeit geht viel besser von der Hand, wenn man an ein liebes Angesicht denken kann, das daheim wartet. Auch die Gäste fühlen sich bei der Frau mit dem liebenswürdigen Antlitz, selbst wenn es nicht in ihrer Art liegt, in der Unterhaltung zu glänzen, wohler als bei der lebhaften Gesellschafterin, die ihre Mienen nicht beherrschen kann, wenn einmal jemand ein Glas umwirft — womit sie ja gar nichts bessert, im Gegenteil!
In den Stürmen des Lebens — und solche hat es zu allen Zeiten, auch der „guten alten" gegeben — ist ein von innen her mit ruhiger Heiterkeit erfülltes Frauenantlitz etwas unendlich Beglückendes, so etwas wie ein Hafen, in dem sich die Wogen des Tages glätten, ein Ruhepunkt, um den sich das Geschehen seiner Umwelt dreht. Und gerade jetzt in schwerer Zeit, da die Frau zur Hüterin der Heimat geworden ist, soll der Ausdruck ihres Angesichtes Symbol und Beweis fein von der unerschütterlichen Ruhe und Freudigkeit, mit der sie die Front unserer Männer stützt in dem Kamps für Deutschlands Lebensrecht, in dem sie 'selbst jede Stunde in der Heimat unbeugsam steht.
Eines kommt noch hinzu: So wie die Seele das Angesicht bildet, so bildet das Angesicht die Seele; da die Untrennbarkeit von Körper und Seele eine gewisse Harmonie zwischen beiden bedingt, treiben wir unwillkürlich „Seelengymnastik", wenn wir uns um den Ausdruck unseres Angesichts bemühen. Denn nur Heiterkeit und Güte von innen heraus formen das Gesicht so, wie wir es erstreben. Darum sollte jede Frau es sich zum Ziel machen, ein ruhiges und freundliches Antlitz zu besitzen. Es macht schöner und liebenswerter, und sie arbeitet damit an sich selbst, sich und anderen zur Freude. H. v. H.
200 bis 250 g Soda auf 50 Liter Wasser. Man' achte besonders darauf, daß die einzelnen Wäschestücke locker in das Einweichwasser gelegt werden und spare nicht am Wasser. Je mehr die Wäsche im Einweichwasser „schwimmt", um so gründlicher erfolgt die Vorreinigung und um so leichter geht dann das Waschen oonstatten. Handtücher, Tischwäsche und dergl. niemals gefaltet ins Einweichwasser legen. Gut ist es, die Wäsche einmal durchzukneten und darauf zu achten, daß sie unter Wasser bleibt und nicht durch Aufsaugen die Oberfläche trocken bleibt. Buntwäsche darf natürlich weder mit der anderen zusammen, noch so lange geweicht werden wie sie; hier genügen 2 bis 3 Stunden. Beim Einweichen spare man also nicht an Wasser, noch am Einweichmittel, noch an Sorgsamkeit. Ein leichtes Reinigen ,und sparfamer Verbrauch an Seifenpulver lohnt die in der Vorarbeit aufgewendete Mühe.
Mittagsttsch und für das Abendbrot sowie für die Vorratshaltung folgen hier einige Rezepte:
Kürbisgemüse: 500 Gramm in Würfel geschnittener Kürbis werden mit einer halben, ebenfalls in Würfel geschnittenen Sellerieknolle in Salzwasser weichgedünstet, dann mit einer hellen Mehlschwitze, die mit Brühe aufgefüllt wird, .gebunden und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuß abgeschmeckt. — Kürbissalat: 500 Gramm eingemachter Kürbis, 375 Gramm Aepsel werden in kleine gleichmäßige Stücke geschnitten und mit geriebener Zwiebel, Salz, Zucker, Essig und etwas Oel zu Salat angerichtet. — Kürbis füß-sauer: 2 Kilogramm in gleichmäßige zwei Zentimeter große Stücke geschnittener Kürbis werden in einer Lösung von Vr Liter Weinessig, Vs Liter Wasser, 750 Gramm Zucker und etwas Ingwer glasig gekocht, heiß in Gläser ober Steintöpfe gefüllt und sofort zugebunden. Der Kürbis muß von der Flüssigkeit bedeckt sein. — Senfkürbis: 4 Kilogramm in gleichmäßige, dreisingerdicke Streifen geschnittener Kürbis werden mit 250 Gramm Salz bestreut und 12 Stunden stehen gelassen. Danach werden die abgelaufenen Kürbisstücke mit kochendem, einfachem Essig begossen und einen Tag stehen gelassen. Auf einem Durchschlag gut abgetropft werden sie abwechselnd mit folgenden Zutaten in Steintöpfe geschichtet: 125 Gramm Perlzwiebeln, 50 Gramm Schalotten, 50 Gramm weiße Pfefferkörner, 125 Gramm Senfkörner, Vr Stange Meerrettich, 2 Dillblüten. Sodann wird 8/* Liter Weinessig mit 300 Gramm Zucker aufgekocht und erkaltet über den Kürbis gegossen. Obenauf wird ein Senfbeutel gelegt und der Steintopf zugebunden.
Siarkwirksam


