Erscheint täglich, außer fr G Samstag, 5.| Sonntag, August 1940
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Momentbilder aus Portugal.
Von unserem Dr.
A.'Korrespondenien.
„Wir gaben der alten eine neue Welt." Und so spiegelt die Ausstellung denn in erster Linie auch die Größe der portugiesischen Geschichte, die Leistung der Vorfahren aus vergangenen Jahrhunderten wieder. Doch ist daneben ein besonderer Teil den kolonialen Bestrebungen und Leistungen Portugals in der Gegenwart gewidmet.
Ein kleines Mißgeschick trübte die Festesfreude dieser Tage. Als ein besonderes Symbol der kolo
nisatorischen und seefahrerischen Leistungen Portugals ist ein Schiff gebaut worden, ein großes Segelschiff in getreuer Nachblldung der Schiffe aus dem ausgehenden 17. Jahrhundert, als Portugals Seemacht auf der Höhe war. Dieses Schiff, das bei seiner Taufe den Namen „Nau Portugal" (Schiff Portugal) erhielt, sollte einen Teil der Ausstellung bilden, die am Westrande Lissabons bei Belem sich längs des Tejo erhebt. Beim Stapellauf aber kenterte das Schiff, und nun muß man abwarten, ob es möglich sein wird, den Schaden in Kürze wieder gutzumachen und „Nau Portugal" an den vorgesehenen Platz zu bringen, sonst wurde dieser Unfall wohl von vielen Portugiesen als ein recht unerfreuliches Omen betrachtet werden.
Erfolgreiche Unternehmungen eines deutschen U-Bootes.
Bei Luftangriff auf Cherbourg alle acht angreifenden Flugzeuge abgeschoffen.
Der Wehrmachtsbencht vom Freitag.
Berlin, 2. Aug. (DRV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Kapitänleutnant Wilhelm Roll mann hat mit seinem U-Boot ein feindliches U-Boot versenkt. Damit hat dieses Boot in zwei Unternehmungen innerhalb kurzer Zeit 12 bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit insgesamt 74 338 BRT.» den britischen Zerstörer „W h i r l- w i n d" und ein U-Boot vernichtet.
3m Südatlantik kam es zu einem Gefecht zwischen einem deutschen Hilfskreuzer und dem britischen Hilfskreuzer „Alcantara". Dabei erhielt das überlegene, stark bewaffnete feindliche Schiff von 22 209 BRT. schwere Treffer, u.a. auch in die Wafchinenanlage, so daß es den Kampf abbrechen und im Hafen von Rio de Janeiro Zuflucht suchen muhte. Der deutsche Hilfskreuzer fehle seine Fahrt zur Durchführung seiner Aufgaben planmäßig fort.
Deutsche Kampfverbände griffen am 1. August einzelne kleinere Geleitzüge sowie mehrere einzeln fahrende bewaffnete feindliche Handelsschiffe vor der h u m b e r - Mündung, im St.-Georgs-Kanal und vor Zarmouth mit Bomben an. hierbei wurde ein Handelsschiff versenkt sowie zwei weitere
Handelsschiffe, ein Tanker und ein Minensuchboot durch Treffer schwer beschädigt. Lin weiterer besonders wirkungsvoller Angriff wurde auf eine Flugzeug-Fabrik in Norwich durchgeführt. Die aus niedriger höhe geworfenen Bomben schweren Kalibers lagen in den Derkanlagen und riefen starke Brände und mehrere Explosionen hervor.
Ein Flugzeug hat am 31. Juli in norwegischen Gewässern ein feindliches U-Boot vernichtet.
Im Laufe des gestrigen Nachmittags versuchten acht britische Bombenflugzeuge des Musters Bristol- Blenheim einen Angriff auf den Flugplatz Quer- queville bei Lherbourg. Durch rechtzeitig einsehende Jagd- und Flakabwehr gelang es, alle acht Flugzeuge abzuschießen, und zwar drei durch Messerschmitt-Jagdflugzeuge, fünf durch Flakartillerie. Eigene Verluste sind hierbei nicht ein- getreken. Bei einem versuchten Angriff auf holländisches Gebiet wurden zwei weitere Bristol- Blenheim-Flugzeuge im Luftkampf abgeschossen.
In der Nacht zum 2. August flogen wiederum britische Flugzeuge nach Westdeutschland ein. Die abgeworfenen Bomben richteten keinen militärischen Schaden, jedoch zum Teil beträchtlichen Häuserschaden in der Umgebung von Köln an und töteten und verletzten einige Zivilpersonen.
Die feindlichen Flugzeugverluste am 1. August betrugen insgesamt 10 Flugzeuge; ein eigenes Flugzeug wird vermißt.
Spuren schwerer Treffer auf der „Alcantara"
Lissabon, im Juli.
. Portugal feiert, es feiert trotz des Krieges, der jetzt mcht nur im Norden und Nord westen Europas, sondern auch im Mittelmeer tobt, seine nationalen Gedenktage. Man feiert gleich zwei Jahrhun- oertfeste auf einmal. Vor achthundert Jahren (ganz genau genommen allerdings bereits im Jahre 1139) entstand Portugal als selbständiger Staat, als Alfonso I. nach Besiegung der Mauren den Königstitel annahm und die bis dahin von Ka- stilien abhängige Grenzmark Portucalia aus dieser Abhängigkeit löste. Dor dreihundert Jahren wurde diese Selbständigkeit, die von Philipp II. von Spanien beseitigt worden war, wiederhergestellt. Wenn Portugal heute diese Gedenktage trotz der unruhigen Zeitläufe mit einer gewissen Zuversicht und, was vielleicht noch wichtiger, mit gut ausbalanciertem Staatshaushalt feiern kann, so hängt das allerdings mit einem anderen Gedenktage zusammen, der kürzlich ganz nebenbei in der Presse des Landes erwähnt wurde: Anfang Juli jährte sich nämlich zum achten Male der Tag, an "em S a l a z a r die Ministerpräsidentschaft antrat, nachdem er bereits in den vorhergegangenen Jahren die jahrhundertelang zerrütteten Finanzen des Landes als Finanzminister in überraschend kurzer Zeit auf eine gesunde Grundlage gestellt hatte.
In Portugal geschieht seitdem nichts von Bedeutung ohne oder gar gegen den Willen dieses eigenartigen Mannes, dessen Persönlichkeit so wenig gemeinsam hat mit den Vorstellungen, die man sich gewöhnlich von den Inhabern von praktisch unumschränkter Gewalt in südlichen Ländern macht. Auch der erbittertste Gegner Salazars könnte ihm nicht nachsagen, daß er äußeren Glanz und volkstüm- liche Schauspiele liebte. Wenn er trotzdem sich dazu entschloß, die Jahrhundertfeiern, wenn auch mit einem stark gekürzten Programm, abhalten zu lassen, so hat er damit sicher eine politische Absicht verfolgt. Man geht kaum fehl, wenn man annimmt; daß gerade diese Feiern ihm willkommen waren inn eines doppelten Zieles willen: Einmal, um den Entschluß Portugals, an dem in Europa tobenden Kampf nicht tätig teilzunehmen, sinnfällig zum Ausdruck zu bringen, zum anderen, um denjenigen unter feinen Landsleuten, denen es schwer fallen könnte, bei dem Ausdruck ihrer Sympathien und Antt- vathien sich nicht nur dem Buchstaben, sondern auch dem Geiste nach diesem Entschluß anzupassen, ein anderes, näherliegendes Betätigungsfeld für ihren Eifer zu schaffen.
So hat Portugal denn in diesen Tagen sich in dem Glanze seiner Gedenktage sonnen können. Der Portugiese tut dies gern. Sein Land ist am äußersten Südwestrande Europas gelegen. Es hat sein Gesicht dem Meere zugekehrt. Die Verbindungen mit.dem spanischen Nachbarn sind nur locker. Vom übrigen Europa weiß der Durchschnittsportugiese nur wenig. Gewiß gibt es die jahrhundertealte „A l - lianz" mit England, und im Kämmerchen gesteht man sich ein, daß Portugal viele Jahrzehnte hindurch sein Kolonialreich nur von Englands Gnaden besessen hat. Man liebt den großen Alliierten aber kaum, wenngleich sein wirtschaftlicher und politischer Einfluß an vielen Stellen zutage tritt. Man kennt ihn auch nur wenig. Denn die Zahl der Portugiesen, die nach England reisen oder die gar die englische Sprache beherrschen, ist gering. Selbst der Portweinhandel, durch den Portugal so lange Zeit an England gebunden war, liegt fast durchweg in englischen Händen. Geistig war die Sonne, an der Portugal sich wärmte, niemals London, sondern Paris. Deshalb ist man jetzt gerade in den Kreisen, die bisher am strammsten pro-alliiert waren, in der größten Verlegenheit. Die Kanonen von Oran haben in Portugal einen Widerhall gefunden, der in der Presse nicht annähernd Ausdruck findet.
Aus den Peinlichkeiten und Verlegenheiten, die die Kriegsereignisse heraufbeschworen haben, bieten nun aber die Jubelfeiern einen willkommenen Ausweg. Man sucht den europäischen Konflikt zu vergessen, und freut sich an der eigenen Bedeutung. Diese Freude an der eigenen Größe, bei der man gern dazu neigt, die große Vergangenheit in die Gegenwart hineinzuprojizieren, hat in diesen Wochen reichlich Nahrung gefunden. Lissabon war das Ziel einer ganzen Reihe von Sonderbotschaftern und Sondergesandten aus aller Welt, die dem portugiesischen Volk und seinem Präsidenten, dem ehrwürdigen General Carmona, die Glückwünsche ihrer Staatsoberhäupter und Regierungen überbrachten. Trotz aller Streichungen war das Festprogramm noch reichhaltig und bunt genug, wozu südlich blauer Himmel, die schöne Lage, die historischen Bauten von Lissabon und eine subtropische Natur das ihre beitrugen. Festliche Auffahrten der ausländischen Vertreter, Umzüge der Bevölkerung teils in historischer, teils in Landestracht, Bankette und Empfänge, ein Kongreß und als Krönung des ganzen eine umfangreiche und schöne „Ausstellung der Portugiesischen Welt" — das sind die wichtigsten Punkte dieses Festprogramms.
Der Titel der Ausstellung — wie übrigens der des Kongresses — zeigt, daß man nicht eine Weltausstellung im landläufigen Sinne des Wortes im Sinne hatte und daß auch das Arbeitsfeld des Kongresses sich nicht auf alle Wissensgebiete der ganzen Welt erstreckt. Man hat den Rahmen etwas enger gezogen, man will nur die „portugi^ische Welt" in ihm erfassen. Aber auch in diesem Rahmen ist der Freude an der eigenen Größe und Bedeutung keine zu enge Grenze gezogen. Denn von der „portugiesischen Welt" hat man hierzulande eine sehr weitreichende Vorstellung. In zahlreichen bildlichen Darstellungen und den dazugehörigen Erläuterungen wird der Besucher, wird auch wohl so manches Landeskind darüber belehrt, daß vier Fünftel oder mehr der Erde, so, wie wir sie heute kennen, durch portugiesischen Forschungstrieb bekannt wurden. An einem der schön proportionierten und stattlichen Gebäude der Ausstellung steht das stolze Wort:
Rio de Janeiro, 2. Aug. (Europapreß.) Die Ankunft des schwer beschädigten britischen Hilfskreuzers „Alcantara" im Hafen von Rio de Janeiro hat das lebhafte Interesse der Oeffentlichkeit erregt. Da die Besichtigung des Schiffes durch Pressevertreter zunächst verboten war, beschafften sich die Zeitungen mit Tele-Objektiven Aufnahmen des Schiffes, die jetzt veröffentlicht werden. Als auffälligste Spur des Kampfes geht aus den Bildern hervor, daß die „Alcantara" mit nur einem Sch ornstein in Rio eintraf. Von der Schiffs- leituna wurde dazu erklärt, daß der Schornstein „entfernt" worden sei. Weiter zeigt sich mittschiffs auf der Backbordseite ein über ein halbes Meter großes E i n s ch u ß l o ch. Dies ist fraglos der Weg, den die deutsche Granate genommen hat, die nach den Erklärungen der Schiffsleitung im Maschinenraum explodierte. Auch sonst zeigen sich auf dem ganzen Schiff Spuren des Kampfes:
Am Donnerstagabend wurden die Adsperrmaß- nahmen der Polizei gelockert und einigen Journalisten wurde die Erlaubnis erteilt, das bei der Halbinsel Vianya ankernde Schiff — nach sorgfältiger Durchsuchung jedes dieser Herren durch die Sabo
tageabwehr-Abteilung der Polizei — zu besuchen. Die Pressevertreter erhielten von dem Kommandanten einen schriftlichen Bericht ausgehändigt, der sich — wie nicht anders zu erwarten war — mit der amtlichen Mitteilung der britischen Admiralität deckt. Irgendeine Fühlungnahme mit den Besatzungsmitgliedern wurde den Berichterstattern unmöglich gemacht. Auch die 23 Leichtverwundeten, die nach den britischen Angaben außer den zwei To- t e n und den sieben Schwerverletzten die einzigen Opfer des Gefechtes fein sollen, waren nicht zu sehen. .
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Der Sprecher des englischen Rundfunks hat am Freitagabend zugegeben, daß die Beschädigungen, die ein deutsches Hilfskriegsschiff dem Hilfskreuzer „Alcantara" beigebracht hat, weitaus schwerer sind, als bisher angenommen worden war. Der Rundfunk teilte mit, daß durch deutsche Treffer die F a h r t g e s ch w i n d i g k e i t von 18 auf 10 Knoten herabgedrückt wurde. Es steht jetzt fest, daß ein Einschlag auch unter der Wasserlinie des Schiffes zu verzeichnen war, und zwar offensichtlich in der Nähe der Schraube.
Der Südosten.
Der Balkan ist, seitdem die Türkei chre Rolle als Großmacht ausgespielt hat und sich als innerlich zu schwach erwiesen hatte, die im 15. Jahrhundert dein Halbmond unterworfenen europäischen Völker unter i^rer Herrschaft zu halten, mehr als jedes andere Gebiet des Kontinents der Schauplatz wechselnder Einflußnahmen und Jnteressenkämpfe der europäischen Großmächte gewesen. Anfangs waren es vor allem Oesterreich-Ungarn, das ja selbst Balkanmacht mar, Rußland, unter dessen Protektionen die kleineren slawischen Balkanoölker ihre Unabhängigkeitskriege gegen die Türkei geführt hatten, und England, dessen Politik schwankte zwischen dem Bestreben, die Türkei, den „kranken Mann am Bosporus", möglichst bei Kräften zu erhalten, um die Russen von Konstantinopel und vom Zugang zum Mittelmeer fernzuhalten, und dem liberalem Doktrinarismus entspringenden Wunsch, die christlichen Fremdvölker der Türkei von dem türkischen Joch befreit zu sehen, wobei man den Russen den Wind aus den Segeln zu nehmen gedachte. Frankreichs Interesse ging damals so gut wie ausschließlich auf die außereuropäischen Besitzungen der Türkei, auf die Levante, Syrien und Aegypten. Deutschlands Politik war ausschließlich be- ftrebt, nicht in Streitigkeiten der übrigen Groß- wächte über Balkanfragen verwickelt zu werden und sich vor allem nicht in einem Konflikt zwischen den beiden dem Reich befreundeten Mächten Rußland und Oesterreich-Ungarn zu einer Stellung- "ahme gezwungen zu sehen. Diesem Wunsch ent- sprang Bismarcks drastischer Ausspruch, daß er auf dem Balkan „für Deutschland kein Interesse sehe, welches auch nur die gesunden Knochen eines einzigen pommerschen Musketiers wert wäre". So hat er getreu dieser Maxime weder bdm ersten Hohenzollernfürsten auf dem rumänischen Thron noch dem Battenberger in Bulgarien irgendwelche Hilfsstellung geleistet, die ihm in Rußland als lln- freundlichkeit hätte ausgelegt werden können. Italien schließlich, Ende des vorigen Jahrhunderts noch zu schwach zu einer unabhängigen selbstbewußten Großmachtpolitik, richtete seine Blicke erst ver> hältmsmäßig spät auf das andere Ufer der Adria.
Auch während der „Neuen Aera" blieben Deutsch- lands Interessen auf dem Balkan vorwiegend wirtschaftlicher Natur und wenn auch der wachsende deutsche Einfluß in Konstantinopel ebenso wie die mehr von Sentiments als von politischen Realitäten bestimmte Rolle, die Deutschland in der muselmanischen Welt zu spielen versuchte, zur Entfremdung mit Rußland und England nicht unwesentlich beigetragen haben, so ist es doch eine Ironie der Geschichte, daß es ein Balkankonflikt war, der Deutschland im Fahrwasser feines österreich-ungarischen Verbündeten in den Weltkrieg treiben ließ. Sein Ausgang hat nicht nur die Landkarte des Balkans radikal umgestaltet, sondern auch das Verhältnis der Großmächte zum Balkan grundlegend verändert. Die von Gnaden der Sieger neu entstan-
Offene Verhöhnung des Mandaisgedankens.
Die deutschen Schutzgebiete Papua und Neu-Guinea in die australischeVerteidigung einbezogen.
Berlin, 2. Aug. (DNB.) Nach einer Reutermeldung aus Canberra wurde bekanntgegeben, daß Papua und das von Australien verwaltete Mandatsgebiet von Neu?Guinea durch einen amtlichen Erlaß als 8. australischer Militär- b e z i r k in das australische Verteidigungssystem ein- gegliedert worden ist. Damit macht sich die australische Regierung einer groben Verletzung
5 Mandatsgedankens schuldig. Denn in Den Mandatsbestimmungen heißt es ausdrücklich, daß die Verwaltung des Mandats aus schließ- lich im Interesse des Mandatsgebietes und feiner Einwohner zu erfolgen hat. Daß Die Einbeziehung des Mandatsgebietes in den bri- tifchen Krieg nicht mit feinen Interessen vereinbar ift, liegt klar auf der Hand. Wenn die australische Regierung heute unter dem Vorwand der übernommenen Verpflichtungen eines treuhänderischen Schutzes das Mandatsgebiet in die eigene Verteidigungszone einbezieht, so' stellt diese Maßnahme in Wirklichkeit eine unerhörte Verhöhnung völkerrechtlicher Begriffe dar. — Deutschland hat nicht vergessen, daß es ausgerechnet diese Mandatsmacht war, die ohne den geringsten Anlaß 1914 und ebenso im September 19ß9 an der Seite Englands gegen Deutschland in den Krieg eintrat und 1914 das völlig unbefestigte und militärisch ungeschützte deutsche Schutzgebiet feige überfiel, es besetzte und dann seit 1920 im krassen Widerspruch zu dem Mandatsgedanken als Mandatsgebiet einseitig zum eigenen Vorteil ausbeutete. Im übrigen wäre es interessant ZU erfahren, gegen wen eigentlich der 8. Militär- biftrift unter Einschluß des Mandatsgebietes gerichtet ist.
Erweiterung des britischen Kriegskabinetts.
N e u y o r k 3. August. (DNB. ° Funkspruch.) Amerikanische Blatter verbreiten eine amtliche Reu termeldung aus London, wonach Churchill den Mi, nister für Flugzeugproduktion, Lord Beaver b r v o k, aufgefotbert hat, als Mitglied in da; Kriegskabinett einzutreten. Dabei sol Beaverbrook fein bisheriges Amt zunächst nicht auf geben. Aus anderer Quelle verlautet allerdings, das er die Aufgabe erhalten soll, das Informa, tionsminifterium zu überwachen, ohne daß der bisherige Minister Duff Cooper entlassen wird. — Der millionenschwere Zeitungskönig Lord Beaverbrook dürfte sich durch seine frühere Tätig- keit als Kriegshetzer für die Aufnahme in da- Kriegskabinett besonders qualifiziert haben.
Aachiflieger gegen englische Bomber.
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Die deutschen Wehrmachtberichte erwähnten in den letzten Wochen mehrfach den erfolgreichen Einsatz von Nachtjägern im Kampf gegen feindliche Bomber, die unter dem Schutz der Dunkelheit in das Reichsgebiet einfliegen. Unser Bild zeigt Nachtjäger vom Baumuster He 113 der Heinkel-Werke. Es sind einmotorige, einsitzige Ganzmetallflugzeuge mit einer für erfolgreiche Akttonen im Dämmerlicht der Sommer
nacht bzw. bei Mondschein unerläßlichen außerordentlich hohen Geschwindigkeit und Wendigkeit. Ein besonders breites Fahrgestell gestattet gegebenenfalls auch auf wenig geeignetem Gelände sichere Landungen. Die Nachtjäger haben sich, wie unser Bild.zeigt, ein auf ihren Einsatz besonders hinweisendes lustiges Staffelzeichen gewählt. — (Scherl-Bilderdienst-Werk- photo-Stöcker-M.)


