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Mittwoch, 3. April (940

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(90. Jahrgang Nr. 78

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Gießener Anzeiger

teftfcSetfness&äntK ^hlsche Unio«fitäti6nidertiB. fange General-Anzeiger für Oberhessen tsässt

l)at und so die Zustände bis zum letzten Tage per­sönlich mit ansehen konnte. Zum ersten Male er­fährt durch diesen Bericht das" englische Publikum einen Teil der Wahrheit, wie es wirklich in Polen aussah.

Field erklärt:Die Warschauer Generale hatten ihre eigenen Ziele. Sie sprachen offen von der Annexion Ostpreußens und ganz Ostdeutschlands. Sie hegten sogar gewisse Hoffnungen auf den Erwerb eines polnischen Protektorats über die Slowakei. Die romantische Militärüberlieferung Polens wurde von

Amsterdam, 3. April. (DNB.) In der maß­gebenden englischen ZeitschriftThe Fortnightly" erscheint ein aufsehenerregender Bericht des bekann­ten amerikanischen Publizisten Hermann Field unter dem TitelDie polnische Tragödi e".

Field deckt schonungslos die ganze Korruptheit und Verkommenheit der früheren polnischen Re­gierungsclique um Rydz-Sm^ly, sowie die Un­fähigkeit und den Größenwahn der, polnischen Ge­nerale auf. Sein Urteil erhält daourch ein beson­deres Gesicht, daß er selbst als Berichterstatter a m polnischen Feldzuge teilgenommen

Wie Italien und Deutschland zerstückelt werden sollen

Eine aufschlußreiche französische Photographie.

lediglich um Phantastereien eines Otto von Habs­burg handele, könne man leicht davon absehen, sie überhaupt zu verzeichnen, aber hier handele es sich doch nachgerade um ein offizielles Do­kument. Was allerdings feine Verwirklichung an- belange, so müsse man daran erinnern, daß man hierfür zuerst einmal ernsthaft kämpfen müsse. Was schließlich Italien betreffe, so seien seine Grenzen von Millionen von Bajonetten ge­schützt, so daß es gefährlich wäre, in dieser Hinsicht etwas zu unternehmen.

Parispeinlich berührt".

Besorgnis vor den Rückwirkungen auf Italien.

Genf, 3. April. (DNB.) In Paris scheint man sich darüber klar zu sein, daß der ZeitschriftIllu­stration" mit der photographischen Wiedergabe von Reynaud und Sumner Welles vor der auf­schlußreichen LandkarteDas neue Europa" eine in nichts wieder gut zu machende Panne unter­laufen ist. Man ist über diese Veröffentlichung der von den Westmächten geplantenZukunftsland­karte Europas" offensichtlich peinlich berührt und stärkstens betroffen. In politischen und diplomati­schen Kreisen der französischen Hauptstadt kann man sich die unausbleiblichen Auswirkungen dieser unfrei­willigen Enthüllung der französisch-britischen Kriegs­ziele keineswegs verhehlen und ist vor allem hin­sichtlich der Reaktion in Italien sehr besorgt.

Neue italienische Beschlüffe zur Landesverteidigung.

Rom, 2. April. (DNB.) Der M i n i st e r r a t hat.Dienstag unter dem Vorsitz des Duce eine Reihe wichtiger Beschlüsse auf dem Gebiet der Landesverteidigung und der Lohngestal- tung getroffen und sich dann auf Mittwoch vertagt. So wurden vor allem die bestehenden Normen für die Organisierung und Mobilisierung der Nation im Kriegsfälle einer Revision unterzogen, wobei die öffentlichen und privaten Vereinigungen, wie die nicht zum Militärdienst herangezogenen Personen, einschließlich der Frauen, sowie der Minderjährigen über 13 Jahre der zivilen Mobilisierung unterworfen wer­den. Außerdem wurden Maßnahmen zur Verstär­kung der Küstenmiliz gemäß den ihr im Rahmen der Landesverteidigung zufallenden Aufgaben be- schlossen.

Ein weiterer Gesetzentwurf verpflichtet die Haus- eigentürner zur Anmeldung der eisernen Gitter und Eisenumzäunungen, sowie deren Abnahme inner­halb einer entsprechenden Frist. Ausgenommen sind vorerst Umzäunungen von künstlerischem Wert und solche in ausländischem Besitz,

Die polnische Tragödie."

Ein Amerikaner erklärt:Die polnische Regierung war die Diktatur einer reichen und verkommenen Minderheit^. .

stärkt habe, während unsere Gegner recht wenig Gruyd hätten, mit der Entwicklung der Lage zu­frieden zu sein. In Disziplin und Geschlossenheit warte die Heimat auf die kommenden Ereignisse, während die Front überall da, wo sie sich mit dem Feinde messen konnte, ihre Ueberlegenheit bewiesen habe. Der Wille des deutschen Volkes sei unabän­derlich, die Welttyrannei der westlichen Plutokratie ein für alle mal zu brechen und diesen Krieg, wie der Führer gesagt habe, nicht anders zu beenden, als mit dem g l ä n - zendsten Sieg verdeutschen Geschichte.

Drei feindliche Flugzeuge abgeschoffen.

Verstärkte Luftaufklärung.

Berlin, 2. April. (DBB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

An der w e st f r o n t keine besonderen Ereignisse.

Die Luftaufklärung über der Bordsee und gegen Ostsrankreich wurde am 1.April in verstärktem Mäße sortgeseht. Dabei kam es zu wiederholten Luftkämpfen zwischen einzelnen deutschen Aufklärungsflugzeugen und feindlichen Jägern. Ein Dornier-Aufklärungsflugzeug schoß ein französisches Jagdflugzeug vom ^Muster Lurtih, ein anderes Aufklärungsflugzeug schoß eine Moräne ab. Ein englisches Aufklärungsflugzeug, das in die Deutsche Bucht einzufliegen versuchte, wurde von einer Rotte Me 109 abgeschofsen.

Ein deutsches Aufklärungsflugzeug kehrte vom Aeindflug nicht zurück.

Wirtschaftspolitische Kriegshetze der Plutokraten

Die Lüge von den Angriffen Deutschlands auf den Welthandel.

Mailand, 2. April. (DNB.) DasRegime Fascista" macht in einem aufsehenerregenden Leit­aufsatz Mitteilung von einem sensationellen Doku­ment, das die Doppelzüngigkeitder fran­zösischen Politik schwarz auf weiß beweist und offen erkennen läßt, daß die W e st m ä ch t e bereits beschlossen haben, wie Italien ver­stümmelt werden solle.

Als der amerikanische Unterstaatssekretär Sumner Welles in Paris weilte, so schreibt das Blatt, hatte er u. a. auch eine lange Aussprache mit Rey­naud, der damals noch Finanzminister war. Beide unterhielten sich über die Kriegsziele und Peynaud entwickelte dabei mit der äußersten Zurückhaltung die berühmten Pläne, wie Frankreich und England sich die Gestaltung deskünftigen glücklichen Europa" denken. Damit sich der Ameri­kaner eine klare Vorstellung von den Projekten machen konnte, wurde ihm eine Landkarte Eu­ropas mit den neuen hypothetischen Grenzen gezeigt. Nach der Besprechung wurden die beiden Staatsmänner für die Zeitungen in freundschaftlich lächelnder Haltung photographiert. Der Zufall wollte es nun, daß auch jene Land­karte von Europa hinter beiden Män­nern auf dem Bilde se st gehalten wurde, ohne daß irgendein höherer Funktionär sie genauer beobachtet hätte. Diese Karte zeigt nun in beredter Weise, gewissermaßen graphisch, die politischen Ge­danken der Engländer und Franzosen.

Die neuen Grenzen auf der Photographie lassen keinen Zweifel offen: Deutschland ist auf der Karte aufgeteilt und auf das bloße Preußen zusammenge- schrumpft. Alle rheinischen Provinzen sind an Frankreich angegliedert, Bayern bildet einen selbständigen Staat, Polen ist wiederher- gestellt und durch/Pommern vergrößert, Un­garn ist verstümmelt, das alte tschecho­slowakische Staatsgebilde Beneschs wiederher­stellt und zum Schaden Deutschlands und Un­garns vergrößert. Rumänien gewinnt weitere ungarische Gebiete, und das ebenfalls wieder­hergestellte Oesterreich reicht bis zur Adria. Italien verliert das julische Vene­tien und ganz Istrien: Ersteres wird an Oesterreich, letzteres an Jugoslawien ge­geben.

Endlich also hat man, stellt hierzu dasRegime Fascista" fest, auf einem sichtbaren Dokument einen klaren Beweis für die französische Erkennt­lichkeit gegenüber Italien, das 1915 für die Qadje der Alliierten 600 000 Tote und eine Mil­lion Verwundete geopfert hat. Frankreich hat also bereits beschlossen, Italien gerade jene Gebiete wie­der wegzunehmen, die es mit Mühe von der Wort-

Üiesen Generalen zu einer Besessenheit erniedrigt, die sie blind für jene Wirklichkeit machten, mit der sie sich auseinanderzusetzen für beauftragt hielten. Der schlimmste Fehler der Regierung aber äußerte sich in ihrer krankhaften Sucht, auf keinen Fall vernünftige Beziehungen zur Sowjetunion zu haben. Diese polnische Regierung war eine der dekadente st en und reakti onärsten Klassenminderheiten, die es überhaupt in Europa gibt. Diese reaktionäre Clique war nicht gesonnen, auch nur einen einzigen Quadratmeter ihres riesigen und schlecht verwalteten Besitzes ab­zugeben. Die rückständige, zumeist halb-feudalistische Gesellschaftsstruktur des Landes drückte den größ­ten Teil der Bevölkerung in einen Zu­stand dauernder Armut herab. Die sog. pol­nische Regierung war nichts als die Diktatur einer reichen und moralisch verkom­menen Minderheit. Die polnische Landwirt­schaft, durch die ttostlosen Verhältnisse verarmt, zeigte seit Jahren wachsende Ungeduld und Ruhe­losigkeit. Fast alle Parteien von rechts bis links standen gegen das brutale Terrorregiment der sog. Regierung in Opposition, die dem Volke gegenüber mit brutaler Unterdrückung arbeitete.

Ich erinnere mich noch, so schreibt Field weiter, wie ich unmittelbar von einem deutschen Luftan­griff auf Krasnik die Evakuierung der Insassen des dortigen Lagers für politische Gefan­gene erlebte. Sie waren mit den Füßen anein­andergefesselt und mußten über die verstaubten Straßen marschieren, hoffnungslos den Lustangrif- fen ausgesetzt, da die deutschen Flieger sie natür­lich für eine marschierende Truppe halten mußten. Die polnischen Offiziere freuten sich mit einem ab, scheulichen Zynismus, daß sie auf diese Weise ihre politischen Gefangenen los wurden, ohne sie selbst zu erschießen.

Der polnische Staat war niemals eirt Na tionalstaat. 40 v. H. der Bevölkerung ge­hörten den nationalen Minderheiten an. Diese 12 Millionen Menschen standen ebenfalls gegen die polnische Regierung in schärfster Opposition, weil sie unmenschlich unterdrückt wurden. Alles in allem: Polen trat in seinem Existenzkampf unter der Füh­rung einer Regierung ein, die es im Herzen auf das tiefste verachtete. Die blinde soziale Reaktion, die unaufhörliche Verletzung aller Minderheiten­rechte und die Folgen einer selbstmöderischen Außen­politik machten Polen unfähig, als Nationalstaat zu bestehen, und lieferten fein Volk dem Kriege aus,

Es ist verständlich, daß dieser Aufsatz imThe Fortnightly" in England ungeheures Aufsehen er­regt hat, enthält er doch die schärfste Perur­teilung für die britischen Kriegs­hetzer, die man sich denken kann.

brechern von Versailles zur Vollendung seiner Ein­heit erhalten hatte.

hinzuzufügen sei, so betont das Blatt, daß die Karte des Herrn Reynaud nur Europa gezeigt habe, hätte sie auch Afrika verzeich- net, dann hätte man sicherlich auch die neuen Grenzen Libyens gesehen, das von Eng­ländern und Franzosen aufgeteilt wäre. Auch die Grenzen Aethiopiens wären zu er­kennen, das wahrscheinlich Begus Tafari unter britischem Schuh zurückgegeben werden solle, habe nicht erst vor wenigen Monaten der fran­zösische Kriegsmarlneminister L a m p i n ch i er­klärt, es genüge, nur auf einen Klingelknopf zu drücken, um das italienische Impe­rium verschwinden zu lassen.

Der von den Juden vorn Zaun gebrochene und für das Recht und die Christlichkeit" geführte Krieg solle also mit einem neuen noch viel schlimmeren Versailles enden!

Der französische Haß gegen Italien werde nur von einem Wunsche beherrscht, die italienische Macht zu vernichten. Wenn die Engländer und Franzosen Deutschland besiegen würden dann würden sie auch Italien verstümmeln, um es für immer machtlos zu machen. Reynaud sei logisch und aufrichtig ge­wesen, als er dem Amerikaner die Landkarte ge­zeigt habe, nicht aber, wenn er mit zusammenge­bissenen Zähnen Italien anlächelt. Nach der Ver­öffentlichung dieses schwerwiegenden photographi­schen Dokuments, das kein verspätetes Dementi aus der Welt schaffen könne, habe Italien, so schließt das Blatt, an seiner feststehenden Haltung nichts zu berichtigen. Seit der Einigung Italiens feien d i e Franzosen immer seine ärgften Feinde gewesen. Man müsse Herrn Reynaud für den unfreiwilligen Dienst, den er Italien erwiesen habe, äußerst dank­bar sein.

Ein Msterbeispiel demokratischer" Geographie. DieTribuna" beschäftigt sich in einer energi­schen Stellungnahme mit der Europakarte Rey- naubs. Bei dieser Aufnahme, die von derIllu­stration Fran^aise" veröffentlicht wurde, handele es sich, so betont das angesehene römische Blatt, um ein Musterbeispiel typisch demokratischer Geographie zur Aufrechterhaltung der französisch - englischen Hegemonie, denn niemand könne im Ernst daran denken, daß Ostpreußen an Polen abgetreten werde, oder daß die Tschecho-Slowakei eines Benesch Wiedererstehen oder Ungarn erneut verstümmelt werde. Noch lächerlicher sei aber der Plan einer Wiederaufrich­tung Oesterreichs sogar bis Triest. Wenn es sich

England und seine plutokratischen Hintermänner, einschließlich derjenigen in Amerika, war die Wirt­schaftspolitik genau so ein Mittel zur Vorbereitung des Krieges, wie die große Politik. Noch gibt es feine Geheimdokumente, die das enthüllen, aber für den, der sehen kann, ist auch hier klar erkennt­lich, wo die Kriegstreiber gesesseG haben.

Deutschlands Wille unabänderlich.

Beseitigung der Wclttyrannei der westlichen Plutokratie.

Berlin, 2. April. (DNB.) Am Dienstag ver­sammelten sich die Leiter der Reichspropaganda­ämter in den Räumen des'Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda unter Leitung von Ministerialdirektor Gut lerer zu einer Ar­beitstagung, bei der eine Reihe von Referaten zu wichtigen Tagesfragen gehalten wurde. U. a. spra­chen Staatssekretär Syrup über Gegenwarts­aufgaben der Sozialpolitik und der Reichsbeauf- tragte für Metalle, ^-Oberführer Zimmer­mann, über Metallsammlung und -Verwertung.

Im Mittelpunkt der Tagung stand eine Rede des Reichsministers Dr. Goebbels. Der Minister §ab einen umfassenden Ueberblick über die politische age. Er schilderte, wie eine Reihe diplomati­scher Erfolge in den letzten Wochen die Stel­lung Deutschlands noch weiter g e =

m Bereits ba% erste Echo des Auslandes auf die Veröffentlichung der polnischen Geheimdokumente läßt ihre sensationelle Wirkung erkennen. Die Lüge von der politischen Aggression Deutschlands ist glän­zend widerlegt, die wahren Kriegstreiber, einschließ­lich der amerikanischen Botschafter, sind bloßgestellt. Es ist aber vielleicht nicht weniger ratsam und nicht weniger nützlich für die Welt, zu erkennen, daß die­ses Spiel genau ebenso auf wirtschaftlichem Gebiete getrieben wurde. Galt nicht noch bis in die jüngste Zeit hinein auch hier Deutschland als Stören­fried des Welthandels, als der ewige Angreifer, der mit feinen neuartigen Methoden feine Handelspart­ner in politische Abhängigkeit bringen wollte? Es lohnt sich daher wohl, einen kurzen RückbliÄ auch auf diese Dinge zu tun.

Der Weltkrieg hatte Deutschland zu einem armen Lande gemacht. Seiner ausländischen Guthaben be­raubt, eingepreßt in einen unzulänglichen Lebens- roum, der die Ernährung aller Menschen des deut­schen Volkes einfach unmöglich machte, konnte sich das Nachkriegsdeutschland den Luxus einer passiven Handelsbilanz wie vor dem Kriege nicht mehr leisten. Wenn es seine Menschen auch nur einiger­maßen durch eigene Arbeit ernähren wollte, so mußte es exportieren, um die notwendigen Lebens­mittel und Rohstoffe im Auslande kaufen zu kön­nen. Der Export wurde damit zu einer lebenswich­tigen Grundlage der deutschen Wirtschaft. Und der beste Beweis dafür ist die Aufblähung der deut­schen Ausfuhr in den Zeiten der schwersten De­pression. Allerdings ging dieser Export a u f Ko st en der Lebenshaltung des eige­nen Volkes. Dem Ausland freilich, insbesondere den Beherrschern der kapitalistischen Weltmärkte, gefiel der Zustand sehr gut, daß sie deutsche Qua­litätserzeugnisse für billiges Geld kaufen konnten. Das war ja das, was sie gewollt hatten: Deutsch­land-sollte der fügsame und billig bezahlte Lohn­st l a d e der Weid sein.

Daß sich der Nationalsozialismus damit nicht ab­finden konnte, war selbstverständlich. Zunächst frei­lich versuchte man auch nach 1933, mit den bisheri­gen Handelsmethoden auszukommen. Das Boykott­geschrei der Juden und die mangelnde Bereitschaft des Auslandes, deutsche Waren aufzunehmen, führ­ten dazu, daß das System der beschränkten Devisen­zuteilung schließlich aufgegeben werden mußte, als l nämlich im Herbst 1934 die Devisenzuteilung auf i den Skand von 5 v. H. zusammengeschrumpft war. Das bedeutete, daß Deutschland bei Beibehaltung dieses Systems sehr bald weder Nahrungsmittel, noch Rohstoffe hätte kaufen können. Das internatio­nale Judentum und die westliche Plutokratie glaub­ten sich bereits kurz vor dem Ziel und sahen ihre Prophezeiung von Deutschlands wirtschaftlichem Zusammenbruch bereits verwirklicht. Da kam der Neue Plan, der mit seinen Einfuhrgenehmigun­gen und dem Grundsatz, daß nur soviel eingeführt Werden könne, wie man durch Ausfuhr zu bezahlen im Stande sei, ein völlig neues Handels­system schuf. Für Deutschland war dieses System ganz einfach ein A k t der Selbstbehaup­tung. Was aber machte das Ausland daraus? Es bezeichnete diesen Plan als einen Dumpingangriff Deutschlands auf die ganze Welt. Der Erfolg waren neue Handelshemmnisse, die nun ihrerseits Deutsch­land dazu zwangen, sich nach Partnern umzusehen, die bereit waren, auf der nun einmal für Deutsch­land lebensnotwendigen Grundlage mit uns Handel Zu treiben. Wir fanden diese Partner in Europa vornehmlich in Öen Südoststaaten und auf dem amerikanischen Kontinent in den südameriko­nischen Ländern. Im Laufe weniger Jahre vollzog sich Wodurch eine bedeutsame Umschichtung im deutschen Außenhandel. Diese Umschichtung war, wie man sieht, bedingt durch die feindliche Haltung der großen Demokratien. Das hinderte diese freilich nicht, als sich nun Erfolge für Deutschland einstellten, die Umlagerung erneut als heimtückischen und hinterlistigen Angriff Deutsch­lands auf wirtschaftlichem Gebiet hinzustellen, der bas Ziel verfolge, die Handelspartner Deutschlands lchließlich auch politisch in Abhängigkeit zu bringen. Heue Verdächtigungen gegen Deutschland wurden liberal! in der Welt ausgestreut, und schließlich ging England dazu über, durch das Mittel poli- bischer Anleihen an die neutralen Staaten Jem deutschen Handel die Wege zu ver­bauen. Gleichzeitig übte man, wie die Reise des Herrn Hudson durch die nordischen und baltischen Staaten erkennen ließ, einen Druck auf die Länder «us, die mit England eine aktive Handelsbilanz hat­ten, indem man ihnen unverblümt damit drohte, die Käufe zu beschränken, wenn diese Länder nicht «uch ihrerseits mehr englische Waren kauften. Alle Nittel halfen indessen nichts. Der allzu offenbare Vorteil des Handels mit Deutschland für die eigene \ Wirtschaft feiner Handelspartner erwies sich als frärfer, zumal England oftmals gar nicht in der 2age war, als Lieferant an Deutschlands Stelle zu treten.

Dieser kurze Rückblick zeigt, daß auch auf wirt- ichaftlichem Gebiete niemals Deutschland der Störenfried war, sondern daß umge- krhrt die plutokratischen Mächte immer wieder ver­suchten, den deutschen Außenhandel zurückzudrän- !£n ober gar zu vernichten. Wenn es noch eines Beweises dafür bedurfte, so braucht man nur die englisch en H and elsmetho d en im Kriege zu beobachten, die nichts anderes sind, als die gerad­linige Fortsetzung der bereits vor dem Kriege be­triebenen deutschlandfeindlichen Wirtschaftspolitik; und man braucht zweitens nur die Lage der neu- balen Staaten zu überschauen. Welche pon ihnen sind heule politisch freier und unabhängiger, die- pnigen, die sich handelspolitisch auf Deutschland . si-itzten, oder die auf den freien Welthandel ange­wiesenen. Der ehrliche Kritiker kann dabei nur zu i

Urteil kommen, daß Englands Partner- : ^3)aft dem Frieden der Neutralen ge- l Ehrlich ist. Das ist kein Wunder^ denn für i