Ausgabe 
2.9.1940
 
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.Royal Oa t" mit fast der ganzen Besatzung und brachte durch weitere Torpedos dem Schlachtschiff Re pulse" schwerste Beschädigungen bei. Als stolzeste Tat, die ein deutsches U-Boot überhaupt vollbringen konnte, hat der Führer diese Leistung anerkannt. Hier mutzte jede Kritik verstummen, selbst englische Seeofstziere haben ihre größte Be­wunderung für diesen jungen Helden geäußest.

Die Gesamtverluste an feindlicher Handelsschiffs- Tonnage hatten sich inzwischen bis Oktober bereits auf 115 Schiffe mit 475 000 BRT. gesteigert. An der englischen Südküste begannen sich schon ganze Friedhöfe von Wracks anzusammeln. Ja, mit Un­terseebooten, mit Minen können die Deutschen ar­beiten, chre Schlachtschiffe, ihre Kreuzer wagen sich nicht hinaus auf die hoye See, hieß es jetzt in den englischen Zeitungen, bis Anfang Dezember die neue Hiobsbotschaft eintraf, daß deutsche Schlacht­schiffe hoch im Norden zwischen den Färöer Inseln und Grönland den britischen Hilfskreuzer Rawal- pindi, ein besonders wertvolles Schiff von 16 000 BRT. vernichteten. Ungestört hatte sich der deutsche Verband an der britischen Küste vorbei mehr als 1000 Seemeilen weit vorwagen können.

Dann kamen geheimnisvolle Nachrichten vom Wirken deutscher Handelszerstörer im Indischen, im Südatlantischen Ozean. Am 13. Dezember lichtete sich das Dunkel. Das PanzerschiffAdmiral Graf Spee", gegen dessen Monate dauernde Tätigkeit man schließlich ganze Geschwader angesetzt hatte, war vor der La-Plata-Mündung ins Gefecht gekommen mit einem Verbände moderner englischer Kreuzer.Graf Spee" schoß den größten seiner Geg­ner, den KreuzerExeter" zum Krüppel. Zugleich mitAdmiral Graf Spee" hatte das Panzerschiff Deutschland" Monate den feindlichen Seehandel im Atlantik beunruhigt.

So erfolgreich der Herbst und Winter für unsere Marine verlaufen waren, den Höhepunkt ihrer Kriegstätigkeit, ihren Gesamteinsatz, sollte erst das Frühjahr 1940 bringen. Neutralitätsbrüche schwer­ster Art durch die Engländer, denen die norwegische Regierung nur schwächlichen Widerstand entgegen­setzte, nötigte die deutsche Regierung zum selbst­tätigen Eingreifen. An der Küste Norwegens war stärkster Widerstand durch die dort kreuzenden über­legenen englischen Seestreitkräfte, auch durch den Norweger selbst, zu erwarten, Minensperren waren aelegt, alle Leuchtfeuer gelöscht. Die Führer der zum Angriff ausgesandten Flottenteile, die Tausende von Landungstruppen mit sich führten, haben sich durch kein Hindernis abschrecken lassen. Volle Einsatzbereit­schaft, höchste Entschlossenheit hat Großadmiral Raeder nicht vergeblich von ihnen erwartet. Schon am Abend des ersten Angriffstages waren alle be­deutenden norwegischen Häfen von starken Kräften besetzt. Nicht überall ging es ohne Widerstand ab. Der schwere KreuzerB l ü ch e r" erhielt, frühmor­gens in den Oslofjord einlaufend, plötzlich aus näch- ster Nähe Feuer von den norwegischen Küstenbatte- rien. Es gelang, die Batterien niederzukämpfen, aber schwere Treffer hatten das Schiff in Brand gesetzt. Weitere Treffer von Torpedobatterien mach­ten es erforderlich, den Kreuzer aufzugeben. Mit einemSieg Heil auf Führer und Vaterland, das der Kommandant vor dem Verlassen des Schiffes ausbrachte, versankBlücher" mit wehender Flagge. Die Haltung der Besatzung während des Gefechts, während der aufregenden Episode des Untergangs, entsprach den besten Traditionen unserer Kriegs­marine. Trotz diesem Verlust war das Heber» raschungsmanöver des Verbandes voll gelungen. Oslo und seine Befestigungen fielen kurz darauf in deutsche Hand. In ähnlich ruhmvoller Weise sank am selben Tage der KreuzerKarlsruhe" bei der Be­setzung von Kristiansand.

In Narvik wußte sich der Zerstöreroerband des Kommodore B o n t e tagelang gegen die englischen, sogar durch Schlachtschiffe oerftärften Verbände zu halten, bis die letzte Granate, der letzte Torpedo ab­geschossen waren. Der tapfere Kommodore fand dabei den Tod. Der eigentlichen Offensive der Mo­rine folgte die dauernde Sicherung der sich anschlie­ßenden weiteren Truppentransporte, der schier un­endlichen Nachschubzüge, im steten Kampf gegen die sich immer stärker ansammelnden feindlichen Streit­kräfte. Schiffe aller Art haben dabei in unermüd­licher Tätigkeit miteinander gewetteifert, Truppen­teile der Marineartillerie brachten in kürzester Zeit die Häfen in Verteidigungszustand, bis schließlich nach einem erfolgreichen weiteren Vorstoß unserer schweren Seestreitkräfte der Feind ganz Norwegen unter schweren Verlusten aufgeben mußte.

Die nähere Schilderung der Teilnahme unserer Kriegsmarine an den Kämpfen im Westen muß späteren Zeiten Vorbehalten bleiben. Heute ist die gesamte Küstenstrecke vom nördlichsten Norwegen bis zur spanischen Grenze von deutschen Marineoer­bänden besetzt. Geschütze unserer Marineartillerie feuern über den Kanal hinweg in englisches Gebiet hinein. Deutsche Unterseeboote, deutsche Schnellboote flankieren aus nächster Nähe die wichtigsten See­straßen Englands. Deutsche Hilfskreuzer wirken in allen Ozeanen bis zur australischen Küste. Bis auf rund 5 Millionen BRT. waren schon bis zum 31. 7. die Verluste an feindlicher und für den Feind fah­render neutraler Handelsschiffstonnage, auf 171 000 Tonnen die Verluste der englischen Kriegsmarine angewachsen.

Nicht allen seemännischen Taten wurden eindrucks­volle Schilderungen zuteil. Die Eigenheiten der Ope­rationen machten es erforderlich, daß man nur wenig erfuhr von dem Wirken der Minen legenden Zerstörer, der Minensuchverbände, der Dorposten­boote, die selbst im schwersten Wetter, in eisigen Winternächten ihren gefährlichen Dienst ausübten.

Auch ihrer hat unser Führer gedacht, als er in seiner letzten großen Reichstagsrede besonders be- tonte, daß alle Einheiten unserer jungen Kriegs­marine sich mit unvergänglichem Ruhme bedeckt haben. Solch hoher Anerkennung wird, das können wir gewiß sein, unsere Kriegsmarine sich auch im zweiten Kriegsjahr würdig erweisen, bis dem über­mütigen Volke jenseits des Kanals die endgültige Niederlage bereitet wird, die es verdient hat.

Beförderungen in der Wehrmacht.

23 e rj i n , 31. Aug. Der Führer und Oberste Be­fehlshaber der Wehrmacht hat befördert: Im Heer mit Wirkung vom 1. August 1940: Zum General der Kavallerie den Generalleutnant o. Macken­sen; zum General der Nackrichtentruppe den Generalleutnant Fellgiebel; zu General- leutnanten die Generalmajore Dr. Hubicti, Reinecke, Paulus, Kriebel, o. Rothkirch und Panthen, Gercke; zu Generalmajoren die Obersten Harte, Nehring, v. Boltenstern, Cantzler, Höhne, Rittau, Frießner, Ansat, Fehn (Gustav), Schörner; zu O b e r ft e n die Oberstleutnante Eberbach, Schei- dies, Geiger (Franz), Rodt. Ullmer, Gothsche, Sin- narz, Balck, Matthiaß, Koehler (Carl Erik), Stenzer (Willi), Mueller, Dr. h. c. Dornberger, Gottschalk. Mit Wirkung vom 1. September 1940: Zu Gene, ralleutnanten die Generalmajore v.Leoper, Keiner, Rußwurm (Wilhelm), Rußwurm (Josef);

Ostoberschlesien gedenkt seiner Befreiung.

Neichsminister Or. Goebbels spricht in Kattowitz.

Kattowitz, 1. Sept. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels sprach auf der Jahresfeier der Befreiung Ostoberschlesiens im festlich geschmückten Kattowitz. Er ließ noch einmal die Zeit vor einem Jahr erstehen, als die Wehrmacht des Führers die Grenzpfähle niedertrat, die der rachsüchtigeSieger von 1918" wider jedes Recht und wider den 'Willen des Volkes mitten in deutsches Land hineingepflanzt hatte. England wollte den Osten und Westen gegen Deutschlaiü» aufmarschieren lassen. Aber noch ehe der Waffengang begonnen hatte, sei Englands Plan schon gescheitert gewesen. Denn mit Rußland, um das England durch Monate hindurch geworben, habe der Führer einen Pakt geschlossen, der den na­türlichen Lebensinteressen beider Länder entspreche, und der mit Italien im Frieden geschmiedete Bund habe im Kriege seine höchste Bewährung gefunden. Heute habe England das Los getroffen, das es uns zugedacht hatte: Blockiert und militärisch um­schlossen sei die Churchill-Plutokratie unser letzter Feind. Diese abfterbende Plu­tokratenschicht wolle und könne unsere neue Welt nicht verstehen. Sie brauche die Unruhe des Un­friedens in Europa, um im Geschäft zu bleiben. Sie brauche den Krieg, damit ihre Aktienpakete Zinsen trügen. Sie habe dem jungen nationalsozia- listtschen Deutschland den Krieg angesagt, und sie habe so handeln müssen. Denn sie stelle die politische, wirtschaftliche und kulturelle Reaktion in Reinkul­

tur dar. Nur durch ein System feiger.Lugen ver­möge sich diese dem Untergang geweihte Schicht noch zu halten. Während uns mächtige Bundes­genossen zur Seite ständen, stände

allein. Vergebens hoffe es, daß ihm doch noch em Helfer erstünde, und ebenso vergebens fei die HoN- nung, daß es sich in den Schutz der Herbstnebel werde verkriechen können. Die Stunde des Ge­richtes komme unerbittlich heran, und auch Eng­land müßte aus der Entwicklung der letzten jWre bereits die Erkenntnis gewonnen haben, datz oer Führer immer dann anzugreifen und zuzupacken pflege, wenn die rechte Stunde gekommen fei.

In letzter Zeit erweckten manche englischen Stim­men allerdings den Eindruck, als ob man es m London gar nicht mehr werde abwarten können. Diesen übereifrigen Herren werde die deutsche Wehr­macht zu gegebener Zeit die Antwort nicht schuldig bleiben. Der Führer bestimme die entscheidende Stunde, und das heiße, daß er sich auf Jem -uolE verlassen könne. Wie habe die Wehrmacht tn den hinter uns liegenden Feldzügen das Vertrauen ge­rechtfertigt, das der Führer in sie gefetzt habe! Wie habe sie in übermenschlichen Strapazen immer nur an den Sieg gedacht! Und wie habe ebenso die Heimat in ihrer Haltung des Führers Erwartungen erfüllt! Wie habe sie sich würdig hinter die Front der Soldaten gestellt und durch ihre Leistung und ihre Arbeit ihren tiefen Dank an die Front abzu­

ftatten gesucht. Nur Narren könnten glauben, daß diese Gemeinschaft von Wehrmacht und Volk je schwach werden würde.

Noch einmal wandte sich Dr. Goebbels an alle, die nun seit einem Jahr zur Heimat zurückaekehrt sind. Er sprach von der Liebe, mit der Deutschland sie aufgenommen habe, gedachte der furchtbaren Opfer, die die Deutschen im ehemaligen Polen ihrer Treue zur Heimat bringen mußten, bis sie dann endlich ihren Lohn fanden und stellte fest:Der Führer hat sein Euch gegebenes Wort eingelöft Ewig wird dieser Boden von nun an deutsch blei­ben. Zum Schluß sprach Dr. Goebbels von dem großen Reich der Deutschen, das jetzt im Werden ist, und das unter Wehen und Schmerzen geboren wird:Der Führer gab ihm Gestalt und Aufgabe. Ihm gehören wir mit Leib und Seele bis zum Tode!"

In das Sieg-Heil auf den Führer, das der Reichs- minifter ausbrachte, stimmten die Zehntausende voller Begeisterung und Dankbarkeit ein?

Dann klangen die Lieder der Nation wuchtig und erhaben hin über diesen Platz, von dem aus so viel Böses gegen die Deutschen dieses Landes ersonnen wurde, das aber trotzdem nicht hindere, daß dieses deutsche Land nun für immer und ewig deutsch wurde und seine Menschen heimkehren konnten in den Schoß der unvergänglichen deutschen Dolksge« meinschaft.

zu Generalmajoren die Obersten Ribstein, v. Bünau, Dr. Meise, Landgraf, Weiß (Walter); zum Generalarzt den Oberstarzt Dr. Smolka; zu O b e r ft e n die Oberstleutnante v. Hertell, Zimmer­mann (Otto), Beukemann, Graßmann, Schultz (Paul), Braun (Otto), Höfer, Michelmann (Axel), Waßmuth, Guittenne, Beißwänger (Hugo), Dipl.- Jng. Schricker, Freiherr v. Broich, Koelitz, Kohler- mann, v. Kurowski, Dr.-Jng. Olbrich, Weinknecht, Haehnle, Fretter-Pico, Hübner (Dietrich), Spaeth, Prinner, Anthoni, v. Holtzendorff, Sinz (Konrad), v. Bormann, Reymann (Achim), Baron v. Aache- berg, Graf v. Brühl, Halte, Blümel, Menzel, Sassen­berg, Sensfuß (Johannes); zu Oberstärzten die Oberfeldärzte Dr. Joera, Dr. Offermann, Dr. Rupp (Ernst); zum Ob er st veterinär den Oberfeld- veterinär Dr. habil. Bauer (Theodor).

In der Kriegsmarine mit Wirkung vom 1. September 1940: Zu Admiralen die Vize­admirale Lüftens, Schniewind; zum Vizeadmi­ral den Konteradmiral Schmundt; zu Konter­

admiralen den Kapitän z. S. Wurmbach, den charakterisierten Konteradmiral Mahrholz; zum Kon­teradmiral (Jng.) den Kapitän z. S. (Jng.) Kühn; zu Kapitänen z.S. die Fregattenkapi­täne Dehio, Stummel; zu Flotten ärzten die Geschwaderärzte Dr. Domke, Dr. Kubitzki; zu Ka­ss i t ä n e n z. S. (23.) die Fregattenkapitäne (V.) Fleischauer, Bockel. Es erhält den Charakter als Konteradmiral der Kapitän z. S. Schmidt (Arno).

In der Luftwaffe mit Wirkung vorn 1. Sep­tember 1940: Zu Generalen d e r Flieger die charakterisierten Generale der Flieger Wiloerg, Quade; zu Generalleutnanten die General­majore Waber, Pflugbeil; zu Generalärzten die Oberstärzte Dr. Schmidt, Dr. Gebier; zu O b e r ft en die Oberstleutnante Jordan, Freiherr v. Beau- lieu-Marconnay, Dipl.-Jng. Kolb, Belau, van Vloten, Kahlbach, Roediaer v. Manteuffel, Kuderna, Krziwanek, Jenny, Krebs, Löderer, Heimbach, Se­her, Zech, Claes, Kriegelsteiner, Freiherr von Crails­heim, Dr. Freiherr v. Schrötter.

Sedan.

Frankreich stand auf dem erträumten Höhepunkt seiner Macht. Es hatte wieder einen Kaiser, der den Namen des Korsen trug und die Statur des Ahn­herrn besaß, nicht aber dessen Erobererschritt. Mit abenteuerlicher List war Napoleon III. aufgeftiegen. Als er jedoch auf dem Kaiserthron saß, reichten seine Kräfte nicht aus, und da ihm nichts Großes gelang, versuchte er dem Kleinen den Anschein von Größe zu geben. Nach den glücklichen Schlachten von Ma­genta und Solferino wuchs sein Mut, und als er Savoyen und Nizza als Siegesbeute heimbrachte, sahen manche den Kaiser von Frankreich bereits wieder als den Herrn des Abendlandes walten.

Der Tag von Königgrätz warf den ersten dunklen Schatten auf den Weg des dritten Napoleon; als die Besiegten ihn zum Schiedsrichter baten, versuchte er das alte Rheinbundspiel aufs neue, doch vergeblich. Sein Versuch, Mainz und die Pfalz für Frankreich einzuheimsen, scheiterte kläglich an dem härteren Willen des Eisernen Kanzlers in Berlin. Nun be­schloß er, sich für die böhmische Schlacht, so nannten die Franzosen dih Schlacht von Königgrätz, an den Preußen zu rächen, doch dieser Vorsatz sollte seinem Volke zur Demütigung und ihm zum Schicksal werden.

Als Frankreich den spanischen Handel anzettelte, fiel Napoleons Zorn in Unklugheit. Er ließ dem König von Preußen, der in Ems zur Kur weilte, durch feinen Gesandten Benedetti sagen, mit seinem Willen dürfe niemals ein Hohenzoller in Spanien den Thron besteigen. König Wilhelm mies den Ge­sandten höflich, aber bestimmt ab; auf weiteres Drängen ließ er ihn wissen: der König von Preußen habe ihm nichts mehr zu jagen. Und der Kanzler in Berlin meinte, jetzt müfie die Fehde durch Eisen und Blut geschlichtet werden. Die Franzosen ver­standen^ den Hieb und wollten ihre Antwort bald nach Berlin tragen. Doch die Völker im Reich ver­standen die ernste Stunde und Bismarcks Wort: Jetzt oder nie!

Moltke ließ drei Heere marschieren, nach Frank­reich hinein, und da die Preußen schneller mar­schierten wie ihre Gegner, erftritten sie bald die ersten Siege bei Weißenburg und Wörth, noch ehe Mac Mahon seine Truppen richtig geordnet hatte; die Sieger von Spichern machten den Weg nach Lothringen frei. Nach fechstägigem hartem Kampf fiel die Festung Metz, die schnellen Preußen ver­folgten Mac Mahon, der sich bei Sedan stellen mußte. In der Frühe erschienen die Preußen auf den Höhen und verwandelten mit ihren Geschützen die Stadt in einen Höllenkessel; nachmittags bereits stieg auf der Zitadelle die weiße Fahne hoch, Mac Mahon war mit dem Heere und dem Kaiser gefangen. Napoleon fanbte dem greifen König von Preußen seinen Degen. Am Morgen des 2. September ritt Bismarck als Kürassier neben dem Wagen Napoleons, um bem Sieger den Besiegten zu bringen. Rund vier Wochen standen sich die Preußen und Franzosen in der Feldschlacht gegenüber, Napoleon kam nach Deutschland, aber nicht als trunkener Sieger, son­dern als einer, der unter seinem ungerechten Zorn zusammengebrochen war, und der, gegen seinen Wil- (en, die deutschen Stämme zum Zusammenhalt ge­zwungen hatte.

einer unserer Flugzeugformatlonen bombardiert und getroffen. Der Feind hat einen Luftangriff auf den Flugplatz von Agordat durchgeführt. Unter den Eingeborenen gab es acht Tote und neun Ver­wundete. Der Sachschaden ist gering.

Italienischer Vorstoß in Kenia.

Der Wehrmachtsbericht vom Sonntag.

Rom, 1. Sept. (DJIB.) Der Italienische wehr- Machtsbericht vom Sonntag hat folgenden wort- laut:

3m östlichen Mittelmeer ist ein feindlicher (0e- V 2 U 9 oon einer unserer Lufkformationen bo m- cLV^.orbetL Ein Dampfer ist getroffen und schwer beschädigt worden.

Unsere Kolonialkruppen haben Buna, das 90 Kilometer von Moyals gelegene bedeutende K a r a - wanenzentrumvon Kenia, beseht.

Hemd hak Luftangriffe auf verschiedene Otf- schäften der Lyrenaika durchgeführt, bei denen es insgesamt sieben Tote und acht Verwundete gab loroic auf Ostafrika, wo drei Tote und fünf Ver- den Italienern und Eingeborenen zu beklagen sind. Die Materialschaden sind nicht be- deutend. Bei einem feindlichen Luftangriff auf den Fugplah von Cagliari (Sardinien) wurden ein

<_£5 Kommandogebäudes sowie zwei am öoden befindliche Flugzeuge getroffen und beschä­digt. Es gab keine Lyten oder Verwundeten,

Schneidige Waffentaten mit dem Ritterkreuz belohnt.

Berlin, 1. Sept. (DBB. Funkspruch.) Der Füh­rer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres, Generalfeldmarschall von Brauchitsch, das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz an folgende Offiziere verliehen: Major Wendenburg, Hauptmann Fried­mann, Hauptmann S ch w a r t i n g, Oberleutnant Möller, Leutnant S t e g e r, Leutnant Dietz.

Major Sßenbenburg hat mit feiner Panzer­abteilung mit Umsicht bei Sa Kapelle und bei Bazin- cour die Entscheidung herbeigeführt und durch selb­ständigen Entschluß La Capelle genommen, wobei zwei französische Generale, zahlreiche Offiziere und mehrere tausend Mann zu Gefangenen gemacht mürben. Hauptmann Friedmann hat sich mit feiner Ar­tillerieabteilung am 10. 5. beim Heb er gang über die Maas, am 13. 5. vor dem Turnhout-Kanal und am 21. 5. beim Uebergang über die Schelde durch Kalt­blütigkeit und persönlichen Mut rühmlich hervorge­tan. An den täglichen Kämpfen der Division vom 10. 5. bis zum 4. 6. hatte er hervorragenden Anteil durch seine ständige Anwesenheit bei den vorder­sten Teilen der Infanterie und die dadurch gewähr­leistete wirksamste Feuerunterstützung, besonders beim Uebergang über die Lys am 25. 5. In der Schlacht bei Beaumont am 9. 6. führte Haupt­mann Schwarting die in vorderer Linie einge­setzte Kompanie, die die Schlüsselstellung des Fein­des in und bei der Pont Gaudron Ferme anzugrei­fen hatte. In stärkstem feindlichen Artilleriesperr­feuer aller Kaliber drohte der Angriff zu erliegen. Die ersten Stoßtrupps gegen die Ferme wurden noch vor Erreichen ihres Zieles zusammengeschossen. Hauptmann Schwarting persönlich stürmte mit einem Stoßtrupp die von einem zähen Gegner ver­teidigte Ferme. Er wurde selbst kurz nacheinander durch fünf Schüsse schwer verwundet. Trotz des ftar» ken Blutverlustes schleppte sich Hauptmann Schwär- ting erst in den im Keller der Ferme eingerichteten Verwundetenunterstand, nachdem er in. größter Ruhe seine Befehle für den weiteren Einsatz der Kompanie gegeben und seine Leute zum Weiter- ftürmen angefeuert hatte.

Eine von einer Division am 16. 6. über Troyes auf Tonnerre angesetzte Voraus-Abteilung meldete aus Les Bordes, daß sie am Nordrand des d'Au- mont-Waldes auf überlegenen Gegner gestoßen sei und nicht weiterkomme. Der erste Ordonnanzoffizier der Division, Oberleutnant Möller, traf zu die­ser Zeit mit einem Divisionsbefehl bei der Voraus- Abteilung ein. Er übernahm an der Spitze von 15 Radfahrern und Panzerjägern aus eigenem Ent- schluß die Führung eines Spähtrupps in den Wald. Nachdem er etwa 300 Meter tief eingebrungen war, erhielt er starkes feindliches MG.-Feuer, wodurch drei Mann fielen und sechs Mann verwundet wur­den. Oberleutnant Möller kämpfte mit feinen tapfe­ren Schützen das feindliche MG.-Nest nieder und es gelang ihm, den Wald nach Süden zu durch­brechen und auf der Sttaße nach Tonnerre weiter vorzustoßen. Oberleutnant Möller traf dort auf zahlreiche rastende feindliche Einheiten, die noch voll bewaffnet waren und oon Offizieren geführt wurden. Es gelang ihm durch schnelles und tatkräf­tiges Auftreten mit Hilfe feiner Sprachkenntnisse diese Feindgruppe zum Niederlegen der Waffen und zum Abmarsch in die Gefangenschaft zu veranlassen. So wurde Tonnerre vorn Feinde frei und der dortige Uebergang fiel unversehrt in den Be­sitz der Division. Oberleutnant Möller brachte dabei etwa 1000 Gefangene ein. Bei der Verfolgung auf Ligny mürbe am 16. 6. Leutnant Stege r von feinem Infanterieregiment nach Cully vorausge- sanbt, um einen Rastplatz zu erkunden. Als er sich bem Orte auf einem Krad näherte, sah er eine lange

Kolonne französischer Artillerie hineinmarschieren. Obwohl ganz allein fuhr er an diese Kolonne heran und rief:Ergebt euch, deutsche Panzer kommen!" Durch fein kühnes und sicheres Auftreten bewog er die französische Artillerie-Abteilung zum Halten. Während er an einen Offizier heran trat, fielen ein­zelne Schüsse. Seinen Kradfahrer hatte er sofort zurückgeschickt, um die nachfolgenden Teile des Ba­taillons beschleunigt heranzuholen. Obwohl die jün­geren französischen Offiziere dem Rate chres Kom­mandeurs, sich zu ergeben, nicht folgen wollten, ge­lang es dem Leutnant Sieger durch fein energisches Auftreten sich bis zum (Eintreffen oer ersten Grup­pen des Bataillons allein <durchzusetzen. Die Beute betrug 12 Offiziere, 200 weiße und schwarze Sol­daten, 12 Geschütze. Leutnant Dietz stürmte mit seinem Zuge die von den Franzosen zur Sprengung vorbereitete und stark verteidigte Loire-Brücke bei Neveres, wobei er allen anderen voran die Brücke betrat und trotz starken feindlichen Feuers das Sprengkabel durchfchnitt. In dem sich an diese kühne Tat anschließenden Gefecht um den jenseitigen Brückenkopf verlor der Feind außer Geschützen, Panzerwagen und zahlreichem anderen Material eine erhebliche Anzahl an Toten und Verwundeten sowie rund 200 Gefangene.

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Major Wendenburg stammt aus Bielefeld, wo er als Sohn eines Generals 1896 geboren wurde. Nach öem Besuch des Gymnasiums in Wilhelmshaven trat er 1914 ins Manen-Regiment 16 ein und machte den Weltkrieg an der Westfront mit. Nach­dem er aus der französischen Gefangenschaft zurück- gekehrt mar, war er Leiter der Dam'pfziegelei Groß- Buckow. 1934 wurde er als Rittmeister wieder ein­gestellt und 1939 Kommandeur einer Panzerabtei­lung. Hauptmann Friedemann wurde in ft.urth in Bayern 1903 als -Sohn eines Oberfefre-- tars geboren. Er trat 1922 als Kanonier ins Artil­lerie-Regiment 7 ein und wurde nach 12jähriger Dienstzeit als Oberwachtmeister 1934 entlassen. 1935 wurde er als Oberleutnant d. R. ins A.-R. Nürn­berg wieder eingestellt und 1936 nach Ueberführung £?5maFj!?e Offizierskorps zum Batterieführer im A.-R. 60 ernannt. Hauptmann Schwar- ''M, l[t von Zivilberuf Rektor und wurde 1888 in Vmtel bei Hude geboren. Seine militärische Lauf­bahn begann er als Einjährig-Freiwilliger 1912. Wahrend des Weltkrieges wurde er ßeuthant der Reserve. In der neuen Wehrmacht wurde er 1937 Oberleutnant der Reserve und 1939 Hauptmann der Reserve. Oberleutnant Möller wurde in Ber- Im 1912 als Sohn eines Amtsrates bei der Reichs- banf geboren Nach dem Besuch des Realgymna- siums in Berlm-Tempelhof trat er 1932 in die Po- lizeftchule Brandenburg ein, wurde 1936 Leutnant der Landespolizei und von der Wehrmacht über-- !'n!i1^m.en,v zum Oberleutnant befördert und 1940 in den Stab einer Division versetzt. Leut­nant S t e g e r wurde 1915 in Pechbrunn im Fich. telgebirge als Sohn eines Lehrers geboren. Nach oem Besuch des Gymnasiums in Regensburg trat er 193Jflr! bas J-R. 20 ein, wurde 1938 zum Feld- wedel befördert und 1940 zum Leutnant der Re-

Der italienische Wehrmachtsbericht vom Samstag.

Rom, 31. Aug. (DJIB.) Der ifalienifdje wehr- machlsberichl vom Samsfag hol folgenden worl- ioM: Unsere 3>ug;eugc haben molorisierle feindliche Ableilungen in der Zone von Var cl Hom'ra j e n- i v r c n a l k a g r e n z e bombardier!.

3m Rolea Meer wurde eia feindlicher Sreuzer oon