Ausgabe 
2.8.1940
 
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bis 150 RM. kostet. Man vergesse auch nicht, stets

16. Fortsetzung.

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(Nachdruck verboten.) 15.

kommt anders.

Als sie sich ihrem Zeltplatz nähert, sieht sie schon ein Boot dort liegen, und als sie landet, steht der Mensch auf, mit dem sie sich den ganzen Tag in Gedanken beschäftigt Hut: Heinz Deetjen.

,,N' abend", sagt er, als gäbe es nichts Selbst- verständlicheres als sein Hiersein.

Tilde ist nicht so rasch bereit, die Verhandlungen wieder aufzunehmen.Sie haben heute früh wohl was liegen lassen?"

Kann schon sein", meint er gleichgültig.Außer­dem haben Sie ja geschwindelt, Sie wohnen ja gar nicht auf dem Schloß Lüchow." t r r.

Jedesmal, wenn Tilde ihm begegnet, muß sie sich über ihn ärgern.Ich habe nie behauptet, daß ich in Lüchow wohne. Ich habe nur gesagt, ich könnte dort wohnen."

Das ist doch dasselbe", bleibt er jeder Logik ver­schlossen.

In Deutschland ereignen sich jährlich etwa 350 000 Brände mit einem Gesamtverlust von 400 Mill. RM- Von diesen ungeheuren Schäden entfallen rund zwei Drittel auf das Land. 400 Millionen RM., das ist etwa der Geldwert einer Großstadt. Man be­denke: eine Großstadt ein Raub der Flammen! Und setzt man den durchschnittlichen Wert eines Bauerndorfes etwa mit einer Million an, so würde das bedeuten, daß jährlich rund 365 Bauerndörfer in Flammen ausgehen. Vordringliche Pflicht für unsere Landwirtschaft ist daher, besonders m Kriegszeiten, ein durchgreifender und wirksamer

Gefahrenherde .

Hofe Stroh, Heu, Reisig, Gerümpel und andere

ehren wir als Festtagsangebinde eine kleine köstliche Entdeckung: wer hat die Kritikaster in die Literatur gebracht? Es ist niemand anders als Matthias Claudius, von dem wir auchUrians Reise um die Welt", eine alte gute Schulbucherinnerung, haben. Er hat in seinemgüldenen ABC den gül­tigen Zweizeiler hingeschriben:

Vor Kritikastern Hute dich: Wer Pech angreift, besudelt sich.

Zum Abschied der Saarländer.

. Für den heute, Freitag, von der Kreisleitung rm Stadttheater veranstalteten Abschiedsabend für Die rückgeführten Saarländer stellte das Stadtheater Gießen ein buntes Programm zusammen, für das folgende Mitglieder ihre Mitwirkung zugesagt ha­ben: Irmgard Trömel, die neue Ballettmeisterin, Gabriele Possinke, die neue Operettensangenn, Gerti Vogt, die neue Operettensoubrette, Harry Grüneke, Christoph Reuland, Hans Seitz, Otto Söllner, der neue 1. Kapellmeister. Das Stadtchea- ter Gießen hält es für eine Ehrenpflicht, auf diese Weise dem Abschiedsabend der im Stadt- und Laud- kreis Gießen beherbergt gewesenen Saarländer den künstlerischen Rahmen zu oerlechen.

machermeister tätig und widmete sich in seiner Frei­zeit der Förderung des Fußballsportes. Zehn Jahre lang wirkte er als Leiter der Jugendabteilung im VfB -Reichsbahn. Dann übernahm er das Amt eines Kreisführers im Westdeutschen Spielverband und war anschließend auch als Gauausschußmitglied tätig. Schließlich übernahm er die technische Leitung des Gaues Gießen-Wetzlar. Im Jahre 1932 wurde er für seine vielfachen Verdienste um den Fußballsport mit der goldenen Ehrennnadel des Westdeutschen Spielverbandes ausgezeichnet. Bei der Neuordnung des Fußballsports im NSRL. war er ebenfalls eifrig tätig. Bis in die jüngste Zeit betreute er als Bezirks- fachwart den Fußballsport in den Kreisen Gießen, Wetzlar, Alsfeld und Dillenburg.

Heber diese Förderung hinaus, die er dem Fuß- ballsport angedeihen ließ, war er auch für die All­gemeinheit tätig. Er arbeitete als Blockwalter der NSV mit, war dann auch Blockleiter und seit emem Jahre Zellenleiter der Partei Ortsgruppe Gießen- Mitte.

Mit Hugo Henkel schied ein Mann aus dem Leben der sich auf eine vielfältige Weise bewährt hat, und der von allen seinen Kameraden in der Partei, der NSV. und im NSRL. in gutem Andenken gehalten werden wird.

Bewahrt das Feuer..

Brandverhütung ist nationale pflicht.

Die schöne Melusine

Roman bon Hans Richter

Das ist nicht dasselbe. Aber woher wissen Sie es denn?" , , , ,

,Zch bin vorbeigefahren und habe gefragt.

Den Besitzer etwa?"

Nein, den Bootsmann. Ich dachte nämlich, Sie hätten etwas mit dieser Kommerzienratsarche zu

finde das Boot sehr hübsch", reizt sie ihn.

,Fauf ich auch, in zwanzig Jahren oder noch später."

Angeberei", zuckt sie die Achseln.Aber Sie haben wohl gar nichts in Ihrer Fabrik zu tun?

Das wissen Sie auch schon, woher denn?"

, Den Namen Deetjen kennt doch jedes Kind im Utriner Kreis", zitiert sie Fikchen Brümmer. ,M ist nichts mit dem Inkognito, mein Fürst."

Das ist ja nun wieder himmelhoch gelogen , be­endet er das Gespräch.Aber wollen Sie mcht das Abendessen machen?"

Wieso ich?" staunt sie.

Weil Sie mich gestern emgeladen haben.

in Heuchelheim.

41 bis 50, 51 bis 60, über 60 Jahre), gemischte Siebenkämpfe, aus vier Gerät- und drei volkstüm­lichen Hebungen bestehend, und außerdem die be­liebten volkstümlichen Dreikämpfe, ebenfalls in den genannten vier Altersklassen. Diese Kampfe sind über den Kreis der Turner hinausoffen für jeder­mann", auch für jeden NSRL.-Kameraden aus an­deren Fachgebieten. Bereichsfachwart , Hermann Schäfer und Bereichsmännerturnwart Richard

Becker (Kassel), die verantwortlichen Leiter des Heuchelheimer Treffens, haben die Kameraden an­derer Fachämter, wie im Vorjahre, wieder herzlich eingeladen, und sie nehmen ausnahmsweise auch vor Beginn der Wettkämpfe noch Meldungen ent- ^Das Heuchelheimer Bereichstreffen beginnt um 10 Hhr mit einer Morgenfeier, die überleitet zu den Wettkämpfen der Turner (Zwölfkämpfe) und der Altersturner. Der Dv. Heuchelheim hat wieder alles so gut vorbereitet, daß die Wettkämpfe bis kurz nach Mittag beendet sein können. Der Nachmittag steht dann nochmals im Zeichen des Kampfes. Die Entscheidungsspiele um die Bereichsmeisterschaft im Korbball und Faustball werden spannende Begeg? nungen bringen. Im Korbball der Turnerinnen stehen sich Tgm. Hanau und CT. Hessen-Preußen Kassel gegenüber, im Faustball der Männer Tv. 1846 Gießen und ACT. Kassel. Dazu kommt ein Freundschaftsspiel im Korbball zwischen Tv. Wetz­lar und Tv. Heuchelheim. Kürturnen der besten Turner der Reichs- und der Dereichsklasse umrahmt die Kampfspiele. In einer würdigen Siegerehrung klingt das Treffen aus.

Hab ich nicht."

,Sie haben. Gestern haben Sie gesagt, das nächste Mal würden Sie die Atzung übernehmen. Aber ich will Sie nicht allzusehr beim Wort neh­men. Eingekauft habe ich schon und das Feuer brennt ebenfalls."

Während sie im Zelt hantiert, trägt er alles her­an, was man braucht, um einen Ab end tisch im Freien zu decken. Da sind bunte Galalithbecher und Teller, die allein schon lustig aussehen, Bestecke, eine Schüssel, und baut alles auf einem Kisten- deckel auf, der heute morgen noch nicht da war.

Wo haben Sie denn den plötzlich her?" fragt Tilde.

Den hat mir mein Freund Hagemann gepumpt.

Wer ist denn das nun wieder?"

Das ist der Bauer am See, von dem Sie heute morgen Ihre Milch besorgt haben. Das heißt, ich habe die Milch für Sie geholt. Und so ernst war es mit dem Abendessen auch nicht gemeint. Ich habe natürlich alles mitgebracht, und ebenso natürlich übernehme ich die Kocherei. Im Zeltleben ist das nämlich anders als in der Ehe. Bei uns wird alles kameradschaftlich geteilt, Arbeit und Vergnügen."

Es ist oft so, daß ein Wort eine Lage von Grund auf verändert. Tilde findet plötzlich, daßer" doch ein ganz netter Kerl ist, und sie merkt nichts mehr

Die Turner des Bereichs Hessen im NS.-Reichs- buab für Leibesübungen führen am kommenden Sonntag in Heuchelheim bei Gieße» eine grö­ßere Gememschaftsveranstaltung durch. Der vor­jährige Erfolg des ersten Bereichs-Alterstreffens in Heuchelheim hat den Bereichsfachwart Turnen, Her­mann Schäfer (Kassel), zu einer Wiederholung dieser Veranstaltung ermuntert. Man hat als Ort des Treffens wieder Heuchelheim gewählt, einmal wegen seiner günstigen Verkehrslage im Mittelpunkt des Bereiches, dann aber auch wegen der ausgezeich­neten Hallen- und Platzverhältnisse und der beson­deren Einsatzbereitschaft der Gemeinde Heuchelheim, wo Partei, Gemeindeverwaltung und Bevölkerung alle Veranstaltungen der Leibesübung immer in vorbildlicher Weise freudig unterstützen. Die Tur­ner vor allem halten gern in Heuchelheim Einkehr.

In Derbindung mit dem Kriegsalterstreffen der hessischen Turner kommen in Heuchelheim diesmal auch das Au s s ch ei d un g s tur n en zu den Deutschen Zwölfkampf - Meisterschaf. ten in Chemnitz und die hessische Bereichs- Meisterschaft im Zwölfkampf zum Aus­trag, ferner die hessischen Bereichsmeisterschaften in den Sommerspielen Faustball und Korbball. Damit wird Heuchelheim die turne­rische Großveranstaltung der Hessen im Kriegs-

<£ Leih gestern, 31. Juli. Das diesjährige Kleinkaliber-Wettkampfschießen des NS.-Reichskrie- gerbundes wurde von der hiesigen K r i e g e r - kameradschaft am letzten Sonntag durchge- führt. 28 Kameraden in Gruppen zu je vier Mann traten zu diesem Schießen an. Es wurden gute Er­gebnisse erzielt; die höchste erschossene Ringzahl be­trug 54 Ringe, die von vier Kameraden erreicht wurde. Obwohl die Gruppen größtenteils aus älte­ren Kameraden bestanden, waren bei diesem Schie­ßen keine Dorbeischüsse zu verzeichnen.

Kreis Bübingen.

* Büdingen,!. Aug. Als ein Arbeiter auf dem benachbarten Salinenhof nachts über ein Dachgerüst hinwegkletterte, um von dort aus in feine Schlafstube zu gelangen, stürzte er so un­glücklich auf eine Zementmauer und einen Latten­zaun ab, daß er mit schweren inneren und äußeren Verletzungen dem hiesigen Kran­kenhause zugeführt werden mußte.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 2. August. (Dorbericht.) Es kosteten: Ochsen 28 bis 46,50 RM., Bullen 34 bis 44,50, Kühe 18 bis 44,50, Färsen 36 bis 45,50, Kälber 30 bis 59, Lämmer und Hämmel 25 bis 51, Schafe 12 bis 44, Schweine 53 bis 59 RM. Markt­verkauf: alles zugeteilt.

leicht feuerfangende Dinge herumliegen. Die Ge­fahr wird noch größer, wenn die Wirtschaftsgebäude undicht sind und mangelhafte Dächer, baufälligem Wände und undichte Türen besitzen, durch die Flug- fun'ken eindringen können. Auch im Hause selbst muß peinlichste Ordnung herrschen. Wer in Scheu­nen, Kammern ober auf Böden verstaubtes Ge­rümpel duldet oder gar anhäuft, muß immer mit einem schlimmen Ende rechnen. Außerdem mißachtet er bewußt seine Luftschutzpflichten. Also sofort die Entrümpelung überprüfen und dafür sorgen, daß Wohngebäude, Stall und Scheune funkendicht sind. Auch alle sonstigen feuergefährlichen baulichen Män­gel müssen abgestellt werden. Dazu gehört, daß die Gebäude mit ordnungsmäßigen Blitzableiteranlagen versehen werden. Das ist um so leichter möglich, da

jähre 1940.

Recht vielseitig wird so das Wettkampfblld sein, das Heuchelheim am kommenden Sonntag zeigt. Zu dem Zwölfkampf der Chemnitz-Klasse kommt der Zwölf­kampf der Bereichsklasse. Für die Altersturner gibt es in den verschiedensten Altersklassen (32 bis 40,

Die Gegend hinter der Waldmühle ist schön und romantisch. Der Dach schlängelt sich tief unten im Einschnitt. Alte Baumviesen, die der Sturm einmal gefällt, liegen darüber, und niemand scheint daran zu denken, sie jemals fortzuschaffen. So hat Tilde wieder genug Neuland entdeckt, und als sie gegen sechs Hhr am Abend wieder in ihrLotteken" steigt, ist sie rechtschaffen müde. An die frische Luft muß man sich, wenn man ein Büro fahr hinter sich hat, erst wieder gewöhnen. Weil sie in der Waldmühle ordentlich zu Mittag gegessen hat, beschließt sie, am Abend kurzen Prozeß zu machen. Sie malt sich das aus. Sie wird ein rohes Ei oben und unten an» schlagen und dann austrinken. Es schmeckt gut, und man braucht kein heißes Wasser anzusetzen. Sie wird sich ein paar Brote streichen und von Tante Malwinens Dauerwurst ein ordentliches Stück ab­schneiden. Nachher wird sie sich einfach ins Gras legen und darauf warten, daß sie müde genug ist, ins Zelt zu kriechen. Das wird sehr baß) geschehen.

Denkste sagen die Leute in Berlin, denn es

♦♦ Auszeichnungen für Frontkämp­fer Für Tapferkeit vor dem Feinde wurde« mit bem Kifemen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet der Leutnant in einem Infanterie-Regiment, Tum-und Sportlehrer Wllhelm Mohr, unter gleichzeitiger Beförderung zum Leutnant der Kreisobmann der DAF. Katzenmeier, ferner der Hnterofsizier und Reserveoffizier-Anwärter Sparkassendirektor Dr. Hopfenmüller, sämtlich aus Gießen.

♦♦ Aus Anlaß des Betriebsappells des Stadttheaters wurden gestern den neuen Mitgliedern unserer Bühne die Vorstände der ein­zelnen Abteilungen durch den Intendanten vorge­stellt. Zu den in unserem gestrigen Bericht bereits Genannten sind noch folgende Mitarbeiter zu nen­nen- Spielleiter Hans Scherl, Bühnenbildner und technischer Leiter Karl Löffler Beleuch­tungsinspektor Remigius Konen, ßeiter des künstlerischen Büros Ernst Heck und Vorstand der Derwaltungsabteilung Karl Hammel. .

** Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 19. bis 25. Juli im Bereich der Polizei- direktion Gießen, einschließlich des Polizeiamtes Bad-Nauheim - Friedberg, wieder gegen eine An­zahl Verkehrssünder ein. Zur Anzeige gelaunten 5 Kraftfahrzeugführer, 5 sonstige Fahrzeugfichrer und 3 Radfahrer. Gebührenpflichtig verwarnt wur­den 4 Kraftfahrzeugführer, 36 Radfahrer und drei Fußgänger. Mit gebührenfreien Verwarnungen kamen 7 Fahrzeuglenker, 3 Radfahrer und 3 Fuß-

ausreichende und brauchbare Löschgeräte für den Ernstfall bereitzuhalten.

Sehr wichtig ist ferner, daß die Feuerstat^n tn emmanbfreiem Zustand sind. O-sen und H«rde, Rauchrohre und Schornsteine, Futterbamps« und Räucherkammern Dürfen keine schadhaften Stellen aufweifen bzw. sie müssen funkend,cht fein; wo dies nicht der Fall ist, muß unverzüglich an die Aus­besserung mit Hilfe des Fachmannes gegangen wer­den. Fort auch mit allem, was..schnell Feuer fangt, aus der Umgebung der Feuerstätten! Die Asche ge­hört in eine funkensichere Grube, oder m emen ver­schließbaren Behälter aus feuerfestem Material, nicht aber, wie dies noch immer beobachtet wird, in Holzkästen oder Pappschachteln. Weiter darf man nicht versäumen, die elektrischen Anlagen und Ge­räte auf ihren vorschriftsmäßigen Zustand zu über­prüfen. Ein Kurzschluß genügt, um schwere Brande zu verursachen. Schluß darum mit allen überbrück- ten Sicherungen, die früher oder spater unfehlbar zu verhängnisvollen Zündungen führen! Leitungen, Sicherungen, Schatter, Anlasser und Motoren sind peinlich sauber von Staub, Spinnweben, Heu und Stroh zu halten, die beweglichen Motorkabel sorg­fältig zu überwachen. Es darf nicht vorkommen, datz man sie in durchgescheuertem, geflicktem, geknicktem oder zerbrochenem Zustand an trifft. Die Lokomo­bile muß stets einen dichte» Funkenfänger und die vorgeschriebenen Abstände vom Getreide oder Ge­bäude haben. Verbrennungsmotoren dürfen nicht m Scheunen aufgestellt werden (die Scheune fit ferne Garage!). Hndichte Stelle» in den Kraftstoffleitun­gen tropfende Vergaser und Brennstoffbehälter und ölverschmutzte Maschinenteile bilden eine ernste Ge­fahrenquelle, da der kleinste Funke für die Zün­dung genügt. Der Treibstoff darf nur in feuersicher umschlossenen Räumen aufbewahrt werden. Um sich vor der Heuselbstentzündung zu bewahren, darf man nur äußerlich und innerlich völlig durchgetrocknetes Heu einlagern und muß es laufend auf feine Tem­peratur kontrolliere«. Zur Beleuchtung darf m den Wirtschaftsgebäuden niemals offenes Licht verwen­det werden. Endlich achte man auch ftreng auf die

Einhaltung des Rauchverbotes!

Ein besonderes Kapitel bilden die Brandstiftun­gen durch Kinderhand. Von den rund 5000 Bränden durch Kinder, die wir jährlich in Deutschland zu verzeichnen haben, entfällt der weitaus größte Teil auf das Land. Abgesehen davon, daß die Gefahren aus dem Hnbeaufsichtigtfein der Kinder während der Erntezett jetzt durch die segensreiche Eimichtung der Erntekindergärten der NSV. weitgehend be- hoben sind, gilt es, alle Zündmittel vor den Kin- dem in sicheren Gewahrsam zu nehmen.

Feuer hat schon oft die Arbeit von Jahrhunderten in kürzester Frist vernichtet. Es gilt daher, die deutsche Volkswirtschaft vor Millionenschäden zu be­wahren und das kostbarste Erntegut vor Brand­gefahr zu sichern, ganz besonders in Kriegszeiten. Jeder hat die Pflicht, stets und überall die nötige Vorsicht walten zu lassen, anderen gegenüber bei­spielhaft, aufklärend und warnend zu wirken und gegebenenfalls bei der Bekämpfung eines Brandes besonnen und umsichttg mit einzugreifen.

Die neue Hessische Landesbank- Girozentrale, Darmstadt.

Am 1. Juli 1940 ist die Hessische Landesbank- Girozentrale in Darmstadt ins Leben gerufen wor­den. A)r Grundkapital beträgt, wie jetzt verlautet, 5 Mill. RM., das je zur Hälfte von den beiden Haftungsträgern aufgebracht wird. Haftungsträger sind die Selbstverwaltungskörperschaft Land Hesien (bis zu deren Errichtung das Land Hessen) und der Hessische Sparkassen- und Giroverband. Das Land Hessen hat zur Aufbringung des Stammkapitalan­teils zur Verfügung 1 Mill. RM. Grundkapital der bishengen Staatsbank und 1,68 Mill. RM. Kapital der bisherigen Landes-Hypothekenbank AG. Der überschießende Betrag von 0,18 Mill. RM. wird den Reserven des neuen Instituts zugeführt. Der Sparkassen- und Giroverband legt seinen Anteil von 2,5 Mill. RM. auf seine 35 Mitgliedssparkassen um unter Zugrundelegung des Spareinlagenbestan­des von Ende 1939. Das Stammkapital darf mit höchstens 5 v. H. verzinst werden.

Die offenen Reserven des neuen Instituts be­tragen 8,715 Mill. RM., dazu kommen vd. 550 000 RM. Eigenvermögen der bisherigen Kommunalen Landesbank. Schließlich kommen noch erhebliche stille Reserven der drei bisherigen Einzelinstitute hinzu, so daß die Gesamtrücklagen von vornherein i ein Mehrfaches des Stammkapitals ausmachen ; sollen. _____________

Bezirks fachwart Hugo Henkel f.

Am gestrigen Donnerstag hat der Bezirksfachwart für Fußball, Hugo Henkel, nach längerem schwe- ren Leiden , aber doch überraschend für viele Kame­raden, für immer die Augen geschlossen. Als er zum letztenmal öffentlich hervortrat, um die Marme- M«mnschaft zu begrüßen, die vor einigen Wochen auf dem Waldsportplatz des VfB.-Reichsbahn gegen eine Stadtelf fpiette, erschien er noch frisch und be­weglich, wie man ihn in all den Jahren kannte, wenngleich vielen bewußt war, daß er sich nicht Der besten Gesundheit erfreuen konnte.

fiugo Henkel setzte sich seit zwei Jahrzehnten eifrig für Den Fußballsport ein. Er übernahm manches Amt, mit Dem sehr viel und nicht immer leichte Ar­beit verbunden war. Hnerschütterlich aber hat er feine Liebe dem Fußballsport bewahrt, und es gab kaum einen Sonntag, an Dem er nicht auf Den Sport- Plätzen Der Stadt oder der Umgebung zu sehen ge­wesen wäre. Vielen fußballsportlichen Veranstaltun- qen wohnte er bei, viele größere Veranstaltungen hat er geleitet und Dabei immer wieder Gelegenheit ge­sunden, erzieherisch zu wirken, immer wieder er­mahnte er Die Kameraden zu ritterlichem Kampf.

Der Verstorbene wurde in Aachen geboren, kam nach dem Kriege nach Gießen, war lange als Schuh-

Hessens Turner

staut haben."

Sieh mal an", Tilde bemüht sich, ein böses Ge­sicht zu machen.Sie haben mich also beobachtet?"

Und wie. Ich habe beim Bauer Hagemann am Steg hinter dem dicken Fliederbusch gestanden und habe eine Stinkwut gehabt. Mord und Brand ge­schimpft habe ich, das kann ich Ihnen nur flüstern."

Und was haben Sie gedacht?"

Bestimmt kommt nachher so 'n Fatzke mitm Motorboot und holt den ganzen Zimt ab. Das hab' ich gedacht. Dann habe ich mich auf mein Motorrad geschwungen und habe mir meinen Zorn zuerst mal rausgefahren. Hätte beinahe ein Huhn gekostet, aber das wäre auf Ihre Rechnung aegangen."

Haben Sie das Motorrad heute auch drüben?

Brümmer gepaddelt.' Na, und da wußte ich genug. Sie machen hier Ferien, ja? Hnd Sie sind irgend was in Berlin, was, ist ja ganz schnuppe. Jeden- 'olls sind Sie jetzt hier, und morgen sind Sie auch wieder hier."

Das ist noch gar nicht raus", wehrt sich Tilde.

Er richtet sich auf und sieht sie groß an.Hnd wenn ich Ihnen sage, daß Sie mir einen großen Gefallen tun würden?"

Tilde muß an das Gespräch mit Lotte Mewes denken, das sie in Klein-Machow geführt haben. Das von Denen, die immer Hmwege machen müssen, und von den anderen, die immer geradezu sind. Seine letzte Bemerkung erscheint ihr beinahe unver­schämt deuttich, und sie beschließt, ihn das merken zu lassen.

Sie finden doch immer wieder Gesellschaft hiei^, sagte sie abweisend, steht auf und fängt an, das gebrauchte Geschirr zu reinigen. Das tut man nach altem Paddlerbrauch so, daß man sich mit bloßen Beinen im Wasser auf einen Baumstamm setzt und alles hübsch um sich aufbaut. Der Baumstamm ist da. Jetzt erst sieht sie, daß er sein Zelt viel näher als gestern herangerückt hat, gleich hinter dem nächsten Busch steht es, und daß der Schlafiack drin schon ausgebreitet ist.

Als er sich neben sie setzt, stellt sie ihn zur Rede. Warum sind Sie eigentlich nicht geblieben, wo Sie gestern waren?"

Damit ich nicht solch weiten Weg habe, wenn Sie wieder in Not kommen."

,Hch komme durchaus nicht jede Nacht in Not." Er nimmt ihr die Tellerwäsche aus der Hand. Lassen Sie uns doch einmal ein vernünftiges Wort miteinander reden, Fräulein Tilde. Also, gestern nacht, da war es mir gar nicht recht, daß Sie da waren. Aber nun muß ich Ihnen erst mal erzählen, warum ich neulich, als wir uns auf der Elektrischen kennenlernten, in Berlin war. Das hatte nämlich einen Grund. Im Herbst wird eine große Ausstel­lung eröffnet, Gartenbau und Kleinsiedlung, drau­ßen am Funkturm. Hnd da stellen wir auch aus. Hat allerlei Mühe gekostet, bis ich meinen alten Herrn dazu gekriegt habe. Der hat seine Ansichten über Hallersdorf er Teerosen, und ich haß' andere. Der alte Herr meint, wir müßten immer wieder das alte Zeug machen, das seit zehn Jahren geht."

Und Sie?" (Fortsetzung folgt)

von der Müdigkeit, obwohl sie doch vor wenigen Minuten noch da war. Es geht ihm alles rasch von der Hand. Der Butterklex schmilzt in der Pfanne. Die Eier werden hin ein geschlagen und bekommen sofort schone gelbe Augen. Dann holt er aus einem Paket wahre Riesen sch eiben von Schinken heraus und legt sie auf Blätter.

Es ist serviert, Fräulein Tilde", sagt er.

Sie hat sich immer noch nicht ganz von chrem Staunen erholt.Woher wußten Sie denn, daß Sie mich hier treffen würden?"

Er macht ein verschmitztes Gesicht.Zuerst einmal habe ich mich heute morgen schon gewundert, wie Sie-eigentlich so schnell wegkamen. Das Zelt könn­ten <5ie in der Fixigkeit nicht abgebaut und oer»

will Tilde wissen.

Natürlich. Morgen früh gehfs wieder ab nach Hallersdorfer Teerofen, sonst macht der Alte Krach. Ich hab' nämlich 'ne Kleinigkeit da zu hm." Er lehnt sich zurück und blinzelt in die Abendsonne. Ist doch ganz hübsch, daß Sie da sind."

Sie waren noch nicht fertig mit Ihrer Geschichte, Herr Deetjen", mahnt Tilde und wird rot, weil sie um ein Haar, wie er vorhin, sie mit Dem Vornamen angesprochen hätte.

Er scheint den Zungenklaps nicht gemerkt zi haben.Männer handeln logisch, Frauen gefühls mäßig", sagt er überlegen.Der Bootsmann hat mir erzählt. Da wäre solch eine Lütte Dagewesen. Konnten nur Sie fein. Aber was Sie gewollt hätten, Das wollte er nicht wissen. Veil ich also meinen Freund Hagemann an. ,Io', (eggt der, ,sv um die Mittagsstunde ist eine mtt einem Boot nach Olsch

gänger davon. , . _

** Po stdienst mit Belgien. Im Postdienst zwischen Deutschland und Belgien sind gewöhnliche Briefe, die in deutscher, flämischer oder ftanMscher Sprache abgefaßt sein müssen, in beiden Richtungen wieder zugelassen. Bei Sendungen aus Deutschland ist außer tfem Bestimmungsort als Bestimmungs­landBelgien" in Der Aufschrift anzugeben. Die Verordnung über den Nachrichtenverkehr mit dem Ausland vom 2. April 1940 gilt auch für diese Sen­dungen.

Landkreis Gießen.

Feuerschutz.

Eine Der Grundforderungen ist größte Ordnung in Haus und Hof. Hnordnung ist gleichbedeutend

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OrXrb« «Xtan. Nirgends Dürfen auf Dem