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Nr 28 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeigrr für Oberheffen)

Auslösung des Mire-Schulvereins beschlossen

Beigeordneter Nicolaus

sagte

AHM

(Nachdruck verboten!)

4. Fortsetzung.

AS bergefd, d,ten, er kannte alle- und jede- und renam-

'®u P i;n hna fFrhnpirhnfe wo fid) seine eigene Wohnung Mlerte den Rest zusammen.

Er biß sich auf die

gei'egen? Wie kann man sich so sehnen, Großmutter

Frau Dank

möchte ich dann eine Dummheit nennen.

Ludwig Carlotti mar in den letzten Jahren reich­lich dick geworden. Das war nicht zu leugnen. Er war 1,75 groß und wog 90 Kilo. Sein Aerger war daher ganz besonders groß. Er antwortete nicht, warf seiner alten Dame einen wütenden Blick zu und ging hinaus. Die Tür knallte zu.

Die Szene hatte sich in der Wohnung von Frau

chen zurückzuoerlangen."

Gib es ihm doch. Diesen Zibilla zum Feind zu haben, wäre mir unheimlich."

Unsinn, Julia. Wo käme ich da hin. Geschäft ist Geschäft. Er hat seine hundert Mark bekommen und der Schrank gehört mir. Soll er seinen Mann, von dem er kaufte, genau so abweisen. Er erzählte mir da am Telefon eine lange Geschichte. Er habe den Schrank von einem Perser gekauft und dieser Perser wieder sei zum Verkauf nicht berechtigt gewesen. Das Schnitzkästchen mit dem Bronzebuddha gehöre dem Bruder dieses Persers, und der verlange den

1 r- .1-___e t :s. erraff nnt->4- mi Knc

Ja", sagte sie,vielleicht nimmt mich dein Bru­der Gerhart ein bißchen mit. Er sagt sie bauen die Autostraße jetzt mitten durch den Wald. Hättest du etwas dagegen, wenn ich mit ihm einen ganzen Tag wegfahren würde? Nur einen Nachmittag das lohnt sich nämlich nicht."

Ich- habe gar nichts dagegen. Nur, kann Ger­hart dich denn da draußen gebrauchen?"

Ich werde ihn nicht stören. Ich denke es mir wunderschön, einmal einen ganzen Tag bis Abend im Wald draußen sein zu können. Gerhart sagt, ich kann aus der Kantine mit seinen Leuten essen, es käme nicht auf eine Person an."

Na also, dann mach' das doch, Julia. Sage chm, er soll dich morgen früh mitnehmen und am Abend wieder abliefern." Er sah sw fest an.Der Gerhart ist dir doch sympathisch?"

Gewiß."

Hm" Er lachte verlegen.Weißt du, daß ich vor Jahren einmal auf Gerhart eifersüchtig war?"

Tat er das?"

Na, jedenfalls schnitt er ganz nett auf. Das ge­fiel dir. Ich merkte es. Aber gottlob hieltest du dann

ja auch ein anständiger Kerl. Ich glaube nicht, daß er dir jemals zu nahe getreten ist. Oder hast du ihn einmal zurückweisen müssen?"

Nein, dann wüßtest du es."

Ach Gott, Julia, ich könnte mir denken, daß eine Frau, die keine Pute ist, das ganz allein erledigt."

Danke, Ludwig. Aber es gab wirklich nichts zwischen deinem Bruder und mir, das ich dir ver­heimlicht hätte."

Er nickte zufrieden.Um so besser/ Er zog leine Taschenuhr, ein wuchtiges Ding, das historischen Wert haben sollte, aber dafür auch recht unbequem zu tragen war. ,^ch muß weg", rief er.

Wartet sie?" Julias zartes, blasses Gesicht rötete sich ein bißchen. Eine Ader an ihrer Schläfe

Für Gießen sind wieder einige Veranstaltun­gen vorgesehen. Am Samstag, 10. Februar, wird durch ein Musikkorps der Luftwaffe im Stadttheater ein Militärkonzert gegeben werden, das sicherlich viele Freunde finden wird. Am 17. Fe­bruar wird im Stadttheater für KdF. die Operette Die lustigen Weiber von Windsor" aufgeführt; in einer geschlossenen Veranstaltung folgt am 19. Fe­bruar MozartsEntführung aus dem Serail", am 24. Februar die KomödieBengalische Zukunft", am 26. Februar die Straußsche OperetteDie Fle­dermaus". Für den 29. Februar ist, voraussichtlich im Gloria-Palast, die GroßveranstaltungStrah­lendes Varietä" vorgesehen.

Für die Landbevölkerung wird auch im Februar wieder in vielen Orten der Tonfilmwagen

tönte sich. r , _ ,

Ludwig Carlotti blieb noch einmal stehen.Sag mal, hat' Mutter mit dir gesprochen?"

Ja, wiederholt."

Was sagte sie?"

6ie riet mir, besser auf dich aufzupassen.

Vorgestern, Montag, rochst du wie ein Fräulein aus einem Parfümladen oder einem besseren Seifen­geschäft. Ich kann dir versichern, wir haben diese Seife oder dies Parfüm nicht im Hause."

Er fuhr aus. Die Verärgerung stand ihm im Ge­sicht geschrieben.Spionierst du mir nach? Ich bin kein Kind mehr!" .. .

Mein Kind bleibst du immer. Im übrigen habe ich dir bisher noch nicht nachspioniert, wie du dich so freundlich ausdrücktest. Aber vielleicht roare, das besser, um dich vor Dummheiten zu bewahren."

Was würdest du eine Dummheit nennen?" Frau Henriette lächelte; sie konnte das auf eine impertinent aufreizende Art.Wenn du dir viel­leicht einbilden würdest, ein junges Mädchen hebt dich um deines kleinen Bäuchleins willen oder

Frau Wilhelmine Kramer, die über mehrere Jahrzehnte im Dienste des Ver­eins stand, gab in mehreren Zügen eine Erinnerung an die Entwicklung des Vereins, an die erarbei-

im Recht."

Er hatte verärgert gesprochen. Julia machte sich los. Er besann sich.Wie kam ich auf Zibilla und diesen Buddhaschrank ...", es schien ihm tatsächlich entfallen zu sein.Ach richtig, man hat so schon Aerger genug, es war nett, daß du mir häusliche Szenen erspartest, das hatte ich sagen wollen." Noch immer konnte er sich nicht trennen.Sag' mal", meinte er,will Mutter irgend etwas unternehmen? Sie machte zu mir so eine Andeutung?"

Sie will zu einem Detektiv gehen."

Er fuhr zurück.Und du sagst mir das? Julia, du bist wirklich eine gute Kameradin."

Die Frau lächelte gequält.Bin ich das? Vielq leicht siehst du mich falsch, Ludwig."

Er senkte den Kopf.Ich sehe dich ganz richtig", sagte er heiser.Aber du mußt mich falsch sehen. Du denkst, ich gehe zu meiner Geliebten, nicht wcchr?" (Fortsetzung folgt,)

: b°s,D^bist im besten Alter, Julia, Al- ich 26 mar, 1 hatte ich schon beide Jungen."

,La, Mutter", sagte Julia. Sie errötete nicht, sie

Grün tragen, wollte er fageti, verschwieg die Berner- . D « ...cm.

| lächelte nicht. . . . ...

,JDu wirst nun 40, Ludwig", wandte sich dann wohl Frau Henriette an ihren Sohn.. " Mrnn die beste Zeit des Vaterseins."

damals im Gesicht zu lesen war, blieb ein Stroh- cm! Warum umgeht er die gesetzlichen Vorschriften feuer und ging rasch wieder vorbei. Gerhart war und prüft nicht vorher, mit wem er es zu tun hat. - «« ' «-*- Mein Standpunkt ist unanfechtbar. Ich habe von

Zibilla gekauft. Der Mann ist Händler und ich bin

An Julias Tonfall konnte ihn nichts derartig ge­ärgert haben, daß er die Faust auf den Tisch schlug und die flache Schale mit den Tulpen ins Schwan­ken brachte.Als ob ich ein Kind fei!" Er nahm ihre Hand auf. ,Zch danke dir, daß du mich nicht getriezt hast. Man hat so genug Aergerliches durch- zufechten." Er verließ das heikle Thema sehr schnell. Ich glaube, der Zibilla ist ein großer Gauner. Ich werde keine Geschäfte mehr mit ihm machen. Du kennst ihn doch auch, den Herrn Antek Zibilla aus Kattowitz?"

Ich mag ihn nicht. Er ist zu häßlich."

Sehr richtig. Wer mag den Kerl. Aber er hat unerklärlicherweise manchmal gute Sachen. Auch der Schnitzschrank mit dem Buddha, den er mir da ge­bracht hat, ist gute indische Arbeit. Ein altes Stück aus der Dravidagegend. Aber was ist das für eine Art, nach zwei Tagen anzukommen und das Käst«

Unentwegte Arbeit bei KdF

Die Veranstaltungen im Februar.

im Auftrage der Stadtverwaltung allen denen, die sich bisher in aufopfernder Werfe für den Verein und seine Einrichtungen eingesetzt hat­ten, herzlichen Dank. Er bat, davon überzeugt zu sein, daß durch die Stadt die Arbeit der Schule im besten Sinne fortgeführt werde. Die Stadtver­waltung sei sich aller Bedeutung der Schuleinrich­tungen des Vereins für die Äugend und deren Lebenstüchtigkeit bewußt..

Die NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" führt, wenn auch in etwas weniger umfangreichem Ausmaß, unentwegt chre Arbeit fort. Für den arbeitenden Volksgenossen, wie auch für die Sol­daten soll nach wie vor die Freizeit eine Ausspan­nung bringen. Aus diesem Grunde sind auch im Monat Februar wieder einige Tournees der NS.- Gemeinschaft ,Kraft durch Freude" unterwegs, um überall, wo sie auftreten, Freude zu bereiten.

In den ersten Tagen des Februar werden die im wahrsten Sinne des WortesFahrenden Ge­sellen" Gastspiele in den ländlichen Bezirken geben, und zwar in Freienseen, Ober-Erlenbach, Butzbach, Heuchelheim, Villingen, Laubach und Nie- der-Florstadt. Außerdem wird in den Tagen vom 6. bis zum 11. Februar ein zweites, dasL a - chende Varietö", in Ockstadt, Ober-Rosbach, Friedberg-Fauerbach und Friedberg einige heitere

Sie Hütt ihren Sohn noch zurück.Sag' mal, Lud­wig, ich bin deine Mutter.."

Wußte ich längst, Mama. r

Sei mal ernst. Bist du mit Jutta glücklich.

Durchaus. Warum fragst du?

Weil da irgend etwas in letzter Zett mcht stimmt Du bist nicht mehr offen zu uns. Du verbirgst etwas. Du warft nie so viel aus dem Haus wie in ^Nachmittags kannst du doch nur meinen. Ich wache Geschäfte, Besuche und so weiter.

Bei Damen?"

»Meso bet Damen?"

In einer außerordentlichen Generalversammlung des Alice-Schulvereins, die gestern nachmittag im Sitzungssaal des Stadthauses, Bergstraße, stattfand, wurde die Auflösung des Vereins beschlossen. Der Leiter des Vereins,

OberstudienSirektor Or. Schelhorn

begrüßte die Teilnehmer Insbesondere die langjäh­rige Vorsitzende Frau Wilhelmine Kramer, fer­ner den Beigeordneten Nicolaus als Vertreter der Stadt.

Zum einzigen Punkt der Tagesordnung,Auf­lösung des Verein s", gab Oberstudiendirek­tor Dr. Schelhorn eine eingehende Begründung, der folgendes entnommen sei: Schulen, so sagte er u. a., seien immer Zuschußbetriebe. Die Mittel für die Unterhaltung der vielseitigen Einrichtungen des Alice-Schulvereins flössen aus Beiträgen der Mit­glieder, aus den Zuschüssen des Staates, der Stadt, des Kreises, der Sparkasse und verschiedener Fir­men, sowie aus dem Schulgeld der Schülerinnen. Sparsame Bewirtschaftung hatten es zu einer Zeit, als noch alle Quellen flössen, ermöglicht, nicht nur alle schulischen Bedürfnisse zu befriedigen, sondern auch einen beträchtlichen Betrag zinsbringend an­zulegen. 1934 fielen aber die staatlichen Zuschüsse fort, da man an zuständiger Stelle der Auffassung war, daß das staatliche Seminar in Darmstadt für die Ausbildung technischer Lehrerinnen ausreichend fei. Diese Ansicht habe sich als irrig erwiesen. Die Nachfrage nach technischen Lehrerinnen sei heute größer, als je zuvor. Der Alice-Schulverein habe deshalb jein Seminar nicht geschlossen, sondern es auch ohne Staatszuschuß fortgeführt, allerdings un­ter ungünstigeren wirtschaftlichen Verhältnissen. Da auch die Zahl der Vereinsmitalied-er abnahm, ver­schlechterte sich die finanzielle Lage des Vereins in der Folge erheblich. Die schwerste Belastung des Vereins ergab sich seit 1935 aus dem schwachen Be­such des Fröbelseminars und aus den hohen Kosten, die durch die beiden Kindergärten und durch den Hort entstanden. Vom finanziellen Standpunkt aus hätten Ostern 1938 das Fröbelfeminar und die Kin­dergärten geschloffen werden müssen. Da griff zum erstenmal die Stadt Gießen tatkräftig ein. Um die unbedingt als soziale Einrichtung anzusehenden Kin­dergärten und den Hort zu erhalten, erklärte sich Oberbürgermeister Ritter bereit, das Defizit auf die Stadt Gießen zu übernehmen. In einem Schrei­ben, das der Vortragende der Versammlung zur Kenntnis gab, erklärte sich Oberbürgermeister Ritter ferner bereit, die gesamten Schuleinrichtungen des

Aus der Stadt Gießen.

3m Spiegel deutschen Volkstums.

Weißer Winter bunter Sommer", sagt der Dolksmund, und meist behält die ahnenererbte Mei­nung recht, daß einem harten Winter ein heißer, ernteschwerer Sommer folgt. So gibt uns die Kälte unseres Winters guten Grund zu den besten Er­wartungen für ein ertragreiches Landwirtschaftsjahr, in dem sich die alte Bauernregel bewahrheiten werde: Kalter Winter prophezeit früchtereiche Sommer­zeit!" Dazu kommt noch, daß unser Winter schnee- reich ist. Das bedeutet eine weitere Garantte für das Gedeihen in Feld und Flur. Schneebelag schützt die Wintersaat, so daß sich das Volkssprichwort als zu­treffend erweist:Der Schnee ist der Erde Pelz."

Wie alle Naturgeschehnisse hat auch das Phänomen des Schneefalls und Frostes feit alters auf die Phan­tasie unseres Volkes eingewirkt. Das zeigen zahlreiche Mären und Sagen. Verbreitet ist am meisten das Märchen von Frau Holle, die ihre Federbetten aus­schüttelt; aber das Schneegestöber wird auch noch anders gedeutet. So sagt man in Niederdeutschland: De ollen Wiwer sind bit Gäusplücken"; und in Schwaben heißt es gleichfalls humoristisch: ,,D' Becke un d' Müller haunt (haben) Händel", was diese neuere badische Fassung ausführlicher darstellt:Wenn es jchnett, so kommt das daher, daß im Himmel die Müllerlehrlinge und Bäckerbuben sich prügeln; nun stäubt das Mehl zur Erde nieder."

Die Art des Schnees ist bedeutsam für den Bestand des Schneebelages und zugleich ein Zeichen künftiger Witterung. In alemannischen Gauen spricht man von rerigem" und vonrnulzigern" Schnee; ersterer ist pulverig und bleibt lange liegen, da er mit kälter werdender Witterung zu fallen pflegt, letzterer ist wässerig und flockt großfetzia nieder, wenn das Thermometer wenig unter 0 Grad anzeigt. Dortzu­lande heißt es auch:Wenn der Schnee fternet, gibt's noch viel Schnee danach!" Das konnten wir mehrfach beobachten; der in kleinen Kriftallsternchen nieder­gehende Schnee hatte Dauer und war von scharfem Frost begleitet. Dazu paßt der Mecklenburger Dolks- reim:Fällt der erste Schnee in Dreck, so muß er bald wieder weg", oder auch die rheinländische Fas­sung:Schneit's zuerst auf feuchten Dreck, wird der ganze Winter ein Geck." Hingegen gilt der im Schneesturm dahinfegende Schnee als hartnäckiger Wintergast; man sagt:Treibeschnee ist Bleibeschnee!"

Nach einer süddeutschen Sage liegt in Schwaben Jein Hügel, auf dem auch im flockenreichsten Winter keine Handvoll Schnee liegen bleibt; es soll dort ein prächtiges Schloß gestanden haben und versunken sein; des zum Zeugnis bleibt der Winterboden dort | ^unbedeckt. Nach einer anderen Sage soll £ei Konstanz ein Erd fleck stets ohne Schneedecke bleiben, weil sich dort im Mittelalter ein Mord ereignet hat. Hingegen | will man beobachtet haben, daß es auch im Sommer einmal schneit, und das soll eine himmlische Mahnung | sein. So war es, als sich einst die Bürger einer Alpenstadt nicht einigen konnten, wo die neue Kirche I zu erbauen sei. Da ließ Maria es am 5. Sluguft auf I eine Erdstelle schneien, die genau den späteren j Grundriß ausmachte; seitdem steht heute noch dieser

Tag alsMariä Schnee" in manchem Kalender!

Eiswinter bringt ein Obstjahr", heißt es im Volksglauben; und wenn an winterlichen Sonntagen und Feiertagen viele Eisblumen an den Fenster­scheiben blühen, so bedeutet es ein fruchtbringendes Jahr. Wenn weiterhin am Bauernhause zumal um Fastnacht lange Eiszapfen hängen, so er- , wartet die Bäuerin langen, also ergiebigen Flachs [ im Sommer.

All dieser Aberglaube, der sich an einen kernigen ! Winter knüpft, hat seine gute Berechtigung, roeil i> ausgeprägte Jahreszeiten das Zuträglichste für die nordische Scholle und für den Mensche sind. Dennoch I ist in jedem Menschen die Sommersehnsucht rege; I und so trösten wir uns auch in diesen falten, aber | gesunden Tagen mit dem Sprichwort: "Dickes Eis I vergeht auch!" ___________ W.

toten Leistungen, sie brachte aber auch ihre Freude darüber zum Ausdruck, daß die Schule nunmehr mit der Uebernahme durch die Stadt eine feste Basis gesunden habe, auf der sich die wertvolle Arbett, die bisher geleistet wurde, unter manch günstigeren Bedingungen weiterhin leisten lassen werde.

Nachdem noch über die Formalitäten der Löschung des Vereins im Bereinsregister gesprochen worben war, sand die außerordentliche und zugleich letzte Generalversammlung des Alice-Schulvereins ihren Abjchluß. Eine Organisation, die über 6 Jahrzehnte in treuem Dienst an der Erziehung des Nachwuch­ses stand sand damit eine Ablösung, die dafür bürgt, daß die Arbeit auf fester Grundlage fortge­setzt werden kann.

Lornotizen.

Tageskalender für Freitag.

Populärwissenschaftlicher Vortrag der Universität: 20.15 Uhr im Hörsaal des Zoologischen Instituts, Bahnhofstraße, Professor S ch m i d tFilmvorfüh­rungen aus dem Gebiete der Zoologie". Stadt­theater: 20 bis 22.30Bengalische Zukunft". Gloria-Palast, Settersweg:Dein Leben gehört mir"N Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Ehe in Dosen".

Stadtthealer Gießen.

Am heutigen Freitag wird zum ersten Male die KomödieBengalische Zukunft" von Gesell und Martin aufgeführt. Spielleitung: Dr. Hannes Ra- zum. Bühnenbild: Karl Löffler. Es wirken mit: Hilde Kneip, Elisabeth Leiprecht, Jngeborg Riehl, Rose Stirl; Hans Caninenberg, Walter Erler, Gert Geiger, Friedrich Gröndahl, Viktor v. Gschmeidler, Siegjried Lowitz, Hilmar Manders, Gert Reuter, Hans Albert Schewe, Hans Seitz, Kar! Dolck. 18. Vorstellung der Freitag-Miete.

Treudienst-Ebrenzeichen für SOjährige freue Arbeit.

Dem bei der Firma W. & G. Schucharb in! Gießen beschäftigten Lageristen Reirchold Winter wurde vom Führer als Anerkennung für 50jährige treue Arbeit im Dienste des Deutschen Volkes das Treudienst^Ehrenzeichen verliehen. Die Aushändi­gung an den Jubilar erfolgte anläßlich eines Be­trieb sappells durch den Betriebssichrer.

Berdunkelungskonfrolle.

Die wiederholten Mahnungen aus berufeneirt Munde, in der Lustschutzdisziplin nicht nachzulassen, sollten auch zu einer gelegentlichen Nachprüfung des Zustandes der Verdunkelung der eigenen Wohnung bzw. des eigenen Geschäfts führen. Eine einfache Möglichkeit dazu ist folgende: Verdunkelung der Wohnung usw. einmal am Tage, zu Hause etwa Sonntagvormittags. Ist die Verdunkelungseinrich­tung ungenügend, dann sieht man deutlich, wo sich die Fehlerquellen befinden. Denn wo Tageslicht ein­bringt, bringt abends auch künstliches Licht hinaus.

Gefahren im Haushalt.

UeberaU ist der Mensch von Gefahren umgeben. Selbst im Haushalt lauern sie. Darum heißt es auch hier, es nicht an genügender Vorsicht und 21ufmert« samkeit fehlen zu lassen. Wie leicht kann zum Bei­spiel beim Brot- ober Fleischschneiden, wie beim Kartoffelschälen ober bei der Benutzung der Fleisch­maschine das Messer ausrutschen und die Hand Der« letzen. In solchen Fällen drücke man die Schnitt­kanten zusammen und bedecke sie mit einem Mull- stück, das mit einer Binde und einem Heftpflaster befestigt wird. Noch praktischer sind die bekannten Schnellverbände.

Auch mit Verbrennungen ober Verbrühungen muß bei ber Küchenarbeit immer gerechnet werden. Bei leichteren Hautverbrennungen hilft Einreiben mit Fett, Del ober Borsalbe. Dann muß die Wunde mit einer Brandbinde bedeckt werden. Handelt es sich um schwere Brandwunden, so bedecke man den Verletzten bis zum Eintreffen des Arztes ohne Be­rühren ber Brandstelle mit einem Leintuch, um

Vereins mit dem Lehrpersonal auf die Stadt zu übernehmen und der neuen Schule den Namen Frauenarbeitsschule" zu geben und da­mit die für Stadt und Kreis Gießen so wertvolle Ausbildungsstätte für die weibliche Jugend zu er­halten. Mit diesem Entschluß der Stadtverwaltung ist ein langgehegter Wunsch des Vorstandes des Vereins in Erfüllung gegangen. Der Vorstand gibt der Hoffnung Ausdruck, daß die Schule weiterhin eine gedeihliche Entwicklung nehmen möge.

Nach dieser Begründung des Auflösungsantrags des Alice-Schulvereins stellte Oberstudiendirektor S ch e lh o r n den Antrag zur Aussprache. Die Ver­sammlung stimmte der Auflösung einstimmig zu, so daß also nun der Alice-Schulverein nach 62jährigem Bestehen aufgelöst ist. Das Vermögen des Vereins fällt der Stadt Gießen zu, die es im Sinne der Bestrebungen des Vereins verwenden wird. In fei­nen weiteren Darlegungen gedachte der Vortragende all derjenigen, die jahrelang ehrenamtlich dem Ver­ein ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellten, ins­besondere Geheimrat Prof. Dr. Fromme, Frau Wilhelmine Kramer, Schulrat Prof. Dr. Alles und Oberstudiendirektor Dr. Kalbfleisch (f). Für aufopfernde ehrenamtliche Mitarbeit im Ver­ein wurde dann dem langjährigen treuen Rechner des Vereins, Verwaltungsamtmann Martin, der Dank des Vereins ausgesprochen, der trotz stärkster dienstlicher und außerdienstlicher Belastung und zeit­licher Inanspruchnahme die schwere und anstren­gende Tätigkeit des Rechners muftergültig ausgeübt hatte. Ferner wurde den Damen, die als treue Hel- jermnen des Vorstandes die hauswirtschaftlichen Be­lange der Schule überwachen halfen, Frau Tamm, B e ch t e l und Frau W o d a e g e, herzlicher für ihre Arbeit gesagt.

Weshalb?"

Weshalb? Du fragst naiv." Ihm entging der dünne Unterton in ihrer Frage, dies leichte Schwin­gen.Weil Gerhart im zweiten Jahr unserer Ehe auftauchte. Er kam aus Amerika, er erzählte Wun-

1 S,____rx:V- (nnnln nftne ItnX tohoc Ittth TOHnttls

Aff wollte

Roman von Frank F. Braun Copyright by Deutscher Verlag, Berlin

der NS.-Gemeinschaft ,Kraft durch Freude" Einzug

, .. ' ... - nr , ra"-;xx halten. Das Programm bringt den FilmFerien

Stunden zu bereiten wissen Auch dieGrillen- 'om selbstverständlich auch die Wochenschau /D ; -1. - L » avX a w A ! vtv-e A i a4a ,, r»"X I Unb einen guten Kulturfilm.

Gastspiele gegeben haben, werden eingesetzt, und | b

zwar in Friedberg und in Bad-Nauheim. I

- Ludwig Carlotti hatte nicht viele Wünsche zu er­füllen. Die Ehe war im sechsten Jahr kinderlos.

! Frau Henriette hatte mit chütt^licher u^ schwieger- ^eqen'der^Hängebäcken und dem Specknacken; das mütterlicher Neugier einige Male daran gerührt wegen aber weder von ihrem Sohn Ludwig, noch von Der

| Schwiegertochter Julia eine ausreichende Antwort

m t "rU in dos Erdgeschoß, wo sich seine eigene Wohnung

beste Zeit des Vaterseins. I befani) Sie war von dem Laden getrennt, lag im

teft?ÄtnÄ^ gutmütiges Ko- ©^^5 fiel dir. Ich merkte es. Aber gottlob Yietteft du oann oem »ruver mqes JT«

mödiantengesicht mit ben Kundschaft zu erwarten und der junge Mann, den doch zu mir Die^Begeiferung fttr Gerhart die Schrank auf reden Fall zurück^^mu^ ba

den Backen, dies Gesicht, das immer verfroren uus ( eingestellt hatte, war verläßlich und verkaufte nur f<,iÄ£n L zehn. J°hr° a!t ist. Ludwig, bist Unw°!°nMch°^°us .eig°n- Fausts ffe

du fünfzig. Höchste Zeit. b 1 an Sie trug ein orangefarbenes Kleid; aus Woll-

Er war nicht prüde.Also gut , er rtoff schien ihm. Es stand ihr gar nicht. Du müßtest fttich sich über das glatte, schon em bißchen graue tragen, wollte er sag<m, verschwieg die Bemer- Haar. ,^ch werde mit Aul'« reden f aber noch rechtzeitig. Jwanka fiel ihm

ÄH iUOita^inJnmben^(7n « 6e^u8te ®rün. Sr b.ß stch auf rA mn P i Ich habe heute nachmittag außerhalb zu tun,

I Iu'li? tagte er.Du wirst mich nicht vermissen? Und wenn, du gehst ja doch." ^-le lächelte ohne Groll Die kleine, aber nicht zu übersehende Narbe auf dem rechten Nasenflügel zitterte. Sie war em heller Sttich, einziges Andenken an den einziden Autozusammenstoß, bet dem die Scheibe leider nicht aus Sicherheitsglas bestanden hatte gab ihr die jHand, beugte sich vor und küßte sie Vielleicht bog |fie sich zufällig em wenig zur Seite. Er erwischte !^"^Du^ siehst^blaß aus", meinte er.Wolltest du nicht jetzt, wo das Wetter besser geworden ist, mehr tftrazieren gehen?"