SJ.-fporrf
Verwundete bei der NSV. zu Gast
Mannheim: Baden — Brandenburg;
auch
Die Neugestaltung in der Burg Gleiberg
Frankfurter Schlachlviehmarkt.
bis
lauf: lebhaft, alles zugeteilt.
in in in in in
bis bis
57,
Sprechstunden der Redaktion.
11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittags geschloffen.
Die Kreisamtsleitung der NSV. bereitete einer sehr großen Anzahl von Verwundeten der hiesigen -Reseroelazarette einen frohen Nachmittag im „Brauchitsch-Lager". Hier waren die Tische weiß gedeckt und mit Blumen geschmückt. Für jeden Soldaten lag ein großer Umschlag bereit, der Zigaretten, Viermarken, Rasierklingen, Briefpapier und Karten, sowie den illustrierten Prospekt der NSV. über ihre Arbeit im Gaugebiet enthielt. Für den Transport hatte der Oberbürgermeister die Omni- buffe der Stadt Gießen zur Verfügung gestellt. Die NSG. ,Kraft durch Freude" hatte die Ausgestaltung der Veranstaltung übernommen und dafür das Orchester und einige Künstler unseres Stadt- cheaters gewonnen.
Das Orchester unter Leitung des 1. Konzertmeisters Landgraf leitete die Veranstaltung mit Marsch- und Konzertmusik ein. Der Kreisamtsleiter der NSV., Pg. Frank, konnte zu dieser Veranstaltung außer den Verwundeten und den Krankenschwestern auch Kreisleiter Backhaus, Ober- feldarzt Dr. liefert, den mit der Betreuung der Verwundeten beauftragten k. Kreisamtswalter der NSKOV., Pg. G r a v e l i u s , sowie den Kreiswart von „KdF.", Pg. Schemel, begrüßen. Er sagte den Soldaten, daß die Veranstaltung nur möglich wurde durch die anerkennenswerte Leistung der Ge- meinschaft, für die die Partei den Impuls gegeben hat. Die Grundlagen dazu hat die Volksgemeinschaft durch ihre Opferfreudigkeit geschaffen, uni) durch das Zusammenwirken der einzelnen Gliederungen war die Organisation dieser Veranstaltung möglich, für die er einen frohen Verlauf wünschte.
Kreisleiter Backhaus entbot den Verwundeten die herzlichen Grüße der Partei. Er fügte gleich hinzu, daß für diejenigen Kameraden, die diesmal noch Fernen Ausgang hatten, die gleiche Veranstaltung später wiederholt werden soll, denn durch diese unterhaltenden Stunden soll die Verbundenheit zwischen Partei und Wehrmacht, zwischen Front und Heimat zum Ausdruck kommen. Die Heimat, die die Opfer zu würdigen weiß, die ihre Söhne im Felde gebracht haben, will ihnen damit einen kleinen Tell des Dankes abstatten.
Der Kreisleiter lenkte dann die Blicke des Soldaten auf bie politischen Ereignisse und führte u. a. aus,
Wirtschaftsbetriebes gegeben fein. Die Küche wird erweitert werden. Der Burgwirt erhält neue Wohnräume eine Treppe unter der neuen Gaststube. Diese Wohnräume liegen gleichfalls nach der Sonnensette. Es wird notwendig sein, eine neue Decke emzu- ziehen und eine Treppe zur Wohnung einzubauen, evtl, soll auch ein besonderer Ausgang für die Wohnung geschaffen werden. rf
Der neue Plan wird, bis in alle Einzelheiten ausgearbeitet, der später einzuberufenden Mitgliederversammlung vorgelegt und so forciert werden, daß sogleich nach der Beendigung des Krieges die Bauarbeiten in Angriff genommen werden können.
Wohnräume des Burgwirtes werden in einen neuen Gastraum verwandelt. Der Raum liegt nach der Sonnenseite und wird durch die Freilegung von drei Fensternischen, von denen aus ein herrlicher Ausblick möglich wird, und durch eine stilgerechte Ausgestaltung zu einer freundlichen, einladenden Gaststube ausgebaut. Durch drei Säulen wird diese Stube ein altertümliches Gepräge erhalten. In der Rückseite nach dem Gang zu wird der Ausschank eingebaut, der sowohl nach dem Raum hin als auch nach dem Gang zu benutzt werden kann. Durch die zwei Eingänge zum Bau wird dadurch eine flotte, der stärksten Inanspruchnahme bei größeren Veranstaltungen im Freien genügende Abwicklung des
In der Jahreshauptversammlung des Gleiberg- Vereins wurde außer den für das kommende Jahr bevorstehenden Instandsetzungsarbeiten am Altan des Nassauer Baues, dem Wilhelms-Balkon, der Erneuerung des Estrichs im Buchner-Stübchen und der Herstellung der Türanlage zur Oberburg auch der neue Bauplan für die Umgestal- tun g der W i r t s ch a f ts r ä um e vorgelegt. Bekanntlich hatte der Burgbaumeister, Bauoberinspektor Mohr, bereits einen Bauplan ausgearbeitet, der die Zustimmung des Denkmalpflegers gefunden hatte und von der Baupolizei bereits genehmigt worden war. Dieser Bauplan sah vor, an Stelle des bestehenden unzulänglichen Ausschankes im Hofe der Burg einen massiven, stilgerechten Ausschank zu schaffen, der allen Anforderungen entsprechen sollte. Dieser Plan ist fallen gelassen worden, weil er feine befriedigende Lösung darstellte.
Nach dem in Vorbereitung befindlichen neuen
Der Handballsonntag
verelchsklasse.
Tv. Hochelheim — To. Katzensurt
Tv- Lützellinden — Mtv. Gießen Tv. Dornholzhausen — Garbenheim.
Hochelheim wird naturgemäß alles daransetzen, um seinen ersten Tabellenplatz weiterhin mit Erfolg zu verteidigen. Eine Ueberraschuna nur würde genügen, um die Mannschaft aller Aussichten zu berauben. Es ist deshalb schon erforderlich, jeden Gegner ernst zu nehmen und vorläufig keinen Finger breit nachzulassen. Der Sieger, der sich diesmal durchsetzt, muß nämlich wirklich etwas können.
Lützellinden ist zu Hause, wie die Erfahrung lehrt, noch ernster zu nehmen, als aus fremden Plätzen, trotzdem and) dort schon eine ganze Reihe vorzüglicher Leistungen geboten wurden. Wenn also die Gießenr Männerturner mit einem Erfolg rechnen, müssen sie In spielstarkster Ausstellung antreten und oessere Leistungen zeigen, als dies bisher der Fall war.
Garbenheim könnte, wenn sich die Mannschaft zurechtfindet, einen Erfolg der Dornholzhäuser streitig machen. Dazu gehört aber bei dem ausgezeich- neten Können der Platzbesitzer schon mehr, als gewöhnliches Durchschnittskönnen. Wer Dornholzhausen auf ebenem Platze schlagen will, muß in allen Teilen gleich gut besetzt sein.
1. und 2. Klasse.
Tv. Wetzlar — Tv. Gröningen
Tuspo. W.-Niedergirrnes — Tv. Krofdorf Tv. Dornholzhausen — Tv. Garbenheim.
Fußball-Länderkampf Deutschland—Jugoslawien.
Fünf Awischenrundenkämpfe
Die deutsche Fußball-Nationalelf weilt am Sonntag in Agram zum vierten Länderkampf gegen Jugoslawien. Die deutsche Nationalelf gewann zwar vor Jahresfrist in der kroatischen Hauptstadt mit 5:1 Toren, mußte dann aber im April in Wien eine überraschende 1:2-Niederlage gegen die kampfkräftigen Jugoslawen hinnehmen. Die Mannschaft Klodt; Janes, Streitle; Kupfer, Rohde, Kitzinger; Lehner, Walter, Conen, Fiederer, Arlt; hat die Aufgabe, diese Wiener Niederlage wettzumachen. Es sind zwar mit Walter, Fiederer und Arlt wieder einige sehr junge Kräfte aufgeboten, aber alle drei sind keine Länderspielneulinge mehr und wer- den vestimmt ihren Mann stehen. Immerhin wird die deutsche Elf eine besonders gute Leistung vollbringen müssen, wenn sie den Sieg, den mir alle erwarten, davontragen will.
Jugoslawien: Glaser (Gradjanski); Drozo- vic (Gradjanski), Dubac (Belgrader SK.); Djanic, Jazbinschek (beide Gradjanski), Lechner (BSK.); Cimermancic (Gradjanski), Daljarevic, Bozovic (beide BSK.), Zivkovic, Matekalo (beide Gradjanski).
Die fünf Treffen der Reichsbundpokal - Zwischenrunde lauten wie folgt:
Frankfurt a. M., 31. Ott Es notierten je 50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 45 bis 46,5, b) 40 bis 42,5, c) 37,5, Bullen a) 44 bis 44,5, b) 40,5, Kühe a) 44 bis 45,5, b) 39 bis 40,5, c) 30 bis 34,5, d) 20 bis 25, Färsen a) 44,5 bis 45,5, b) 40 bis 41,5, c) 36,5, Kälber (Sonderklasse) 65 bis 74, andere Kälber a) 59, b) 56 bis 59, c) 45 bis 50, d) 35 bis 40, Hämmel b2) 48 bis 51, c) 30 44, d) 15 bis 26, Schafe a) 41 bis 44, b) 36 38, c) 15 bis 32, Schweine a) 58, bl) 58, b2) c) 55, d) 52, e) 50, gl) Sauen 58. Marktver-
Kamillen 28,955; Johanniskraut 27,400; Ackerschach, telhalm (Zinnkraut) 26,400; Haselnuhblätter 15,400; Huflattichblätter 13,250; Maiblumenblätter 8,800; Erdbeerblätter 5,540; Feldthymian (Quendel) 2,600; Holunderblätter 1,500; Mutterkorn 1,475; Birken- blätter 1; Pfefferminz 0,8; Brennesseldlätter 0,5; Spitzwegerichblatter 0,250 Kilo. Der Anteil der Schulen und sonstigen Sammeleinheiten an dem schönen Ergebnis beträgt: Schule Gonterskirchen 83,750; Schule Röthges 38,745; Schule Ettingshausen 34,680; Schule Rupperts- bürg 33,290; Schule Wetter seid 32,620; Oberschule Laubach 17,100; Volksschule Laubach 11,780; Jungvolk (Fähnlein 12/116) 6,700; Schule Freienseen 5,780; NS.-Frauenschaft Röthges 4,4; Ruppertsburg 2,7; Laubach 2,5; Gonterskirchen 1,7 Kilo. Dazu kommen noch 69 Kilo frische Hagebutten, die an die Helvetia" in Groß-Gerau versandt wurden. Getrocknete Hage- butten und kleinere Mengen sonstigen Sammelgutes lagern noch auf der Sammelstelle.
Plan soll der bestehende Hofausschant vollkommen beseitigt und die Burgmauer in ihren ursprüng- liehen Zustand versetzt werden. Dadurch wird neben dem bestehenden üblichen Eingang ein zweiter freigelegt, der einen flüssigen Durchgangsverkehr ermöglicht. Durch diesen zweiten Eingang wird auch der alte, schöne Treppenaufgang besser zur Geltung kommen. Gleichzeitig wird die alte Halle, die jetzt als Aufbewahrungsraum für den Burgwirt dient, in ihren ursprünglichen Zustand versetzt, so daß die Burg durch einen repräsentativen Raum reicher werden wird. Im Anschluß an diese Halle werden Bedürfnisanstalten für Männer und Frauen eingebaut, durch die die jetzigen unzulänglichen Verhältnisse abgestellt werden sollen. Auch die bisherige Absicht, die Wohnräume des Burgwirtes, die zur Neugestaltung eines weiteren Gastraumes benötigt werden, in den Oberstock der Burg zu verlegen, wird fallen gelassen. Die bisherige Küche und die
wenn wir auch einen großen Teil der Feinde nie- bergerungm hätten und jetzt die Großeinsätze der Flieger und der Marine sich nur gegen England richten, so wüßten wir, daß der Soldat stolz darauf sein könne, daß er einen großen Teil der bisherigen schweren Arbeit geleistet habe, durch den die Front näher an die Insel herangetragen werden konnte. Jetzt habe das ganze deutsche Volk nur einen Wunsch, diesen einzigen Feind, England, und das mit ihm verbundene internationale Judentum nie- derzuringen, damit die Aufbauarbeit im Reich und die Neuordnung Europas ihren Fortgang nehmen könne. Er wünschte den Soldaten, daß sie die Stunden in Fröhlichkeit verleben und sich gern ihres Aufenthaltes im Kreis Wetterau und in Gie- ßen erinnern möchten.
Während dann das Orchester des Stadttheaters aufspielte und Harry Grüneke, der Spielleiter der Operette, mit Frl. Ilse W i n h o l d und Hans Seitz sowie einer Gruppe des Balletts des Stadt- theaters die Verwundeten mit allerlei heiteren und ernsten Darbietungen erfreute, trugen Mitglieder der Gießener Ortsgruppen der NS.-Frauenschaft unter ßeitung der Kreisfrauenschaftsleiterin Pgn. W r e d e ein schmackhaftes warmes Essen auf uni) bewirteten die Soldaten mit Bier. Der 1. Trompeter des Stadttheaters, A. Schöffel, erfreute mit einigen Irompetenfolis. Die Soldaten ließen sich das Essen gut schmecken und waren bei den vielseitigen Darbietungen in fröhlicher Stimmung.
Oberfeldarzt Dr. B i ck e r t sprach der NSV., dem Kreisleiter und dem Kreisamtsleiter sowie allen, die am guten Gelingen dieser Veranstaltung be- teUigt waren, den Dank der Wehrmacht und den seiner Kameraden aus. Er unterstrich dabei die sehr gute Zusammenarbeit der Wehrmacht mit der Par- tei und allen ihren Gliederungen in Gießen und versicherte, daß die Soldaten diese Drohen Stunden in bester Erinnerung behalten werden.
Die Soldaten bewiesen ihren guten Humor und dankten nicht nur durch stürmischen Beifall, sondern trugen auch selbst zum harmonischen Verlauf dieser Veranstaltung bei, für die der NSV., besonders auch dem Organisator, dem Kreisgeschäftsführer der NSV., Pg. H artig, volle Anerkennung gebührt.
München: Bayern — Ostpreußen;
Hamburg: Nordmark — Südwest;
Breslau: Schlesien — Württemberg;
... Stettin: Pommern — Sachsen.
Als klare Favoriten gelten Bayern und Sachsen, dagegen sind in den übrigen drei Begegnungen die Sieger kaum vorauszusagen. Baden könnte es in heimischer Umgebung gegen die Reichshauptstädter schaffen, Südwest fährt mit einer sehr starken Elf nach Hamburg, und Württemberg wird in Breslau eine scharfe Klinge schlagen.
392, Länder- und Völkerkunde 110, Kulturgeschichte 3, Geschichte und Biographien 145, Naturwissenschaft und Technologie 58, Heer- und Seewesen 39, Haus- und Landwirtschaft 5, Gesundheitslehre 9, Religion und Philosophie 6, Staatswissenschaft 26 Bände.
Landkreis Gießen
L a u b a ch , 31. Okt. Don der von Lehrer O 11 (Gonterskirchen) verwalteten Heikräutersam- melstelle in Laubach liegt ein vorläufiges Ergebnis der diesjährigen Sammeltätigkeit. Es ist mit 275,650 Kilo getrockneter Heil- und Teekräuter, die bis jetzt an die Gausammelstelle in Frankfurt am Main-Höchst zum Versand kamen, eine sehr gute Jahresleistung, wenn man berücksichtigt, daß der Bezirkssammelstelle Laubach nur 8 Schulen mit 11 Klassen, die sammelten, zugeteilt sind. Es wurden 18 verschiedene Drogen in folgenden Mengen gesammelt und getrocknet: Himbeerblätter 71,350; Brombeerblätter 38,150; Schafgarbenblüten 31,300;
Grüningen geht einen schweren, aber nicht aus- ichtslosen Gang. Wenn die Mannschaft so spielt, nie am letzten Sonntag, wird es auch Wetzlar chwer halten, seinen Siegeszug fvrtzusetzen.
Krofdorf hat unbedingt Chancen, seinen Vorspiel- ieg zu wiederholen. Die Mannsch-aft ist auf jeden Fall in Ordnung und hat bis jetzt noch immer vor- zügliche Leistungen gezeigt. Sie wird — richtig ein- gesttzt — auch diesmal die Oberhand behalten.
Gespannt sein darf man auf das Abschneiden von Beuern, nachdem die Garbenteicher erst am letzten Sonntag Lich klar schlagen konnten. Schon im Vorspiel trat eine knappe Ueberlegenheit zutage, bie sich — im Hinblick auf den Vorteil des eigenen Platzes — diesmal vielleicht noch etwas deutlicher zeigen wirt».
Steinbach gewinnt dieKriegserinnerungsplakette.
Hungen L — Steinbach L 0:3 (0:2).
Nachdem die Fußballmannschaft der Sportgemeinde Steinbach am Sonntag ihr letztes Spiel in Hungen mit 3:0 gewinnen konnte, hat die Mannschaft mit 4 Punkten Vorsprung die Erinnerungsplakette errungen. Spielverlauf: Beide Mannschaften kämpfen vorerst ohne Erfolg. In der fünfzehnten Minute bringt der Halblinke Stürmer Steinbachs feine Mannschaft mit 1:0 in Führung. Angriff auf Angriff rollt auf beide Tore, die aber nichts einbringen. Die Mannschaft von Steinbach versucht kurz vor Halbzeit noch einmal das Resultat zu verbessern, was ihr auch gelingt. Resultat 2:0. Nach der Halbzeit tritt bei den Gästen eine kleine Schwäche ein, die dank der guten Verteidigung und Tormann überbrückt wird. Bald findet sich die Mannschaft wieder, und der Mittelstürmer schießt sicher das 3. Tor für Steinbach. Die Angriffe der Hungener Mannschaft werden durch die guten Leistungen der Läuferreihe und Hintermannschaft zunichte gemacht, so daß ihnen sogar das Ehrentor versagt bleibt. Der Sieg Steinbachs ist nur durch eine gute Gesamtleistung möglich gewesen. Das Spiel, das unter der guten Leitung des Schiedsrichters Kaletsch (Wetzlar) stand, fand mit dem verdienten Sieg Steinbachs seinen Abschluß. Steinbad) 1. Jugend — Rödgen 1. Jugend 3:0 (0:0).
Am Sonntag trugen diese Mannschaften ihr erstes Pflichtspiel aus. Bis zur Halbzeit verlief das Spiel torlos. Nach dem Seitenwechsel spielte Stein- dach mit dem Wind und kam immer mehr auf. Ein Elfmeter führte zum ersten Erfolg für Steinbach. Dann fielen nach kurzen Abständen noch zwei weitere Tore. Beim Stande von 3:0 für Steinach wurde das Spiel abgebrochen.
3000Kilometer Siebe
Vornan von Olly Doeheim
16. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
„Künstlerinnen sind unberechenbar", antwortete der Direktor. „Vielleicht ist sie verliebt, das soll ja eine Frau zum Backfisch machen."
.^Jedenfalls ein glücklicher Abend!" Wieder rauschte Applaus auf. Peter schubste Anni aus der Kulisse, und ein Logenschließer überreichte ihr einen riesigen Blumenstrauß. Anita taumelte in ihre Garderobe, nahm die Glückwünsche fremder Leute in Empfang und lehnte die Einladung zu einer Feier höflich, aber bestimmt ab.
„Ich habe ja gar kein großes Gesellschaftskleid mit", flüsterte sie Peter zu, „und außerdem bin ich ja gar nicht gemeint."
Am Bühnenausgang klatschte das Publikum ihr zu. Sie steckte das Gesicht tief in die Blumen und lächelte.
„Jetzt ist der Augenblick da, den ich, seit ich tanze, erträumt habe", sagte sie zu Peter, als sie in die Taxi gestiegen war, „und er ist doch nicht da. Habe ich einen Erfolg gehabt? Nein! Die Verries hat ihn gehabt! Ihr bekannter Name gab mir Kredit beim Publikum! Ohne diesen Kredit wäre ich wahrscheinlich durchgefallen."
„Du bist das arößte Schaf, das der liebe Gott in seiner Hammelherde erschaffen hat", sagte Peter wütend. „Jetzt fahren wir ins Hotel, trinken eine Flasche Sekt und lassen uns ein pfundiges Abendessen servieren." Peter neigte sich vertraulich zu Anni: „Ich habe nämlich schon dein Honorar in der Tasche."
Anni überlief es eiskalt.
„Sag mal, Peter, haft du schon an die Folgen gedacht, die die Kritiken für mich haben können?"
„Und ob", erklärte Peter, „ich hatte einen regelrechten Kloß im Hals bei dem Gedanken, daß sie schlecht sein könnten."
„Und nun?"
„Ist der Kloß weg, denn sie werden glänzend fein, Anni, so glänzend, daß diese Verries vor Dankbarkeit vergehen wird."
Er bezahtte die Taxi und führte Anni in das Hotel, dort suchten sie sich einen stillen, entlegenen Winkel im Speisesaal.
„Was dieser Vera Verries auch zugestoßen sein mag, eines ist sicher: Für ihren Ruf ist es besser, sie hat eine glänzende Kritik, als es geht eine Notiz durch die Zeitungen, daß sie nicht eingetroffen ist. Nichts schadet einem Künstler so, als wenn es heißt, er ist unzuverlässig. Da springen die besten Theater ab —"
„Wenn aber" — Anni blieb der Bissen im Halse stecken — „wenn ihr aber etwas Ernstes zugestoßen ift? Am Ende ist sie tot, verunglückt, ein Auto- zusammenstoß."
Peter kramte nach einer Zigarette, ein Zeichen, daß er nervös wurde.
„Ach, Unsinn, Anni. Sie hat es verbummelt und ist heilfroh, daß eine Tänzerin im letzten Augenblick vom Himmel gefallen ist und den Abend gerettet hat. Du kannst dich ruhig über deinen Erfolg freuen. Dein Start war ungewöhnlich, ich gebe es zu. Ich habe den Anstoß dazu gegeben. Und alle Folgen kommen auf mein Haupt.Und ich werde mich schon wieder herauswinden. Das wäre die erste Situation, mit der Peter Renz nicht fertig geworden ist. Prost!"
Anni lachte: „Prost, Peter, weißt du, wie du mir vorkommst?"
„Doch nicht etwa wie ein Flirt?"
„Nein, wie ein Rucksack, in den man alles hinein- wirft, was einen belastet —"
„Ehe man auf selige Wanderschaft geht!"
„3a, Peter —"
„Ich glaube, Anni, auf jeder Wanderschaft entdeckt man einen neuen Stern/
Anni hob ihren Sektkelch. Sie stießen an. Hell klangen die Gläser zusammen. Sie dachten beide an ihren Stern, und doch gingen ihre Gedanken weit auseinand-r.
Nachdem Anni in ihr Zimmer gegangen war. schlenderte Peter durch die Stadt. Die Straßen waren leer. Er ging zum Wasser hinunter, setzte sich auf eine Bank und starrte auf die schwarze Fläche. Laternen warfen goldene Säulen ins Was- fer. Die Schiffe schliefen. Rötlich und trübe stand über den spitzen Dächern der Mond. Peter steckte sich erneut eine Zigarette an, lief durch schmale, kleine Gassen, die so eng waren, daß sich die Giebel fast aneinanderschmiegten. Er lief vor seiner
Unruhe davon, und doch folgte sie ihm auf den Fersen, und ihm schien, als liefe sie im Mond- schatten hinter chm her und klcpperte im Echo feiner Schritte mit.
Anni schlief selig und fest. Peter Renz jedoch hatte gewaltige Sorgen. Ader ein Gedanke machte ihn schließlich ruhig; mochte das Abenteuer ausgehen wie es wollte — er würde die Konsequenzen gern tragen; denn im Grunde hatte er es aus Liebe für Anni getan.
Die blaue Stunde hob ihr gläsernes Gesicht über die Stadt und wischte die matten Sterne aus. Die Häuser lagen ertrunken im Schlaf. Die Welt war kühl und fremd, als lausche sie in dieser geheimnisvollen Stunde zwischen Nacht und Morgenröte in den Himmel hinein, unter dessen erblassender Kuppel sich die Geburt des jungen Tages vollzog. Peter Renz fühlte sich unendlich einsam inmitten der schlafenden Straßen, als stünde die Welt einen Augenblick lang still. Dann klang ein Vogelruf auf, leise, verschlafen, ein zweiter, dritter, und als hätten die kleinen Stimmen eine göttliche Magie, die Sonne wachzurufen, stieg sie aus dem Meer auf, und warf ihre goldenen Strahlen über die schwarzen Türme der alten Stadt Göteborg.
Peter Renz stand still. Sein junges Herz wurde voll Demut. Das tägliche Wunder des Tagwrrdens löste eine zarte Andacht in ihm aus. Sekundenlang faltete er die Hände, ohne zu wissen, daß er es tat. Dann ging er mit dem Gefühl, ein königliches Geschenk empfangen zu haben, der Stadt zu.
10. Kapitel.
„Du scheinst ja eine ungeheuer fesselnde Lektüre zu haben", sagte Dera Verries, während sie das Boot an die Kette legte und Arne zusah, wie er, ohne sich auszuziehen, gleichsam wie hypnotisiert von der Zeitung, sich auf einen Holzstamm setzte.
„Komisch", fuhr sie fort, „du sagtest doch, daß dich die Dinge da draußen in der Welt überhaupt nicht interessieren?"
„3a", meinte der Mann gedehnt, „diesmal interessieren sie mich eben —"
„Das kann ich gar nicht verstehen!"
„Oh, dich dürften sie auch interessieren", sagte Arne mit einem ironischen Blick.
„Ich wette, nein*, lachte Vera.
„Ich wette dagegen! Es handelt sich nämlich um deinen Erfolg in Göteborg."
„Was?" Dera war aufgesprungen und kam naher.
„Hier, deine ftritifen!" rief der Mann. „Du bist wirklich eine begabte, ja, hier steht es wörtlich, von leidenschaflicher Liebe zum Tanz erfüllte Künste lerin — hier — biegsam wie eine Gerte — sogar dämonisch und sündhaft schön — was willst du noch mehr. Eins jedenfalls macht dir sobald niemand nach: du erzählst in einer Hütte am Siljan- see deinem Geliebten Märchen und gibst gleichzettig in Göteborg einen Tanzabend."
Vera Verries setzte sich. Ihre Knie zitterten, als sie nach der Zeitung griff.
„Das ist ja nicht möglich", rief sie, während ihre Augen die Zeilen überflogen.
„Ja, man sollte es nicht für möglich halten", erwiderte der Mann. „Warum müssen die Frauen immer schwindeln und sich mit einem falschen Glo- rienschein umgeben? Du, Dera, hättest das weiß Gatt nicht nötig gehabt." Eine harte Falte grub sich zwischen feine Hellen Brauen.
„Entschuldige einen Augenblick", sagte die Frau, „ich muß erst langsam zu mir selbst kommen, ehe ich auf deine unklaren Reden eingehe. Du hast doch mein Absagetelegramm abgeschickt?"
Der Mann sah sie an: „Teufel auch", sagte er, „das steckt noch in meiner Tasche. Als hätte ich geahnt, daß es überflüssig ist und nur Verwirrungen anrichten würde."
„Du hast das Telegramm vergessen und wagst es, mir Vorwürfe zu machen?"
,Lch mache dir keine Vorwürfe, denn ich weiß ja nicht, wen ich vor mir habe. Ich nannte dich bis heute Dera. Aber die bist du ja nicht. Die wirkliche Vera Verries hat ja in Göteborg getanzt."
„Warum hast du das Telegramm denn nicht auf- gegeben?" fragte Vera fassungslos.
„Nicht, weil ich schon damals deinen Schwindel durchschaute, sondern weil neben der Post in Lek- sand ein neues Angelgerät ausgestellt war. Ich ließ es mir zeigen, kaufte es und ging gleich ans Wasser, um es auszuprobieren. Eine ganz neue Angel, amerikanisches Fabrikat."
(Fortsetzung folgt)


