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Nr. 232 Zweiter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)

Dienstag, l. Oktober MD

PeißDie Welt gehört dem Führenden" der mif großer Hingebung lauschenden Hörerschaft einen besonderen künstlerischen Genuß, an den man sich noch lange erinnern wird.

Im zweiten Teil des Abends, der von den instru­mentalen Kräften mit der Darbietung desHeldi­schen Spiels" von Erich Colberg in der Vertonung von Fritz Braun, wiederum eine Uraufführung, ein­geleitet wurde und dann von dem HeldenstückDer Kommandant" gefolgt war, erlebte man einen stark wirkenden Ausschnitt aus dem darstellerischen Schaf­fen der jungen Kräfte der HI. Mit diesem Stück,

Magensäure

w Ich bitte um erneute Zusendung von

II rl(*K 50 groß. Füllung. Ihres Karlssprudels, 'Xi |\| der mir bei Magenübersäuerung sehr gute Dienste geleistet hat, so daß ich* die Kur fortsetz, möchte. Dr.J.Werner, Oberstud.-Dir.,Olbernhau, Freiberg. Str. 7. 31.8. 37, 25 große Flaechen RM. 14.-, 50 große Flaschen RM. 24.-, dazu Pfand. Lieferung frei Haus. Heilquelle Karlssprudel, Biskirohen 257*

Strichen. So wurde der, Film zu einer höchst ein­dringlichen Aufforderung an uns alle, Verschwiegen­heit als eine Pflicht zu empfinden, die die Heimat ihren Soldaten schuldet. *

Aus der Stadt Gießen.

Blauer Segen.

Wer sagen wollte, wieviel Pflaumen unsere Pflau­menbäume alljährlich hervorbringen, müßte viele Nullen an eine Zahl hängen. Dazu kommt, daß jedes Jahr den Segen vermehrt. So gab es allein in Bayern im Jahre 1933 nicht weniger als 5,8 Millionen Pflaumenbäume, was 27,9 v. H. der ge­samten bayerischen Obsternte ausmachte. Sechs Jahre später war die Zahl der Pflaumenbäume in Bayern bereits auf 7,18 Millionen gestiegen. Der durchschnittliche Einzelertrag jedes dieser Bäume wurde im Vorjahr mit 11,2 kg je Baum geschätzt. Der blaue Segen ergießt sich also reichlich über das deutsche Land, denn diese Zahlen stellen keine Re­korde, sondern Mittelwerte dar, die vielfach noch überholt werden.

In Japan gilt der Pflaumenbaum als Sinnbild der Herzensgute, und diese Auslegung ist eigentlich nicht ganz aus der Luft gegriffen; ein Baum, der solchen Fruchtsegen spendet, gleicht wirklich einem herzensguten Menschen, der nicht anders kann, als geben, so lange er etwas zu geben hat.

Die Heimat der Pflaumen oder Zwetschen, wie man sie in Süddeutschland heißt, ist Asien wahrschein­lich Kleinasien von wo sie über Griechenland zu den Römern kamen, die bald begannen den Baum zu veredeln und verschiedene Sorten heranzuzüchten. Auch in Deutschland gab es, als Karl der Große den Anbau der Pflaumen anordnete, bereits meh­rere Sorten, die gewöhnlich nach den Ortsnamen, wo ihre Züchtung zum erstenmal glückte, benannt wurden.

Wie vielfältig sich die Pflaumen in der Küche verwenden lassen, braucht man keiner Hausfrau zu sagen. Dor allem soll man gute, reife Pflaumen auch roh essen. Sie sind keineswegs schwer und so­gar leichter verdaulich als Birnen oder Kirschen und dann: wie reizt der köstliche Geschmack des saf­tigen goldgelben Fruchtfleisches die Eßlust! Nur in der frischen Frucht können sich nämlich der gute, erfrischende Geschmack und das Aroma der in der Pflaume enthaltenen Fruchtsäuren und Duftstoffe voll auswirken, während man gleichzeitig auch den Zucker stark mit durchschmeckt, besonders bei den ganz ausgereiften Früchten; durch das Kochen aber wird die in der frischen Pflaume gebundene Frucht­säure frei, und die Folge hiervon ist, daß der saure Geschmack überhand nimmt und die gekochten Pflau­men, wenn sie schmecken sollen, gut gezuckert wer­den müssen. Sind frische Pflaumen sehr sauer, so ist es nicht ratsam, sie mit stark stärkehaltigen Nah­rungsmitteln, wie etwa Mehlspeisen, zusammen zu verzehren, weil unter der Einwirkung der Säure die Verdauung der Stärke erschwert wird. Gedörrt ist die Pflaume ziemlich süß, was daher kommt, daß sich durch den beim Dörren entstandenen Was­serverlust die frische Pflaume enthält mehr als 80 v. H. Wasserder Zuckergehalt, wie überhaupt der ganze Nährstoffgehalt der Frucht stark verdich- tet, worauf der große Nährwert der Dörrpflaume

Ernste Mahnung an Estern und Erzieher

Kinder gehören während der Dunfelheit nicht auf die Straße.

Ein schöner Feierabend der Hitler-Jugend

Eröffnung des Deranstaltungs-Hinges im Stadttheater.

beruht.

Kindern macht es oft Spaß, die Pflaumenkerne aufzuklopfen, um die darin enthaltenenMandeln zu essen. Dieses Vergnügen kann schlimme Folgen haben. Aus dem in den Kernen enthaltenen Amyg­dalin entsteht nämlich unter Einwirkung von Wasser reine Blausäure, also eines der gefährlichsten Gifte. Wenn nun ein Kind noch dem Genuß von Pflau­menmandeln Wasser trinkt, kann es zu einer Blau­säure-Vergiftung kommen und damit zu einer schweren, bisweilen tödlichen Erkrankung.

Die Pflaume ist aus der deutschen Küche nicht wegzudenken. SeineGraupen mit Backpflaumen liebt der Mecklenburger genau so wie der Ostmär­ker seineZwetschgenknödel" und der Frankfurter (auch der Gießener) seinenQuetschekuche", und wenn der Schlesier sein Lieblingsessen, dasSchle­sische Himmelreich", ohne die Beigabe von gedun­steten Pflaumen essen müßte, würde er sie schwer vermissen. Den ganzen Winter hindurch können wir sie uns schmecken lassen, eingekocht oder gedorrt, und wenn schon die weiße Blütenfülle wieder die Pflaumenbäume schmückt, ist die Hausfrau beson­ders stolz, wenn sie noch einen kleinen Vorrat hat vomblauen Segen" des Vorjahrs. M. A. v. L

Die Tage werden wieder kürzer. In dem unbe­aufsichtigten Herumtreiben während der Dunkelheit liegt eine besondere Gefahr für die Jugend. Die Dunkelheit verlockt zur Verübung von zunächst harmlosem Unfug, der erfahrungsgemäß bald zu üblen Streichen übergeht, ja zur Begehung straf­barer Handlungen führen kann. Deswegen ist den Jugendlichen das Herumtreiben auf öffentlichen Straßen und Plätzen oder an sonstigen öffentlichen Orten während der Dunkelheit verboten. Mit Rück­sicht auf den wechselnden Eintritt der Dunkelheit ist es absichtlich vermieden worden, das Verbot an eine bestimmte Uhrzeit zu binden. Das Verbot rich­tet sich selbstverständlich nicht gegen Jugendliche, die von der Arbeitsstelle oder vom HJ.-Dienst heim­gehen oder aus andern notwendigen Gründen die Straße betreten.

Nach der Polizeioerordnung zum Schutze der Jugend vom 9. März 1940 machen sich nicht nur die Jugendlichen selbst bei vorsätzlichen Verstößen gegen diese Verordnung strafbar, sondern auch die Eltern, Erziehungsberechtigten und die von ihnen beauftragten volljährigen Personen, wenn sie vor­sätzlich oder fahrlässig ihre Aufsichtspflicht dadurch verletzen, daß sie den Jugendlichen Verstöße gegen die Vorschriften der Polizeiverordnung ermöglichen. Die Verordnung zum Schutze der Jugend verbietet Jugendlichen nicht nur das Herumtreiben auf den Straßen während der Dunkelheit, sondern auch den unbeaufsichtigten Aufenthalt in öffentlichen Licht­spieltheatern, Varietes und Kabaretts nach 21 Uhr.

In diesem Zusammenhang wird daran erinnert, daß es verboten ist, an Personen unter 18 Jahren Branntwein oder überwiegend branntweinhaltige Getränke im Betrieb einer Gast- oder Schankwirt­schaft, oder im Kleinhandel zum eigenen Genuß zu verabfolgen. An Personen, die das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, dürfen auch andere gei­stige Getränke in Abwesenheit der Erziehungsbe­rechtigten oder des Vertreters an den genannten Stellen zu eigenem Genuß nicht verabfolgt werden. Den Jugendlichen unter 18 Jahren ist ferner der Genuß von Tabakwaren in der Oeffenllichkeit ver­boten. Auf ein Abgabeverbot von Tabakwaren an Jugendliche ist aus 'sozialen Gründen verzichtet wor-

männliche und weibliche Träger berühmter Namen ein polterndes, fauchendes, wutenbranntes Stelldich­ein gegeben Haden, so schlägt man nur zu oft die Hände über dem Kopf zusammen. Man hätte es wohl ^einem Fridericus Rex, einem Napoleon Bo­naparte, einem Martin Luther und einem aufbrau­senden Schopenhauer zugetraut, daß sie auch in ihren Briefen kein Blatt vor den Mund nehmen, aber daß auch Beethoven und Wagner, Goethe und Klopstock, Jean Paul und Maria Theresia ihren berechtigten Zorn und Aerger so freien Lauf ließen, das hätte man doch kaum gedacht! Auch Bismarck fehlt nicht in dieser Schar grober Briefschreiber. Indessen liegt seine Grobheit wohl verpackt m diplomatischer Watte, was den Reiz dieser Briefe nur erhöht.

Ja, und dann haben auch Männer wie Ibsen, Liliencron, Frank Wedekind und natürlich auch Strindberg und Ludwig Thoma (ungewollt) ihr Schärflein zu dieser Sammlung beigetragen, wovon man ebenfalls mit viel Schmunzeln Notiz nimmt. Kurzum: es ist ein recht vergnügliches Buch, das uns die großen Männer und Frauen einmal in ein^m ganz anderem, aber sehr aufschlußreichen Licht zeigt.

Deshalb legt man auch das Buch, wenn man es ausgekostet hat, mit Bedauern zur Sette und seufzt ein wenig; warum kann unsere Zeit keine Briefe mehr schreiben? Aber indem man noch seufzt, klin­gelt es an der Wohnungstür. Der Briefträger gibt eine Anzahl Briefe ab. Was wird schon in diesem Briefe drinstehen? Doch halt! Da befindet sich ja auch ein Feldpostbrief unter den vielen, sauber mit der Schreibmaschine geschriebenen Briefen. Der Feld­postbrief freilich ist mit einem Bleistift geschrieben, und er sieht nicht sonderlich vornehm aus. Aber was ist das doch für ein famoser Bries! Das ist wirklich noch ein Brief, den es sich zu lesen lvhnt! Und je mehr man sich in diesen Feldpostbrief vertieft, desto mehr wird man sich bewußt, daß unsere Zeit, die so arg verschriene, dennoch Briefe zu schreiben ver­steht, ja sogar auch grobe Briefe, sobald in ihnen nur von der gemeinen Handlungsweise unserer ritterlichen" Gegner die Rede ist. Das Gute an diesen groben Feldpostbriefen ist aber, daß sich ihre Schreiber nicht mit dem Schreiben begnügen, son­dern daß sie, wenn die Stunde gekommen ist, auch sehr grob dreinhauen, so wie es oeutscher siegreicher Soldatenart entspricht. Und wir können beruhigt sein: diese Art des Schreibens wird auch der Nach- weit überliefert bleiben, denn es find Taten, die in die Weltgeschichte eingehend Bubendey»

Grobe Briefe von Anno dazumal.

Oft genug hat man unserer Zeit vorgeworfen, daß sie keine Briefe mehr zu schreiben verstünde. Nun: was die Zahl der Briese anbelangt, die unser Jahrhundert geschrieben hat und schreibt, so ist es allen vorangegangenen Jahrhunderten sicherlich um Millionen Meilen weit voraus. Aber gerade weil die Zahl der heute geschriebenen und diktierten Briefe in die Millionen und aber Millionen geht, haben wir keine Zeit mehr, uns der Abfassung un­serer Briefe mit der gleichen liebevollen Sorgfalt hinzugeben wie unsere Urgroßväter und Urgroß­mütter, denen das Schreiben und das Empfangen eines Briefes ein Ereignis war.

So wird also unsere Nachwelt kaum Gelegenheit haben, ähnliche Sammlungen geistreicher, dichte­rischer und liebevoller Briefe herauszugeben, rote sie uns von unseren Vorfahren überliefert sind. Daß aber diese Vorfahren nicht nur ihren Geistreichtum aufblitzen, nicht nur ihren Gefühlen zarten Aus­druck verleihen, sondern in ihren Briefen auch ge­hörig grob, ja sogar saugrob werden konnten, das wissen wohl nur wenige. Um so mehr ist die Herausgabe solcher Briefe zu begrüßen, wie sie vor kurzem Fritz Reck-Malleczewen unter dem schlichten aber deutlichen TitelGrobe Briefe" (im Schützenverlag, Berlin SW 68) vorgenommen hat. .

Liest man in diesem Buch der groben Briefe, tn dem sich Könige, Herzöge und Fürsten, Staats­männer. Dichter, Musiker. Maler und Philosophen,

Der Bann und der Untergau Wetterau 116 be­reiteten den Mitgliedern des Veranstaltungsringes der Hitler-Jugend und zahlreichen geladenen Gästen am gestrigen Montagabend im Stadttheater ein denkwürdiges Erleben. Das Haus zeigte anläßlich der Eröffnung der Veranstaltungsfolge für die kom­mende Winterzeit ein festliches Bild, das dem Er­eignis einen würdigen Rahmen gab. Das besondere Kennzeichen des Abends war dessen Gestaltung durch die eigenen Kräfte der HI., die durch die Bannspielschar, die M.-Gruppe 5/116 und FHL. 3/116 zeigte, daß die Jugend ihren jungen Kame­raden und Kameradinnen Wertvolles zu bieten im­stande ist. Der Abend wurde so ein verheißungs­voller Auftakt zu dem weiteren künstlerischen Ge­schehen im Rahmen des Deranstaltungsringes der Hitler-Jugend.

Mit der KompositionFestlicher Ruf" von Fritz Braun, einer Uraufführung unter persönlicher Leitung des Komponisten, eines Mufikstudie^enden :n Gießen, fand die Darbietungsfolge ihre feierliche Einleitung. Dann sprach der Dramaturg des Stadt­theaters Gerhard Reuter zu der jungen Theater­gemeinde und den Ehrengästen über die Arbeit und die Zielsetzung des Veranstaltungsringes, zugleich auch über das Bedürfnis unserer deutschen Jugend, an dem geistigen und kulturellen Leben unseres Vol­kes teilzunehmen und aus diesem Erleben starke Kräfte für die Aufbauarbeit der HI., für die immer weitere Verbreitung der deutschen Kunst in allen Bevölkerungsschichten zu gewinnen. Er wies dabei auch auf die eigene Ausgestaltung von künstlerischen Abenden durch die Laienspielkrälfte der HI. hin, die er treffend als einen Ausdruck des Strebens der jungen Generation nach eigenem Handeln und Ge­stalten im Dienste der Kunst, zugleich als eine wert­volle Förderung aller Arbeit der deutschen Men­schenbildung kennzeichnete. Georg Friedrich Händels Ouvertüre in B-dur und der stark wirkende Fahnen- choral von Hans Baumann, wie auch der Haitische Iungbannmarsch zeigten dann die instrumentalen und gesanglichen Kräfte der Jungens und Mädels von der besten Seite.

Kreisleiier Backhaus

schäft. #

Das Drehbuch Kurt H e u s e r s hat aus der Fülle des Stoffes eine Handlung geformt, die wohl typische Schicksale schildert, aber sie individuell genug gestaltet, um unsere Anteilnahme zu wecken. Ganz zwanglos ist aus alltäglichen Begebenheiten heraus der Spionagefall entwickelt worden, gerade das macht ja die Quintessenz diesesAufklärungsfilms" aus, und die ungemein lebendige Szenenfolge der Regie Arthur Maria R a d e n a l t s , die den Film sehr geschickt in den großen geschichtlichen Rahmen unserer Tage einspannte, treibt dann ohne knallige Sensationen die Handlung zu höchsten Spannun­gen vorwärts. Das Beste müssen dann freilich die Schauspieler leisten. Dor allem Rene Deltgen als Chef der englischen Spionageorganisation wirkt durch sein gelassen überlegenes Spiel, das alle billigen Effekte meidet, sehr überzeugend. Ausge­zeichnet charakterisiert in ihrer sittlichen Haltlosig­keit sind auch die beiden Landesverräter Rudolf Schündlers und Ernst W a l d o w s. Eine sehr eindrucksvolle Porträtstudie gab auch Erich Ponto als der französische Mittelsmann des Secret Service. Rolf Weih war der Jumorches des Werks mit einer bestrickend unbefangenen Jungenhastigkeit, die aber im kritischen Augenblick Verantwortungsgefühl und Tatkraft entfaltete. Christian K a y ß l e r als Chefingenieur wirkte durch sympathisch freimütige Nonchalance. Lotte K o ch spielte die Sekretärin mit einer schonen, sauberen Offenheit. Kirsten Heiberg, sehr elegant und ver- jührerisch, war die Frau, deren Zauber nun einmal

Achtung! Feind hört mit!" Ein Spionageabwehr-Film Arthur Maria Rabenalts.

Achtung! Feind hört mit!" schreien uns die Plakate von den Litfaßsäulen entgegen, warnen Anschläge in Betrieben, Gaststätten und Bahnhosen, und doch müssen die Zeitungen immer noch melden, daß wieder ein haltloser Geselle oder em verbreche­rischer Lump dem feindlichen Nachrichtendienst ms Garn ging, für schnödes Geld fein Vaterland ver­riet und -nun nach dem Spruch des Volksgerichts­hofes feinen gerechten Lohn empfing. Aber es sind ja nicht nur diese Elemente ohne Gesinnung und ohne Charakter, die feindlichen Spionageagenten Handlangerdienste leisten, sondern geschwätzige Wichtigtuerei, unüberlegtes Daherreden und leicht­fertiges Vertrauen fremden Menschen gegenüber erleichtern es immer wieder der feindlichen Spio- nageorganisation, ihre Fäden zu spinnen und ihre Werkzeuge dort anzusetzen, wo sie em wichttges Fabrikationsgeheimnis der deutschen Rüstungs­industrie, technische oder militärische Anlagen oder gar operative Pläne der deutschen Wehrmacht aus- spähen zu können glauben. Bei dem großen Kreis von Männern und Frauen jeden Alters, der heute im Zeichen des totalen Krieges zwangsläufig mit diesen Dingen in Berührung kommt, kann nur äußerste Disziplin des ganzen Volkes um ,edes unserer Werke, unserer Büros und Kasernen den Schutzwall aufrichten, an dem alle femblidjen Machenschaften zerschellen. Ein unüberlegtes Wort kann oft feindlichen Agenten schon einen wichtigen Fingerzeig geben und für die leichtfertige Plauder­tasche den Tatbestand des fahrlässigen Landesverrats darstellen. Das allein rechtfertigt schon diesen Film.

Propaganda muß eindringlich, darf aber Nicht aufdringlich sein, Aufklärung mutz lachlich, darf aber nicht langweilig fein. Beide Forderungen erfuttt dieser Film und ist daher eine ausgezeichnete Waste im Kampf gegen den feindlichen Nachrichtendienst. An Stost war kein Mangel. Die Akten unterer Spionageabwehrbehörden bergen S^g »Falle . die so oder ähnlich abrollen, wie die Schicksale der hier im Film porträtierten beiden Lumpen, die ihr leichtsinniges Leben in Schulden gestürzt hat, wo­mit sie für die Lockungen fremder Agenten empfäng­lich sind und, einmal in deren Hand, "usgepr tz werden wie eine Zitrone, die man ftirf den Kehricht-

In der interessant und vielseitig zusammengestell­ten Wochenschau sah man die höchst kompli­zierte Herstellung von Minen, die im modernen Seekrieg zu einer der wirkungsvollsten Waffen ge­worden find, und in fesselnden Ausschnitten aus dem Kampf unserer Luftwaffe gegen England den Reichsmarschall Göring auf seinem Gefechtsstand an der Kanalküste sowie schneidig durchgeführte An­griffe unserer Stukabomber auf britische Flugplätze. 9 11 1 Dr. Fr. W. Lange.

in dessen Mittelpunkt der große Tod und das Hel­dentum eines großen Kämpfers stehen, an dem alle Kleinheit der Gedanken und die ' menschlichem Schwächen scheitern, erhielt der Abend einen Höhe« punkt von besonderer Stärke. Mit der Wiedergabe des LiedesDeutschland, heiliges Wort", einer Dich- tung von E. W. Möller, in der Vertonung vom Georg Blumensaat, sand die Veranstaltung ihren würdigen Ausklang.

Die Spielleitung hatte Gerhard R e u t e r, die mu­sikalische Leitung Fritz Braun. Alle Darbietungen fanden verdientermaßen starken Beifall. B.

schen Dichtkunst, der Malerei, der Musik, der Bau­kunst usw. Auf allen Gebieten des deutschen Volks­lebens habe die Kunst jetzt wiederum einen Platz erhalten, der ihr im Rahmen der deutschen <Volks- gemeinschaft als würdig gebühre.

Im Dienste der deutschen Kunst mitzuwirken und ihr zugleich zu dienen, dazu rief der Kreisleiter auch die Jugend auf, der hier vielfältige Aufgaben erwachsen. Als einen Weg zu diesem Dienst und zugleich zum großen ideellen Gewinn für den Ein­zelnen, wie für die Volksgemeinschaft kennzeich­nete er u. a. auch die Darbietungen in Gießen, die im Laufe des kommenden Winters auf dem Ge­biete des Theaters, des Dortragswefens, der Musik, der Ausstellungen usw., zugleich aber auch in der Heimatpflege, wie z. B. der Dorfverschönerung und der baukünstlerischen Bestrebungen, als große Aus- gaben vor uns stehen.

Mit dem Wunsche, daß hierzu immer neue starke Kräfte gewonnen werden, auch aus der begeiste­rungsvollen Arbeit der Jugend, eröffnete der Kreis­leiter am Schluffe feiner Ansprache den dieswin­terlichen Veranstaltungs-Ring der HI.

Sie weiteren künstlerischen Sarbietungen.

Die jungen Mitwirkenden unter Leitung von Fritz Braun bereiteten sodann mit der eindrucksvollen Wiedergabe der Liedkantate von Reinhold Heyden nach Dichtungen von Herybert Menzel und Bernd

sprach hierauf in packenden Worten zu den jungen Kameraden und Kameradinnen. Nachdem er seiner Genugtuung darüber Ausdruck gegeben hatte,' daß die Beteiligung yn dem Veranstaltungs-Ring der HI. im kommenden Winter wiederum außerordent­lich groß ist, mie's er darauf hin, daß der Führer ein besonderes Interesse daran habe, alle deutschen Menschen für die Kunst zu begeistern. Er bezeich­nete es als eine Notwendigkeit, den Gedanken an unsere deutsche Kunst und zugleich ihr Erleben schon in unsere Jugend hineinzutragen, um daraus starke Kräfte für den Dienst an der Kunst zu gewinnen.

Erfreulicherweise sei die Zeit des Niedergangs der deutschen Kunst, in der diese von fremden Ein- flüssen und insbesondere von dem internationalen Judentum überwuchert wurde, durch die starke Hand des Führers schon bald nach der Machtüber­nahme beendet worden. Der Führer habe alles Fremde aus der deutschen KurP* entfernt und vor allem auch hier das Judentum ausgeschaltet. Was jene volksfremden internationalen Kräfte in der Kunst zuwege brachten, habe die AusstellungEnt­artete Kunst" zum Schrecken aller deutschen Men­schen ja zur Genüge gezeigt. Alle deutschen Menschen könnten mit Freude und Genugtuung darüber er­füllt fein, daß wir heute durch den Führer wieder eine wahrhaft deutsche Kunst haben, die geeignet ist, die deutschen Menschen froh und glücklich zu machen.

Das neue Streben sei in (Erinnerung an die große Blütezeit des deutschen Kunstschaffens auf eine Auferstehung der deutschen Kunst gerichtet, und hier hätten wir alle es wiederum dem Führer zu danken, daß durch sein Wirken die Kunst jetzt wieder einen breiten Raum im deutschen Volke ge­funden habe. Wie breit und vielfältig der Vor­marsch der deutschen Kunst ist, zeigte der Redner beispielhaft an den großen Werken der neuen deut-

ben. Der Vater soll sich nach wie vor Tabakwaren durch seine Kinder holen lassen können. Auch soll verhindert werden, daß ein Abgabeverbot durch geschenkte" odergefundene" Zigaretten umgangen werden kann.

Da zur Zeit öffentliche Tanzlustbarkeiten ver­boten sind, erübrigt es sich, auf die Fernhaltung der Jugendlichen von solchen Tanzlustbarkeiten beson­ders hinzuweisen. Erwähnung verdient jedoch nach die Vorschrift betreffend Fernhaltung der Jugend­lichen von öffentlichen Schieß- und Spieleinrichtun­gen. Alle Angehörigen der Polizei (Kriminalpolizei. Schutzpolizei, Verwaltungspolizei, Gemeindepolizei, Gendarmerie) sind angewiesen worden, bei Streifen« gangen und auf Ermittlungswegen auf Jnnehal« tung der Vorschriften der Polizeioerordnung zum Schutze der Jugend zu achten. Darüber hinaus be­teiligen sich an der Jugenderziehung alle interessier- ten Stellen, insbesondere die Hitler-Jugend, die NSV.-Jugendhilfe, die Jugendämter, die ^Sesund- heitsbehövden und nicht zuletzt die Lehrerschaft.

Eltern und Erziehungsberechtigte werden drin­gend aufgefordert, ihre Äufsichtspflicht den Jugend­lichen gegenüber zu erfüllen. Unternehmer, Wirte Theaterbesitzer, die die ihnen auferlegten Gebote oder Verbote nicht beachten, haben mit rücksichts­losem polizeilichen Einschreiten zu rechnen. Voll­jährige Personen, die sich wahrheitswidrig als vom Erziehungsberechtigten beauftragt ausgeben, haben ebenfalls schärfite Bestrafung zu erwarten.

Vornotizen.

Tageskalender für Dienstag.

Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr:Johannisfeuer"- Gloria-Palast, Seltersweg:Achtung! Feind hört mit!". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Menschen, Tiere, Sensationen".

Stadttheater Gießen.

Am heutigen Dienstag wird das Schauspiel hannisfeuer" von Hermann Sudermann wiederholt. Iohannisfeuer" gehört zu den erfolgreichsten Wer- ken des Dichters, der gerade in diesem Jahre an einer besonders großen Zahl von deutschen Bühnen wieder im Spielplane erscheint und damit den ihm

Haufen wirft, wenn sie nichts mehr hergibt. Das seit altersher eine der stärksten Argumente aller ist die eine sehr eindringliche Lehre dieses Films. Spione ist. Einen Werkmeister, der seine Augen Wer sich durch ein paar Hundertmarkscheine einmal offenhält, skizzierte Josef Sieder mit festen hat ködern lassen, hat sein Leben verspielt. Der mnrhy h"r w "'"er bockst em-

Feind liefert ihn mit eiseskalter Brutalität aus, so­bald er ihn nicht mehr brauchen kann, und dann erwartet den, der sich von seinem Dienst ein mühe­loses Dasein in Saus und Braus versprach, das Ende aller Landesverräter. Der Film zeigt aber auch sehr eindringlich, auf welche Weife Menschen von untadeligem Charakter, die mit Recht größtes Vertrauen genießen, durch Zufälligkeiten, wie sie meinen, in Wahrheit durch ein virtuos eingefädel- tes Zusammenspiel einer weit verzweigten und gut getarnten Organisation zu Schrittmachern der feind­lichen Spionage werden können. Schließlich zeigt der Film aber auch unsere Abwehr auf dem Posten, Werksleitung, Polizei und Wehrmacht arbeiten Hand in Hand zum Schutz der deutschen Wehrwirt-