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Aus -em Reich.

Wegfall des HZ.-BeitrageS.

Auf (3runb einer Anordnung des Reichsschatz- meistors der NSDAP, werden in Zukunft von den Angehörigen der HI. (einfchl. DI., BDM. und IM.) keine Monatsbeiträge mehr erhoben. Dazu schreibt Bunnführer Albert Müller von der Reichsfugendführung: Die Millionen der Organi­sationen der deutschen Jugend sehen sich in Zukunft von dem Einzug und der Verwaltung des Beitrages in jeder Form entlastet. Das bedeutet für die prak­tische Formationsarbeit, daß sie über eine beträcht­liche Anzahl hauptamtlicher Kräfte, die bisher von der Geldoerwaltung und Revision beansprucht wur­den, frei verfügen kann. Etwa 70 000 hauptamtliche HJ.-Führer können auf diese Weise in der Zukunft aktive Führungsaufgaben übernehmen. Die Geld­verwaltung innerhalb der HI. wird in Zukunst örllich konzentriert in den Verwaltungsstellen der Banne. Statt der monatlichen Beitragsleistung sollen die Junaen und Mädel der HI. in Zukunft angehalten werden, im Rahmen der bisherigen Bei­träge oder darüber hinaus mit Sparleistungen zu beginnen. Das Sparen wird ein Bestandteil der Erziehungsarbeit der HI. sein und die gesamte deutsche J-uaend soll in Zukunst angehalten werden, für ihre spätere Ausbildung im Beruf rechtzeitig Sparrücklagen anzusnmmeln.

Aepfel werden bewirtschaftet.

Im Interesse einer gerechten Verteilung der Aepfel an die Verbraucher ist von sofort an die Be­wirtschaftung von Aepfän eingeführt worden. Durch eine Anordnung der Hauptvereinigung der deutschen Gartenbauwirtschaft wird be­stimmt, daß alle Aepfel mit sofortiger Wirkung be­schlagnahmt sind. Erzeuger von Aepfeln, die diese nicht erwerbsmäßig anbauen, wie Sch r e b e r g ä r - ten und Hausgartenbesitzer sind von der Meldepflicht befreit und dürfen über ihre Aepfel frei verfügen, soweit sich nicht Beschränkun­gen aus der Anordnung über die unmittelbare Ab­gabe von Erzeugern an Verbraucher ergeben. Die Verteilung von Aepfeln hat durch die Bezirksabgabe- stellen und den Handel fchlüsfelmäßig an die bis­

herigen Kunden zu erfolgen. Die Hauptvereinigung bestimmt durch Anweisung an die Wirtschaftsver- bände die Mengen von Aepfeln, die jeweils in einem bestimmten Zeitraum in den einzelnen Ge­bieten dem Verbrauch zugeführt werden dürfen.

Weitere Sonderzuteilungen für Familienfeiern.

Der Reichsernährungsminister hat als Sonder­zuteilungen für Familienfeiern anläßlich von Trau­ungen, Silbernen und Goldenen Hochzeiten je Per­son bis zu einer Höchstzahl von zwölf Personen neben den bereits mengenmäßig begrenzten Son­derzuteilungen für Fleisch und Fett folgende Höchstsätze einheitlich festgesetzt: 200 Gramm Mehl und Brot, 50 Gramm Nährmittel, 100 Gramm Zucker, 25 Gramm Kaffee - Er- s a tz und ein E i. Um zu verhindern, daß Sonder­zuteilungen doppelt gewährt werden, muß die Auf­gebotsbescheinigung vorgelegt werden oder bei Kriegstrauungen eine entsprechende Bescheinigung, auf oer vom Ernährungsamt die Sonderzuweisung bescheinigt wird. Bei Silbernen und Goldenen Hoch­zeiten sind die Eheschließungs- oder Trauurkunden vorzulegen und mit einem entsprechenden Vermerk zu versehen.

Schärfere Strafen gegen Verdunkelungssünder.

Der Reichslustfahrtminister hat darauf hingewie- fen, daß die Verdunklung in vielen Orten des Reiches noch immer zu Beanstandungen AnlaK gibt, Insbesondere ist die Verdunklung der Hof- und Hinterseiten der Häuser mangelhaft, desglei­chen die Verdunklung der Treppenhäuser. Besonders grobe Verstöße ereignen sich nachts unmittelbar bei Fliegeralarm und bei der Entwarnung. Der Erlaß weist dar­aus hin, daß es im Interesse der Verdunklungs­disziplin notwendig ist, V e r st ö ß e schärfer als bis­her zu ahnden. In der Mehrzahl der Fälle, in denen eine Bestrafung notwendig ist, werde auch heute noch eine polizeiliche Geld- oder H a f t ft r a f e ihren Zweck erreichen. Andererseits gebe es aber schwere Verdunklungsverstöße, gegen die mit schärferen Mitteln eingeschritten werden j müsse. In diesen Fällen sei bei der Anzeige ein

Hinweis auf die Notwendigkeit der Aburteilung durch die ordentliche Gerichte am Platze.

Aus aller Welt.

Wagner von Iauregg f.

Wie dieFrankfurter Zeitung" aus Wien meldet, ist dort Der berühmte Psychiater Professor Dr. Ju­lius Wagner Ritter von Jauregg im Alter von 83 Jahren an einer Herzlähmung verschieden. 1857 in Wels als Sohn eines Staatsbeamten geboren, absolvierte er in Wien Gymnasium und Universität. Als Zweiunddreißigjähriger wurde er schon Leiter Der Grazer Psychiatrischen Klinik, unD, als er noch nicht 40 Jahre alt war, ordentlicher Professor an der Wiener Universität. Später übernahm er auch die Leitung Der Wiener Psychiatrischen Klinik. 1927 erhielt er Den Nobelpreis für Physiologie unD Me­dizin auf GrunD seiner Entdeckung der therapeuti­schen Bedeutung der Malariaimpfung bei der Be­handlung der syphilitischen Gehirnerweichung. Da­neben verdankt ihm die Wissenschaft wesentliche Fortschritte in der Behandlung des Kretinismus mit Schilddrüsenpräparaten, in der Kropfbehand­lung die Anwendung von Minimal-Joddosen und neue Methoden in der Bekämpfung Der Schlaf­grippe. 1928 schied er nach Erreichung der Alters­grenze aus feinen amtlichen Stellungen.

Waller Kollo gestorben.

Im Alter von 62 Jahren ist der bekannte Kom­ponist Walter Kollo einem Herzleiden erlegen. Kollo hat sich durch die schmissige Musik volks­tümlicher Operetten und Schlager einen Namen ge­macht. Aus feinem reichen Schaffen feien nur einige Lieder genannt, die yeute noch gespielt und ge­sungen werden, wieImmer an der Wand lang", Unter'n Linden" unDKind, ich schlafe so schlecht". Dazu kommen etwa 30 Operetten, mit deren Melo­dienreichtum er sich im Sturm die Herzen der Ber­liner eroberte. Als einer feiner letzten Schöpfungen komponierte er die Musik zu Dem FilmBall im Metropol". Mit Walter Kollo hat das deutsche Musikleben einen Tonschöpfer verloren, dessen Werke selbst im Auslande gern gespielt werden.

Großfeuer in einem norwegischen Kino.

Ein Kinobrand entstand in dem kleinen südnor­wegischen Ort Laudal bei Mandat. Ein zugereister

Filmbesitzer gab eine Vorstellung, die 200 Zuschauer versammelte, ohne daß die notwendigen Vorsichts- maßnahmen beachtet wurden. Der Fllm entzündete sich während der.Vorstellung, und es entstand eine Panik. Sechs Menschen wurden getötet und etwa dreißig verletzt.

Verbrecherjagd in Wiesbaden.

In Wiesbaden hatten zwei Kriminalbeamte einen wegen Einbruchs verdächtigen Mann in Der Nähe des Biebricher Schloßparkes festgenommen. Der Dieb flüchtete auf dem Weg zur Polizeiwache. Da er auf mehrmalige Hall-Rufe nicht stehen blieb, mußten Die Beamten von ihrer Dienstwaffe Ge« brauch machen. Der Einbrecher, Der getroffen wurde und die Aussichtslosigkeit seiner Flucht einsah, er­schoß sich darauf mit einem Revolver, Den er bet sich trug. Es handelt sich um den entlassenen Strafgefangenen Gustav Schmelzeisen aus Heddesheim-Oslingen, der in Wiesbaden und Umgebung mehrere Einbruchdiebstähle ausgeführt hatte.

Hochverräter hingerichlet.

Der am 12. Juli 1940 vom Volksgerichtshof wegen Vorbereitung zum Hochverrat und Morde an dem deutschen Polizeihauptwachtmeister Kniest zum Tode verurteille 23jährige Franz Petr aus Kladno ist h i n g e r i ch t e t worden. Weiter sind die vom Volksgerichtshof wegen Vorbereitung zum Hochverrat in Tateinheit mit Sprengstoffverbrechen und Vergehens gegen § 90c zum Tode verurteilten Karl Stipfing und Helmut Kremin hinge­richtet worden. Beide Verurteille haben sich von Juni 1936 bis Dezember 1937 im Ausland hoch­verräterisch gegen Das Deutsche Reich betätigt und an Der Vorbereitung eines Sprengstoffanschlages iit Deutschland entscheidend mitgewirkt, ferner landes­verräterische Beziehungen zum ausländischen Nach­richtendienst unterhalten. Durch Die Vollstreckung rourDen besonders gemeine und verwerfliche Ver­brechen gesühnt.

Houptzchnftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauptzchriflleiters: Ernst Blumschctn. Verantwortlich für PolitU^ Feuilleton und Bllder: Dr. Fr. SB. Lange; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein.

Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange K. G. Verlagsleiter: Dr^Jng. Erich Hamann; Anzeigenleiter: Hans Beck. Berantwortllch für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr.6.

Frau Christine Pirr Witwe

ist heute zur ewigen Ruhe heimgegangen.

Gießen (Kaiserallee 51), Darmstadt, Essen, 29. September 1940.

Die Beerdigung findet In der Stille statt

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im blühenden Alter von 20 Jahren. Er bleibt uns unvergessen»

Lang-Göns. Grünlegen, den 30. September 1940.

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Gießen, den 1. Oktober 1940.

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1. Ausgabeiag: Donnerstag, 3. Oktober 1940, 8 bis 13 und 15 bis 18 Uhr.

2. Ausgabetag: Freitag, 4. Oktober 1940, 8 bis 13 und 15 bis 18 Uhr.

3. Ausgabetag: Samstag, 5. Oktober 1940, 8 bis 13 Uhr.

4. Ausgabetag: Montag, 7. Oktober 1940, 8 bis 13 und 15 bis 18 Uhr.

5. Ausgabetag: Dienstag, 8. Oktober 1940, 8 bis 13 und 15 bis 18 Uhr.

Welche Ausgabetage für Die Bezugsberechtigten in Frage kommen, ergibt sich aus der Aufstempelung auf dem Lebensmittel-Personalausweis.

Mannschaften und Unteroffiziere einschließlich Fah. nenjunker, Feldwebel (Wachtmeister), Fähnriche, Oberfähnriche, Unterärzte, Unterveterinäre, Arbeits- männer bis zum Unterfeldmeister einschließlich und Arbettsmaiden bis zur Maidenfichrerin einschließlich erhalten während der Zugehtirigkell zur Wehrmacht bzw. zum Reichsarbeitsdienst keine ReichskleLerkarte Offiziere, Wehrmachtsbeamte und Arbeitsdienstführer im Offiziersrang, Die auf Selbfteinkleidung angewie­sen sind und chren Wohnsitz in Gießen haben, erhal­ten auf Antrag Die zweite Reichskleiderkarte.

Verlorene Kleiderkarten werden nicht erseht.

Gießen, den 1. Oktober 1940.

Der Oberbürgermeister Der Stadt Gießen.

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Helene Rühl, geb. Pirr

Karl Pirr

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Nach langem, schwerem Leiden verschied am 28. September meine lieb Frau, meine gute Mutter, unsere Hebe Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante

Frau Marie Appel, geb. Erb

im Alter von 27 Jahren.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Hugo Appel und Kind.

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