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England in ängstlicher Erwartung

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Lach der Eroberung des belgischen Forts Soncelles

Wenige Minuten nach der Eroberung des belgischen Forts Boncelles durch die deutschen Truppen wurde diese Aufnahme gemacht. Einzeln verlassen die Angehörigen der Besatzung den Bunker, der viele Stellen des starken Beschüsses zeigt, um dann gefangen genommen zu werden.

(PK.-Gutjahr-Presse-Bild-Zentrale-M.)

können. Aus der Praxis der britischen Admiral!' tat, immer nur ein Bruchteil der wirk' lichen Verluste zuzugeben, ergibt sich mit w soluter Gewißheit, daß die Verluste der britische" Seestreitkräfte vor der französischen Küste ei" Vielfaches der von der britischen Admiralitor zugeaebenen betragen. Durch die Mitteilung übet die Versenkung desCorlew" gibt die britische Admiralität zum erstenmal den Verlust eines eng' lischen Kriegsschiffes durch deutsche gerbomben zu. Dieses Eingeständnis entspnngl allein der bitteren Erkenntnis, daß -s rrmMP

den Tatsachen ins Auge sehen und sie bis in die letzte Einzelheit verstehen lernen. Der größte Teil der Truppen sei auf einen - engen Raum bei Dünkirchen getrieben worden und stehe in schwerem Rückzugskampf gegen heftige Land- und Luftangriffe. Der einzige Weg sei der nach der Küste. Die Verluste an Material wur­den enorm sein, denn es sei keine Zeit mehr, den Abtransport von Tanks, Geschützen und Vor­räten zu decken. Dann bequemt sich das Blatt zu dem Eingeständnis, daß der Rückzug aus Flandern durch die belgische Kapitulation beschleunigt, aber nicht verursacht worden sei. Der wahre Grund sei die deutsche Ueberlegenheit vor allem in der Luft. Man wisse jetzt, daß keine schone breite Straße zum Sieg führe, sondern England werde die schwere harte Straße gehen müssen.

Die im englischen Volk immer wieder erhobene Frage, was General Weygand tue, beantwortet derEvening Standard": Weygand bereite die Ver­teidigung von Paris vor. Paris, Frank­reich und damit die Sache der Alliierten werde nun hauptsächlich an der Somme, Aisne und der Magi- notlinie verteidigt, die bis zur Schweizer Grenze und vielleicht bis zu den italienischen Alpen aus­gedehnt würde.Sketch" kündigt einen großange­legten Plan an, der sich auf jeden Teil Englands erstrecken soll und von den Generalen Jronside und Paget,den Helden des norwegischen Rück­zuges", ausgearbeitet worden sei.

Der Londoner Berichterstatter vonStockholms Tidningen" meldet seinem Blatt, daß man in Lon- don, wenn der Wind von Osten weht, den Kanonen­donner der Schlachten in Nordfrankreich und Flan­dern habe hören können. Von den Badeorten an der englischen Südostküste habe man sogar jede Nacht auf der gegenüberliegenden französischen Seite das grausige Schauspiel des Krieges vor Augen, das Mündungsfeuer der Geschütze und die Feuerscheine gewaltiger Brände. In London herrsche ein Zu st and nervöser Unruhe und alle Welt sei in ängstlicher Erwartung der Schrecken, die der immer näher kommende Krieg der britischen Insel bringen werde. Die britische Regierung trifft täglich neue, die berühmte persönliche und politische Freiheit der brittschen Demokratie immer mehr ein»

20. Mai dieWhitley" und am 26. 5. dieWessex" verlor. Die Wafsepoerdrängung beträgt 1100 Ton­nen, ihre Geschwindigkeit 34 Knoten. Die Bestückung der in den Jahren 1917/18 erbauten Schiffe besteht aus vier 10,2-cm-Ge schützen, zwei 4-cm-Flakge- schützen, vier Maschinengewehren und sechs Tor­pedorohren. Als Besatzung befinden sich 134 Mann an Bord.

Weiter heißt es in dem Kommuniauö, daß die britische Flotte den Rückzug des britischen Expedi­tionskorps deckte und daß diese Operationen natür­lich nicht ohne Verluste durchgeführt werden

gischen Kanalhäfen in deutscher Hand befinden und nun, wie es unsere gestrige Karte sehr anschaulich darstellte, die deutsche Kampfbasis gegen die bri­tischen Inseln wie eine ungeheure Zange von der norwegischen Küste bis hinunter zur Sommemün­dung, Nordsee und Kanal umklammert. Der Be­wegungskrieg, den der geniale Operationsplan des Führers auf dem Kontinent Franzosen und Briten aufzwang, wird nun auch das Meer und die bri­tischen Inseln unter seine Gesetze beugen. Der Be- itz der französisch-belgischen Kanalhäfen sichert nicht iur unserer U-Bootwaffe Stützpunkte, von denen ie noch in ganz anderem Ausmaße als im Welt­krieg von Zeebrügge aus im freien Weltmeer zu operieren vermag, sondern schafft auch unserer Luft­waffe, die ihre Ueberlegenheit in den letzten Wochen erneut so eklatant bewiesen hat, eine Ausgangs­tellung, von der ihr Arm mühelos über ganz Süd- und Mittelengland bis weit in die Irische See zu reichen vermag. Was das allein für Enalands wirt- chaftliche Versorgung bedeutet, die nach dem Aus- all der Zufuhren aus den nordischen Ländern, aus Holland und Belgien fast ausschließlich auf den Verkehr mit Uebersee angewiesen ist, das haben wir hier schon einmal angedeutet. Es sei nur daran er­innert, daß mit der Straße von Dover auch die Themsemündung und London im engsten aller­nächsten Bereich der deutschen Bombergeschwader liegen, von Calais bis London sind es in der Luft­linie nur rund 150 Kilometer, und die nur 37 Kilo­meter breite Straße von Dover liegt ja sogar im Feuer unserer Küstenartillerie. Nun nehmen 40 v. H. der Einfuhr ganz Englands den Weg über die Themsemündung, sie passierten im Jahre 1937, für das uns die letzten zuverlässigen Zahlen vorliegen, täglich etwa 80 Schiffe, wobei jedoch vom Waren­umsatz im Londoner Hasen vier Fünftel auf die Einfuhr entfielen, und zwar zu einem großen Teil auf die Einfuhr von Lebensrnitteln für die Be­völkerung der Hauptstadt, in der sich mit ihren Vor­orten fast ein Fünftel der Bevölkerung ganz Eny- lands zusammendrängt. Wir sagten hier schon, wie wenig die Häsen der englischen Westküste imstande sind, den durch Umleitung des Verkehrs erhöhten Ansprüchen zu genügen, ganz abgesehen davon, daß auch sie keineswegs außerhalb des Bereichs unserer Luftwaffe liegen. Ob sich unter diesen ganz neuen Perspektiven, die sich für die deutsche Kriegführung aus dem Besitz der Kanalküste ergeben, die britische Schlachtflotte ihr Versteckfpiel in den Schlupfwin­keln der Orkney-Inseln noch langer leisten kann, wird die nächste Zukunft lehren. So stellt der deutsche Sieg in Flandern nicht nur Frankreich vor Probleme schwerwiegendster Art, sondern setzt den britischen Plutokraten geradezu die Pistole auf die Brust. Sie haben nun den Krieg, den sie in ihrer überheblichen Verblendung angezettelt haben, vor ihren eigenen Toren und werden ihm durch poli­tische oder strategische Schachzüge irgendwelcher Art nicht mehr länger ausweichen können. Die Zer­schmetterung ihres einst so gefeierten Expeditions­korps, dessen Trümmer nun sich über den Kanal in die Heimat zu retten suchen und nach ihren Ein­drücken auf den Schlachtfeldern des Kontinente de­moralisiert und zerlumpt für lange Zeit als Kampf­truppe ausfcheiden, gibt Herrn Churchill ja schon einen Vorgeschmack davon, wie das deutsche Schwert zuzuschlagen vermag. Dr. Fr. W. Lange.

Churchill gibt zu.

Kopenhagen, 31. Mai. (DNB.) Aus London wird amtlich mitgeteitt, daß der britische Kreuzer Carle w" (4290 Tonnen) infolge eines Bomben­angriffes vor einigen Tagen an der Nordküste Norwegens gesunken ist. DieCorlew" ist ein Flakkreuzer, der im Jahre 1917 gebaut wurde und 440 Mann Besatzung hatte. Seine Bestückung bestand aus acht 10,2-cm°Luftabwehrgeschützen, vier 4-cm-Geschützen und 4 MG.s. Die britische Admira­lität bestätigt weiter, daß die Z e r st ö r e r Graston",Grenade" undWakeful", das TransportschiffA b u f i r und mehrere Hilfs­schiffe der englischen Flotte von deutsche» Streit« kräften verstenkt worden sind. Die Zerstörer Graston" undGrenade" gehören einer Gruppe von acht Einhetten an, die 1935 fertiggestellt wuxde und zu der auch die am 23. 11. 1939 zerstörte Gipst)" und die am 11. 4. versenkteGlowworm" , gehörten. Die Zerstörer haben eine Wasserverdrän­gung von 1335 Tonnen und eine Geschwindigkeit : von 35,5 Knoten.Wakeful" gehört einer Klasse an, > die aus 18 Einheiten bestand, jedoch bereits am

engende Maßnahmen. So wird eine einscheidende Verordnung bekanntgegeben, wonach es allen Zei­tungen verboten ist, Artikel zu veröffentlichen, in denen gegen den Krieg Stellung genommen wird. Zeitungen werden sofort beschlagnahmt, die Artikel obigen Inhalts veröffentlichen sollten. Weiter heißt es daß sämtliche Telephon-Kioske der bei- den großen englischen Automobilklubs (Royal Auto- mobile Club und Automobile Association) von den Militärbehörden beschlagnahmt sind, um eine bessere Organisation zu bewerkstelligen. In ganz England sind in einem Ab stand von etwa fünf Mei- len auf allen 'Straßen die für Kraftfahrzeuge be- fahrbar find, solche Kioske errichtet worden, um einen schnellen Hilfs- und Abschleppdienst zu ge-

Stockholm, 31. Mai. (Europapreß.)Nya Dagligt Allehanda" meldet aus London, englische Soldaten, die aus Flandern dort eingetroffen seien, hätten einen außerordentlich erschöpften Eindruck gemacht. Die mangelnde Verpflegung der letzten Wochen habe sich auf ihren Gesichtern abgezeichnet. Eine große Anzahl von Soldaten sei o erschöpft gewesen, daß man sie auf Bahren habe an Land bringen müssen, obwohl sie nicht verwundet gewesen seien. Schweigend wohnte die Bevölkerung der Ausschiffung der Ueberrefte der britischen Flandern-Armee bei. Das Deck der Schiffe wies Blutspuren und Bombeneinschläge auf. Die Aerzte nahmen sich der auf Bahren aus­geschifften Verletzten an. Die Ueberrefte des briti- chen Expeditionskorps wurden mit Militärzügen nach dem Norden gebracht. Der Londoner Korre­spondent desAstondladet" gibt die Aussagen eng= ischer Soldaten aus Belgien wieder, in denen ein Offizier z. B. feststellte:Das Krachen der deutschen Granaten war furchtbar. Mit einer mathe­matischen Genauigkeit trafen sie unsere Stellungen." Dem Korespondenten wurde im übri­gen von englischen Soldaten bestätigt, daß die deut- che Luftwaffe eine Anzahl Truppentrans­portschi ffe versenkt habe. Nach dem Be­richt des Blattes muß eine unheimliche Pa- nit bei der Flotte geherrscht haben. Viele Soldaten hätten sich i h r e r S ch u h e u n d Jacken entledigt, um schwimmend die Kriegsschiffe oder Transportschiffe zu erreichen. Aus allen Augen­zeugenberichten geht hervor, daß von einem geord­neten Rückzug, wie von offizieller englischer Seite krampfhaft behauptet wird, keine Rede gewesen ist. Die aus Frankreich und Belgien kommenden eng­lischen Soldaten machen kein Hehl daraus, daß sie glücklich seien, diesen Kriegsschauplatz verlassen zu haben.

Das Eintreffen der flüchtigen Reste der geschla- genen britischen Expeditionsarmee auf englischen Boden zwingt die Londoner Blätter, die Bevölke­rung allmählich doch über den ganzen Umfang der Katastrophe in Flandern aufzuklären. So erklärtEvenings News" am Freitag, die Lage der britischen Expeditionsarmee werde nach und nach klar. Die Bevölkerung in der Heimat müsse

tiefen und durch Kanalstauungen geschützten Bogen FurnesBergues zäh gegen die deutschen An- . griffe, um den Rest feiner Truppen bei ihrer Ein­schiffung in den einzigen ihm noch verbliebenen Hafen den Rücken zu decken. Unter der Einwirkung der verheerenden Bombenangriffe unserer Luftwaffe ist diese Einschiffung zu einer wilden Flucht auf die Schiffe geworden, in der jeder nur bestrebt ist, das nackte Leben zu retten, ohne Rücksicht auf Waffen und Gerät. Damit ist für England die Phase des Kontinentalkrieges rühmlos und mit ungeheuren Verlusten an Menschen und Material beendet, es muß an die Verteidigung der eigenen Insel denken. Hans P a e s ch k e macht in derDeutschen Zukunft" darauf aufmerksam, daß die britische Strategie des indirekten Krieges bereits auf der ganzen Linie ad absurdum geführt wurde. Aeußerste Wendigkeit nach dem Gesetz des möglichst großen Erfolges durch möglichst kleinen Aufwand, oaher stetes Hinaus­ziehen der Entscheidung bis zum Schluß, Hinaus­ziehen auch der Fronten durch Pflege entfernter Nebenkriegsschauplätze, die den Gegner zersplittern sollen, Hinausziehen der Kampfdistanz durch den Blockadekrieg aus der Ferne, der fleet-in-being- Taktik der bloßen Drohung statt des effektiven Ein­satzes der Flotte: das waren seit je die Kriegsgesetze Englands, die Marlborough, Churchills Ahnherr, amphibisch" genannt hat. Englische Militärschrift­steller von maßgebendem Einfluß wie Liddel Hart hatten geglaubt, daß die Entwicklung der Luftwaffe, die Motorisierung und Mechanrsierung diesen Kriegsgesetzen Englands entgegenfommen würden. Aber sie müssen heute m* Bestürzung sehen, daß das Gegenteil richtig ist, daß Luftwaffe und Moto­risierung die operativen Verbindungslinien über weiteste Strecken schaffen und so die englische Tak­tik einer Zerdehnung der Fronten unwirksam machen und vielmehr einen massierten Angriff au weit ausgedehntem Raum ermöglichen. Die totale Strategie dieses Krieges macht Englands Strategie des geteilten Krieges sinnlos und zwingt ständig zum ganzen Einsatz.

Das werden die Briten in vollem Ausmaße erst jetzt erfahren, wo sich die französisches und Sel­

bem Gros der deutschen Armeen zwangsläufig oer- lorenaehen müsse. Man hatte indessen weder mit der starken eigenen Kampfkraft dieser Verbände gerechnet, noch mit den ungeheuren Marschleistun­gen der deuffchen Infanterie, die ähnlich wie schon < im Hochsommer 1914 Tag für Tag kämpfend und j marschierend den gewaltigen Raum zwischen der deutschen Grenze und der Kanalküste in hervor» ( ragendem Zusammenwirken mit den andern Was- fen sich eroberte. Man muß, um sich auch nur eine ( ungefähre Vorstellung dieser Leistung zu machen, einmal nur ganz grob die Entfernungen nachmessen, die die deutsche Infanterie in diesen Tagen seit dem denkwürdigen 10. Mai zurückgelegt hat. Die Strecke AachenLüttichMaubeuaeLe CateauArras Boulogne beträgt zum Beispiel mehr als 350 Kilo- , meter, entspricht also ungefähr der Strecke Gießen Basel. In dieser nackten Zahl dokumentiert sich höchst sinnfällig der ungeheure Elan des deutschen Angriffs, denn diese mehr als 350 Kilometer muß­ten ja erkämpft werden gegen den ungemein tapferen Widerstand der Belgier und die bestaus­gerüsteten Elitettuppen der Franzosen und Briten, modernste Festungsanlagen wie Lüttich, Namur, Antwerpen mußten bezwungen werden, mit allem Raffinement moderner Befestigungstechnik unter Ausnutzung starker natürlicher Hindernisse ausge­baute Verteidigungsstellungen mußten überwunden werden, aber weder die berühmte Maginotlinie längs der mittleren Maas, noch die Gette-, Dyle- ober Schelde-Stellung in Belgien vermochten dem Ansturm der mit größter Wirkungsmöglichkeit klug und zweckmäßig eingesetzten deutschen Waffen zu widerstehen.

Denn es ist ja nicht die rohe Kraft des furor teutonicus, der ohne Rücksicht auf eigene Verluste über Feindesland dahinbraufte, sondern der sinn­volle E i n s a tz , der einem genialen Operations- vlan durch die vorbereitende Arbeit eines an großer Tradition hervorragend geschulten Generalstabs, durch eine entschlußfreudige und kenntnisreiche Truppen­führung und durch letzte Hingabe der Truppe selbst bei denkbar möglichster Schonung des Menschen, wie sie schon in seiner Ausrüstung mit den besten Waffen und seiner Verpflegung nach modernen Ernährungsprinzipien liegt, zum Siege verhalf. In diesem exakten Zusammenspiel aller Kräfte vom Führer bis zum letzten Schützen liegt das Geheim­nis des deutschen Waffenersolges. Das ist das Wunder", auf das Herr Reynaud vergeblich gehofft hat und weiter vergeblich hoffen wird. Aber hinter diesemWunder" stehen sieben Jahre planvoller, zäher und entbehrungsreicher Arbeit eines ganzen Volkes. Der Sieg in der großen Dernichtunys- schlacht in Flandern fiel uns nicht als Zufallsalück in den Schoß, nein, er ist die Frucht ungezählter Ueberstunden deutscher Arbetter der Stirn und der Faust, die in den letzten sieben Jahren in den Rüstungswerken, in Laboratorien und Konstruktions­sälen das scharfe Schwert schmiedeten, das nun in der Hand des Führers auf den traditionsgeheiligten Schlachtfeldern Flanderns auf Deutschlands Feinde vernichtend niedersauste. Er ist das Ergebnis der gewissenhaftesten und härtesten Ausbildung, die je­mals die Wehrlnacht einer Nation erfahren hat. Und er ist nicht zuletzt die Folge der großen Er­ziehungsarbeit des Nationalsozialismus am deut­schen Volke, das in der unermüdlichen politischen Schulung des Führers gelernt hat, zu begreifen, um was es in diesem Kampfe geht, und daß nur äußerste Selbstbeherrschung und letzter Einsatz an der Front wie in der Heimat den Sieg bringt, der Deutschlands Zukunft sichert. Wir haben uns nicht irremachen lassen, als die Feinde uns mit Hohn und Spott überschütteten oder uns mit salbungs­vollen Belehrungen dumm machen wollten, wenn wir in den letzten Jahren den Riemen enger schnallten und alle Anstrengungen auf unsere Rüstung und die Stärkung unserer wirtschaftlichen Wioerftandskraft richteten. Der Lohn für diese Ent­sagung und zielbewuhte Arbeit ist der Sieg in Flandern.

Am Ende der dritten Woche der deuffchen West- offensive kann die deutsche Kriegführung eine bei­spiellos stolze Bilanz ziehen. Nach der Kapitulation des belgischen Heeres und der Vernichtung der 1., 7. und 9. französischen Armee steht die Masse der deut­schen Divisionen, die in Flandern und im Artois eingesetzt waren, zu neuem Einsatz bereit, Frank­reichs Grenzbefestigungen von Montmedy bis zur Küste, also in einer Ausdehnung von rund 300 Kilo­meter sind durchbrochen und eine neue deutsche Front steht bis zu rund 100 Kilometer weiter süd­lich in der Linie SommeAisne tief nach Frank­reich hinein geschoben. Und diesmal war der rechte deutsche Flügel stark genug, im ersten scharfen An­sturm die Kanalflanke zu gewinnen. Das britische Expeditionskorps, im Raum von Ppern und Cassel vernichtend geschlagen, ist bis dicht an die Küste zurückgewichen und wehrt sich in einem flachen, etwa 40 Kilometer breiten, kaum noch 10 Kilometer

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währleisten. Ferner wird bekannt, daß die Regie- rung sich neue Vollmachten genommen hat, Land z u b e schlagnah men, daß ihr für militärische Zwecke notwendig erscheint. Allen Kraftfahrern wurde verboten, in Zukunft Rundfunkgeräte zu be- nutzen. Alle Rundfunksender und Amateursender werden von den Behörden beschlagnahmt, da sie möglicherweise dem Feind dienen könnten. Schließ­lich sollen alle Straßenbezeichnungen und Weg­weiser entfernt werden, um feindlichen Fall­schirmtruppen die Möglichkeit der Orientierung zu nehmen. Im Unterhaus gab Innenminister Ander- son bekannt, daß sich in Großbritannien zur Zett 31000 Männer und 32 000 Frauen deutscher Nationalität ober Abstammung aufhal- ten. 3600 Männer und 3200 Frauen seien in ter- niert worden. Auf eine Frage, ob es nicht am Platze fei, alle Personen deutscher und österreichi­scher Nationalität zu internieren, erklärte der Mi­nister, daß es nicht im Interesse des Landes liege, in aller Oeffentlichkeit zu solchen Beschlüssen Stel­lung zu nehmen.

Wie das Oberkommando der Wehrmacht meldet, ist es auch jetzt noch nicht möglich, die Beutezablen Flandern auch noch nicht einmal überschlägig zu ermitteln. Vielfach verließ der Feind feine Stellungen in wilder Flucht. Auch bei dieser englischen Batterieftellung kam der deutsche Feuerüberfall so über­raschend, daß die Engländer selbst ihre schußbereiten Kanonen mit offenen Munitionskäften zurückliehen, um sich durch Flucht in Sicherheit zu bringen. (PK.-Kipper-Scherl-M.)