M. Jahrgang Iir.76
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Starkes Echo des neuen deutschen Weißbuches.
Oie Welt urteilt: Eine Sensation ersten langes. — England und Frankreich schweigen.
Italien.
Das Interesse der italienischen Oeffentlichkeit für das deutsche Weißbuch nimmt in dem Maße zu, in dem Einzelheiten darüber bekannt werden. In den Morgenzeitungen am Sonntag kommen die ersten authentischen Stellungnahmen der Presse zum Vorschein.
Der „P o p o l o di Roma" schreibt: „Selten hat das historische und politische Interesse für die deutschen Veröffentlichungen einen solchen Grad erreicht wie bei diesem neuen Weißbuch". Das Blatt unterstreicht die Bereitwilligkeit des Reiches, die Vorgeschichte des Krieges dokumentarisch zu belegen, im Gegensatz zur Zurückhaltung der Engländer, die ihr Blaubuch über Rußland nicht veröffentlichen. Im Mittelpunkt des Interesses, so urteilen die römischen Blätter am Sonntag, stehe die Entlarvung der Anteilnahme der amerikanischen Diplomaten an dem Ausbruch des Krieges. „Hierdurch sei das Weißbuch dazu bestimmt" schreibt der „Messaggero", „in der ganzen Welt einen lebhaften Eindruck zu erwecken". Das Blatt fährt dann fort: „Ein Mann wie B u l l i t t, der nach Europa mit dem vollen Vertrauen des Präsidenten Roosevelt geschickt wurde, um hier eine delikate Mission zu übernehmen, beschränkt sich nicht darauf, zu beobachten und zu berichten, sondern wird Berater und Ansporner zum Krieg und vereinigt sich mit denen, die von der deutschen „Gefahr" sprechen. Diese Tatsache dürfte nicht verfehlen, in Amerika einen Widerhall zu haben, besonders in diesem Augenblick der Vorbereitungen zur neuen Wahl. Das Weiße Haus wird genötigt sein, gegenüber den Enthüllungen des deutschen Weißbuches seine wirklichen Gedanken in der einen oder anderen Weise bekanntzugeben, zumal die betroffenen amerikanischen Botschafter Bullitt und Kennedy etwas zu sehr die Politik des Präsidenten Roosevelt entblößen.
Der „P o p o l o d' I t a l i a" schreibt, das deutsche Weißbuch und die Rede Molotows hätten die Lage geklärt und sie in gewissem Sinne noch dramatischer gemacht, wenn man die Schwäche der Position ins Äuge fasse, in welche die Westmächte geraten seien. Man besitze mit dem Weißburch eine kostbare Dokumentierung, um aufzuzeigen, mitwelchen Intrigen man zum Kriege gekommen sei. Das Weißbuch hinterlasse in der ganzen Welt einen lebhaften Eindruck vor allem, weil es die Rolle einiger Diplomaten der Vereinigten Staaten in den Monaten vor dem Kriege aufdecke. Wichtig sei es hervorzuheben, daß die amerikanischen Korrespondenten in Berlin Gelegenheit gehabt hätten, sich davon zu überzeugen, daß es sich dabei nicht — wie Senator Pittmann behauptet hatte — um Fälschungen handele.
Die „Gazzetta del Popolo" erklärt, das deutsche Weißbuch Rr. 3 sei ein Geschoß von ungeheurer Wucht. Das Weißbuch sei ein Schlag aufs Ganze gegen den Präsidenten Roosevelt; das Wort liege nun bei Washington. Die in die Hand der Eroberer von Warschau gefallenen Archive enthielten wahre dokumentarische Schätze. Am meisten bloßgestellt sei der amerikanische Botschafter in Paris, Bullitt, der sich dazu bereitgefunden habe, auf die Regierung von London einen Druck auszuüben, damit diese den Polen bedingungslos Unterstützung gewähre.
Die Veröffentlichung der außerordentlich aufschlußreichen polnischen Dokumente zur Vorgeschichte des Krieges in dem neuen deutschen Weißbuch hat bereits am Samstag in der ganzen Welt stärkstes Aufsehen erregt. Im Verlaufe des gestrigen Sonntags hat das gewaltige Interesse der Weltöffentlichkeit an den Veröffentlichungen des Weißbuches nicht nur angehalten, sondern es hat eine weitere starke Steigerung erfahren. Aus allen Ländern, mit Ausnahme von England und Frankreich, liegen bereits viele Pressestimmen vor, in denen die starke Wirkung der deutschen Veröffentlichungen zum Ausdruck kommt. Aus den Presseäußerungen verzeichnen wir heute folgende:
Staaten mit Bezug auf die Entwicklung der polnischen Tragödie und die Haltung Frankreichs zu den osteuropäischen Fragen hervorgehoben.
„T e l e g r a a f" druckt einen zwei Spalten langen Auszug ab, und zwar unter den Schlagzeilen: „Die Dokumente aus dem Keller von Warschau", „Bul- litts Erklärungen der Hauptinhalt der Enthüllungen", „Erwartungen von Sachverständigen über den Krieg".
Das „Algemeen Handelsblad" veröffentlicht unter den zweispaltigen Schlagzeilen: „Rapporte polnischer Botschafter" und „Aus Warschau mitgeführte Dokumente müssen die Mittäterschaft amerikcmischet Diplomaten an der Entstehung des Krieges beweisen", eine längere Betrachtung ihres Berliner Korrespondenten. Dieser Korrespondent hebt in der Einleitung hervor, daß das neue deutsche Weißbuch ein vollkommen' neues Licht auf die Vorgeschichte des Polenfeldzuges werfe und daß die einzelnen Dokumente so aufschlußreich seien, daß jeder Kommentar von deutscher Seite überflüssig erscheine. Der Korrespondent unterstreicht weiterhin den Umstand, daß die deutsche Veröffentlichung regelmäßig aus Photokopien polnischer Schriftstücke und den dahinter aufgeführten Übersetzungen bestehe.
Der Korrespondent gelangt zu dem Schluß, daß
man alles in allem genommen aus den bisher veröffentlichten Dokumenten die nachstehenden Folgerungen ziehen könne:
1. Die führenden Kreise der westlichen Großmächte und der Polen haben den Krieg gegen Deutschland seit Jahren systematisch vorbereitet.
2. Sie brachen die Politik des stanzösischen Ministers Bonnet, der nach München der Auffassung war, daß Frankreich sich aus dem osteuropäischen Drama zurückziehen müsse.
3. Sie versuchten, neutrale Staaten zur Beteiligung an der Einkreisung Deutschlands zu veranlassen und bedrohten u. a. Schweden mit wirtschaftlicher Pression, um die Ausfuhr schwedischen Erzes nach Deutschland zu verhindern. Sie arbeiteten mit amerikanischen Diplomaten zusammen, um Widerstand, insbesondere in -England, zu überwinden.
Belgien.
Das Weißbuch findet in Belgien starke Beachtung. Die Zeitungen haben bereits Zusammenfassungen des Inhalts veröffentlicht, die die Bedeutung der aufgefundenen polnischen Originaldokumente für die Aufhellung der Kriegsursache hervorheben. Die Belga-Agentur betont in einem Telegramm aus
Großer Erfolg deutscher Jäger an der französischen Front.
Ohne Verlust in mehreren größeren Lustkämpfen sieben französische Jagdflugzeuge abgeschoffen.
Berlin, 1.April. (DJtB.) Am Zl.März fan- den über der französischen Front yiehrere größere Luftkämpfe statt. Deutsche Jagdflugzeuge, die zur Grenzüberwachung eingesetzt waren, stießen an verschiedenen Stellen auf Jagdflugzeuge des neuesten französischen Musters. Insgesamt kämpften 2 5 Messerschmitt-Flugzeuge gegen 3 6 Moräne. Die deutschen Jäger trugen einen großen Erfolg davon. Sie schossen ohne einen einzigen Verlust sieben französische Jagdflugzeuge ab.
Im einzelnen spielten sich folgende Kämpfe ab: Bei Putllngen standen in zwei Treffen a ch t Messerschmitt-Flugzeuge'n acht Moränen gegenüber. Dabei wurde eine Moräne über dem Ort Putlingen zum Absturz gebracht. Aus einer weiteren Moräne rettete sich der Flugzeugführer durch Fallschirmabsprung. Lin Luftkampf fand südlich von Saargemünd statt, und zwar griffen neun Messerschmitt-Flugzeuge 2 0 Moräne an. Ein französisches Jagdflugzeug schlug brennend in der Bähe Saargemünd auf, ein anderes montierte infolge der Beschuhwirkung in der Luft ab. Aber Börchingen kam es zum Kampf zwischen acht deutschen und acht französischen Jägern. Ein französischer Flugzeugführer sprang nach Beschuh im Fallschirm ab. Ein französisches Flugzeug geriet in der Luft in Brand. Ein drittes französisches Flugzeug kübelte und stürzte zu Boden, da anscheinend der Führer tödlich getroffen war.
Fliegerangriff
auf englischen Geleitzug.
Berlin, 30. März. (DBB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Im W e st e n wurden mehrere Vorstöhe feindlicher Spähtrupps abgewiesen.
Die Luftwaffe setzte ihre Aufklärungsflüge trotz ungünstiger Witterung bis in die Abendstunden über der Bordsee, gegen die britische Ostküste und über Frankreich fort.
hierbei wurde ein feindlicher Geleitzug nördlich Flamborough head angegriffen. Lin den Geleilzug sichernder Kreuzer wurde durch Bombentreffer beschädigt, ein Handelsschiff versenkt und ein anderes getroffen. Lin deutsches Flugzeug kehrte von diesem Unternehmen nicht zurück.
An der W estfro nt kam es zu Luftkämpfen zwischen deutschen und französischen Jagdflugzeugen. Drei feindliche Jäger vom Muster Moräne erhielten schwere Treffer und muhten unmittelbar hinter der feindlichen Linie notlanden. Ein deutsches Jagdflugzeug wurde abgeschossen.
Eines der am Vorlage als vermiht gemeldeten Aufklärungsflugzeuge ist von einem deutschen U-Boot in der Bordsee treibend gesichtet worden. Die Besahungwurdean Bord genommen, das Flugzeug versenkt. Zusammenstöße von Spähtrupps
Berlin, 31. März. (DBB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
An der Westfront zwischen Mosel und Rhein kam es am 29. und 30. März mehrfach zu Zusammen st öhen eigener und feindlicher Spähtrupps im Vorfeld. Bürdlich Saargemünd gelang es einem Slohlrupp, mehrere Gefangene einzubringen.
Sonst keine besonderen Ereignisse.
Das Geburtstagsgeschenk
Rußland.
Die von deutscher Seite ein geleitete Veröffentlichung hat in Moskauer politischen Kreisen ft ä 'r k st e Aufmerksamkeit heroorge- rufen. Die amtlichen Stellen haben von den ersten Auszügen aus der neuen Publikation Kenntnis genommen, deren geradezu sensationeller Inhalt in Moskau auf umso größeres Interesse stößt, als die damit erneut enthüllte Kriegs vorderei- tung der West möchte und Polens auch die sowjetische Außenpolitik direkt berühren. Viel Beachtung haben ferner diejenigen Dokumente gefunden, welche die von Amerika imvßaufe' ber letzten Monate vor Kriegsausbruch verfolgte Politik in einem ganz neuen und, wie man hier feststellt, wenig „friedliebenden" Lichte erscheinen lassen. Die Moskauer Presse, von der am Tage nach dem sowjetischen Ausgangstag nur die „Prawda" erscheint, und die natirrüd) ganz im Zeichen der Molotow-Rede stand, konnte bis jetzt auf die deutsche Dokumentenverof- fentlichung noch nicht Bezug nehmen.
Holland.
Die Veröffentlichung des deutschen Weißbuches hat sich in Holland zu einer Sensation ersten Ranges Ausgewachsen. In besonders großer Aufmachung und Ausführlichkeit geben „Telegraaf", „Rieuwe Rotter- damfche Courant" und „Vaderland" den Inhalt der vorliegenden Dokumente wieder. Am ausführlichsten ift „Rieuwe Rotterdamfche Courant". Hierbei werden besonders dkü Rolle der gereinigten^
unseres Gaues für den Führer.
Aufruf des Gauleiters zur Metallsammlung.
Bationalsozialisten in hessen-Bassau!
zu wiederholten Malen habt ihr bewiesen, dah euch jeder Wunsch des Führers heiliger ^IBenTbießmal durch den Mund des Generalfeldmarschalls der Appell zur Sammlung kriegswichtiger Metalle erging, so wissen wir, dah entgegen der Vermutung unserer Feinde unsere Metallbestände diesen Aufruf nicht erforderten. Wir wissen aber auch, dah unsere Führung gewohnt ist, auf allen kriegswichtigen Gebieten weitgehendste Vorsorge zu treffen, so auch hier. Und wir wissen vor allem, dah wir uns in der Befolgung dieses Aufrufes am Geburtstagsgcschenk des deutschen Volkes für den Führer beteiligen.
zu Beginn dieser Sammlung wurde an den Opfergeist der preuhischen Erhebung des Jahres 1813 erinnert. Dieser Vergleich hat nur dann seine Berechtigung, wenn gegenwärtig nicht nur das zur Sammlung gelangt, was dem Einzelnen sowieso schon entbehrlich war, sondern wenn jeder auch auf Dinge verzichtet, die ihm wertvoll und teuer geworden sind. Erst dann darf er davon sprechen, ein Opfer gebracht zu haben. Lin Opfer, das im Vergleich zum Einsatz des Frontsoldaten als bescheiden bezeichnet werden muh.
So erwarte ich, dah am 20. April jede Familie des Gaues Hessen-Bassau, die heute im Besitz aufgerufener kriegswichtiger Metalle ist, mit berechtigtem Stolz erklären darf, dah auch sie ihren Beitrag zum Geburtstagsgeschenk des deutschen Volkes für den Führer erbracht bat. Lin Geschenk, das dem sieghaften Bestehen des uns aufgezwungenen Kampfes dient und daher auch mit dem Schicksal der Spender untrennbar verbunden bleibt.
Sprenger,
Gauleiter und Reichsstatthalter.
Berlin den sensationellen Charakter bet aufgefunbenen Dokumente. Meldungen aus Washington, wonach bie Veröffentlichung in zustänbigen Kreisen Nervosität hervorgerufen hätte, werben gleichfalls hervorgehoben.
Sänemark.
Die Dänen geben sich nicht mit ben amerikanischen Gegenerklärungen zum neuen beutschen Weißbuch zufrieben, fonbern sprechen von ber „anti- beutschen Aktivität ber amerikanischen Diplomaten", wobei „Berlingske Tibenbe" zu ber Ansicht kommt, „bie Dokumentensammlung weise klar barauf hin, baß biefe amerikanischen Botschafter sehr energisch gegen Deutschland) gearbeitet haben". Der Berliner Vertreter von „Fäbrelanbet" untersucht u. a. auch bie Rolle, bie ber englische Minister für Ueberfee« hanbel, Hubson, bereits im April 1939 in Schweden spielte, als er versuchte, bie Stockholmer Regierung zu einer Garantieabgabe zu treiben, berzufolge Schweben im Falle eines beutsch-englischen Konfliktes bie Eisenerzlieferungen nach Deutschlanb ein« stellen sollte. „Vielen Dänen bürste es bie Augen öffnen", baß bie englische Offensive gegen ben Rorben, bie heute vielen neu und überraschend erscheint, bereits im Frühjahr 1939 eingeleitet wurde."
Norwegen.
Alle Blätter veröffentlichen längere Artikel über die Bedeutuna ber Dokumente. „Dagblabet" trägt bie Überschrift „Sensation in bem beutschen Weißbuch. USA. versprach ben Weftmächten aktive Hilfe im Kriege. Hüll bementiert sofort". „Norges Han- bels- og Sjoefartstibenbe" bringt bie Nachricht unter einer ähnliche! Ueberfchrift: „Die Enthüllungen bes beutschen Weißbuches, 'Corbell Hüll: ,Jch habe niemals von biefen Unterrebungen gehört*."
Schweden.
Die Melbungen ber Presse über bie Veröffentlichungen bes beutschen Weißbuches zeigen beutlich, baß bie sensationellen Enthüllungen bes Weißbuches in politischen Kreisen einen außer- orbentlich starken Einbruck gemacht haben. Der Berliner Berichterstatter von „Afton- blabet" gibt eine ausführliche' Melbung über ben Inhalt unb weist barauf hin, baß bas gesamte polnische außenpolitische Archiv so gut wie unbefdjäbigt in beutsche Hände gefallen sei. Die Dokumente seien teilweise sehr sensationell. Man wisse, baß bie Oeffentlichkeit in Amerika in höchstem Maße gegen einen Krieg sei unb baß Dokumente eines der- artigen Inhalts bie öffentliche Meinung über Bullitt unb Roosevelt ungünstig beinflussen müßten. Naturgemäß mibmet bie schwedische Oeffentlichkeit bem Bericht bes Gesandten Potworowski über ben Besuch bes englischen Ministers Hubson in Schweben befonbere Aufmerksamkeit. „Nya Dagligt Alle- hanba" unterstreicht, baß bie Veröffentlichung als eine Weltfensation bezeichnet werbe, insbefonbere im Hinblick auf Amerikas Schuld an bem Kriegsausbruch.
Hüll desavouiert ASA.-SoWaster.
Washington, 31. März. (DNB.) Der amerikanische Staatssekretär bes Auswärtigen, Hüll, beeilte sich, kurz nach Bekanntwerben ber ersten Auszüge aus bem beutschen Weißbuch in einbringlicher Form nachdrücklichst von ben Berichten bes polnischen Botschafters abzurücken. Er erklärte u. a., bie Presse bringe bie Berichte über bie Herausgabe eines Weißbuches burch bas beutsche Auswärtige Amt, bas Dokumente enthalte, bie in ben Archiven bes polnischen Auswärtigen Amtes in Warschau gefunben worben sind unb Aufzeichnungen über Besprechungen enthalten, die polnische amtliche Stellen mit diplomatischen Vertretern der Vereinigten Staaten gehabt haben. „Ich muß nachdrücklich betonen", sagte Hüll, „d a ß weber ich noch einer meiner Mitarbeiter im Staats- bepartement je von solchen Unterrebungen Kenntnis erhalten habe, wie biefe angeführt werben."
Merkwürdige Dementis.
Kriegshetzer Potocki straft sich selbst Lügen.
Berlin, 31. März. (DNB.) Hull, ber amerikanische Botschafter in Paris Bullitt unb der ehemalige polnische Botschafter in Washington Potocki haben sich zusammengetan, um gegenüber der vom gesamten neutralen Ausland als einwandfrei unb echt festgestellten neuen beutschen Dokumentensammlung bie Glaubwürdigkeit ber Anklagen bes deutschen Weißbuches zu „dementieren". Der Botschafter der Vereinigten Staaten in Frankreich, dessen kriegstreiberischen diplomatischen Geschäfte aller Welt nunmehr offenkundig geworden sind, bestritt, Aeußerungen, wie sie in dem von Potocki an das Warschauer Außenministerium gerichteten Bericht niedergelegt sind, irgend jemanden gegenüber getan zu haben. Er erklärte: „Der Präsident hat bereits angebeutet, baß eine Propaganda dieser Art nur mit Vorbehalt ausgenommen werden sollte. Aber bei diesem besonderen propagandistischen Dokument sollte man noch vorsichtiger sein. Ich habe niemals irgend jemanden gegenüber die Aeußerungen getan, die man mir zuschreibt."
Potocki wiederum hat es unternommen, nachdem er, wie es heißt, mit Beamten des Staatsdepartements verhandelt hatte, wider das Urteil des gesamten neutralen Auslandes die Echtheit ber Dokumente burch folgendes Dementi abzuleugnen: „Die Veröffentlichung des angeblichen Dokuments ist augenscheinlich für Propagandazwecke bestimmt. I ch leugne, in meinem Bericht jemals solche Behauptungen aufgestellt zu haben. Ich habe niemals mit Bullitt eine Unterredung über Amerikas Teil- nähme am Kriege gehabt."


