Ausgabe 
1.3.1940
 
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Aus der Stadt Gießen. I

Hrühlmgsmonat ))iavb

Es hat etwas ungemein Reizvolles, dem Ablauf der märzlichen Tage entgegenzusehen. Kein Monat im Kreislauf des Jahres wird mit soviel Erwartung und oufatmender Freude begrüßt wie dieser, der die Gewißheit bringt, daß nach allen winterlichen Kümmernissen nun endlich die schönere Jahreszeit wiederkehren wird. Nicht, daß er schon die Erfüllung aller Wünsche nach Wärme und Frühlingsseligkeit erfüllen würde, dazu fehlt es auch ihm gewöhnlich noch an der Kraft, aber es ist ein verheißungsvolles Ahnen, das er uns beschert, und eben dieses Ahnen macht den März erst besonders liebenswert.

Wenn die ersten Schneeglöckchen läuten, wenn die Krokusse sprießen und von den Bäumen in den Anlagen der erste volle Ruf der Amsel erschallt, dann erfüllt der März seine Bestimmung als Lenz­mond in rechter Weise. Die Z>aselkätzchen müssen goldgelb stäuben, die Weiden im zarten bräunlichen Schimmer stehen und aus dem Waldesgrund die Anemonen ihre niedlichen weißen Köpfchen stecken. Sind diese zaghaften und beglückenden Zeichen lenz- lichen Wirkens erst einmal sichtbar, dann hebt auch der Chor unserer gefiederten Sänger an, tagtäglich zu üben. Neben der Amsel sind es dann die Finken, deren schmetternder Ruf weithin vernehmbar ist, die Stare zeigen sich nicht weniger eifrig, und was das muntere Völkchen der Meisen betrifft, so siedelt und geigt es dort bereits unermüdlich.

In diesem Jahre haben wir allerdings bis jetzt nur wenig Anzeichen vom Tatendrang des Früh­lings gesehen. Um so größer ist jedoch unsere Er­wartungsfreude und unsere frohe Hoffnung. Ka­lendermäßig tritt der Lenz am 20. März sein Amt an. Wenn er an diesem Tage sein blumengeschmücktes Zepter über unseren Fluren schwingt, dann werden sich hoffentlich schon die zarten grünen Spitzen zeigen. An der Zeit ist es dann eigentlich auch, denn wenige Tage später, am'"94. und 25. März, begehen wir bereits das Osterfest. Ein außerordent­lich zeitiges Ostern zwar, doch immerhin das Oster­fest, was uns nach bisherigen Ueberlieferungen dazu berechtigt, die Erwartuna zu hegen, daß die Ströme und Bächevom Eise befreit". sinddurch des Früh­lings holden, belebenden Blick".

Die Spruchpeisheit der Bauern wünscht den März sehr gern recht trocken, da ja gewöhnlich die Monate Januak und Februar für genügende Feuch­tigkeit gesorgt haben.Trockener März, nasser April, kühler Mai, fSllt Scheune und Keller und bringt viel Heu." Nisse ist dagegen jetzt keineswegs er­wünscht, denn iauf Märzenregen folgt kein Som­mersegen". Wts er uns aber auch bringen mag, eins ist gewi^ mit diesem Monat hat der Winter endgültig aus^espielt, was allein Grund genug ist, sich herzlich züfreuen. H. Sch.

Vornotizen

lageskalender für Freitag.

Populärwilenschaftliche Vorträge der Universität: 20.15 Uhr in Großen Hörsaal des Chemischen In­stituts, Profssor Willeke überDeutsche Arbeits­einsatzpolitik im Kriege". 20.15 Uhr im Hörsaal des Kunstwisenschaftlichen Instituts, Professor Tel­lenbach übelDas dunkle Mittelalter". Stadt­theater: 20 (is 20.30 UhrKarl III. und Anna von Oesterreich"^- Gloria-Palast (Seltersweg):Welt­rekord im Äitensprung". Lichtspielhaus (Bahn­hofstraße): Kriminal-Kommissar Eyck".

liHemeiWt M Kraft önrtii Stenöe

Spotamt Wetterau. KdF.-Sport!

Für F rt u f n :

Donner tags, 20.30 bis 21.30 Uhr, Schillerschute.

Für Minner und Frauen: 995D

hallenhort (insbesondere Hallenspiele): Donne^tags, 18 bis 19 Uhr, Goetheschute.

Htler-Iugend Bann 116.

Die letzi Vorstellung des HJ.-Veranstaltungs-

werden. Distststunden: Montags, Mittwochs, Frei-

Karten noa einmal nach der alten Einteilung von

tags von 1 21 Uhr un Trotz der

bis 19 Uhr, Donnerstags von 20 bis Samstags von 14.30 bis 15.30 Uhr. euordnung der Gefolgschaften sind die

ringes fintit am Sonntag, 10. März, 15 Uhr, statt. Die Karten können ab Montag, 4. März, abgeholt

den früher damit beauftragten Geldverwaltern oder Jg. abzuholen.

Der Beauftragte für den Deranstaltungsring im Bann Wetterau 116. gez. Willi Reeh.

Kameradschaft .Ulrich von Hutten".

Am 23. Februar, dem Todestages Horst Wessels, wurde in Frankfurt a. M. der Kameradschaft 2 unserer Gießener Hochschulgruppe des NSDStB. in einer Feierstunde vom Gaustuhentenführer als Vertreter des Reichsstudentenführers der Name Ullrich von Hutten" verliehen. Damit erhielt diese Kameradschaft als zweite unserer Hochschule (nach­dem die Kameradschaft 3 im Juni 1939 den Namen Admiral Scheer" verliehen bekommen hatte) ihren endgültigen Namen.

Als Sparkaffendirektor nach Worms berufen.

Der Kreiswirtschaftsberater Rudolf Ernst Lahr, der sich als Kreiswirtschaftsberater im Kreis Wet­terau der NSDAP, verdient machte, wurde durch den Gauleiter in das^Amt des Direktors der Be- ^irkssparkafse Worms berufen. Schon vor der Macht­übernahme diente er der Partei als Kreisrevisor, wirkte als Politischer Leiter und kannte die Arbeit in der Partei von Grund auf. Rudolf Ernst Lahr ist aus dem Bankfach hervorgegangen. Er hat sein Amt in Worms bereits angetreten.

Osterferien in den Schulen vom 20. bis 27. März. *

Das Reichserziehungsministerium gibt bekannt, daß die Osterferien 1940 für die Volks-, Mittel- und höheren Schulen verkürzt und einheitlich auf die Zeit vom 20. bis 27. März einschließlich gelegt wer­den. Der 20. März istcher letzte Schultag. Die Ver­kürzung der Osterferien ist durch die Einschränkungen und Unterbrechungen des Unterrichts im laufenden Schuljahr erforderlich geworden.

3m Dienst des Winterhilfswerls.

Berlin, 29. Febr. (DNB.) Der Relchskrleger- opferführer Relchshauplamlslelter O b e r lind- ober, der Präsident des Reichsluftfchuhbundes General der Flakartillerie von Schröder und der Reichsbundesleiter des Reichhbundes der kin­derreichen Dr. Kaiser haben zur 5. Reichsstrahen- sammlung folgenden Aufruf erlassen:

Die RSKOB., der Relchsbund der kinderreichen und der Reichsluftfchuhbund werden sich am 2. und 3. März 1940 bei der 5. Reichsstrahensammlung als Sammler in den Dienst des Winterhllfswerkes stellen. Als Repräsentanten des letzten großen Krie­ges, als die Hüter des völkischen Lebens und die Träger des großen Selbstschuhzweckes werden sie in treuer Kameradschaft auf allen Straßen und Plätzen den Appell unseres Führers wiederholen. In diesem KWH7V. müssen die Opfer alles bisher Dagewesene übertreffen!

Iieichslustschutzbund Hilst sammeln!

Wie im vergangenen Jahre so auch in diesem Jahre wurde dem Reichsluftschutzbund in Gemein­schaft mit der NS.-Kriegsopferversoraung und dem Reichsbund der Kinderreichen der ehrenvolle Auf- trag zuteil, die 5. Reichsstraßensammlung am 2. und 3. März 1940 durchzuführen. Der Orts-Kreis- aruppenführer erwartet von allen Amtsträgern, Amtsträgerinnen und Selbstschutzkräften des Krei­ses Gießen, soweit sie zur Sammlung befohlen sind, daß sie sich restlos für das Gelingen der 5. Reichsstrahensammlung einsetzen. >

** Vortrag Prof. Weitz fällt aus. Der ursprünglich für heute abend vorgesehene Vortrag von Pros. Dr. WeitzWie entdeckt man ein chemi­sches Element" fällt wegen Krankheit des Vortta- genden aus. ' Der Vortrag wird im Sommer gehalten.

Die Jagd im März.

Wie der wahre Weidmann in diesem Winter immer wieder darauf sann, wie er seinem Wild helfen könne, und das Jagen ganz zurücktrat gegen­über der Wildpflege, so müssen auch im kommenden Frühjahr die Absichten des Hegers darauf gerichtet sein, durch geeignete Maßnahmen die Lücken im Wildbestand leichter schließen zu helfen, die der Winter entstehen ließ.

Im Schalenwildrevier kommt es vor allem darauf an, den Bestand für die Abschußfestsetzung richtig zu ermitteln. Es gibt Reviere, in denen sich in normalen Jahren eine Wildzählung satt erübrigt, weil die Erfahrung gezeigt hat, wie hoch der jähr­liche Abschuß sein darf, ohne den Bestand zu ge­fährden, oder ihn zu groß werden zu lassen. Dies kann aber nur für Jahre mit normalen Winterab­gängen gelten, nicht für solche nach Notwintern. Deshalb kommt es darauf an, daß die Wildzählung besonders genau erfolgt, damit nicht ein zu hoher Abschuß Auswirkungen hat, die in keiner Weise im Interesse des Reviers und eines weidmännisch den­kenden Jagdherrn liegen. Derartige Zählungen können nur in möglichst häufigen Reviergängen vorgenommen werden. Es ist ein Unding, einen einigermaßen nennenswerten Rehstand z. B. an einem oder zwei Zähltagen ermitteln zu wollen. Das Rehwild steht gerade im Frühjahr in größe­ren Sprüngen zusammen, die zu allen Tageszeiten auf Saaten und Wiesen austreten und nun von einem guten Beobachter einwandfrei angesprochen, d. h. gezählt und zergliedert werden können. Er er­kennt. diese Sprünge auch wieder, wenn.sie heute vielleicht einmal auf der Nordseite und morgen auf der Südseite eines Feldholzes austreten, und er zählt sie nicht doppelt. Jeder Sprung wird ein- wandfrei im Taschenbuch vermerkt, immer wieder einmal überprüft. Böcke werden mit den hervor­stechendsten Merkmalen ihres Gehörns kurz skiz­ziert, durch Farbe oder andere Eigenschaften (lauf- krank z. B.) ausfallende Stücke werden besonders vermerkt, weil sie guten Anhalt zum Wiedererken­nen eines Sprunges bieten, und so wird in ein­gehender Kleinarbeit die Grundlage zu einer wirk­lichen, von Phantasie nicht getrübten Bestandsauf­nahme geschaffen. Gerade in diesem Jahre, in dem viele Jäger unter den Waffen stehen, wird diese

Arbeit nicht leicht fallen. Da müssen die Jagdgäste heran unh Helsen, die ja auch da sein wollen, wenn es später an das Schießen der Böcke geht. Jeden­falls darf unter keinen Umständen der Aufbau un­serer Wildstände stärker unter den Kriegseinwir­kungen leiden, als es unbedingt nötig ist. Das gu erreichen, muß die Ehrenpflicht all derer fein, die ihr Revier wie zuvor noch begehen und besagen dürfen.

Der erfahrene Jäger weiß, daß gerade ein län­gerer Nachwinter sich ost besonders ungünstig auf das Wild auswirkt. Das Füttern wird' meist zu früh eingestellt. Neben der Fütterung kommt im Frühjahr, wenn der Wildkörper durch mancher- lei Vorgänge, wie Bilden des Gehörns, Haarwech­sel, Entwicklung des Jungtieres in der mütterlichen Tracht, Umstellung von Trockenäsung des Winters auf zunehmende Frischäsung besonders beansprucht wird, der Hingabe von Salz eine besondere Rolle sei. Sei es nun reines Kochsalz, sei es Salz, dem phosphorsaurer Kalk oder andere Stoffe künst­lich bei gemengt sind, jedenfalls nimmt alles Scha­lenwild Salz gern und oft gierig an, als wenn es instinktiv die günstigen Auswirkungen auf feinen Gesundheitszuftarid empfände. Es ist nur eine ge­ringe Belastung, wenn man an Wechseln oder Füt­terungen Lecksteine auslegt, oder wenn man im Rucksack ein paar Pfund Viehsalz mitnimmt, um alte Stubben auf einem Kahlschlag, einer Windfall­blöße u. ä. damit zu bestreuen und in eine Stock- sul^e zu verwandeln.

Hand in Hand mit solcher Arbeit geht die Revier­einrichtung. Leitern und Hochsitze sind auf ihre Haltbarkeit zu überprüfen, Pirschpfade sind frei zu machen von Laub und Fallholz. Im Feldrevier aber muß in allen unseren Revieren fast ohne Ausnahme die Hauptfrage sein:Wie schaffe ich Deckung?" Ihre Lösung ist eine der Grundvoraussetzungen für eine erfolgbringende Niederwildhege. Es bedarf nur ge­ringer persönlicher Bemühungen, um an Graben­rändern und um Wasserlöcher Weidenstecklinge zu stecken, Brombeeren aus dem Wald in Kies- oder Sandgruben, auf Halden oder an Feldraine zu verpflanzen. Je mehr solche Schutzanlagen, und seien sie auch klein, das Feld wie ein Netz Über­spannen, umso größer ist der Erfolg. Wer daneben

Heue Derbraucher-Höchstpreise für Speisekartoffeln.

Der Reichsstatthalter in Hessen Landesregie­rung hat für die Abgabe von Speise­kartoffeln in den Monaten Februar bis August 1940 neue Höch st preise festgesetzt: Danach gelten für Gießen folgende Sätze:

Bei der Abgabe durch den Empfangsverteiler: weiße, rote . blaue Sorten

je 50 kg

ab Äahnwaggon oder Lager: März/April..........8,30 RM.

Mai.............3,40

Junt/Juli/August.......3,55

frei Lager des Kleinverteilers: . März/Äprll..........3,40

Mai.............3,50

Juni/Juli/August.......3,65

frei Keller des Verbrauchers: MäH/April...........3,60

Mai. ... ^........3,70

Juni/Juli/Auguft.......3,85

gelbe Sorten je 50 kg

3,60 RM.

3,70

3,85

3,70

8,80

3,95

3,90 , 4, *

4,15

Bei der Abgabe durch den Kleinverteiler:

ab Verkaufsstelle: März/April..........3,60

Mai...... 3,70

Juni/Juli/August.......3,85

in Mengen von 5 kg an je 5 kg: März/April'..........0,42

Mai........ 0,43

Juni/Juli/August.......0,45

3,90

4,

4,15.

0,45

0,46

0,48

Auf dem flachen Lande und in den Orten, in denen ober aus deren näherer Umgebung die Ver­sorgung durch den Erzeuger unmittelbar sicherge­stellt werden kann, gelten folgende Höchstpreise:

Bei Abgabe durch einen etwaigen Empfangs -(Groß-)Verteilet: weiße, rote gelbe blaue Sorten Sorten je 50 kg je 50 kg frei Keller des Verbrauchers: März/April..........3,15 RM. 3,45 RM.

Mai.............3,25 3,55

Juni/Juli/August.......3,40 3,70

Bei der Abgabe durch den Kleinverteiler: ab Verkaufsstelle: März/April..........3,15 3,45

Mai.,.....,.......3,25 3,55

Juni/Juli/August.......3,40 3,70

von 5 kg an je 5 kg: März/April..........0,38 0,41 ,

Mai.............0,39 0,42

Juni/Juli/August.......0,40 0,43

Bei Lieferung vom Erzeuger an den Verbraucher frei Keller, d. h. einschl. Verlesen, Anfuhr, Abladen und Verbringen in den Keller und im örtlichen Marktverkehr, gelten folgende Preise:

weiße, rote gelbe blaue Sorten Sorten

je 50 kg je 50 kg In Gießen:

März/April..........3,30 RM. 3,60 RM.

Mai.............3,40 3,70

Juni/Juli/August.......3,55 3,85

In den ländlichen Orten: März/AprU..........3,15 3,45 .

Mai.............3,25 8,55

Juni/Juli/August.......3,40 3,70

Soweit der Verbraucher die Kartoffeln beim Erzeuger abholt: März/April..........2,80 RM. 3,10 RM.

Mai.............2,90 3,20

Juni/Juli/August.......3,05 8,35

größere Schutzgehölze für Voaelwelt und Nieder­wild schaffen kann, wird noch mehr Freude am Erfolg seiner Arbeit erleben. Die Anlage und Aus­stellung von Wildäckern ist vorzubereiten.

Daneben kommt es darauf an, die Feinde der Niederjagd kurzzuhalten, die ae­robe in der deckungsarmen Zeit besonders gefähr­lich werden. In jeder Remise, in Durchlässe und Steinhaufen gehören Kastenfallen für Wiesel und Katzen. Den Krähen und Elstern ist mit allen Mit­teln nachzustellen. Neben Abschuß und Zerstören der Nester, wenn später die Brutzeit beginnt stehen, nach den Anzeigen in der Iagdpresse zu schließen, auch in diesem Jahre wieder künstliche Gifteier zur Verfügung, die immer den sichersten Erfolg versprechen.

Alle diese Maßnahmen der Wildhege und ÄZild- pflege lassen das eigentliche Jagen stark in den Hintergrund treten. Das meiste Wild hat sowieso schon längst Schonzeit, damit es seine Jungen un­gestört großziehen kann. Ab Monatsmitte haben

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28 Fortsetzhg (Nachdruck verboten!)

Friedel

?rber wartete vor dem Bühnenausgang.

lenken, sie habe die Verabredung ver-

Hut schief ins Gesicht gezogen, sah er

gessen. Eir und wollt«

nur i Er

hakte sie ein.

ihren Arm.Ich hatte in der Pause

als er hevuskam, den Kragen geklappt, Sn 5...... ~

wird michzum Winter ganz groß herausbringen."

Ihr Au tat schon weh.Herrlich, Otto-Erich", sagte sie.

eine Untetebung mit dem Direktor", berichtete er und strahl,er machte mir große Hoffnungen, was die Neubqtzung des nächsten Stückes betrifft. Man

Dem Abtestngsleiter, der mit ihr heute abend den Kinobefuch^eplant hatte, war sie einfach entwischt. Mochte erb.........

paar ganz junge Mädchen standen da vielleicht Otto-Erich Hegg sehen. Aber skam, den Kragen des Mantels hoch-

Er nickt

,Jst dein Vater gekommen?

,Nein,

kommen

m.

Nein, ir erwarten ihn heute. Das heißt, es ist ja schon hlb eins, also gestern abend wird er ge-

dem

.", er beendete seinen Satz nicht und sah

für den

Dann war bunf Mund fai

Dort d

> ben, dachte sie, auf der anderen Seite, lettelmannstraße. Hier in dieser Gegend

ill ich morgen früh mit ihm reden." Es in der Straße. Er bog sie sich zu. Ihr ihm als Antwort entgegen.

alles abgespielt. Plötzlich war sie es, die fester an Otto-Erich Hegg preßte.Du",

,3a, hast du mich am Ende örber gehalten?"

läuft die hat sich b ihren An sagte sie!nb wagte nicht zu ihm "aufzusehen, aus- Angst, er inne in ihrem Gesicht lesen,bist bu vor­gestern bien Weg gegangen, als bu zu ihm gingst?"

' nr ber Meinung, als bu mir gestern vor loniiissar aus ber Patsche halfst, bu wolltest mir Helfeiglaubtest aber, ich sei wirklich spazieren gegangenlWenn bu annahmst, ich sei bei Carlotti gewesen

sie kopfscittelnb an.

Ich weiß es nicht", sagte Friebel.Für ben Märber bestimmt nicht, aber ich fürchtete, bu seiest irgenbroie in die Geschichte verwickelt. Ich fühlte, ich mußte bich retten."

Sie gingen auf ber linken Seite ber Nettelmann- straße.

Dort brüben", sagte er,hunbert Meter weiter hin, ist ber Laben. Hier bin ich auf unb ab ge­gangen. Wut, Zorn unb Schmerz im Herzen, Ent­täuschung unb falschen Stolz. Ich sage bir bas alles ehrlich, Friebel, benn es ist vorbei unb gewesen.

Ich ging um neun Uhr zu Ludwig Carlotti unb wollte ihn zur Rebe stellen. Ich überlegte, was ich ihm sagen wollte, damit er mir um diese Abend­stunde überhaupt die Tür öffnete, ich suchte ein paar passende Sätze unb fanb sie nicht. Ich war zu erregt auf ben Mann, weil Jwanka ihn mir vorzog. Ich rauchte eine Zigarette, um mich zu beruhigen, bann noch eine. Es waren die Stummel, bie ber Kom­missar vor ber Tür fanb. Die britte warf ich weg, faßte JDlut, pochte an unb ba bie Tür nicht ver­schlossen war, trat ich ein.

Lubwig Carlotti war überrascht. Möglicherweise hielt er mich für einen Einbrecher. Er griff nach einem Revolver, aber ich kam ihm zuvor, faßte in bie Tasche und zog meine Waffe mit ben Platz­patronen. Ich wollte nicht schießen, es hätte im Ernstfall ja auch keinen Sinn gehabt. Ich wollte nur eine Unterrebung burchsetzen. Unb bas gelang mir auch. Carlotti bot mir sogar Platz an.

Als ich ben Namen Jwanka Gospik nannte, er­schrak er. Er bat mich sofort, bavon zu schweigen. Ich sagte ihm, was ich von ihm wollte. Seinen Verzicht auf bas Mäbchen, freie Bahn für mich. Er schaute mich verwundert an.

Ich kenne das Fräulein gar nicht, sagte er. Sie sind offenbar an bie falsche Adresse geraten.

Hier ist ein Brief, sagte ich, ben Sie Jwanka geschrieben haben: unb ich zeigte ihm bas Schreiben. Mittlerweile habe ich es vernichtet. Da gab er es auf.

Also gut, sagte er kurzatmig. Sie lieben Jwanka, Sie sinb sich mit Jwanka einig?

Ja, sagte ich, Jwanka wagt Ihnen bas nur nicht einzugestehen.

Er lächelte. Ich verstaub das nicht. Ich habe es ihr verboten, sagte er, aber schließlich, einmal muß sie ja mit ber Wahrheit boch herauskommen. Plötz­lich gab er sich einen Ruck. Es ist gut, Herr Hegg, sagte er unb hielt mir bie Hanb hin. Es geht alles

in Drbnung, machen Sie sich heute nacht keine Sorgen mehr. Seien Sie morgen mittag, sagen wir um zwölf Uhr, bei Jwanka.

Ich war braußen auf bem Hof, bevor ich mich recht besonnen hatte.

Im Torweg begegneten mir zwei Männer. Der eine hatte ein schiefes Gesicht unb feine eine Backe war von einem Muttermal entstellt. Der anbere war ein Auslänber.

Ich fuhr nach Hause. Aber viele Gedanken plagten mich.- Ich machte einen langen Umweg. Insofern habe ich dön Kommissar gar nicht angelogen, als ich ihm sagte, ich sei spazieren gegangen."

Er unterbrach sich, packte Friedels Arm, baß sie schmerzhaft zufammenzuckte und blieb stehen, als tue sich ein Abgrund vor ihm auf.

Was ist benn, was hast bu?"

Still!" Er zerrte sie in eine Mauernische.Siehst bu ba brüben ben Mann?"

Ja. Was hat er benn? Er schleicht wie eine Katze an ben Hausmauern entlang, als wollte er nicht gesehen werben."

Der Mann auf ber anberen Straßenseite blieb im Schatten eines Hausvorsprungs stehen. Er warf einen mißtrauischen, sichernben Blick zu bem jungen Paar hinüber.

Küss' mich", flüsterte Otto-Erich Hegg,umarmen wir uns, Friebel, bann hält er uns für ein Liebes­paar. Liebespaare sinb immer harmlos."

Der Mann sah bie Umarmung, er schlich weiter. Sein Gesicht würbe einen Augenblick vom gelblichen Licht einer Laterne erhellt. Er lächelte zufrieben. Die beiben ba drüben waren keine Gefahr für ihn.

Er betrat den Torweg des Hauses Nummer 10. Die Dunkelheit schluckte ihn. Er war plötzlich von ber Straße verschwunben.

Otto-Erich Hegg machte sich los.Ich muß sehen, wo ber Mann bleibt."

Sie huschten über ben Fahrweg.Aber warum eigentlich?" fragte Friedel.Was ist mit bem Mann?" Ihre Ahnung griff feiner Antwort voraus. Ist es einer von den beiden, die vorgestern zu Ludwig Carlotti wollten, als du von ihm weg- gingft?"

Ja", sagte Otto-Erich Hegg,ich habe ihn deutlich erkannt. Es ist ber Auslänber."

Nebeneinanber, wie zwei Schatten, huschten sie in ben Torweg.

Er hätte ruhig früher kommen können. Kommissar

Kybanber hatte schon mit Dunkelwerben seinen Posten bezogen. Er saß am Schreibtisch Lubwig Carlottis. Der Raum und der Laden lagen dunkel.

Kybander faß ganz still. Möbel knacken, Tapeten knistern, hinter Balken rieselt der Kalk ober ein Holzwurm klopft in der Truhe. Wer schreckhaft ist, glaubt, wenn er nachts aufwacht unb horchend lie­gen bleibt, daß Einbrecher am Werke sind. Oder Geister. Kybander glaubte nicht an Svuk ober Geister. Unb ein Einbrecher wäre ihm geraoezu will­kommen gewesen! Auf einen Einbrecher wartete er, und wenn 9er Mann nicht kam, fiel feine ganze schöne Theorie ins Wasser, unb Kriminalrat von Karmin würde ihn auslachen.

Von einer Turmuhr schlug es Mitternacht. Er horchte ben Schlägen nach. Geisterstunde.

Er stand lautlos auf. Er hatte ein Geräusch ge­hört. Jemand war auf dem Hof und näherte sich dem Fenster.

Während er gespannt horchte, frohlockte er im Innern. Er behielt also recht. Da war ber Mann, ber ben Einbruch versuchte.

Kybanber wich schnell in ben Hintergrund) des Ladens zurück. Er wollte bem Mann Spielraum geben. Seine Hand lag am Lichtschalter.

Er verfolgte aufmerksam und hellwach bie Ge­räusche. Der Mann hatte sich bie kleine obere Scheibe ausgesucht. Die beiben eigentlichen Fensterflügel waren burch Holzläben gesichert. Er begann seine Arbeit. Grüne Seife ober Teer. Alte Schule, wußte Kybander sofort. Immerhin, der Mann ging recht geschickt vor. Ein leises Knacken. Die Scheibe war eingedrückt.

Der Mann ließ sich lautlos vom Fenstersims zu Boden gleiten. Eine Taschenlampe flammte auf. Ihr Slrahl fiel auf ben Schreibtisch. Da ftanb ber ge­schnitzte Kasten mit bem Bubdha. Kybanber hatte nichts oeränbert. Die Perlenkette lag an Ort unb Stelle neben bem Aschenbecher, bas Buch war aus- geschlagen, wie Ludwig Carlotti es zurückgelassen hatte. Der Lichtstrahl zitterte. Er verweilte auf ber Perlenkette. Eine Hanb kam aus bem Dunkel, eine braune, nackte Männerbanb. Sie griff ruckartig zu und packte bie Kette. Der Lichtstrahl wich ab, er huschte, wahrscheinlich zufällig zur Wanb, glitt ba entlang unb traf Kybander voll ins Gesicht. Er war ben Bruchteil einer Sekunbe geblendet, aber feine Hanb lag am Schalter. Er ließ sofort bas große Deckenlicht aufleuchten.

(Fortsetzung folgt)