ment) Nr. 24, dem Oberleutnant Reinicke, ALjntanten der 6. Infanterie-Brigade, seither im 5. Großh. Infanterieregiment Nr. 168, und dem Oberleutnant Milchling von Schön st adt, Adjutanten der 14. Infanterie-Brigade, seither im L Großh. Infanterie-(Leibgarde-)Regiment Nr. 115.
Ausland.
London, 30. Okt. Ter Burendelegierte Wessels murde am Sonntag beim Verlassen der St. Paulskathedrale, wo er mit den Buren generalen dem feierlichen Dankgottesdienst beigewohnt hatte, in der Nahe des St. Pauls-Kirchhofes von einem Omnibus überfahren. Er erlitt zwei Rippenbrüche und muß das Bett hüten. Sein Befinden bessert srch jedoch schnell.
— Tie „Contemporary Review'" veröffentlicht einen Artikel Bothas, in welchem es heißt, die Aeußerungen der Generale seien falsch ausgelegt und ihre Handlungen unlauteren Beweggründen zugeschrieben worden. Tie Generale hätten niemals gesucht, sich über die Friedensbedingungen hinwegzusetzen, sondern nur danach gestrebt, daß den Duren die sofortige Hilfe, deren sie benötigten, zuteil werde. Tie Gewährung einer solchen Hilfe würde eins der wirtsamsten Mittel zur Turchführung der Absichten der «en Regierung sein. Hilfe sei nötig sowohl im Jnter-
i britischen Reiches wie in dem Südafrikas. Die Garnison in Südafrika müsse auf 70 000 Mann erhöht werden, ausschließlich 30 000 Mann Polizeitruppen. Wenn bei der Bevölkerung wieder Glück und Wohlfahrt eingekehrt seien, könne die Garnison um 50 000 Mann verringert werden. Botha verteidigt dann in dem Artikel die Haltung der Generale bei der europäischen Rundreise und erhebt Einspruch dagegen, daß den Burendelegierten die Rückkehr nicht gestattet werde. Er ruft die königliche Gnade für die Rebellen an.
— Unterhaus. Parlamentsuntersekretär Cranborne teilt mit, daß der Somaliexpeditionschef Oberst Sw ahne in Berbera eingetroffen ist und den Obersten Cobbe als Befehlshaber in Bohotle zurückgelassen hat. Ter Zustand der Verwundeten sei aut. Premierminister Balfour erklärt, die Regierung sei noch nicht in der Lage, die organisierte Einwanderung nach Südafrika zu ermutigen. Es scheine, daß für den Augenblick der Zufluß von bäuerlichen Kolonisten am Platz so groß sei, als das Land auszunehmen vermöge. Norton (Liberaler) fragt an, ob die Admiralität Kreuzer vom Drake-Typ baue, welche sich mit den schnell- sten und am stärksten gepanzerten Handels- zerstörern der auswärtigen Flotten zu messen imstande seien, wie es der .russische Kreuzer „Novik" sei, der 25 Knoten in der Stunde mache. Parlamentssekretar der Admiralität Forster erwidert, der russische Kreuzer „Novik" sei keiner der schnellsten und in Panzerung stärksten Handelszerstörer, sondern ein Kreuzer zweiter Klasse von 3000 Tons. Tie Schiffe der Drake-Klasse seien vollkommen imstande, sich mit einem solchen Fahrzeug zu messen. Keiner von den sogenannten Handelszerstörern der Flotte des Auslandes besitze eine Schnelligkeit von 25 Knoten.
Wien, 30. Okt. Beim Empfange des Kuratoriunrs der böhmischen Kunstgallerie sprach der Kaiser die Hoffnung aus, daß das Zusammenwirken beider Nationen auf dem Gebiete der Kunst nicht ohne günstige Wirkung auf die gegenseitigen Verhältnisse beider Nationen bleiben werde.
— Gegen das Du e l l richtet sich eine Interpellation des Abg. Chos im Abgeordnetenhause, ob der Landesverteidigungsminister geneigt sei, sich beim Kriegsminister dafür zu verwenden, daß es den Offizieren der gemeinsamen Armee verboten werde, Abgeordnete wegen Aeußerungen, die sie in Ausübung ihres Mandats gethan haben, zu fordern.
Turban, 29. Okt. General Christian Botha, der Bruder Louis Bochas, ist im Hospital zu Corstadt in Ostgriqualand an Appendicitis gestorben.
Aus Stadt und Sand.
Gießen, den 31. Oktober 1902.
** Hofnachrichten. Aus Darmstadt, 30. Oktober, wird gemeldet: Am Dienstag machten der Groß Herzog, Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen, Großfürst und Großfürstin Sergius von Rußland, Prinzessin Ludwig und Prinz und Prinzessin Franz Joseph von Battenberg einen Ausflug zur Traubenlese nach Jugenheim, nahmen auf Schloß Heüigen- berg den Thee und fuhren abends wieder zurück. Prinz Heinrich benutzte hierbei sein Automobil. Gestern früh fuhr der Prinz im Automobil zur Jagd nach Forst Nikolaus- pforte, erlegte 5 Damhirsche und kehrte um halb 5 Uhr nachmittags wieder zurück. Gestern nachmittag war der Großherzog mit den übrigen Herrschaften bei Prinz Franz Joseph von Battenberg im Prinz Emil-Garten zum Thee. Abends besuchten dieselben das Theater. Um 12 Uhr empfing die Großfürstin die Frau des russischen Ministerresidenten Fürstin Kudaschef, um 12l/< Uhr Frau Prof. Quast. — Die Abreise des Prinzen Heinrich nach Kiel findet voraussichtlich am 4. oder 5. November statt, Prinzessin Heinrich mit den prinzlichen Kindern wird noch hier verweilen. Großfürst und Großfürstin Sergius werden Ende nächster Woche auf einige Tage nach Paris reifen und wieder hierher zurückkehren. — Aus Frankfurt a. M. wird uns gemeldet: Der Großherzog und Großfürst Sergius von Rußland trafen gestern nachmittag hier ein, etwas später auch Prinz Heinrich von Preußen per Automobil. Die Herren sind zum Thee beim Prinzenpaar Friedrich Karl geladen. U. a. besichtigten sie auch die „Moderne lustige Kunstausstellung", Zeil 50, und kehrten abends wieder m die hessische Residenz zurück.
** Folgend e Verordnung ist in Betreff der Neu- ordnung des Rangierens uf>v. der Orden und Ehrenzeichen vom Großherzog erlaffen worden: Unter Aufhebung der Vorschriften vom 10. November 1894 in Bezug auf den Rang und das Tragen der Grobherzog, lichen Orden und Ehrenzeichen, bestimme Ich, daß dieselben in nachfolgender Weise zu rangieren haben:
1. Goldener Löwen-Orden. Großkreuz de§ LudewigS- Ordens.
2. Großkreuz des Philipps-OrdenS mit der Krone.
3. Kommandeurkreuz 1. Klasse des Ludewigs-OrdcnS. Großkreuz des PhilippS-OrdenS.
4. Komturkreuz I. Klaffe des PhilippS-OrdenS mit der Krone.
5. Kommandeurkreuz II. Klaffe des LudewigS-OrdenS. Komturkreuz I. Klaffe des PhilippS-OrdenS.
6. Komturkrenz EL Klaffe des Philipps-Ordens mit der Krone.
7. Ritterkreuz I. Klaffe deS Ludewigs-OrdenS. Komturkreuz 1L Klaffe des Philipps-Ordens.
8. Ehrenkreuz des Philipps-Ordens. Goldene Medaille für Kunst und Wiffenschaft, Industrie und Landwirtschaft.
9» Ritterkreuz L Klaffe des Philipps - Ordens mit der Krone. Militär - Verdienstkreuz. Milckär - Sanitätskreuz.
10. Ritterkreuz II. Klasse deS Ludewigs-Ordens. Ritters kreuz l. Klaffe des Philipps-Ordens.
11. Ritterkreuz 1L Klaffe des Philipps-Ordens mit der Krone. Militärdienst-Ehrenzeichen, sowie Hofdienst- Ehrenzeichen für 50 Tlenstjahre.
12. Ritterkreuz IL Klaffe des PhilippS-Ordens. Tapfer- keits-Medaille. Rettungs-Medatlle. Goldene Verdienst-Medaille des Ludewigs-Ordens. Verdienst- Medaille während der Wassernot 1882/83. Silberne Verdienst-Medaille für Wissenschaft, Kunst, Industrie und Landwirtschaft.
13. Silbernes Kreuz des Philipps-Ordens mit der Krone. 14. Silberne Verdienst-Medaille des Ludewigs-Ordens.
Silbernes Kreuz des Philipps-Ordens.
15. Allgemeines Ehrenzeichen. Militärdienst-Ehrenzeichen, sowie Hofdienst - Ehrenzeichen für 25 Dienstjahre. Erinnerungs-Medaille. Vermählungs-Medaille.
16. Felddienstzeichen. Militärisches Erinnerungszeichen an Seine Königliche Hoheit Großherzog Ludewig 1.
Von den unter derselben Nummer aufgeführten Orden und Ehrenzeichen hat die zuletzt verliehene Dekoration den Vorrang.
Darmstadt, den 6. September 1902. gez. Ernst Ludwig.
ü. Herff, Ordenskanzler.
* * Von der Universität. Wie wir bereits gestern gemeldet haben, hat Prof. Drude einen ehrenvollen und verlockenden Ruf an die Universität Leipzig abgelehnt. Im Interesse des Unterrichtes an unserer Landesunioersität und ihres Ansehens nach außen freuen wir uns herzlich seines Eutschluffes. Daß Drude einer der hervorragendsten unserer jüngeren Physiker ist, beweist die Thatsache, daß schon früher Tübingen und Marburg sich um ihn beworben haben. Wenn er nun auch Leipzig ausgeschlagen hat, so ist das nicht nur ein Erfolg für unsere Universität und unsere Regierung, sondern auch erfreulich für die Stadt Gießen als ein Zeichen, daß wir in der Konkurrenz auch mit berühmten Universitätsstädten nicht zurückzustehen brauchen.
* * Städtebundtheater. Aus Marburg wird gemeldet: Hier sowohl wie in Gießen wurde der Wunsch ausgesprochen, daß die Thätigkeit der von beiden Städten ernannten Theaterkommission umgehend beginnen möchte. Da es ferner zweckmäßig erscheint, daß nicht jede der beiden einzelnen Kommissionen getrennt tage und beschließe, so ist angeregt worden, die Sitzungen der Kommissionen beider Städte gemeinsam abzuhalten, und zwar soll die erste Sitzung für einen möglichst frühen Termin anberaumt werden. Die Bestimmung derselben ist unserer NIarburger Kommission an» heimgegeben worden.
* * Der Kutscher-Verein begeht, wie aus dem Inseratenteil ersichtlich, morgen abend im Caf6 Leib sein 10. Stiftungsfest. Manche Uebcrrafchung steht den Besuchern des Festes bevor, und für Unterhaltungen ist in zeder Hinsicht gesorgt. Da noch der Gesangverein „Gemütlichkeit" einige Chöre vortragen wird, so kommen Freunde des Gesanges auch auf ihre Rechnung. Ten Schluß der Feier bildet der unumgänglich notwendige Tanz.
k. Langsdorf, 31. Okt. In dem vom Bürgermeister Köhler angelegten Gemeindesee ist nach langer Zeit wieder einmal gefischt worden. Das Ergebnis war der Fang von 12 Zentnern und 72 Pfund Karpfen im Werte von 714,56 Mk. Angesichts dieses günstigen Erfolges beabsichtigt man, alle drei Jahre den Fischfang zu wiederholen. Auch empfiehlt sich das für andere Gemeinden umsomehr, als Bürgermeister Köhler, wie wir hören, bereit ist, seine Unterstützung auf Ersuchen anderen Ortschaften zu- teil werden zu lassen.
R. B. Darmstadt, 30. Okt. Die heutige öffentliche Sitzung der Stadtverordneten hatte sich mit nicht weniger als 21 Punkten der Tagesordnung zu beschäftigen, die aber sämtlich nur lokaler Natur waren. Ein etwas weitergehendes Interesse hat es vielleicht, daß der Abschluß unserer Krankenhauskaffe ein sehr günstiger ist, trotzdem soll aber in einer der nächsten Sitzungen die Erhöhung der Ver- pflegungßkosten beschlossen werden. Auch die Waffer- und Gaswerkskaffe haben sehr, erfreuliche Resultate ergeben. Die letztere weist den enormen Ueberschuß von mehr als 330000 Mark auf, wovon 160 000 Mk. dem Erneuerungsfonds überwiesen wurden. Eine solche goldene Ernte dürfte sich aber für das laufende Rechnungsjahr kaum wiederholen, da nunmehr das neue Gaswerk in Betrieb genommen worden ist und sich dadurch die Unkosten wesentlich erhöhen. Die Stadt hat sich heute auch entschloffen, die Heizungs- und Beleuchtungskosten für die landwirtschaftliche Winterschule zu übernehmen, was längere Zeit eine prinzipielle Streitfrage mit der Regierung bildete.
Mainz, 30. Okt. Eine interessante Zusammenstellung über daS Rechnunasergebnis des Mainzer Stadttheaters im Jahre 1901/02 und die in den letzten Jahren bezahlten Gagen bringen wir nachstehend. Im abgelaufenen Jahr betrugen die Einnahmen im Stadttheater 222 375 Mk. und die Ausgaben 215 679,77 Mk., sodaß ein Ueberfchuß im Betrage von 6696,12 Mk. verblieben ist- Tie Ausgaben für jeden einzelnen Tag bei 196 Spieltagen belaufen sich daher durchschnittlich auf 1100,40 Mk. An den Gesamtausgaben im Betrage von 215 679,77 Mk. partizi- vieren die Gagen für das gesamte Personal mit 147 396 Mark; in der Saison 1900/01 betrugen die Gagen 133 886 Mark, 1899/1900 131678 ML. Unter der Direktion Rainer Simons beliefen sich die Gagen in der Saison 1894/95 auf 112 805, 1895/96 auf 105 762, 1896/97 auf 105357, 1897/96 auf 107 005, 1898/99 auf 113537 Mk. Der Jahresdurchschnitt der Gagen, welche von den beiden Theaterdirektoren bezahlt worden find, beliefen sich bei Direktor R. Simons auf 108 894 Mk. »und bei Steinbach auf 137 653 Mk, also bei letzterem rund 30 000 Mk. mehr. Während der laufenden Saison ist der Gegenetat gegen das Vorjahr noch um etwa 5—6000 Mk. höher und würde sich nach Ablauf der Saison auf
etwa 152 500—153 500 Mk. belaufen. Diesen erhöhten Gagen- auSgaben steht dieses Jahr, infolge der ungünstigen Zeitverhältnisse, ein wesentlicher Rückgang der Abonnements gegenüber.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Infolge Bruches einer Wetchenzunge stürzte auf dem Bahnhof Vilbel ein Waggon oog dem dort rangierenden Frankfurt-Gießener Güterzuge um und sperrte das östtiche Geleise. Ter Zug konnte sofort zum Halten gebracht werden. Der Verkehr mußte einige Zest eingleisig bewerkstelligt werden. — In Scho tten feierte Frau Leuning Wittwe am 26. d. M. ihren 96. Geburtstag. — Dem Glasermeister Karl Dinges in Eich elfachsen war es vergönnt, am 25. Oktober gelegentlich seines 75. Geburtstages seine goldene Hochzeit zu feiern.
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Vermischtes.
Berlin, 30. Okt. Eine hiesige Korrespondenz will erfahren haben, daß am Montag in einer Gemeinde- schule ein ganzes Klassenzimmer mit Gas angefüllt gewesen fei. Lehrer und Schüler hatten be- wußtlos dagelegen. Nur dadurch, daß eine Lehrerin zufällig in diese Klasse kam, sei weiteres Unheil verhüte* worden.
* Dortmund, 30. Okt. Auf der Hörder Zweigbahn kollidierten infolge starken Nebels zwei Straßenbahnwagen. Zahlreiche Personen wurden verletzt.
* Petersburg, 30. Okt. Nach amtlichen Mitteilungen läßt die Cholera im Amurgebiet beständig nach, ebenso in Kwanttmg. Auch in Port Arthur und Korea nimmt die Epidemie ab. In Odessa hat sich am 21. ein pestverdächtiger Fall ereignet, welcher tätlich verlief.
* Brand. Wie berichtet wird, brannte die in Verdi e r s gelegene große Fabrik von Pelzer ab. — Nach einer weiteren Meldung ergriff das Feuer eine ganze Straße.
Kunst und Wissenschaft.
— (Eilte Unterredung mit Woicicch Koffak, dem aub Berlin ausgewanderten Historienmaler, hatte kürzlich em Lemberger Journalist. Kossak erklärte: Der Kaiser ist ein wahrer Kunstmacen, weil er eine künstlerische Natur ist und der Kunst als einem Zivllisationssaktor große Bedeutung beimißt. Tie Abneigung des Kaisers gegen die Sezession und den Modernismus sei in Abscheu übergegangen. Die Schuld daran trage Herr v. Tschudi, der Direktor der Berliner Nationalgalerie. Dieser sei ulttamodern. Anstatt den Kaiser durch die Ankäuse für die Nationalgalerie nach und nach für die neuere Richtung zu gewinnen, habe Tschndi mit einem Male gleich den Kaiser mit der ultramodernen Richtung bezaubern wollen und hätte dadurch das Gegenteil bewirkt.
Universitäts-Nachrichten.
Bouu, 30. Okt. Hier fand die Immatrikulation bei Prinzen Eitel Friedrich an der Universität statt. Rektor Professor Zitelmann hielt eine Ansprache, in der er u. A. sagte: Mit stolzer Freude heiße man ihn willkommen. Ter Prinz sei nicht hierher gekommen, um sich für den Gelehrtenberuf vorzuberelten, aber wir hoffen, so fuhr der Rektor fort, daß Sie an dieser L aue Verständnis und Achtung gewinnen für die stille wissenschaftliche Arbeit, die hier geleistet wird. Wir wünschen, daß Sie in Bonn, wo Sie mit den verschiedensten Berufsklassen zusammen kommen werden, auch d»e verschiedenen Bedürfnisse und Anforderungen des Lebens kennen lernen. Nach der Rede des Rektors zeichnete sich der. Prinz in das Universitäts-Album ein.
Man schreibt aus Heidelberg: Die Universität gibt ibn Verordnungen über das Frauenstudium neuerdings bekannt. Danach werden Frauen als ordeiUliche Studierende zur Immatrikulation unter denselben Bedingungen wie die männlichen Studenten zugelassen. Da keine einschränkende Bemerkung gemacht ilt, kann die Zulassung offenbar auch bei der junsn chen Fakultät erfolgen, die sich bisher den Frauen gegenüber durchaus ablehnend verhielt. Als sogenannte Hörerinnen lassen dagegen die theologische, philosophische und naturwisseuschafttich-mathematische Fakultät Tarnen mit hinreichender Vorbildung, doch ohne Reifezeugnis, und die medizinische Fakultät solche Frauen, die an einer deutschen oder gleichwertigen ausländischen Universität die medizinische Doktor- oder Arzt-Prüfung abgelegt haben, mit Genehmigung der einzelnen Dozenten zum Besuche der Vorlesungen inne> halb dieser Fakultäten zu. Die Erwerbung des philosophischen und naturwissenschaftlich-mathematischen Doktorgrades unterliegt benJeU den Bedingungen, wie sie die Promotionsordnung oorschreibt. ES wird jedoch unter allen Umständen ein vorauSgehendes Studium an der Universität Heidelberg verlangt. — Wie die Bad. LandeSztg. berichtet, ist das Corps.Franconia* inKarlsrube, das, roie man weiß, in dem blutigen Duell Ruf-Reiß eine Rolle spielte, vom. akademischen Senat der Technischen Hochschule für die Dauer bet Wintersemesters 1902/03 suspendiert worden. — Der Privat- dozent für römisches und deutsches bürgerliches Recht an der Un> versität Breslau, Genchtsassesior Tr. iur.F. Kleinadam, wurde als Extraordinarius sur dieselben Fächer als Nachfolger deS Pros. Tr. Paul Krückmann an die Universität Greifswald berufen. — Der o. Professor der Physik an der deutschen Technischen Hochschule in Prag, Tr. I. Pului, wurde zum o. Proseffor der Elektrotechnik, und der Privatdozent und Adjunkt der deutschen Technischen Hochschule in Brünn, Tr.J.Tuma, zum a. o. Professor der Physik an der deutschen Technischen Hochschule in Prag ernannt
An der Technischen Hochschule zu Berlin hat der Kontre- Admiral z. T. Oskar Boetcrs nach ordnungsmäßigem Pru- fungsoerfahren bei der Abteilung für Chemie und Hüttenkunde dir Würde eines Doktor-Ingenieurs erworben.
Kandel und UerKehr. Nolksuriilschast.
Berlin, 30. Lkt. In der gestrigen Aussichtsrats-Siyung der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft wurde beschlossen, für 1901 02 8 pCt. Dividende oorzujchlaaen gegen 12 pCt im Vorjahre.
Berlin, 30. Okt. In der gestrigen Aufsichtsratssitzung der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft wurde seitens des Vorstandes über das Ergebnis des Geschäftsjahres vom 1. Juli 1901 bis 30. 3uni 1902 berichtet. Nach Abzug der Handlungsunkosten stehen Mk. 5634 42 stm Vorjahre 9 738 668) zur Verfügung. Ter am 5. Dezember einzuberufenden ordentlichen Generalversammlung wird die Erteilung einer Dividende von 8 Prozent oorgeschlagen. Tie Abschreibungen sind nach der bisherigen Gepflogenheit bemessen. Tie Neuanschaffungen der FabrÄen sind wie üblich auS dem Betriebe gedeckt. Aus weitere Dotierung der Reserven konnte dagegen verzichtet werden, weil infolge des bekannten Beschlusses des Oberverwaltungsgerichtes bezw. Besteuerung des AgtoS aus den rückzahlbaren Beträgen sowie des freiwerdenden Steuerruck- stellungskontos annähernd 1,2 Millionen Mark dem ordentlichen Reservefonds zufließen. Tie liquiden Tüttel belaufen sich auf etwa 27 Millionen, von denen der größte Teil bei den Banken bar zur Verfügung, der Rest in jederzeit realisierbaren Effekten angelegt ist.
3n der Generalversammlung der Wiffener Bergwerke und Hütten wurde die Verteilung einer Dividende von 12 */, •/» beschlossen.
Tic Generalversammlung der Sächsischen Gußftahlfabrtt m Döhlen setzte die sofort zahlbare Dividende auf 5', ° 0 fciL
3n der Generalversammlung deS .echalker Gruben- und Hütteu-BereinS wurde die zu verteilende Dividende auf 80 /. festgesetzt.
Märkte.
§ Butzbach, 30. Lkt. Ter heutige Schweinemarkt war wieder stark beiayren, meist mit Ferkeln. Infolge des günstigen HerbstwelterS hatten sich auch ziemlich viel auswärtige Kauflustige


