Ausgabe 
31.10.1902 Erstes Blatt
 
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Freitag 31. Oktober 1003

ISS. Jahrgang

Erstes Blatt.

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Gießen, 28. Oktober 1902.

veterinäramt Gießen gehörenden Orte handelt, an Herrn KreiSveterinärarzt Schmidt in Gießen, und insoweit die zum Großh. KreiSveterinäramt Grünberg gehörenden Orte unseres Kreises in Frage kommen, an Herrn Kreisoeterinärarzt NeunHöffer in Grünberg umgehend einzusenden. Sollten die Führer der Herden nicht mit den erforderlichen Zeugnissen versehen sein, so ist die sofortige Einsperrung der Herde und ihre Bewachung insolange anzuordnen, bis die Seuchen­freiheit der Herde durch kreisveterinäramtliches Zeugnis nach­gewiesen ist. In allen derartigen Fällen ist uns alsbald Nachricht zu geben. Wird die Verseuchung festgestellt, so ist

dieser Arbeiten notwendig werden, muffen die neuen Eigen­tümer dulden. Ein hierdurch bedingter Ab- und Zugang von Gelände wird dem neuen Eigentümer nach dem Bonitäts­

wert vergütet bezw. zugeschrieben.

Friedberg, den 28. Oktober 1902.

Der Großherzoglichr Bereinigungskommiffar: S p a m e r, Kreisamtmann.

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hessischen Wahlmännerrvahleu.

Gießen, 31. Ott. 1902.

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Betr.: Die Maul- und Klauenseuche und die Schaf­räude.

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Kekanntmachung.

Betr.: Den Bläschenausschlag unter dem Rindvieh zu Großen-Linden.

Der in verschiedenen Gehöften der Gemarkung Großen- Linden unter dem Rindvieh aufgetretene Bläschenausschlag ist erloschen.

Die auf Grund des § 50 deS Reichsvlehseuchengesetzes *nb des § 117 der Reichsinstruktion angeordneten Maßregeln werden hiermit aufgehoben.

Gießen, den 29. Oktober 1902.

Grohherzogliu)ev bueisamt Gießen.

Dr. Breidert.

Bekanntmachung.

Betr.: Schießübungen.

In der Zeit vom 6. bis 8. und 10. bis 18. November beabsichtigt das 1 2. und 3. Bataillon deS Infanterie- Regiments Kaiser WUHelm Nr. 116, Schießübungen mit scharfen Patronen in dem Gelände zwischen ClimbachBeuern Alten - BuseckGroßen - Buseck abzuhatten und dasselbe zu diesem Zwecke mit Posten abzusperren.

Geschossen wird am 6. und 10. November von 8*/j Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags, an allen übrigen Tagen von 9 Uhr vormittags bis 8 Uhr nachmittags.

Die Schußrichtung läuft vom Alte Berg (nördlich Großen- Buseck) nach Norden gegen Höhe 305 (westlich Beuern).

Die Straßen Großen-BuseckAlten-BuseckDaubringen | MainzlarTreis a. d. L.ClimbachBeuernGroßen-Buseck sind ungefährdet.

Die in Betracht kommenden Großh. Bürgermeistereien wollen dies unter dem Anfügen in ihren Gemeinden orts­üblich bekannt machen lassen, daß vor dem Betreten der Schußlinie ausdrücklich gewarnt wird. Besonders wird darauf hingewiesen, daß an den betreffenden Tagen sich weder Holz- arbetter noch Holzsammler in den gefährdeten Waldungen aufhalten dürfen.

Gießen, den 29. Oktober 1902.

Großherzogliches kreisamt Gießen.

Dr. Breidert.

Schafen vor.

Gießen, 28. Oktober 1902.

icherzogiiu^-.' z^eisamt Großen- Dr. Breidert.

Bekanntmachung.

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Amtliche Nachrichten über Viehseuchen.

Die Rotlaufseuche in dem Gehöfte des Jakob Lauer tn Ockershausen, Kreis Marburg, ist erloschen, die Ge­höftsperre ist aufgehoben.

Die Rotlaufseuche zu Bott en darf, KrerS Frankenberg, ist erloschen. m .

Im Gehöfte des Landwirtes Georg Schreferstern zu Elnhausen, Kreis Marburg, ist ein Schwem an Fleck- rotlauf erkrankt. Gehöftsperre ist angeordnet.

Unsere nachstehende Bekanntmachung vom 10. Mai 1899 dringen wir hiermit wiederholt in Erinnerung.

Für den Fall der Zuwiderhandlung behalten wir uns Vie Sperrung des ganzen Kreises gegen den Durchtrieb von

In Grünberg wird man wohl den Antisemiten Hir - Grundstücken auch fernerhin vorgenommen weroen. Ijchel wühlen, im Wahlkreise Pfeddersheim dürste

inLampertsherm wurden nur nationalliberale Wahlmänner gewählt. Diese sind wohl alle Gegner der Wahlreform und Freunde des Schutzzollsystems. axx» Zentrum, das in depr den Sozialdemv krvte^ wieder zugefaftencu Mainz immerhin ein StimmenplnS von etwa 100 Stimmen erhiett, siegte in Bingen,^ Ingelheim und W a l d m i ch e l b ach, hat also den, letzteren bisher nationalliberalen Besitz erobert. ES stellt im ganzen auch bei uns zu Lande eine ziemlich bunte Gesell­schaft dar, da es alle möglichen Elemente, von den äußer­sten Reaktionären (Pennrich-Bingen) bis zu den ausgepräg-s ! testen Radikalen enthält, wenn man die wirtschaftlichem Tinge in den Kreis der Erörterung zieht. Ter neud Herr aus Waldmichelbach, Pfarrer Blum von Oderabd steinach, soll ja recht refvrmfreundlich sein.

Tie Niederlage der r echtsstehenden Nativ» !nalliberalen ist feststehend, und die Bedeutung dieser

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monaluch75Ps^ viertel« jährlich Wit. 2L0. durch Abhole» u. Klvetgstell« monallicf) 6o Pf.; durch die Post Mk.S. viert* fährt. au6|d)L vestellg. Snnahme von angetgee für die lagrtnummet bis vormittags 10 Uhr, ReUenpret»; lokal!» Pf, auSiväriS 20 Pfg.

Verantwortlich»

für den polit u. aUgeiM» teil; P. Witiko:, .Stadl und ßanb' uni .GenchtSfaal': Carl Plato. für den An- zetgenleil: HanSVeck.

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Wrlchelrrt täglich außen Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Kefflschen Landwirt die Gießener Familien« Hättet viermal in der

Woche beigelegt.

DlotatwnSdruck u. Ver­lag bet Brüh i'schen tlnivers.-Buch- u. ©teilt- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei:

Gchulstraße 7.

Adresse füt Deveschenr Anzeiger Gießen.

£trnfprrd)an1d)lu6 Nr 51.

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger v

Amtt- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Für die hessische Bevölkerung hat es seit langen Jahren keine so wichtigen Wahlen gegeben wie die diesjährigen, die mit den Wahlmännerwahlen am 29. d. M. ihren Anfang genommen haben. In der kommenden Landtagsperiode wwd die Wahlreform, die im letzten Jahrzehnt bereits wieder- --------

holt auf der Tagesordnung stand, hoffentlich ihre endliche Niederlage zu beschönigen wäre Thorhett. Sie haben vor- Erlediauna sinden, und da es nun von der Beschaffenheit des erst auch keine Aussicht, wieder die Mehrheit in der BollS- neuen Landtags abhängt, wie die Wahlreform ausfällt, so Vertretung zu gewinnen, wenn sie sich nicht aus den Bchser- märe es fehr begreiflich, wenn die gegenwärttgen WahlenImamtschen Grundsatz einigen: ,Mer das allgemerneWahl- wäre es styr oegreqncg, 9 vecbt anficht, tritt außerhalb der nationalliberalen Partei",

überall m Hessen besonderes Interesse erregten. . H^en sie nach wie vor starr an dem alten Wahlrecht füst-

Aber eS liegt im Allgemeinen nicht >m^°^"er S wußten schon g-mz unvorhergesehene Ereignisse |üz Hessen, sich übermäßig aufzuregen und m den lebten 4.0960 ^iege führen, die die politischen Verhältnisse um- I und Stunden vor dem Termine der Wahlmännerwahlen rote ge|taIten Vorläufig scheinen sie nicht aufhöran zu wollen/ an diesem selber herrschte fast im ganzen Lande eine erstaun- ^^hrwasser der Ersten Kammer zu schwimmen und nichts liche Stille. Kaum in einzelnen wenigen Kreisen ist es zwischen Filiale zu sein. Einer liberalenSammt

den konkurrierenden Patteien zu schärferen Auseinandersetzungen ^ng" aber wird sich gewiß von den neuen Land- aekornrnen Auch die Städte, die diesmal allesamt ihre Man-nrännern auch der Oberförster Weber aus dem Kre^e

Wählerversammlung stattgefunden undu§ b.er^rabe^, V?/" Jahren aufs beste die Stadt Gießen.

stadt selber, aus Darmstadt kamen äußerst spärliche Berichte Möglicherweise erhalten die Wahlreforrnfteundlichen jetzt von der dortigen Wahlagitation. Ja von der o bs legenoeni ^hrhett, und so stünde denn die allgemeine Stimm»

Partei, uon der Freisinnigen, hörte man dort kam et-f ' Anhänger wenigstens in der Zweiten

was. Unter der Hand aber muß dort die Partei doch le9l Uamnicr ^nstia. Aber es bleibt doch immerhin noch wahr­fleißig gearbeitet haben, obwohl dort das UEgessichere na w- daß sich eine Mehrheit zusammenfindet, die daS

nalliberale Wort von derDurchfalls-Kandidatur .der Fr - ^^cht, auch wenn eS ein allgemeines ist, durch ver- sinnigen" noch in letzter Stunde siel. Es wurden tnDarm- .,^ene Einschränkungen ergänzt. Ein Teil der Wähler- stadt abgegeben: für die Kandidaten der nationalliberalen (£infü^rung be§ allgemeinen Wahlrechtes für

Partei Morneweg und Buff 1823, für die Kandidaten her bedenkliches Experiment, da er den Terrorismus der So- vereinigten fteisinnig-sozialdemokratlschen Partei langen-' j^mokratle fürchtet. Es ist aber doch bei fleißiger Be­dach und ng 1829 Stimmen. Letzgenannte haben damit ? der bürgerlichen Wählerschaft wenig wahrscheinlich,

einen knappen Sieg errungen. Pitursache daran ist die Stimm- ^,^^die Einführung des allgemeinen Stimmrechtes dazu bei- enthaltung der Zentrumspartei. MJtraqen roirb, eine sozialdemokratische Landtagsftaktion von

Sfi ba5 3ntei:en-e an ber W Stärke zu schaffen.

Deutung der bevorstehenden -ü>ah.^^^swegs zu^ In Offenbach Stadt und Land haben dte National fragen ist die^ Teil- liberalen und das Zentrum gemeinsame Sache gemacht, m ; ^r ^lvöllnuug sogar bedeutet tm Wachsen be- beiden Kreisen aber haben die Sozialdemokraten den Sieg a^iien- aber geändert zu haben scheint sich die Anschauung daoongetragen, Ulrich und Orb werden in den Landtag vieler Wähler über die Wahlagitation. Die Selbständigketl hineinspazieren. In diesen beiden Kreisen allem ist hart- der einzelnen ist gewachsen, sie stellen bestimmte Forde-1 gekämpft worden. Doch die bürgerlichen Parteien rungen an den Mann, den fie. batten in der Stadt keine besonders günstige Kandidatur auf-

!zu sehen wünschen, und so wird auch den f ch gestellt. Ihr Kandidat Feistmann, Angehöriger der frei- ^°n ny)er9t Meje 1-nn.gen Bereinigung, Großmdustrieeller xmb M.llivnär, hat

Betr- Wie oben. , SXSSeä wohl in gewisser Hinsicht m Offenbach so gut roie ferne persönlichen Anhänger, und

2 IC ©icfictl Säen weil daraus zu ersehen ist, daß man auf es mochte manchem bürgerlichen Wähler, manchem

HIv bem Weae ist um großer Tinge willen über Kleinigkeiten hin- Antisemiten und lllerikalen als allzu schwer erschemen, sur

an die Ortspolizerveyorde * meaaufeben.' Aber auch diese Selbständigkeit bedarf einer einen freisinnigen Israeliten einzutreten, von dem zudem

Unter Beruanahme auf die vorstehende Bekanntmachung und diese wird durch eingehender Meinungsaus- linksstehende gut Bürgerliche wußte, daß er den

weisen wir Sie an, den wandernden Schafherden Ihre gefördert, der.nur.in. arößeren ofleutlichenl Zolltarif der Reichsregierung als nicht zr. weitgehend

besondere Ausm-rksamk-it zuzuwenden. Dl- m obiger Bi- Wühler ° - rsammlung c" S°h-N d-irachi-t. Ulrich unbDrb dagegen gemeßen in ihren Kreisen

»ÄSn Z-Ugmff-, sowie d.e in Gl-ßen eene , ^h° ^^rnsen ° war da» Ah^.h^n die größte Papulantät.

Benachrichtigimgen von dem E^-si-n wandernder Schas- 2^t°^r.ss-^d-r^rg^erUch-n gm 13. Bezirk der Proomz Starkenburg unterlagen «

Herden sind, insoweit eS sich um die zum o J 1

ein knappes Drittel gemütlich zur Wahlurne gebum­melt, fonbern von ben zwei Dritteln, bte gleichgültrgder Muttern" blieben und Die zweifellos zum größeren Teile ben bürgerlich gesinnten Kreisen angehören, wäre em gut Teil sich seiner Ehrenpflicht als Staatsbürger bewußt ge­worden. Tas aber hätte verhindert, baß die fleißigen zialbemokraten, bie natürlich so viel Mann als rraerü> möglich zur Wahlurne zitierten, ba sie einmal einen Kmr- bidaten von Ruf unb Ansehen, von erprobter Tüchtigkeit als Redner unb als Mitglied bes Gießener Gemeinberats, nd); erwählt hatten, ob ihrer burch bie Teilnahmlosigkett ber' bürgerlichen Parteien leichtlich erlangten verhällnismahig jtacgacgi zu geoen. 6oß»n Qafit sich nun mutig und hofsiiungsfroh eins inS-

den Anordnungen des Großh. Kreisoetermärarztes pünkttich lachen.

zu entsprechen. I Auch injaft allen anderen Wahlkreisen war bie Wahl-

Dr. Breidert.___________________ beteiligung ganz außerordentlich gering. Wir haben txm-

---------- ~ ~ 7 J ~ über gestern bereite einiges mit geteilt. In Worms z. B.

Lekanntmamung. wählten kaum 25 M., tn Mainz dagegen annähernd 50 M.

,ö , m Schuld daran trägt ja gewiß nicht zum kleinen Teile auch

Betr.: Feldberemigung m der Gemarkung Daubnngen. rüc$|tänbige ^te^Wahlmodns, ber bie Wahl so anßer-

Montag, den 17. November l. Js. findet die oxh^ntlich umständlich macht.

Ueberweisung der neuen Grundstücke und die Versteigerung der ^as Ergebnis der Wahlmännerwahlen un Lande ist i Massearundstücke vom II. Felde der Gemarkung Daubringen jetzt iso ziemlich ganz überschbar, und wir wissen setzst " y".,«... »w -

Großh. Bürg-rm-ist-rei zu Daubringen^ woselbst, auch die T ar^mstad t undg^^(-amm^ou^ VerstetgerungSbedmgungen bekannt gegeben roerben. ®nb ba mal} fa «uch mit der Ersten Summer zu rechnen.

Die Ueberweisung erfolgt vorbehaltlich der un Heber» t jpriebt ein solcher Gewinn aber doch wohl kerne weisungStermin bekannt zu gebenden weiteren Bedingungen wesentliche Rolle. Die Mehrzabl der Abgeordneten der unter folgenden: Zweiten Kammer geht aus ländlichen Wahlkreisen hervor.

1. Meliorationsarbeiten können auf den überwiesenen -- - - -

Grundstücken auch fernerhin vorgenommen werden. 1

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Betr.: Wie oben. _ , . . .

Nachdem die Einschleppung der Dchaftaude

Maul- und Klauenseuche m den Kreis durch wandernde Schaf­herden festgestellt worden ist, ordnen rotr hiermit gemäß § 8 b-s Ausschr-ib-ns Großh. Ministeriums b-s Innern vom 3 ctu(i 1897 an, baß roanbembe Schafherden im Steife Gießen nur bie SreiSstraßen benutzen bürjen unb der Führer derselben mit dem Zeugnis eines beamteten

Sehen sein muß, in weichem das Freisein der Herde von Maul, und Klauenseuche bescheinigt ist. Em solches Zeugnis ist hrei Taae lang gütig und muß dem Polizeiaustichts. personal, ^7 allen'Füllen aber unaufgefordert der O£. voi zeibehörde desjenigen Ortes vorgezeigt werden, m deffen ©emartung die Herde zum Aufenthalt emgesuhrt w.td^ Zu. Widerhandlungen unterliegen der Strafbestimmung in § 66, 4 des Retchsgesetzes vorn 23. Ium löäu.

Gießen, den 10. Mai 1899.

Großherzogttiyes Kreisamt Großen.

v. Bechtold.