Ausgabe 
31.1.1902 Zweites Blatt
 
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-tnt Kriegsteilnehmer vom 1. Januar 1902 ab, und idie Vorlagen betreffend die Entwürfe von zwei Bekannt- imachunaen zu denr Gesetz über die Schlachtvieh- und Fleischbeschau vom 3. Juni 1900 und betreffend den Entwurf von Bestimmungen über die Beschäftigung von Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern in Glashütten, Glasschleifereien und Beizereien sowie in Sandblasereien den zuständigen Ausschüssen überwiesen.

Die Budgetkommission des Reichstages be­schäftigte sich heute zunächst mit den in Managua in Zentral-Amerika und an drei verschiedenen Punkten in China neu zu errichtenden Konsulaten, die nach kurzer Beratung bewilligt wurden- Den größten Raum in der Debatte nahm die eifrige Erörterung über die Forderung von 30 000 M ark alsZuschuß zu einer von der deutschen Kolonial-Gesellschaft in Verbindung mit anderen Privatgesellschaften zu errichtenden Aus kunfts stelle für 'deutsche Auswanderer in Anspruch. Staats­sekretär Frhr. v. Richthofen erklärte, es handle sich doch hier um die Ausführung eines vom Reichstage selbst gefaßten Beschlusses, nämlich darum, eine unter Aussicht des Reiches stehende und von diesem zu unterstützende Auskunstsstelle zum Zwecke einer objektiven Unterricht­ung der Auswanderungslustigen zu schaffen. Die wichtigste Aufgabe der Auskunftsstelle würde die sein, den Aus­wanderungslustigen möglichst richtige Kenntnis der frem­den Länder und der Reisewege zu vermitteln. Bewähre sich das Unternehmen wider Erwarten nicht, so habe der Reichstag es in der Hand, später den Posten bei den dau­ernden Ausgaben wieder abzusetzen. In der Diskussion wurde namentlich von den Abgg. Müller-Fulda und Bebel heftige Angriffe gegen die Kolonial- Gesellschaft gerichtet, die als Trägerin des neuen Unternehmens ungeeignet sei, weil sie sich bisher wenig in der Fürsorge für die deutschen Auswanderer bethätigt habe. Die Debatte konnte heute nicht zu Ende geführt werden, vielmehr wurde die Weiterberatung dieses Gegen­standes auf morgen vertagt.

Das preuß. Abgeordnetenhaus setzte heute die Beratung des Landwirtschaftsetats fort. Abg. Mooren (Ztr.) tritt für den Schutz des Bauern­standes ein und schließt, seien wir dessen bewußt, daß der eiserne Pflug des Bauern desselben Schutzes bedarf, wie die goldene Eouponschere. (Anhaltender Beifall.) Abg. v. Mendel-Stein fels (kons.) tritt ebenfalls für den ..Schutz des Bauernstandes ein und erklärt sich im Namen der Partei gegen die Aushebung der Zpckcr- IPrämien- Der Titel Ministergehalt wird bewilligt.

Ter Straßenverkauf der letzten Nummer des Sim - plizissimus ist heute polizeilich verboten worden.

München, 29. Jan. In den oberen Gesellschafts­reisen wird erzählt, daß Herzog Siegfried mit der Absicht umgehe, eine Bürgerliche zu heiraten. Der Herzog ist von mütterlicher Seite sehr reich und in­folgedessen unabhängig. Blättermeldungen zufolge handelt es "sich um eine junge Künstlerin.

Ausland.

Rom, 30. Jan. Der Peterspfennig hat im ver- gan-genen Jahre 1840 800 Mk.eingebracht. Davon leistete den Hauptbeitrag Italien mit 248 800 Mk., Oesterreich- Ungarn spendete 212 000 Mk., die Vereinigten Staaten 199 200 ML., Deutschland 17640 0 Mk., Spanien 161600 Mk., England 155 200 Mk., Belgien 154 400 Mk., aus anderen Staaten liefen zusammen 534 000 Mk. ein. Frankreich lieferte nur einen unbedeutenden Beitrag. Die Einnahme des vergangenen Jahres ist die niedrigste (feit 1870.

Calcutta, 30. Jan. Auf das Telegramm des (Bicekönigs, in dem dieser den deutschen Kaiser zum Geburtstage beglückwünschte, auf den hochherzigen Beitrag des Kaisers für den Fonds zur Lin­derung der Hungersnot in Indien hinwies und dem Vergnügen Ausdruck gab, das ihm, dem Vicekönige, der Verkehr mit den deutschen Offizieren beim Frühstück in Calcutta bereitete, dankte der Kaiser für das Telegramm, Mr das Gedenken des Geburtstages und für den den Offi­zieren des SchiffesThetis" bereiteten freundschaftlichen Empfang.

Vom Burenkrieg.

Tie am 30. d. M. veröffentlichten englischen Ver­lustlisten melden: Bei Abrahamskraal in der Mhe von Äofsyfontein sind am 28. Januar vom Sussex-Regiment Ober st Dumoulin und acht Mann gefallen und lieben Mann verwundet. So erhält man ganz nebenher die Kunde von einem sehr bedenklichen Verluste der Eng­länder, ohne ldiaß auch nur eine Zeile von den näheren Umständen einer Schlappe erzählt.

Dr. L e y d s hat sich in Brüssel einem Journalisten gegenüber wie folgt geäußert: Die Buren haben von der holländischen Regierung nie verlangt, daß sie die Friedensvermittelung übernehmen möge, werden aber nie aufhören, die holländische Regierung wie alle anderen Regierungen zu b j t t e n, einen Weg für die Inter­vention ausfindig zu machen, um die Greuel des Krieges zu beenden. Wenn Holland diese Initiative ergriffen hat, so hat es Anspruch auf unsere Dankbarkeit. Wir haben stets betont, daß wir das Ende dieses Krieges herbeisehnen, der uns aufgezwungen wurde.

Der in England naturalisierte Deutsche George Paul Ernest teilt jetzt in englischen Blättern mit, ihm seivon einer gewissen wichtigen und einflußreichen Stelle" aus eröffnet worden, die von ihm vorgeschlagene Versammlung der Deutschen würde im gegenwär­tigen Augenblicke vompolitischen Standpunkte aus sich als sehr ungelegen erweisen und es würde darum besser sein, sie wenigstens jetzt zu verschieben. Ernest fügt hinzu, er gebe nun die Versammlung mit größtem Zögern und Bedauern auf. Der winzige .Herr Ernest, der nicht ernst zu nehmen ist, hatte bekanntlich, wie wir vor kurzem mitteilten, die Absicht, gegen die deutsche Zeitungs- Kritik des englischen Gebahrens auf dem Kriegsschauplätze voll sittlicher Entrüstung zu protestieren. Man hat den Mann jetzt zu der besseren Einsicht gebrachst, daß er diese Dummheit lieber unterließe, und Herr Ernest, der sich mit jener Versammlung wohl in maßgebenden englischen Kreisen lieb Kind machen wollte, hat in stolzem Mannesmute sofort nach der: Pfeife derwichtigen und einflußreichen Stelle", die wohl im englischen Ministerium unter der Familie der Balfour zu suchen ist, getanzt. Es ist bedauerlich, daß sich unter Germanins Söhnen immer noch solche befinden, denen im Auslande die Pietät gegenüber dem Vaterlande aus dem Magen in die Hosen rutscht.

General" Vilonel", der cs, einem Reuterschen .Bericht zufolge, auf .sich genommen hat, ein Korps von

1500 Bürgern zu werben, und damit die Engländer gegen seine Landsleute zu unterstützen, trägt den von den Engländern natürlich gierig aufgegriffenen TitelGe­neral" nur in der Zusammensetzung mit Wetsagent (Winkel­advokat). Vilonel war vor dem Ausbruch des Krieges als General-Wetsagent" im Freistaate ansässig, und als solcher asisoziiert mit einem gewissen Kitchener. Welche Ironie des Schicksals! Seine Firma war Vilonel & Kitchener. Der Name seines neuen Gesellschafters über­hebt ihn also der Mühe, diese zu ändern. Zu Beginn des Krieges hat er auch in der einen oder anderen Eigen­schaft die Waffen getragen. Ein verantwortungsvoller Posten wurde ihm jedoch nie anvertraut. Wohl aber wurde er wegen Verrats zu Zwangsarbeit verurteilt, und in Minburg eingesperrt. Als die Engländer den Ort ein­nahmen, wurde er von ihnen in Freiheit gesetzt. Er war also bei der Uebergabe Winburgs Sträfling.

Wie Viljoen gefangen wurde, wird demStan­dard" aus Pretoria berichtet:General Viljoen war von Pilgrimsrest nach Steenkampsberg geritten, um Schalk Burgher und Kommandant Müller zu sehen. Er war begleitet von Adjutant Besser und zwei Meldereitern. Nach dem Besuch bei Müller besuchte er Schalk Burgher. Sams­tag abend ritt er über Pilgrimsrest nach Krügerspost zu­rück. Am selben Abend rückte Major Orr mit einem Teil der Royal Irish von Lydenburg nach Steenkampsberg. Ein Marsch von neun Meilen brachte sie zu einem Saum­pfad, den General Viljoen passieren mußte. Dort legten sich die Leute in Hinterhalt- Als die Buren nahe heran- kamen, wurde ihnen zugerufen, sich zu ergeben, und gleich­zeitig schossen (!) einige unserer Leute und töteten die Meldereiter. Das Pferd des Generals fiel zweimal ge­troffen, und ein Schuß ging durch Viljoens Rock. Adjutant; Besser war unverletzt. Beide ergaben sich sofort."

Aus Stadt und Sand.

(Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe:Gieß. Anz." gestattet).

Gießen, 31. Januar 1902.

** Hessische Lande?lotterie. Bei der heute stattgehabten Ziehung der 6. Klasse der Hess. Landeslotterie fiel ein Haupt- Gewinn von 10 000 Mk. auf Nr. 19950 (nach Offenbach), Gewinne von 3000 Mk. auf Nr. 5218 11384 12275 21855 23375 30226 32586 32700 35541 40539 42204, Gewinne von 2000 Mk. auf Nr. 1379 2072 7459 12093 16947 17431 18350 21877 24794 25017 26183 31337 36519

37793 39947 41740 42375, Gewinne von 1000 Wik. auf

Nr. 654 2706 4342 4560 4820 5369 8386 11533 14132 17414 17680 23568 23829 23973 24971 27759 27977

28347 28550 30371 36845 37021 40098 40255 40551

43249, Gewinne von 500 Mk. auf Nr. 632 1076 2552 3802 4815 6094 7572 7732 8146 8248 8571 8833 9312 9913 10032 10035 11820 14086 14695 15343 16014 18089 19044 21323 21719 23635 24390 24493 25054 25336 25971 27919 30136 30666 32301 33321 35531 36614 36625 36632 37613 39810 41459 43808 44613. (Ohne Gewähr.)

* Verhüteter Eiscnbahnunfall. Gestern früh hätte sich auf der Strecke GießenGelnhausen leicht ein Eisenbahnunfall ereignen können, der durch die Wachsamkeit des Strecken­wärters glücklicherweise verhütet werde. Dieser fand beim Abschreiten der Geleise in der Nähe des Riegelpfades zwei schwere Schwellen, die quer über dem Geleise lagen. Die Gendarmerie nahm an Ort und Stelle den Thatbestand auf. Hoffentlich gelingt es, den ober die Thäter dieses neuen Bubenstreichs zu ermitteln und der verdienten Strafe zuzuführen.

** Turnverein Gießen. Der Vergnügungs-Ausschuß hat, wie wir vernehmen, zu dem morgen abend stattfindenden Maskenball ein Arrangement getroffen, das gewiß die vollste Anerkennung jeden Besuchers finden wird. Ist es doch mög­lich geworden, einige recht interessante, hier noch nicht ge­sehene Gruppen, bestehend aus Turnern und Turnschwestern, zusammenzustellen! So dürfte jedem Besucher Gelegenheit gegeben sein, sich an den ächt karnevalistischen Scherzen zu ergötzen und dadurch ebenfalls zu einem günstigen Verlauf des Balles beizutragen. Es sei übrigens noch darauf auf­merksam gemacht, daß der Eintritt zu dem Maskenball nur Mitgliedern gestattet ist und für solche Eintrittskarten in den bekannten Vorverkaufsstellen zu haben sind.

** In demNeuen Hess. Volksbl." lesen wir wörtlich:

Ihre Könial. Hoheü die Großherzogin Viktoria Melitta hat einen sie sehr schmerzenden Verlust erlitten. Man wird sich hier noch des schonen schottischen Schäferhundes erinnern, welcher die hohe Frau auf ihren Spaziergängen zu begleiten pflegte. Dieses treue Tier, welches die hohe Frau sehr liebte, ist, wie uns aus Nizza mitgeteilt wird, von der Straßenbahn überfahren und ge­tötet worden.

id Lollar, 29. Jan. Der Veteranen- und Krieg-er­vereinLudwig zur Treue" feierte am 27. Januar den Geburtstag des Kaisers Wilhelm II durch Konzert und theatralische Aufführungen. Kamerad Schmidt sprach über die Bedeutung dieses hohen Festtages und M)ob ganz beson­ders die Tapferkeit der deutschen Truppen in China hervor, er legte sodann den Kameraden ans Herz, auch in Zukunft treu zu stehen zu Kaiser und Reich und schloß mit einem Hoch auf Kaiser Wilhelm II. Es folgte sodann eine zweite Ansprache, die mit einem Hoch auf den Großherzog Ernst Ludwig endete. Im Anschluß hieran wurden die traurigen Schicksale der Burenfrauen und Kinder in den Konzentrations­lagern geschildert, wobei den Kameraden recht warm ans Herz gelegt würbe, burch eine kleine Unterstützung ihre Not zu linbern. Es würben 22,45 Mk. gesammelt. Hierzu kommt noch ein Zuschuß ber Vereinskasse von M. 7,55, so- baß die Gesammtsumme Mk. 30, beträgt. Die Theater­aufführungen sowie die Musikvorträgc wurden meisterhaft ausgeführt und ernteten ungeteilten Beifall. Die schönen, vergnügten Stunden werden den Teilnehmern gewiß noch lange in der Erinnerung bleiben.

L Darmstadt, 30. Jan. Nach dem in der heutigen Stadtverordneten-Versanrmlung vorgetragenen Ver­waltungsbericht für 1900/1901 betragen die Einnahmen M. 4 293 310, die Ausgaben M. 3 546 677. Nach den ferner verbrauchten Ueberschüssen bleibt noch ein verfügbarer Betrag von 248 391 gegen M. 379 096 im Vorjahre. Das Ge- sammtvermögen beträgt M. 27 450 940, die Schulden M. 18134 604. Der Vermögensüberschuß beläuft sich sonach auf M. 9 316 376. Nach Mitteilung des Berichterstatters steht die Erhöhung der Gemeindesteuer in Aussicht,

wenn nicht größte Sparsamkeit und Vorsicht bei allen Aus­gaben obwaltet. Dabei stellte sich heute schon heraus, daß für eine zweite höhere Mädchenschule, weitere Mädchen-, Mittel- und Volksschulen demnächst größere Forderungen geltend gemacht werden. Der Oberbürgermeister erklärte ferner auf eine Anfrage betr. Regelung des Polizeiwesens, daß die von der Regierung der Kammer gestern vorgelegte Neuregelung keineswegs für unsere Stadt ausreiche, da der unter den vorliegenden Umständen der Stadt gutkommende Betrag von 10%, also ca. M. 20 000 ein Trinkgeld sei, das den Verhästnissen nicht entspreche. Eine hiesige größere Lotterie-Gesellschaft, die in der Landeslotterie schon einmal M. 25 000 gewonnen hatte, hat jetzt mit ihrem Kassen- Direktor unangenehme Erfahrungen gemacht. Eine größere Sparkasseneinlage hat dieser bis aufEine Mark" ab­gehoben und anscheinend für sich verbraucht. Nach seiner Erklärung im vorigen Jahre hatten die Mitglieder, etwa 200 an der Zahl, keinen Beitrag zu leisten, da der Betrag für den Ankauf der neuen Loose aus den bisherigen Ueberschüssen gedeckt werden konnte. Da im Uebrigen eine Detail- Abrechnung nicht erfolgte und der Direktor Ende v. I. seiner Tochter eine Aussteuer von ca. M. 3000 gegeben haben sollte, stellten einige mißtrauisch gewordene Mitglieder bei dem Haupt- Kollekteur, von dem seither die Loose bezogen wurden, den Antrag, etwaige Gewinne nur dem Gesammtvorstand aus­zubezahlen, machten aber sehr lange Gesichter, als ihnen er­klärt wurde, die Loose der letzten Lotterie seien über­haupt nicht bezahlt. Die Sache wird für den Kassierer ein unangenehmes Nachspiel haben.

b. Mainz, 30. Jan. Heute morgen waren schon von 106 Bewerbern Anfragen und Angebote auf die am Schluß der Theatersaison 1902/03 frei werdende Stelle des Direktors unseres Stadttheaters eingelaufen. Unter den Bewerbern befindet sich auch der Oberregisseur des königlichen Schauspielhauses in Berlin, Max Grube.

fc. Frankfurt a. M., 30. Jan. Hier lief Jahre lang ein Schnorrer herum, der in die Liste des Standesamts schon längst als gestorben eingetragen war. Vor einiger Zeit wurde mitgeteilt, daß im Krankenhause hier ein Toter 67 Tage lang liegen geblieben fei- An diese beiden Fälle erinnert ein neuerliches Vorkommnis- Am Donnerstag der vorigen Woche morgens gegen 8 Uhr verunglückte auf der elektrischen Straßenbahn der Weiß­binder Diehl und starb Freitag morgen um 8 Uhr im städtischen Krankenhause. Erst Freitag mittag wurde den Angehörigen, die den Verunglückten inzwischen vergeb­lich gesucht hatten, Mitteilung gemacht- Sie ließen die Leiche in die Leichenhalle des Friedhofs schaffen und wurden von der Friedhofskommission auf Montag vor­mittag zwischen 10 und 12 Uhr zur Entgegennahme der Bestimmungen über die Bestattung bestellt- Wer beschreibt den Schmerz der Familie, als man ihr am Montag auf der Friedhofskommission erklärte, der Vater sei bereits um 1/210 Uhr ohne Geistlichen beerdigt worden! Die Fried­hofskommission sah ein, daß sie einen Fehler begangen habe, und ließ die Leiche wieder ausgraben. Am Mittwoch vormittag erfolgte dann die ordnungsmäßige Bestattung unter Begleitung eines Pfarrers.

Hanau, 30. Jan. Auf Veranlassung des Hanauer Ge­schichtsoereins finden in der Gemarkung Eichen Aus­grabungen statt, die den besten Fortgang nehmen. Die Fundstelle wirb von Tag zu Tag interessanter. Weiter ist ein großer Heizraum, mit großen Platten bebeckt, freigelegt worben. Auch würbe ein Ausgang von nennenswerten Dimensionen freigelegt, ber sich jedenfalls nach einem anberen Gebäude hinzieht. Es wirb vermutet, baß minbestens noch 45 Gebäude vorhanden sind und die vormalige Ansiedelung sonach eine recht große gewesen sein wirb.

** Kleine Mitteilungen aus Heffen und den Nachbarstaaten. In Herbstein starb plötzlich an einem Schlaganfall im Alter von 70 Jahren der Bürgermeister Christian Narz.

Vermischtes.

* Hamburg, 30. Jan. Heute früh brach in der Oel- küchenmühle von Carl Rambke eine Feuersbrunst aus, welche an der Fabrik und dem sechsstöckigen Lagergebäude großen Schaden anrichtete. Das Feuer wurde auf das Ge­bäude beschränkt und mittags von der Feuerwehr bewältigt. Menschen sind nicht umgekommen.

Petersburg, 30. Jan. Wegen des in Batum vor­gekommenen pestverdächtigen Todesfalles müssen sich alle aus Batum auslaufenden Schiffe vor der Abfahrt und nach der Ankunft in den Häfen des Schwarzen Meeres fanu tären Maßnahmen unterziehen. Alle Personen, die Batum per Bahn verlassen, sollen ärztlicher Beaufsichtigung unter­stehen.

* Hochwasser. Der Rhein und die Nebenflüffesteigen beträchtlich. Der Pegelstand in Köln zeigte am 30. Januar 2,93 Meter. Das Wasser ist um 50 Zentimeter gestiegen. Die Mosel ist bei Trier um 1,67 Meter gestiegen. Vom Oberrhein wirb weiteres Steigen gemelbet. Auch im Main würben gestern vormittag sämmtliche Wehre aufgerichtet. Von Mannheim wirb gemelbet, daß ber Neckar von 2,65 Meter auf 3,47 Meter gestiegen sei unb baß weiteres Steigen in Aussicht stehe. Lahn unb Wieseck zeigen bei uns vor­läufig noch keinen erheblich höheren Wasserstanb, was haupt­sächlich wohl barauf zurückzuführen ist, baß unsere Gegenb bis jetzt von größeren Niederschlägen verschont geblieben ist.

* Dem Domänenpächter Falken Hagen, der sich bekanntlich im Untersuchungsgefängnis zu Hannover in Hast befindet, ist nunmehr die Anklage zugestellt worben. Rechts­anwalt Stehmann-Hannover hat bie Verteibigung übernommen. In Springe beabsichtigt man an der Stelle im Saupark, wo der Landrat v. Bennigsen den tödtlichen Schuß bei dem Duell erhielt, einen Denkstein zu errichten.

Lawine im Schwarzwald. Auf dem Feldberg hat eine Lawine, wie erst jetzt bekannt wirb, am letzten Sonntag brei Schnceschuhläufer verschüttett Der Einjährig-Freiwillige, Arzt Dr. Schoeller aus Kattowitz, der beim 114. Infanterie­regiment sein 2. Halbjahr abdient, war dabei und wird seit­dem vermißt. Man nimmt an, daß alle drei umgekommen ind.

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Göttingeu, 29. Jan. Wegen WerauSf 0 rderuna xum '2 ro> a PJ auf Pistolen hatte sich der Beraakademiker pans Jo decke au5 Clausthal vor der hiesigen Strästanrmcr zu