Ausgabe 
29.9.1902 Erstes Blatt
 
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Nr. »88 Erstes Blatt.

ISS. Jahrgang

Montag 39. September 1902

täglich

<Uife*t Dann lag». Dem Gießener Anzeiger »erden im Wechsel mit dem Kesflschen Landwirt die eitfitner Zamilien. Hattet viermal In der Woche deigelegt.

slototionSdruck tu ver­jag der vrüh lachen Untottf.-ißucf)- u.Btetn- druckeret (Putsch Lrtxn) Rtboftton. LrpebMo« und Druckerei r

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Aernsprechanschluß Nr. öl.

SietzenerAnzeiger

General-Anzeiger v

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

vezugdyrei», monaliich7b Ds^ viertel- jädrlich Mk. 5.20; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 6o Ps.; durch die Post Mk. 2. Dtertel» jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für bie TageSnumrner biS vormitlagS 10 Uhr. ZeilenprerS: lokal ISPj^ auSwärlS 20 Plg.

VerantworlUchr ttt den poltL xu allgem. keil: P. Wittko: füi .Stadt und Land' und .DerichtSiaal": 6 Oll Plato; für den An­zeigenteil: HanS Deck.

S

KeKanntmachung.

Betr.: yeldberrmiguag In der Gemarkung Gießen, rechts der Lahn; hier die Zuziehung eines Teiles der Gemarkung Heuchelheim.

Nachdem sich in dem Abstimmungstermin zu Heuchel­heim vom )'2. Juli. l. I. 45 Grundeigentümer mit 15,6237 Hektar beteiligter Fläche gegen die Feldbereinigung in den Fluren XVIXXI der Gemarkung Heuchelheim und die Zu­ziehung dieser Flächen zu der Feldbereinigung Gießen rechts der Lahn erklärt haben, während im Ganzen 442 Grund­eigentümer mit 168,2520 ha Fläche an dem Unternehmen beteiligt sind, hiernach also mehr als die nach Art. 6 des FeldbereimgungSgesetzes erforderliche Mehrheit für die Ein­leitung des FeldbereinigungsoerfahrenS vorhanden ist und nachdem innerhalb der gesetzlichen Frist keine Einwendungen gegen die.Zulässigkeit oder Rechtsbeständigkeit deS Ergebnisses erhoben morden sind, hat Großh. Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, den Be­ginn der^'FeldberelnigungSarbeiten angeordnet.

Indem ich dies zur öffentlichen Kenntnis bringe, lade ich gleic zeitig sämtliche beteiligten Grundeigentümer zu der in Ge- ßheck des Artikel 16. deS Gesetzes vom 28. Sep- 687

Dienstag, 14. Oktober L S.

w------ vormittag» 11 Uhr

im Rathaus zu Heuchelheim bei Gießen stattstndenden Ver­sammlung ein.

Diese Versammlung hat darüber zu beschließen, ob die im Grund- (Flur-) Buch enthaltenen Größenangaben, oder ob die durch eine Vermessung zu ermittelnden Flächengehalte der Bereinigung zu Grunde zu legen sind.

Außerdem können Wünsche und Anträge seitens der Be­teiligten vorgebracht und beraten werden.

In dieser Versammlung hat ein jeder anwesende betei­ligte Grundeigentümer eine Stimme; die Beschlüsse erfordern zu ihrer Gültigkeck eine Mehrheit von zwei Drittteilen der Anwesenden und sind unter dieser Voraussetzung auch für die r'^t erschienenen Beteiligten verbindlich.

jmmen gültige Beschlüsse nicht zu stände, so hat durch Vermessung der Grundstücke die Ermittelung des Flächenge­halt-"; derselben zu erfolgen.

J-r.edberg, den 22. September 1902.

Der Großherzogliche BereinigungLkommiflär: Vf! I. 93.: Schnitts pahn, RegterungSassessor. dtlea ____

mfl, rat!

Volitische Wochenschau.

Die zweite Lesung der Zolltart s ko m Mission hat begonnen und gleich ihre ersten Sitzungen ließen keinen Zweitel daran, vaß die Prophezeiungen von der llnmög- lichkeit einer Verständigung sich nur zu schnell bewahr­heiten werden. Wenn die Dinge so weiter entwickeln, so ist die Anschauung, daß die zweite Lesung zwecklos sei, berechtigt. Die kurz vor Beginn der Lesung stattgehabten graktionssitzungen der Mehrheitsparteien haben ja auch beschlossen, die Abmachungen der Sub-Kommission beizu- behalten, wobei der Zusatzim allgemeinen" nicht viel zu bedeuten hat. Deutlicher aber als alles andere muß die Aufnahme, die die PosadowSky'schen Erklärungen ge­sunden haben, jede Hoffnung auf eine parlamentarische Verabschiedung der Vortage durch die dermaligen Parla­mentsmitglieder zerstören. Die Rechte läßt es den Grafen Posadowsky deutlich fühlen, daß seine Worte in den Wind gesprochen sind und keinen Pfifferling Wert haben. Er spielt wahrlich keine beneidenswerte Rolle in den Ver­handlungen über die Tarifvorlage, und von allen Seiten wird chm sein Amt erschwert. Dafür hat er aber die Genugtyuung, daß ihm dre B ü l o w - offiziösedüordd. Allg. Ztg." jetzt zu Hilfe kommt. Daß sie sich für ihren Herrn und Meister zunächst ins Zeug legt, versteht sich von selbst. Sie weist in ihrer letzten Ätummer dte Bemerkung der Franks. Ztg." über das Fernbleiben des Reichs­kanzlers von heu Sitzungen der Zolltarif-Kommission, worin diese eine Gleichgiltigkeit des Reichskanzlers an dem parlamentarischen ^chichal der Zollvorlage erblickt, entschieden zurück und betont, daß .es sich hier um eine Insinuation handle. Auch das, was dieDtfch. Ztg." in derselben Angelegenheit sagt, müsse sie, dieNordd. Allg. Ztg.", ebenfalls entschieden zurückweisen. Graf Bülow habe zu der Vorlage wiederholt klar und unzweideutig Stellung genommen, und es sei verwerflich, wenn dieFranks. Ztg." lernet sage, Graf Posadowsiy müsse den Taris allein ver­teidigen und kämpfe damit zugleich um sein Amt. Er­klärend sei hinzuge|ügt, daß in oerDtfch, Ztg." vor einigen Tagen folgender Artikel stand:

Die Ungewißheit in Bezug auf die Stimm­ung des Kaisers ist es eben, die der Reichs­regierung verhältnismäßig schwächliches Auftreten er­klärt. Der Reichskanzler würde schließlich wohl ganz gern um die erwährllen 50 Psg. hinaufgehen und zwischen den BundeS|iaaten wäre auch noch Einverständnis zu erzielen. Aber der Kaiser!?"

Demgegenüber Halle schon Oie offiziöseSüdd. Neichs- torr." aus Berlin nachstehende Entgegnung gebracht:

,^ier wird at|o dem Monarchen nachge,agt, er und er allein verhindere, daß zu Gun|ten der Landwirts chastatwas geschehe, waS der Reichs­

'iener StadUhealer.

Der Hypochonder.

Lustspiel in 5 Akten von Gustav v. Moser.

Dame Thalia hat ihre besonderen Launen. Sie tischte, r'ie im Vorjahre, ihren getreuen Freunden zu Beginn der pielzeü ein frugales Lustmahl mit bescheidener HausmannS- mA'.s auf. In unserer letzten Nummer war an dieser Stelle xlchch die Rede von der Kunsterziehungsaufgabe der Bühne, 1 bie- wohl im wesentlichen dann besteht, Werke großer Dichter, \ für die Massen meist tote Schätze sind, zu lebendem Besitz 31 wandeln. Demgemäß wäre denn wohl der als zwecke * ibe vorgesehene Schillerabend für die Eröffnungsvorstellung 11. t ssender gewesen, und noch verheißender hätte sich für den Asten Abend ein Björnson, Anzengruber oder Shakespeare, «o ich ein heiterer, ausgenommen. Indessen: Bescheidenheit h. eine Zier, und der Bühne liegt eS ja in zweiter Linie auch ob, müden, abgearbeiteten Menschen Erholung, em Quentchen von ihrem Anteil am frohen Lebensgenuß zu bieten. Die brave Mittelmäßigkeit des Publikums der Kneipen läßt sich jedenfalls zu einem Moser oder Blumenthal leichter ms Theater locken alß zu dem übergroßen Briten oder zu unserem Hebbel, und ist gleich von vornherein die Theaterlust entfacht, so wird auch em kunstungewohntes Publikum allmählich zu Verständnis und Genuß ernster Bühnendichtung herangezogen. .

Jedenfalls ist unS für den Anfang, der unS doch immer­hin ein Wechselchen für die Zukunft ausstellt, deutsche Haus­mannskost noch lieber als etwa französische. Mögen auch die neueren Komödienschreiber unserer westlichen Nachbarn ihre Schüsseln zumeist eleganter servieren, so bieten die Speisen darin doch keine unserem Magen angenehm verdauliche Kost. Für bie ganz und gar oerschiebene VSlkere.genart bie8|eiti unb jenseits der Vogesen kann man keinen drastischeren Beleg heranziehen, als deren starken Wiederschein in der Komödien- j? litteratur beider Nationen. Das werden wir ja m diesem Winter wieder nach der «Fee Capriee" ic. bei dem uns gleichfalls in Aussicht gestellten «Doppelgänger sehen.

Mosers alte brave Stadtverordnetenkomodle, die von der Direktion als Grstlingsgabe ans Licht geführt wurde, hat bcti) auf manchen leicht Befriedigten wieder nut der KMt eines für die Langeweile tätlichen Gegengiftes oer- n <>nd auf Grillen und Sorgen gewirkt. Die Wirkung k Hypochonders" wird ja keineswegs durch geistvoll ent- t v Handlung, sondern allein durch die mäßige Komik Äh er Einwürfe erzielt, die aus Gebieten herbe'geholt

werden, die für sogenannte Lustspieldichlung längst erprobter» maßen dankbar erscheinen. Die Titellolle ruht bei einem wackeren HauSoater, nicht sündhaft, doch auch nicht so ganz tugendsam, nicht dumm, aber auch nicht so ganz aufgeklärt, im ganzen vorurteilsfrei, doch von einer Marotte besessen, die ihn zum Hypochonder macht oder vielmehr machen will; denn um diesen Zug als Tüelcharakter zu pointieren, hätte sich der Autor ferner Durchführung mit etwas größerer Liebe zuwenden muffen. Kurz, em M.xtum compositum der ge­nannten Charaktereigenschaften, verbrämt mit ganz wohlge­lungenen Travestien allgemein kleinbürgerlicher Verhältnisse, blldet den Inhalt dieses Stückes, das Moser ein Lustspiel nennt.

Es steckt gar manches in dem Stücke, was uns heute antiquiert erscheint und die Darstellung hat die Ausgabe es zu verjüngen, so weck das möglich ist. Sie muß an Humor und Flottheck so viel bieten, daß man die Zeichen der Alters­schwäche des Stückes übersieht.

Unser Herr R a m s e y e r spiette die Titelrolle mit drastischer Hervorkehrung seiner Nörgelsucht, Kribbelköpstgkeit und tm Grunde gutmütigen Lust am Tyrannisieren, dabei mit seiner wohlbekannten Lebendigkeit, fernem derb zugreifenden Naturell und allen seinen alten, wirksamen Mätzchen, die in possier­lichem Gesichterschnelden und stereotyper komischer Gestikulation zumeist bestehen. Jedenfalls hat Herr R. seinen reichen Fonds an jokosem Temperament gleich an diesem ersten Abend in vollem Siege auf der ganzen Linie zur Geltung gebracht. Der neu gewählte Stadtoater hatte beim Publikum einen so viel größeren Erfolg als seinKallege" Sauerbrei und Konsorten, daß man die Ensembleszenen der mittleren Akte ganz gut hätte entbehren können, m denen man eine prägnantere und auch humorvollere Charakterisierung gewünscht hätte. In dem Stadtverordneten Sauerbrei ist eine typische Figur zu zeichnen, wie wir ihr im Leben, allerdings stark gemildert, nicht selten begegnen. In seinen Eigenschaften als KomifsionSoorsitzender und als Pantoffelheld hat er Würde und Bürde mit gleich gravitätischer Ausdauer zu tra­gen. Herrn Beckers Verwendbarkeit läßt sich nach dieser ersten Probe seines Könnens noch nicht abschätzen. Vielleicht wird er em vorn Publikum gern gesehener Darsteller. Für diese Karrikatur eines Stadloaters scheint sein Humor noch nicht völlig frei entwickelt. Er trägt des äußerlich Wirtfamen mehr an sich wie des Ursprünglichen, das allem die Herzen der Hörer unwillkürlich zwingt. Sein Humor hat etwas Affektiertes an sich, er scheint nicht, wie bei Raniscyer z. B., aus dem Vollen, Eigenen herauszutommen. Doch werden wir zunächst noch weiteres abzuwarten haben. Dagegen befand sich ncch

lancier und der Bundesrat zu thun nicht abgeneigt wären. DaS ist eine falsche Denunziation! In Wahrheit wünscht der Kaiser den deutschen Landwirten ieden^Zollschu», den die Rücksichten auf die Interessen Der Allgemeinheit oder, konkret ausgedrückt, auf die Fort­führung der Handelsvertragspolitik, zulassen. Denselben Standpunkt vertreten Graf Bülow und die verbündeten Regierungen. Mit dieser Maßgabe haben sie die Agrar­zollsätze des Entwurfs ausgestellt und halten daran fest. Den Kaiser aber muß es eigentümlich berühren, wenn er siebt, wie ihm seine so korrektekonstitutionelle" Zurück­haltung in einer brennenden Frage der Tagespolitik mit grundlosen Bezichtigungen gelohnt wird."

Am dramatischsten war die Besprechung und Beschluß­fassung über die Viehzölle in der Kvmmissionssitzuna am Mittwoch. Vonfamoser Teuerung" sprach man und davon, daß der Schweinemarktein wenig aus dem Takt ge­kommen" fei. Man behauptete,die wahren Wohlthäter der Volksmassen in Bezug auf Fleifchversorgung seien die Grenzsperren". Bayern wurde getadelt, weil es die Schlacht" frist für eingeführtes Rindvieh um einige Tage verlängert hat, und nach dieser Einleitung ging man dazu über, den jetzt 1720 Mk. betragenden Fleischzoll auf 45 Mk. pro Doppelzentner zu erhöhen und für lebendes Vieh dem­entsprechend einen Zoll von 18 Mk. festzusetzen. Das ist die Antwort der Agrarier aus die Klagen über die F l e i s ch- not und die städtischen Resolutionen um Aushebung der Sperre.

DieStatistische Korrespondenz" veröffentlicht eine Zu­sammenstellung der Preise des Schweine- s l e i s ch e s in 23 der wichtigsten Marktorte Preußens seit dem Jahre 1892. Danach betrug der Preis eines Kilo­gramms, welches im Durchschnitte in den Jahren 1892 bis 1901 133 Psg. betrug, im Jahre 1901 im Mittel 141, im Januar 1902 148, Februar 147, März 146, April 148, Mai 148, Juli 147 und im August 152 Psg. DieStatist. Storr." weist an der Hand ihrer Zusammenstellung darauf hin, daß Die Steigerung vom Januar bis August 1902 sich fast ausschließlich aus die östlichen Markrorte be­schränke, während im Westen die Preisabschläge über­wiegen oder Schwankungen überhaupt nicht eintraten.

Sehr bemerkenswert ist, daß am gestrigen Sonntag in Stuttgart eine Konferenz der sächsischen, badi­schen und württembergischen Minister des Innern, wie es heißt, in der Frage der Fleischteuerung statt­sand, über deren Ergebnisse allerdings bei Mederschrift: dieser Betrachtungen noch nichts verlautet. W wird sogar offiziös diese Nachricht von Dresden aus Dementiert. (Vgl. Deutsches Reich.)

Im Auslande nahmen in der vergangenen Woche die Buren das Hauptinteresse für sich in Anspruch, alle gebildeten Nationen" wendet sich der Aufruf der Buren-

im Stadtverordnetenkollegium dieser oder Jener, von dem vielleicht Gutes zu erwarten ist. Nicht übel waren die Herren Steinert, Heypertz, Töpfert und Battige, ebenso der von unS wieder zu begrüßende Herr Zoder in seiner Doppeleigenschaft als stotternder Stadtvater und ganz er­gebender Bürgermeistereibotenzimmer-Othello. Es war eine ganz erheiternde Kohorte aus Großschilda, die aber doch wirk­samer gewesen wäre, hätte Moser die rechte Sorge dafür ge­tragen. Die Hampelmaske Herrn Zoders allerdings war wohl nicht ganz angebracht. Fraglös hatte die hübsche Mo­distin (Frl. M a n n st ä d t, die die schwierige Kunst des stummen Zuhörens ganz gut zu beherrschen scheint) nicht nur eine feste Versorgung im Auge, als sie dem Gemeinderatsboten ihr Jawort gab, sondern ein Mädel wie sie sieht doch bei ihrem Zukünftigen auf ein männliches Exemplar, auf das ihre mit Recht gerühmten Augen mck unbeschränktem Wohl­wollen blicken dürfen.

Herr v. Stahl ftrebte mit günstigem Erfolge als Bau­meister Reimann den Beweis zu erbringen, daß seine naiür- lichen und anerzogenen Fähigkeiten ihn zum Salonhelden ge­eignet machen, und Herr Gerlach, der auch die Spielleitung inne hatte, gab feinen Schwätzer, einen Lieblingslypus der Moser'schen Muse, mit guter Laune. DaS Uebersprudeln der Sprache ist feine besondere, mir nicht besonders sympathische Liebhaberei, die aber bei einem Sonntags-Publikum immer verfängt.

Die Damen waren uns fast säncklich neue Erscheinungen. Frau Schmidt und Frl. Egard standen dem bärbeißigen Titelhelden trefflich zur Seite, wie Frau Kruse und Frau v. Stahl-Bünau dem albernen Sauerbrei. Viel mehr läßt sich vorläusig von den neuen Damen noch nicht sagen, als daß alle gute Figur machen und Herz und Zunge auf dem rechten Fleck zu haben scheinen.

Die Regie, bei der sonst ziemlich alles wie am Schnürchen ging, hatte, angesichts des Sonntags wohl, die ganze Vor­stellung allzusehr auf komische Wirkung in den hinteren Par­tien des Zuschauerraunis berechnet. Das kam nicht jedem Darsteller und noch weniger jeder Darstellerin immer zu gute. Uebertreibimgen führen leicht zur Gefchmacklosigkeit.

Die neue Beleuchtung der Bühne machte sich recht gut, ebenso eine neue Familienzimmer-Einrichtung. Von der Ver­größerung der Bühne merkt man nicht viel. Sie wird sich wohl im großen Drama sichtlicher offenbaren.

Wir wollen hoffen, daß dieses Eröffnungssouper, mit dem Dame Thalia das Theaterjahr begann, in allen An­wesenden frohe Gäste gefunden hak, die sich immer wieder in unserem alten übrigens offenbar zur Sommerszeit