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29.1.1902 Erstes Blatt
 
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toir hatten im letzten Fahre 8000 Todte und 90 000 Verbündete. Die Unfallverhütungsvorsckriften sind eben noch durchaus unge­nügend. Die meisten Unfälle geschehen auf den Bauten. Die Ein­führung des Befähigungsnachweises würde da gar nichts nützen, denn es ist Thatsachc, daß die meisten Unfälle den geprüften Fnnungsmcistcrn passircn. Von großer Wichrigkeit ist die Besse­rung des Lehrlingswesens;die Lehrlingszüchterei muß an Ende nehmen. Die Revisionen der Gewerbe-Inspektoren finden viel zu selten statt; cs ist höchste Zeit, daß namentlich für die Frauen- und Kinderarbeit endlich eine wirksame Kontrole cingefübrt wird. Die Mißstände sind so schreiend geworden, daß man seinen Patriotis­mus lieber darin bethätigen sollte, sie abzustellen, starr uns anzu­greifen.

Sächsischer Ministerialdirektor Dr. Fischer: Die sächsischen Verwaltungsbehörden haben keinen Einfluß auf die Kontrakte der Fabrikanten, bei Konventionalstrafen rc. handelt es sich um rein zivilrechtliche Fragen. Hier haben die Fabrikanten und Ar­beiter genau dieselben Rechte. Nicht denken kann ich mir nach Lage des sächsischen Vcrcinsgesetzes, daß die Arbeiter keine Lokale zu ihren Versammlungen erhalten. Wenn dies wirtlich der Fall gewesen sein sollte, so liegt die Schuld nicht an den unteren Ver­waltungsbehörden, sondern an den Gastwirthen, die ihre Lokale den Arbeitern nicht hergcbcn wollen. (Lachen bei den Sozial­demokraten.) Daß Mißstände, besonders in der Heimarbeit be­stehen, erkenne ich gern an. Meine Negierung ist auch bereit, dem entgegen zu treten, die neuesten Vorlagen des Bundesraths verfolgen ja diesen Zweck. Ter Vorredner beklagte die geringe Zahl der Gewerbcrcvisioncn. Aber die Statistik ergiebt, daß Sachsen gerade hier in Bezug auf die Zahl der Revisionen an der Spitze steht. Wenn nicht Alles so ist zwischen Arbeitern und Gewerbcinspektoren, so liegt das an der Verhetzung, die von einigen Seiten betrieben wird. (Lärm bei den Sozialdemokraten.) Mit den weiblichen Assistenten der Inspektoren hat Sachsen nur wenig Erfolge gehabt. Redner kommt sodann auf einige Angriffe zurück, die bei der ersten Lesung des Etats gegen Aufsichtsräthe gerichtet worden sind. In Sachsen seien die Bestimmungen über Auf­sichtsräthe sehr ftrcng. So dürften selbst pensionirte Beamte keine UnfsichtSrathsstellev beilcidev, dis mit einer Remuneration ver­

bunden sind. Der Dbg. Südekum hat gesagt, die Verhältnisse w der SiemenssÄen Glasfabrik in Tresden seien so schlimm, daß ein höherer sächsischer Beamter ihm erzählt habe, er würde auch Sozialdemokrar werden, wenn er unter diesen Verhältnissen zu leiden Härte. Tas kann ich so lange nicht glauben, als ich nicht den Namen dieses Beamten erfahre. (Lachen bei den Sozial­demokraten.- Aehnlich ist cs anscheinend dem Setzer oder Kor­rektor desVorwärts" ergangen, dem diese Behauptung so Un­glaublich schien, daß er aus dem sächsischen höheren Beamten einen sächsischen höheren Arbeiter" machte. (Große Heiterkeit.)

"Abg. Paul! (Potsdam, b. k. P.) bedauert, daß das Zwangs - F'.mungs-Gesetz vom Reichstag so verschlechtert worden sei, daß es jetzt den Handwerkern nur Schaden bringe. Namentlich die neueste Rechtsprechung und die Handhabung des Gesetzes seitens der Ver­waltungsbehörden erschwerten die Bildung von Zwangsinnungen. Redner greift besonders den Minister Möller an, der dem Obcrvräsi- dentcn von Brandenburg aufgetragen habe, die großen Firmen- schildergeschäfie, die vorher für innungspflichtig erklärt waren, für nicht zum Handwerk gehörig zu erklären. Wenn es so weiter gehe, werde das Handwerk ruinirt werden. Deshalb müsse man das Ge­setz revidiren. Daß Arbeitgeber zuweilen die Unfallvcrhütungsvor- schriften nicht beachteten und dadurch Unfälle hcrbeiführten, sei rich- tia: aber das Gleiche komme auch bei den Arbeitern vor; von der Anstellung von Arbeitern als Kcntroleure könne er sich keinen Erfolg versprechen.

Ein Geheimrath aus dem preußischen Handelsministerium ist der Meinung, daß die Beschwerden über Vcrwaltungsmaßnahmcn preußischer Beamten in den preußischen Landtag gehörten. Aller­dings ist die Anwendung der Grundsätze der Gewerbeordnung nicht immer leicht; das preußische Handelsministerium ist aber beswebt, die Schwierigkeiten befriedigend zu lösen. In dem von dem Vor­redner erwähnten Fall war die Verwaltung an eine gerichtliche Ent­scheidung gebunden.

Abg. Dr. Eiche (nai.-lib.)': Eine Petition gegen den Mißbrauch geistiger Getränke hat der Reichstag seiner Zeit dem Bundesrath als Material überwiesen; ich bedauere, daß darauf seitens der verbünde­ten Regierungen nichts erfolgt ist. Tie Nolhwendigkeit, dem Alkoho- kismus entgcgenzutrcten, erhellt aus der Zunahme der Geistes-, Mevev- und Herzkrankheiten, die auf übermäßigen Alkoholgenuß

zurückzuführen sinv. 40 pCt. deL Geisteskrankheiten und 60 pCt. der Verarmung haben dem Alkoholgenuß ihren Ursprung zu danken. Leider ist die Regierung dagegen noch nicht wirksam euigeschritten. Reckt ckarakteristisck ist cs, daß die Einnahmen aus der Vcanntweln- steuer um 6 Millionen gestiegen sind. In Amerika giebt es bercUs 10 Millionen Abstinenzler, und die Amerikaner sind doch praltilche Leute, aber keine Ideologen. Das Rcichsgesundheitsamt sollte Sckriften gegen den Alloholismus herausgeben und die Devolkeruyg über die Gefahren des Alkoholismus aufklären. Auch die Wehr­haftigkeit unserer Armee würde durch die Enthaltung von geistigen! Getränken erhöht werden, ganz abgesehen von den Fällen Morchingen und Insterburg, die aus dem Alkoholgcnuß entstanden sind. Er­freulich ist es, daß fetzt auch in Deutschland Arbeiter Abstmenzvere- eine in immer höherer Zahl gründen. Der Alkoholfrage mußten alle Parteien ihre Aufmerksamkeit widmen. Wenn das Retchs- amt des Innern sich auf dem internationalen Anttalkoholtter- kongreß im Jahre 1903 vertreten läßt, so hoffe rch, daß m Deutsch­land dann bereits ein Gesetz gegen die Trunksucht verabschiedet sei« wird.

Hierauf vertagt nck das Haus.

Präsident Graf Ballestrem schlägt vor, die nächste Sitzung am Mittwoch um 1 Uhr mit folgender Tagesordnung abzuhalten:

Initiativanträge betr. kaufmännische Schiedsgerichte, Sickerung des Wahlgeheimnisses und der Toleranzantrag des Centrums.

Zur Geschäftsordnung bemerkt

Abg. Cckrader (frei). Vgg.): Ich erhebe keinen Widerspruch gegen die Tagesordnung, sondern will nur dem Wunsch-Ausdruck geben, daß der Bundesrath morgen bei dem zweiten Punkt der Tagesordnung sich recht zahlreich vertreten läßt, damit er hört, wie der Reichstag über das Wahlrecht denkt.

Es bleibt also bei der Völl; PräMÄLll vorgeschlggelM LaLeL- ordnung.

Schluß M.

Aus MM und Zand.

(Der Abdruck der unter dieser Rickrik befindlichcnOriginal-Nachrichten ist nur untcr^gcnauer Quellenangabe:Gieß. Anz." gestattet.) Gießen, 29. Januar 1902.

** Der Großherzo g von Hessen passierte heute vormittag 8 Uhr mit dem D-Zuge 76 auf der Rückreise von Berlin, wohin er sich zur Teilnahme an der Geburtstags­feier des Kaisers begeben hatte, den hiesigen Bahnhof und traf vormittags 10 Uhr 4 Min. in Darmstadt ein.

Fulda, 28. Jan. Heute nachmittag wurde auf den ,S ch n e l l z u g Nr .15 ein Schuß abgegeben ; er durch-- lochte die Scheibe des Ausgucks für den Packmeister. Es wurde niemand verletzt. Eine Untersuchung wurde ver­anlaßt.

Vermischtes.

* Leipzig, 28. Jan. Die Kriminalpolizei verhaf­tete in der letzten Nacht den Postsekretär Wie sing vom Berliner Haupt-Fernsprechamt, der nach Unterschlag­ung von 22 000 Mk. flüchtig geworden war. Von dem unterschlagenen Gelde hatte Wiesing bereits einen erheblichen Teil durchgebracht.

* New y or k, 28. Jan. Bei der gestrigen Dynamit- ^xplosion in der vierzigsten Straße sind nach bisherigen Feststellungen sechs Personen getötet worden, darunter drei Gäste des Hotels Murray Hill, 75 sind schwer, gegen 100 leicht verletzt Darunter viele Besucher und Angestellte des Hotels.

Eisenbahn-Zeitung.

Ludwigshafen, 28. Jan. Die Direktion der Pfäl- Aischen Eisenbahnen teilt mit: Die Betriebsrechnung der Pfälzischen Eisenbahnen für 1901 schließt mit einem vom Staate zuzuschießenden Passivrest von 437 347 Mk. ab. Der Bezug der Pfälzischen Eisenbahn-Aktien für 1901 bleibt danach auf die garantierten Zinsen und Präeipuen be­schränkt, d .h. die Ludwigsbahn auf 9, für die Maximilicms- bahn auf 5i/2 und für die Nordbahnen auf 4 Proz.

Gerichtssaal.

Cassel, 28. Jan. Nach erneutem Beschlüsse des Ge­richtes verbleibt es dabei, daß die Verhandlung gegen den Aufsichtsrat der Trebargesellschäft am 3. Februar statt findet.

Neueste Meldungen.

Origmaldrahtmeldnngen des Gießener Anzeigers.

B e r l i n, 28. Jan. Wie von angebliche gut unterrichteter ,Seite mitgetellt wird, habe eine Berliner Firma die Lieferung von Pferden für die englische Ar­mee in Südafrika übernommen. Der Ankauf geschieht in Ost- und Westpreußen durch beauftragte Händler. Die Pferde würden per Extrazug nach Rotterdam geschickt und von dort nach England eingeschifft. Seitens der englischen Armee-Verwaltung finden die preußischen Pferde große An­erkennung. Sie kommen an Ausdauer und Schnelligkeit txen Burenpferden gleich.

Berlin, 28. Jan. Der Prinz von Wales hat heute vormittag 10 Uhr Berlin verlassen und sich zum Be­suche des Großh. Hofes nach Neu-Strelitz begeben. Der Kaiser und Prinz Heinrich, beide in englischer Uniform, gaben dem Prinzen von Wales, der preußische Garde-Dra- goner-Unisorm trug, das Geleit zum Bahnhof, wo auch der .englische Botschafter anwesend war. Die Verabschiedung des Prinzen vom Kaiser und dem Prinzen Heinrich war äußerst herzlich. Nach der Abfahrt unterhielt sich der Kaiser noch längere Zeit mit dem englischen Botschafter. Der Prinz von Wales kehrte heute abend hierher zurück, um sofort nach Köln weiter zu fahren.

Berlin, 29. Jan. Wie dieVoss. Ztg." vernimmt, beabsichtigt' der hiesige Goethebund, dem Kaiser für den Entschluß des Geschenkes an die Stadt Rom eine Huldigung darzubringen. Von einer eigens hierzu ein­berufenen Versammlung des Bundes soll ein Danktele- axamm an den Kaiser abgesandt werden.

Berlin, 28. Jan. Die Zolltarif-Kommission des Reichstages trat heute in die Beratung des § 8 in Verbindung mit verschiedenen dazu gestellten Anträgen ein. Von den Abgg. Grafen Kanitz und Genossen lag 'ein Antrag vor; den Absatz 1 dahin zu fassen: Bei der Maren-Einfuhr ist ein Nachweis über den Ursprung der Waren zu erbringen, widrigenfalls die Abfertigung unter­bleibt- Von den Äbgg. Hehl und Gamp wurde folgende

Fassung beantragt: Bei der Einfuhr von Waren, welche verschiedenen Zollsätzen unterliegen, ist ein Nachweis über ihren Ursprung zu erbringen, widrigenfalls die Abfertigung zu den höchsten Zoll­sätzen stattfindet. Darüber erhob sich eine lange Dis- kussion. Nachdem noch eine Reihe anderer Anträge ge­stellt worden war, wurde schließlich auf Wunsch des Lmndelsministers Möller und des Staatssekretärs Frhrn. v. Thielmann die Fortsetzung der Debatte auf morgen vertagt, da noch verschiedene ungedruckte Anträge ein­gebracht worden waren.

Greiz, 27. Jan. Der in Tirol weilende Fürst von Reuß ä. L. hat das Protektorat über den in Frankfurt gebildeten deutschen Antiduellverband übernommen. (Konnte man denn keine geeignetere Persön­lichkeit finden als gerade Fürst Heinrich den Unartigen? D. Red.)

L o n d o n, 26. Jan. Die Regierung brachte für das mit dem 31. März 1902 endigende Etatsjahr im Parlament einen Nachtragkredit von fünf Millionen Pfund Sterling zur Deckung der Mehrkosten des Krieges in Südafrika ein.

London, 28. Jan. Ein hiesiges Blatt veröfsenllicht Auszüge von Briefen englischer Soldaten, ans denen her­vorgeht, daß die südafrikanischen Truppen voll- ständig kriegsmüde und entmutigt sind. Die Soldaten wollen die Blockhäuser nicht mehr verlassen-

London, 28. Jan. Kitchener telegraphiert aus Johannesburg vom 2. Januar: In verflossener Woche wurde von den englischen Truppenabteilungen gemeldet, daß 31 Buren gefallen, 20 verwundet, 322 gefangen wurden, während sich 53 ergaben. Im Nordosten der Kapkolonie verminderte sich der Feind derartig, daß General French einen Teil der Truppen von dort zurückzog. Im Westen der Kolonie näherten sich die Vorbereitungen zum Vor­marsch der Beendigung, aber infolge der großen Entfern­ungen müsse das Vorrücken sehr langsam vor- sichgehen- Die Blockhauslinie in Frankfort ostwärts werde morgen nahe Vrede mit derjenigen, die vom Bothapaß hergeführt wird, zusammentreffen. Die Feldkornets von Bodes Kommando berieten darüber, ob sie sich ergeben wollten. Es erhob sich ein Streit. Die Beratung wurde abgebrochen, worauf Bodes Feldkornets und drei andere sich ergaben. Die Meldung über die Einnahme eines Lagers bei Welspan wird von Kitchener dahin ergänzt, daß 94 unverwundete Gefangene in seine Hände fielen. Eine starke Patrouille von Lichtenberg sei a b g e schnit ten wor­den. Ein Tell derselben sei vom Fände in der Nähe von Rietolei, südöstlich Lichtenberg, umzingelt. Acht seien gesallen, fünf verwundet, 41 gefangen, die inzwischen freigelassen seien. Infolge Mitteilung von dem beabsichtigten Zusammentreffen Mischen Schalk Burger und Ben Vilj oen bei Lydenburg wurde eine englische Abteilung entsandt, die der Abteilung Vlljoens nahe der Blockhauslinie auflauerte. Hierbei wurde der Adjutant Nel getötet, der Adjutant Vestres ge­fangen genommen

London, 28. Jan. (Unterhaus.) In Beantwort­ung einer Anfrage erklärte der Erste Lord des Schatzes, Balfour, Friedensanerbietungen seien von nie­mand, der ermächtigt wäre, im Namen der Buren zu sprechen, an die Regierung gelangt- Jedoch am letzten Samstag fei eine Mitteilung der niederländi- schen Regierung eingegangen, die gegenwärtig der Erwägung unterliege. Er werde Abschriften dieser Mitteilung und der englischen Erwiderung sobald wie möglich auf den Tisch des Hauses legen-

Brüssel, 29. Jan.Petit bleu" schreibt: Die heutige Erklärung Balfours im Londoner Unterhaus ist dahin ausgelegt worden, daß damit ausgedrückt werden sollte, England seien von der niederländischen Re­gierung im Namen der Buren Friedens-Vor­schläge gemacht worden. Wir sind in der Sage, diese Auslegung für falsch zu erklären- Die Burendelegierten in Europa haben keinen Friedensvorschlag formuliert und niemand beauftragt, einen solchen für sie zu machen- Sie wissen nicht, welche Mitteilung die niederländische Regierung der englischen hat machen können- Das Blatt fügt hinzu: Es ist nicht unmöglich, daß die nieder­ländische Regierung in freundschaftlicher Gesinnung aus sich heraus es unternommen hat, die englische Regierung zu sondieren- Es ist auch möglich, daß ihre Mittellungen sich nur auf niederländische Angelegenhellen beziehen. Aber die Burendelegierten stehen diesem Schritt auf alle Fälle fern.

Paris, 28. Jan. Auf dem Schlosse de la Grlllöre wurde der Graf de Bethune, sowie seine Gäste infolge eines Versehens des Küchenchefs, der eine Dose

mit Salmiak angerichtet hatte, vergiftet- Der Graf 'tarb sofort, während die Gäste schwerkrank darnieder-, liegen. _ t ...

Toure oin g, 28. Jan. Ein Ehemann, der mit) einer Gattin in Unfrieden lebte, erschoß diese gestern auf einem öffentlichen Platze und tötete sich darauf selbst-

Wien, 29. Jan. Gegenüber den in den letzten Tagen verbreiteten Gerüchten, König Alexander von Ser­bien wolle auf die Krone zu Gunsten des Prinzen Kara g eo r g ewitsch v er zich ten und sich mit einer Apanage ins Privatleben zurückziehen, womit Oesterreich und Rußland einverstanden seien, erklärt das Fremdenblatt, diesen müßigenAnnahmenseidie That- ache entgegenzuhalten, daß es keine serbische Thronfolge- rage giebt, zum mindesten keine aktuelle. König Alexander teht im 26. Lebensjahre, und die Möglichkeit direkter Nach^ kommenschaft fei keineswegs ausgeschlossen.

Peking, 29. Jan. (Reuter.) Der Kaiser und die Kaiserin-Witwe empfingen die fremden Ge- a n d t e n in Audienz. Die Gesandten, Geschäftsträger und Gesandtschaftssekretäre zählten fast 100. Der österreichische Gesandte überreichte eine Adresse und hob die Wwderher-, stellung freundschaftlicher Beziehungen zu China hervor. Die Mächte hofften, daß die Beziehungen noch inniger wer» den würden. Der Kaiser und die Kaiserin-Witwe erwiderten. Letztere drückte ihr Bedauern über das Vergangene aus und gab Versicherungen für die Zukunft.

Verpachtung von Gelände

Das am Mittel- und Wetzlarerweg gelegene Gelände, dessen Bebauung erst später erfolgen wird, soll in 7 Ab­teilungen zunächst auf ein Jahr

Donnerstag den 30. l. Mts., nachmittags 4 Uhr, an Ort und Stelle verpachtet werden.

Gießen, den 25. Januar 1902. 827

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7. Vorstellung: Donnerstag den 30. Januar:

J ohannisfauer.

Schauspiel von Hermann Sudermann.

Gast: Irene T rieselt, Berlin.

Anfang 8 Uhr pünktlich. Ende 10% Uhr.

Billets im Vorverkauf bei Ernst Challier (Rudolphs Nachfolger) --und abends an der Kasse. vk6

Emugtlischer UkglilW- uiii Mmemrm.

Vereinsabende: Sonntag, Montag, Donnerstag u. Samstag, von abends 8 Uhr an.

Versammlungsort: Diezstraße 15. Gäste willkommen!

192 Der Vorstand: Dr. 91 auntann, Pfarrer.