Ausgabe 
27.9.1902 Viertes Blatt
 
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If« Manu, der fein« fltff verffefft, kft an- fiSetn enb der Direktor des Neuen Theaters iu Halle, Mauthner. An der Hoffe sowohl wie bei der Direktion selbst wurden in letzter Zeit wiederholt Anfragen gehört, ob denn auch wohl dieses oder jenes Stück für junge Mädchen geeignet j'ei Mauthner will nun den Versuch Machen, in dieser Beziehung schon durch die Farbe der Zettel Klarheit zu schaffen. So ist z. Ä für Wolzopens LustspielEin unbeschriebene»» Blatt" der Zettel aus werßem Papier hergestellt. Weiß ist hie Farbe der Unschuld und soll erkennen lassen, day zu dem Stück ohne jedes Be- oenken selbst kleinere höhere Töchter mitgenommen werden dürfen. Ber derDame von Maxim" dagegen läßt Mauthner knallrote Zettel drucken, um anzudeuten, nicht daß zartere Seelen erröten müßten, sondern daß dem erotischen Cha­rakter des Stückes ein brellerer Spielraum gelassen werden soll. Weitere Abstufungen in der Farbe sind vorläufig nicht beabsichtigt.

* Ueber den Instinkt für die Sauberkeit bei den Tieren plaudert die ,Lllustr. Tierwelt: Tie Liebe zur Sauberkeit ist bei sehr vielen Tieren fast ebenso groß wie bei den Menschen; nur sind sie auf natürliche Hilfsmittel angewiesen, sie müssen die ihnen von der Natur gegebenen Organe auch für die Reinigung ihres Körpers mit verwenden. Sie thun dies in reichem Maße. Neben den vorderen und hinteren Gliedmaßen werden die Lippen, die Zunge, der Speichel und der Schwanz bei der Reinigung verwandt. Wir können unter den Säugetieren zwei Klassen unterscheiden, solche, welche das Wasser lieben, und die, die es verabscheuen. Es giebt eine ganze Anzahl von Tieren, welche das Wasser zur Reinigung nicht gebrauchen und die trotzdem sehr sauber sind. Tas beste Beispiel ist wohl hierfür die Katze. Sie geht jedem Wassertropfen weit aus dem Wege, und trotzdem säubert und putzt sie sich den ganzen Tag mit chrer harten Zunge und mit dem Speichel. Bei den großen Katzenarten, Löwe und Tiger, vertrllt die harte Zunge die Stelle einer barten Bürste, mit der sie den ganzen Körper polieren. Auch die Affen sollen nur selten

sich be- Wassers vedlaren, immerhin wirb von ehrtgen menschenähnlichen Affen berichtet, oaß sie sich genau so aut wie kb'ie Menschen Gesicht und Hände wuschen, ja ein Oran g-Utang gebrauchte sogar einen, Zahn­stocher. Wie weit die Sauberkeit bei den Affen geht, sieht man daraus, daß Affenarten mit großen, schönen Bärten nie nach Affenart trinken, indem sie sich zum Wasser berabbeugen und eS mit der Schnauze hochsaugen, sie trinken vielmehr aus der Hohlhanb, um ihren Bart nicht naß zu machen. Sehr viele Tiere gebrauchen als künst­liches Reinigungsmittel den Sand. So erzählt Brehm von einer SpringmauS, welche dieses Mittel in ausgiebigster Weise benutzte. Sie grub mit der Schnauze und den Vorder­beinen eine Rinne in den Sand, und in dieser Vertiefung polierte sie zuerst den Kopf und dann den übrigen Körper. Tiejenigen Tiere, welche von der Natur mit Reinigungs­werkzeug stiefmütterlich versorgt sind, haben eine große Vorliebe für das Wasser, so die Pferde. Sie haben nur die Lippen und den Schwanz, außerdem aber noch chre Haut, welche sie überall bewegen und in Falten legen können, um lästigen Staub und Parasiten zu entfernen. Noch mehr als die Pferde sind (Elefant und Nashorn auf das Wasser angewiesen. Die Vögel lieben meistens das Wasser. Sie besitzen aber noch eine natürliche Pomade, mit der sie ihre Federn einfetten und ihnen dadurch neben der Wasserdichtigkeit einen schönen Glanz verleihen können.

* Pa rfirmierte Butter. Parfümierte Butter auf dem Frühstücks tisch ist die neueste Modethorheit der oberen Zehntausend in London. Tie Milchwirtschaften, wo dieses Produkt hergestellt wird, duften wie ein Blumenladen oder das Laboratorium eines Kosmetikers. Tie Butter wird zuerst wie jede andere gemacht, dann wird jedes Stück in Dünnen Muslin eingeschlagen und in einen mit Rosen­blättern gefüllten irdenen Topf gelegt. Tie Blätter müssen die Butter vollständig bedecken. Hierauf setzt man das Gefäß in den Eiskasten, läßt es dort zehn Stunden stehen und die Stücke sind fertig zum Gebrauch.

Kathederblüten.Wenn von zwei Freunden

ber ®tne reich, der Andere arm ist, ober tonnt mir den um­gekehrten Fall annehmenAls Napoleon L aber seine nach Ruhm lechzende Zunge bis auf die eisigen Felder Rußlands zu strecken wagte, mußte er sie mit vn> brannten Fingern zurückziehen."

Wie koche uud brate ich sparsam, gut und schnell?

Unbestritten wohl ist eS, daß das Kochen mit GaS nicht nur reim licher und bequemer ist, wie daS Kochen mit anderem Brennmaterial, sondern auch erheblich sparsamer, wenn gute Kocher verwendet werden.

Welche Ansprüche sind an einen zweckmäßigen Kocher zu stellen, ist daher eme Frage, die das Interesse vieler Hausfrauen wobl besitzt. Ein guter Gaskocher muß vor allem vollkommen geruchlos orennen, die Brenner so konstruiert sem, daß sie die L>eizkraft deS GaseS möglichst vollkommen ausnutzen und die Kochplatte Ke Heizgas« nach Möglichkeit für das Kochen oder Wärmen nutzbar macht.

Bei den vielen im Handel befindlichen oder auch l'ihweise ge­nommenen Kochern werden obige Ansprüche durchaus nicht gleich­mäßig erfüllt, und beachte man daher bei Benutzung e nes Kocher« stets, daß der beim Ankauf billigste oder oft für wenige Pfenniae monatlich leihweise abgegebene Kocher stets dann der allerteuerst« ist, wenn er nicht auch den geringsten Gasverbrauch zugleich be­sitzt. Denn durch eine Ersparnis der täglichen Ausgaben für den Gasverbrauch werden sehr bald die AnschafsungSkosten eines neuen Gaskochers erspart und ständige Ersparnis später erziea. 6710

Als Gasapparate, die in Bezug aus geringen Gasverbrauch ganz besonders vorteilhaft sind, können die Germama-Kocher und Bralöfcn der durch ihre Dauerbrandöfen Gerinanen (über 200000 Stück im Gebrauch) bekannten Firma Oskar Winter, Haiinover, gegründet 1796, empfohlen werden, und ist es rakfa n, sich über dieselben zu orientieren selbst auch, wenn ältere Gc^kocher im festen oder leihweifen Besitz sind. Durch jedes emschläg ge Geschäft oder von der Firma direkt binnen Preislisten bezogen werden.

M- Seidenstoffe

von Elten & Keimen, RÄi Kiefeld.

Bekanntmachung.

In ber Zeit vom 20. bis 27. September 1902 wurde in hiesiger Stadt

gefunden: 1 Geldstück und 1 Taille;

v erloren: 3 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Brosche und 1 Schachtel, enthaltend einen Brautkranz.

Entlaufen: 1 grau und braun gefleckter junger Jagd­hund und 1 junge schwarze Jagdhündin, auf den Namen .Alex" hörend.

Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen.

Gießen, den 27. September 1902.

Gvoßherzogliches Polizeiamt Gießen.

Hechler.

Knabenhandarbeit.

MMittwoch, den 1. Oktober d. IS., nachmittags 8 Uhr. -n In dem Schulhause am Asterweg (Handwerkerschule) HsllnterrtchtSkurse für erziehliche Handarbeit mit je drei- ger wöchemlicher Unterrichtszeit eingerichtet werden. $n dem B< derselben werden die Schiller mit Papparbeiten und In dem ren mit Kerbschnittarbeiten beschäftigt. Zur Beteiligung an ^Unterrichte können ältere Schüler der Volksschule sowohl als / Schiller der höheren Lehranstalten (Utitere vom 11. Jahre ab) /elassen werden. Für Werkzeuge und Materialien, welche den Hillern währnll) der Unterrichtszeit gestellt werden. sind von dbem derselben 2 Mark zu eittrichten: außerdem haben die Schüler der höheren Lehranstalten noch ein Schulgeld von 4 Mark zu bezahleii. 6741

Anmeldungen zum Unterricht werden znr angegebenen Zeit im genannten Schulhause entgegengenommen.

Gießen, den 26. September 1902.

Für den Schulvorstand.

Mecum, Bürgermeister. Hahn, Oberlehrer.

S Hochzeit sagen

herzlichsten Dank

04200

W. Müller, Königl. Stat.-Mstent.

K. Müller, geö. Ickel.

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Für die uns so zahlreich erwiesenen Aufmerk­samkeiten gelegentlich der Feier unserer silbernen

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