Ausgabe 
27.6.1902 Zweites Blatt
 
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hoben werden.

uns heute mitgeteilt, die Meldung, auf Einspruch der bei der Thüringisch-Anhaltischen Staatslotterie beteiligten Ein­nehmer werde an Stelle eines Planes nach dem System der an die Spitze der Hess.-Thür. Staatslotterie tretenden Lotterie­direktion zu Darmstadt ein 5-Klassenplan mit dem Gewinn­verhältnis 2:1 treten, beruhe auf Irrtum. Das System des bisherigen hessischen 6-Klassenplanes und das darin ange­wendete Gewinnvcrhältnis von 2 Gewinnen auf 5 Lose hat, nachdem eine größere Anzahl von Thüringer Einnehmern mit | iben Hessischen Kollekteuren in Eisenach persönlich Fühlung! genommen hat, auch bei der weit überwiegenden Zahl der Thüringer Einnehmer Zustimmung gefunden, und viele der letzteren haben bei der Loszeichnung ihren Beifall zu der für sie neuen Planung dadurch bewiesen, daß von chnen mehr ,Lose gezeichnet worden sind, als sie unter der Herrschaft des

das Publikum eher zum Kaufe eines Lotterieloses veranlaßt als eine etwas größere Aussicht auf Rückempfang des ge­zahlten Kaufpreises, beweist nicht nur die fortwährende Ver­mehrung der Loszahl der Hess. Landeslotterie, sondern neuer- dings wieder der flotte Absatz der Lose der Darmstädter Schloßfreiheitlotterie. Man kauft diese Lose offenbar deshalb so gern, weil man sich mit einem Einsatz von nur 3 Mk. für das Zehntel an einer sehr stattlichen Anzahl großer Gewinne, die überdies völlig abzugsfrei ausgezahlt werden, betet-

beauftragen. Hauptsächlich habe ich diesen Uebelstand an dem Briefkasten Ludwigsplatz 10 beobachtet, doch wird es an

ligen kann.

** Gastspiel des Operetten-Ensembles des

anderen Stellen nicht besser sein.

fc. Dünsbergsfesi. Kommenden Sonntag, den

29. ds. Mts., findet, wie in den Vorjahren, seit Errichtung

des Dünsbergturmes, das Dünsbergsfest statt. Wiederum wird am Sonntag auf dem Berges-Plateau eine Musikkapelle für heitere Feststimmung sorgen. Selbst bei zweifelhaftem Wetter lasse sich niemand abhalten, den herrlichen Aufstieg!

zu machen; denn man hat für alle Fälle Hallen aufgeschlagen, unter denen die Besucher des Festes gegen die Unbill des Wetters Schutz finden. Der Turm selbst ist einer gründlichen l Reinigung unterzogen worden. Wer einmal oben auf der Bergeshöhe geweilt, der mit dem Gleiberg und Vetzberg ge­meinsam unserer Landschaft ihr reizvolles Gepräge geben, der wird dessen Spitze immer aufs neue aufsuchen.

** Von der Landeslotterie-Direktion wird

Orchester wird von der hiesigen Regimentskapelle gestellt. Billets im Vorverkauf zu ermäßigten Preisen, sowie Text­bücher, find in der Musikalienhandlung des Herrn Ernst Challier zu haben. Der Beginn der Vorstellung ist auf 8 Uhr festgesetzt. Das Emser Kurtheater verfügt über erste Kräfte, so z. B. Frl. Carla F ü r st, 1. Operettensängerin vom Karl Schultze-Theater in Hamburg, Frl. Else Rosen, Operettenalte vom Stadttheater in Erfurt, 1. Tenor Herr Bernard de Fries von Leipzig, die Komiker Walter und >Werblowski vom Stadttheater zu Bremen, der 1. Tenor­buffo Carl Lerchenfeld von Wien und vor allem die reizende, niedliche Soubrette Fräulein Else Berger als etar. Die Direktion beabsichtigt event. im Juli noch 6 Vorstellungen zu geben und dazu ein Abonnement zu er­öffnen. In Aussicht genommen sind u. A. die hervor­ragendsten Novitäten auf dem Gebiete der Operette wie Puppe",Landstreicher",Kellermeister",Klemen Lämmer". Hoffentlich ist der Besuch am Montag recht großer, da­mit sich die Direktion vor weiteren Vorstellungen nicht zu

schreiten. .

Deputiertenkammer. Fmanzmtnrster Rou- vier führt aus, die finanzielle Lage müsse, obwohl sie nicht bedenklich sei, im Auge behalten werden. Man solle erst die äußere Lage Frankreichs sicherftellen. Erst müsse man ein starkes Heer haben. (Beifall rechts und in fier Mitte. Unterbrechungen auf der äußersten Linken). Zum Schluß erklärt Rouvier, man müsse die Ausgaben ein­schränken. Jaures führt aus, Frankreich müsse, wenn es stark sein wolle, ein Land des Fortschritts sein. Die Vermehrung der Ausgaben für militärische Zwecke sei eine Folge des Fanatismus und der Furch t. Sodann wird der Gesetzentwurf betreffend die Ergänzungskredite ange-

scheuen hat.

Bad-Nauheim, 26. Juni. Die zur Zett m Bad- heim anwesenden amerikanischen Kurgäste werden den 4. Juli (Jndependence Day) festlich begehen. Der Generalkonsul der Vereinigten Staaten zu Frankfurt, Richard Günther, wird die Festrede halten. Unter den Komiteemitgliedern befinden sich mehrere bekannte Persönlichkeiten, wie M. W. Harrimann aus New-York, der Direktor des Harrimann'schen Eisenbahn- ! systems ist; ferner R. I. Croß von der Bankfirma Morton Bliß il Co., New-York; A. C. Hutchinson aus New-Orleans, Präsident der Morgan-Dampfschifflinien; Herbert Myrick, Präsident ber Orange-Judd-Company, eine der ersten Ver­lagsfirmen in den Vereinigten Staaten. Zur Beteiligung an dieser 4. Juli-Feier werden viele Amerikaner aus anderen Plätzen Deutschlands erwartet.

I. Orten berg, 26. Juni. Schon seit vier Jahren war die hiesige Wasserversorgungsfrage eine brennende geworden. Es ist nun in diesen Tagen definitiv ein groß­artiger Plan zur Reife gediehen. Ortenberg hat sich mit den Orten Lißberg, Eckartsborn, Wippenbach und Hof Konrads- dorf zu einer Wassergenossenschaft zum Bau einer Quell- I Wasserleitung zusammengeschlossen. Oberhalb Merkenfritz wurde eine reichhaltige und gute Quelle erworben, hoch ge­nug, um das Wasser in die genannten Orte zu liefern. Die Leitung wurde schon für 170000 Mk. vergeben, während das große Sammelbassin für 12 000 Mk. errichtet wird. Schon am 1. August wird mit den Arbeiten begonnen.

Balduinstein, 26. Juni. Königin Wilhelmina von Holland hat allem Anscheine nach auf der Schaum­burg erfreuliche Fortschritte in ihrer Genesung gemacht und I sich dort vorzüglich eingelebt. Alltäglich macht sie in Be­gleitung ihrer Mutter und einer ihrer Hofdamen eine oder zwei Ausfahrten im Schatten des herrlichen Waldes und geht I auch wohl eine Strecke zu Fuß, wobei der Wagen langsam nachfährt. Wenn der Wagen zur bestimmten Stunde lang- ' sam vom Schlosse bergabwärts fährt oder wieder aufs Schloß zurückkehrt, steht jedesmal ein ansehnliches Publikum an dem Waldecker Hof" Spalier und begrüßt die jugendliche Herrscherin. Kürzlich besuchte die Königin den Flecken Katzen­elnbogen. Am Eingang des Ortes verließ sie mit der Königin-Mutter den Wagen und begab sich zu Fuß nach dem Schlosse. Der ganze Aufenthalt war so wenig auffallend, daß nur wenige Einwohner etwas von der Anwesenheit der hohen Frau bemerkten. Die Königin wird sich noch zu weiterem Kurgebrauch nach Langenschwalbach begeben.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 27. Juni 1902.

** Zur Briefbestellung. Aus unserem Leserkreise wird uns wohlmeinend geschrieben: Schon öfters ist es mir begegnet, daß zwischen den Drähten, die an den Briefkästen zum Schutze gegen diebische Eingriffe angebracht sind, Post­karten und" Briefe steckten, sodaß sie jedermann leicht heraus­nehmen und lesen konnte. Es ist deshalb allen Brief- schreibern dringend zu empfehlen, ihre Postsachen in Zukunft sorgfältiger in "den Briefkasten zu werfen und besonders nie- mals Kmder mit dem Einwerfen wichtigerer Sendungen zu

von unS würde gegen den anderen die Waffen erheben. (Hei­serkeit und Beifall.) Daß unser Kongreß einen so schönen Verlauf nahm, verdanken wir in erster Linie den Regierungen, | die ihn beschickten. Sämtliche Staatsoberhäupter, die den Kongreß durch Entsendung von Regierungsdelegierten ausge- I zeichnet haben, dürfen uns als eine freiwillige Schutztruppe, betrachten, der es Ehre und Pflicht ist, in Bescheidenheit und Liebe ihren wohlgemeinten Absichten zu dienen. Zum Zeug­nis dessen, daß dem so ist, sowie zum Zeichen Ihrer re­spektvollen Liebe und Dankbarkeü bitte ich Sie, die Glaser zu erheben und mit mir einzustimmen in den Ruf: die Sou­veräne und Oberhäupter der auf unserem Kongreß versam­melten Staaten leben hoch! (Die Versammlung stimmt mit Händeklatschen und Rufen ein.) Weiter sprachen noch Cheysson, Graff, Suchard und Beigeordneter Dr. Wülffing, aus deren Reden das Gefühl aufrichtiger Genugthuung und wärmsten Dankes über den außerordentlich harmonischen und schönen Verlauf des Kongresses herausklang.

Thür. Gewinnplanes abgesetzt haben. Das hiernach für die große Gemeinschaftslotterie zur Anwendung kommende Hessische Lottcriechstem iinterscheidet sich bekanntlich von den übrigen Staatslotterien dadurch, daß, während dort mit Hilfe einer sehr großen Anzahl von Gewinnen, die nur die Einlage zurückerstatten, die Hälfte der Lose Gewinne erhält, in Hessen erheblich mehr mittlere und größere, überhaupt mehr wirkliche Gewinne ausgespielt werden. Daß die bessere Aussicht auf wirkliche Gewinne

Vermischtes.

Berlin , 26. Juni. Der 23jährige Schächter Schiller gab heute vormittag im Verlaufe eines Streites auf seine Geliebte, die 25jährige Kellnerin Emma Kienast, in deren Wohnung einen Revolverschuß ab und tötete sich dann durch einen Schuß in den Kopf. Die Kellnerin ist nicht gefährlich verwundet.

* Paris, 26. Juni.Libre Parole" will erfahren haben, daß die Familie Humbert sich in drei Gruppen ge­teilt und sich auf verschiedenen Wegen nach Corfu begeben habe. Frau Humbert sei nach England gereist, Louis i d'Aurignac nach Wien, Frederie d'Aurignac und ^räulem Eva hätten sich nach Bari und von dort nach Corfu begeben, hier seien sie am 11. d. zusammengetroffen, wo sie sich noch aufhielten, weil sie sich dort sicher glaubten.

* Aus Paris wird geschrieben: Eine Lebedame gab I in den jüngst vergangenen 4 Jahren bei einem berühmten Damenschneider 310000 Fr. aus. Nun prozessiert sie gegen den Schneider wegen einer Ueberforderung von 20000 Francs. Ihr Anwalt behauptet, man habe einmal für An» in ähen eines Knopfes hundert Franc auf die Rech­nung gesetzt und ähnliche Kleinigkeiten mehr.

'* Niort (Frankreich), 26. Juni. In der Nähe vor Melle entgleiste infolge Schienenbruchs ein Personen. Izug, etwa 30 Personen erlitten Verletzungen,

Ausland.

Loudon, 26. Juni. Unterhaus. In Beantwor­tung einer Anfrage erklärt Cranborne, die abgeänderten Bedingungen für die Zurückziehung derprovisori- schen Regierung aus Lientfin werde vor eine

Deutsches Reich.

Berlin, 26. Juni. Der Kaiser besichtigte heute! vormittag in Kiel die Neubauten auf der Kaiserwerft, besuchte Mittags den Geheimrat Krupp auf seiner Yacht und begab sich später auf das Regattaseld. Zur gestrigen Frühstückstafel an Bord derHohenzollern" war Staats­sekretär v. Tirpitz geladen. Die Kaiserin nahm das Abend­essen beim Prinzen Adalbert ein, und begab sich spater mit dem Prinzen an Bord derIduna", wo auch der Kaiser nach der Abendtafel eintraf.

Eine trauer feier für König Albert von Sachsen fand heute in der evangelisch-lutherischen Kirche in der Annenstraße statt. Eine Trauergemeinde von über 1000 Personen, darunter der sächsische Gesandte Graf Hohenthal, die übrigen Mitglieder, sowie die Damen der Gesandtschaft und zahlreiche sächsische Offiziere, nahm an fier Feier teil. Vollzählig war das Offizier korps des 2. Garde-Ulanen-Regiments, dessen Chef der Verewigte war,

erschienen. t . _

Der Reichskanzler empfing den Professor Dr.

Schulte aus Breslau, der bisher mit der kommissarischen Leitung des historischen Instituts in Rom betraut war.

Der bisherige Minister der öftentlichen Arbeiten p. Thielen hat sich gestern von den verschiedenen Ab­teilungen des Ministeriums, sowie von der Verwaltung des Aeichseisenbahnamtes verabschiedet. Die Verdienste des bisherigen Chefs feierten der Unterstaatssekretär Fleck und Ministerialdirektor Schulz. Nach der Verabschiedung be­grüßte fier neue Minister Budde die Beamten mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß er die gleiche Unterstützung, wie sein hochverdienter Vorgänger, finden werde.

J- Dem'Generalintendanten Grafen Hochberg wurde fias Kreuz und der Stern der Komthure fies Hausordens von Hohenzollern verliehen. . .

Der Direktor der Reichsdruckerei, Geh. Regierungs­rat Wendt, hat seine Entlassung eingereicht, und tritt mit dem 1. Oktober in den Ruhestand.

Der Bundesrat überwies den Entwurf einer Bekanntmachung wegen w e ch s els eiti g er B en ach r i ch - tigung der Militär- und Polizeibehör­den über das Auftreten übertragbarer Krankheiten und den Entwurf eines Gesetzes, betr. W eißp h o s p h o r- zünd war en an die zuständigen Ausschüsse. Dem Aus- schußantrage zu den Beschlüssen des Reichstages zu dem ' Gesetzentwurf, betr. den Servistarif und die Klassen­einteilung der Orte sowie die Abänderung des Gesetzes! über die Bewilligung von Wohnungsgeldzuschus- fen wurde die Zustimmung erteilt.

DerReichscmz." veröffentlicht das Gesetz betr. die Verpflichtung der Kauffahrteischiffe zur Mit­nahme heimzuschaffender Seeleute, welches am 1. April 1903 in Kraft tritt. n .. ... , 3

Der MailänderOsserrvatore Cattollco ist das erste V at i kau b l at t, das über die Aachener Kai­ser r e d e das Schweigen bricht. Das Blatt lobt die Be­handlung der deutschen Katholiken und die ganze Rich-

tung der inneren Politik Deutschlands, die das Reich groß und mächtig mache im Gegensatz zu Frankreich, das unter der Herrschaft der Freimaurerloge immer mehr verliere.

Es gab", fährt derOsservatore" wörtlich fort,aller­dings einmal einen kleinen Kulturkampf im jungen Reich, der einige Zeit andauerte. Aber heute ist jener Kultur­kampf nur mehr eine historische Erinnerung, und die Ka­tholiken können sich über schlechte Behand­lung wirklich nicht beklagen."

Dresden, 26. Juni. König Georg erklärte sich zum Chef des Leib-Grenadier-Regiments Nr. 100, des Garde-Reiter-Regiments und des Feldartillerie-Regiments Nr. 12 und bestimmte: 1) das 7. Infanterie-Regiment Prinz Georg Nr. 106 hat fortan die Benennung 7. Königs- Jnsanterie-Regiment Nr. 106 zu führen unter Beibehalt des bisherigen Namenszuges; 2) das Schützen-Regiment Prinz Georg Nr. 108 behält diese Benennung unter gleich­zeitiger Fortführung des bisherigen Namenszuges auf den Leibriemenschlössern bei; 3) der König verbleibt auch ferner Chef der unter 1) und 2) genannten Regimenter; 4) das 2. Königin Husaren-Regiment 9h:. 19 hat fortan die Be­nennung 2. Husaren-Regiment Königin Karola Nr. 19 zu führen; 5) das 5. Infanterie-Regiment Prinz Friedrich August Nr. 104 erhält die Benennung 5. Infanterie-Regi­ment Kronprinz 9lr. 104, während das erste Königs-Hu- saren-Regiment Nr. 18 fortan die Benennung 1. Husaren- Regiment König Albert Nr. 18 zu führen hat. Wie das Dr. I." meldet, ist die Armeetrauer für die sächsischen Truppen auf sechs Wochen, beginnend mit dem 20. d. M., festgesetzt worden. Am Dienstag wurde im königlichen Schloß sofort nach dem Empfang des Grafen von Posa- dowsky der Präsident Graf Ballestrem vom König Georg in einer Privataudienz empfangen. Dieser drückte dem | Könige Namens des Reichstages das Beileid aus Veran-^ lassung des Ablebens des Königs Albert aus, und brachte dem König Georg ebenfalls Namens des Reichstages seinen Glückwunsch zum Regierungsantritt bar. In herzlicher Weise sprach der König seinen Dank dafür aus.

Stuttgart, 26. Juni. Der Landtag nahm den Kom­missionsantrag an, wonach das Ein komm en unter □00 Mark steuerfrei ist (bisher 350 Mk.) und von dem Einkommen über 100 000 Mark 6 Proz ent er-

nommen.

Wenn man wissen will, wie man vor 2b Jahren über den jetzigen Präsidenten der Republik gedacht hat, schreibt derGaulois", muß man emen unpartei­ischen Chroniqueur lesen, der am Tage nach den Wahlen des Jahres 1876 die Biographieen der neu erwählten Ab­geordneten veröffentlichte. Auf Seite 251 liest man:Lan­det (Emile) 37 Jahre, Advokat, Doktor der Rechte, Con- seiller general, Maire von Montelimar, gehört keiner po­litischen Partei an; er istLoubettist". Seine kleinen Geschäfte treiben und feinen Ehrgeiz befriedigen ist sein Ziel. Emile ist mittelgroß, untersetzt, plump und ohne Vornehmheit... Er ist der beste Mensch von der Welt, gefällig, sanft, aber schlau wie em Normanne . . . j Wollte Maire von Montelimar sein, er ist es gewesen; Conseiller general, ist er gewesen; Abgeordneter, er ist es. . . Im Grunde sehr konservativ, er wird niemals mit den Radikalen stimmen."

Wien, 26. Juni. Die halbamtlicheW. A." ist zu der! Erklärung ermächtigt, daß die Mitteilung über die Absicht, einige Handelsverträge und Konventionen mit dem 31. Dezember zu kündigen, nicht von Seiten der Re­gierung in die Öffentlichkeit gebracht wurde. (Immerhin scheint man aber da mit dieser Erklärung die Absicht zu- I geben zu wollen. D. Red. desGieß. Anz.")

Washington, 27. Juni. Beide Häuser des Kon­gresses nahmen einen Gesetzentwurf an, wonach, wenn die richterlichen Beamten der Regierung entscheiden, daß es möglich sei, einen sicheren Titel für die Besitzrechte der Panama-Gesellschaft zu erlangen, der Präsident die Rechte der Gesellschaft für 40 Millionen Dollars käuflich erwerben soll. Sollte sich ein sicherer Titel nicht erreichen lassen, o solle er den Bau des Nicaragua-Kanals anordnen. Zu diesem Zwecke sollen 130 Millionen Dollars zweiprozen­tiger Goldbonds ausgegeben werben.

Vollversammlung der fremben Vertreter gebracht werben, an ber auch ber amerikanische unb ber japanische Glaubte teilnehmen würden. Der britische Gesandte in Peking Ge­richte, daß das russische Mitglied der proviso- rischeu Regierung, der Tientsin verlaßen habe, nicht erseht werden wird, und daß der russische Gesandte in Peking erklärt habe, er sei nicht ermächtigt, sich daran zu beteiligen, daß der chinesischen Regierung Bedingungen auferlegt werden, die er nicht billigen könne. Der englische Gesandte sei in Kenntnis gesetzt worden, daß er sich bemühen solle, eine Abänderung einiger ber vorgeschlagenen Be­dingungen durchzusetzen.

Paris, 26. Juni. Senat. Die Beratung des An­trages, betreffend Einführung der zweijährigen Dienstzeit wirb fortgesetzt. General 9)tercrer wendet sich gegen die Einstellung von Soldaten aus den Hilfs­truppen. Die gegenwärtige Ausdehnung der Weltpolitik fordere, zuerst die militärischen Angelegenheiten in Er­wägung zu ziehen, darnach erst die sozialen. Das franzo- | fische Heer würde in der Lage sein, dem deutschentzeere die Spitze zu bieten, aber nur unter der Bedingung, daß die Cadres noch mehr ver- ir... , r

stärkt werden. Redner glaubt, daß schließlich durch bie Kurtheaters zu Bad Ems. Am Montag, 30. Ium,

Einführung ber zweijährigen Dienstzeit bie Heeresstärke um Im Stadttheater ein Probcgastspiel des genannten En- 35 000 Mann vermindert und die Kosten noch vermehrt I r^mbles stattfinden. Zur Aufführung gelangt Zellers reizende, werden würden. Frehcinet meint: -ter Militärdienst ^Agdienreiche OperetteDer Vogelhändler". Das sei die heiligste der Pflichten unb müsse von allen m ab-1 nieiooiencemjt . «...

soluter Gleichheit geleistet werden. Wenn alle Franzosen zwei Jahre dienen werben, .werbe bie Ausbilfiung besser

Kein. Die Mehrausgaben werben 25 Millionen nicht über-