Nr. 251
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Zweites Blatt. 152. Jahrgang
Samstag 25. Oktober 1903
Gietzener Anzeiger
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Are heutige Kummer umfaßt 16 Keiteru
Volitifche Tagesschau.
Zu dem Besuche des Kronprinzen vou Dänemark in Berlin schreibt das „Berl. Tagebl.": Lern Besuch eine bestimmte politische Bedeutung zuzuschreiben, wäre mindestens gewagt. Dagegen aber wäre es unschwer, die Reise anders zu deuten, unter anderem mit Hinsicht auf eine im Gerücht so oft eingetretene beabsichtigte eheliche Verbindung eines deutschen regierenden Fürsten mit einer Tochter des dänischen Kronprinzenpaares.
Ter Kronprinz von Dänemark wird auch dem Husarenregiment in Cassel, dessen Chef er seit dem Jahre 1888 ist, einen Besuch abstatten. Daraus läßt sich u. E. entnehmen, daß bei dieser Fürstenreise militärische Beziehungen vorherrschend sein werden. Aber uns will es fd) einen, als ermangele der Besuch auch der politischen Bedeutung nicht. Es ist in ihm doch der Ausdruck der besser gewordenen allgemeinen Beziehungen zwischen Deutschland und Dänemark zu erblicken. Auch oerkehrspolitisch werden ja die beiden Linder demnächst in engere Berührung gebracht: nach Eröffnung der Trajektverbindung Warne- münde-Giedser. Es ist nicht ausgeschlossen, daß für die Eröffnungsjeierlichkeit eine Beteiligung der beiden Höfe verabredet wird. Darüber hinausgehende Wirkungen aber dürfte der Besuch des dänischen Kronprinzen nicht haben. Völlig gegenstandslos ist jedenfalls die Andeutung englischer Blätter, es könnte die Abtretung eines dänisch-westindischen Hafens an Deutschland in Frage kommen. Dieser Hinweis hat den durchsichtigen Zweck, Amerika gegen Deutschland „scharf zu machen", weil die dänisch-amerikanischen Verhandlungen wegen Verkaufs der westindischen Inseln an die Union gegenwärtig auf dem Punkte sind, sich zu zerschlagen.
Die Wehrvorlage in Oesterreich Ungarn.
Tie Wehrfrage, die ja auch den deutschen Reichstag hx nicht ferner Zeit wiederum beschäftigen wird, stand dieser Tage an erster Stelle auf der politischen Tagesordnung der habsburgischen Monarchie. Wie in Oesterreich fast alle öffentlichen Angelegenheiten von Bedeutung Straßendemonstrationen im Gefolge haben, so fehlten solche auch nicht in der Frage der Heeresverstärkung. Die Volksstimmung ist Mehraufwendungen für militärische Zwecke abgeneigt. Von der Marine soll ganz abgesehen werden. Ter habsburgische Staat treibt keine Kolonialpolitik. Oesterreich-Ungarn wird nie sagen, daß seine Zukunft „auf dem Wasser" liege. Seine Marine beschränkt sich fast ausschließlich auf Küstenschutz, demgemäß kann beim Ausbau bet österreichisch-ungarischen Marine von einem großartigen Maßstabe nicht die Rede sein. Gleichwohl hoben die Delegationen an der Forderung für den Neubau von Kriegsschiffen wiederholt Abstriche vorgenommen, und auch jetzt ist die Quote der Erhöhung be£ Mannschaftsbestandes der Marine gekürzt worden.
Gleich Deulschlaiid hat Oesterreich-Ungarn in neuerer Zeit die verhältnismäßig bedeutendste Summe der Ver- volltominnung der Artillerie zugewandt. Es find neue Haubitz-Batterieen organisiert worden, doch die Forderung des erhöhten Mannschafts-Präsenzbestandes für diese Bat- teriecn findet nur zum Teil die Billigung der Delegationen. Das im Kronrat unter Vorsitz des Kaisers Franz Josef beschlossene Kvmpromiv wollte sich „vor der Hand" mit einer Erhöhung der Friedenspräsenz um einige tausend Mann über die von den Delegationen bewilligte Quote hinaus — begnügen. Da setzte die lebhafte Volksagitation ein, und diese hatte einen überraschend schnellen Erfolg, indem sich die Regierung bewogen gefühlt hat, noch ehe die Opposition die eigentliche Kampagne begonnen hat, vorläufig einen vollständigen Rückzug anzutreten. Während bis zum letzten Moment nur die 'Modifikation der Wehrvorlage und die Ermäßigung der geforderten 20 000 Mann auf die schon von der Delegation bewilligten 6000 Mann für die neuen Haubitzbatterieen erwartet wurde, ertlärt soeben- der Honvedminifter Fejervary zur allgemeinen Ucberraschung, daß die Regierung vorläüfig auf die weitere Verhandlung über die Vorlage verzichte, weil sie in Oesterreich noch nicht einmal an die Kommission geleitet werden konnte. Sobald dies möglich, werde die Regierung mit Berücksichtigung der aufgetauchten Wünsche und einer entsprechenden Modifikation die Verhandlungen fortsetzen. Die Opposition äußert ihre Genngthuung über diesen Sieg, und man hält nach diesen Vorgängen die Stellung des Kabinetts nach oben hin für stark erschüttert. In eingeweihten Kreisen verlautet, daß auf die Errichtung der Haubitzenbatterieen derzeit überhaupt verzichtet wird, weil die Probegeschütze nicht als genügend befunden wurden.
Durch solche Gestaltung der Dinge wird der bekannte Satz, Deutschland trage militärisch in erster Reihe die Kosten des Dreibundes, es verausgabe besonders für Heeres- zwecke ungleich größere Summen, als seine Verbündeten, natürlich nicht entkräftet. _________________________________
Deutsches Deich.
Berlin, 24. Okt- '5)er Kaiser und der Kronprinz sind heute nachmittag bei herrlichstem Herbstwetter in Blankenburg im Harz eingetroffen und vom Prinzen Albrecht empfangen worden. Vom Bahnhof fuhren die Herrschaften nach dem Schloß, wo eine Festtafel zu 46 Gedecken ftattfand. Nach derselben war Theatervorstellung- Als Jagdgäste deS Regenten sind ferner eingetrosfen V>inz Heinrich von Preußen, der G-roßherzog von Sachsen-xvei-
mar, der Fürst zu Schaumburg-Lippe, Prinz Eduard von Anhalt und der Fürst zu Stolberg-Wernigerode.
— Reichskanzler Graf Bülow, der, wie gemeldet, gestern im Neuen Palais dem Kaiser Vortrag hielt, war auch zur Kaiserlichen Frühstückstafel geladen. Heute morgen hörte der Kaiser den Vortrag des Eisenbahn-Ministers Budde.
— Die Stellung Bülows — so plaudert die „Rhein.-Westf. Ztg.", soll nicht mehr unerschütterlich sein, sodaß allerlei Kombinationen über die Nachfolgerschaft umlaufen, wobei General v. Hahnke sehr m den Vordergrund tritt, der sich erholt haben soll. (Vorläufig erscheint uns ein solches Gerede über die Stellung Bülows verfrüht.)
— Ter rumänische Ministerpräsident B r a t i a n o, der gegenwärtig in Berlin weilt, hatte heute eine Besprechung mit dem Reichskanzler Grafen Bülow. Graf Bülow hatte pater eine Unterredung mit dem sächsischen Kriegsminister v. Hansen.
— Trotzdem im Befinden des Fürsten Eulenburg, wie bereits gemeldet, eine leichte Besserung eingetreten ist, kann, wie von amtlich wohlunterrichteter Seite mitgeteilt wird, es nunmehr als feststehende Thatsache betrachtet werden, daß der Fürst nach Ablauf seines Urlaubs nicht nur von seinem Berliner Botschafterposten Äurüdtritt, sondern übert)a.Wpt aus dem Staats- >ienste scheidet.
— Die R^dichstagskommission für die Kin- derarbeitsvorlage nahm unverändert den Paraara- rhen 2 an, welcher das Gesetz auf Kinder unter 13 Jahren unb ältere, soweit sie noch volksschulpflichtig find, erstreckt. Ein Antrag Wurm (Sozialists statt 13 Jahre 14 zu setzen, wurde mit 7 gegen 7 Stimmen abgelehnt. Sodann genehmigte die Kommission den Paragraphen 3, der bestimmt, was als eigene bezw. fremde Kinder anzusehen ist, nur wurde dabei auf Antrag Wurm mit 10 gegen 9 Stimmen die Bestimmung gestrichen, nach der and) zur gesetzlichen Zwangserziehung überwiesene Kinder als eigene gelten sollten. Weiterberatung Dienstag.
— Eine Gruppe polnischer Anarchisten wendet sich mit einem Aufruf an die polnischen Anarchisten Deutschlands und Oesterreichs, in dem es u. a. heißt: Eine Gruppe, junger, kampfeslustiger Anarchisten hat sich zusammen geschlossen und ist entschlossen, ihre ganze Energie und ihre ganze Leidenschaft aus die revolutionäre Propaganda zu richten, und nicht auszuruhen, bis das polnische Proletariat, das noch durch Grenzpfähle getrennt ist, die revolutionären Traditionen der Warschauer Kämpfer wieder aufgenommen hat.
Breslau, 24. Okt. Wie die „Schl. Ztg." meldet, wurde durch königl. Erlaß vom 1. Oktober Prinz Hans Heinrich XV. von Pleß, Graf von Hochberg, auf Schloß Fürstenstein, zum Mitgliede des Herrenhauses auf Lebenszeit berufen.
Münch en, 24. Okt. Justizminister Leon rod hat seine Gut lass ung eingereicht.
Heer und Flotte.
Cobleuz, 24. Okt. Generalleutnant von Deines begrüßte heute im Offizierkasino das gesamte Offizierkorps der hiesigen Garnison und übernahm das Kommando des 18. Armeekorps.
Ausland.
London 24., Okt. Nach dem „Daily Chrvnicle" sind die Burengenerale über das Ergebnis ihrer europäischen Reise enttäuscht. Tewet will sofort nach Südafrika zurückkehren. Dagegen ist Botha für Fortsetzung der Reise.
— Die „Times" meldet ans Peking: Die Bedingungen, die Teutschland und Frankreich für die Räumung Shanghais aufstellten, sind nahezu die gleichen. 1. betont Deutschland, es wolle, da die Besetzung und Räumung Shanghais gemeinschaftlich geschehen sei, auch an jeder späteren Besetzung teilnehmen; 2. soll China sich verpflichten, keiner anderen Macht irgendwelches Vorzungsrecht politischer, militärischer, maritimer oder wirtschaftlicher Natur im Yangtsethale zu gewähren, wobei die Bestimmung betr. die ökoiromischen Vorrechte sich nur auf Staaten, nicht auf Einzelpersonen bezieht; 3. soll China sich verpflichten, keiner anderen Macht irgendwelches.Vorzugsrecht irgend einen Punkt am Yangtse zu besetzen, der den Fluß unterhalb oder oberhalb Shanghais beherrscht. Tie französischen Bedingungen find ähnlich, nur erklärt Frankreich in der ersten Bestimmung mit geringerer Deutlichkeit, daß es sich im Falle einer späteren Besetzung die Freiheit seines Handelns Vorbehalte, und im 2. Punkt fehlt die Erwähnung wirtschaftlicher Vorteile; ganz China gab am 15. Oktober beiden Gesandtschaften die formelle Annahme dieser Bedingungen bekannt.
Madrid, 24. Okt. In den galizischen Gewässern überraschten spanische französische Fischer, die in Spanien 0erbotene Schleppnetze verwandten. Tie bedrohliche Haltung der Spanier zwang die Franzosen, nach Ferrol zu flüchten. Sie beklagten sich beim Konsulat, daß die Spanier eine Enterung beabsichtigten. Ter Generalkapitän leitete eine Untersuchung ein. Nach Coruna wurde etzi Kanonenboot entsandt, weil ein Zusammenstoß befürchtet wird. In den galizischen Städten herrscht große Aufregung.
Wien, 24. Okt. Hebet die Ursachen des auf fallend langen Fernbleibens des Botschafters Fürsten Eulenburg vom Wiener Hofe wird der „Allg. Korr." von einer, hohen Militär kreisen angehörenden Persönlichkeit mitgcteilt: Gelegentlich des Besuches des deutschen Kronprinzen am Wiener Hofe hielt dieser bei der Hvf- tafel eine Rede und :r, ba er an einem fremden Hose
feine erste Rede hielt, etwas befangen. Diese Befangenheit veranlaßte die jüngeren Erzherzöge, vor allem den Thronfolger, in eine allseitig bemerkbare Heiterkeit auszubrechen. Ter Kaiser, welcher den deutschen Kronprinzen liebgewonnen hatte, wußte zwar für den Augenblick den unangenehmen Eindruck dieses Vorfalles zu verwischen und war durch liebenswürdiges Benehmen gegenüber dem Gaste bemüht, den deutschen Kronprinzen in ein freundschaftliches Verhältnis gegenüber b em österreichischen Thronfolger zu bringen. Ter geschilderte Vorgang aber hatte gleichwohl eine Entfremdung zur Folge, die insbesondere auch durch längere Abwesenheit Eulenburgs von Wien zum Ausdrucke kam. Eine Dom Kaiser gern gesehene persönliche Aussprache zwischen dem deutschen Kronprinzen und dem österreichischen Thronfolger kam nicht zu Stande; die Entfremdung kam vielmehr auch- dadurch ^um deutlichen Ausdruck, daß gelegentlich der Kaisermanover, zu denen der deutsche Kronprinz gekommen war, die beiden jungen Fürsten miteinander gar nicht verkehrten. Ter überaus liebenswürdige Empfang des Kronprinzen durch den Kaiser soll sogar Hrsache gewesen fein, daß die damals unaufgeklärt rasche Uebernahme des Protektorats über den katholischen Schulverein seitens des Thronfolgers als ein von einflußreichen Kreisen vorbereiteter Trumpf gegen das protestantische Hohenzollernhaus ausgespielt wurde. (Es dürfte sich empfehlen, diese Mitteilungen mit aller Reserve wiederzugeben. .
Petersburg, 24. Okt. Tas Befinden der Zarin ist ausgezeichnet.
— Nach Meldung eines Wladiwostoker Blattes überfielen chinesische Eisenbahnarbeiter zwischen den,Stationen Jmyupo und Weissuche westlich Don Charbin eine dort stehende Abteilung Eisenbahnschutztruppen. Fünf russische Soldaten wurden von den Arbeitern erschossen und einer mit Schaufeln erschlagen. Es wurde eine neue, 10 Mann starke Abteilung an den Thatort geschickt, allein auch sie wurde in der folgenden Nacht angegriffen; darauf wurden weitere Truppenabteilungen abgesandt.
Washington, 24. Okt. Kommandeur Bechler, der frühere Atarineattachee in Berlin, überbrachte gestern dem Präsidenten Rovseoelt die Grüße Prinz Hein- richs. Er teilte auf Befragen des Präsidenten seine Ansichten über die europäischen Marinen mit und stellte dabei die deutsche Marine wegen ihres ausgezeichneten Personals am höchsten. Er sagte, die deutsche Flotte, sei an thatsächlichen kampffähigen Schiffen dreimal fo stark wie die amerikanische.
Born französischen Ausstand.
In Dünkirchen ist der Donnerstagabend ziemlich ruhig verlaufen. Eine Deputation der Ausständigen begab sich zum Präfekten und teilte mit, daß die Streikenden jede Verantwortung für die Tumulte ablehnen. Zahlreiche Patrouillen durchzogen in der stacht die Straßen. Alle öffentlichen Gebäude find militärisch besetzt. Die Meldung, daß über die Stadt der Belagerungszustand verhängt worden sei, bestätigt sich nicht. Die Truppen sind augenblicklich noch mit der Zerstörung der von den Ausständiaen errichteten Baracken beschäftigt. Bei den Unruhen wurden zahlreiche Personen verwundet, darunter der Polizei-Ti- rettor, ein Offizier, zwei Kommissare, sechs Polizeiagenten und zwei Gendarmen. Tie Zahl der verletzten Ausständigen ist noch nicht bekannt. Am Freitag früh trafen bedeutende Truppen-Verstärkungen ein. Mehrere Hafenarbeiter suchten die Arbeit wieder auszunchmen, mußten jedoch infolge der Drohungen von Streikenden den Versuch wieder aufgeben. Die Grubenarbeiter verlangen, daß fünf Personen, die während der Kundgebungen verhaftet wurden, aus der Haft entlassen werden.
Tie Kammer des Fachvereins der Hafenarbeiter erließ eine Kundgebung, in der energisch gegen die von „sogenannten Hafenarbeitern" begangenen Ausschreitungen protestiert wird. Sie weist ferner alle Arbeiter an, die Arbeit wieder aufzunehmen. Die Dockarbeiter haben mit 1711 gegen 481 Stimmen beschlossen, die Arbeit wieder aufzunehmen.
Im Kohlenbecken von Pas de Calais ist die Lage des Ausstandes unverändert. In Drocourt und Courriöres ist die Nacht unruhig verlausen. Mehrere Fensterscheiben wurden eingeworfen. Eine Person wurde verhaftet. In Lens wurden zwei von nichtseiemden Arbeitern bewohnte Häuser verwüstet.
Eine Besprechung des Ministerpräsidenten mit dem Nationalkomitee der Grubenarbeiter dauerte zwei Stunden. Es kamen alle Forderungen der Grubenarbeiter zur Sprache. Das Komitee erklärte sich zur Annahme eines Schiedsgerichts bereit, das über die Festsetzung von Mindestlöhnen und Regelung der Arbeitszeit entscheiden solle. Tie Frage der Ernennung der Schiedsrichter wurde noch nicht erörtert. Im Ministerrate gab Ministerpräsident Combes eine Darlegung der Lage in den verschiedenen Kohlenbecken. Er versicherte, in Calais und Boulogne arbeiteten sämtliche Hafenarbeiter wieder.
In Marseille verhalten sich die in den Ausstand getretenen Tockarbeiter ruhig. 9iur die Auslader streiken noch, während die übrigen Hafenarbeiter weiter arbeiten. Tie vorhandenen Kohlenvorrate belaufen sich auf 600000 Tons.
Aus tzludt und Aund.
Gießen, den 25. Oktober 1902.
** Dom Taufstein. Der Vogelsberger Höhen- Klub geht schon seit Jahren mit dem Gedanken um, an Stelle der beiden aliersschwachen Holztürme , auf dem höchsten unserer hessischen Berge, dem Taufstein, enumi


