Ausgabe 
24.2.1902 Zweites Blatt
 
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Dbg. Richter bemüht sich, dem Minister mehrere Widersprüche in seiner gestrigen Rede nachzuweisen. Die Verantwortlichkeit des Ministers bestehe nicht darin, daß er nicht antworte. Die M i n i st e r v e r a n t w o r t l i ch -- feit sei altpreußische Tradition. Sic habe schon lange vor der Versüssung bestanden. Wenn der Minister von Hammer st ein, wie aucy kürzlich Graf Bülow, sich ihr entziehen wollten, so entspräche das höchstens meck­lenburgischer Auffassung. (Stürmische Heiterkeit.) Wenn die Minister lediglich gegenzeichnen sollten, wodurch unter­schieden sie sich denn von Kanzleibeamten? Der Minister habe gesagt, es habe den Eindruck gemacht, als ob die Liberalen politische Gesichtspunkte in die Angelegenheit hätten hineintragen wollen, er wisse es aber nicht. Wenn er es nicht wisse, wie könne er es dann sagen? Das sei eine Verdächtigung. Redner erwähnt dann dre letzten unliebsamen Zwischenfälle zwischen Berlin und der Krone, erklärt, daßDenkmalsentwürfeund Künst­ler derStadtBerlinförmlich aufgezwungen würden, und meint, alles das gebe böses Blut und komine nur der Sozialdemokratie zu Gute. Wolle die Negierung das vermeiden, müsse sie von Eingriffen in die Selbstverwaltung sich ftrnhalten.

Minister v. Hammer st ein bedauert, der Beredsam­keit Richters nicht gewachsen zu sein. Richter habe seine gestrige Rede zerpflückt; aber alle schönen Lockungen wür­den ihn nicht aus seiner Reserve herausbringen. Er könne Richter nicht als Richter über königliche Befugnisse anerkennen, und nehme auch das Odium einer dem Abg. Richter unangenehmen königlichen Anschauung nach alt­preußischer Tradition gern auf sich und überlasse dem Hause das Urteil über sein Verhalten. (Beifall rechts, Gelächter links.) _ , ,

Im weiteren Verlauf der Verhandlung nennt Geherm- rat Falkenhayn die Wiederwahl Kauffmanns eine,Laune"derBerlinerStadtverordneten und meint, auf die Bestätigung werde Berlin bis zum St. Nimmerleinstage warten können.

Erstere Aeußerung ruft große Erregung auf der Linken hervor, der Präsident erklärt jedoch auf Grund der Geschäftsordnung nichts dagegen thun zu können, da eine Beleidigung nur dann in dem Worte liege, wenn es auf bestimmte Personen angewendct würde.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 24. Februar 1902.

- Audienzen. Der Großherzog empfing am 22. Fe­bruar u. a. den Professor der Tierheilkunde Gmein er von Gießen und den Eisenbahnsekretär Rullmann von Gießen.

** Ernennungen. Ernannt wurde der Gefangenwärter am Landeszuchthaus Marienschloß Schmalz zmnGefcmgen- aufseher an dieser Anstalt mit Wirkung vom 24. Februar an und der Kanzlist bei der Direktion der Main-Neckar-Eisenbahn Trompp zu Darmstadt mit Wirkung vom I.^März an zum Ministerialkanzlisten bei dem Ministerium der Finanzen.

** Jubiläum. Am Samstag waren 25 Jahre ver­gangen, seit Herr Daniel ft u h l L, Küfer der Firma Ge­brüder Schwan, in den Dienst der Firma trat. Diese ehrte den Jubilar durch Uebertveisung entsprechender Geschenke. Hoffentlich ist es dem treuen Arbeiter noch recht lange vergönnt, seinem Berufe in vollster Rüstigkeit nach- zugehen. e u e e , 23. Febr. Am Samstag abend hielt der GesangvereinLiedertranz" in dem prächtig geschmück­ten Saale der Wirtschaft von Steinmüller sein Winterfest ab. Die Feier war seit Bestehen des Veveins unstreitig die schönste. Ungeachtet der Krisis, die der Verein durch­zumachen hatte infolge Austritts einer nicht unbedeutenden Anzahl aktiver Mitglieder, die sich dem Gesangverein des Arbeiterbildungsvereins anschlossen, wurden die Gesänge doch dank der Mitwirkung der Ehrenmitglieder musterhaft vorgetragen. Auch für die Erheiterung der Gäste wurde durch Aufführung schöner Couplets und humoristischer

Gesamtspiele, bestens gesorgt. Sämtliche Darsteller ernteten reichen Beifall , .

§ Butzbach, 24. Febr. Der Mctzgerbursche, der in Gießen, wie wir in Nr. 30 berichteten, an fang Februcw mittels falscher Rechnung einen Betrug versuchte, ist kürzlich hier in Untersuchungshaft genommen und feilte nach Gießen gebracht worden, da ihm mehrere solche Fälle zur Last gelegt werden. .

rf. Friedberg, 23. Febr. Am 21. Februar fand rn einem neuerbauten Hause in der 9iähe des Bahnhofes eine Gasexplosion statt. Die Wirkung war so gewaltig, daß zwei große Ladenscheiben und die Haustbür völlig zertrüm­mert wurden. Zum Glück konnten sich die in dem Raume befindlichen Arbeiter noch rechtzeitig bis auf einen retten, der am ganzen Körper, besonders im Gesicht, Brandwunden davontrug. Heute sollte die Aufführung der Werning- schen Kriegs festspie le geschlossen werden. Da jedoch der Andrang des Publikums so groß war, daß zahlreiche Personen zurückgewiesen werden mußten, finden auf all­gemeinen Wunsch noch am 24. und 25. zwei Vorstellungen l'tatt. Die Einnahme war so gut, daß voraussichtlich ein Ueberschuß von ea. 2000 Mark erzielt werden wird. Der Reifeprüfung am hiesigen Gymnasium unterzogen sich am Samstag vier Abiturienten; davon wurden zwei von der mündlichen Prüfung dispensiert, von den beiden anderen bestand nur einer. Die im Besiüe des Apothekers Georgi befindliche Hosapotheke wurde ßiim Preise von 240 000 Mark verkauft. Sie soll s. Z. von dem seitherigen Besitzer für 140 000 Mark gekauft worden sein.

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C. Naumann, Seifen- u. Parfümeriefabrik, Offenbach a-M.

Freiwillige Gesellen - Prüfung |

des

Ortsgewerbevereins Gießen.

Es werden hierdurch alle Handwerkslehrlinge von Gießen und Umgegend, welche ihre Lehrzeit in diesem Frühjahr ganz oder nahezu beenden, beziehentlich im vorigen Jahre hereits ausgelernt hatten, aufgefordert, sich an der freiwilligen Gesellenprüfung zu beteiligen.

Die Prüfung ist kostenfrei

Anmeldungen sind spätestens bis zum 16. März d. I. m der Gewerbeschule Asterweg 25 abzugeben, wo­selbst auch nähere Auskunft zu erhalten ist.

Gießen, am 20. Januar 1902.

Der Gesclleuprüf uugS-AnSschutz:

Traber. 654

Holzversteigernng

in den Waldungen der Kemeinde ZLersrod.

Es kommen zur Versteigerung:

Mittwoch den 26. Februar in den Distrikten Hainbach, Unteres-Häuschen und Hohlen­

graben:

16 rm Buchen-Scheitholz, 110 rm Eichen-Reifer,

170 Knüppel, 2 Stöcke,

122 Reiser, 18 Nadel-Reiser,

92 Stöcke, 9 Stöcke.

2 Eichen-Knüppel,

23 Eichen-Stämme von 13 bis 41 cm Durchmesser, 6

15 m Länge 8,80 fm,

52 Nadel-Stämme mit 10,80 fm.

bis

300 Derbstangen n 27,75

337 Reisstangen 0,77

Donnerstag den 27. Februar

in den Distrikten Ober-Häuschen, Wamberg und Rosenberg:

5 rm Eichen-Knüppel, 86 rm Nadel-Stöcke,

79 Nadel- 56 , Reiser,

5 Eichen-Stämme mit 0,98 fm,

11 Derbslangen 0,84

14 Nadel- 0,80

Der Anfang an beiden Tagen ist morgens 9 Uhr.

Zusammenkunft im Ort.

Bersrod, den 21. Februar 1902.

Großherzogliche Bürgermeisterei Bersrod.

Stroh, Beigeordneter. 1530

Permanente Ausstellung moderner

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von Mk. 800 bis Mk. 2000..

Fritz Nowaok,Scltersweg66

parterre und erste Etage. 1101

Verlobten besondere empfohlen.

Vergebung von Kauarbeiten.

Die zur Ausführung von 4 Wohnhäusern nebst Ein­friedigungen an der Crednerstr. erforderlichen Arbeiten als: 1) Erd- und Maurerarbeiten, 2) Trägerlieferungen, 3) Zimmerarbeiten, 4) Dachdeckerarbeiteu, 5) Spenglerarbeiten, 6) Tüncher- und Anstreicher­arbeiten, 7) Glaserarbeiten, 8) Schreinerarbeiten, 9) Schlosierarbeiten, sollen vergeben werden.

Pläne und Bedingungen können im Bureau des Archi­tekten Gust. Hamann, Berg­straße 11 in den Vormittags­stunden eingesehen werden.

Angebote auf Arbeiten der einzelnen Branchen, sowie auch Angebote auf Uebernahme der gesamten Bauarbeiten für eine Pauschalsumme sind bis zum 5. März d. Fs., mittags 12 Uhr bei dem unterzeich­neten Direktor, Gartenstraße 11, einzureichen. 1544

Zuschlagsfrist 14 Tage.

Gießen, 22. Februar 1902. Baugenossenschaft des evang. Arbeitervereins zu Gießen.

Eingetr. Gen. m. b. H. Doe ring.

dou LtrchcnbMckiten.

Die zum Neubau einer Kreisstratze von Stangen­rod nach derStratze Lumda- Atzenhain erforderlichen Ar­beiten und Lieferungen und zwar: veranschlagt zu

Erdarbeiten 9164^0 M. Herstellung einer

Stützmauer in

Stangenrod 406,

Erbauung einer

Brücke über

die Lumda 6 799,16 , Zementrohrlieferung804,60 Rohrlegungsarbeiten 99,60 Pflasterungen 1040, Chaussierungen 13 322,85 , ollen im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden.

Angebote sind bis Dienstag, den 4. März l. Fs., Nach­mittags 3Uhr im Amtszimmer des Unterzeichneten, woselbst Voranschläge, Pläne und Be­dingungen zur Einsicht offen lugen, abzugeben.

Gießen, den 20. Febr. 1902. Der Großh. Kreisbauinspektor. ________Stahl. 1553 Hohmrsteigerung Donnerstag, den 27. Febr. 1902 von vormittags halb 10 Uhr an, soll in dem Anneröder Gemeinde-Wald in

Kaufmännischer Verein und Ortsgewerbeverein Giessen. Mittwoch den 26. Februar, abends 8% Uhr präzis, in Steins Saalbau.

Siebenter W ertrag Herr Dr. Hugo Grothe, Forschungsreisender, Wiesbaden:

Von Konstantinopel ins Herz Kleinasiens.

Eine Fahrt auf deutscher Eisenbahn.

Mit 80 künstlerisch kolorierten Lichtbildern.

Eintrittskarten für Mich tmlt gilt der sind zu 50 Pfg. abends an der Kasse zu haben. 1522

Die Vorstände.

den Abteilungen 1 Dornberg, 6 Krähenholz und 12 Rothe- buche nachverzeichnetes Holz versteigert werden.

A. Bau- und Wertholz.

9 Eichenstämme 1939 cm Durchmesser, 614 m lang, 5,18 im haltend. 310 Fichten­stämme 1332 ornDurchmesser, 820 m lang, 118,55 fm haltend. 421 Fichtenderbstangen 813 cm Durchmesser, bis 18 m lang, 47,61 fm haltend.

B Brennholz.

32 rm Buchenknüppel, 8 rm Nadelknüppel, 2600 Buchenwellen, 400 Eichenwellen, 1290 Nadelwellen, 14 im Buchenstockholz, 17 rm Nadelstockholz.

Die Zusammenkunft ist am Waldeingang am Oppenröder- weg und Müllerweg.

Annerod, den 22.Febr.1902. GrohherzoglicheBürgermeisterei

I Annerod.

Hör». 1548

hfräischer Verein.

Lamstag de« 8. März, Abends 8 Uhr im Caf« Leib:

Abendunterhaltung,

bestehend in

Konzert, Theater und Tanz.

Die besonderen Einladungen folgen in den nächsten Tagen und werden bezügliche Wünsche der Mitglieder rechtzeitig erbeten,

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Die Gemeinde Daubringen beabsichtigt ihr bis jetzt ge­fälltes Stammholz, bestehend in 7 Eichen-Stämmen bis zu 51 cm Durchmesser und 5 m Länge sind 2,64 fm, 135 Nadel-Stämme bis zu 29 cm Durchmesser und 18 m Länge sind 58,31 fm, L Riester- Stämme sind 0,62 fm, auf dem Wege schriftlichen Ange­bots zu verkaufen. Kauflieb­haber wollen ihre Angebote bis zum 28. Februar l. Js. einschließlich auf jedes Sorti­ment bei der unterzeichneten Bürgermeisterei schriftlich ein­reichen. Genehmigung wird 3 Tage vorbehalten. Das Holz wird auf Verlangen von Forstwart Hilberg dahier vor­gezeigt. 1547

Daubringen, 20. Febr. 1902.

Großh. Bürgermeisterei Daubringen.

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