Ausgabe 
24.2.1902 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Montag S4. Februar LSOS

ISS. Jahrgang

Zwettes Blatt.

z>ie heutige Mmmcr umfaßt 10 Seite«.

politische Wochenschau.

Gehörte in der vorherigen Woche der hohen, der aus­wärtigen Politik daß Hauptinteresse, so bildeten diesmal wieder die inneren, speziell die Hollpolitischen Fragen das punctum Bacons aller Erörterungen, die sich allmählich mehr und mehr nach einer besümmten Richtung hin konzentrieren. In tagelangen vertraulichen Pourparlers hinter den Koulissen hatten in der Zollkommission die Konservativen mit dem Zentrum und einigen Nationalliberalen sich auf einen Vor­schlag geeinigt, der etwa die Mitte dessen bildete, waS die Regierung in ihrem Entwurf geben wollte und was auf der anderen Seite die Agrarier verlangten, aber gelang es schon nicht, alle Elemente der Mehrheit auf diesen Kompromiß zu einigen, so machten den nach dieser Richtung hin sich be­wegenden Hoffnungen die verb. Regierungen ein Ende. Die Absage, die Graf Bülow verlautbaren ließ, war bündig und unzweideutig. Es hieß, daß nicht nur der Kompromiß un­annehmbar für die Regierungen sei, sondern alle ferneren Bemühungen, eine Einigung außerhalb der Grenzen des Ent­wurfs herbeizuführen, zwecklos wären.' In denmaß­gebenden" Kreisen der Zolltarif-Kommission neigt man jetzt, wie es heißt, zu der Ansicht, daß spätestens am Donnerstag die Abstimmung über die Getreidezölle erfolgen wird. Es verlautet, Bayern werde nun auch eine wichtige Erklärung geben, nachdem dos soeben Württemberg gethan hat. (Vergl. unser heutiges Morgenblatt.) Unter den größeren Bundesstaaten herrscht zweifellos völlige Einigkeit und ebenso innerhalb der einzelnen Regierungen. Es hieß, daß der preußische Landwirtschafts-Minister von Podbielski eine Erhöhung der landwirtschaftlichen Zölle über den Entwurf der verbündeten Regierungen hinaus ansttebe. Die Nordd. Allg. Ztg." beeilt sich aber dieses Gerücht als er­funden zu erklären. Wie die Sache enden wird? Wird wirk­lich der ganze Tarifentwurf zu Falle kommen, wie die Demo­kraten meinen, oder wird eine knappe Mehrheit das Werk ohne besondere Liebe gegenüber einer entschlossenen Oppositton durchsetzen? Einstweilen liegt weder nach der einen noch nach der anderen Richtung hin die Notwendigkett vor, sich darüber

Gießen, 20. Februar 1902.

Betr.: Ausführung des Gesetzes vom 10. September 1878 über den Schutz der in ftemde Verpflegung gegebenen Kinder unter 6 Jahren.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Ärotzh. Bürgermeistereien der Landgemeinden de» Ärcises.

Bei der Prüfung der für das Jahr 1901 ausgestellten UeberwachungSbogen obigen Betreffs hat sich wieder eine Reihe von Anständen ergeben. Wir verweisen für die Zu­kunft auf das Amtsblatt ohne Nummer vom 3. April 1900 zur pünktlichen Nachachtung, insbesondere bezüglich der durch den Arzt vorzunehmenden vierteljährlichen Revision.

v- Bechtold.

Theater, Kunst und Wissenschaft.

Es lebe das 2eben", Sudermann's neuestes dra­matisches Werk (Verlag von I. G. Cotta in Stuttgart), wurde am Samstag in Frankfurt mit geteiltem Beifall aus­genommen. Die geistreiche Dialektrk des Thesenstückes ver­mochte das große Publikum nicht zu fesseln, das die mit­reißende Dramaük des großen Bühnenlechnikers vermißte. Man stand dieser vornehmeren Kunst Sudermann's überrascht gegenüber. Das .Stück ist m. E. von feinerem Geist als alle ftüheren Dramen Sudermann's. Frl. Boch zeigte als die so starkgeifttge als fcinncroige Beate große echte Kunst, in­timste Seelenmalerei, bis ms kleinste innerlich durchempfunden. Einen ganz prächtigen allpreußischen Landedelmann schuf Herr Diegelmann. Herr Bauer dagegen wußte aus dem mehr passiven reumütigen Ehebrecher nichts rechtes anzufangen. Eine episodenhafte Satyrgestalt übertrieb leider Herr Bolz. Wohl» thuend wirkte in niedlicher Backsischrolle mit inniger Gefühls- kunst Frl. Sangora, und als hervorragender Charatler- darsteller erwies sich rotebennn Herr Hermann, diesmal in kleiner Aufgabe. Angemessenes leisteten in kleineren Rollen die Herren Fricke, Pfeil, Reimann, Szika und Bayrhammer. P. W.

Aus Hamburg meldet man: Sudermanns Drama Es lebe das Leben!" hatte bei seiner Erstaufführung im Deutschen Schauspielhause einen sich von Akt zu Akt steigern­den starken Erfolg. Auch m Wiesbaden hatteEs lebe das Leben!" im Residenztheater einen großen, nachhaltigen Erfolg.

Preußisches Abgeordnetenhaus.

Tas Haus setzt die Beratung des Etats des Ministe­riums des Innern fort. Abg. Kirsch betont, daß, welches auch die Gründe für Sttrdtrat Kaufmanns N i ch t b e st ä t i g u n g zum zweiten Berliner Bürger­meister waren, aus der Angelegenheit für ihn persönlich nicht Unehrenhaftes abgeleitet werden könne.

Nr. 4«

Mrscheint tägNch außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener zamilien- biätter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Der» lag der Brüh l'scheu Univers.'Buch-u.Stem- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei:

Schulstraße 7.

Ldresse für Depeschen: Anzeiger Gieße«.

FernsprechansckilußNr.51.

den Kops zu zerbrechen. Möglicherweise wird der Reichs­kanzler es für geraten halten, die Entscheidung über Tarif und Handelsverträge einem andern Reichstage zu überlassen.

Ueber den Ereignissen in der Zolltarif-Kommission ver­gessen es die Parlamente nicht, wichtige Volksinteressen zu vertreten. Am Dienstag trat in Darmstadt die Zweite hessische Kammer zu sehr wichtiger Arbeit zusammen. Gleich in ihrer ersten Sitzung gelangte das Regentschaftsgesetz zur Annahme, dem auch die Sozialdemokraten zustimmten. In der nächsten Sitzung kam dann der Ulrich'sche Anttag auf Mllderung dec Arbeitslosigkeit zur Sprache. Der Ministerial- rat Braun gab eine ebenso eingehende als bemerkenswerte Er- lärung ab. Bei uns zu Lande sieht es also keineswegs so chlimm als anderorts aus. Die Ausschußanträge, die vor­nehmlich auf Einführung einer leider noch in weitem Felde liegenden Reichsversicherung gegen unverschuldete Arbeits­losigkeit abzielen, wurden angenommen. Man gewann all- eitig den Eindruck, daß unsere Regierung ernsthaft bemüht ist, das Ihre zu thun zur Milderung des schweren Miß­standes. Weiterhin genehmigte die Kammer die Anträge auf Einführung einer staatlichen Mobiliarversicherung. Dagegen wurde vom Regierungstische aus die Einführung einer obli­gatorischen staatlichen Viehversicherung für unangebracht er­klärt, aber staatliche Schlachtviehversicherung in Aussicht ge­stellt. Am Freitag gab dann Finanzmmister Dr. Gnauth einen Ueberblick über die wenig rosige Finanzlage des Landes und die Notwendigkeit der Erhöhung der Vermögenssteuer, Mitteilungen, die mit geteilten Empfindungen, ausgenommen wurden. Wesentliche Bedeutung haben auch die Erklärungen des Finanzministers, daß die Erste Kammer sich von der Notwendigkeit einer Korrektur der Vermögenssteuer überzeugt habe, und daß es sich nicht um eine dauernde Erhöhung um 20 Pfg. pro Tausend handle, sondern vorerst um eine jedes­malige Festsetzung für ein Jahr. Immerhin aber liegt unseren Volksvertretern das Destzit unsanft im Magen. Die Finanz­klemme ist groß. Finanzministerium wie Finanzausschuß haben zweifellos mit anerkennenswerter Gründlichkett die Ausgaben­etats zu verringern sich bemüht. In erster Linie trifft ja die Schuld an unserer Geldnot das Reich, dessen Finanzen sich in schlimmer Unordnung befinden. Was nützen da die paar Abstriche, die die Budgetkommission de8 Reichstags vorge­nommen hat an der ostasiatischen Besatzungsbrigade l Wie sich dazu das Plenum verhalten wird, bleibt zudem noch ab­zuwarten. Allerdings hat der Militäretät reichliche Ge- legenhett geboten zu oppositionellen Reden.

Der Gumbinner Prozeß und die verschiedenen Zweikämpfe haben die Oeffentlichkeit noch zu sehr beschäftigt, als daß unsere Reichsboten sie hätten unbesprochen laffen können. Man brachte einzelne Mängel vor, die der Prozeß Krosigk an der Milttärstrafprozeßordnung enthüllt hat, und es wurde dem Regierungskommissar die Rolle des Verteidigers des lückenhaften Rechtswerkes nicht leicht. Jedenfalls scheint dar- gethan worden zu sein, wie unzeitgemäß das Institut der Gerichtsherren ist. Gegen das Duell zog man im Reichs­tage wie im preuß. Abgeordnetenhause zu Felde, und es wurden manche guten Worte vom Regierungstische laut, die man nur leider nicht allsobald in Thateu umsetzen wird. Uebrigens hat noch in keinem Jahre das preußische Justiz­wesen zu so viel Aussetzungen Veranlassung gegeben, wie es diesmal der Fall gewesen ist.

Der Bruder des Kaisers, Prinz Heinrich hat jetzt das Ziel seiner Reise, den Hafen von Rewyork erreicht. Hinterlassen die Ovationen, die drüben vorbereitet sind, auch nur einen ganz bescheidenen Teil ihres Umfanges asls bleibenden Eindruck, dann laßt sich schon jetzt sagen, daß der Besuch des Prinzen Heinrich in Amerika auf die Bezieh­ungen des Deutschen Reiches zum Westen nicht ohne Ein­fluß bleiben wird. Ist doch die Hoffnung offen ausge­sprochen worden, daß die Reise eine bessere Verständigung zwischen den beiden großen Nationen zur Folge haben werde, und die Ausnahme, welche die bekannten englrschen Jntriguen in den Vereinigten Staaten fanden, scheint zu beweisen, daß diese Hoffnung jenseits des Atlantischen Ozeans geteilt wird. Vor allem wird man wünschen müssen, daß die handelspolitischen Beziehungen, die nicht gerade zum besten sind, eine beiden Parteien ersprießlichere Form annehmen und daß sich auch auf dem Gebiete der auswär­tigen Politik, also der Politik anderen Staaten gegenüber, Berührungspunkte finden, die ein event. gemeinsames Vor­gehen ermöglichen.

Seit England mit Japan sich verbündet und auch, wie sich neuestens herausstellt, Italien für seinen Bund zu gewinnen versucht hat, hat sich die Weltlage doch insofern verschoben, als die Interessen im Osten nicht mehr so un­gleich vertreten sind, wie bisher, wo England an Stärke den anderen Staaten nachstand. Deshalb und nur deshalb suchte es sich Japan zum Genossen, vielleicht hoffend, da­durch die Hände noch etwas freier für Südafrika zu bekommen, wo der Feldzug noch immer nicht den Verlauf nehmen wird, den man in London, wo man sich für die Krönungsfeier vorzubereiten beginnt, wünscht. Tie Treib­jagd aus D e w e t, von der man so viel für ein baldiges Ende des Krieges hoffte, ist trotz des schlau ersonnenen Planes ganz und gar vergeblich gewesen. Zum zweiten Male har es jetzt, in der Nacht vom 10. Februar, mit 400 Atann die Blockhauslinie 10 Metten westlich von Lintttey durchbrochen und ist nordwärts weitergegangen. Einige Mann seiner Abteilung durchschnitten in aller Ruhe den Stacheldrahtzaun an dem erwähnten Punkt und machten auf diese Weise den Weg für das ganze Kdmmastdo frei. llnd_auch Louis Botha, den sie in ihren Händen ,'mtten,

«ezvgspret»» monatlich7bPs., viertel- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole. u. Zweigstellen monatlich 6o Ps.; durch diePost Mk.2.viertel- ilhrl. auSschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen

,r die Tagesnummer 4 vormittags 10 Uhr.

,.t!enpreiS: lokal ILPs» auswärts 20 Psg. verantwortlich: ür den polit. u. allgcm. Teil: P. Will ko: für Stadl und Land^ und

Gerichtsfaal":R.Di1t. mann; für den An­zeigenteil: HanS Beck.

ohne es zu ahnen, ist ihnen, um das Pech voll zu machen, wieder entwischt. Nicht unwesentlich vermehrt werben die englischen Beklemmungen durch die Reise, welche die Buren­delegierten neuerdings nach Amerika angetreten haben, um dort ihr Glück bezüglich einer Vermittelung zu versuchen. Nicht ungeschickt suchen sie so die Abkühlung zu benutzen, die durch die bekannKn englischen Jntriguen zwischen Eng­land und Amerika eingetreten ist, und da Präsident Roose­velt durchaus nicht gut auf den südafrikanischen Krieg zu sprechen ist, mögen sie schon einige Hoffnung, endlich zum Ziele zu gelangen, hegen.

Aber nicht nur ttn Transvaal-Feldzug ist Vermittlung erwünscht, sie wäre von nöten auch in zwei europäischen Staaten, wo die Interessen der arbeitenden Klassen gar explosiv auf die der Besitzenden gestoßen sind und zu be­dauerlichem Blutvergießen geführt haben. In Triest, wo es böse herging in diesen Tagen, scheint, nach allem zu urteilen, was bisher gemeldet wurde, die Flinte thatsächlrch übereilt losgegangen zu sein und die streikenden Arbeiter erst zu den Gewaltthaten hingerissen zu haben, die nachher zu den blutigen Zusammenstößen zwischen ihnen und dem Militär, zur Verkündigung des Standrechts führten. Die Entrüstung darüber wird sogar aus feiten der rechtsstehen­den politischen Parteien geteilt, und wenn auch zur Mil­derung der Vorfälle behauptet wird, der ganze Aufstand sei durch anarchistische Agitatoren geschürt wnd geleitet worden, so ist man bisher! noch keineswegs in der Lage ge­wesen, Beweise hierfür zu erbringen. In Barcelona, wo der Ausstand sich inzwischen zur offenen Revolution, die sich über ganz Katalonien r ü^ubreiten droht, ent­wickelt hat, liegt die Sache ernster, denn dort ist es die Unzufriedenheit mit der ganzen spanischen Mißwirtschaft, die das Volk zu dien Waffen greifen läßt. Auch hier sind schon so zahlreiche Opfer gefallen, daß man sich sorgsam hütet, ihre Zahl laut werden zu lassen, und ihre Zahl wird noch größer werden, ist erst, wie beabsichtigt wird, die Diktatur des Generals Weyler proklamiert worden. Immer­hin stehen dem requirierten Militär, das jetzt sogar noch durch Kriegsschiffe verstärkt wird, große, gut bewaffnete Ar­beiterscharen gegenüber, und es wird des ganzen Geschickes der leitenben Kreise bedürfen, um die Entfesselung eines Bürgerkrieges zu verhindern, der entweder der Monachie ein Ende machen oder diese an die Carlisten ausliefern würde. Hier kann nicht rohe Gewalt, sondern diplomatisches Geschick das meiste erreichen, und es bleibt nur zu wünschen, daß es bald gelingt, die erregten Gemüter wieder zu be­sänftigen. In Barcelona wie in Triest ist so viel politischer Zündstoff aufgehäuft, daß es nur eines Funkens bedarf, ihn zu einer gewaltigen Flamme zu entfesseln. Man sorge bei Zeiten, daß er beseitigt wird, ehe et größeren Schaden an­zurichten vermag.

Das italienische Ministerium Zanardelli ist schon in der ersten Sitzung der italienischen Kammer derart unter­miniert worden, daß sein Rücktritt alsbald erfolgt ist. Am Donnerstag war das Parlament mtt einer schönen, hoff­nungsvollen Thronrede eröffnet worden, die von Vertrauen auf die Volksvertretung fast übersloß, und schon am Freitag stellte sich heraus, daß die Regierung in der Kammer über eine Mehrheit nicht verfüge. Einige linksstehende Elemente, die von den sozialpolitischen Versprechungen nicht befrie­digt waren, einige Süditaliener, für deren Kirchturminter­essen zu wenig Geld parat ist, und schließlich einige Gegner der angekündigten Ehescheidungsvorlage fielen von Dem Kabinett ab. Was der König nun thun wird, bleibt abzu­warten.

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger w

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen

Krlranntmachung.

Betreffend: Lehrkursus für Anlage und Prüfung von Blitzableitern.

Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß die elektrotechnische Lehranstalt des physikalischen Vereins zu Frankfurt a. M. auch in diesem Jahre einen Kursus über Anlage und Prüfung von Blitzableitern veranstaltet, welcher namentlich dazu dienen soll, die beteUigten Beamten und Be­rufskreise mit den dafür maßgebenden Gesichtspunkten vertraut zu machen.

Der Unterricht sindet in der Woche vom 10. auf 15. März d. I. täglich vormittags von 10 bis 12 und nachmit­tags von 3 bis 5 Uhr statt, sodaß es den in den Nachbar- städten und Ortschaften wohnenden Interessenten ermöglicht ist, ohne allzu große Zeitopfer an dem Kursus teilzunehmen.

Bei besonders zahlreicher Beteiligung wird ein zweiter Kursus in der Woche vom 17. auf 22. März abgehalten. Das Honorar für die Teilnahme beträgt 30 Mk. Anmeld­ungen sind möglichst frühzettig an Herrn Dr. C. Döguisne, Frankfurt a. M. Stiftstr. 32 zu richten.

Gießen, den 22. Februar 1902.

Großherzogliches Kreisamt Gießen- v- Bechtold.

Kekanntmachung.

Der Stadtvorstand zu Lauterbach beabsichtigt, mit dem am 9. Juni d. I. daselbst stattfindenden sogenannten Prämien- markte eine Verlosung von Vieh, landwirtschaftlichen und Hau8- haltungSgegenständen zu verbinden.

Großh. Ministerium des Innern hat die Erlaubnis zur Veranstaltung dieser Verlosung unter der Bedingung erteilt, daß bis zu 8000 Lose, zu 60 Pfg. das Stück, auggegeben werden dürfen, und mindestens 56 Prozent des Bruttoerlöses aus dem Verkaufe der Lose zum Ankauf von Gewinn- gegenständen zu verwenden sind.

Zugleich ist der Vertrieb der Lose in der Provinz Ober­hessen gestattet worden.

Gießen, am 18. Februar 1902.

Großherzogliches Kreisamt Gießen-

v- Bechtold.