Ausgabe 
22.10.1902 Zweites Blatt
 
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Gerichtssaal

vertagt.

des Vortragenden.

* Anwalt st and und Ueberbrettl. Tarf etx Rechtsanwalt öffentlich als VortraHskünstler in einem Ueberbrettl auf treten? Diese Frage hat bekanntlich im Laufe dieses Sommers das Ehrengericht der Münchener Anwaltskammer beschäftigt, nachdem Mitglieder des

frage bleibt aber vorläufig ungelöst.

* Paris, 17. Okt. Ter feit zwölf Jahren beim Pariser Zahnarzt Allan bedienstete Josef Reioell wurde im Atelier des Arztes erdrosselt aufgefunden.

Kunst und Wiffcnschajl.

Ararrkfurt, 21. CH. In diesen Tagen begeht der tief im bürgerschasUichen Leber: Frankfurts wurzelnde Rühl'sehe Ge- sangverein, der größte Ehorverem Frankfurts, »Hahr.

Zeit darauf eingetreten sein. Tar Schuß muß in einer Entfernung von 23 Metern abgegeben worden sein. Cber- amtsrichter Becker wollte auch wahrscheinlich flüchten, als er sich mit Erschießen bedroht sah, er konnte aber nicht, so schnell hinaus, da die Tbür zugemacht war. Ter Mörder muß zweimal geschossen Haven.

Tr. med. Roth-Oldenburg erklärt, die Blutlache sei da. ourch entstanden, daß dem Amtsrichter das Blut in großen Strömen aus Rdund und Rase quoll.

Ls wird alsdann der Vater des Angeklagten, ein großer stattlicher Mann mit fast vollständig ergrautem langem Vollbart, als Zeuge in den Saal geführt. Tiefer befindet sich wegen Verbackt? der Tepotunterschlagunq und Wuchers in Untersuchungshaft. Ter Heuae erklärt: Er fei 66 Jahre alt. Er habe lange Jahre in Leer ein Getreide-

Anwaltsstandes Anstoß an der Thatsache genommen hatten, daß einer ihrer Kollegen, der Rechtsanwalt Robert Kothe, unter dieEls Scharfrichter" gegangen war und in diesem lustigen Künstler-Cabaret allabendlich linter dem Namen Fr igidius Strang" als Liedersänger auftrat. Obwohl hervorragende Personen verschiedener Berufs­stände, Gelehrte usm., sich gutachtlich dahin geäußert hatten, daß in ihren Augen die Ehre des Anwaltsstandes dadurch keine Schädigung erleiden könnte, verhängte die Kammer über Robert Kothe eine Strafe allerdings die niedrigste eine Verwarnung. Ter Verurteilte hatte gegen diesen Spruch sofort Berufung eingelegt. Jetzt hat er sie zurückgezogen und sich entschlossen, sich fortan ganz einer künstlerischen Thätigkeit zu widmen und den Rechts­anwalt an den Nagel zu hängen. Die Prinzipien^

von den ursprünglich angevllanzten 36 Aar auf etwa Aar zurückgegangen. Am 29. September erhielt Erdin von Neuershausen, der Anpflanzer des Tabakfeldes, telegraphis^ die Nachricht, sofort zur Tabakernte a.iöutieten. Dienstag abend erfolgte die Ankunft am Bestimmungsorte. Jungfrau, Eiger, Mönch und Genossen erglänzten im neuesten Schnee- gewande und auch die Vorberge waren bis auf eine Viertel­stunde von der Thalsohle beschneit. Ter für den Tabak so giftige Reif trifft in jenem geschützten Thalkessel selten ein und auch der Schnee schmolz andern Tags wieder weg bis gegen die oberen Regionen. Tie Temperatur fiel nie unter 5 Grad Reaumur. Am Mittwoch, Tonnerstag und Freitag wurde abgekartet, eingeführt, angestochen und auf- gehangen. Tie noch bestandenen 26 Aar Feld warfen 95 Zentner Tabak ab, dessen Blätter den unserigen an Größe, Schönheit und Güte in nichts nachstehen sollen und die erste Ernte dieser Art habe ganz Interlaken auf die Beine gebracht. Nächstes Jahr wird das Versuchsfeld größer fein.

* Gegen das Korsett. In Lyon hat vor.kurzem ein Gelehrter dieser Stadt eine Frauen-Versamm­lung einberufen, um, angeregt durch die in Deutschland herrschende Bewegung gegen das Korsett, den Tamen in I einem Vortrage, der durch bildliche Vorführungen unter­stützt war, die Schädlichkeit des Korsetttragens zu Gemüt zu führen. Der Saal war gedrängt voll, und die Zuhörerinnen lauschten mit Spannung dem Gelehrten, der mit flammenden Worten gegen Öen Unfug des Korsett- tragens loswetterte und die nachteiligen Folgen in_ den grellsten Farben schilderte. Er hatte eben seine Straf­predigt mit den Worten geendigt:An Ihre abwesenden Väter und Gatten möchte ich die dringende Aiahnuna richten, ihren Einfluß, wenn nötig, ihre Autorität geüeno zu machen und ihnen die Schädlichkeit dieser Riode so klar und eindringlich vor Augen zu führen, bis sie selbst überzeugt werden und sich ein- für allemal von diesem Folter-Instrument trennen" als aus dem Hintergrund des Saales, wo plötzlich eine Bewegung entstanden war, aus ein paar Frauenkehlen Hilferufe ertönten. Eine der Zuhörerinnen war ohnmächtig geworden; wie die hilfeleistenden Srachbarinnen sogleich erkannten, war die Ohnmächtige zu stark geschnürt. Es war die Gattin

weil es das Schreibfachoerständigengutachten, welches Den Ange­klagten für den Schreiber der Harte erklärte, nicht für eine aus­reichende Grundlage eines verurteilenden Erkenntnisses erachtete. In der heutigen Hauptoerhandlung vor der Strafkammer sprach nch der Schreibsachversländige, auf Grund der Vergleichung der inkriminierten Postkarte mit andern, von der Hand des Angeklagten herrührenden Schriftstücken und mit einer in der heutigen eiyung aufgenommenen Schriftprobe, nochmals bestimmt dahin aus, daß der Angeklagte die beleidigende Karte geschrieben habe. TaS Ge­richt erkannte zwar an, daß das Mittel der Schriftoerglelchung em nicht sehr zuverlässiges fei; vorliegenden Falls aber stehe dieses nicht allein, sondern m Verbindung mit andern Belastungsmomeruen zur Verfügung. Es sei für den Angeklagten belastend, daß er schon früher in ähnlicher anonymer Weste die Ehre deS Tilges angegriffen habe, daß er leugne, mit Ttlyes verfeindet zu fein, wahrend dieS seststehe, daß er nach der Schöffengerichtsverhandlung in Butzbach sich über das Gericht lustig gemacht und geäußert habe, fo, wie er, müsse man es vor Gericht machen, daß er ferner in der Ver- | Handlung in Butzbach mit verbundener Hand erschienen sei und eine Muskel-Verrenkung simuliert habe, offenbar m der Absicht, eine etwa anzustellende Schriftprobe zu verhindern, und schließlich, daß er betreffs aller Schriftstücke, aus deren Vergleichung nut der inkriminierten Postkarte der Schreibsachverstandige ferne Thatepchaft deduziere, behaupte, sie rührten von anbem Personen, Darunter eines von dem .Unbekannten" her. Aus allen diesen Gründen hielt das Gericht die Schuld des Angeklagten für erwiesen ; Milderungs- gründe hielt das Gericht für nicht vorhanden, straf erschwerend kam das anonyme, heimtückische und feige Verfahren, die Schwere der durchaus unbegunbeten Verdächtigungen und die Vor,träfe des Angeklagten wegen Beleidigung m Betracht. Eine Gefängnis­strafe von zwei Monaten erschien dem Gericht als anaemeffene Sühne. Zwei weitere Strafsachen wurden auf den 4. November

führt. Sein intelligentes Aeußere läßt ketneSweas ailllExportgeschäft b'etri^ew Anfang der 1890n Jahre habe Gristeöaeftörthett schließen. Ter Angeklagte margt auch er seine Zahlungen einstellen müssen, daraufhin sei er bei llineswegs ven Eindruck eines Alkoholikers oder eines auf- der Oldenburger Vereinöbank Prokurist angestellt wor- geregten Menschen. Er ist ein mittelgroßer, kräftig ge- den. Er habe seinen sohn zu fich ms Geschärt genommen, bauttr, hübscher Mann mit dunkelblondem, gut gepflegtem Nach zwei Jahren^kamsein Sohn nc^ G^ningem Er Bollbart unb ebensolchem, schön frisiertem Haupthaar. erhielt ein Änsangsgebalt von: 1000 Gulden lahrllch. Dors

Ter Vorsitzende bemerkt: Taß der Angellagte den Ober- Ihr Sohn war bemaß erst 16V, Jahre alt? Zeuge. Trotz- amtsricbter Bttker erschossen hat, steht fest. Es handelt sich dem, mein Sohn war sehr wchttg im Geschäft. Seme lediglich darum, war der Angellagte bet Begehung der That Mutter Jei in voller g ei, tiger gefwrben. Auf

geistig zurechnmigösähig, unb wenn bieS der Fall: hat er sein Befragen babe ihm fein Großvater ^nmal gesagt.

That nut Ueberleguna ausgeführt.Tas liegt in der Familie". Eine .einer Schwestern fei

Angellagter: Ich miqj auf bie That nicht zu er- im Aller von 26 Jahren an Geisteskrankheit gestorben, fimern. Mir schwebt die ganze Sache wie ein Traum- Sein Sohn habe durchaus mäßig gelebt, ^ie vielen ge- gebilde vor, ich muß mich in einer Wahnidee befunden schäftlü^n Ärgernisse haben aber l^nen l^istes^- haben. Vorsitzender: Erinnern Sie sich, baß am Tage txw stand sehr nachteilig eingeroirft. Ganz besonders fafe bie der That wn 15. April, Lanbrichter Becker, ein Bruder des plötzliche Einziehung zum Militär nachteilig auf ben Geistes- ermoroeten Oberamtsrichterö, mit einem Bücherrevisor bei zustanb seines Sohnes llttv^rkt. Seme Aufregung fei 'sthnen war unb sich von Ihnen Ihre Geschäftsbücher vor- stiegen, als bie Zeteler Weberei m Zwnlltrs geriet. 4,te legE ueß? Armell^ter- schobt mir vor/baß in ^ereinsbank, habe 20-22 000 Mark F-orberungen ange- einer Nacht zwei Leute bei mir eingedrungen und mick) meldet. Tiefe feien ^er vollständig bestritten worden mit ermorden wollten, der Anführer der Einbrecher war Ober- der Behauptung, die Vereinsbank habe die Zeteler Weberei amtsrichter Becker. Im übrigen behauptet er, sich der Vor- bewuchert. Zu emem Konkurfe der Vereinöbank war fern öönop inir Qeit der Tbat nicht zu erinnern. Vovs.: Sie I Grund vorhanden. 1899 betrug noch das Geschäftsvermögen, Ä L/dG Si-^ch Zr Wal WlW-mSi, ins ein.chlichlich der Beschung der Vereinsbank IS» ovo M-rki Untersuchungsgefängnis und einige Zeit darauf nach Webnen Tie Bücherrevtston am lo. April habe jne^ere ©titnbtm tur Beobachtung Ihres Geisteszustandes gebracht wurden? gedauert. Sein Sohlt ,ei dadurch m große Älltfregung ge- ÄnaeN.: Tas ist mir im Dunkeln erinnerlich. Auf 93c- raten. Er habe sich mehrfach verfolgt gesehen und be­fragen des Vorsitzenden erzählt alsdann der Angellagte Haupt et: ,Es sei eine Beschwörung gegen ihn vorhanden, seinen Lebenslauf. Er sei 1866 geboren, habe sich ent- Oberftaatsanwalt: Ihr Sohn behauptet, er ici einmal schlossen, Kaufmann zu werden, war in Groningen, Brüssel, in Indien im Kampf mit Eingeborenen ernftllch aus den Paris, London, Newyork, Sumatra Er besuchte außeroem Kopf geschlagen worden Zeuge: ^avon ist mir nichts be- verschiebene indische und iapanische Hafenplätze, wo er mit I kannt. Oberstaatsanwall: Ihr Sohn^ soll gegen <sie jede ben Eingeborenen Tauscyhanbe! trieb. 1892 fei er nack) I Pretät außer Acht gelassen und Sie Mr schlecht behandelt I Europa zurüchgekommen, habe sich nach Oldenburg be haben? Z^tge: ^as ist wahr. Mein ^ohn war ;.hr leicht geben unb mit Mattheefen unb Tählrnann die Olbenbur-1 aufbrausend. In solch erregteni Zuftanbe ist er mir bis gische Vereinsbank gegrünbet Jeber der brei Teilnehmer wellen sehr grob gekommen. 26enn er aber fich wieder hatte 30 000 ML eing^ahll. Dorf.: Besaßen Sie außerbem besänftigt hatte, sagte er:Papa, vergieb mir Nach bei noch Vermögen? Angell: Jawohl. Vors.: Wo hatten Sie traurigen Katastrophehaben bie Verwandten seiner sich das Vermögen erworben? Angell: Haupt,äa)lich ui Schwiegertochter au, die Ehefchlndung gedrungen. Seine Indien und Japan. Vors.: Sie haben auch an der Börse Lchwiegertochter habe aber das Ansinnen abgelchnt. spekuliert und dabei ziemlich hohe Verluste erlitten. An- Tie Vernehmnug des Zeugen ist beendet, ^er Ange- gekl.: Jawohl. Dors.: Sie sollen der Zetteler Weberei einen klagte fitzt wahrend der Vernehmung feines Vaters den großen Kredit eingeräumt und als diese in Konkurs geriet, I Kopf auf die Hand gestutzt, nach hinten gelehnt, nut größter ebenfalls einen großen Verlust erlitten haben. Angell.: I Gleichgiltigkeit da.

Jawohl. Bors.: Sie meldeten einen Verlust von 12 000 ML. ' ---------'

an, die jedoch zum Teil von dem Konkursverwalter beftritten Aus Alaol uns Laus,

wurden. Angell: Jawohl. Dorf.: In der Gläubigerver- ö -. , . 2T , 1Qn9

fammlung sollen Sie sich über den KonkursverwalterFrechsts- Gieß en, den 22. iJttober 1902.

antoalt Lohse, sehr mißbilligend geäußert haben. Ober- ** Am Geburtstage der Kaiserin! liniere amtsrichter Becker, der von Amts wegen ben Dorsitz führte, Kaiserin begeht heute bie Feier ihres 44. Geburtstages, hat Sie beshalb mehrfach zur Ordnung gerufen und Ihnen Don Torf zu Ttorf, von Stadt zu Stadt, von Land zu schließlich angedroht. Sie aus bem Saale zu weisen. An- Laub bringt ein treues Gedenken als ftilter ober beredter gell' Jawohl. Dorf.: Bon dieser Zeit an hegten Sie einen!Wunsch empor bis an den Kaiserthron. Unb nicht nur Haß gegen ben Oberamtsrichter Becker. Sie erließen össent- unsere Lande, sondern auch die fremben Staaten und Länder liche Erklärungen, wurden deshalb wegen Beleidigung des blicken voll Verehrung zu der Kaiserin auf, denn wohin Oberamtsrichters 9)ecker angellagt, aber fteigefprochen. In- sie kam, wußte bie beutsche Kaiserin sich Achtung und zwischen hatten Sie gegen Lberamtsrickster Becker Straf- Liebe zu erwerben. Tie deutsche Kaiserin verfteht es, eine an trag wegen Beleidigung gestellt, wurden aber von der musterhafte Mutter im eigenen engsten Kreise zu sein, fie Staatsanwaltschaft und auch vom Oberstaatsanwalt äbge- ist im besten und weitesten Sinne eine Landesmutter zu wiesen. Sie hatten außerdem Ihren Schwager und früheren nennen, denn überall ist ihr Auge bereit, zu sehen, ihre Sozius Tählrnann wegen Beleidigung verklagt. Zu diesem Hand zu helfen. Gott segne sie und ihren Lebenslauf mm Prozeß führte Oberamtsrichter Becker ben Vorsitz. Dähl- Helle des Kaiserhaufes und des beutschen Vaterlandes! mann würbe in jener Eer^rndlung ftei^asprochen. Sie I ** Hofnachrichten. Ter Großherzog empfing bilbeten sich brn, Oberamtsrichter Becker sei gegen Sie vo^ Oktober vormittags den ftüheren deutschen 9^01*

eingenommen? Mgell.: Jawohl. Vorst: Sie waren <mch am ^»biherrn vo^ Stumm Exe. unb ben Pro- von bem Konkursverwalter, Rechtsanwalt Lohse, wegen 1 c - - - - ...... <**--*

föeleibigung verklagt, ber Prozeß sollte am 21. April d. 3-, LU also fünf Tage nach Ihrer That, stattfinden. Sie hatten also am 16. April bereits bie Vorladung zu dem TerminL^lbner erhalten. Angell: Tas ist mir nicht mehr erinnerlich.

Vors.: Es ist kein Zweiftl, daß Sie am 16. April schon mehrere Tage im Besitz ber Vorladung waren. Wußten - " 'm -- Heinemann »bet glaubten Sie ,U in diesem Prozeß Amtsrichter ^kn?di?a«L Lieaaa"et?äCa»h, Becker wieder den Dovfitz fuhren rouroer ungeti.. 4x10 . , <nrDf Dr Loren^-Wien m Amerika )et)lernt he*Igelegteloeruiung roiro er qeuic uuu öwuitumme«.,

»£ife* ffÄÄ"Ä »s assSSFtÄS baß. Sie erteiIt worben ist. Prof. Tr. Loreiiz äußerte sich heute, wirt August Marbach von Reichelsheim ist der falschen Anschul-

batiert vom 16. April und Lautet. An den ^0^)11x^)110^1^6:11 r . . gberwättigt von ber allgemeinen Aufmerksamkell digung bezichtigt. Er hat wider beffereS Wiffen m einet Anzeige Oberamtörufjter Becker hier. Infolge Ihres Bündnisses mit J bie ibm in Dnerika erzeigt tourbe. an die Gendaimeriesektion in Friedberg emen Andern einer straf-

bem Muttermörder Tählrnann unb ben Rechtsanwälten +^riebbera 21 Okt Sontuaa ben 26 l M. nach- baren Handlung der Körperverletzung beschuldigt. L« wird

Brief ge,chstteben? Angell. Tas weiß ich^nicht. Ich ^atte , : a|n . 21. Okt. In ber Schuhfabrik von Wald- daß Letzterer drei außereheliche Kinder habe, bereits im Zuchlhause

eine sehr schlechte Nacht gehabt. Vorst: -tad tuiffen ^ie?l hier sind heute sämtliche organisierte gesessen habe u. dgl. mehr. Ter Verdacht der Thattrschafl lenkte

Angell: Tas ist nur mitgeteilt worben. Vorf.: Sie wollen \~ z sowie die Stückarbeiterinnen in sich in der Folge auf den Angeklagten, gegen den die «laaksanwalt-

im Jahre 1892 einen Eisenbahnunfall erlitten haben unb Luäftanb getreten SLie Urfadje des Ausstandes ist iämft alsbald Anklage weaen Beleidigung im öffentlichen Jntereffe habet mit dem Kopf heftig an die Wand geworfen^worden kine RebL.ieruna der Löhne um 10 bis 20 Prozent. ' ^,°b.. Das GdiSffengenjt.»u9ba4 sein. In Amerika wollen Sie auch einen EisenbahnunfallI 0 . >' l

erlitten haben. Angell.: Jawohl. Ich erlitt einen sehr llormifrhtPG

heftigen Schlag gegen ben Kopf. Er habe in Brüssel stets iin.

einen geladenen Revolver unb Schlagriiig bei sich getragen, * Enen (Ruhr), 21. Okt- Zwischen dem Orte Olsen da er sich verfolgt glaubte. Tiefe Berfvlgungswee habe und ber Lippe würben neuerbings große Kohlen- sich in Olbenburg gesteigert, sobah er sich im Jahre 18791f unb e gemacht.

neun Monate lang in die Nervenheilanstalt des Dr. Engelke * Thorn, 21. Okt. Auf bem Soppartschen Tampf- begeven nrupte. Kurz vor ber That fei auch eine Anzeige fägewerk hat gestern spät abenbs ein mächtiges Feuer wegen Tepotunterschlagung gegen ihn unb seinen Vater die Schneidemühle und die Holzbearbeitungsanstalt mit eingegangen. Er habe im übrigen außer den 50000 Mark vielen wertvollen Maschinen eingeäschert. Tas Kesselhaus Mitgift, bie er mit seiner Frau erhielt, eine größere Erb- unb bie große Dampfmaschine sowie bas Holzlager blieben schäft gemacht. Er habe vor feiner Verheiratung viel alLo- verschont. Der Schaden ist beoeutenb.

hvlische Getränke zu sich genommen, nach feiner Verheiratung * Wermelskirchen, 21. Okt- Gestern ist in ber habe er aber sehr folibe gelebt unb sehr wenig getrunken. Nähe ber Station Hilgen ein Güterzug mit einem nach Alsbann bekinidet Obermedizinalrat Tr. Ritter: Der Opladen fahrenden Personenzuge ^ufammenge» erschossene Lberamtsrichter Becker lag entseelt an ber Thür stoßen. Eine Anzahl Waggons bes Personenzuges würbe seines Schlafzimmers in einer großen Blutlache. Er hatte zertrümmert .unb bie Lokomotive bes Güterzuges stark einen Schuß mit einer Revolverkugel in den Rücken erhalten, veschäbigt. Ter Zugführer bes Personenzuges erlitt töt- Tie Kugel war in ben linken Lungenflügel und von dort f l i ch e Verletzungen. Mehrere Fahrgäste wurden leicht ins Herz gedrungen. Ter Tob muß sofort ober ganz kurze

verletzt.

* Leipzig, 21. Oll Ter ftühere Borfitzenbe bes Aufsichtsrates ber Leipziger Bank, Kaufmann Heinrich Dobel, Chef der Rauchwarenfirma Gaudig u. Blum, würbe heute von einem plötzlichen Tobe bah in gerafft. Er starb nach einer Operation im Krankenhause, bie an ihm wegen eines Steinleidens vorgenommen werben mußte.

* Interlaken unb der Tabakbau. Ter Groß­industrielle Horii hat am Fuße ^ber Jung ft au, zwischen Thuner- unb Brienzer-See eine Tabakpflanzung angelegt Tie Tabakernte ist gut ausgefallen. Im August berichtete Horn, daß infolge großer Hitze viele Setzlinge schon bald nach dem Einsetzen eingingen unb durch frische ersetzt mürben, bie mit ben anderen bann kräftig herarnvuchsen, sobaß bie Pflanzen Mitte August 4050 Zentimeter hoch [mären und bald geköpft werden konnten. Die Anlage war

essor Dohrn von ber zoologischen Station zu Neapet *eibe Herren wurden zur Großherzoglichen Tafel gezogen.

....** MilitärdienstNachricht. Ter Vizefeldwebel 1 Ll. Gießen, 21.Oktober. Slrafkammer. Den Vorsitz fühtte (1. Lomburg) bes ^nf.-Regts. Ka^r Wilhelm 2gd^erlchlsdire/lor Dr. Güngerich, die Anklaaebehörde vertrat tzefs.) Nr. 116 zum Leutn. b. Res. befördert, ^berftatsanwalt Theobald. Der Kaufmann trugen Kaufmann Nauh eirn, 21. Okt. Ein deutsch-amerikanischer Gießen ist des Diebstahls von 8Brieftauben beschuldigt Da« yici, Tr. H e i U e Ui a nn , hat gestern an Dr. Schöffengericht Gießen hatte den Angeklagten dieser Beschuldigung Frank Billings in Chicago telegraphiert, ob es wahr wäre, für überführt erachtet und ihn verurteilt Aus die von chm ein- - " ' ~ - - Wien in Amerika schlecht be- gelegte Berufung wird er heute von der Strafkammer^ entsprechend

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