Ausgabe 
22.9.1902 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt.

Montag 22. September 1903

152. Jahrgang

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger u

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Nr. 2LÄ

tLgttch «nßer Sonntags.

Dem Siebener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kefsifche« Landwirt die Gießener Zamilien- blätter viermal in der Woche beigelegt.

Notationsdruck u. Ver­lag der B t fl h l'schen Unwerf.-Buch- u. Stetig drucke rei (Piets ch Erben) Reboftton. (SrptbUtoa und Druckerei: «chnlstratze 7.

Adresse für Depeschenr «uzetger Gießen.

8-ernsPrechanschlußNr.vl.

Aus Aladl und Kund.

Gießen, 22. September 1902.

** Der Unterricht in den Schulen nach den großen Ferien hat heute seinen Anfang genommen. Die große Schulglocke, dieser Mahner an kommende schreckliche Augenblicke und doch auch Befreier aus Angst und Pein, hat

ve»«gSpret»r monatlich 7b viertel ährltch Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch die Post Atk.2. viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die TageSnummer bis vormittag- 10 Uhr,

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für den poIlL n. allgem, teil: P. Wittko: für Stadt und ßonb* und -Gerichtssaal*: E url Platv! für den An­zeigenteil: Han» Deck.

Lonyah sind hier eingetrvfsen. Die Leiche der Königin wird nach dem TrauergatteLdtenste morgen mittag nach Lacken übergeführt, wo am Dienstag die Trauerfeier in der Kapelle statt findet.

Saint Jean d*Angely (Eharente Jnfsrieurel. 21. Sept. Ministerpräsident Eombes führte heute mittag bei einem Festmahl der republikanischen Wühler in dem benachbarten Orte Marthe den Vorsitz. Dabei hielt der Ministerpräsident eine längere Ansprache, in der er u. a. folgendes ausführte: Entschlüpft ist ein sensatio­nelles Wort den Lippen eines Ministers im Feuer der Improvisation und in der warmen, mitteilsamen Stimmung eines Banketts, und hatte es auch in dem Geiste dessen, der es aussprach, nur den Wert der sttlistischen Aus­schmückung eines rednerischen Bildes, gleich wird er für einen Feind des Kabinetts erklärt. Sie bekümmern sich nicht einmal darum, in Erfahrung zu bringen, ob dieses Wort richttg gemeldet und vom Redner als der authentische Ausdruck seines Gedankens anerkannt worden ist. Als Prä­sident des Ministerrats protesttere ich gegen ein derartiges Vorgehen. In den Angelegenheiten der inneren Polittk kann nur ib(er Präsident des Ministerrats als Organ der Regierung haftbar gemacht werden, in den Angelegenheiten der äußeren Politik hat nur der Minister des Auswärttgen die Ausgabe, im Namen der Regierung zu sprechen und zu handeln. Ms heute hat die Regierung noch nichts von oem Programm geändert, das in ihrer ministerielle Er»- klärung vorgezeichnet ist. Dieses Programm halten wir für ausreichend, die fremden Mächte davon zu überzeugen, daß wir ebenso sehr, wie sie selbst es sein können, von dem Wunsche beseelt sind, mit ihnen in dem Bemühen zu wett­eifern, unf er en gegenseitigen Interessen und Rechten ent­sprechend alle Zwischenfälle zu regeln, die geeignet sind, den bestehenden Frieden zu stören, der zugleich das erste unserer Bedürfnisse und der glühendste unserer Wünsche ist.

Aer erste allgemeine deutsche MnLiertag.

Frankfurt a. M., 21. Sept.

Gestern vormittag wurde unter dem Vorsitz von Direktor Schröder vom Schaaffhausenschen Bankverein Köln die Sitzungder 2. Abteilung eröffnet. Geh. Kommerzien­rat v. Pflaum-Stuttg art erstattete sein Referat über Die Besteuerung des Börsenverkehrs" und brachte am Schlüsse folgende Resolution zur Diskussion: Die am 19./20. September 1902 in Frankfurt tagenden Vertreter des deutschen Bankgewerbes, welche sich zum erstenmale zu einem Bankiertage vereinigt haben, be­schließen, die Mtte an die hohe Regierung zu stellen, daß oie durch die Steuergesetz-Novelle von 1894 und 1900 ein- getretene, das solide Geschäft und die wirtschaftliche Be­deutung der deutschen Börsen im höchsten Grade schädigende Erhöhung der Umsatzsteuer und des Emissionsstempels auf Wertpapiere beseitigt, die Besteuerung von Anschaffungs­geschäften im Betrage unter bMMk. wieder aufgehoben und die das Provinzbantgeschäft sehr beschwerende Aus­dehnung der Stempelrevision auf Privatfirmen rückgängig gemacht wird". Der Vorstand des Zenttalverbandes wolle diese Resolution nebst Begründung zur Kenntnis der Reichs­regierung bringen. In der Diskussion sprachen Bankier Berthold Arons -Berlin, Max Richter -Berlin, Di­rektor Thorwart -Frankfurt. Geh. Oberregierungsrat We ndelstadt führte in der Diskussion aus, daß gegen­über den von den Rednern geschilderten Uebelständen er als Vertreter des preußischen Handelsministers sich nicht vollständig schweigend verhalten könne. Leider sei er nicht in der Lage, über die Auffassung der verbündeten Regie­rungen irgendwelche Ausschlüsse zu geben. Er möchte nicht unerwähnt lassen, daß bei Prüfung der Wünsche der preu­ßische Finanzminister nicht nur von Wohlwollen gegenüber Banken nnb der Börsenwelt ausgehen werde Jennern auch von der festen und wohlbegründeten lleberzeugung, daß eine kräftige und gesunde Börse nicht nur eine unentbehr­liche wirtschaftliche Organisation, sondern ein politischer Machtfaktor allerersten Ranges sei. (Starker Beifall.) Das genüge aber nicht, um die Wünsche der Herren ans Ziel zu bringen. Die Bankwelt müsse danach trachten, bei den Gegnern gehört zu werden und dieselben zu Überzügen. So ganz unmöglich dürfte das nicht sein. Einem geschlossenen Zahlenmaterial gegenüber müsse schließlich auch der ärgste Gegner weichen. Fortgesetzt solle Material gesammelt und dasselbe verbreitet werden. Viele Zahlen, welche die Regie­rung in die Lage setzen würden, mit sicherer Ausdauer auf Erfolg die Wünsche der Bankiers und Börsen zu vertteten, liegen in ausreichender Weise nicht vor. Hier solle der Zentralverband eingreifen. Tie Bankwelt solle sich an der Industrie ein Beispiel nehmen, die zuerst sich ebenfalls scheute, mit Zahlen hervorzutreten, und die zuletzt eine vollständige Produltionsstatistit schuf und einer Vertrauens­stelle übergab. Redner empfiehlt dringend, daß die Bankiers fortgesetzt nach dieser Richtung sich bestreben, neues Material äu schassen und fid) nicht abhalten lassen, durch irgendwelche Nachteile, die dem Einzelnen entstehen könnten. Der Ein­zelne müsse zurücktreten gegenüber dem Interesse des Ge­samtstandes. Starker Beifall folgte diesen Ausführungen, welche unter den Anwesenden großes Aufsehen erregten, be­sonders die Stelle von der Anerkennung einer kräftigen und gesunden Börse als unentbehrliche wirtschaftliche Orga­nisation und eines politischen Machtfaktors ersten Ranges. Die in Vorschlag gebrachte Resolution wurde darauf ein­stimmig angenommen.

Um IO1/2 Uhr folgte die Sitzung ber 4. Abteilung unter dem Vorsitz von Kommerzienrat Jean Andreae- Frcmkfurt. Direktor Thorwart-Frankfurt sprach über die Schaffung eines Checkgesetzes und schlug eine dies­bezügliche Resolution vor. In der Diskussion sprachen Max Richter-Berlin, toelc,er bei Erlaß eines Checkgesetzes die Unwtdsrrustichkeit des Checks, verlangt. Zudem [ßi bte jetzige

Zeit durchaus nicht geeignet, ein brauchbares Gesetz für den Handelsverkehr zu schaffen. Er beantragt schließlich, der Banttag solle ein Checkgesek nicht für dringend erllären.

Plaut, der Delegierte der Handelskammer Cassel, ist für gesetzliche Regelung, welche jedoch nicht sogleich zu erfolgen braucht. Selig mann-Köln ist ebenfalls gegen eine augenblickliche Regelung. Weidert-München spricht gleichfalls für Verschiebung. Letzterer Redner bringt folgende Resolution in Vorschlag: Der erste allgemeine Bankiertag erklärt, daß er die Ordnung des Checkierkehrs zwar für eine der Aufgaben hält, deren die Reichsgesetz­gebung sich wird unterziehen müssen, allein er glaubt nicht, daß das Eingreifen der Gesetzgebung ein so dringendes Bedürfnis sei, um zur Zeit Anträge an die Reichsregierung zu stellen." Diese Resolution wird nach längerer Diskussion einstimmig angenommen. Hierauf werden verschiedene Fragen banktechnischer Natur erledigt.

In der zweiten Plenarversammlung am Samstag Nachmittag wurden nach einigen geschäftlichen Mitteilungen vom Vorsitzenden verschiedene Eingänge ver­lesen. Unter den Eingängen war auch eine Er kl ärung der Hauptgeschäftsstelle der deutsch-sozialenRe« formpartei, die aber nach Form und Jnhall, wie der Vorsitzende mitteilte, so gehalten fei, daß sie nicht ver­lesen und auch nur ungern zu den Akten gelegt wird. Geh. Oberfinanzrat Hartung-Berlin hiell sodann einen Vortrag überDie wirtschaftliche Stellung und Aufgabe des Bankier stände s." Der iy< Stunde dauernde äußerst gehaltvolle Vortrag wurde von der stark besuchten Versammlung mit großem Beifall aus­genommen. Es schloß sich daran die Verlesung der Be­schlüsse der verschiedenen Abteilungen, die auch von der Plenarversammlung eütftimmig angenommen wurden. Der Vorsitzende Rießer wirft noch einen Blick auf die ver­gangene Tagung, die Ehrentage des deutsche Bankier- ftandes seien. Diese Verhandlungen können und werden nicht vergeblich sein. Er danke allen jenen, die zum guten Verlauf der Tagung beigetragen haben. Mit einem Kaiser hoch schließt Dr. Rießer die Tagung.

Gestern abend vereinigten sich die Teilnehmer im Saale, des PalmengartenS zu einem Festmahl. Nach dem ersten Gange nahm der Oberpräsident Graf v. Zedlitz und Drützsch- ler das Wort und sagte, es seien nranche gute, aber auch manche scharfe Worte gefallen. Es sei ja auch unserer Zeit im besonderen eigen, daß sie Gegensätze schaffe und Kämpfe bringe. Wenn diese Gegensätze sich verschärften und oft verdovpelten, so trage wesentlich der Umstand daran schuld, daß das gegenseitige Verständnis fehle. Aufs- gäbe des öffentlichen Lebens'und auch Ausgabe solcher Ver­sammlungen, wie der Bankiertag, sei es, die Gegensätze L» mildern, versöhnend zu wirken und das Verständnis für die gemeinsamen Interessen und Aufgaben zu fördern. Solche Gedanken feien es auch, die unseren Kaiser oft bewegten, der das SchwertzuWasserundzuLande scharf halte, um der Welt den Frieden unter den Kulturmächten zu erhalten. ,Mir wollen hoffen und wünschten, daß die kaiserlichen Absichten und Ziele in Erfüllung gehen und mit Dank und dem Gelöbnis der Treue bringen wir unserem kaiserlichen Herrn den ersten Gruß dar, indem wir rufen: der Kaiser, seins Ver­bündeten im Deutschen Reiche und die freien Städte leben hoch!"

Ter Vorsitzende, Justizrat Rießer, dankte den Ver­tretern der Reichs-, Landes- und übrigen Behörden für ihre Teilnahme an den Verhandlungen. Dieselben hätten durch ihre Reden so deutlich die Notwendigkeit,Han- del und Verkehr zu schützen, beroiefen und au$- gesprochen, daß sie es als ihre Aufgabe und Pflicht bet- trachteten, in dem schweren Existenzkampf, den hertte jeder Stand durchzumachen habe, dem Bankierstande mit Rat und That zur Sette zu stehen. Ter deutsche Bankierstolnd^ der sich gern immer in die erste Reihe gestellt, wo es galt, dem deutschen Namen im In- und Auslande durch Unter­stützung von Industrie und Handel sowie aller produktiven Stände förderlich zu sein, wolle nichts weiter, als auch, seinen Platz an der Sonne haben. Redner toastete sodann auf die behördlichen Vertreter und Ehrengäste.

Geh. Oberregierungsrat Tr. Hoffmann als Ver­treter des Reichsjustizamts, ein geborener Frankfurter, würdigte die Bedeutung des Bankier st and es, welcher zu dem großen Aufschwung des wirtschafllicben Lebens nicht unwesentlich beigetragen habe, und hob die innere Straft und Gesundheit, die glanzende Energie und die Solidarität des ehrenhaften Bankierstandes hervor. Tie gegenwärtige wirtschaftliche Krisis sei vorübergehender Natur, sie werde und müsse überwunden werden. Redner toastete aus bejr Zentralvorstand als die Repräsentattvn des deutschen Bankiergewerbes und wünschte seinen SSeftrebungen und Zielen vollen Erfolg. Ter Vertreter und Delegierte des deutschen Hanhelstages, Geh. Kommerzienrat St. C. Michel-Mainz, trank auf das Gedeihen und die Einig­keit aller Gewerosftande. Erst in später Abendstunde trennten sich die Festteilnehmer. Ten Abschluß der Veranstalt­ungen bildete heute ein Ausflug nach dem Niederwald. Taran beteiligten sich ungefähr 200 Herren. Vor dem Nationaldenlmal brachte Justizrat Rießer das Hoch auf den Kaiser aus. Während des Festessens wurden zahl­reiche Trinksprüche ausgebracht, u. a. von Geh. Cberregie- rungsrat Tr. Hoffmann und Kommerzienrat I. Andreae.

Deutsches Reich.

Berlin, 21. Sept. Aus Jagdschloß Hubertussbock wird gemeldet: Der Direktor Krüger von der Gesellschaft für Markt- und Kühlhallen in Berlin war gestern nach Jagd­schloß Lnbertusstock befohlen, um den Majestäten die Verwendung der von der Gesellschaft nach dem Verführen des Professors v. Linde jetzt fabrikmäßig hergestÄten flüssigen Luft zum Kühlen von Räumen und Getränken vorzuführen. Tie Versuche, welche während der Frühstückstafel zur vollsten Befriedigung Ihrer Ma­jestäten vorgenommen wurden, ergaben die Verwendbar- kett der leicht zu transportierenden flüssigen Luft für Tafel- und Haushaltszwecke. Tiefe wird am kaiserlichen Hofhalte in Zukunft voraussichtlich häufiger Benutzung finden. Die Kaiserin schenkte diesen ,Versuchen besorwers mtt Rück­sicht auf die Verwendung in Krankenhäusern und Heil­anstalten das lebhafteste Interesse.

Tie amerikanischen Gäste des Kaisers wer­den in diesen Tagen an einer Jagd in der Letzlinger Heide teilnehmen, die Prinz Heinrich veranstallet. Man glaubt, daß auch an der kaiserlichen Hofjagd einige amerikanische Gäste teilnehmen werden.

Ter hier lebende Schriftsteller I. Monte hat eine wichtige militärische Erfindung gemacht, wo­durch die Annäherung an den Feind trotz der Wirkung der modernen Feuerwaffen gerade so möglich sei wie vor 50 Jahren. Monte habe bereits den Kriegsminister von seiner Erfindung benachrichtigt.

Tie neue Militärpensionsvorlag e wird dem Reichstag noch nicht zugehen, da die Verhandlungen zwischen den Ressorts und den Bundesstaaten noch nicht beendet sind.

Ter frühere Präsident des preuß. Oberverwaltungs­gerichts Dr. Persius ist gestorben.

Tie seit einiger Zett umlaufenden Gerüchte, daß ein Mitglied des Zentrums für den Posten des Unterst aats- sekretärs im Reichsamt des Innern in Aussicht ge­nommen sei, beziehen sich auf Öen Reichsgerichtsrat Dr. Spahn.

In der gestern abgehaltenen nahezu vollzählig be­suchten Sitzung der konservativen Fraktion gingen Vie Beschlüsse dahin: die konservattve Partei steht nach wie vor fest auf dem Boden des ausreichenden Schutzes b er g ef amten nationalen Arbeit. Taher ist 1) die Zolltarif-Vorlag e der verbündeten Regierungen nicht an ne hmbar; 2) auch die Beschlüsse der ersten Lesung der Kommission berücksichtigen die berechtigten Wünsche der Landwirtschaft nichtgenügend. An der Bindung der Getreide- und Viehzölle ist unbedingt festzuhalten; L) falls die Forder­ungen der Landwirtschaft nicht eine wesentlich weiter- gehende Berücksichtigung finden, ist eine namhafte Herabsetzung der Industrie zolle notwendig.

Auf die Eingabe des Ausschusses der deutschen Tur ner sch aft an den Reichskanzler wegen Unter­stützung von Turnhallenbauten in den polni­schen Gebieten des Reiches ist die Antwort ergangen, daß anheimgestellt werde, sich mit bezüglichen Anträgen an die zuständigen Oberpräsidenten zu wenden, denen die Ver­fügung über den zur Förderung des Teutschtums bereit­gestellten Fonds übertragen ist.

TerNordd. Allg. Ztg." zufolge ging dem Reichs­kanzler vom O st asiatischen Verein mit B^iehung auf die Befriedigung der deutschen Entschädigungs­ansprüche aus den chinesischen Wirren ein Dankschreiben zu, nach dem bisher bereits 39 Proz. Schadenersatz gezahlt sind und wettere Teilzahlungen zum Jahresende in Aussicht stehen. Es heißt bann weiter: Wenn auf diese Weise für die deutschen Kaufleute erreicht wurde, was unter den obwaltenden Umständen erreichbar war, so ist das in erster Linie dem wohllvollenden .Verständnis zuzuschreiben, welches die Reichsregierung den Bedürfnissen und Wünschen der beteiligten Kaufmannschaft entgegen­gebracht hat, sowie der zielbewußten Energie, mit der sie diese Wünsche vertreten hat. Die deutsche Kaufmannschaft empfindet freudigen Stolz über dieses kraftvolle (Eintreten ihrer Regierung für die Interessen des deutschen Handels und wird hierin einen Ansporn zu immer weiterem Bor- wärtsstreben im friedlichen Wettbewerb mit anderen Völkern erblicken.

Eine Mette polizeilich e Haussuchung hat bei dem bisherigen Herausgeber des hiesigen Polenblattes Tziennik Berlinstt" Redakteur Wrobel )tattgefunöen. Es galt durch Einsichtnahme in Bücher und Papiere Wrobels sesizustellen, ob er in seinem Verlage erschienene bereits zu Anfang dieses Jahres mit Beschlag belegte Schriften noch später vertrieben hat. , ,

Klein-Flottbek, 20. <5et)t. Reichskanzler Graf Bülow ist, begleitet von dem Wirkt. Legattvnsrctt Jenisch, hier eingetrofsen.

Ausland.

Brüssel, 21. Sept. Tie Burengeneräle beab­sichtigen nach demPetit Bleu", vorerst 10 Tage in Holland zu bleiben und bann nach ber Beisetzung der ÄÖnrgtn über Brüssel nach Deutschland zu reifen. Tie Generäle sind damit beschäftigt, ein Manifest zu redigieren, das am nächsten Tieustag veröffentlicht werden wird. Tarin wer­den sie auseinandersetzen, wie es mit dem Volk der Buren heute steht und was sie von dem festländischen Europa erhoffen. ~

Peinliches Aufsehen erregt es, daß die Spielsäle von Ostende tirnf) von Spa sich weigern, ihre Pforten als Zeichen der Trauer zu schließen.

Spa, 21. Sept. König Leopold und die Gräfrn