Ausgabe 
22.4.1902 Erstes Blatt
 
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Dienstag ÄS. 2lpril 1908

ISS. Jahrgang

Erstes Blatt.

Parlamentarisches aus Hessen.

waren.

(Berlin) einen intern i hpd S1.11 n 8 erhtbe*

Alsdann hielt Holl ander

die praktische Verwendbarkeit des Präparates muß die Er-

Fliegender Gerichtsstand.

Zn der Sektion Gießen des D. u. Oestr. Alpeuverein-

Hoppe-Seyler (Kiel) sprach über die Pathologie der 2 - - ^ausscheidung im Harn und berichtete über einige von ihm beobachtete Fälle von leich­teren Störungen des Kohlehydratstoffwechsels unter tro-

Aus ötuiit und Land.

Gießen, den 22. April 1902.

Die Reichstagsoerhandlungen über den Gesetzent­wurf wegen Beseitigung des fliegenden Ge­richtsstandes der Presse werden nicht viel Zeit be­anspruchen. Tast der in dieser Beziehung bestehende Rechts­zustand unhaltbar ist, darüber herrscht allgemeine Ueber- einstimmung. Der Reichstag hat, wie bekannt, seit Jahr und Tag die Abstellung dieser lästigen Ausnahmebestimmung I gefordert Die endliche Erfüllung des Wunsches der Volks­vertretung wie der gesamten Presse ist, gutem Vernehmen nach auf die Initiative des Grafen Bülow zurückzuführen. Tas Vorgehen des leitenden Staatsmannes und die Ge­neigtheit der verbündeten Regierungen wären freilich in höherem Maße dankenswert, wenn gleich ganze Arbeit ge- than, d. h. aus eine letzte Ausnahmebestimmung verzichtet worden wäre, wie sie sich darstellt in der Anord­nung, daß für Beleidigungsprozesse, die rm Wege der Privat klage anhängig gemacht werden, dns Gericht auch desjenigen Ortes zuständig sein soll, in dessen Bezirk der sich beleidigt Glaubende seinen Wohnsitz oder g^vohn- lichen Aufenthalt hat. Tie Stimmung in Reichstagskreisen > .yt.iiu.ntj wy- -

ist überwiegend gegen diese Vorschrift, die in der Thal kommt die bakterientoten.de und enizundungserregende zu begründeten Bedeuten Sttilaß 'gicbt. Auch die Presse Wirkung des Lichtes IN Betr°ch^ Sehr 'tarkes B°senllcht. q- Donnerstag Abend Herr Saufmann I. Sauer

sollte nicht anders als nach den allgemein gütigen Rechts-f wird durch Bergkrystall Zinsen konzentriert unv ourcy eine j

VezugSpret»r monatlich 7& Pf., viertel jährlich Ml. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstelle»' monatlich 66 Pf.; durchs diePost Mk. 2.viertelt jährl. ausfchl. Bestellg^ Annahme von Anzeiger für die Tagesnummer biß vormittags 10 Uhr.^ Zeilenpreis: lokal 12 auswärts 20 Psg.

Verantwortlich: für den polit. u. allgem.' Steil: P. Wittko: für;

Stadt und Land^ und ,Gerichtsfaal^:R.Dit^ mann; für den An­zeigenteil: HanSBeck.

Schicht fortwährend gekühlten destillierten Wassers hindurch- geleitet. Die Behandlung.ist schmerzlos und liefert vor­zügliche kosmetische Resultate. Zum Schlüsse demonstrierte Bie Photographien von Lupuskranken, die durch die Zinsen- sche Methode geheilt waren. Diese zeigten ein überraschend günstiges Resultat. An die interessanten Ausführungen schloß sich eine lebhafte Diskussion. . .

Hierauf demonstrierte van Riess en (Wiesbaden) in Projektionsbildern Präpara te von Affen und Schweinen, die durch einen von il,m gezüchteten Bak* terien stamm angeblich syphilitisch infiziert worden

Tie Vorstellungen rc. der Polizei- und Ge- meindediener betreffend die Regelung ihrer Gehalts- verhältnifse rc. sollen nach dem Wunsche des 4. Ausschusses für erledigt erklärt und ein dasselbe behandelnder Antrag Köhler-Langsdorf abgelehnt werden Dasselbe Schicksal wird durch den Ausschuß der Vorstellung der Petitions-Kom­mission der landwirtschaftlichen Bezirksvereinsversamm­lung zu Langwaden betreffend Hagelversicherung be­reitet, sowie auch der obenerwähnten Vorstellung des Fuß- gendarmen i P. Dotzert in Gießen.

Tie den Strohmangel und die Abgabe von Streu aus Tomanialwaldungen betreffenden Vorlagen dagegen haben! vor dem Ausschuß gnädige Aufnahme gefunden. Es wird! mit Rücksicht darauf, daß durch Angebot und Nachfrage eine Regelung der Preise erfolgt, von dem Ausschuß beantragt: Tie Regierung zu ersuchen, die Großh. Oberförstereien an- zuweisen: 1. in den Domanial-Waldungen in reichlichem Maße Streu zur Versteigerung aufmachen zu lassen; 2. in Gemeindewaldungen diesbezügliche Gesuche der Ortsvor- stände unverzüglich zu genehmigen.

Eine neue Regierungsvorlage betrifft die Einstell­ung weiterer Lehrkräfte am Herbstgymna- sium zu Mainz rc.

GiehenerAnzeiger

w General-Anzeiger u

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Nr. 93

Erscheint täglich außer Sonntag-.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem kesfischen Landwirt die Siehener Familien« blätter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brüh l'scheu Univerf.-Buch- u.Stein- druckeret (Pietsch Erbend Redaktion, Erpedition und Druckerei:

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FrrnsprrchanschlußNr.bl.

grundsätzen behandell werden. Richt hier oder dort, son­dern, tote allgemein übrlich, bei einem einzigen, zweifellos frei gekennzeichneten Gericht, müssen auch Beleidigungs­delikte der Presse zur Aburteilung gelangen, und dieses Gericht kann nur das des Ortes sein, an dem die Druck­schrift erscheint. Will der zu Unrecht Beleidigte sich durch­aus an seinem Wohnort rehabilitiert sehen ein gewiß begreifliches Verlangen, so giebt es Mittel und Wege, das zu bewerkstelligen, beispielsweise durch Veröffent­lichung des Urteils auf Kosten des Beleidigers in der be­treffenden Lokalpresse. Wer eine besondere Gesetzesbestim­mung festzulegen und so den Rahmen des allgemeinen Rechtsgrundsatzes zu Ungunsten der Presse zu durchbrechen,. ««vu.... ~ X.~**cT V. . V. -

dazu liegt wohl kein hinreichender Anlaß vor. Rach An- estanten Vortrag über bte Heilung des Lupus erythe^ deutungen von informierter Seite ist aber die Regierung matodes (mtt Proje tionsbildern> ^halt anscheinend entschlossen, an dieser Bestimmung ihres Ent- matode- nicht für tuberkulös, ton die ^krankten Parller^ Wurfes festzuhalten. Dem Reichstag würde, wlll er mit Heißluft

Idas immerhin größere Uebel, das Scheitern der Vorlage, Rectdiv zeigen; deshalb hat Hollander.^ne innerliche Be- verhüten, nichts übrig bleiben, als diese letzte Ausnahme- Handlung (Ehmm rngrostenDofen mit. okaler Jodpinse- bestrmmuna in Kauf zu nehmen. lung) angewandt und dadurch ganz erstaunliche Resultate

Bestimmung in rraus zu neymen. Er hält den Lupus erythematodes für eine Krank-

i3ßer unO Glorie. heit des drüsigen Apparates der Haut, deren Spontanheilung

M r..,., _ . auch eintritt gelegentlich durch das Zugrundegehen der

Kiel, 21. April. Anläßlich des 2c>;ahr. Dienst- und Talgdrüsen.

jubiläums des Prinzen Heinrich sand gestern! Lazarus (Berlin) sprach über die Bahnungstherapie abend an Bord des LinienschiffesKaiser Wilhelm II." em L. Hemiplegie, welche in einer kompensatorischen Aus^ Festmahl statt, an dem der zweite Admiral des ersten ®e- nüuunq der erhaltenen Leitungswege und in der Aus- DulitildlB (Llin^ldhUL schwaders, Kontreadmiral v. Prittwitz und Gassron^^die ,-ch^isung neuer Bahnen besteht. Die gesunde Hemisphäre

/ Stäbe aller Geschwader, die Kommanoanten und ersten Offi- für fxante vieariierend Eintreten. Alle Ganglien--

Vereinigung der großen Schtffsahrtsgesellschasten. ziere des ersten Geschwaders teilnahmen. Heute 1^9 Le[[en des Gehirns stehen miteinander in Verbindung, die Rach einer Mitteilung desTaity Telegraph" schlossen empfing der Prinz eine Abordnung der fiädtischen Kollegien £urcl) methodische llebung gebahnt werden kann. Die lieb» bte White Starlinie, die Tomiuicutlinie, die Leylandliuie, unter Führung des Oberbürgermeisters, welcher die GUrck-1 gsbehandlung soll möglich frühzeitig nach Ablauf des die Americanlinie, die Atlantictransportlinie, die Red Star, wünsche der Stadt darbrachte und 5 000 Mark für die R'eaMousstadiums ^er Apoplexie vorgenommen werden, die Hamburg-Amerikalinie und der Norddeutsche Lloyd ein G e s e l l s ch a f tSeemannshau s", deren Protektor R. Friedländer (Wiesbaden) spricht über die Dosiv- Wkommen, das ein Handinhandarbeiten der Gesellschaften der Prinz ist, überreichte. Später brachten die Admwale, öei; physikalischen Therapie. Kohn-

ermöglicht, namentlich zu dem Zweck, die Betriebsausgaben Stäbe und Kommandanten der hier liegenden Kriegsschiffe!^ nltn (Königstein) demonstriert die Lage und den feineren zu ermäßigen. Jede Gesellschaft behält ihre Selbständigkeit und die Kommandeure der Marmetruppen dem Prinzen des Hirnzentrums der Speich e 1 f e c re tion,. und Nationalität. Das Ablommen sieht ferner eine gleiche ihre Glückwünsche auf dem .Flaggschiff dar. Heute mittag wahrscheinlich typisch ist für einen Teil der sog. symmi- Einteilung des Passagierbeförderungsdienftes für Winter fand im Schlosse Festmahl statt, am Abend im Kasino emeI Zunervationen. v. Sch r ötter jr. (Wien) spricht und Sommer vor. DieTimes" schreibt: Das Wkommen kameradschaftliche Vereinigung. über Veränderungen des Rückenmar ks bei Pemphigus

zwischen den «transatlantischen Dampferlinien sei nahezu " und über die Aetiologie dieser Erkrankung.

abgeschlossen, jedoch beteiligten sich der dLorddeutsche Lloyd AoWtfo für innere Medizin. Zum Schlüsse hält Hugo Weber (St. Johann) einen

und die Hamburg-Amerikalinie nicht aktuell an dem Zu- 6 » rz r Vortrag über den Antagonismus zwischen Kohlensäure

sammenschluß, wenngleich ein befriedigendes Uebereinkom- Wiesbaden 20 Avril und Lungenschwindsucht und das darauf begründete

men mit iljnen abgcschlosfen ist. Ser Hauptsördcrcr der f keitoetfa^en, welch letzterem tn der Drskusfion lebhaft

Kombination, womit die großen amerikanischen Eisenbahnen ^zn der fünften Sitzung des Kongres-sev^erstattete P^f- widersprochen wurde. .

Hand in Hand gehen, seien Pirrie von der White Starlinie Bie aus Kopenhagen em Referat u^r LichttBeginn der Nachmittagssitzung demonstriertL

stnd Pierpont Morgan als Vertreter der amerikanischen Die biologischen Einwirtungen des Lichtes und dessen thera- (Hamburg) eine Wzahl von Magenprapa-

Komvaanien aewesen. ^entt^^^c ^nn)en^)nngen toaren^gcn|^ eines ^rtra^. L a t e im Anschluß an seinen gestrigen Vortrag. -

Diese Nachrichten derTimes" und derDaily Tele- Bei der bwlogischen ^nwirkung des Lichtes ist zu Ziemssen (Wiesbaden) demonstrierte zwei große Aneu-

aravb" lassen unter Berücksichtiaung anderer, unwider- sichtigen, daß das ~id)t lerne Einheit ist. Zwei 5)aupt- n der Aorta und berichtete über die Kranken-

Wrochen aebliebener Meldungen die Schlußfolgerung Au, ergenschasten haben wir am Licht zu unterscheiden. emmal dieser Fälle und insbesondere über die angewanchL

daß ein amerikanisches Syndikat unter Führung die Warmekrast, die besonders den.^ten Strahlen zu- Brat (Rummelsburg-Berlin) berichtete über eine

von Pierpont Morgan die Ko n t r o l l e ü b e r fast alle kommt, und dann die ch^mische^aft Lichtes, welche m Z^hl von Versuchen über den Einfluß von Ei weiß- 'wiicken Enaland und Nordamerika verkeh- den blauen, violetten und besonders m den ultravioletten aui die Blutgerinnung, welche er an

re n den Postdampfer-Linien in seinen Besitz Strahlen des^Lichtes beruht. Durch die.äienu|d)en ^^den ausgeführt hat, die insbesondere mit Rüchicht auf

aebrackt bat Es scheint, aL ob die Bildung einer sehr werden, wie i5rnsen und Widmark nachwiesen, gewisse H - Anwendung von Gelatme zur Blutstillung em beson-

aroßen T r u ft -Gesellschaft nach dem Muster des Stahl- krankheiten (z. D. Ekzema solare) hervorgerufen es gelang, bere§ ^tereffe boten. Koch (Aachen) und F u ch s (Biebrich)

Trusts unmittelbar bevorsteht, und daß auch, ähnlich wie experimentellhervorzurufen. diese über die Resullate ihrer Versuche mit Schilat-

bei der Gründuna des Stahl-Trusts, die einzelnen Unter- wo ultraviolettes Licht bie Haut getros,en hatte. Die dabei! insbesondere dem Tormro l an Treren. Heber

nebmunaen ihre Leitung und Selbständigkeit nach außen auftretende Erweiterung der Caprllaren hielt 5 6^Monate ^^^sche Verwendbarkeit des Präparates muß bre Er-

SLtzMMss

WZMstWW -MSMsW -WsZMMZ "°rd atlantischen «VeBtä I o n^r^J 9liine8 und blaues beruhigt; rnanialalische Pattenten, die tz) b^d einen einfachen

Blätter besagen, bie großen amerikanischen Bahnsysteme der mern ruyig man bem Körper viel Wärme zu-1 Leber. S tru b e lUWien) hat ^erbie^era yne rven

nejmunnen geeignet ist bie Erwerbstraft dieser großen ^>e- Bakterien tötet, und zwar ausschließlich durch die chemischen J ® Tiefe fiiU> sehr schwach, deshalb wird ihre sellschaften außerordentlich zu erhöhen. , Strahlen. Diese Strahlen bringen aber nicht m die Tiefe I Mttluna burch die regulatorische Vaguswirkung verbeckt

ein und können deshalb z. B- bet der Behandlung der » . ihrer Lähmung zutage.

Lungentuberkulose nicht m Frage kommen, yn therapeu- unv Müller (Wiesbaben^demonstrierte einen Fall tischer Hinsicht entfaltet das Licht eine negative und eme ^llener H a u t e r k r a n k u n g. Ottfried Müller- positive Wirkung. Eine negative haben totr bei gewissen ' bl= Resultate seiner Untersuchungen über den Hauterkrankungen, die durch den Wsschluß der chemischen ^n Bäd ern und Douch en aus den Blutdruck

Strahlen geheilt werden, wie z. B. die Pocken, die, nur J Menschen vor und veranschaulichte sie durch eine Reihe rotem Lichte ausgesetzt, keme ^terung und spater knne ^m i^ Blutdruck- und Pulsfrequenzkurven. Dabei Narben zeigen. Was die von Kellog eingefuhrten Glüh- Laben^ ficb wesentliche Unterschiede je nach bem angetoanbten lichtbäder anbetrifft, so sind dies vorzüglich Schwchbaber, y 1 1' Bades ergeben. AFränkel

die wohl allen anderen Schwitzbädern Vorgehen stnd. ^^eiler) hat die Eumulativwirkung der Digitalin- Da aber das Glühlicht nur wenig chemische strahlen ö stiidiert und an Tieren eine bisweilen Wochen enthält, so haben sie keme ®innnrfung auf den ailbQpuernb'c Wirkung dieser Körper beobachtet. Zum Schluß

Stoffwechsel; eine solche (hnmrrung toare eher zu er- si.ch noch ein sehr interessanter Streit zwischen

warten bei Bogenlichtbadern ohne Kombination ton Warn^ ^^pa u ^^1) unb' Hoffmann (Düsseldorf) über mit ganz enorm starken Bogenlampen, bie ja sehr reich Blutdruck und das Verhalten des Herzens bei seiner an chemischen Strahlen sind, ^^^hosierenb«^Wirkung,^wie I e r a n r en g u n g Als letzter sprach Harn ung

jüngst von einem ruisischen Arzte behauptet wurde, kann Marbach) über eine neue Methode zur Bestimmung

natürlich eine blaue Glühlampe me haben Die einzige. er- gr " en.

! folgreiche Lokaltherapie ist die Fmsensche Methode, die jetzt Iber y zg 6---

in der ganzen Welt ihre verdiente Anerkennung gefunden hat Diese Methode feiert ihre Triumphe besonders in der I Heilung des Lupus vulgaris. Bei der Finsenschen Methode