Ausgabe 
21.11.1902 Erstes Blatt
 
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geboren. Nach seinen Angaben wurde die Leipziger Stern­warte erbaut, zu deren Direktor er als Professor der Aftto- nomie 1860 ernannt wurde. Ganz Hervorragende? leistete BruhnS auf rechnerischem Gebiete, namentlich durch Berech­nung vieler Kometenbahnen. Bekannt ift er ferner durch die Entdeckung mehrerer Kometen und durch sein an höheren Schulen vielgebrauchtes »Neues logarühmisch-trigonometrisches Handbuch auf sieben Dezimalen".

- Personalien. Der Negierungsbaumeister Ludwig Haag aus Darmstadt ist zum Bauasiesior ernannt worden. Der Ministerialrevisor Christian Brückner ist auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner treu geleisteten Dienste in den Ruhestand verseht worden. Der Hochbauaufseher bei dem Hochbauamt Gießen, Peter Sahlfeld, ist auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner treu geleisteten Dienste in den Ruhestand versetzt worden.

* Konzertoerei n. Dem Vorstande deS Vereins ist eS seitens einer Anzahl der Mitglieder nahegelegt worden, den in den letzten Jahren weniger gepflegten Klavier- vorträgen in dieser Saison mehr Beachtung zu schenken. Der Vorstand hat diesem Ansinnen gern entsprochen, wie er jederAn- tegung aus der Mitte seiner Mitglieder nach Möglichkeit nach­kommt, und an zwei Abenden hervorragende Klavierkünstler gewonnen. Für den zweiten Konzertabend, Sonntag den 30. November, ist Fräulein Hedwig Meyer aus Köln, eine ganz hervorragende Vertreterin ihres Instruments, ver­pflichtet worden, die ganz besonders als Beethoven-Inter­pretin bekannt und geschätzt ist. Der Vortrag der Kom­positionen dieses Meisters, von dem das Programm in Hin­blick auf die nötige Mannigfaltigkeit nur einige Nummern enthält, dürfte besonderes Jnteresie erregen. Dem Fräulein Meyer künstlerisch ebenbürtig wird die junge Geigerin Fräu­lein Hedwig St rache, mit erstgenannter Dame gemeinsam, im Konzert mitwirken. Frl. Strache ist unserem musikalischen Publikum wohlbekannt, ist sie doch im vorigen Winter durch Kammersänger Buff und Hofkapellmeister Richard Strauß bei uns eingeführt, und hat dieser gewichtigen, glänzenden Empfehlung voll und ganz entsprochen, sodaß ihr Wieder­kommen gewiß allseitig mit Freuden begrüßt werden wird. Ueber uns vorliegende Preßstimmen werden wir demnächst geroijlenhoft berichten.

M DaS gestrige Abonnementskonzert, das erste der diesjährigen Wintersaison, war leider nur sehr schwach besucht. Unser sonst so musikliebendes Publikum be­fand sich gestern wohl zum weitaus größten Teile im Theater, um dem Gastspiel der Alwine Wiecke beizuwohnen. Das Programm brachte im zweiten Teil die prächtige Symphonie in Et-dur Nr. 3 von Haydn. Der Vortrag, unter Leitung des Herrn Musikdirektors Krauße war durchaus exakt und einwandsfrei und gab den besten Maßstab für die LeistungS- Fähigkeit der Kapelle ab. Im ersten Teile deS Programms errang Herr Neudack mit dem Pistonsolo Rome sweet home reichen und verdienten Beifall. Von den übrigen Nummern gefielen außer der klastischen Musik auch sehr die Variationen über daS Lied »Wenn wir durch die Straßen ziehen" von Lux. War das Publikum auch nicht groß, so war eS doch sehr dankbar für daS Gebotene, was, wie wir hoffen, die Künstler einigermaßen entschädigt haben wird.

* * Operetten-Auff ü hrung im Stadttheater. Zu der morgen Samstag den 22. d8. statt findenden Operetten- AufführungDaS süße Mädel" findet der Billetverkauf bei Herrn Ernst Challier statt. Es steht zu erwarten, daß der Abend ein äußerst genußreicher sein wird, da Herr Di­rektor Maxwell in Marburg laut Bericht der dortigen Zeitung täglich ein auSverkauftes HauS hatte.

Die Aufhebung deS Oktrois. In der gestrigen Sitzung des Reichstages wurde der von der Kommission in das Zolltarif-Gesetz neu eingefügte § 10a mit einer Ab­änderung deS Abg. v. Kardorff angenommen, wonach am 1. April 1910 das Oktroi auf Getreide, Hülsenfrüchte, Mehl, Backwaren, Vieh, Fleisch, Fleischwaren und Fett, außer Malz zur Bierbereitung, in allen deutschen Gemeindewesen aufgehoben werden soll.

Die Temperatur sank, wie auS unserem meteo- tologischen Tagesbericht zu ersehen ist, heute Nacht auf unter 12,8° 0. DaS ist die tiefste Temperatur, die seit vielen Jahren im November verzeichnet worden ist.

* * Merkverschen für Hausbesitzer:

Vor Deinem Hause Liegt EiS, Streu' ohne Pause Mit Fleiß Asche darauf, Sonst purzeln Junge und Alte Warte nur, halbe

Purzelst Du auch!

** Zu den Landtagswahlen lesen wir tm Törmft. Tagebl.", es bestehe die Absicht, die Wahl der dortigen beiden Landtagsabgeordneten anzufechten. Be­kanntlich war die unterlegene nationalliberale Partei nur um sechs Zettel hinter dem obsiegenden Gegner zurückge­blieben und das Endresultat hatte sich so scharf zugespitzt, daß die l'öchstbestimmten Dahlmännerkandidaten der unter­legenen Partei nur um eine Stimme hinter den niebrigft- besiimmten Dahlmännem des Siegers zurückgeblieben sind. Sehr lehrreich ist in dieser Beziehung die im Jahre 1896 in Darmstadt erfolgte Landtagswahl, bei welcher die natio­nalliberale Partei gegen eine Vereinigung mehrerer anderer Parteien Sieger geblieben war. Damals betrug der Stimm­unterschied noch 33 Zettel, waS die Gegner nicht hinderte, die Dahl mit einem wuchtigen Protest anzugreifen. Tie damalige mehrtägige Verhandlung in der Zweiten Kammer ist noch in guter Erinnerung und die beiden Mandate gingen nur mit ganz geringer Mehrheit als gültig durch. DaS nun die Behandlung eines etwaigen bei der Zweiten Kummer anzubriuaenden DahlprotesteS betrifft, so gehört zu den ersten Geschäften der Abgeordnetenkammer nach der zu An­fang der nächsten Woche stattsindenden Eröffnung deS Land­tages die Prüfung der Legitimationen der neu gewählten Mitglieder. Sofern bei Neuwahlen nicht schon vorher durch den Dahlkommissar die Beanstandung einer Dahl stattge­funden hat, waS aber nur zulässig ist, wenn der Dahl- kommissar findet, daß ein ober mehrere Formfehler vor­gefallen sind, welche bie Dahl unheilbar nichtig machen, und welche auch ohne eine neue Dahl nicht verbessert werben können, sodaß von ihm eine alsbalbige tPnmi-rung her Wahl zu veranlassen ist, steht der Sammer selbst bas

absolute Recht xu, die Dahlen der neu ein tretenden Mit- glieber für gültig oder ungültig zu erklären.

* Unfair me ldun gen zur Soerbeirufung von Hilfe in Unglücksfällen (bei Feuers- ober Dassersgefahr, in Krankheitsfällen, bei nächtlichen Diebstählen u. bergt) Tonnen nicht allein in Form von Telegrammen, fonbem auch burch Unfallmelbegespräche übermittelt werben. Unfall- melbegespräche sinb zwischen öffentlichen Sprechesten, zwi­schen Fernsprechanschlüssen sowie Zwischen Fern sprech-An­schlüssen unb öffentlichen Sprechstellen zulässig, flboch nur insoweit, als bie Betriebs- unb örtlichen Verhältnisse die Herstellung der erforderlichen Sprechverbindungen ermög­lichen. Die Abwickelung der Gespräche unter Benutzung der Apparate der öffentlichen Sprechstellen kann aus nahe- liegenh-n Gründen während der Nacht nur solchen Personen gestattet werden, die dem Verwalter der öffentlichen Sprech­stelle bekannt sind; sie ist ausgeschlossen, wenn der Apparat im Schlafzimmer untergebracht ober bie Verwaltung bet öffentlichen Sprechstelle weiblichen Personen übertragen ist. Haben bie Empfänger ber Unfallmeldungen keinen Fem- sprechanschluß, so können sie, sofern es die örtlichen Ver­hältnisse gestatten, an den Apparat einer öffentlichen Sprechstelle herangerufen werden. Die Gebühr für ein in der Nacht ab^uhalteudes Unsallmeld^gespräch bis zur Dauer von drei Minuten beträgt im rOtsverkchr 20 Pfg., im übrigen Verkehr das Doppelte der für ein am Tage zu führendes Gespräch von gleicher Dauer festgesetzten Sätze, mindestens jedoch 50 Pfg. Für Unfallmelbegespräche in den Dienstpausen der Vermittelungsstellen während des Tages werden außer den gewöhnlichen Gespräcchsg"bühren besondere Zuschläge nicht erhoben. Für das Herbeirufen von Personen an den Apparat, soweit es sich nach den örtlichen Verha^tn'ssen überhaupt ermöglichen-läßt, beträgt die Ge­bühr 25 Pfg. Tie Gesprächsgebühren und die Gebühren für das Herbeirufen werden auch dann erhoben, wenn das Ge­spräch aus irgend einem Grunde nicht zu stände kommt.

** Kirchliche Dien st nachrichten. Pfarrer (D- munb Licht aus Angersbach hat sein Amt als Pfarrer ber Hessischen Landeskirche freiwillig niedergelegt. Ernannt wurden: Pfarrvikar Tr. Thumm zu Pohl-Göns zum Pfarr­verwalter in Bensheim (erste Pfarrstelle); Pfarrvikar Nies zu Ilbeshausen zum Assistenten der Pfarrei Kastel-Kost- heim,, Pfarrverwalter Cchweickert zu Wölfersheim zum Pfarrverwalter in Schwickartshausen, Pfarrassistent Stau« bach zu Drheilgen zum Pfarrvikar daselbst. Tie Ernen­nung des Pfarramtskandidaten Emmel zu Hof Darthof zum Pfarrassistenten in Fränkisch-Crumbach wurde auf sein Nachsuchen wieder zurückgenommen. Zur Dieberbesetzung werben ausgeschrieben: Die evangelische Pfarrsteffe zu Rothenberg, bem Fürsten zu Seiningen steht das Präsentationsrecht zu; die evang. Pfarrstelle zu Höchst a. d. N., dem Freiherrn zu Günderode zu Frankfurt a. M. steht das Präfentationsrecht zu; die evang. Pfarrstelle zu Langenhain; die evangelische Pfarrstelle zu Mittel- Seemen, dem Fürsten zu Stolberg-Roßla steht das Prä­sentationsrecht zu; die erste evangelische Pfarrstelle zu Bensheim; die evangelische Pfarrstelle zu Ober- Mossau, dem Grafen zu Erbach-Fürstenau steht das Präsentationsrecht zu; die evangelische Pfarrstelle zu Eich.

ha. Grebenhain, 20. Nov. Zu dem Raubmord wird und noch gemeldet: Der Mörder soll in der Richtung nach Gedern zu entflohen sein. Da er früher schon längere Zelt am Bahnbau Lauterbach-Grebenhain beschäftigt war, ist ihm diese jetzt im Betrieb befindliche Bahnstrecke bekannt. Wie weiterhin mitgeteilt wird, soll der Ermordete etwa 300 Mark bei sich geführt haben, bie ebenso wie die Uhr fehlen. Daß der Mörder dem Ermordeten die Kleider aufgeriffen hat; um nach besten Barschaft in einem um den Leib getragenen Gurt zu suchen, ist nicht anzunehmen, man glaubt vielmehr, daß daS Zerreißen der Kleider durch das Schleifen des Körpers über den Erdboden entstanden ift Viele in den umliegenden Orten wohnhafte ausländische Arbeiter müsten durch diesen Vorfall sehr leiden, da sich Jedermann fürchtet, einen solchen in Logis zu nehmen oder sonst mit denselben zu verkehren. Ter ,D. Ztg." wird noch auS Greben­hain gemeldet: Als Thäter wird der 2021 Jahre alte kroatische Erdarbeiter Rendulic steckbrieflich verfolgt. Der Ermordete heißt Marco Cindic, ist auch kroatischer Erd­arbeiter, über 50 Jahre alt und soll eine Frau mit drei Kindern haben. Ein dritter Kroat, ein ebenfalls älterer Mann, war mit Kindic schon längere Zeit zusammen in Il­beshausen. Den jetzigen Thäter brachten die beiden vor etwa vier Wochen von Bebra mit, wo ihr Landsmann mittellos von ihnen angetroffen wurde.

8 Oberkleen, 20. Nov. Der von hier gebürtige be­jahrte Johannes Jung ist gestern an der Ehaustee nach Oberwetz erfroren aufgefunden worden. In letzterem Orte weilte der Genannte noch am Sonntag bei Bekannten, und am Montag wollte er hierher zurück, wurde aber unterwegs unwohl und konnte nicht mehr weiter. Eine zur Nachtzeit denselben Weg pastierende Perfon ersuchte auf Wunsch deS Jung angeblich einen hiesigen Bürger, den Hilflosen mit dem Wagen hierherzuschaffen, was aber während der Nachtzeit abgelehnt worden sei. Inzwischen ist der wohl in Vergesten- heit gekommene Jung ein Opfer der Kälte geworden.

Büdesheim, 19. Nov. Ein seltene- Fest durste am 14. b. M. die Gemeinde BübeSheim und daS evang. De­kanat Rodheirn feiern. Daren doch an diesem Tage 60 Jahre verflossen, seitdem der verdienstvolle Pfarrer von Büdesheim und langjährige Dekanats-Stellvertreter Pfarrer Friedrich Hellwig in Holzheim in daS geistliche Amt ordiniert wurde. Don nah unb fern waren bie Freunbe unb Bekannten l»es Jubilars herbeigeeilt, um ihre Glück­wünsche barzubringen. Beim FestgotteSbienste brachte Superintenbent Petersen in herzlichen Worten Dank und Glückwünsche ber oberem Kirchenbehörbe bar unb teilte mit, baß bem Jubilar Allerhöchstenorts ber Charakter als Kirchenrat verliehen worden sei. Im Namen bes Dekanats unb ber Dekanatsgeistlichkeit, bie fast vollMlig erschienen war, sprach Dekan Sartori uS Worte warmen Dankes für bie treuen Dienste, die ber Jubilar bem Dekanat währenb 42 Jahren burch Rat unb That und insbesondere als Dekan-Stellvertreter geleistet, unb überreichte als äußeres Zeichen bes Tankes ein kostbares Dilb: der zzvölf- jährige Jesus im Tempel von Hofmann als JubiläumSgabe der Tekanatökoffegen. Nach Verlesen ber Glückwunschschrei, ben der Gemeinben. in benen ber Jubilar als Vikar gewirkt, brachten noch der Vertreter des KreiSamts unb ber Kreis- Schulkommisiion Glückwünsche bar. Später fanb unter großer Beteiligung noch eine Nachfeier üerbunben mit einem Festmahle statt.

Darmstadt, 20. Nov. Im Frühjahr, so schreiben die j,N. H. VolkSbl.E, geruhten I. K. H. die Großherzogin,

daS Protektorat über unsere hessische Epileptischen-Ansta^ Ramsiadt, niederzulegen. Daß aber daS warme Interesse, daS die hohe Frau jederzeit der Anstalt gegenüber an den Tag gelegt hat, noch dasselbe ist, beweist ber Umstand, daß sie in diesen Tagen dem Vorsitzenden deS LandeS-AuSschuffeS deS Verein? »Anstalt für epileptische Kinder und Jugendliche im Großherzogtum Hessens für letztere ein reiches Gnaden- geschenk im Bettag von 1000 Mk. hat übermitteln lassen.

Mainz, 19. Nov. Tie für Rheinhessen zur Er­richtung kommende Bismarcksäule, um deren Stand­ort sich Gaualgesheim und Oberingelheim seither gestritten haben, wirb nach dem Beschluß bes gcsck>äftsführenben Aus­schusses jetzt definitiv in Oberingelheim zur Ausstell­ung kommen. Vor (Eintritt in die Tagesordnung der heutigen Stadtverordnetenversammlung wur­den auf Antrag des Vorsitzenden einige Anträge um Aus­hebung des Oktrois und Ermäßigung des GaS- preifes an die verschiedenen Ausschüsse verwiesen. Auf Antrag bes Beigeordneten Tr. Schmitt erklärte sich die Versammlung bereit, die Beschäftigung Arbeit-, loser auf Ottund bes Uebereiulomm u:- vorpmehmen, wie es auf ber kürzlich in Frankfurt abgehaltenen Konferenz verschiebeuer Stäbte vereinbart worben ist. Stabtv. M. M. Mayer berichtet über bie Beschaffung von Stein­kohlen währenb bes Winters 1902/03; er beantragt, bie Stabt Mainz soll bie- nötigen Steinkohlen selbst ankaufen unb zum Preise von 87 Pfg. per Zentner verkaufen. Ter Oberbürgermeister beantragt, eine Summe von 4000 Mk. zu bewilligen zur Beschaffung von Steinkohlen unb bereu Gratisabgabe an Minderbemittelte. Unter Ablehnung aller anderen Anträge wurde der Antrag des Oberbürgermeister- einstimmig angenommen. Ein Gesuch ber Schwestern von der göttlichen Vorsehung um Erbäuung einer besonderen Krankenanstalt wurde einstimmig abgelehnt.

Vermischtes.

Lübeck, 21. Nov. Da? Lagergebäude deS EngroS- ProduktengeschäftS Meyer u. Comv ist abgebrannt.

'Saloniki, 20. Nov. Ist ber Ortschaft Gjeugjelu wurde eine türkische Familie angeblich von Mitgliedern deS macedonischen Komitees ermordet.

"König Leopold und die Sozialisten. An­läßlich des Attentats auf König Leopold bringen englische Blätter folgende Anekdote in Erinnerung. Der König floate einst in ungezwungener Unterhaltung seinen Leibarzt, halb scherzend, was wohl die belgischen Sozialisten von ihm dächten.Ein hervorragender soz. Abgeordneter", antwortete der Arzt,bemerkte kürzlich, daß, wenn Sie nicht König der Belgier wären, Sie vielleicht Präsident der belgischen Republik sein könnten.^ Der König lächelte hierauf sarkastisch und antwortete:Ich danke Ihnen sehr, aber roafl würden Sie wohl sagen, wenn man Sie zum Tierarzt machen wollte?"

" Eine breitägige furchtbare Feuersbrunst zerstörte die persische Handelsstadt Rescht. 1600 Häuser und viele Warenmagazine sind niedergebrannt, 200 Menschen sind umgekommen, Hilfe mangelt gänzlich.

Landmirtschnst.

Neber Maßregeln zur Bekämpfung der -lnstccknugsgefahr der Riudcrtuberkulose beriet ber Vorstand der brandenburgischen Landivirychafiskainmer. Es rourbe beschloßen, einen Versuch mit der Tilgung der klinisch erkennbaren Tuberkulose zu machen. Zu diesem Zweck sollen durch besonders geeignete Tierärzte die Rind- viehbestande von freiwillig sich meldenden Züchtern auf klinisch er­kennbare Tuberkulose untersucht werden. Die hierzu erforderlichen Untersuchungen sollen fürs erste in den Laboratorien deS Prolessorl Ostertag und des TepartementS-TierarzteS Klebbo oder in dem hygienischen Institut der Tierärztlichen Hochschule in Berlin vor­genommen werden. Da aber dies Verfahren auf die Dauer nicht ausreichen wird, so ist in nicht zu ferner Zeit auf die Begründung einer eigenen bakteriologischen Untersucbungsstatio n seitens der Kammer Bedacht zu nehmen, ferner wurde beschlossen, die Königliche Regierung zu bitten, für strenge Durchführung der bestehenden Verordnungen für die Pasteurisierung der au8 den Sammelmolkereien in die Wirtschaften zurückgehenden Magermilch, Buttermilch und Molken, zu roirfen.

Handel und Uerliehr. Volkswirtschaft.

Würzburg, 19. Nov. Tie deutsch-amerikanischen und bie rumänischen Petroleumgesellschaften wollen auch in Bayern den Petroleumverkauf monopolisieren. Sie be­absichtigen auch in LandShut Tanks zu errichten unb von da mittelst Petroleumwagen ihre Produkte in daS Land zu verbringen. Auf Veranlassung der Passauer Handelskammer beschloß die hiesige Kammer, das Ersuchen an daS Staatsministerium des Innern zu richten, bem Unternehmen dieser Gesellschaften fein Augenmerk zu­zuwenden unb bie Anlage von Tanks an ber Bahn unb an Flüssen zu verbieten.

Die 3 V, e,0 löt« Anleihescheine der «ladt Leer vom Jahre 1902 wurden am 20. d. M. zum ersten male an ber Berliner Börse, zum Eourse von 99,10 e'e, gehanbelt

Chemnitz, 20. Nov. Bis zum 6. Dezember ist das Dezugsrecht auf 1000 000 Mk. neue Aktien ber Ehemischen Werke vorm. Tr. Heinrich Byck zmn Eourse von 112% auSzuüben.

Prämien-Anleihe der Stadt Genua vom Jahre 1869. In der Ziehung am 3. November wurden folgende Nummern mit Dauptpreifen gezogen. Nr. 6180 60 000 Lire, Nr. 37 802 6000 Lire, Nr. 223 2500 Sire, Nr. 18 086, 81 641, 45 293 4 1000 Lire, Nr. 4563, 19 792, 43 384, 62 991, 66 018, 69 261 1 500 Sire, Nr. 48 879, 60 362 k 285 Lire, Nr. 280, 14 693, 20 181, 87 289, 37 341, 40 538, 43 936, 44 291 * 250 Lire. (Ohne Gewähr.)

Stadt Vari, 100 Lire-Lofe von 1869. Die bis jetzt noch nicht gezogenen Lose werden mit 66 Lire, die verlosten unb noch nicht eingelösten mit 9,60 Lire zurückdezahlt.

Eingesandt.

"Für Form unb Inhalt alte unter biei'er Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion bem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Die Haltestelle Giehen-Rord.

Nachdem in ber letzten Stadwerorbneten-Verfammlung bte Errichtung eines NordbabnhofeS beforschen und von ben Vätern des Gedankens stets die Hebung des Nordendes als Zweck dieser Anlage hervorgehoben worden ist, mag es einem Bewohner dieses Stadtteils gestattet sein, die Angelegenheit auch einmal vom Stand­punkt des Nicht-Grundbesitzers auS zu beleucht-n.

Ich frage zuerst: waS soll eine Haltestelle am Rodbera be­zwecken ? Antwort: sie soll 1. den Bewohnern des nördlichen Stadtteils eine beoueme Verbindung mit der Bahn schassen; 2. den Verkehr aus dem nördlichen Teil der Provinz und ben an­grenzenden Strichen nach der Stadt beleben; 3. den Bewohnern von Wiefeck zu gut kommen.

Beginnen wir bei der Betrachtung dieser drei Punkte mit bem letzten, so können wir bieten (ofovt auSscheiden mit dem Hinweis darauf, datz wir keine Vervflichtung haben, für die Kememde Wiefeck zu sorgen. ?kuch der zweite Punkt ist schnell abgetbaiu Wir haben eine direkte Verbindung mit unserem nördlichen Hintev