Ausgabe 
21.10.1902 Erstes Blatt
 
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(Beg. 20. Ott) 3) Herodot. Dienstag, Donnerstag 45. (Beg. 28. Ott) 8) Philol. Seminar. HerondaS und Bespr. der Arbeiten. Dienstag 111. 4) Philol. Proseminar.

TacituS Agrikola und lat. Stllübungen. Jeden 2. Donners­tag 111. (Beg. 6. Nov.)

- Städtischer Prozeß. Un8 wird geschrieben: Gegen die Berechnung des Straßenkostenbeitrages seitens unserer Stadt vom März 1894 hatten von den acht An­liegern der unteren Goethestraße (zwischen SelterSweg und Südanlage) sieben rechtzeitig Einspruch erhoben und ihren Einspruch auch dauernd auftecht erhalten, während von Einem derselben Zahlung des geforderten Beitrag« noch vor der Streitverkündigung geleistet worden war. Unter Klagean­drohung für die übrigen Beteiligten, soweit deren Anteile als fällig bezeichnet wurden, ließ die Stadt im November 1898 indes nur gegen e i n e n Angrenzer Klage anstellen und zwar wurde dieselbe auf Grund des § 13 des Gießener Ortsbau­statuts vom 6. Juli 1888 vor dem Großh. Landgericht l hier eingereicht Nach der in diesem Prozeße, der wegen derweil zurückliegenden Daten und der dadurch sehr erschwerten Be­weiserhebungen jetzt noch kaum über ein Vorstadium hinaus gediehen war, am Montag, den 20. l. Mts., von diesem Gerichtshöfe verkündeten Entscheidung wurde die st ä d t i s ch e Klage abgewiesen, weil derselbe den gegnerischen Be- weiSsührungen beitrat, daß hier der Rechtsweg ausgeschlossen fei. Sollte das Großh. Oberlandesgericht dieses Urteil be­stätigen, so müßte dieser Prozeß nunmehr vor den Verwal- tungsgerichten aufgerollt werden, und ein ganz gleiches Schicksal würden noch etwa andere, bei den hiesigen Gerichten (Amtsgericht oder Landgericht) schwebende, städtische Prozesse wegen Straßenkostenbeiträge teilen müßen. Es sei hier noch angefügt, daß unsere Stadtverordnetenversammlung in ihrer Sitzung vom 19. Juni l. Js. also erst kürzlich selbst Beschluß auf (die) Beseitigung der ominösen Klausel des § 18 .vorbehältlich jedoch des Rechtsweges", gefaßt hat, welche ehedem der Stadt für die Anrufung des Gr. Land­gerichts in dem hier vorliegenden Streitfälle die Veranlassung gegeben hatte.

* Militärdienst nachrichten, v. Rettber g, Haupt- mann und Adjutant des Gouvernements von Thorn, unter Versetzung in das Jnf.-Leib-Regt Großherzogin (3. Großh. Heß.) Nr. 117 zum Kompagnie-Chef ernannt Kreisch mar, Lt. int Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Heß.) Nr. 116, zu einer vom Kriegsministerium zu bestimmenden Militär- Jntend. vom 1. November d. I. ab kommandiert. Kritzler, Hauptmann ä. 1. b. des Jnf.-Leib-Regts. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117 und kommandiert zur Dienstleistung beim Bekleidungsamt des VIII. Armeekorps als Mitglied zu diesem BekleidungSamte versetzt. RiedeselFrhr. zuEisen- b a ch, Lt. der Res. des Garde-Jäger-Bats. (Gießen), als Lt. und Feldjäger in das Reitende Feldjägerkorps versetzt Mootz, Fähnr. im Jnf.-Leib-Regt Großherzogin (3. Großh. Heß.) Nr. 117, mit Patent vom 19. Oktober 1901 zum Lt. be­fördert. F i tz a u, charakteris. Fähnr. im 5. Großh. Hess. Jnf.- Kegt Nr. 168. ft'nur, Oberlt. der Landw.-Jnf. 2. Auf­gebots (Gießen), früher im 5. Großh. Hess. Jnf.-Regt. Nr. 168, als Oberll. mit seinem Patent in der 1. Gend.-Brig. angestellt Metzke, Komp.-Chef int Jnf.-Leib-Regt. Groß­herzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117, mit der Erlaubnis zum Tragen der Regts.-Uniform der Abschied mit der gesetzlichen Lensian bewilligt

**Zu den Landtagswahlen. Aus Grün berg wird uns noch geschrieben: Tie auf den Samstag abend anberaumte Vertrauensmänner-Versammlung wurde nachmittags wieder abgesagt und von Bürger­meister Zimmer eine öffentliche Wählerversammlung ins Hotel zum Hirsch auf Samstag abend einberusen. Tiefe aus allen Ständen der Bevölkerung zusammengesetzte Ver­sammlung wurde von Bürgermeister Zimmer um Vorschläge zur Kandidatur befragt. Herr Moll war nämlich nicht wegen eines Mugenlewens von der ihm in zwei Ver­sammlungen mit an Einstimmigkeit grenzenden Majorität angetraaenen ftxmbibotur zurückgetreten, sondern weil in der Wählerversammlung vom 12. d- M. einige seiner Kol­legen aus dem Gemeinderat gegen ihn gestimmt hatten. In der Versammlung imHirsch" sprachen sich sämtliche Redner dahin aus, daß man Herrn Moll die Kandidatur wieder einstimmig antragen solle. Als Bürgermeister Zim­

mer den, von einigen Rednern in diesem Sinne gestellten Antrag zur Abstimmung brachte, wurde er mit allen, gegen zwei Stimmen angenommen. Äeses einmütige Austreten der Wähler sah Herr Moll mit Recht als ein Berrrauens- votum an, wofür er den Wählern herzlich dankte und sich bereit erklärte, die Kandidatur endgiltig anzunehmen. Damit wäre die Kandidaten frage für alle Gegner der Antisemiten entschieden.

** Geflügelzucht Ter Geflüaelzucht-Verein Gießen und Umgegend hielt am Sonntagnachmittag im Saale des Cafe Ebel seine vierte überaus zahlreich besuchte General- Versammlung ab. Tie Versammlung stimmte einem vom Vorstand einstimmig gefaßten Beschluß zu, wonach von den beiden auf der Zuchtstation an der Hardt geh- haltenen schwarzen Minorkastämmen, einer abgeschafft und dagegen Zuchtstamm weißes Wyandotter (Frühbrüter^ an­geschafft werden soll Die Verringerung des Minorkabe- slandes tiiuf der Hardt wurde damit begründet, daß die N a ch s r a g e n a ch B r u t e i e r n d i e s e r H ü h n e r r a s s e, besonders von Landwirten im letzten Jahre erheblich nachgelassen habe. In einem Berichte über die am 4. d. M. in Büdingen stattgehabten Verbandssitzung der Geflügel­züchter-Vereine der Provinz Lberhcsjen wurde.mitgeteilt, daß die nächste vom Verbände abzuhaltende Geflügel-Aus­stellung im Jahre 1903 dem Verein Gießen übertragen worden sei, und daß diese Ausstellung mit der im Sep­tember 1903 in Gießen 1903 geplanten großen landwirt­schaftlichen Ausstellung verbunden werden wird. Betreffs der zu dieser Ausstellung zu nehmenden Preisrichter wurde dem Verein Gießen freie ^aud gelassen. Für 1904 ist in Büdingen als Ort der Verbands-Ausstellung Lauter­bach bestimmt worden. Ter Verein hatte aus Anlaß seiner letzten Ausstellung auf Grund der hessischen Aus- sührungsbestimmungen zum Reichs-Seuchengesetz das erste Mal mit der sanitären Ueberwachung der zur Ausstellung gebrachten Tiere auf Anordnung des Polizeiamtes den Kreis-Veterinärbeamten betrauen müssen. Tie früheren Ausstellungen waren sämtlich tierärztlich überwacht, doch hatte man sich hierzu eines nicht beamteten Arztes be­dient Wegen der Höhe des dem beamteten Tierarzte zustehenden Honorars hatte im Januar die General-Ver­sammlung beschlossen, einen Entscheid des Kreisamtes resp. des Mintsteriums durch den Vorstand herbeiführen zu lassen. Dieser Entscheid ist vom Ministerium, Abteilung für Gesurtdheitspslege, inzwischen erfolgt und lautet: Es unterliege keinem Zweifel, daß Geflügelausftellungen zu denjenigen össentlichen Tierschauen zu zählen sind, deren tierärztliche Ueberwachung nach § 17 des Reichsviehseuchen­gesetzes angeordnet werden kann, sowie daß die hierdurch entstehenden Kosten nach den hessischen Ausführungs-Be­stimmungen zu dem Reichsseuchengesetz dem Unternehmen zur Last fallen und in Ermangelung einer güllichen Einig­ung wegen dieser Kosten diese vom Großh. Ministe­rium des Innern festzusetzen sind. Das Ministerium erklärt: daß die für die tierärztliche Untersuchung von Kleinvieh geltenden Gebührensätze auf die Ueberwach­ung von Geflügel-Ausstellungen nicht anwend­bar sind. Tie Versammlung nahm den vom Kreisvmt mitgeteillen Ministerialentscheid zur Ketmtnis. In der Versammlung entwickelte sich darauf eine überaus leb­hafte Tebatte über die Besetzung der Preisrichterämter bei Provinzial-Verband«-Ausstellungen. Innerhalb des Verbandes ist schon seit der ersten Verbands-Ausstellung eine starke Strömung vorhanden, welche dahin geht, daß das Amt eiues Preisrichters bei den Verbands-Geflügel- Ausstellungen nur an Fachleute übertragen werden soll, die ihren Awhnsitz außerhalb der Provinz haben. Es wurde betont, daß der Gießener Verein bei all seinen Ausstel­lungen aus weiter Ferne Preisrichter habe kommen lassen, welche in keinerlei Beziehungen zu den Ausstellungen stehen und die so die größte Gewähr geben, für eine voll­ständig unbefangene Beurteilung der ausgestellten Tiere. Eine Resolution, welche eingebracht war, um die Ansichten des Gießener Vereins über die Preisrichterstage zum Aus­druck zu bringen, wurde vom Antragsteller zurückgezogen, um die Frage auf der nächsten Vereinsversammlung auf die Tagesordnung bringen zu können. Ter Versammlung wurde noch ein Schreiben der Bürgermeisterei Gießen mit- geteill, in welchem dieselbe chren Tank ausspricht für die chr vom Verein überwiesenen 36 Mark, Ueberschuß des Stiftungsfestes, welche zur Verabreichung von warmem Frühstück an bÄrürftige Linder der Volksschule bestimmt sind.

** Mitteldeutsche Staatslotterie. Wieder­um flattern Mlllionen von Aufforderungen zur Beteiligung

cm der llng arisch en Klassenlotterie in alle deutschen Gaur. Da in der That leider im allgemeinen das Glück int Leben eine größere Rolle spielt, als persönliche Tüchtig- leit, so wird man es niemand verdenken können, daß er dem Glücke, sei es nun forttaufend gewtssermaßen immer den deinen Finger, sei es auch nur dann und wann durch eine größere Beteiligung bje Hand bietet. Bietet in der That die genannte auswärtige, im deutschen Reiche bei besonders hoher Strafe verbotene Lotterie die ihr ange­rühmten besten Gewinnaussichten? Es ist dies mindestens nicht int Verhältnis zu allen deutschen Stacuslotterien der Fall. Selbst die lleinsten beutjajen Staatslotterien, wie die nur halbe Lose ausgebende Lübeckische Lotterie und die Mecklenburgische Lotterie, die wegen chrer hohen Ge­winnabzüge wenig beliebt sind, und im allgemeinen recht wenig wirtliche Gewinne bieten (übrigens wie alle anderen nach genannten Lotterien außer der Hessisch-Thüringischen bei uns ebenfalls verboten sind) gewähren, wenigstens bezügü der Gewinne von 40 000 Mark und mehr, bessere G^winuaussichtcn als bie Ungarische. 9toch auf breiterer Basis vorteilhaft stellt sich aber der Vergleich für unsere Landeslotterie:

ES können nämlich nach den neuesten für die nächste Lotterie geltenden Plänen entfallen:

Gewinne von

Z-K« § J q i

± ö

ZW x'S-S

S3

40 000 Mk. und mehr

10000- 89 000 D

s 1

1

8

s c

in 5

- -

p

©

Braunschweig 15e/0

10 000. Los

4546. LoS

106. Lo«

56. LoS

Lübeck 20%

6 250. ,

5556.

167.

r

148. ,

Mecklenburg 20%

Preußen 157, %

5 455. ,

5000.

160.

151. ,

16 071. ,

8213.

76.

87. ,

Sachsen 157 »T

8 333. ,

3448.

52.

61. ,

Hamburg 207o-g

9 833. ,

6556.

127.

123. ,

Ungarn 20%

9 167. ,

4400.

203.

88. ,

Heß.-Thuringen Mitteldeutsche Staatslotterie Sitz Darm­stadt 15%%

5000. ,

2041.

56.

t

20. .

Wer also spielen will, hat nicht nötig, sich der Gefahr einer hohen Strafe wegen Reichsstempelsteuerhinterziehung auszusetzen, sondern er kann aussichtsreicher in der hei­mischen Lotterie spielen. Uebrigens ist die Ungarische Lotterie nicht einmal ein Staatsunternehmen, sondern eine Lotterie, die für Rechnung einer Artiengesellschaft betrieben wird. Der Abzug von 20 Prozent von allen Gewinnen derselben kommt indirett einem dem Deutschen nichts weniger als freundlich gesinnten Volkstum zu statten! Diese Erwägung sollte mehr noch als die obige Vergleichs­statistik und mehr als die Bestrafungsgefahr jeden guten Deutschen von der Betettigung an der Ungarischen Klassen­lotterie abhalten.

** Reichsbank. Am 1. November d. I. wird in Dirsch au eine von der Reichsbank-Hauptstelle in Tanzig abhängige Reichsbank-Nebenstelle mit Kasseneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden.

** Unsere Laubwaldunaen und kaum minder unsere Anlagen prangen jetzt in der prächtigsten Herbst­färbung. Der häustge und rasche Wechsel zwischen Kälte und Wärme, Nebel und Sonnenschein in den letzten Wachen hat das herbstliche Kolortt der Laubbäume schnell her- oeigeführt. Vom Goldgelb des Ahorn bis zum Hellbraun der Buche und Scharlachrot der Eiche schillert es in allen Nuancen. Hier und da ziehen sich die dunklen Linien der Nadelbäume gleich wie Rahmen um bunte Bilder. Wo im Frühlinge wunderbare Blüten durch Bau, Färbung und Tust erfreuten, da prangen zuweilen jetzt leuchtende Beeren. Mancher Beerenstrauch, den bisher die unschein­bare Färbung und das volle Laub den Blicken entzog, tritt jetzt auffallend hervor. Hier sind es die weißen Eis- oder Schneebeeren, dort die leuchtend roten der Eoer- esche und tzagerose. Sie erfreuen nicht nur das Auge, die Natur hat mit ihnen auch den wenigen, bei uns zurück- bleibenden Sängern, für welche bald harte Tage herein- brechen, zum letzten Male reichlich den Tisch gedeckt

pB. Wies eck, 19. Okt. In der vergangenen Woche wurde die hier neu erbaute Cigarrenfabrik des Herrn Guido Günther aus Gießen unter Beteiligung sämtlicher

als berühmten Altme-ister doch ganz prächtig. Derart be­zeichnend für Menzels rücksichtsloses Festhalten an seinen Kunstprinzipien ist ein wenig bekanntes Erlebnis mit dem für König Wilhelm I. von Preußen gemaltenKrönungs­bill/" von 1861, das den Ruhm des Malers begründete. Nahezu alle Personen darin sind Porträts nach der Natur und von erstaunlicher Realistik. 'Diese Naturtreue war einigen mitdagestelltcn Hofdamen älterer Garnitur sehr fatal. Zarte Winke gegen den Künstler um Verschöne­rung und Verjüngung um eine Handvoll Jahre bleiben erfolglos. In dieser i)cot verfällt man auf Papa Wrangel, den urwüchsigen Feldmarschall. Galant wie er war, begiebt er sich in dieser diplomatischen Mission sogleich in das Atelier Menzels. Nachdem einige, sich in ihrer Deutlich­keit steigernde Versuche an dem schweigsamen Meister wir- tungslos abgeprallt sind, geht der eilte Kürassiergeneral zum Angriff mit ernsten Vorstellungen über. Vermutlich zu forsch. Menzels Selbstgefühl als Künstler wird ver­letzt Ta Wrangel nicht nachläßt, gerat der Künstler in Wut und weist den Marschall höchst energisch zum Tempel hinaus. Und Wrangel ^eht, freilich nicht ohne an der Thür vor Zorn über die schlappe seinem Gegner eine feiner urwüchsigen Verbalinjurien als Abschied zuzurufen. Später hat er freilich selbst am meisten über die Sache gelacht, und sie aller Well erzählt. Nicht minder drollig ist eine gewisse Eigentümlichkeit Menzels. Er war nie ein großer Freund vom Reisen, hat wenig Studienfahrten gemacht, nach Italien sogar nicht mehr als eine kurze Spritztour unternommen, wie Meißner erzählt. Trotzdem friegt Menzel wie jeder Gebildete von Zeit zu Zeit seine all- tüglidje Umgebung faxt. Er macht es dann ähnlich wie der Titelheld von Rodenbergs Buch:£errn Schellbogenä Abenteuer", indem er mit seinem Gepäck in einer Troschke von seiner 'Wohnung in der Siegismundstraße nach einem Hotel in der Potsdamers!raße reift; zu Fuß ist diese Reise in 20 Minuten zu erledigen. Tort steigt die deine Exzellenz für acht Tage als natürlich bekannter Fremder ab, lebt für sich, durchstreift von hier aus bei Tage und bis spät Abends die Stadt, besucht Cafss und Demstuben und macht hier nach dem Publikum feine Studien, aus denen zu Hause hersach [eine köstlichen Wirtshaus-TarfteHungen

werden. Sehr lehrreich nicht nur für die Bewertung Menzels einstmals und heute, sondern auch für die Stei­gerung der Kunstwerkpreise in etwa 50 Jahren ist, was Meißner vomArmeewerk' erzählt. 15 Jahre lang arbeitete Menzel an einer Darstellung der Armee Friedrichs des Großen in allen Typen, Dienstgraden, Monturstücken. Mit einem geradezu grenzenlosen Fleiß studierte er dafür in Zeugl)äusern, Montierungskammern, Tepotatten und schuf damit das erste große Kostümwerk, das vorbildlich für alle späteren ward. Es enthält fast 500 Einzelbilder; die fertigen Steindrucke wollte aber kein Verleger haben. Sachse Übernahm sie endlich in Kommission, ließ ganze 30 Exemplare abziehen und nach dem bei Menzel selbst verbliebenen Original austuschen. Diese 30 Exem­plare gingen in den Besitz von Museen und Liebhabern über; sie sind seit Jahrzehnten fajt nur den Kunsthisto­rikern bekannt gewesen. Vor ganz kurzer Zeit ist Menzels Original und Handexemplar von diesemArmeewerk" für den Preis von... 120000 Mark von der Kölner Eho- loladenfirma Stollwerck angelauft; die einzelnen Figuren werden zur Zell bei Büxenstein in Berlin in Dreifarben­druck auf Reklame-Postkarten für Stollwercksche Chokolade übertragen. Eine geradezu fürstliche Reklame eine echt moderne Popularisierung eines Kunstwerks! Habent fua fata libelli!

Ter allbekannte und allbeliebte Dahei in - ftalenber für 1903 ift soeben erschienen und präsentiert sich in seinem roten Gewanoe diesmal wieder als ein statt­licher, sehr schmucker Band. Dieser Kalender ist ein echtes Hausbuch, das neben dem Kalendarium guten Unterhal­tungsstoff in reicher Fülle diesmal u. a. zwei Erzäh­lungen von I. B. Semmig und Karl Busse und eine große Zahl belehrender Beiträge, allerlei Wissenswertes zuin Nach schlagen, praktische Anleitungen der verschiedensten Art bringt. Äne Eigenart des Taheim-Kalendcrs ift z. B. die vollständige zuverlässige Genealogie, sind Zusammen fteQungen über Stifte und Heime in deutschen Landen; wer Du weiß, wie schwierig es oft ist, irgend einen Schütz­ling passend unterzudringen, wi.o besonders die letzteren zu schaden wissen. Ernst und Humor wechseln im Kalender

ab. Besonders bemerkenswert ist ein Aufiotz über Deuttch- Oftafrika auS der Feder des Reisenden Ä. Leue. Auch der Kunst wird der Daheim-Kalender gerecht: so giebt er dies­mal, außer zahlreichen Bildern und Zeichnungen moderner deutscher Künstler eine Reche von Meisterwerken klassischer Portrallmalerei in mustergültigen Reproduktionen nach Dürer, Raffael, Rubens ic. Alles in allem, ein vielseitiges treffliches Buch, das warm empfohlen werden kann.

Münchener Kalender 19 03. (Truck und Verlag der Verlagsanstalt vorm. G. I. Manz, Buch- und Kimst- bruderet, A.-G., München-Regensburg. Preis 1 Mark.) Auch dem neuesten Jal)rgang des Münchener Kalenders rufen wir ein Willkommen entgegen. Sein Titelblatt schmückt das Münchener Kindl, das sogenannte kleine Stadt­wappen, das in dieser richtigen heraldischen Tarftellung sonst selten zu treffen ist. Es ist eine authentische Tar- stellung dieses uralten Stadtsiegels. Die künstlerische und typographische Ausstattung schließt sich natürlich seinen Vor­gängern würdig an. Seinen Inhalt bilden, außer dem eigenllichen Kalendarium, wieder 13 Wappen, und zwar zunächst jenes nebst Stammtafel der Großher^öge von Mecklenburg, ferner die Wappen der Pfalz, der Geschlechter Arnim, Bernstorff, Crailsheim, Khevenhüller, Lriola, Paumgarten, Rantzau, Schwerin, Seckendorff, Sickingeu und Wurmbrand. Es sind nun sieben deutsche Staaten und 112 deutsche Fürsten- und Grafengeschlechter, deren Wappen die Jahrgänge 18951903, von Hupp prächtig gezeichnet und von eetyler fachmännisch erläutert, enthalten. Ter von der Verlag^aniialt gleichzeitig herausgegebene niedliche Kleine Münchener Kalender 19 03", dessen Kalen­darium mit originellen MonatSwappen geschmückt ist, bringt neue sinnige Monatssprüche und enthält außerdem ein Ver­zeichnis der größten Brücken, wie einen deutschen Jagd­kalender. Preis 50 Pfg.

Der Lahrer Hinkende Bote, dieser volkstüm­lichste aller Kalender, hat seinen alljährlichen Rundgang von neuem angetreten. Ter Kalender für 1903 ist gleich seinen Vorgängern reich an Bildern. TerGroße VolK- lalender" bringt nicht weniger als 18 längere ober kürze« Geschichten.

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