Nr. 846
«rfchetnl täglich autzer Sonntag-.
Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem hessischen Landwirt bk Siegener Kamillen, blätter viermal in der Woche bergelegt.
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Erstes Blatt. 158. Jahrgang
Montag 80. Oktober 1002
GietzeimAnzeiger
General-Anzeiger w
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen
Bezna»vr«t», monaiuch7b PI., otertel* jährlich ML 120; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePost Alk. 2.— viertel- jährl. auSschl. Bestellg. Annahme von Anzeige« jür die Tagesnumm« bi» vormittag» 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal lSP^ o*»n>ärt» to Psg. verantwortlich: für den volil. u. allgem. Teil: P. Wittko: jür ,Stadl und 2anb' und .GerichtSsaal'. Curt Plato; jür den Anzeigenteil: pan» Beck.
Gießen, den 18. Oktober 1902. 6 etr.t Beitreibung der Gemeinde-Einkünfte.
Das Grsßheyagliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien und die Gemeinde- Einnehmer des Kreises.
Unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 23. Mai 1899 — Amtsblatt Nr. 5 — erinnern wir Sie an die Vorlage der Pfandbefehle gemäß Absatz 5, Ziffer 1 desselben.
I. 93.: Dr. Wagner.
zj________. ......। ___________
Darmstädter Arief.
(Originalartikel des „Gieß. Anz.")
Darmstadt, 17. Okt.
Unsere LandeSmetropole steht zur Zeit unter dem Zeichen der Marine. Es scheint fast, als ob sich die hessische Residenz über Nacht zu einer großen Seestadt a la Leipzig entwickelt hätte, so wogt und flutet das Gesprächsthema über deutsche Kriegsschiffe und deutsche Marinetruppen von Mund zu Mund, so pflanzt es sich von sämtlichen Starnrn- und Familientischen, vom ältesten Bierbankphilister bis zum jüngsten, ja mit dem nassen Element ohnedies frühzeitig genug bekannt werdenden Säugling fort, da werden zwar nicht Weiber zu Hyänen, aber Männer, deren Landratten- haftigkeit bisher über allem Zweifel erhaben war, werden äu Marine-Enthusiasten, und wohl selten ist der Band mit Dem Buchstaben M vom großen bis zum kleinsten „Meyer" ein so stark gesuchter Artikel in Darmstadt gewesen, wie in den letzten Tagen. Die großen Küstenpanzer und die Schlacht- und Linienschiffe, die Kreuzer, die Panzerkanonen- und Torpedoboote aller Art spuken einem nur so im Kopf herum, und wenn man uns für jedes Traumbild mit donner- arollenden Seegefechten oder wildwogenden Meeresstürmen, das die Darmstädter nächtlicherweise Heimsucht, einen Thaler zahlte, wir lönnten uns gewiß so manches Rittergut dafür kaufen. Und das alles hat mit ihren ViarinebUder-Vorfüh- rungen die hiesige Abteilung des deutschen Flotten- vereins gethan, die jetzt alltäglich dreimal den großen neuen Saal der Durngemeinde bis auf den letzten Platz mit Zuschauern dicht besetzt sieht
Aber nicht die wirklich interessanten biographischen Darstellungen allein haben diese „Seemacht-Stimmung" bei uns hervorgerufen, sondern vor allem mit der Umstand, den kühnen, schneidigen, ritterlichen Flottenadmiral Prinz Heinrich mit Familie als Gast unseres Großherzogs in unseren Mauern zu sehen. Bei den biographischen Bildern wird unter vielen anderen eine Szene vorgeführt, in der man den Prinz-Admiral bei einem kriegsmäßigen Manöver de- 1. Geschwaders als Ches desselben unter seinen Offizieren erblickt, wie er für das im Hintergründe auftauchende Geschwader seine Befehle erteilt. Da ist nichts von vornehmer Steifheit oder Reserviertheit zu bemerken, sondern zwanglos und natürlich plaudert und gestikuliert der Prinz mit den Herren seines Stabes, wie etwa der Chef eines HandlungsHauses mit seinen Prokuristen eine klar zu Tage liegende Geschäftssache bespricht. Und diese Schlichtheit und Natürlichkeit zeigt der hohe Gast unseres Großherzogs auch hier in seinem ganzen Verkehr, im Theater, auf der Straße, im geselligen Kreis; sie ist es auch, die ihm seit seinem automobilen Einzug in die Stadt die Herzen im Sturm erobert hat. Als Protektor des deutschen Flottenvereins hat der Prinz am Donnerstag 9Lachmittag auch die beiden Vorsitzenden der hiesigen Abteilung, Oberlehrer Lauteschläger und Dr. Zimmer, in liebenswürdiger Weise empfangen.
Auf dem Feld der Politik hat sich in der letzten Woche trotz der nahe bevorstehenden Landtagswahl und dem
Politische Wochenschau.
Ter Reichstag hat nach der Vertagung im Frühjahr seine parlamentarische Thätigkeit am letzten Dienstag wieder ausgenommen. Tie begonnene zweite Lesung zum Zolltarif, sowie anderseits der Empfang der Burengene-
Wiederzusammentritt der Kammer noch kaum ein Lüftchen geregt Die Prophezeiung von gewisser Seite, daß die diesmalige Wahl mit dem direkten Wahlrecht als Parole einen gewaltigen Sturm der Leidenschaften Hervorrufen würde, hat sich bis jetzt weder hier noch anderwärts erfüllt. Es zeigt sich hier wieder die alte Erfahrung, daß Landtagswahlen keine Reichstagswahlen sind, und daß der Wähler sich weniger um die spezielleren wirtschaftlichen, als um Die politischen Dinge im Reich zu kümmern gewillt ist. Thatsächlich beschäftigt man sich in manchen Kreisen schon heute mehr mit der nächstjährigen Reichstagswahl, als mit der in zwölf Tagen stattfindenden Landtagswahl. In Darmstadt selbst sind die Gefechtslinien für die Wahl sch lacht festgestellt. Man hat geglaubt, den beiden nationalliberalen Kandidaten, Oberbürgermeister Morneweg und Landgerichtsrat Dr. Buff, einen geborenen Gießener, zwei Kandidaten „für die antiagrarische Wählerschaft" entgegenstellen zu sollen, den bekannten freisinnigen Buchhändler S a e n g und den Fabrikanten Langenbach. Es herrscht jedoch kaum ein Zweifel darüber, daß die beiden Erstgenannten einen glatten Sieg davontragen werden, denn die große Mehrheit der Wähler kennt seit fahren die politische Thätigkeit des Oberbürgermeisters unt> auch Dr. Buss, der seit Anfang dieses Jahres der Stadtverordnetenversammlung angehört und in der städtischen Finanz korn- mission eifrig thätig ist, erfreut sich eines vortrefflichen Ansehens. Da in der Wählerschaft mehrfach Unklarheit über die Zusammensetzung des verflossenen Landtags herrscht, so sei hier erwähnt, daß sich in demselben 20 Nationalliberale, 7 Zentrumsleute, 6 Sozialdemokraten und zwei Freisinnige befanden, während sich die übrigen 15 als „zu feiner Fraktion gehörig" bezeichneten, von denen 12 die sog. „Freie wirtschaftliche Vereinigung" bildeten.
Die Frage der Steuerreform wird voraussichtlich auch int nächsten Landtage wieder eine große Rolle spielen. Es dürfte deshalb interessieren, zu erfahren, daß in unserem Großherzogtum 29 \ 000 Personen vorhanden sind, die Einkommensteuer bezahlen, nämlich 126 000 in der Provinz Starkenburg, 104000 in Rheinhessen und 67 000 in Oberhessen. Als die steuerkräftigste Provinz erweist sich Rheinhessen, deren Einkommensteuerbetrag trotz der fast um ein Viertel größeren Zahl von Steuerpflichtigen Der Provinz Starkenburg nur um 97 000 Mark hinter dieser zurückbleibt. Ein Eintommen von mehr als 30 000 Mk. besitzen in Rheinhessen 210, in Starkenburg 186 und in Oberhessen 57 Personen.
Wie jede Stadt ihr „Päckchen" zu tragen hat, so auch die Residenzstadt, deren finanzielle Ausgaben mit dem Wachsen derselben naturgemäß ebenso in die Höhe schnellten. Demnächst werden sich die Stadtverordneten in erster Linie mit dem Erweiterungsbau des städtischen Krankenhauses zu beschäftigen haben. Man beabsichtigt drei dem Krankenhaus benachbarte Hofraiten zu erwerben, was rund eine Million Mark erfordern wird. Trotzdem aber trägt sich die Bürgermeisterei mit dem Gedanken einer späteren Verlegung des Krankenhauses nach einem städtischen Gelände im Osten vor der Stadt, das zunächst wohl nur ein Gebäude für Jnfektionstranke erhalten wird. Mit dem jetzt zu erroeiternben Kranken Hausbau „hofft" man noch eine Reihe von Jahren auszukommen. Man sieht, in Finanzangelegenheiten geht es auch in Darmstadt „tout comme chez nous!"
r a I e in Berlin gaben der verflossenen politischen Woche ein seit langem nicht wahrgenommenes interessantes Aussehen. Zwar war auch die Arbeitslosen-Debatte, womit das Parlament nach Erledigung von Formalitäten sowie nach Besprechung eingegangener Petitionen seine Sitzungen begann, von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Im Januar bereits war man in der Besprechung der sozialdemokratischen Interpellation eingetreten, die jetzt erst weiter geführt wurde. Der Winter steht vor der Thür,' dessen Erscheinen die Lage für unsere ärmere und ärmste Bevölkerung zu verschlechtern pflegt. Die weitere Ausdehnung des Arbeitsnachweises allein, so sehr sie auch zu erstreben ist, kann, wie der Zentrumsmann Dr. Bachem Denkt, die Situation einer ohne Verschulden in Not geratenen Bevölkerungs^ahl nicht bessern. Tie Erklärung deS Grafen Posadowsky, Die verbündeten Regierungen wollten in nicht zu ferner Zeit über die Ausgestaltung der allgemeinen Zwangsversicherung gegen Arbeitslosigkeit beraten, wird von federn mit Genugthuuna begrüßt werden, der als nicht hinter seiner Zeit zurückgebliebener Staatsbürger Verständnis und Streben für die weitere Förderung der großen sozialen Aufgaben besitzt, auch bei uns in Gießen, wenn erfreulicherweise auch unsere Stadt, wie wir neulich mitteilen konnten, z. Z. wieder völlig frei von Arbeitslosen ist.
Graf Bülow hat in feiner Zolltarif-Rede am Donnerstag mit aller Entschiedenheit das „Unannehmbar der Regierung noch einmal dahin präzisiert, daß die Regierung in Punkto der Mindestsätze bis an die äußerste Grenze gegangen sei, bei welcher das Zustandekommen von HanDelsverträgen noch möglich erschemt; und dann fuhr oer Reichskanzler fort: „Auf eine Erhöhung der Min- oestzölle können die Regierungen ebensowenig eingehen, wie auf eine Ausdehnung der Mindestzölle auf einen andern Artikel." Tas ist unzweideutig gesprochen und in diesem Augenblicke von hoher Wichtigkeit. Was nun? Die „Nad- Ztg." meint, zur Abstimmung über die Mindest- AöHe wird es wahrscheinlich erst am Mi11woch kommen, Da die Rednerliste sehr umfangreich ist, und, nach An tkick und Stadthagen, dieser erstere redete am Freitag 4, der letztere am Samstag drei Stunden, — noch weitere sozialistische Dauerreden zu erwarten sind. Alsdann dürsten voraussichtlich der 7,50 Mk.-Antrag Wangenheim und der neuerdings eingelaufene 6 Mark-Antrag Heim ab gelehnt werden und das sogenannte Ko rnpromiß der Kommission zur Annahme gelangen. Wenn bann die Regierung gleichwohl die Beratung fortsetzen will, so ist e s unausbleiblich, daß angesichts des Umstandes, daß an eine Beendigung der zweiten Lesung vor Reichstags- Schluß nicht zu denken ist, ein allgemeine Jnteresselofig- teit und Versumpfung eintritt.
Ter Reichskanzler hatte im Lause des Freitag wiederum Besprechungen mit Dem badischen Finanzminister Buch enber ger, der sich am Samstag sehr entschieden für den Regierungs-Entwurf ausgesprochen hat, und den württembergischen Ministern Dr. von Pis check und von Zeyer. Vielleicht haben darüber, was im Falle der Ablehnung der Zolltarrfvorlage geschehen soll, Besprechungen stattgefunden. Die Reichsfinanzfrage wird sicher mit den Ministern besprochen, weil sie mit dem Antrag Heim zusammenhängt. T-er Reichskanzler steht dem Antrag Heim in gewisser Beziehung nicht unsympathisch gegenüber. Auch dre bayerische Regierung scheint sich in ähnlichem Sinne ausgesprochen zu haben. Sie hat einen brauchbaren Kem in den sozialpolitischen Gedanken gefunden, betrachtet aber den Antrag als solchen als unfertig und überstürzt, und zu noch mancherlei ernsten Bedenken Anlaß gebend.
Niemand wird behaupten können, daß das Prestige der amtlichen Kreise nach ihrer deutlichen Absage an die
Das Kasispiel von ßharlotte Wiehe und ihre französische Gesellschaft in Hießen.
(Freitag, den 24. Oktober.)
II.
Tas Programm der Dournse, auf der sich Charlotte Wiehe eben mit einer kleinen Schar französischer Schauspieler — an ihrer Spitze der bekannte Mime und Dramatiker Mr. Severin-Mars — befindet, umfaßt die beiden Dersnyjchen Mimodramen „15a main" und ,)L'hvmme aux poupses", das Schnitzlersche Lustspiel „Tas Abschieds- sonper" in der eleganten französischen Bearbeitung von fltaueaire, die Bajazzade „Colombine" von Erich Korn, das Drama „Tie Wolfsjagd" des Italieners Berga und die kleine Komödie von Henri Jean „Le noeud de crabate". Für das hiesige Gastspiel wurden schon im Mai d. I. seitens des Theater Vereins vor allem die beiden Mirno- '-ramen, als diejenigen Stücke, in welchen die Künstlerin mimisch, dramatisch und choreographisch die größten Erfolge in Paris erntete, ausgewählt, sodann das bei den Gastspielen der Wiener Künstlerinnen Adele Sandrock und Hansi Niese an großen Bühnen oft gegebene, hier aber noch unbekannte,Mbschiedssouper" und als Einleitung des Abends als „lener de ribeau" nach französischer Sitte „Le noeud de crabate". Daß die Erwägungen, welche zur Wahl der drei erstgenannten Stücke führten, richtig waren, ist jetzt allerorten durch die Kritik bestätigt worden, die einstimmig das von Mme. Wiehe gerade in ihnen Gegebene als das Beste ihrer Kunst preist.
Wir geben heute unseren Lesern den Inhalt der beiden ersten Nummern des Programms.
„Le noeud de craD at e" führt uns ein junges Ehepaar vor, dessen weibliche Hälfte (Zozotte) stark an Eifersucht leidet. Paul ist für einen Tag verreist, und da er
zur festgesetzten Zeit am Abend nicht zurück ist, so ist Zozotte sofort mit der Vermutung Bei der Hand, daß ihn eine andere Frau gefesselt haben könne. Sie zwingt indes diese Gedanken nieder, erinnert sich ihres Schwurs, nie wieder eifersüchtig sein zu wollen und bedauert chren Mann nur, daß er am Morgen niemanden gehabt habe, der ihm die Cravatte knüpfte — ein Geschäft, das sie ihm jeden Morgen verrichtete. Während sie sich dessen erinnert und in Gedanken seinem Bilde eine Cravatte umlegt, erscheint Paul, herzlich von ihr empfangen, die schon vorher ihm die Pantoffeln, Tabak, die inzwischen angefangften Briese re. schön zurechtgelegt hat. Paul kann sich nicht darein finden, daß er gar nicht nach, der Ursache der Verspätung gefragt wird, er ist vollständig vorbereitet auf einen kleinen Ausbruch der Eifersucht und bittet geradezu um eine kleine Szene. Aber Zozotte bleibt dabei, daß sie nie mehr eifersüchtig fein werde und daß sie ihm vertraue, selbst wenn der Augenschein einmal vollständig gegen seine Treue sprechen würde. Ta erblickt sie, als ihr Mann den Ueberzieher ablegt, seine tadellos gebundene Cravatte und sofort ist sie sich klar Darüber, daß sie so nur von einer Frau geknüpft sein könne, und daß ihr Mann sie betrogen habe. Sie bleibt auch dabei, als er erklärt, nur eine Zugverspätung sei an feinem Ausbleiben schuld, und die Cravatte habe er übrigens ganz allein gebunden; sie versichert, nur bann von einer Trennung absehen zu wollen, wenn er vor ihren Augen den Knoten von neuem knüpfe. Ta ihm das in der Aufregung natürlich nur sehr unvollkommen gelingt, so verläßt Zozotte das Zimmer, Paul aber sammelt sich, knüpft, allein gelassen, einen tadellosen Knoten und gesteht nun der später reifefertig wieder ein tretend en uuo ganz überraschten Zozotte, daß er diese Kunst schon vor der Ehe Der|tanben, aber feiner Frau gern überladen habe, wegen der niedlichen Sitzung, die er ihr jeden Alorgen Dafür gewähren mußte.
Tie, wenn gut gespielt, reizende Szene schließt mit der Versicherung Pauls, von seiner Kunst auch fürderhin keinen Gebrauch machen und das Cravattenknüpfen seiner kleinen Frau überlassen zu wollen.
Ter Inhalt des Mimodramas „Di e $5 an b" kann wohl als ziemlich bekannt gelten. In das Zimmer der Tänzerin Divette schleicht sich ein Einbrecher, durchwühlt die Schiebladen, wird aber durch die Rückkehr der Tänzerin geftöri und versteckt sich hinter einem Vorhang. Ter Divette be^ gleitende Baron bittet sie, noch etwas bleiben zu dürfen, wird aber von ihr ersucht, sie allein zu lassen, da sie noch eine neue Rolle zu probieren habe. Während sie nach einem Billet sucht, das sie dem Baron für die erste Ausführung des Ballets verehren will, legt Der Baron seinen Ueberzieher hin, um ihn absichtlich zu vergessen und nachher einen Vorwand zum Wiederkommen zu haben. Divette schließt sodann die Thür, hängt den Schlüssel an Die Wand, und beginnt zu tanzen. Der Einbrecher sieht nun die prachtvollen Juwelen, die sie trägt, verschiebt aber, in Bewunderung ihres Tanzes versunken, immerfort Die Absicht, sie zu berauben. Ta erblickt Divette in einem! Spiegel Die aus dem .Vorhang etwas vvrgestreckte Hand des Diebes. Ter Einbrecher bemerkt, daß er entdeckt ifo verschiebt aber ben Raub immer noch, ba er von der Straße ein Pfeifen hört. Es ist der Baron, Der seinen Ueberzieher holen möchte. Divette atmet auf, und mit dem Mut der Verzweiflung beginnt sie wieder ihren Danz, erhascht tanzend den Hausschlüssel und wirft ihn zum Fenster hrnaus. Im selben Augenblick stürzt sich der Einbrecher auf sie, um ihr Die Juwelen zu rauben, während er, von Vivettes Reiz geblendet, nicht den Mut hat, sie zu töten. Der nun eintretenbe Baron macht Bivette fret> schenkt aber aus ihre Bitte dem Einbrecher das Leben.


