Mr. 16
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Erstes Blatt
Montag 20. Januar 1902
152. Jahrgang
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General-Anzeiger v «.....»„hc*
v für den polit. u. allgem.
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
________________________________ ' zeigenteil: HanS Beck.
Siege aber steht die Zweifelsrage wohl dem virtuellen Siegeri feindlich gegenüber. Der Wahllampf hat eine solche Menge von Umständen zu Tage gefördert, die dem künftigen Ab-! geordneten die Ausübung seines Mandats erschweren und sein moralisches Schwergewicht um ein solches Quantum erleichtern, daß seiner parlamentarischen Wirksamkeit schon dadurch allein sehr enge Grenzen gezogen sind. Seine Aktionsfähigkeit dürfte aber durch die Gegnerschaft Schoners noch mehr eingeschränkt werden, so daß weder er, noch seine Wähler auf die Kosten kommen iverden und der Wahlsieg sich als ganz vergeblich Herausstellen dürfte.
Dennoch darf man die Ergebnisse der Trautenauer Wahl' nicht unterschätzen. Sie sind ein Sympton, daß in dem Wahlbezirke, der zur Stimmabgabe berufen war, die durch Wolf vertretene Richtung stärker ist als das sittliche Gefühl, von dem man erwartet hatte, daß es sich gegen diese Wiederwahl empören werde. Es hat sich gezeigt, daß die Wähler Jedem Absolution erteilen, der nur tüchtig die Trommel zu rühren versteht, auch wenn seine moralischen Qualitäten noch so arg zerzaust worden sind. „Nationale Perversität" nannte ein jungtschechisches Blatt dieses Treiben mit treffender Bezeichnung, freilich ohne zu ahnen, daß es damit zugleich die eigene Politik charakterisierte! So lange diese „Perversität" vorhält, ist allerdings nicht auf Befferung zu hoffen.
Aber in der Trautenauer Wahl sind, wiewohl sie zu Gunsten Wolfs ausfiel, doch auch einige Anzeichen wahrzunehmen, daß die Wähler sich zu besinnen anfangen. Die Wahlbeteiligung blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Statt 90 Prozent der Wähler kamen nur etwa 50 Prozent an die Urne. Wolf, der in der vorigen Wahl einen Vorsprung von 800 Stimmen gegen seinen Mitbewerber im Voraus hatte, kam ihm diesmal nur mit rund 400 zuvor, hat also die Hälfte seines Vorsprunges eingebüßt. Und welche Mittel hat er cmgewen- bet! Er stellte die Wähler ernstlich vor die Alternative: Mandat oder Leben I und die eingeschüchterten Wähler gaben ihm lieber das Mandat, als daß sie chr Gewissen mit einem Selbstmord belastet hätten.
Politische Wochenschau.
Die Hochflut auf innerpvlitischem Gebiete, von der wrr schon in unserem letzten Rückblick Vermerk zu nehmen chatten, hält an und wird wohl so bald nicht der Ebbe Weichen, die, wie rm Weltmeere, so auch im öffentlichen Leben, dem Meere der geistigen Kräfte und Instinkte, mit ihr abzuwechseln pflegt Noch geht die Brandung des Meinungsaustausches in den Berliner Parlamenten lwch und wie sie in der letzten Berichtswoche gar bedeutsame Aeußerungen des leitenden Staatsmannes int Reiche über auswärtige Angelegenheiten an das Ufer der Erörterungen warf, so brachte sie in diesen Tagen solche über die innere preußische Politik, und zwar über zwei der wicbtigsten und weittragendsten Fragen, die dem Streite der Parteien und ihrer Presse gegenwärtig Nahrung geben. In langer Rede mit wesentlich positivem Inhalt begründete utrd verteidigte Graf Bülow zunächst die V o l e n po litik der preußischen Regierung, und wenn er diese auch dergestalt charakterisierte, daß man ihm eine gute Dosis von Optimismus nachweisen konnte, so ließ sie doch erkennen, daß die preußische Regierung allen Ernstes daran denkt, der polnischen Strömung gegenüber einen festen und unverrückbaren Standpunkt einzunehmen, und damit dürfte immerhin schon etwas gewonnen sein. Auch die Aufklärungen, die der Kanzler und preußische Ministerpräsident in Sachen des Zolltarifs und der K a n a l v o r l a g e gab, deuten das Vorhandensein eines entschiedenen Zuges in den leitenden Kreisen an, doch wird man abzuwarten haben, ob ,er ntäjt wieder einer Politik der Opportunität, pon der der Berliner Volks- wirtschastslehrer Prof. Schmoller neulich sagte, daß sie notwendig sei, wenn man Erfolge erzielen wolle, Platz machen wird. Graf Bülow hat in der Zollfrage einstweilen nit aller Deutlichkeit die von der Regierung einzuhaltende iinie gezeichnet, und in per Kanalfrage zeigte er sich auch noch keineswegs entmutigt Das Echo, das ihm seine Ausführungen zurückwerfen werden, dürste nicht sonder- 'cch lieb entwürdig sein, immerhin aber kann man er- varten, daß sie zunächst zu einer Klärung der Situation ühren werden.
An Unfreundlichkeiten ist der Kanzler gewöhnt. Seine -^eden gegen den englischen Kolonialminister und über nm Drerbund haben ihm ihrer soviele eingebracht, daß 's ihm auf ein paar mehr oder weniger nicht ankommt. Zn England macht sich eine tiefgehende Verstimmung weit, die von der Jingopresse natürlich noch genährt vird. Die Zurückweisung der Chamberlain'schen Angriffe ^antwortet man dort mit ausgesuchten Grobheiten. Zu »er Erwiderung Balfours auf Mae Neills Anfrage (vgl. ,Auslcmd" in unserer Samstag-Nummer) bemerkt die ,Times": Das Land wird Balfours Antwort begrüßen, iaß nichts was einer Entschuldigung bei Deutschland ähn- Lch sehe, vorgekommen sei. Man thut also in England gerade so, als ob wir in Deutschland noch in den unseli- leu Zeiten lebten, in denen man überhaupt froh sein nutzte, als Deuffcher irgendwo int Auslande geduldet zu Verden, und genau so, als spielten die Herren Engländer roch immer die erste Rolle. Damit ist es indes vorbei ind sie werden sich wohl oder übel noch darauf gefaßt nachen müssen, thatsächlich in die glänzende Isoliertheit verfallen, von der ihre Staatsmänner in diesen Tagen V„ gern sprachen, als es galt, die Wirkung der Reden Dilow's dem englischen Volke gegenüber etwas zu mildern.
Wer weiß denn, ob in der Reise des Prinzen Hein rici, nach Amerika zum Stapellaupf der kaiser- ligen Yacht, die am 25. Februar stattfinden soll, einer Rase, die den deittschen Prinzen auch nach dem ameri- kcutschen Westen, nach Chicago und St. Louis, führen wird, niyt einer der Vorboten emer solchen Vereinsamung zu erblicken ist. Gar manchmal schon sind derartige Besuche vor ttefgehender und grundlegender Bedeutung für das Vechältnis der Staaten zu einander geworden, und gerade mi Bezug auf Amerika, ein Land, das Millionen Deutscher zur zweiten Heimat ward, dürfte die Anwesenheit des Prttzen derartige Kombinationen sehr leicht zeitigen. Ohne daß sie es eingestehen wollen, machen sich die Engländer
darüber gar nicht geringe Sorgen, denn Amerika war chnen bisher dasjenige Land, dem sie außerordentlich lebhafte Sympathieen entgeaenbrachten und das sie gern in ein Bündnis hin ein gezögert hätten, wenn es irgendwie zu erreichen gewesen wäre, in ein Bündnis, dessen Spitze sich natürlich -in erster Linie gegen Deutschland, den gefürchteten Konkurrenten auf dem Weltmärkte, gerichtet hätte. Noch heute ist das ja der stille Traum gewisser Jingo- Blätter vom Scylage der „Times", und man bemüht sich in England mit allen Mitteln, auch in diesen Tagen zwischen Amerika und Deutschland nach Möglichkeit zu Hetzen. So wird jetzt die Meldung in die Welt gesetzt, daß Kapitän Coghlan, deck mmter Admiral Dewey vor Manila gekämpft hat und der nach seiner Rückkehr nach Newyork bei einem zu feinen Ehren veranstalteten Empfang wenig respektvolle Aeußerungen über den deutschen Kaiser gemacht haben sollte, als Werft-Ofsizier bei dem Empfang des Prtnzen Heinrich an der Werft in Brooklvn dem Werft-Kommandanten,Kontre- Admiral Bürger dienstlich zur Seite stehen werde. Der deutsche General-Konsul Buenz.in Newyork soll diese Geschichte bereits für abgeschmackt erklärt haben. Die Coghlan- Af faire, so soll Buenz geäußert haben, sei längst vergessen. Prinz Heinrich fei zu hochsinnig und die Regierung der Vereinigten Staaten hätte Evghlans Ehre vollkommen wiederhergestellt: es fei lächerlich, die Angelegenheit wieder aufleben zu lassen. Die Bemühungen Englands, Zwietracht auch hier zu säen, Mißtrauen hier wieder hervorzurufen, werden aber ebenso vergeblicy fein, wie sich jener schöne Jingotraum schwerlich erfüllen wird. Vorläufig haben wir als Beweis dafür das Einverständnis Deutschlands und Amerikas hinsichtlich des Vorgehens der Republik Venezuela gegenüber, die endlich der Klugheit besser Teil erwählt und einzulenken begonnen hat, wie auch den Austausch der Höflichkeiten zwischen dem Kaiser und dem Präsidenten Roosevelt, die Entsendung des Prinzen Heinrich nach New- York.
Wer sollte überhaupt besondere Neigung haben, zu einem Lande in gar so enge Beziehungen zu treten, das feit Jahren mit seiner ganzen Truppenmacht einen Krieg gegen ein kleines Bauernvolk kämpft, ohne bisher Aussicht zu haben, diesen Krieg zu einem ruhmreichen Ende zu führen? Wer sollte nach der Ehre geizen, der treue Bundesgenosse eines Staates zu werden, dessen Ansehen im Rate der Völker wegen seiner Außerachtlassung der Gebote des Völkerrechts im Verblassen begriffen ist. John Bull ist thatsächlich schon in der „splendid isolation", die feine Minister und Parteiführer zu einer Sache des nationalen Stolzes stempeln möchten, während sie in Wahrheit eine Frucht des Niederganges ist. Deshalb will es uns auch verständlich dünken, daß in neuerer Zeit ein Friedensgerücht das andere treibt. Der niederländische Ministerpräsident Kuyper weilte kürzlich §ur gleichen Zeit tn Brüssel, als Wolmarans und Wessels sich zur Konferen' mit Dr. Leyds und Fischer nach Brüssel begeben hatten.- Am Donnerstag ging Dr. Leyds nach dem Haag, wäbrend am Abend zuvor Wolmarans bei Krüger in Utrecht Bericht erstattete. Daraus schloß man, Kuyper habe als Friedensunterhändler fungiert, der Minister erklärt aber, daß seine Reise nach London privaten Zwecken gedient habe. Sei dem wie ihm wolle, England vermag jedenfalls den gegenwärtigen Kriegszustand nur unter großen Opfern zu ertragen. Man beginnt eben auch an der Themse endlich die Wahrheit des Bismarck'schen Wortes zu erkennen, daß selbst ein siegreicher Krieg an sich immer ein liebel ist, das die Staatskunst den Völkern zu ersparen bemüht sein muß, aber diese Erkenntnis kommt zu spät, sie ist aus Blut und Leichen, aus Mord und Brand emporgewachsen und nun muß das stolze Albion sich gedulden, bis es dem Buer gefällt, dem gegenseitigen Bekriegen ein Ende zu machen. Ob es dem Buer wohl in absehbarer Zeit gefallen wird?
parteipolitischer Riedergang in Kesterreich.
Die im Trautenauer Wahlbezirke vollzogene Ersatzwahl für den Reichsrat, die infolge der Mandatsniederlegung des Abg. K. H. W o lf vorgenommen werden mußte, hat bekanntlich die Wiederwahl Wolfs zum Ergebnis gehabt. Dem formellen
25jährige Jubiläumsfeier der Kießerrer Ruder" Gesellschaft.
D. Gießen, 19. Jan.
Ein Vierteljahrhundert war heute vergangen, seitdem die Gießener Ruder-Gesellschaft ins Leben trat. Es ist selbstverständlich, daß ein solcher Tag gebührend gefeiert werden muß. Unsere Rudergesellschaft hat es sich denn auch nicht nehmen lassen, diesen Tag für ihre Mitglieder und für alle Freunde des Rudersports zu einem besonders! festlichen zu gestalten. Und sie hat ein gutes Recht dazu. Denn aus den bescheidenen Anfängen ihres Daseins, die durchaus nicht verheißend aussahen, hat sie sich empor- gearbeitet zu einer Rudergesellschast, deren Name jetzt in ganz Deutschland einen guten Klang hat.
Die festlichen Veranstaltungen wurden vormittags eingeleitet durch eine akademische Feier im Saale der Loge „Ludewig zur Treue". Der Vorsitzende Klin g- s P o r eröffnete diese, indem er allen Erschienenen ein herzliches Willkommen zurief. Insbesondere begrüßte er Seine Magnifizenz, den Rektor unserer Landes-Universität, Prof. Dr. Hansen, den Bürgermeister Mecum und den Landgerichtspräsidenten Knllmann. Er hob die vielen Beweise des Wohlwollens hervor, die von diesen wie überhaupt von allen Behörden des Landes stets der Gesellschaft entgegengebracht worden seien, und schloß mit einem „Hipp hipp hnrrah" auf die allerhöchsten Förderer des Rudersports, Kaiser W ilh elm und unseren Großherzog, in das die Anwesenden begeistert einstimmten. Nach einem trefflich gespielten Trio für Klavier, Violine und Cello, ergriff der Ehrenvorsitzende der Gesellschaft, Jean Kirch, der die Festrede übernommen hatte, das Wort. Berechtigte Bedenken, so führte er aus, stiegen, als mir die Aufgabe zugedacht wurde, heute hier zu reden, bei
Kunst und Wissenschaft.
Ta? Vorbild unseres Großherzogs Ernst Ludwig findet an anderen deutschen Fürstenhöfen Nach ahmnng. Aus Weimar kommt die Nachricht, daß Henri van de Velde vom Grcßherzog von Sachsen als künstlerischer Beirat für die Industrie und das Kunstgewcrbe des Großherzogtums nach Weimar berufen worden ist. Die so geschaffene Stellung ist e was durchaus Neues. Des Künstlers Kraft wird in den Dienst der einheimischen, bestehenden Unternehmungen in das Larfl gerufen. Van de Velde hat die Absicht, im Dienst diese: neuen Aufgabe auch eine kunstgewerbliche Ver- suchZanstalt ins Leben zu rufen, an der neue Modelle für das Weimarische Gewerbe entworfen und neue Formen der Technk ausprobicrt werden können. 2(n dieser Anstalt soll dann zugleich ein Unterricht erteilt werden, durch den junge Handwerker oder Künstler zu Gewcrbekünsilern ausgebildet werben.. (Henri v. d. Velde, der Vlacmc, ist, wie wir hier erlmternd hinzusetzen wollen, einer der Begründer jener Kunst, zu be.'en Hauptvertretern bei uns in Deutschland außer Eckmann, Obrit, Pankok :c., die Darmstädter, vornehmlich Peter Behrens, zu rechnen 'sind. Unter den modernen Künstlern, die die Staffelei verlassen haben unb sich dem Kunstgewcrbe zuwcmbtcn, giebt es nur sehr wenige die an ernstem Können
und Wollen an van de Velde heranreichen, van de Velde verzichtet übrigens ganz auf die Dekoration durch Pflanzenmotive und ivill nur durch die edle Linie, die feine Farbe und die zweckmäßige Konstruktion wirken. D. Red.)
Im Hoftheater zu Darmstadt wurde am 17. d. M. „ Die größte Sünde" von Otto Ernst zum ersten Mate'aufgeführt und erzielte trotz seiner inneren Unwahrscheinlichkeiten und seines tendenziösen Charakters einen starken Erfolg, wenn auch der geläuterte Geschmack in einen bedingungslosen Bei- fall^wie er dem Stücke in den oberen Regionen gespendet wurde, nicht einstimmcn kann. Am 16. d. M. begann Franzesko d'Andrade als „Rigoletto" ein auf zwei Abende berechnetes Gastspiel mit gewohntem Erfolge. Ter Künstler steht noch auf der Höhe feiner früheren Leistungen. Am Sonntag trat er als „Don Juan" auf.
— Der Großherzog von Hessen hat den Berliner Maler Professor Hans F e ch n e r nach Darmstadt berufen. Es handelt sich um die Herstellung eines Porträts des Großherzogs.
Der französische Schauspieler Coquelin, der z. Zt. in Berlin weilt, hatte, wie wir bereits mitteilten, am Samstag eine Audienz beim Kaiser. Man schreibt darüber: Die Worte, die er freubig bewegt wieberholt, sind: „Es war entzückend,' es war deliziös!" Aber, so sagt er im salbungsvollen Tone
des schlauen Tartuffe, die Indiskretion ist eine Erbsünde der Menschheit, ein arges Uebel, das schon viel Unheil angestiftet hat. Ich bin verschwiegen. Ein kluger Mann geht habet immer sicher — wer nichts sagt, der sagt auch keine Dummheiten. Alles, was ich Euch verraten kann, ist: Der Kaiser ist ein entzückender Mensch! Er spricht ein meisterhaftes Französisch . . . er versteht über Moliere und über Kunst' vornehm zu plaudern . . . Der Kaiser sprach über die Comedie tran^aiee, über bte klassische Kunst und über den moralischen Einfluß. Stücke, wie Cyrano von Bergerac, seien eine Schule des Patriotismus, und die großen Dichter aller Zeiten hätten auf das Volk eine moralische Wirkung ausgeübt. Dabei jeder Blick, jede Geste ungeniert liebenswürdig. C’est un komme delicieux! Je suis ravi! Und dieses Entzücken pflanzt sich sichtbar in den Mienen der umstehenden Franzosen weiter. Sie werden wohl als Lobredncr von Guilleaume II. in ihre Heimat zurückkehren.
Monaco, 19. Jan. Gestern fanden in Gegenwart des Fürsten von Monaco längere Versuche mit der drahtlosen Telegraphie statt,. welche völlig gelangen. Der Fürst stellte dem Erfinder Ma eine seine Yacht zur Verfügung, um aus dem Meere Versuche auf weitere Entfernungen anzustellen.


